Ausgabe 
31.8.1916 Erstes Blatt
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Die Versammlung nahm von der ©tffcfrung mit Begeisternng Kenntnis. ^ ^

Wien, 30. Au«. (WTB. Nichtamtlich.) Der Rumänen llub> des Abgeordnetenhauses versendet folgende Erklärung:

Die Abgeordneten des rumänischen Volkes der Bukowina kön­nen den AnscÄuß Rumäniens an Rußland nicht fassen. ^ Nach ihrer Uckerzcugung ist er ein Unglück für den ganzen rumänischen Volks- stanrm, dessen Bestand durch einen Sieg Rußlands geradezu ver­lernt werden nrürde. Unter diesen Umständen beklagen sie aufs tiefste die Kriegserklärung Rumäniens und verharren ebenso wie Das rumänische Volk der Bukowina, das seine Liebe für den Kaffer und das Reick mit seinem Mute besiegelte, nach wie vor in un­verbrüchlicher Treue zu Oesterreich.

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 28. August: .

Die Truppen deS rechten Flugels befestigen sich, nach­dem sie die in der Lerinacbenc l Florinch befindlichen Serben- rückgeschlagen haben, in den nenen Stellungen nöMich und west­lich des Ostrvwo-Saes. Wiederholle serbische Angriffe in der Mogleagegend wurden unter beträchtlichen Verlusten zurück- geKlagen. die die Serben zum Berzickt auf die Wiederholung ihvtt Unternehmungen zwangen. Unsere Trudven rückten aus 'den eroberten Höhen südlich SborsiÜo vjor. Im Wardartak auf beiden Seiten schwaches ArtiUerieseuer und Patrouillen ge­rechte. Die Truppen des linken Flügels befestigen sich, nachdem sie alle französisch-englischen Streitkräste in der Gegend von Scres, Drama und Kawalla hinter die Struma tmd den Tahinosee ge­worfen haben, in den neuen Stellungen östlich der Strunra und an der ägäischen Küste vom Golf von Orfano bis zu^ Mestamündung.

Der türkische Bericht.

i Kon stantinovel, 29. Aug. (WTB.) Das Hauptguartier 'teilt mit: An der Kaukasus front setzte unser rechter Flügel die Offensive auch gestern erfolgreich fort. Infolge einer Bewegung gegen die Rückzugslinie eines Teiles der feindlichen Streitmacht wurde dieser in aufgelöster Flucht nach verschiedenen Richtungen zerstreut. Feindliche Soldaten, die auf dem Kampfvlatz verblieben waren, wurden teilweise gefangen, diejenigen, die widerstanden getötet. Im Zentrum intb auf dem linken Flügel kein wichtiger Vorgang außer unbedeutenden Uckersällen von hüben und drüben, Patrouillengefechten, die für uns günstig verliefen, Feuerwechsel und örtlichen Gefechten ohne Bedeutung.

Von fünf feindlichen Flugzeugen, die in den Gewässern von Gasa von einem Flugzeug-Mutterschiff oufgestiegen waren und Bomben abwarfen, mußte das eine niedergehen und wurde mit dem Führer ein gebracht. Zwei feindliche Flugzeuge, die am selben Tage über El Arisch erschienen, wurden durch Feuer zur Flucht gezwungen.

Von den anderen Fronten nichts Erwähnenswertes.

Aon stantinopel, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Haupt- auartiersbericht vom 29. August.:

Von der Irak-Front und an der persischen Frot ist nichts Neues zu melden.

An der Kaukasus-Front wurden auf dem rechten Flügel Gegenangriffe, die der Feind in verschiedenen Abschnitten -unternahm, um unser Vorrücken aufzuhalten, mit Verlusten für '.ihn zurückgescUagen. Im Zentrum wirrden die Schanzarbeiten des Feindes durch unser Artilleriefeuer gestört und seine Schützengraben vernichtet. Auf bem linken Flügel nur heftiges Jnfanterieseuer- ! gefecht.

Ein feindlicher Flieger, der von Jmbrvs ausgestiegen ivar, um Sedd ül Bahr zu überfliegen, wirrde durch unser Feuer ver­trieben. An.' der Südküste von Tschesme wart ein feindlicher Monitor etwa 20 Geschosse gegen zwei Punkte, ohne eine Wirkung zu erzielen, und zog sich darauf zurück.

Kon den übrigen Fronten ist nichts Wichtiges zu melden.

Der Bizc-Generalissimns: E n v e r.

Italien.

England an Italien und Rumänien

London, 30. August. lWTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Lock Grey sandte an Sonn in o folgendes Telegramm: Ich bitte. Eure Exzellenz, meine aufrichtigen Glück­wünsche zu dem Schritte, den soeben die italienische Regierung Unter­nommen hat, entgegennehmen zu wollen; dieser wird der Welt ein rreuer Beweis für die feste Entschlossenheit Italiens sein, in vollster Einigkeit mit den Alliierten den endgültigen Sisg der Freiheit mtb der Zivilisation herbeizuführen. Asguith telegraphierte an Bratianu: Ich beeile mich, Eurer Exzellenz die aufrichtigen Glückwünsche der britischen Regierung zu der Entscheidung der rumänischen Regierung, tätig an der Seite der Alliierten in den großen Dampf für Freiheit und Recht zu treten, zu übermitteln. Ich brauche Eurer Exzellenz nicht zu versichern, daß die lvahre Freundschaft, die schon so lange zwisck)en den Völkern unserer beiden Länder besteht, durch das denkwürdige Vorgehen Ihres Königs und der Regierung gestärkt und befestigt wick.

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Bern, 30. Aug. (WDB. Nichtamtlich.) Nach der Agenzia Nationale beabsichtigt das italienische Marineministerium alle deutschen Schiffe, darunter vier große Einheiten, zu be- .schlagnahmen.

Bern, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.-Corriere della Sera" meldet aus Rom: Gestern sind am Kapitol die Inschristen, die an den Besuch Kaiser Wilhelms II. erinnerten, im Aufträge der städti­schen Behörden entfernt worden.

Lugano, 30. August. (Priv.-Tel., zf.) Nach amtlicher An­gabe warm Mitte August noch 4180 Reichsdeutsche in Italien, davon 2546 Frauen und 1634 Mckrner. 900 Wehrfähige werden nunmehr in Sardinien interniert.

Bern, 30. Mg. (WTB. Nichtamtlich.! Nach einer Meldung desSecvlo" aus Athen hat der italienische Gesandte dem Ministerpräsidenten Zaimis eine Note überreicht, in der die Be­setzung albanischer Küstenpunkte zwischen Porto Palermo und Chimara damit begründet wick, daß die Küste österreichisch-un­garischen Unterseebooten zu Signalstationszwecken diente.

Rumänien.

Berlin, 30. Aug. (Priv.-Tel.) DieB. Z. am Mittag" schreibt: Einem Redakteur desPetit Journal" wurde von einem französischen Abgeordneten versichert, daß die Kriegserklärung Rumäniens in den ersten Tagen des August beschlossen worden sei. Seit einiger Zeit seien aus Frankreich große Lieferungen von Waffen, Munition, Gasmasken, Verbandsstoffen und Arzneien über Wladiwostok nach Rumänien abgegangen.

Amsterdam, 30. Aug. Nach einer ,,Times"-Meldung aus Bukarest übernahm Vintilla Bratianu, einer der Brüder des Ministerpräsidenten, an seiner Stelle die Leitung des Kriegs- miniiteriums Die Zkammir tritt Donnerstag zusammen. (Vintilla Bratianu war bisher Bankdirektor.)

Zrer der Peter Seit den, Marx feindlicher Staa heitsmai einberui Üm 9 l der dfln rumänn Bukarest Ung Heu Tages Kuadge tcton.

lburg, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung rger Telegraplienagentur. Man meldet aus Bukarest: 1 *** ?Z- wurden mehrere Untertanen

n verhaftet und besondere militärische Sicher- . Nach dem bereits 10 Uhr morgens de die Äckbilmachung bekannt gegeben, der Krieg gleichzeitig hier und in Wien n Regierung bekannt gemacht, worauf die Grenze überschritten. Die Bevölkerimg in ilmachunq mit allgemeiner Begeisterung, l veranstalteten mehrmals im Laufe des rg« vor dem Gebäude der russischen Gesandt-

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Befehlswechsel in Griechenland.

Genf, 27. Aug. (WTB. Nichtanttlich.) Die AgenceHavas" Meldet aus Äthem: Der Chef des Generalstabes, General

D u s M a n i s und der Unterchef Oberst M e 1 e x a s sind durch königlichen! k^rlaß ihrer Aemter enthoben worden. General Moschopolus, der Befehlshaber des dritten griechischen Armee­korps, wucke tzum Generalstabschef errmnnt. Tie Entscheidungen riefen großen Eindruck hervor.

Saloniki.

Saloniki, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) EssadPascha ist mit allen feisten Truppen in Saloniki cmgekommen.

Bern, 30. Aug. (WTB. Nichtanttlich.)Depeche de Toulouse" meldet von der Saloniki-Armee, daß bis jetzt mit drei Hospital- schiffen 12 000 französische Soldaten krank oder verwundet in die Heimat zurückgebracyt worden sind.

Englische Verluste.

London, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die eng­lische Verlustliste vom 28. August euthält die Namen von 429 Offizieren (141 gefallen) und 5407 Mann, die vom 29. August von 184 Offizieren (46 gefallen) und 5227 Mann.

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Aegypten.

London, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht aus Aegypten vom 24. August:

Eine an hundert Mann starke feindliche Kundschafter-Ab­teilung von Kamelreitern versuchte sich Bir el Bayud zu nähern. Sie wurde vertrieben und wird jetzt meilenweit verfolgt.

Aufrührerische Umtriebe in Indien.

London, 28. Aug. (WTB.) DieMwrning Post" meldet aus Schanghai vom 25. August: Dort wurden 23 I nder verhaftet und vor einen britischen Gerichtsl-of gebracht. Die Unkluge lautet ans aufrührerische Umtriebe. Unter den Wächtern und anderen Indern niederer Klaffe mache sich eine illoyale Gesinnung bemerkbar.

Neue französische Anleihe.

sLondo n, 30. Aug. (WTB.) DieTimes" meldet, daß die neue französische Anleihe etwa in 14 Tagen ausgegeben- und daß ein Teil davon in London aufgelegt werden wird.

Der Sccfricg.

Englische Bnnkerkohle keine Bannware.

Nach norwegischen Meldungen sollte Deutschland planen, dem englischen Beispiele folgend, Bunkerkohle auf neu­tralen Dampfern für Bannware zu erklären, soweit es sich um Kohle englischen Ursprungs handelt. Nach den

eingezogenen Erkundigungen ist die Nachricht nicht zutreffend. Eine entsprechende Maßnahme ist nicht von Deutschland, wohl aber, wie bekannt, seinerzeit von Eng­land getroffen worden.

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Kopenhagen, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach Mitteilung der dänischen Gencralpostdirektion ist die gesamte Brief- und Paketpost des dänisclsen Amerika-DampfersUni­ted States", der von Kopenhagen nach New Jork fuhr, von den englischen Behörden bei der Durchsuchung in Kirkwall beschlagnahmt worden.

Bern, 90. Aug. (Priv.-Tel., Zf.) Das portugie­sische Kanonenboot Nr. 180 wurde, einer Lifsaboner Temps"-Meidnng zufolge, von einem feindlichen Tauch­boote angegriffen. Das Torpedo ging wenige Meter vor dem Bug des Schiffes vorbei.

Petit Journal" meldet aus Marseille: Das Orient­pakeibootSid Jbrahinr", das mit 630 Passagieren, meist Soldaten, in Marseille angerommen ist, wurde am Montag vormittag durch ein großes Tauchboot unbekannter Nationalität angegriffen. Die Granaten, die mit voll­kommener Genauigkeit ab geschossen wurden, schlugen ganz in der Nähe des Schiffes ein, dem es nur durch fortwähren­des Lavieren gelang, oen Schüssen zu entgehen. Das Paket­boot erwiderte Schuß auf Schuß. Der Kampf dauerte über eine halbe Stunde.

Kristiania, 30. 9lug. (Priv.-Tel., Zf.) Der große englische DampferWavelet von Reith", 4600 Brutto- Tonnen, mit Kiesladung, wurde am 26. d. M. ircche Bjugna Hustadviken bei Trondhjern unter voller Fahrt angerannt. Die Beschädigung ist so schwer, daß man das Schiff für ver­loren hält.

Schwedens wachsame Neutralität.

DieB. Z. cun Mittag" meldet aus Stockholm: Der oberste schwedische Flottenbefehlshaber hat neue verschärfte Bestimmungen über die Wachtätigkeit der schwedischen Kriegsflotte in den ost­schwedischen (bewässern zwischen Lulea und Kalmar ausgearbeitet, die schon am 1. September in Kraft treten.

Amerikanischer Linienschiff gestrandet.

San Domingo, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas. Das amerikanische Linienschiff M e m p»h i s" ist durch einen Sturm gegen die Küste ge­worfen worden. Es werden die größten Anstrengungen ge­macht, um die 1060 Mann starke Besatzung zu retten.

New Jork, 30. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Rertterschen Bureaus. Nach einein Telegramm aus San Domingo wurde von dem gestern durch eine Flutwelle auf einen Felsen im äußersten Hafen geschleuderten amerika­nischen .KreuzerMemphis" (früherTennesses") wahr­scheinlich die ganze Besatzung gerettet, mit Ausnahme von 20 Mann, die in einer Barkasse nach dem Schiffe zurück­kehrten und ertranken.

Pour le märite.

Berlin, 30. Aug. (WTB.) Wie derReichsanzeiger" meldet, ist dem General der Kavallerie z. D. v. Bern­hard i, zurzeit Führer einer Armeegruppe, und dem Oberst Heye, Chef des Generalstabs einer Armeeabteilung, der Orden Pour le msrite verliehen worden.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 31. August 1916.

M Beförderung. Kriegsfreiwilliger Rudolf K i m v e l von hier, Jnf.-Rgt. Nr. 168, 8. Komp., wurde zum Unteroffizier befördert.

** Der Unterrichtsbeginn im September. Das Großherzogliche Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheilen, hat durch Ausschreiben vom 26. dieses Monats gestattet, daß der Unterrichtsbeginn im Monat September auf acht Uhr g e l e g t'wird. Wo mehrere höhere Lehrgnstalten an einem Orte sind, haben sich die Leiter über den gleichinäßigen Schulanfang zu verständigen. Für die Volksschulen ist es den

Schulvorständen überlassen, die Verlegung des Unterrichts­beginns zu beschließen.

** Der U- Bootkrieg. Auf Einladung des Grobherzog - lichen Garnisonkommandos hielt gestern abend 7 Uhr in der neuen Aula der Universftät, Oberleutn. Dr. Z ow« für die Truppen unter Beteiligung der Zivilbevölkerung einen Lichtbildervvrtrag über den U-Bootkrieg. Der Redner gab in 1^/!>st^T^^igem, stets von Lichtbildern begleiteten Vortrage, einen unrfassenden Einblick in die Anwendung und Wirkung des Torpedos, der Torpedoboote und U-Bootte und ihrer Feinde, der schnellen Kreuzer, Zerstörer und Marineflieger. Es erweiterte sich der Gesichtskreis des Vor­trages allmählich zu einenc Ueberblick über unsere gesantte Sec- streitmachl und lel-rt mit Staunen und dankbarer Bewunderung ihre bisherigen Erfolge iiu Kampf mit der überlegenen englischen Flotte erst richtig einschätzen. Dem Redner wurde für semelr klaren und sehr lehrreichen Vottrag reicher Beifall zuteil.

** Fleischverbranchsregelnng. Laut Bekannt­machung des Oberbürgermeisters unterliegt der Fleischverbrauchs - regellmg vom 11. Mai d. I. das Rot-, Dam- und SäirvarUwild: auf die übrigen Wildarten und Wildgeflügel findet die Bekannt­machung keine Amvendung. Es ist dies für die am 1. September aufgehende >H a s e tt j a g d von Bedeutung. Für - Hasen ftrib Fleisch- marken nicht auf dem Lebens ckittelantt abzUliefern; sie können! ohne Fleischmarken in Geschäften und von Jägern gekauft wecken.

* 3 u r Fra g e der B e st a n d s a u f n a h m e. Vom Kriegs- erna'hrungsamt wird geschrieben: Es sind Zweifel aufgetaucht, ob zur (tzruppe Fleischkonserven, die bei der Erhebung in den Haus» halturrgen aufzilnehmen sind, auch eingekochtes Wild und Geflügel gehören. Tie Frage muß bejaht werden.

** Beschlagnahme und Bestandserhebung der Fahrradbereifungen. Die Befttzer von Fahrrädern, dia zur weiteren Benutzung nicht mehr zugÄaffen worden sind, haben die Bereifungen an den in gestriger Nummer des Gieß euer Lln- zeigers benminten Tagen in der Turnhalle der Stadtknabenschule in der Nordanlage abzuliefern. Die Reihenfolge der Ablieferungs­lage erfolgt nach den Brotmarkenbezirken. Die Bereisungen wecken gegen die an Ort und Stelle festzusetzende und sofort auszuzahlende Vergütung abgenoinmen. Bereifungen, über deren Vergütung eine lEinigung nicht erzielt wird, werden nickst angenommen und später cnteicyret, desgleichen diejenigen, die bis zunt 15. September mcht freiwillig abgeliefert wecken: diese müssen bis spätestens 1. Oktober dem Oberbürgermeister angemeldet werden. Die Ablieferungspflicht bezieht sich auch auf Fahrräder, die zur tveiteren Benutzung nickst inehr zu gelassen toorden sind, und auf solche, die seither mckenutzt aufbewahrt uwrden sind. Es werde?! auch Fahrradbereifungen, ohne Entgelt angenonrmen, wenn die Besitzer auf Bezahlung Ver­zicht leisten. Die hierdurch erzielten Erlöse sollen die dRöglichkeit gewähren, die wickerhergestclltcn Decken und Schläuche zu den in Aussicht getrommenen Preisen den mittelbar und unnrittelüar für Heeres- und Volks Versorgung arbeitenden Tellen der Bevölkerung zur Verftjgung zu stellen.

** Zur Bestandsaufnahme. Ucker den Zweck der Be­standsaufnahme in den Haushaltungen herrscht vielfach Unklarheit. Das Kriegsernährungsamt hat nicht die Absicht, allgemeine Vor­schriften über die etioaige Anrechmmg vorhandener Bestände zu geben, weil dazu das Verteilungssystem in d-en einzelnen Gemein­den noch viel zu verschieden ist. Wie bei den früheren örtlichen Be­standsaufnahmen obliegt die Entscheidung über die Anrechnung den Gemeinden. (£ß erscheint ausgeschlossen, daß die Gemeinden hierbei lleinlich Vorgehen linb kleinere Vorratsmengen anrechnem die aus einem sparsamen Verbrauch in der vor angegangenen Zeit angesammelt wotden sein können. Die ?lusdehnung der Bestands­aufnahme entspricht einem, seit November in der Oeffentlichkeit lebhaft vertretenen Wunsch, der sich gegen vermeintlich weitver­breitete, tatsächlich wohl nicht in sehr zahlreickien Fällen geübte nnvernünftige Hamsterei einzelner Haushalte wendä. Sehr viel wichtiger und deshalb auf sehr viel mehr Waren ausgedehnt ist die gleichzeitige Bestandsaufnahme der Lebens mittel in Handels- nnd öffentlichen Verbänden usw. Hier ist unbedingt nötig, endlich einmal einen llaren Ueberblick über die sehr verschieden verteilteft Gesamtvorräte zu gewinnen. Die Frage, wie Fleisch in Konserven- gefäßen zn betverten ist, ist aus dem. Erlänterungsvermerk aus den Unmeldesormularen dahin zu beantworten, daß das Bruttogewicht der Konserven anzn geben ist.

** Verkauf von Margarine und Feintalg. Die der Stadt Gießen zugewiesenen Mengen an Margarine und F e i n t a l g gelangen, nach Brotinarkenbezrrken geordnet, in den Verkaufsstellen der Molkerei Gebr. Grieb zum Verkauf am Freitag, den I. Sevtentber, Dienstag, den 5. Sept., Freitag, den 8. Sept., und Dienstag, den 12. Sevt. Auf jede Fettntarke werden je nach Vorrat 1 I Pfund Margarine oder Feintalg abgegeben. (Stehe die Bekanntmachung in vorl. Nr.)

** Haferfrühdrusch preis. Das KriegsernährungZa mt weist darauf hin, daß nur für solchen Hafer 300 Mark die Tonne ge­zahlt wick, der bis zum 30. September einschließlich geliefert wor­den ist. von da ab tritt ein Vreis<rbschlag in noch festzusetzender Höhe ein. ^Als rechtzeitig geliefert gllt rmr solcher Hafer, der bis zum 30. September einschließlich im Eisenbahnwaggon oder im Kahn auf der Verladestation verladen wocken ist, oder dessen Besitzer durch eine Bescheinigung des Ko munmal verbau des nackyveist, daß die Ware schon vor dem 30. September 1916 gedroschen zur Ver­ladung bereit gelegen hat, urtd daß die Verladung ohne Verschulden des Besitzers über diesen Zeitpunkt hinaus verzögert wurde. Ein Verschulden des Besitzers liegt z. B. nicht vor, falls die Säcke den Proviantämtern zwar rechtzeitig bestellt, aber nicht eingegang-^ sind, oder falls die N.senbahnwagen rechtzeitig angefordert wock- sind, olme daß die Güterverwaltung in der Lage war, sie rechtted ' zu stellen. In diesem Falle müßte auch eine Descheinigmrg der ft Frage kommenden Güterverwalttmg beigebracht werden, wann die Bestellung erfolgt ist, und maim die Wägen bereitgestellt wirrden.

** D i e Käseknappheit. Aus nahezu allen Städten Deutschlands kommen Meldungen über eine seit einer Reihe von Wochen eingetretene .Knappheit an Käse. Dabei handelt es sich aber keineswegs um eine Erscheinung nur bei uns, sondern um einen! in nahezu sämtlichen europäischc'n Städten bestehenden Mmtgel. Die Ursachen sind überall die gleichen. Dwtz der im allgemeinen sehr günstigen Fnttermittelernte ist die Milcherzeugung in Europa nach statistischen Ertnittellmgen des schweizerischen Bauernverbandes in diesem Sommer nicht größer als im vergangenen. Dagegen hat die zu .Käse und Butter verackeitete Milchmenge eine erhebliche Verminderung erfahren. Es kommt hinzn, daß der große Bckarf der- Heeresverwalttmg sich natnrMNäß ftü freien Hmckel stack fühlbar macht. In Deutschland ist die inländisch) Erzeugung nur gering, und die Zuftihr aus dem Auslände hat unter der auch dort herrscheuden Knappheit und den hohen Preisen erhcklich uoch- gelasset.. In der Schweiz sind für den Jnlandsverbrauch Höchstpreise festgesetzt, der Käseausfttlirhandel ist dagegen nach wie vor nwrwpoli siert. Nrrr zu hohen Preisen findet erne Ausfuhr statt. Mlein Holland verfügt über ausreichnde Vorräte an Käse, ickoch ist die Ausfuhr beschränkt und für den Handelsverbvatch sind Höchst­preise festgesetzt. Ulm gegenüber der Organisation der ausländischen Käufer die Interessen der Erzeuger zu wahren, haben sich in fast allen holländischn Produktionsgebieten Exportvereinigungen gebildet, deren .Einffuß die Auftechterltaltung lwher Preise trotz reichlicher Erzeugung zuzuschreiben ist. Da in den nächsten Monaten allgemein ein^ Rückgang in der Milchrzaugung eintritt, ist tu absehbarer Zeit mit einem Nackiilassen der Käseknappheit kaum hi rechnen.

** Eine Zeitung für die deutschen Kriegs­gefangenen undJnternierteu. Schon seit beinahe einem Zähre wird in Bern einSonntagsblatt für die deutschen Kriegs­gefangenen" herausgegeben, von dem regelmäßig eine Anzahl Exew plare den Gefangenenlagern in England und Frankreich zugebl Dieses SomttagsÄatt dient dem Zlveck, unseren Larrdsleuten in ded .ikriegsgesangenschaft deutschen Lesestoff zu bieten und (xtmit die böse Feindin Langeweile zu bekämpfen. Es enthält Erzählungen, Gedichte, Auszüge aus guten B üch ern, Spiele, Humvristt auch Anfangsübungen in französischer und engliscknw Sprache. Tie Herausgeber sind Hermann Hess e und Professor W o l t c r e ck in Bern. Seitdem die Internierungen in der Schweiz beavmren lral^n, hat die beutfcl>c Kriegsgefaugeuenfürsorge in Beot ihre Tättgkeft zugunsten der Juternilwftm erweitert. Sie hat zunächst einÜlterk- buch für die Jntenrierlen" herausgogcken, das in kurzen Zügen alles