Ausgabe 
22.8.1916 Erstes Blatt
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02 . Reime u r ob, 22. Aug. Der Musketier Konrad Becke r,

Sohn des Joh. Becker, wurde in den letzten Stampfen im Westen durch einen linken Handschuß verwundet.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 22. Ang. Gräfin Wilhelm von Schlitz genmint von Gortz rst vorgestern von einer Tochter entbunden Die 22 Offtnbacher Ger i ein fin de r, welche in den Pfarreien ptosfyec^cmio unb Willofs eine fast vierwöchentliche unentgelt­liche Aufnahme und Verpflegung gefunden batten, sind am Sams­tag wieder m tljre Heimat zurückgekehrt. Sie halten sich seihr crut erholt, und >chreden noch obendrein reich beschenkt mit allen mog- l'-chen Swensmitteln von ihren Pflegeeltern, was zur Genüge zeigt, dav das Verhältms zwischen den Kindern und den Pflegeeltern recht gut gewesen ist. Dieser erste Versuch, Ferienkinder auch im Schlitzer- land urrterzubrrngen, rann demnach, als wohlgelungen angesehen! wewQi, und dürste gegebenenfalls im Spätherbst in noch weiterem Maße als diesmal Anwendung finden.

Kreis Schotten.

sL. Schotten, 32. Aug. Dem freiwilligen Kriegs-Kranken- psleger Karl M e i s i n g e r von hier, welcher jetzt 18 Monate in einem Lazarettzug tätig ist, wurde das Militär-Sauitätskreur ver­liehen, früher schon die Rote-Kreuz-Medaille.

8k. Burkhards, 22. Aug. Dem Musketier Th. B a l s e r wurde für hervorragende Tapferkeit am 3. August das Hessische Mllitar-Sanitätskreuz verliehen.

£ Speien feen, 22. Aug. Lehrer Hofmann wurde vom Großherzog mit dem Kriegs-Ehrenzeichen ausgezeichnet.

..8 Herchenhain, 21. Aug. Gestern nachmittag fand im! hieiTgen Gotteshmrse die Gedächtnisfeier der drei gefallenen, Krieger aus unserem Kirchspiele statt. Zwei von ihnen? Gefreiter oritz Ahlbrand und Musketier Heinrich Adolph. Hart- miannshain, find in den Kämpfen vor Verdun gefallen, und, Musketier Louis Winter, Herck-enhain, ebenfalls auf dem west­lichen Kriegsscliauplatze. Musketier Adolph stand in dem blühen­den Alter von 21 Jahren und Musketier Winter int jugend-, frischen 19. Lebensjahre. Ter Ottsgeistlickie, Pfarrer Römer, hielt die Gedächtnisrede. Unter Leitung des Lehrers Viengel wnvten dre Schüler durch) Gesang der Lieder: Ich halt' einen Ka­meraden, Morgenrot, und dem Niederländischen Tankgebet buj Feier weihevoll zu gestalten.

. Kreis Friedberg.

^.8riedberg, 22. Aug. Im Laufe der nächsten Woche ckoimnt d,e Lebensmittelkarte zunächst Fleischkarte der Stadt Friedberg - zur Ausgabe.

bz. Bad-Nauheim, 22. Aug. Dr. Burwinkel dahier wurde vom König von Württemberg mit dem Eharlottenkreuz, der Wehrmann Friedhoiswärter Wilh. S t o l l mit dem Militär-Sani- tätskreuz am Krieasbande ausgezeichnet.

Kd. Bad-Mauheim, 22. Aug. Der 18. Aug., der O^ckburtstag des Kaisers Franz Joseph., wurde durch, Fesb- gottesdienft und Festkonzert auf der Kurhausterr-asse im Beisein der zahlreichen, hier zur Kur weilenden österreichi­schen und ungarischen Offiziere ilnd Zivilkurgäste festlich be- ig-angeu. Abends . fand eine bengalische Beleuchttmg des Parkes statt, und im Gr. Kurtheater kam ein von Hermann Steingoetter verfaßtes Stück,Die Waffenbrü- d e r", zur AuMhrunb. Zu Beginn der Woche brachte die von Frankfurter ersten Bühnenkräften gegebene Ausführung des ,Mgo1etto" ein rrusverkauftes Haus. In der kommenden Woche spielt Wilhelm Backhaus in dem Sonderkonzert der Kurkapelle, ferner findet! einige Operetten-Gaftspiele des Frankfurter Älb-ert Schumann -Theaters statt. Die diesjährige Besucherzahl beträgt bis jetzt rund 24 700, wovon zurzeit noch 4 700 Personen hier sind.

Kreis Wetzlar.

Wa. Wetzlar, 22. August. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausg^achntt wurden.: Der Kriegsinvalide Hermann Bruch-

meier, Zurzeit Posthüfsschaffirer in Frankfutt a. M. Er machte in einem.Landwehrreginrent die Vogesenkämipse mit. Husar Heinrich Diehl, Husaren-Rvgiment Nr. 13 und Kriegsfreiwilliger Ludwig Die hl, Juf.-Regt. Nr. 81, 10. Kontp., aus Wetzlar. Tie beiden sind Brüder und haben die Auszeichnung an einem Tag erhalten.

r». Garbenheim, 22. Äug. Sonntag nachmittag wurde in hiesiger Kirche unter reger Beteiligung das Synodal- Gust av°Adolf-Fest gefeiert. Pfarrer Schmidt-Wetzlar hielt die Festpredigt.

ra. Kin-zenbach, 22. Aug. Gestern wurde der 21jährige Wilh. P f a f s, -11. Komp. Jnf.-Rgt. Nr. 129, als vermißt gemeldet. Er fehlt feit den Kämpfen am 7. August.

Wa. O bar Viel-, 22. Ajugiust. Musketier Fritz Neuser, Res.-Jnf.-Regt. Nr. 69, erhielt Eiserne Kreuz.

Hessen-Nassau.

ra. B i e b e r b. Rvdheim, 32. Aug. Ter Obermühle wurde in der Sonntagnacht von unberufener Seite ein Besuch abgestattet. Tie Triebe hatten es auf Mundvorräte abgesehen und räumten in der Speisekammer tüchtig auf. Während der uralte Bergbau -auf den Höhen von Königsberg schon Jahrzehnte still liegt, herrscht in der Kelnbach fortgesetzt eine rege Tätigkeit. Grube Eleonore" (Gebr. Stumm) beschäftigt etwa 100 Bergleute und jetzt wird durch die Firma Bluderus der verfallene Stollen nach dem am Fuße des Tünsbergs gelegenen GrubenfeldFrichberg" wieder aufgeräumt, den seinerzeit die Firina Schalter erbaut hat. Hof Haina und das nahe Forsthaus werden gleichfalls bis zum Herbste mit elettt. Licht versorgt, die Anlage für letzteres besorgt der Fiskus. «

hl. Marburg, 21. Aug. Gestern nachmittag hat sich am Krurnrnbogen ein U n g l ü ck s f a 11 ereignet. Eine Droschke, in der zwei Damen saßen, kam an der Straße von Spiegelslust. Ein dort vorbeikommendes hiesiges Dienstmädchen, das unachtsamer- weise unter das Fuhrwerk zu liegen kam, wurde am Kopie so schwer verletzt, daß es nach der Klinik gebracht werden mußte.

-- Frankfurt a. M., 22. Aug. Der Südwestdeutsche Verein für Innere Mission tritt am 13. September in Frankfurt a. M. zu einer Arbeitskonferenz zusammen. Im Mittel­punkt der Beratungen steht ein Vortrag überFriedensziele der Inneren Mission". Redner sind Prof. D. Mahling-Berlin und Pfarrer I 'ä g e r - Frankfurt a. M.

---Frankfurt a. M., 22. Aug. Zur Steuerung des W an­der f l e g e l u n f u g s, der sich im Taunus in immer unangeneh­meren Formen breit machitj, hat die hiesige Eisenbahudirektion das

ihr unterstellte Bahnhofs- und Zugpersonal angewiesen, gegen jedes ungebührliche Benehmen solcher Leute mit rücksichtsloser Sttenge einzuschreiten und gegebenenfalls die Schuldigen wegen Erregung! öffentliches Aergernisses oder groben Unfugs anzuzeiqen. Im Jn- . teresse der eigemlichen Wandervögel ist die Beseitigung des groben Unfuges der Watrderflegel mir zu wünschen.

O Frankfurt a. M., 22. Aug. Bei dem gesttigen Ren­nen gab es eine für Frankfurt ungewöhchich hohe Quote, und, zwatr 334 für 10, die der WallachCharleps Cousin" im Rosen- berg-Jagdrenuen für sich notieren konnte. Das Alerandcr-Rennen, imit 25 000 Mark dottett, gewannAnttvari". der schon oft sieg reiche Fuchsl-engst des Freiherrn von Oppenk>eim Die beiden Weinberg scheu PferdeEarneol" andFanal" spielten bei der Endentscheidung keine Rolle.

-- Cronberg, 22. Aug. In einem 6 Meter ttefen Wasser­loch eines alten Steiirbruchs in der Mammvlshainer Gemarkung sahen am Sonntag Ausflügler zwei Mützen auf der Wasseroberfläche schwimmen. Sic alarmierten die hiesige Feuerwehr, die das Loch auspumpte. Auf dem Grunde fand man die Leichen des sechs­jährigen Sohnes des Dachdeckers Ei ch m a n n und des 11 jährigen Lohnes des Architekten Kraft. Die .Ander waren beim Spielen in das Wasserloch geraten und mußten, da jede Hilfe loegen der entlegenen Stelle fern war, elend ertrinken.

X. Hanau, 22. Aug. Ein Rückblick auf die Kriegsnot vor 100 Jahren zeigt, welch unermeßlichen Tank wir Gott und unserem Herrn schuldig sind, daß jetzt der Feind von unserem Vaterland ferngehalten ist. Bekanntlich war es die gesamte, nach der Schlacht bei Leipzig noch übrige Armee Napoleons I., die Ende Oktober 1813 chren Weg durch unsere Heimat nahm. Ihr waren verschie­dene Streifkorps der Verbündeten voraus gegangen und unmittel­bar nachgedrangt, und audji die mittlere Marschkolonne der alliier­ten Hauptarmee, die ihren Weg von Leipzig aus über den Thü- rrnger .Wald nach Hünseld und Fulda genoimmen hatte, folgte! ihr aus der Kinzigstraße nach. Bei dem zerrütteten Zustande des französischen Heeres, dem Hunger und dem Mangel, die in ihm herrschten, konnte es nicht ausbleiben, daß überall in den Ort­schaften, die an und zu seiten der Heerstraße lagen, während der Retiradc Raub und Plünderung an der Tagesordnung waren Aber auch die Truppen der Verbündeten, namentlich die der Russen, nahmen. Ivaö sie bekommen konnten, und häuften bei uns schlimm' Kein Wunder, daß unsere Heimat in jenen letzten Oktober- und ersten Novcmbertagen v-or hundett Jahren ungeheure Verluste an Geld und Gut, an Vieh, Getreide, Heu, Stroh, Hausrat, Klei­dungsstücken, Nahrungsmitteln und anderen Trugen erlitten hat deren Wert in Geld ausgeschlagen eine gewaltige SmnMe darstellt. Nach einem summarischen Verzeichnis des Verlustes welchen die Ottschasten des Fürstlich Jsenburgischen Am­tes Ronneburg (Selbold) bei dem Turchguge der Armeen durch Bilvakieren, Plünderung und Fouragieren erlitten! haben, betrug der Verlust an Vieh: 144 Pferde, 11 Ochsen, 109 Kühe, 59 Schafe, 826 Schweine, zusammen im Werte von 37 945 Gulden; an Früchten aller Art: 15105 Malter = 120 840 Gulden; an Heu: 22 056 Zentner = 88 2L4 Gulden: an 6tro5: 1503 Fuder = 18 036 Gulden; an Getränken: 12 Ohm Wein, 6 Ohm Bier, 141 Ohm Branntwein 5182 Gulden; an H<wsrat, Kleidern, barem Gelde usw. = 88 397 Gulden. Der Ge- samtschaden belief sich, mithin auf 358 624 Gulden, eine für diese Zeit gewaltige Summe, zumal wenn man erwägt, daß das Geld damals einen dreünal so hohen Wert besaß, als heute.

X .Hanau, 2. Aug. Drei aus der Gegend von Kassel ent­wichen russische Kriegsgefangene sind dahier zu später Nachttstunde jim einsam gelegenen Stalle von dem erst 15 Jahre alten Akademieschüter Dinge ldein angehalten mid mit großem Geschack iezner Bahnhofsivache zugefühtt worden. Die Russen hatten "lehren Rucksäcken noch reichliche Lebensmittel. Sie waren seit 3 Wochen unterwegs. Dem jungen Manne ist vom Garnison- kommaudo für fern cutschl-osfenes .Auftreten Anerkennung gezollt worden.

g. Fulda, 22. Aüg. Zur Teilnahme an der diesjährigen preußischen B i s ch o f s ko n fe r e n z sind mrt Lause des heutigen Tages siebzehn Kirchenfürsten hier ein getroffen. Tie Eröffmrngs- ondacht zur Konferenz findet morgen vormittag in der Bonlfazius- gruft des Toms statt. Gleich nach> dieser Feier beginnen die Ver­handlungen in der Au^la des Priesterseminars.

T ^ ^ ^ k'ffeld, 22. Aug. Trotz des schlechten Wetters, das fast den ganzen Tag über lierrschte, fand ^das diesjährige R u - £Je ft auf der Wasserkupm eine Beteiligung von mehr als 5000 Turnern tmd Jungdeutschland-Mannschaften. Vormittags veranstalteten die Jungmannschaften unter Führung von Haupt- Mann N i e ß - Hanau und Gynrnasialdirekttw Dr. Müller- Fulda erue militärffche Geländeübung. Vor Beginn des volkstüm- ttchen Wetturncns fanden auf dem Gipfel der Wafferknppe fatho- lffche und evangelische Fekdgvt t esdie n ste statt. Die Turn­übungen fanden eine sehr jtarke Beteiligung und- zogen sich bis gegen Abend hin. Es erhielten erste Preise: in Klaffe I für Ju- gendliche über 16 Jahren Hans Fessel-Fulda, in Klasse II für jugendliche unter 16 Jahren Fritz Gesing-Hersfeld. Den vom Landrat von Doerberg-Fulda gestifteten Wanderpreis für Schulen errangen die Schulen zu Schachen und Maiersbach. Den Ver- 'anstaltungen wohnten zahlreiche Vettreter von staatlichen und militärischen Behörden hei.

X. Bad Brückenau, 21. Aug. Der in Königshofen wohnende Landwirt Heinrich Weigand stiftete 10 000 Mt. zum Betriebe der Kleinkinderbewahranstalt und die ambulante Kranken­pflege, weitere 15 000 Mk. zur Unterstützung würdiger katholi cher- kranker Kinder aus Königshofen.

steht ein Armeekorps gegenüber, dessen Stärke der seiner Xrn ven gleich oder dock) nahezu gleich ist. Mögen sie sehen, wie sie n'itein- andcr fertig werden! Wir wollen uns mit ihnen nicht befassen'" Jules Favre fand dies gänzlich unniögttch. Man Hab.' allerdings die Hilfe Garilmldis nicht verlangt. Ta aber die Umstände au ?ent italienischen Kondottiere den General eines französischen Armee­korps gemacht hätten, wäre es von ihm, dem Vertreter Frankreich,- Feigheit, Garibaldi im Stick zu lassen, ihn von einem Waf'cim stillstand auszaischließen. Während dieser Gegenrede nxu d.r^Zorn des Grafen Bismarrl gewachsen. Er bervegte sich auf seinem Stuhl, legte seine zur Hälfte aufgerauchtc Zigarre auf den Rand des Tellers, schlug mit denc Zeigefinger schroff auf den Tisch und ries: Und dock) muß ich ihn haben, denn ich möchte ihn in Berlüt hcrumführen, mit einer Tafel auf beur Rücken, aus der geschrieben stehen soll: Das ist die Dankbarkeit Italiens. Wie! ?chch allem, was wir für diese Leute getan l>aben . . . .! Es ist schmählich " Das Geschick blieb dem Vater erspart. Gc^ribaldis Söhne wären zu gering dafür, inach diesem Ktiege seine Rolle in Berlin zu spielen.

Märkte.

Gießen, 22. Aug. Marktbericht. Ans dem heutigen Wochenmarkte kostete: Bntter das'Pfd. 1,90-0,00. Hühnereier das Stück 20-00 Pfg., Käse das Stück 1000 Pfq., Kasematte 1 Stück 3 Pfennig, Kartoffeln das Pfund 7 Pfennig, Aiilch das Liter 30 Psg., Spinat 09 Pfg. vas Pfd., Gelberüben 15-20 Pfg. das Päckchen, Rosenkohl 00 Pfg. das Pfd., rote Rüben 1520 Pfg., Zwiebeln das Pfund 20-25 Pfg., Nüsse 100 Stück 0000 Pfg.. Blumenkohl 00-00 Pfennig, Sellerie 00-00 Pfennig das Stück, Kopfsalat 510 Psg. das Stück, Kohlraben 512 Pfg., Römisch Kohl 1012 Psg. das Päckchen, Lauch 0-00 Pfennig das Stück, Weißkra»lt 20 bis 50 Pfennig, Rotkraut 25 bis 60 Pfennig Gurken große 00-00 Psg., kleine 37 Psg. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht.

Oefsentlicher Wetterdien st, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mttlwocv, den 23. August 1916j Wechselnd bewölkt, ineist trocken, Teinperatur wenig geändert.

vermischtes.

, Dankbarkeit. In einem interessanten Auf-

satz.Die, Tage des! Schreckens m Italien", den wir in einem der letzten Hefte der bekamtten ZeitschriftDaZ Buch sür Alle" (Union, Deutsche Verlagsige-ssellschaft, Stuttgart) finden, erinnert Markus Setbert u a. an eine Aeußerung MsMarcks über Italiens Dank­barkeit mt Jahre 1870. Als Bismarck nach Sedan mit Jtiles FMwe verhandelte, kam es zu hatten Worten über Garibaldi. Graf d Herffson dm Ordonnanzoffizier Favres^, zeichnete damals auf: ..Ms das Gespräch auf Garihaldi und seine Armee vorr Dijon kam, funkelten die Lttlgen des Kanzlers und. nahmen den Ausdruck wilden Zornes an Man sah ihm an, daß er nur mit äußerster Mühe emen ebenso aufrichtigen wie heftig wühlenden Groll unterdrückte, mv c^^rEJS 1 '?' u J e ? Fllvre:Ich möchte Garibaldi von unsenen Waffensttllstandsbedrngungen ausgeschlossen wissen. Er ist nicht einer der Jhngen. Sie können ihn ruhig mir überlassen. Ihm

Letzte AachrrchteK.

Der Kampf in der Nordsee.

Rotterdam, 22. Aug. Der Mattnesachverständige der Daily News" lsagt anläßlich der Versenkung der englischen KreuzerNo t t in g h am" undFa l mo ut h": Es rst das erstemal, daß die Taktik der Deutschen Erfolg hatte. Sie versuchten ein kombiniertes Manöver mit einem Geschwader von schwerenj Schiffen und Unterseebooten. In den Kämpfen bei der Togger- baiik und bei anderen Gelegenheiten I>at der Gegner schon ähn­liche Versuche gemacht, englische Schiffe in eine U-Boot-Falle zu locken. Liber sie mißglückten. Die Vernichtung zweier wertvoller leichter Kreuzer ist ein wirkliches Unglück. Tie Operationen^ woran sie sich beteiligten, waren übrigens solche, wofür sie be­stimmt waren, rrämlich die Verfolgung überlegener feindlicher Streitkräfte, mit denen sie in Berührung kcrmeit.

Hierzu bemerkt derBerliner Lokalanzeigett": Sie sind doch Helden, die Herren Engländer in Taten und Worten! Die Vernichtung zweier wertvoller leichter Kreuzer ist zivar, wie der Marinesachverständige derDaily News" ineint, ein wirkliches Unglück, aber sie waren schließlich beide dazu bestimmt, überlegene feindliche Kräfte zu verfolgen, etwa so lvie der Hase den Hündi verfolgt, nicht? Nein, Herr Sachverständiger! Diesen Heldenmut überlassen wir ruhig Ihnen! Ta wählen wir schon lieber die Rolle der armen Verfolgers Daß wir dabei die heldenhaften Hasen mit gutem Appcnt verspeisen, steht fteckich aus einem anderen Blatte.

Berlin, 22. Aug. DieVossische Zeitung" schreibt: Seit der englischen Niederlage am Skagerrak entwickelt die englische Admiralrtät allen Scharffinn _ in der Konstruktion britischer See- Erfolge. Auch englische Minister haben wiederhott hämisch davon gesprochen, daß die denffche Flotte seit Anfang Juli sich ängstlich in ihren Häfen verkrieche, trotzdem es an kühnen Stveifzügeit unserer leichten Seestreitkräfte keineswegs gefehlt hat. Heute muß Reuter aber diebeträchtliche Aktivität" unserer Flotte anettennen. Mit Getnrgtuung kann imsererseits festgestettt werden, daß die sonst im Ein gestehen von Verlusten sehr zurückhaltende Admiralität schon jetzt zugibt, daß unsere U-Boote zwei der besten modernen englischen Kreuzer vernichtet haben.

Die Reichsfkeischtarte.

Berli n, 2L. Aug. Die Beratungen über dieErnfüürun g Hier Rei chsflei sch karte sind irunmehr zum Abschluß ge­langt. so daß mit der Veröffentlichung der einschlägigen Besümmungen in allernächster Zeit zu rechnen ist. wird ebenso, wie es jetzt vielfach bei Pen örtlichen Fleffchkarten der Fall ift, von Monat zu Moinat die Faeischmenge be­stimmt werden, die sich entsprechend den vorhandenen Fleisch­vorräten auf ungefähr 300 Gramm pro Kops und Woche ibelaufen wird. Um', die Mitte jeden Monats soll die Fleisch- menge bekanntgegeben tverden, die für den nächsten Monat in Betracht kommt. Die Fleischkarte wird das Fleisch aller Haus­tiere umfassen, auch die Haushühner werden der Fleischkatte unterliegen. Frei bleiben dagegen Gänse und Enten. Lange Umstritten war die Frage, wie das Wild behandelt rverden sollte. Die Entscheidung ist nunmehr gefallen, daß der Fleischkarte unter­liegen Rot- und Damwild, ferner Rehe und Schivarzwild, außer­halb der Katte wird verabfolgt: Hasen, Kanincherr und das jagd­bare Geflügel, also Rebhühner, Wildenten und Gänse, Wasser­hühner und dergleichen. In der Behandlung des Wildes wird aber voraussichtlich den Einzelstaaten eine gewisse Bewegungsfreiheit gelassen werden.

Todesurteile.

Nürnberg, 22. Aug. Vom Kriegsgericht bes Stell­vertretenden Generalkommandos Nürnberg wurden die In­fanteristen des 14. bayerischen Infanterie-Regiments Joseph Horn und Peter Eichinger wegen Mordes und ichweren Raubes zum Tode und wegen unbefugten Waffengebranchs und Fahnenflucht zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Außerdem rvurde auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebensdauer und ferner auf Entfernung aus dem Heere erkannt. Die beiden! haben am 15. Juni in der!e von Kausbeuren den Landrvitt Kreuzer ermordet und tun 1300 Warf beraubt. Beide mären ge­ständig und nahmen das Todesurteil mit Ruhe entgegen.

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Todes-Anzeige.

Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerz­liche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben Mann, unsern treueorgenden Vater, Schwiegervater, meinen lieben Sohn, Bruder, Schwager und Onkel

Ludwig Becker II.

nach kurzer schwerer Krankheit, heute morgen um 11 Uhr, im Alter von 50 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Elisabeth« Becker und Kinder Margaretha Becker Ww.

Karl Leun.

Familie Eckhardt.

Annerod, Lindenstruth, den 21. August 1916.

D!e Beerdigung findet Mittwoch, nachmittag; 2 Uhr, vom Sterbehau 8 Annerod. Kfrchstraöe 5, aus statt [,m

Am 20. August d. J., nachmittags 4 Uhr, starb in der Klinik zu Gießen, nach vorausgegangener Operation, im Alter von 75 Jahren, nach 32 jähriger Amtstätigkeit unser

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Nachruf!

Er war für uns und die Gemeinde ein treuer Berater und eine bewährte Hilfskraft. Von 1907 bis 1910 hat er die Bürgermeisterei­geschäfte vertretungsweise selbständig geführt und gezeigt, daß er es verstand, das Wohl der Gemeinde zu fördern. Bitter ist für uns sein Scheiden. Unvergeßlicher Dank und ein ehrendes Andeuken wird ihm von uns bewahrt

Im Namen der Gemeinde^*

Großh. Bürgermeisterei Saasen.

Schepp.

Saasen, den 21. August 1916. I5900D

in größter Auswahl das Stück zu 40, 50, 75 H 5945a

Milizen

Uin\lt\n Milizenbände.

Mk sr

Blusen.