In öfr Bukowina und in den galizischen Kur- -aihen keine besonderen Ereignisse. Rei den gestern gemeldeten Kämpfen nördlich von Maryampol wurden über 100 Gefangene und ein Maschinengewehr cingebracht
Südlich von Z b o r o w vereitelten unsere Truppen rum= sche Annäherungsversuche durch Gegenstoß.
Heeresfront des Generalfeld marschalls von Hü n d e n b u r g.
Bei Szelwow brmch ein russischer Angriff in unserem Artilleriefeuer zusammen.
Bei Rudka Czerwiseve kam es zu Fnfanterie- kämpfen . ^
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Tätigkeit des Feindes ist an mehreren Frontabschnitten lebhafter geworden.
Unsere Stellungen auf den Fassaner Alpen stehen unter andauerndem starken Geschützfeuer. Angriffe gegen ute Zsuriol-Scharte und die Lima di Cece wurden abgeschlagen. Der Zauriol-Gipfcl ffel nach hartnäckigem Kampf in Feindeshand. ^ ^ ..... s
An der Dolomitenfront scheiterten mehrere Vorstöße der Italiener geaen unsere Nuffeddo-Stellungen.
Im Vlöcken-Abschuitt und an der küstenländischen Front --wischen dem Col Santo und Nowa Vas versuchte femdi- liche Infanterie an mehreren Stellen mit kräftiger Artillerle- untersti'ltzunq rwrzugehen. Diese Versuche wurden überall vereitelt „
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unsere Donauflottille schoß die Petroleumraffinerie bei Giurgin in Brand.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant.
Der türkische Bericht.
.Konstantinopel, 29. Aug. (WTB.) Amtlicher Bericht des Generalstvbs.
An der Irak-Front ist die Lage unverändert.
Persien : An der russischen Front Ivatt unser rechter Flügel russische Truvpcn, auf die er in der biegend von Davelut ölbaad, südöstlich von Bmedan, stieß, zurück. Er erreichte diese Ortschaft und säuberte die Umgegeud von ihnen. In der Mitte und aut dem linken Flügel nichts von Bedeutung, außer Scharmützeln.
Kaukasus-Front: Der erchte Flügel unserer Truppen brach den Widerstand der Russen, die sich in beherrschenden Stellungen hielten. Durch erfolgreiche Angriffe ge lang cs ilmen, schrittweise vorwärts zu kommen. Allein bei ein-Ml einzigen Angriff, der von einer unserer Augrisfsabteilungen mit gutem Erfolge am 26. August aus ge führt wurde, ließ der Feind über tausend Tote auf dem Gelände zuriick. Wir machten 60 Gefangene, darunter einen Offizier, und erbeuteten über 600 Gewehre, 250 Munitionskasten, eine Menge Pioniermatcrial und Bombe?! In der Mitte wurden vereinzelte Uebersälle mit Erfolg ansgesührt. Wir nahmen einen Teil der feindlichen Grg ben und zwangen die Verteidiger zur Flucht, erbeuteten militärische Ausrüstungsgegenstände und zerstörten einen Teil der feindlichen Gräben. Auf dem linken Flügel, im Küstenabschnitt, örtliches, zeittvttlig aussetzendes, heftiges Geschützfeuer.
Am 27 August warfen Flieger, die von einem Mutter fchift aufgesticgen waren, und von der offenen See in die Gegend von Tripolis, Syrien und Jaffa kamen, auf einige Abschnitte des Küstengebietes wirkungslos Bomben und zogen sich wieder zurück. Die Bomben verletzten drei Personen unter der Bevölkerung Auf einem ftrngst in der Umgebung von Gaza abgeschossenen Flugzeug wurde ein Maschinengewehr gefunden und erbeutet.
Keine Nachricht von Bedeutung von den anderen Fronten.
Der Stellvertreter des Oberbefehlshabers der Osmanischen Armee.
Konstantinopel, 29 Aug. (WTB.) Aus Medina ein- getvofsene Nachrichten besagen, daß die Aufftänöischen von den nordwestlich von Mekka gelegenen, die dortige Gegend beherrschen den steilen Höhen, wo sie sich zu behaupten suchen, von bcii gegen sie ausgesandten türkischen Truppen vertrieben wurden. Die Per folgung wird erfolgreich fortgesetzt.
Rumänien.
Holland übernimmt den Schutz der Oesterreich-Ungar,,
Wien, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Wie die .,Neue Freie Presse" erfahrt, hat die österreichisch-ungarische Regie rung die holländische Regierung ersucht, den Schutz der österreichisch-ungarischen Interessen in Rumänien zu über
nehmen.
Aufnahme der rumänischen Kriegserklärung in Wien.
Wien, 29. Aug. (WTB.) Der „Neuen Freien Presse" zufolge besteht bei den hiesigen maßgebenden Kreisen n i ch t di^ Absicht, die rumänische Kriegserklärung durch eine amt liche Erklärung zu beantworten.
Wien, 29. Aug. Die Kriogserklärung Rumäniens wurde hier mit großer Ruhe angenommen. Man hegt hier .die zuversichtliche Auffassung, daß es getingen wird, sich auch dieses nomt Feindes zu erwehren. Gs ist hier bekaimt, daß sowohl das dliuswättige Amt m London, wie das Pariser Ministerium des Aeußern schon vor 12 Tagen davon unterrichtet lvaren. baß Rumänien gegen die Mittelmächte am Kriege teilnehmen werde. Diese Doppelzüngigkeit der rumänischen Regierung hat hier nicht überrascht. Sie war seit zwei Jahren bcftmru, und mit ihr wurde immer gerechnet. Man erwartet auch den Eintritt des Kriegst zustarches zwischen Bulgarien und Rumänien. Der österreichisch- ungarische Gesande Graf Czernin in Bulgarien wird über Rußland und Schweden abreisen. Ihm wird sich auch der deutsche, dev türkische und der bulgarische Gesandte anschließM. Der hiesige rumänische Gesandte wird über die Schweiz «Preisen
Budapest, 29. Aug. (WTB.) Gvaf Andra ssy äußerte sich über die rumänisclie Kriegserktärurrg einem Ausfvager der ..Waghar Hittap" gegenüber u. a.: Auch wenn es das Verhängnis selbst wäre, das in Rumäniens Angriff sich gegen uns wendet, auch dann würden wir ihm unsere ganze Kraft und Entschlossenheit b i s zum Ae- u ß e r st e n entgegensetzen. Man trachtet uns nach dem Leben! Wir werden uns zu verteidigen wissen!
Bern, Vümj. :nuiu.
gestrigen Ereignisse l\mmi für dm Vatikan ganz unerwarte.. n
Papst war durch di? Ruchnch der Kriegserklärung Rumarnens an Oe stx.nrei.ch -Un«-arn ganz erschüttert wrd rie^ aus ' ,,Wrr choigten, daß uns dieser neue Schmerz mspart bleiben wurde/ Hier auf zog sich her Papst in seine Privatgemäck^r Kurilck. ^
S i g m a r i n g c u, 29 Aug. (WTB. Nichtamtlich.) ^er rlcurlt von Hohenzollern, ein Bruder des Königs von Rumänien, hat 'amtlichen Beamten und Bediensteten verboten, ui Zukunft rumänische Ordensauszeichnungen anzulegem
König Konstantin.
L o n d o n , 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- che Bureau meldet aus Athen: Der König ^l^mrdings den Folgen der letzten Operation. Da die Wunde sich entzündete, wird eine rwchmalige Operation nötig sein. ^>er König ist deshalb außerstande, die Deputatton der liberalen Partei zu empfangen.
Ziaüerr.
Bern, 29. August (WTB.) Dm Winisterrat behandAbe bliebeueu deutschen
,Evrttc-ve della Sera" schreibt, es sei klar, dau.
gestrige italienische die neue Lage der in Italien ver-
Staatsan-ge hörigen
s sei klar, daß die Lage pch seit gestern gründlich geändert habe. Dm Deutschen iverde seitens der italienischen Behörden setzt die gleich? Bchrndlung zuteil wie den Oesterreich? rn, denen bestimmre G>e>nemder^n^rdrmenbezm Süditalien unter besonderer Bewachung als Wohnort angewiesen worden seien.
Schweizer Neutralitätserklärung.
Bern, 29. Aug. (WTB.) Anläßlich der KriegserW runq Italiens an Deutschland und des Eintritts Rumäniens in den Krieg bestätigte der Schweizer Bunde.-.rat seine früheren Erklärungen betreffend die .'-/midhabimg striktester Neutralität gegenüber den kriegfuhren: den Staaten. Das politische Departement brachte dies den auswärtigen Regierungen durch Vermittelung der schweizerischen Gesandtschaften zur Kenntnis. ^ t
Bern, 29. Aug. (WTB.) Der Bundesrat hat der <&> nennuna Sir Horace Humbolds zum bevollmäch- ttaten Gesandten Großbritanniens in der schlveizerifA)en Crdgenassenschaft mr Stelle des ans Gesund hertsrucksichteu znriickgettetenen Sir Grartt Duff das Agrement erteilt.
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Bark soll weiter pumpen.
K v p e n hfl g e li, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) ..Der lingske Tidende" meldet aus Petersburg: Finanzmnnster Bark ist vonr Zareil zur Aufnahme einer ioettereu Kriegsanleihe von zwei Milliarden Rubel unter den,elben Bedingungen wie die früheren Kriegsanleihen ermächtigt worden.
Ih’v Streiks h'ttv'izuttihreu, am Sonntag ^vashnmton ver- ließen, einen '. i lc äbesehl und schickten ihn all die.Rällgtteder des Bundes im gapzen Lande., Der Streikbefehl ttttt am September 7 Uhr morgens in Kraft, wenn nicht die Forderungen der Leute in der Zwischenzeit erfüllt werden. Wilson hofft aber noch immer, den Streik verhindern zu können. - ^ .
Washington, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlrch.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Sowohl die Eisenbahnverwaltung wie die Eisenbahnangeftellten neigen zum Mrder- stande gegen Wilsons Vorschläge.
Kapitäit König beim Kaiser.
Großes Hauptquartier, 29. Aug. (WTB. Amt» lich.) Seilie Majestät der Kaiser empfingen heute den Gründer und Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Deutschen Ozean-Reederei Dr. L o h m a n n - Bremen und Kapitän König, Führer des Handelsunterseebootes^ „D e. u t s ch - land", und spracheir den Herren allerhöchst ihre große Freude und Anerkennung aus. Dr. Lohmcrnn und Kapitän König wurden zur Tafel gezogen.
Ponr le rn^ritc.
Berlin, 29. August. (Prio.-Tel.) Wie die „Kreuzzeitun^ mitteilt, ist dein Oberst Wilhelm Hetze, Chef des Gmeralstabcs! des Generalobersten txon Woyrsch, der Oröm Pvnr le mrerite verliehen ivorden. Oberst Hetze staniimt aus Fulda.
Ans dem Reiche.
Berlin, 28. Aug. Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht folgende vom 25. August datierte Bekanrrt^ machungeri des Präsidenten des Kriegsernäh- rurrusamtes: 1. Mts Grund der Bekanntmachung über die Errichtung mnes Kriegsernährnngs-amts vonr 22. Mai 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 102) lvird besttnrmt: Die Vorschriften im § 3 Abs. 1 bis 3 der Verordnung vom 5. August 1916 über die Verarbeitung von Gemüse (Reichs- Gesetzbl. S. 914) werden auf Grrrnd der Vorschrift im § 3 Abs. 4 daselbst auf Verträge über den Erwerb von Kohlrüben (Steckrüben, Wruken) urrd von Grünkohl (Braun- oder' Krauskohl) zur Herstellung von Dörrgencüse fiir entsprechend anwendbar erklärt. Diese Bekannttnachung tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. 2. Auf Grund des § 1 der Bekanntmachung über die Errichtung eines Kriegsernäh- rnngsamts vom 22. Mai 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 402) wird als die nach § 19 der Verordnung über Hafer aus der Ernte 1916 vom 6. Juli 1916 (Reichs-Gesetzbl. S. 811) uständige Stelle die Reichsfutternnttelstelle bestimmt.
Evakuicruttg.
Das-„Berliner Tageblatt" meldet aus Blissingen:
Im
nächsten Monat werden 800 Greise, Frauen und Kinder aus den besetzten Gebieten Frankreichs erwartet, mu über England nach Südirankreich zurückzukehren.
Schwedisch-russischer Vertrag.
Kopenhagen, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich,)
Der
schwedtsch-russische Vertrag vom 15. Iulkd. I. über eine Verbindung des schwedischen und des russischen Eisenbahnnetzes durch eine Brücke über den Tornea-Fluß ist laut „Ber- lingske Tidende" ratifiziert worden.
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Aufstand in Niederländisch-Jndien.
Haag, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) dÄrch einem aus Niederläudisch-Jndiem eingottosfeuen telegraphischen Bericht wrrrdeii bei den Unruhen in Mocaratembesi rn Djambi dve dort lagernden Polizeist)ldaten, ungefähr 2t) 9Rcrnn, nnd der Distriktschef getötet. Das Postamt und das Gefängnis sind niedergebrannt. Die Aufständischen' bemächtigten sich der Waffen und Mirnition der Polizei und verschanzten sich in eineni Gebäude. Der Resident begab sich mit einer Militäp es körte nach Mocaratambesi. Aus Sihembang wurdmi Ver stärkungen ab geschickt. .
Der Seekrieg.
Englischer Hilfskreuzer versenkt.
Berlin, 29. Aug. (WTB. Amtlich/
24. August der nörd-
Budapest, 29. Aug. Das rumänische Parlament wird Donnerstag oder Freitag einberufcm werden. ©§ soll eine nationale Regierung aller Parteien gebildet werden.
Bern, 29. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Wie „Gior- nale d'Jtalia" aus Bukarest meldet, haben im Kronrat Carp, Majorosen und Marghiloman gegen den Krieg gx- stimmt
Genf, 29 Aug. Die „Gazette de Lausanne" behauptet, der Aufmarsch des zur Opercttion gegen die ungarische Grenze bestimmten Heeres wäre nahezu vollzogen. Für den Uebergang einer starken gegen rw.lM.rien anfgebotenen russischen Truppenmacht über die Donau seien Vorkehrungen getroffen. (Berl. Lokalanz.)
Haag, 29. Aug. In diplomatischen .Kreisen Londons envcrrdet man laut holländischen Pressemeldungen in der nächsten Zeit die Kriegserklärung Rumälttens an'Bulgarien.
London, 29 Äug. (WTB. Nichtamtlich.) König Georg hat dem Könige von Rumänien drahtlich die g ro ße Genugtuung des ganzen englischen Volkes über den Eintritt Rumäniens in den Krieg ausgedrückt, der den Triumph der großen Sache näher rücke.
Ain
versenkte eines linserer Unterseeboote rn liehen Nordsee einen englischen Hilfskreuzer
(Nottz des WTB.: Es handelt sich offenbar um den von amtlicher englischer Seite als gesunkeii genieldeten Hilfskreuzer „Ditte of Albanh"). ^
Berlin, 29. Aug. (WTB.) Lloyds meldet: Der grre- chische Dampfer „Lea n dr os" ist am 25. Aumrst im Mttttl meer versenkt worden. Me Besatzung warrde gerettet.
Rotterdam, 29. Aug. (WTB.) Der hier einlaufende Logger „Veardingen 25" hatte 19 Manu der Besatzung des noNvegischen Dampfers „Rentaricff^ au Bord, der von Kristiania nach Bilbao unterwegs, in der Nordsee auf eine Mine gestoßen und uutergegaugeu ist.
Kristiania, 29. Aug. (WTB.) Me britische Admiralität hat der norwegischeri Gesandtschaft in London mit- geteilt, daß der Dampfer ,Ljs dalen" im Mittelmeer durch ein U-Boot verse n kt worden fei. Me Besatziing wurde gerettet und nach Toulon gebrächt,
Kopenhagen, 29. Aug. (WTB. Nichtcmrtlich.) „Bev lingske Tidende^' meldet aus Stockholm: Das Blatt „Nvrr^ landsposteii" in Gefle berichtet: Ein Mann, der gestern Mls Finnland dort eingettoffen ist, war am Dmmerstag nach mittag Augenzeuge davon gelvesen, wie an Pord des 6000 Tonnen großen englischen Dampfers Mancturie, der seit Kriegsbeginn in einem finnischen Hafen gelegen hatte und jetzt mit schwedischer Besatzmig nach England geführt werden sollte, im Hafen von Hxpila bei (öamla Karleby plötzlich eine Explosion erfolgte, worauf der Danrpfer biniien 5 Minuten sank. Der Dampfer war mit Grubenholz beladen. Es heißt daß die Explosioii durch eine Höllenmaschine verursacht worden sei. Der Kapitän und die Besatzung werden in Mpila vorläufig überwacht. — In Jakobstadt wiirde fast gleichzeittg auf gleiche Art ein belgischer Dampfer versenkt Auch di-eser hatte eine schwedische-Besatzung Mi Bord, die ebenfalls nach ?)xpila überfführt urid bis zum Mschluß der Unteiffuchung imter Bewachung gestellt wurde.
Lisenbahnerstreik in Amerika.
Washington, 29. Aug. (WTB. Nickitamtlich.) Mel düng des Reuterschen Bureaus. Die Vertreter des Bundes der Eisenbahnangesteltten verfaßten, ehe sie nach dem, mißglückten Versiiche des Präsidenten Wilson, die Beilegung
Au- Stcrdt und Land.
Gießen, 30. Ailgust 1916.
Keine Druschprämien.
„Der Kolmmunalverband braucht Brotgetreide ür die Erri ährun g der Kreisbevölkerung und Hafer für den unentbehrlichen Bedarf der Heeresverwaltung." Um den Ausdrusch des Brotgetreides zu örderii, hat zwar die Reichsgetveidestelle für das an sie abzuliefernde Getreide in beschränktem Umfang Druschprämien für zulässig erklätt. Würde sich der Kommunalverband demgemäß zur Gewährung von Druschprämien für Brotgetteide entschließen, so liefe damit nach Ansickä des Kreisausschusses vor allem das rechtzeitige 5)ereinbringen der gesamten übrigen Ernte Gefahr. 2lußer- dem würde die Druschprämie für das an die Reicl)sgetreidestelle abzuliefernde Ueberschußgetreide aller Boranssil^ nach nur einer beschränkten Anzahl von Landwittcn zugute kommen, während die übrigen Landwirte ohne ihr Verschulden leer ausgehen müßten. Und schließlich Ware der Komnmnalverband, wenn er Drnschpränrien für das für die Reichsgetreidestelle verfügbar werdende sogenannte Ueberschnßgetreide gewähren würde, gezwungen, olche Prämieri auch fiir das vom KomMunalverbarrd Mr Ernährung der Kreiseingesessenen nötige Brotgetreide bereitszustellen. Nun beläuft sich die TrUschpräMie mst 20 Mk. pro Tonne. Komnrmml- verbände,' die zu solchen Preisbezirken innerhalb Deutschlands gehören, in denen die Höchstpreise für inländisck>en Roggen und für inlärrdischen Weizen wesentliche i e d r i g e r toic bei uns angesetzt sind, können von ihnen g^oähtte Druschprämien noch M ihren Selbstkosten schlagen, ohne dadurch wcserttlrch teuverLs Brot zu bekommen, wie w i r es eben hier haben. So würde sich beispielsweise für Komnnmalverbände in einem Pveisbezirke von 215 Mark für die Tonne Roggen und mit 255 Mk.. für die Tonne Weizen, die Tonne Brotfrucht zuzüglich der Druschpramie erst aus 235 Mk. bezw. 275 Mk. stellen. Hätte sich dagegen der Kommunal-- verband Gießen fürseineneigenenBedarfzur Gewährung von Druschprämien entschlossen, so würde, da für den Preis bezirk Frm:ffurt die Tonne inländischen Roggens 230 Mk.. die Tonne inländischen Weizens 270 Mk. kostet, bex Erwerbspreis de§ Roggens fiir den Kvnrmunalverband mif 250 Mk. gegen 230 Mk. bisher, un>> fiir die Tonne Weizeü aus 290 Mff. gegen 270 Mk. bisher betragen. Mrs Mirde eine Erhöhung des Brotpreises! innerhalb des Konnnurralverbarides zurgebieterischenRot- wendigkeit machm, also allen denjenigen, die auf den Brot- gemch in der .Hauptsaä-e angewiesen sind, das notwendigste Nah- rimgsmütel ohne zwingende Grüiide vetteuorn. Die Kreisver- w a l t u n g hat aus diesen Gründen, zu denen nocl> die oben erwähnte Gefahr eff rer Verzö gerung der übrigen Erntcarbeitrn kommt, die Gewährung von Trusäwräutten sowohl fiir das kommunale wie Mich fiir das Ueberschußg'^tteide abgttchnt und sie fühlt sich bei diesem Bor gehen mit all denjenigen Landwirten einig, die in einsichtsvoller Weise ihre eigenen Interessen mit denjenigen der aus Versorgung durch den Kominurralverband angewiesenen Bevölkeruirgskreise in Einklang zu bringen nüssen. Jedenfalls kann bei dieser Sachlage die Gesanitheit unserer LanÄvirte nicht behaupten, daß sie dadurch geschädigt wird oder daß einzelne Landwitte bevorzugt iverden. Im Übrigen sffrd die Landwirte nach § 3 der Bundesratsverordnung vom 29. Juni 1916 berethtigt, das vorr ihnen ausgedroschene Brotgetreide dem Komnnsnalverband sofott nach Ausdrusch zur Verfügung zu stelleu. Der Kontmunalverband l>at alsdann dafür zu'sorgen, daß das Gttreide den Landwitten inner- halb zwei Wochen abgenommen wird. Es liegt also bei den Landwitten, sich die aus dieser Bestimmung für sie ergebenden Votteile baldmöglichst zu sichern. Lairdwirte, die immer noch auf die Druschprämie nmtten und damit der Volksernährung bewußt oder unbewußt Schwiettgkttten bereiten, Mögen dies mit ilwem Gewissen vereinbaren gegenüber dem Satz, der zu Eingmrg steht und den wir noch einmal wiederholen:
„Der Kommunal verband braucht Brotgetreide, die Heeresverwaltung braucht Hafer!"
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L. U. Landes-Universität. Der außeretttts- mäßige außerordeirtliche Pvof-essor an unserer Lyndesüni- versität M. >B e r s l u y s hat einen Mff jals! ordentlicher Professor für Zoologie und vergleichende Anatomie mr die Universität Gent erhalten rnrd angenommen.
" Amtliche P e r s o n a l n a ch r i ch t e n. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen vom Groß Herzog an Karl Wolf, Milhelin R u rn p f und Julius Schier zu Butzbach.
** Butter- uitb Fettversvrgun g. Die ans dre Fettkarte der Stadt Gießen ivbzugebende Menge wird mit Wirkung vvn heute auf V 6 Pfurrd festgesetzt
** Der L i ch t b i l d e r - B o rt r ag über den 0 - Boots- Krieg des Oberleutnants Z o w e findet, wie wir bereits be-


