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5.8.1916 Zweites Blatt
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Nr. 182

Zweites Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieSictzener Kamiliendlätter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt. das ..Urelrdlalt für den Ureis Gießen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

M. Jahrgang

ener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

§6M5tag. 5 . August M6

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jcheir Universitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriftleitung,Geschäftsstelle u.Druckerei: Schuld straße7.Geschäftsst-lle u.Berlagi^Eol, Schrift» Leitung: e=a§m2. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Rumänischer Brief.

Bukarest, 18. IM 1916.

Die übliche tropische Gluthitze brütet wieder über Bukarest und beeinflußt wie in jebern Hochsammer das- gesamte öffentliche und auch politisch.' Leben, denn wer es nur einigermaßen ermöglichen kann, läßt bei einer durch, keinen Windstoß unterbrochenen Hitze von 40 Grad im Schatten Großstadt und Politik im Stich und erfreut sich in den herrlichen Gebirgstälern der Karpathen oder in den Seebädern der Tobrudscha eines par cid ie fischen Schlaraffen­lebens. Selbst die wütenden K'riegsh'tzer Take Jonescu und Kon­sorten haben es vor gezogen, unter Berufung auf dir Hitze ihre angesichts der allgemeinen Entente offensive in den letzten Wochen fieberhafte Tätigkeit z-u unterbrechen und in hochtönenden Worten Au erklären, daß sie im Herbst mit vermehrter Kraft ihre Be­mühungen wieder aufnehmen würden. Ter wahre Grund liegt jedoch darin, daß alle ihre Operationen erfolglos geblieben sind, denn die große Mehrzahl des rumänischen Volkes will trotz seiner Synipathie und Zuneigung für Frankreich von^einer Freundschaft mit Rußland nichts wissen, da es die Segnungen dieser Freund­schaft des öfteren am eigenen Leibe gespürt hat. Tie.Aktionisten haben wirklich alles ans geboten, um die Massen auszupeitschen lutb die zahllosen von ihnen cinberufenen Versammlungen Zu füllen, aber in der Regel außer den bezahlten Besuchern keine Zuhörer gehabt. Zu den üblichen Aufreizungsmitteln gehörte cs, kurz vor den Versammlungen Extrablätter auszugeben, welche von den ungeheuersten Siegen der Entente zu berichten wußten Und welclw die Lage der Zentralmächte als ganz verzweifelt und vor dem Zusammenbruche darstellten. Tie Rubelblätter brachten die größten Lügen und Erfindungen: beispielsweise meldeten sie in den ersten Tagen der Kämpfe an der Sonrne, daß die Fran­zosen über 50 000 Deutsche gefangen hätten, während der amtliche französische Bericht nur von 3000 wußte. Alte Telegramme wurden nach- vier, fünf oder mehr Tagen mit neuem Datum versehen und nochmals als Neuheit gebrach:. Daneben erschienen die grausigsten Hungerberichte aus Teutstliland mit den üblichen Angaben übe Hunger-Revolte und blutige Zusammenstöße mit huuderlcn von Opfern des Masckinengewehrfeuers. Sogar Meldungen, daß Herr von Batocki die Abschlacheung der Tiere in den deutschen zoologischen Gärten befohlen habe, erfolgten. Ten letzten Versuch die I^gierung zur Aktion zu drängen, hat Take Jonescu dadurch gemacht, daß er in seinen Blättern erklären ließ, zur Bildung einer großen antidynastischen Partei zu schreiten, wenn hie Re giermrg setzt nicht an die Seite des Vierverbandes trete. Lille diese Mätzchen blieben jedoch erfolglos Obwohl das russisch Ministerium des Aeußeren große Geldsummen an die russische Gesandtschaft in Bukarest gesandt hatte, welche für die Propaganda und Unterhaltung der richsischen Agenten und Spione bestimmt sind, kam die russische Agitation nicht vorwärts. Es scheint dahe auch, daß die russische Regierung mit ihrem Gesandten Pok lemsky-Koziel nicht recht zufrieden ist und ihn abberufen will Prinz Urusow und Gagarin vom ^russischen Ministerium des Aeußeren sind in Bukarest eingetroffen. Es heißt, daß der erstere der Nachfolger des Herrn Poktewsky-Koziel sei und daß dieser sein Reisegepäck berefts fertig habe.

Auch England glückt es nicht, trotz aller Bemühungen seiner Ge sandtschaft und des britischen Bureaus Freundschaft zu erwerben sondern man muß konstafteren. daß sich in der rumänischen Be volkerung nach und nach eine Verstimmung gegen England bemerk bar Fracht, die teilweise sogar zu direkten Angriffen gegen England führt. Schuld hieran tragen auch- die plumpen Machenschaften der eng-, lischen Gesandtschaft. Diese findet es für angebracht, der rumäni scheu Presse von Zeit zu Zeit Communigues zu senden, in welchen mitgeteilt wird, daß sie aus guter aber nicht offizieller Quelle Nachrichten erhalten habe. .Kürzlich teilte die englische Gesandtschaft in einem derartigen Cvnrmunigue nftt, daß ein vollständiges Da itaillon des 186. deutschen Infanterie-Regiments sich den Eng ländern bei Fricourt ergeben habe. Die Gefangenen hätten erzählt das 'Bataillon sei in aller Eile herbeigebracht worden, um die großen deutschen Verluste zu decken. Nach kurzen: Widerstand hätten 20 Offiziere und 600 Mann den Schützengraben verlassen und sich den Engländern ergeben. Natürlich wurde von der deutschen Gesandt schcffl nach Prüfung der Sachlage ein Dementi erlassen und die eng lische Gesandtschaft der Lüge überführt. Diesen Vorfall benützt ein Teil der Presse, um sich in heftigen ÄulS'sällen gegen die englische Gesandtschaft zu ergehen, die derartige Nachrichten zur Verbreitung ffringt, aber nicht der: Mut findet, die Verantwortung zu über- rnehnven. Es sei gut zu wissen, daß die englische Gesandtschaft, eine offizielle Einrichtung des englischm Staates, Communigues her ousgibt, die nicht offiziell sind und daher den von Reporter nochrichten haben. Hieran anschließend wird die englische Politik scharf kritisiert. Nichts sei heuchlerischer und egoistischer als diese Politik. Die (Formel, mit der England den Kampf gegen Deutsch­land begonnen habeDer Schutz der kleinen Völker" sei ein wahrer Zynismus, denn es gäbe keinen kleinen Staat in Europa, der nicht unter den brutalen Schlägen Englands gelitten habe. England sei auch Schuld, daß Rumänien 1878 Bessarabien verloren habe. Die Engländer hätten stets bewiesen, daß sie Meister in Jntriguen und Verleumdungen seien. Alles, was gegenivärtig in England über die Deutschen gesagt mtb geschrieben werde, entspringe dem ge­hässigen Wünsch, dieses Land und Volk in den Angen der Welt an­zuschwärzen. Die Beschlüsse der Pariser wirtschaftlickien Konferenz werden als der letzte Versuch dargesteltt, auf künstlichem Wege eine wirffchaftliche englische Vorherrschaft aufrecht zu erhalten, die nicht Mehr besteht.

Das Gerücht, daß der Vierverband erklärt habe, er werde den Verkauf der Ernte an die Zentralmächte als einen feindseligen Akt ansehen und demgemäß Vorgehen, bringt eine neue Idee betreffs des englischen Aushungerungsplanes hervor. Es lvird ein solcher Plan als naiv erklärt, da ja die Zentralmächte mit den Einwohnern der besetzten feindlichen Gebiete 38 Millionen Geißeln in den Hän- deri hätten, welche natürlich bei eintretender Not zuerst hungern Müßten.

Im Übrigen ist es sicher, daß die Regierung dem Verkauf und der Tusmhr der Ernte keine Schwierigkeiten bereiten wird. Neuer­dings wurde auch die ^Freilassung der Gerste zur Ausfuhr be­schlossen.

Ein kleiner rumänisch-italienischer Streit zieht seine Kreise. Ein neapolitanisches Blatt, dasResto del Carlrno" äußerte sich kürzlich rn höchst abfälliger Weise über Rumänien, sein Volk, seine Sprache usw. Tre rumänische Mfuhc ist höchst drasttsch, denn in dürren Worten wird erklärt, daß Rumänien wohl nahe daran ge­wesen ser, dem Beispiel dergroßen Schwester" zu folgen, daß das Land sich aber noch rechtzerttg auf seine Pflichten besonneii hätte, derm es habe einen König,der nicht lügt". 'Bei dieser OKlegen- heit zeigt sich auch der dem Rumänen eigene Humor, indem übep den Antrag des italienischen Kammerpräsidenten, den: König Victor Emanuel den TitelDer Siegreiche" zu verleihen, unter dem Titel Victor der. Siegreiche" der italienische König in ge- lun genster Weffe verspottet wird. Ter diirch Verordnung des Ministers des Innern Mortzun cingeführte brüte fleischlose Tag m der Woche wird unter der UeberschriftDie Fastenzeit des heiligen Mortzun" veröffentlicht. Der Namenstag des bekannten deutschfreundlichen Politikers Peter Carp wird von den Blättern aller Richtungen benutzt, diesemgroßen ehrlichen Manne" ein! Loblied zu singen, was beweist, welcher großen Popularität sich dic,cr angesehenste Politiker Rumäniens selbst bei seinen politischen Gegnern erfreut.

.Hebet die Bemühungen des Vierverbandes zu sprechen, hat wenig Wert, da diesen ja die Bemühungen der Z-entratmächte gegenuberstehen. Je nach der Partejrichtnng werden die verschieden sten Behauptungen ausgestellt, welche jedoch sämtlich nicht kon trollierbar sind, da solche Verhandlungen naturgemäß sehr diskret sind und wohl kaum von den betreffenden Staatsmännern der Presse mitgeteilt werden. Soviel scheint jedoch festzustehen, daß me Regierung nicht daran denkt, vor völliger Einbringung der Ernte irgend einen Schnitt zu tun.

Einen sehr unangenehmen Eindruck macht das Vorgehen des Generals Sarrail gegen die 12 griechischen Offiziere, welche be­kanntlich eine veniselistische Zeitung ankrakehlt hatten. Dieses Vor gehen wirddie unwürdige Tat" des Generals Sarvait genanitt und scharf betadelt. Gleichzeitig wird an die Tage der russischen Protektion in Rumänien erinnert. Die allgemeine Offensive der Entente wird recht krittsch beleuchtet und abgesehen von den Rubelblättern mit der größten Skepsis besprochen. Allgemein ist die Ansicht, daß es sich um die letzte große Anstrengung des Vierverbandes hairdele, von der man den erwarteten Frieden er­gosst. Dieser Friede werde jedoch liicht im Sinne der Entente, sondern ein deutscher Frieden sein, selbst, wenn es dm Franzosen gelingen sollte, ihre besetzten Gebiete wieder zurück zu erobern und wenn Rußland Polen wieder erhalte. Politisch werde Zen- tral-EuroPa wahrscheinlich nicht zustande kommen, wirtschaftlich iedoch sicher. Auch Rumänien trage der Erkenntnis der neuem Ordnung Rechnung, indem es sich langsam, langsam den Zentral machten nähere. Ter kürzlich abgeschlossene rumänisch-österrei- chftch-ungarische Handelsvertrag, über den, wahrscheinlich mit Absicht, vollkommene Stille herrsche, sei auch ein Pfosten für den Aufbau des deutschen Friedens.

vie eisernen Gedenkstücke.

Berlin, 4. August. (Amtlich.) Um den eisernen Ge denkstücken, die die Reichsbank künftig neben dem Geldersatz des Wertes den Ablieferern goldener Schmuck- und Ge brauchsgegenstände gewähren wird, ihren idealen Wert zu erhalten und sie als bleibendes Erinnerungszeichen vor Ent­wertung durch Nachahmung und Handel zu schützen, hat der Bnndesrat am 3. August 1916 eine besondere Verordnung erlassen. Die Verordnung verbietet grundsätzlich jede Ver­vielfältigung und Nachbildung, auch dann, wenn -die Nach­bildung Abweichungen von dem Vorbild aufweist, sofern ungeachtet dieser Abweichungen die Gefahr einer Ver Wechslung vorliegt. Weiter wird auch die Nachbildung zum eigenen Gebrauch, oder auch nur in einem Stück, oder auch unter Benutzüng eines anderen Stoffes als Eisen oder eines anderen Verfahrens, anderer Abmessungen und an­derer Farben verboten. Gestattet bleibt die Wiedergabe der eisernen Gedenkstücke im Wege der Abbildung; diese Ab­bildung darf jedoch nicht zur Warenausstattung benutzt werden. Dieses Verbot gilt auch für die Sinnsprüche, mit denen die Gedenkstücke versehen werben. Der Handel mit solchen Gedenkstücken wird, um sie als persönliche Er­innerungen dem Einlieferer von Goldsachen und seiner Fannlie %xl erhalten, völlig ausgeschlossen, ebenso jede vechts- geschäftliche Verfügung außer zugunsten von Familien­angehörigen oder für den Todesfall. Zuwiderhandlungen werden rnit Gefängnis und mit Geld- oder nrit einer dieser Strafen geahndet.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 5. August 1916.

** Preise fürFrühkartoffeln. Wie man all­gemein hört, werden Frühkartoffeln zurzeit im Ueberfluß in den Verkehr gebracht. Dieses Mehrangebot über den lau­fenden Bedarf wird wohl darauf zurückzuführen sein, daß beim Aufkauf durch die Kommunalverbände den Kartoffel­erzeugern der Höchstpreis zugesichert wird, was zum Anreiz führt, die Kartoffeln möglichst bald zu günstigen Preisen zu verkaufen. Hierdurch entsteht aber die Gefahr, daß die über das Bedürfnis angebotenen Kartoffeln leicht verderben und daß späterhin ein Mangel zu befürchten ist. Um einer Ver­legenheit in dieser Richtung zu begegnen, muß dazu über­gegangen werden, beim Ankaufsgeschäft die tatsächliche Marktlage zu berücksichtigen und nur einen dem Angebot entsprechenden Preis zu zahlen. Die von den Kommunalver- bänden mit dem Ankauf betrauten Kommissionäre und Händler sind dahin angewiesen worden, die Kartoffeln so weit imter dein Höchstpreis zu kaufen, wie es dem Angebot entspricht, selbst wenn vorübergehend der Preis auf die Hälfte« oder weniger des Höchstpreises heruntergehen sollte, dttrr dadurch kann dem unvernünftigen Ausroden der Kar­toffeln wirksam begegnet und einer Knappheit für die Zukunft vorgebeugt werdeii. Ist in Kürze die Marktlage wieder so, daß weniger Kartoffeln zum Kauf angeboten werden, so werden die Preise von den bestellten Kommissio­nären und Aufkäuse-rn wieder heraufgesetzt werden müssen, um die zur Deckung des Bedarfs erforderlichen Men.gen hereinzubekommen.

** Selbstvers orgu ng von Fleisch und Fett. Durch Erlaß der zuständigen preußischen Ministerien vom 28. Juni 1916 ist für Preußen festgelegt worden, daß auf die für den eigeiien Be­darf gemästeten Schweine bei Aufbringung des Bedarfs für Heer, Marine und Zivilbevölkerung nicht zurückgegriffen werden soll. Dadurch ist vielen Haushaltungen die Möglichkeit gegeben, selbst ür ihren Fleischbedarf zu sorgen, sich fti der Fleischversorgung unabhängig zu machen und bezüglich ihres eigenen Bedarfs den großen Markt zu entlasten. Bei der großen Bedeutung der haus- wirtschaftlichen Selbstversorgung kann nicht dringend genug ans die Auf stall mg von Ferkeln oder Läuferschweinen zur Selbstmast hingewieseii werden, zumal die Ferkelpreise augeilblicklich verhält- nismäßig niedrig sind und durch die ausgiebige Verwendung von Gemüse im Haushalte nicht unbeträchtlickie Abfälle gewonnen wer­den, die sich vorzüglich zu Schweinefutter eignen. Das Mr Mast nötige Futter soll in der Hauptsache aus Küchen abf Men genommen werdeii. Jede Familie hat einen größeren Bekanntenkreis, dev die Hanshaltsabfälle nicht selbst verwerten wird. Gegen Juans- ichtstellung einer Wurst oder eines Stückes Fleisch werden diese Familien gerne bereit sein, ihre Mfälle für den gedachten Zweck Mr Verfügung zu stellen, wich Wmtten die ylbfällc von Gasthäusern, Kantinenbetrieben usw. gepachtet werden. Das dann iwch übrig bleibende wenige notwendige Kraftfutter, Schrot, Kleie. Futter- niehl usw. können die Kviwnrimen anweisen. Wo es auaänchg ist könnten sich auch zwei oder mehrere Familien zur Mast eines Schlwefties zusammentun und nachher gemeinschaftlich Machten Wer also irgendwie die Möglichkeit hat. ein Magerschwein anfzu- fallen, besrnne sich nickst lange, er erweist sich selbst den bestem Dienst und entlastet den allgemeinen Fleischmarckt.

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** Sechs wichtige Regeln für die heiße Zeit. Das Zimmer kühl halten! Fleißig lüften! Fußboden

feucht halten! Bei Tage Vorhänge lund Laden, zu! Bei Nacht Fenster often! Das Kind muß das kühlste. Plättchen haben. Ein über das Bett ausgebreiteter leichter Schleier verhütet, daß Fliegcn >tramh?iten auf das Kind übertragen und daß es Schnaken stechen, ai a 5 ^ N d kühl halten! Leichte .Kleidung und leichtes

VettMrg (auch im Freien)! Nur keine Federbetten!' Bei großer Hitze kann das Kind auch nackt liegen. Täglich wenn irgend mög- l ich lauwarm badeii oder wenigstens lauwarm abwaschen. 3. B r u st- i, n r,-- e J Ur iderstehen de r Hitze am besten. Unter keinen Umjlanden darf xetzt abgeslillt werden. 4. Größte Vorsicht ftr der ^ l a ei 11 ! 9 - nidjt/überfüttern! Gegen den Durst gebe man uaw ^odar) löffelweise dünnen lauwarmen Tee (Fen-cheltee. o' r 1 : . oder Ziegenmilch muß frisch sein, beim Bezug sofort c-0"uuten gekocht und gleich wieder gut gekühlt werden. Tie Mrlch muß immer kalt stehen! (Kühltopf oder Kühlkiste). 6. Jedes Flasche ernährte Kind Muß ärztlich überwacht werden! der Beratungsstellen der Gr. Zentrale für Mutter- und Säug- liiigSfurivrge erhält jede Mutter und Pflegemutter unentgeltlich ärztlichen Rat und Auskunft. Bei der geringsten Gesundheits-- storung muß das Kind so rasch als möglich zum Arzt.

^ * Warnung vor schwindelhaften Angeboten.

Frische E r e r, nur an Verbraucher, ä Schock 11 Mark gegen Voreinsendung an Herm. Lange. Dömitz. Meckt.-Schw., Berliner Hof. ^.refe Anzeige war vor kurzem in verschiÄwnen mittÄ- deutschen Zeitungen zu lesen. Die Besteller, die unvorsichtig genug waren, auf das verlockende Angebot das Geld cinzusenden, erhielten weder Eier noch bekamen sie daS Geld zurück. Lange ist ein L>chimnüler. der bald her, bald dott, stets unter anderem Namen auf dreze Werse dre herrschende Notlage auszubeuten sucbt. Bald prnst er Erer, bald Butter, bald Speck, bald Wurst an. Nie läßt er nrehr etwas von sich hören, sobald er das Geld eingesteckt hat Wie Lange, so macht es eine große Anzahl von Kriegsschoindlern. Mehr denn je verdient in der Gegenwart die Mahnung verbreitet zu werden: An unbekannte Personen oder Firmen sende nie im voraus Geld ein, mögen die Firmen noch so wohl lauten und die Angebote noch so günsffg scheinen! Erst erkundige dich über den Ruf der Anbietenden? Auch! bewahre diegrößteVorsicht bei dem Eingang von Nachnahmesendungen! Unbestellte Nachnahmen löse nie ein! Laß dich überhaupt nur dann auf Nach­nahmesendungen ein, wenn du weißt, daß der Absender volles Vertrauen verdient!

** Tie Zigarre als Seifensparer. Aus dem Leser­kreise ward uns geschrieben: Bei der jetzigen Seifenknappheit, welche dre Anpreisung so vieler teils brauchbarer, teils weniger empfehlens­werter Ersatzstoffe veranlaßt, möchte ich auf ein ganz einfaches und >chr billiges Handwaschpulver Hinweisen, das seither wenig bekannt und^ unbeachtet blieb, mir aber schon seit Jahren gute Dienste geleistet hat. Die Zigarrenasche enthält ungefähr 20",o Roh­pottasche, einen im Haushalt bekannten Putz- und Rernigungsstoff. Wenn man die angefeaichteten Hände mft der Zigarrenasche reibt, nimmt dre m Wasser leicht lösliche Pottasche Schweiß imd Fett- schmntz auf. während die^ nicht löslichen Ascheteilchen rnechanisch reinigen. Tie ^Zigarrenasche ist somit als Handwaschpulver ein vorzügliches Seifen-Spar- und Ersatzmittel, welches den Vorzug hat, recht billig zu fern, selbst wenn es von den teriersten Zigarren stammt.

** Reisen nach der Schweiz und Oesterreich-Un- ga rn. Mf die am 1. August 1916 in Kraft tretenden kreuen Be- stinrmUngen der Kaiserlichen Paßverordnung vom 21 Julr 1916 wird erneut aufmerksam gemacht. Von diesem Tage ab ist außer dem ordnungsmäßigen Reisepaß rroch ein besonderer Sicht­vermerk für jede einzelne Reise nacb dem Ausland er- orderlich. Der Antrag ist bei dem zuständigen Landrats- oder Kreisamt oder bei der Mständigen Polizeidrrektion zu stellen, die weitere Auskunft erteilen. Das Stellvertre-tende Generalkom­mando des 18. Armeekorps weist darauf hn, daß deutsche Reichs- angehörige welche die Grenze^ nach> O e st e r r e i ch-U n g a r n über­schreiten wollen, für den vorschriftsmäßigen deuffchen Reisepaß drs Visum einer österreichisch-ungarischen konsularr- 'chen Behörde vorher ernzuholcn haben.

** Frachtfreiheit der Wanderausstellung für S ä u g l i n g s f ü r s o r g e. Der preußische Eisenbahnminister Iwt ungeordnet, daß die Gegenstände, die auf der vom Vaterländisckxm Frauenverein für die Zwecke der .Kriegswohlsahrtspffege gesckxrffe- nen Wanderausstellung für Sänglingsft'irsorae ausgestellt werden, auf den Merrßisch-hessischen Eisenbahnen frachtfrei zu befördern snrd. Für die Beförderung der Aiisstcllungsgüter wird jedesmal ein ge­schlossener Güterwagen zur Verfügung gesteNt werden.

** Das heutige Kr eis bla tt enthält folgende Bekannt­machungen. 1. lieber Wahlen nach dem Gewerbegerichtsgesttz und d"m Gesete betreffend Kau fma nne ge richte. 2. Betreffend Äen- derung der .Bekanntmachung über das Verbot der Verioendung von pftanzlichen und tierischen Oelen imd Fetten zu technischen Zwecken. 3. Ueber Verarbeitung von Nachprodukten der :3ucker- sabrikatton imd von Melasse. 4. Betreffend die über die Reichs­grenze mitzunehmenden Schriften und Drucksachen und 5. betreffend Futter für Zuchtsauerr und Ferkel.

Kreis Alsfeld.

02 . U d e n h a u s e n , 5. Aug. Dem Fahrer ^ohairnes Rausch von Udenhausen im Fuß-Art.-Regiment Nr. 3 wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verlieheir.

Kreis Lauterbach.

M. Laute rbach, 5. August. Die K ornrente hat nun auch in ber hiesigen Gegend ihren Anfang genommen. Im allge- memen ist man mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Werm astcki einzelne iStticke durch Unkraut, lwuptsächlich Bogelnücken. stark überwuchert waren und die Aehren nicht zur vollei^Entimckluilg kameii, verschwindet dieser Körneraussall gegen den anderen ganz vorMglicken Ertrag. Die Sommerfrucht, die sich durch die feuchte Witterung sehr erholen konnte, scheint die Winterfrucht in ihrem Ertragnis noch übertreffen zu wollcm. In der hiesigen Bleck- warenfabrrk tourdeii einem hiesigen Schreinermeister an der Stanz. Maschine drei Finger abgegnetscht.

Kreis Schotten.

Aus dem Kreise Schotten, 3. Augnst. An den ge- Gegenden sowohl als auch in den Tälerri beginnt man aUmalwich, nachdem das Heu gemacht ist, mit dom Roggen- schnrtt. In einigeir Gemeindeir wird sogar die Gerste vor dem Korn abgenracht. Ueberall blüht jetzt der Sommerraps, der. durch das warme Wetter sehr gilt gewachseir ist. Die Früchte des Winter- sann'iis werden gediDschen. Mancher Landwirt l>at einen guten zu verzeichnen. 57 Zentner' reiner Rapssamen sind keine Selteiiheit.

Kreis Fricdbcrg.

Q. Bad-Nauheim, 5. August. In der gestrigen Stadt- v e r o rd n e t e rr v a r s a m m l u n g ivurde folgendes beschlossen: Für Herstellung eftres Aktenraums im Keller ^ Grvßb Amts. aerichds werden 1600 Mk. bewilligt. Der Betrag wird dem Ban- kapital Mgeschnebeii und rnuß entsprechend venzinst tverden.

Tie Bersamnilnng sieht sich gezipungen, den in der vorigen Sitzunc benrilligteii Kredit vorr 30(1 Mt. zur Bejchassnng rwn 'Fr-uenvehi schlauchen um 154 Mk. zu erhöhen, da das Material für Säilai.cke

irr letzter Zeit in nicht iwrtmSznseh<mder Weise im Bnüse