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gitngen enthätt. Daneben erscheint seit Anfang Juli auch eine „Deutsche Jntermertenzeitung", die an jedes Internierungslager in mehreren Exemplaren umsonst geliefert wird. Dieses kleine Blatt tarnt gt ( die Internierten, die ja in ganz verschiedenen Teilen der Schweiz untergebracht sind, in Fühlung miteinander und hält sie über die wichtigeren Ereignisse in den verschiedenen Jnterniermtgs- orten auf dem Lausenden. Die Jnterniertenzeitung gibt auch Auskunft über die allmählich geschaffenen Möglichkeiten beruflicher Betätigung, insbesondere Unterrichtskurse und Einrichtung von Werkstätten. Die neueren Nummern enthalten auch kleine Beiträge schildernder und poetischer Aut von den Internierten. Die Nummern der Jnterniertenzeitung werden manchen Sammler interessieren^ Nichtinternierte können die Zeitschrift, 12 .Hefte, zum Preis von 4 Francs beziehen. Die Zeitung soll später wöchentlich erscheine. Geldbeiträge, die ihr zufließen, werden zum Besten der Gefangenenhilfe verwendet. Für die Angehörigen von Jnterniertenaus Gießen und Umgebung und das übrige Publikum hat der Bezirksausschuß für vermißte und kriegsgefangene Deutsche hier je ein Exemplar der Zeitung in der Lesehalle des Lesehallenvereins am Selterstor sowie in der Universitätsbibliothek ausgelegt.
** ©in Wetturnen deS Gaues Hessen findet am 3. September, vormittags 9 Uhr, auf der Rennbahn an der Hardt statt.
** P ferdever strigerAng. Santstag, den 2. September 1916, vormittags llft /2 Uhr, kommen aus dem 5)ose des Jagdschlosses Kranichstein 49 aus Belgien überwiesene lriegSunbrai'chbare Militärpferde zur Versteigerung. An der Versteigerung können Nur hessische Landwirte teilnehmen. Tie Versteigerung erfolgt gegen Barzahü. :g. Die näheren Berkauss- bedinMn-gen werden vor Beginn der Versteigerung bekannt gegeben.
** Anläßlich der bevorstehenden Jagdzeit wird die Verordnung des Stellvertretenden Generalkommandos vom 1. Juli 191b betr, den Verkauf von Waffen und Munition aüen Beteiligten in Erinnerung gebracht und besonders darauf hingeunesen, daß die iy Absatz 3 der Verordnung erwähnte schritt- Kche Genehmigungserklärung der Ortspolizeibehörde zum Ankauf von Waffen und Munition nicht durch einen Jagdschein ersetzt wird, sondern neben diesem beigebracht werden muß^
** Leder-Verteilung. Nach Mitteilung der Handwerkskammer zu Darmstadt beträgt die bei der ersten Verteilung entfallende Menge des freigegebenen Leders 1,8 kg für jeden Arbeiter. Voraussichtlich anfangs September wird eine weitere Verteilmtg stattfinden, sofern der Kontrollstelle wieder eine genügende Menge Bodenleder zur Verfügung steht.
** Das Kreisblatt der vorliegenden Nummer enthält Bekanntmachungen, betr. den Obsthandel, den Hafer aus der Ernte 1916, die Lieferung von Milch an die Molkereien, dre Gerste aus der Ernte 1916, sowie den Nachtrag zur Friedhossordnung der Gemeinde Münster.
** Eicheln und Kastanien. Die Bezugsvereinigung der . Deutschen Landwirte in Berlin weist auf ihr alleiniges Ankaufs- : recht für Eicheln und Kastanien hin und macht aus die Strafbarkeit des gesetzwidrigen freien Handels, der sich sogar ans unreife Früchte erstreckt, nachdrücklich aufmerksam. Die Sammelstellen der Bezugs- Vereinigung toecbcn demnächst öffentlich bekamttgegeben. Da die ^^4nein nützliches Viehst itter und die Kastanien neben den Futterwerten ein gutes Speiseöl liefern, wird dringend gebeten, a!ur Zeit der Reife eine allgemeine Sammeltätigkeit im ganzen Reiche Ar entfalten und Früchtesamnrelstellen einzuführen.
! Landkreis Gießen.
•• Birklar, .36. Aug. Pionier Wilh. Link von hier wurde -mit der Hessischen Tapferkeilsmedaille ausgezeichnet.
8 .8. Großeu-Buseck, 31. Aug. Gefreiter KlooS von ^ hier, beim Res.-Rgt. 223, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Er i steht schon seit Mai 1915 bei diesem Regiment.
8 .?. L i ch, 30. Aug. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt Vizefeldwebel d. Res. Dipl.-Ing. Ehr. Werner von hier.
8 .8. Ober-Bessingen, 30. Ang. Dem Maschinengewehrschützen Ernst Rinker, der bereits Inhaber der Tapserkeits- medatlle war, ist das Eiserne Kreuz verliehen worden.
** Ober-Bessingen, 30. August. Schon in der Erbsenernte ntnfrfien verschiedene Bürger einen großen Teil ihrer Ernte an Diebeshände abtreten. Jetzt müssen sich Bohnen, Gurken »und Zwiebeln, dem gleichen Schicksale fügen, und werden in unserer Gemcrckung in Massen gestohlen. Es wäre sehr am Platze, wenn diesen Dieben etwas mehr ans die Finger gesehen würde. — 'Musketier Wilhelm Nachtigall von hier, der in der 4. Komp, des Ins.-Regt. 129 diente, gilt seit dem 7. Ajngnst als vermißt. Bon der Kompagnie tvurde mit geteilt, daß er verwundet und höchstwahrscheinlich in Gefangenschaft geraten sei.
Kreis Alsfeld.
0. Z. Bernsfeld, 30. Aug. Dem Kriegsfreiwilligen Gefreiter Gustav B a s s e l l i im Husaren-Schützen-Regiment 1 wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen, nachoem er schon im ^August 1915 mit mm Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde.
up. Ruppertenrod, 36. Aug. Hart heimgesucht wird die .Familie des Johann Preiß hier. Der älteste Sohn wurde gleich bei Beginn des Krieges als vermißt in den Vogesen gemeldet. Der zweite Sohn hat jetzt im Westen den Heldentod erlitten. Beide Söhne wohnten in Frankfurt a. M. Der dritte Sohn ist schwer verwundet und der vierte Sohn ist kürzlich ins iFeld gerückt. Der Schwiegersohn liegt hart erkrankt im Lazarett.
up- Vom unteren Vogels berg, 30. August. Von einer .-sehr guten Brombeerernte wird berichtet, gerade wie von einer -Iolchen dm Himbeevernte. Das trifft aber ebensowenig für die serstere zu, wie für die letztere es gewesen. Nasse Jahrgänge sind -kerne Jahrgänge für reiche Beerenergebnisse. So hängen auch die Brombeeren in unseren Gegenden mäßig. Umso reicheren Behang , zeigen die Hollunderbeeren. Die geben umso besseren Ersatz, als sie viel weniger oder gar keinen Zucker zu ihrer Verwertung brauchen, .und das fällt bei der Zuckerknappheit wohl ins Gewicht. Nnr ist .-die Verwendung der Hollunderbeere nicht so verallgemeinert wie -die der anderen Arten.
np. Aus demOhmtal, 30. Aug. Nach dem tmgewöhnlich , reichen Apfelsegeu des vorigen Jahres ist es eine natürliche Folge, 'daß eine mindervolle Apfelernte folgt. Die Apfelbäume an .der Ohmtalstraße Ober-Ohmen—Ruppertenrod—Mücke, sind aber , teilweise doch gut behängen. Allein alle Früchte zeiget! eine ausfallende Unvollkommenheit, wie sie voriges Jahr nicht vorkam. ■%it Aepfel sind vjel kleiner als gewöhnlich, gründig, verhutzelt. Einen richtig ausgewachsenen, vollkommenen Apfel findet man nicht. Das Obst ist nicht erstklassig. Das muß eigentlich als ausfällig erscheinen, da es doch an Niederschlägen in diesem Jahre keinesfalls mangelt.
Kreis Schotten.
— Schotten, 31. August. Seitdem die Heuernte beendigt ist, wird ummterbrochen tagtäglich auf dem hiesigen Bahnhose He u eingeladen. Nicht selten stehen bis acht Eisenbahnwag eit beladen am Abend auf beu Einladegleisen, und bis 20 Heuwagen beladen eine lange Reihe bis zur Stadt hinein. Aus allen Ortschaften der Umgebung bringen die Landwirte das überflüssige Heu zunt Verkauf., Der Zentner gutes Heu 'wurde anfänglich mit 4 Mark, dann mit 3,50 Viark und 3 Mark, bezahlt. Der. Hauptgrund paß der Landwirt seinen Uebecschuß an .Heu verkauft, besteht'darin,'daß er in seiner Scheune Platz machen muß für die nun ball/ein- Msahoende Frucht. Tatsächlich ist es mehrfach vorgctbmmen, daß Landwirte das Heugras nicht aus allen Wiesen abmähen konnten da es am Aufbewahrungsort mangelte. Solche Wieselt ltaben als treffliche Weideplätze ft'ir das Vieh gedient.
O b e r - S e i b e r t e n r 0 b , ‘ 31. Aug. Nach den letzten heißen Kämpfen wurde dein Ersatzreservisten Wilh. S ch m i r m u n d im Jns.-Rgt. 186 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verlieben. — Unser Bürgermeister, Landtturmmann Rühl, der bei einer Munition?', kolonne stand, zurzeit sich beim Art -Rat. 25 (Darmstadt) befindet wurde mit der Hessischen Tavferkeitsmedmlle ausgezeichnet.
?= 'Akrs dem oberen Bo Oelsberg, 31. Aug. Endlich bricht auch für den Vogelsberg die Zeit der Ern t e an. An einzelnen günstig gelegenen Orlichaston hat man bereits das Korn geschnitten. Hier und da beguutt auch die Gerste sich zu färben, so
daß sie rwch 3—4 warmen, sonnigen Argen zur Reife gelangt ^ ^ irr Abmachen des Weizens und Hafers farm noch nicht
güjoct werden, da der Hafer überall, selbst auch aus dürren Berg- gepseln, m»ch vollständig grün ist. Vermuten könnte inan, daß er rcoa) wachj>an wolle. Allerdings rührt die diesjährige spätere Ernte, nur von der bisher ungünstigen Witterung her. Kein Tag t att .dem nicht der Himmel seine Schleusten geöff-
Ohitehin schon leid-en die gebirgigeu Gegenden an grö- Nrederschlagsmengett als die Ebenen. Meine sonst unscheiu- oare Bqche waren stets in reißende Flüsse verwandelt. Trotzalle- sich der Vogelsiberger nicht irre machen, denn er weiß, c? • A^upternte der Frucht nicht im Monat August, sorrdern erst int September ein gebracht wird. Das Korn hat unter den Hagelkörnern etwas gelitten, es liegt vielfach wie gewalzt auf dem Boden. Viel anders und weit günstiger steht es mit bent Weizen jojmc mit der Sommerfrucht. Gerste mkd Hafer haben durchweg die Länge des Kornes. Will ntan den vorläufigen Körnerertrag beurteilen, so wird man sich nickst verschätzen und vergeben, wenn man ihn neben manchen CLtrag der Wietterau stellt. Manchen! Landmann sieht man staunend und denkend vor seinem Acker stehen, indem er sich ausrechnet, wo er nur in diesem Jahre die; Garben alle unterbringen will. Tatsächlich reicht vielen Landwirten nicht der Platz in der Scheune. Fast sämtliche Gemeinden/ des Vogelsberges waren im Vorjahre schlecht mst Stroh versehen. In diesem Jahre ist nicht! nur genug Stroh da, es bleibt sogar noch ein ansehnlicher Ueberschnß. — Die Spätkartoffeln zeigen bis jetzt einen guten Stand; man rechnet manchenorts annähernd mit der gleichen Ernte des Vorjahres. Frühkartoffeln werden kaum an gebaut.
Kreis Friedberg.
--- Fried berg, 30.Aug. Der Tiamautschleifer Wilhelm H il d mis Bruchköbel wurde unter der Friedberger Eisenbahnbrücke bei Hanau von dem geisteskranken Diamantschleifer Keudel überfallen und n i e d e r ge s ch 0 s s e n. Die Erschösse fügten dem Hild schwere Lungen- und Beinverletzungen zu, so daß er dem Hanauer Landkrankenhaus zugesührt werden mußte. Keudel kam ebenfalls in das Krankenhaus zur Beobachtung seines Geisteszustandes.
oa. Friedberg, 29. Aug. Das Großherzogliche Kreisamt warnt davor, daS unreife Obst ab zu machen. Die Schuljugend wird gervarnt, Obstdiebstähle und Baumfrevel zu begehen, da dieses jetzt ganz besonders streng bestraft werden wird. Die Aberntuug darf nicht der Willkür des Besitzers überlassen bleiben, sondern soll unter Aufficht der -Ortspolizeibehörde erfolgen. Die Obsternte muß geschont werden. — Die Hessisck)e Tapserkcitsmedailte erhielt der Kandidat der Theologie Schäfer, das Eiserne Kreuz erster Klasse der Leutnant der Reserve Habbel.
— Bad-Nauheim, 31. Ang. Im nordöstlichen Taunus richtete, ein Unwetter, das von schwerem Hagelschlag begleitet war, schweren Sck>aden an. Ganz besonders arg hauste das Wetter im Weiltal, in den Gemarkungen Rohnstadt, Wolsenhausen und Latchuseschbach. Hier schlugen die Hagelkörner die noch stehenden Hafer- und Gerstenfelder zunichte, auch die Hackfrüchte litten böse. Die Mte Obsternte wurde größtenteils herabgeschlagen. In Laubuseschbach zerstörte das Wetter viele Fensterscheiben und richtete auch an den Gebäuden mancherlei Unheil an.
0. A. Ockstadt, 30. Aug. Dem Musketier Johann H e n r i tz i, im Jns.-Rgt. 168, 6. Kompagnie, ivtlrde die Hessische Tapserkeits- medaille verliehen.
—'Llu s d e r.W e t t era u , 31. Ang. Die Frühzwetschen werden gegenwärtig abgeerntet. Da die Bäume gut behängen/ sind und die Händler gute Preise befahlen, ist es für manckxl Bauersleute eine gute Einnahnle. Die Spätzwetsck>en liefern einen Ertrag, wie seit Jahren nicht. Während die vorigiährige Zwetschen- ernte gleich Null war, weil es in die Blüten regnete, steht dieses, Jahr eine jehr gute Ernte in Aussicht. Ueberall mußten die Bäume ^gestützt und gebunden werden. Begünstigt durch die feuchte Witterung des Vorsommers haben sich die Frt'ichte sel-r gut entwickelt. Es sind keine Früchte heruutergesallen, wie es in trockenen JalTren der Fall war. Bereits hat der Bauersmann fürs Honigkochen Vorsorge getroffen und für die abgegebenen Kupferkessel Ersatz an geschafft. Was die Aepselernte anbetrifft, so sbeht sie weit 'hinter der des Vorjahves zurück. Nur in einzelnen Lagen und auch-da strichweise ist der Ertrag einigermaßen und auch da sind es wieder einzelne Sorten, wie Schasnase, Winter-Goldparmäne, Gelber Richard, Roter Eiserapftl und Herrnavsel. Die Birnenernte fällt unter Mittel aus. Bessere Dorten zeigen geringen Verhäng, während die Wirtschaftsbirnen teilweise sehr guten Ertrag ab geben.
Starkenburg und Rheinhessen.
--- Worms, 30. 2luq.' Ans Anlaß seines Silbernen Hoch- zeitssestes stellte Geheimer Kommerzienrat Fritz Doerr dem hiesigen Roten Kreuz 3009 Mk. und der „Hassia"-WormS zum besten notleidender Feldzugsteilnehmer 1006 Mk. zur Verfügung.
Kreis Wetzlar.
wo. Wetzlar, 29. Aug. Mt dem Eisernen .Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet wurden: Unteroffizi-er Karl Ludwig, Fuß- Llrtillerie-Bataillon 42, aus Großrechtenbach, Pionier Franz Kurz, Pionier-Bataillon 21, aus Brrunfels. Mit der hessischen Tapferftitsmedaille ausgezeichnet wurden: Reservist Heinrich
Matteru, Infanterie-Regiment 168, 12. Kompagnie, aus Dorlar. Er wird vermißt. Gefreiter Heinrich Hild, Reserve-Infanterie- Regiment 118, aus Katzenfurt.
W. A Wetzlar, 30. Aug. Ein schweres Gewitter mit starken Regensällen ging gestern abend über die Stadt und ihre nähere und fernere Umgebung nieder. Auch Hagel scheint dabei gewesen zu sein. Leider hört man, daß das Obst mancherorts gelitten hat. So sind int Dilltal ältere Bäume umgeworfen und Aeste abgerissen worden, auch Früchte in größerer Anzahl abgefallen.
W. A. Wetzlar, 30. Ang. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurden: Leutnant Regierungslandmeffer W i r tz .
Gefreiter Gottlieb Barth, Res.-Jns.-Rgt. 46, Kanonier Ernst Vogt. Landw.-Fnß-Art.-Batt. 8, sämtlich aus Wetzlar. — Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt Reservist Wilh. Kuntzsch, Jns.-Rgt. 116, aus Wetzlar.
W. A. Aßlar, 30. Aug. Der Obergefreite Schaub von hier, Fuß-Art.-Batt. 603, erhielt das Eiserne Kreuz.
Hessen-Nassau.
ff M a r b u r g, 30. Aug. Aus südwestlicher Richtung kommend entluden sich gestern abend über -der hiesigen Gegend schwereGe- Witter, welche mit starken Regengüssen und heftigem Sturnr verbünden waren. In Heskem im Ebsdorfer Grund schlug der Blitz in das Gehöfte des Landwirts Balthasar Steinhaus, wobei ein Wirtschaftsgebäude im Werte von 5000 Mt. inFlammenauf- ging. In der Nähe von Dagobertshausen brachen 14 1 Schafe ans einem Pferch und rannten davon. Bis heute nachmittag war über ihren Verbleib noch' nichts bekannt.
ff Marburg, 30. Aug. Der Magistrat liat jetzt eine Verordnung erlassen, nach welcl>er das den Bäckern uttd Konditoren gelieferte Mehl nur noch zum Backen von Brot und Zwieback benutzt werden darf. W^nn sie Küchen, Tarten und sonstige feinere Backware backen, sind sic gehalten, ein Buch zu ftihren, ans welchem ersichtlich ist, woher und zu welchem Preise und in welchen Mengen sie das Mehl hierzu erworben haben.
= Frankfurt a. M., 30. Aug. Die Stadtverordnetenversammlung faßte in ihrer gestrigen Sitzung eine Reihe wichtiger Beschlüsse. Sie stimmte einstimmtg einer Magi- stratsvorlagc zu. die eine wesentliche Erhöhung der Familiennnter- stütznngen der Kriegerangehörigen forderte. Diese Zuwendungen bestehen in Kohlen- und Kartofselgutscheinen in einem Werte von 5,50 Mk. allmonatlich für Ehefrauen. Außerdem erhaltm Kinder und sonstige Bezugsberechtigte monatlich für eine Warf Kartoffel- gnlscheine Danach erhält vom 1. Oktober ab jede El^eftau monatlich mindestens 35,50 Mk. und jedes Kind 12 Mk. Unter,Ätzung. Für die Kohlensck-eine bewilligte man 7 0 0 0 00 Mk. und für Kartoffelgutscheine 400000 Mk., zusammen 1100 000 ferner bewilligte die Sitzung für Unterstützungen aus werteren Einberufungen 100000 Mk. Wettere 5 00 00 0 Mk. genehmigte man zum Bau von Industriehallen im Osthafengeläirdc. — Gin-er Vereinbarung der Städte Frankfurt a. M., Äiassel und Wiesbaden tn Frag«r künstlerischer Wettbewerbe gab man seine ZustimMrmg. Danach
sollen Wettbewerbe auf dem! Gebiete der Mdhauerknnst, der Baukunst und des Städtebaues, die als allgemeine Wettbew rbe nicht ausgeschrieben werden sollen, di-e aber ihrer Art und Bedeutung nach über das rein örtliche Interesse hinaus gehen aus die in der ganzen Provinz Hessen-Nassau wohnhaften Künstler ausgedehnt werden. Dabei ist es zulässig bei Werken der Bildhauerkunst bis zu 20 000 Mk. und der Baukunst bis zu 100 000 Mk. Wettbewerbe auch künftig rrur uttter den iKürrftlern der drei Städte auszuschreiben, auch Notstandswettbewerbe sollen einbezogen werden. Zu den Provinz-Wettbewerben soll miitdestens ein nicht in Hessen-Nassau wohnender Sachverständiger als Preisrichter zugezogen werden. Die Vereinbarung gilt twm 1. April 1916 ab auf drei Jahre. — Für die Versorgung der Stadt mit Wlinterkartoffeln bis 1. April 1917 sind 1 600000 Zentner angemeldet worden. Für Maffenspeisurrgen sind 270 000 Zentner vorgesehen.
— Frankfurt a.M!., 30. Aug. Durch wiederholten Einbruch in das Fabrikgebäude und den Maschinenwaum der Königlichen Maschiuenbauschule wurden hier 16 mehr oder minder starke Treibriemen aus Leder in einer Gesamtlänge von 120 Metern gestohlen. Der Schaden ist recht erheblich. Von den Dieben hat Man noch keine Spur.
X Schlüchtern, 30. Aug. Der 60 Jahre alte Landwirt Johann Amon in Reutweinsdorf brachte sich an der rechten Hand eine kleine Wunde bei, die er nicht beachtete. Es trat Blutvergiftung ein, der er alsbald erlag.
— Schlüchtern, 30. Aug. Eine Win 0 h 0 se richtete in der Umgebung von Stangenroth schweren Schaden an. Auf ihrem Wege kuickte sie zahllose Obstbäume glatt ab oder entwurzelte sie. Im Gemeindemald von Burkardroth zerstörte sie einen großen Bestand sehr alter Fichten. Auch das Wahrzeichen von Stangenroth, eine rveit das Dorf überragende Pavpel, siel dem Natur- schauspiel. das in knavp sürts Minuten vorüberzog, zum Opfer.
ra. Bicken (Dlll), 29. Aug. 10. August 1912 wurde unser uraltes Kirchlein durch Blitzstrahl zerstört und nunmehr ft-nnte die neuer baute Kirche ihrer Bestimmung übergeben rverden., Es waren als Gäste erschienen Gmerulsuperintendent O hly- Wiesbadeu, Bezirkspräses Dekan Schmitt-Höchst, Professor 55a u ß t n und Kirchbaumeister H 0 f fma nn - Herborn u.a. m. Ortspsarrer Krücke legte seiner Festansprache den 84. Psalm zugrunde, Lehrer Schäfer verschönte die Feier durch wohlgeübte Chorweisen und meisterhaftes Orgelspiel.
X. Kassel, 30. Aug. Nachdem! der Kreis Stallupönen mit Ausnahme der Kreisstadt Stallupönen der einzige durch den Ruffen- etnsall zerstörte ostpreußische Kreis ist, für den eine Kriegspat«n- schast noch- nicht übernommen ist, soll hierfür der Regierungsbezirk Kassel, mit AusnalMe des Stadtkreises Kassel, welcher die Kwiegspatenschaft für die Stadt Stallupönen übernommen hat, ernrreten. Es wird für den Regierungsbezirk Kassel?ein Verein gegründet unter dem Namen „Kriegshilssberein, des Regierungsbe^iöks Kassel für deir Landkreis Stallupönen". Mitglieder des Vereins sollen die Land'kveisc des Regierungsbezirks Kassel und der Stadtkreis Hanau werden, die unter Zugrundelegung ihres Gesamterükomm'enstetversolls für die osb- pveußische Hilfsaktion zusammen 150 000 Mk. auszubringen haben.
g. Bebra, 30. Aug. Während der vergangenen Nacht überfuhr auf der Eisenbahustreckr Bebra-Kassel in der Nähe des Dorfes Lispenhausen ein Personenzug eine aus intern Pferche aus- gebrochene Schafherde. Hierbei wurden 17 Tiere getötet und eine größere Anzahl verletzt._
vermischtes.
Waldbraud in Nordontario.
Ottawa, 30. Aug. (WTB.) Meldung des Reuterscken Blireaus. Die Waldbrände in Nordontario sind durch Abbreimen. von Wald bei der Urbarmachung entstanden. Nahezu 70000 Acres Forst sind abgebrannt. 300 Menschen stnd um ge kommen. Ter Schaden an Holz und anderem Eigentum wird aus mehrere Millionen Dollars geschätzt. Das Fetier ist noch nicht überall gelöscht. _
Gerichtssaal.
= Aus dem Sp« ss-art, 30. ^Aug. Der Taglöhner Hock, der am 7. September 1915 bei Schweinheim die Dienstmagd Pauline Roth ermordete und sich brs ie&t zur Beobachtung seines! Geisteszustandes im Irren hause befand, ist für zurechnungsfähig erachtet worden. Er wird sich nunmehr am 18. September vor dem Würzburger Schwurgericht zu verantworten haben. — Auch der Taglöhner G ö p f e r t, der auf der Benediktshöhe die Privat- ftcru Christine Weiß ermordete, hat sich in dieser Schwurgerichts- periode zu verantworten. _
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienste Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freilag, den J. Sept. 1916: Wechselnd beivöttt. Mein trocken. Tagsüber etivas wärmer.
Letzte Nachrichten.
Die ersten Schüsse.
B u d a p e st, 31. Äug. Der Az-Eft-Berichterftutter Adorjan, welcher aus Bukarest im letzten Moment zurückgekehrt ist, berichtet über einen Angriff, welcher noch vor Eintritt des Kriegszustandes schon um 8V2 Uhr am Sonntag abend unter schmählicher Verletzung des ittternationalen Rechtes gegen mffeve Ängestellten im Grenzbahnhof Predeal gerichtet worden ist. Eine aus rumänischen Grenzwächtern und Finanzwächtern improvisierte Komitatschi-Bande richtete einen 2lngriff auf die ungarischen Beamten und Gendarmen und einen Kugelregen gegen die Zivckftüchttinge. Sie plündertenj dann im ungarischen Bahnhofsgebäude Personen und Zollgelasse. Nachdem aus Bukarest der Schnellzug schon am Sonntag nütp mehr nach Predeal abgelassen worden war, wurde die ungarische Bahnhofsftation in Predeal verständigt, daß am Abend ein großer Zug eintresfen werde, welck)er auch Flüchtlinge aiffnehmen könne. Der Zug blieb anßerl)alb des Bahnhofs stehen, nm dem rumänischen Gebiet nicht einmal nahe zu kommen. Die rumänischen Banden' schlichen jedoch an den Zürg und eröffueten das F«rer. Nach 8.30 Uhr wurde die ungarische Gendarmeriekaserne durch tm- mänische Grenzwächter unter Feuer genommen. Der ungarische Wachtmeister forderte die Rumänen auf, das Feuer einzusteUen. Als dies keinen Erfolg hatte, befahl er Gegenfeuer. Mt diesen Salven begann der Kamps zwischen Rumänien und Ungarn. Unter fortwäl/rendem Gewehvgeknall ging um 9.30 Uhr der letzte Zug aus Predeal ab.
Die Räumung von Kronstadt.
Bu dapest, 31. Aug. Nach den vorlicgeuden Einzelheiten über die Räumung von Kronstadt wurde diese rechtzeitig betätigt. Die flüchtende Bevölkerung konnte ihre Habseligkeiten zum Teil mit sich sortnehmen. Einige lxrtten 10, ja 15 Stück Handgepäck. Etwa 12 000 Personen dürsten die Stadt verlassen hoben. Der größte Teil der Bewohnet- mit dem Bürgermeister Dr. Schnell an der Spitze ist dort verblieben.


