Ausgabe 
18.8.1916 Erstes Blatt
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** Die P reise für Schuhreparatür cn. Die kürzlich in einer SchnhmacdwversamMuug in Frankfu r t a. M. a»»ge- küudigte Preis erhöhrmg von Sck. »hreparaturen auf 12 bis 18 Mk. bat. löte uns jetzt von dort berichtet wird, den maßgeberrden amt­lichen Stellen zu eingehenden Prüfungen der Berhältnisst Ber- unlassuna gegeben. Taber sind die Hofsnunm-n der Schrchmach-r um ein Bedeutendes herabgesetzt worden. Es wurde vereinbart, daN nach dem 1. September der Preis für Herren fohlen und -Flecke ans 5,50 bis G .Mark autb .j'üc Damensohlen und gierte auf 4,50 bis 5,50 Väark herabgesetzt werden sckll. Ms zum 1. September 'Losten die vorstehenden Reparaturen lZxlKens 6 und 7, bezw. 56 Mark. Groß sind diese Preisherabsetzungen gerade nicht.

** Die R ei chH-G e r st e n g e s e l l s cha f t m. b. H., Ber­lin gibt bekämet: Wie uns mitgeteilt Ibird. ist noch immer vielfach die Ansicht verbreitet, daN im neuen Erntejahr den Landwirten der freihändige T^erkauf von Gerste an die zu deren Verarbeitung berech­tigten Betriebe gestattet sei, und daß der gesetzliche Höchstpreis hier- be» nicht eingehalten werden müsse. Diese Ansicht beruht an» einer mißverständlichen Auffassung der durch die neue Bekanntmachung des! Bundesrats über G&xjffce ans der Ernte 1916 getroffenen Be­stimmungen. Nach ^ 20 Abs. 4 dieser Bekanntmachung kann näm­lich der Reichskanzler für den Ankauf der Gerste, welche die kontin­gentierte Betriebe benötigen, Bezugsscheine ausstellen und hat hier­über sowie über die Art des» lEinkaufs die näheren Bestimmungen zu treffen. Demgemäß ist durch Verfügung d.s Präsidenten des Kriegs­ernährungsamts, welcher insoweit gemäß gesetzlicher Vorschrift die dem Reichskanzler übertragenen Befugnisse ausübt, am 7. August 1916 nunmehr die Ausstellung solcher Gerstenbezugsscheine auch für das neue Erntejahr angcordnet und gleichzeitig bestimmt worden, daß diese Bezugsscheine zum Zweck des Ankaufs der Gerste sämtlich der neu begründeten Reichs-Gerstengesellschaft in. b. H. überwiesen werden. Der Erlaß der näheren Bestimmungen über diese Regelung des Gerstenankauss! ist der Reiehssuttermittel­stelle übertragen worden, welch die erforderlichen Bekanntmachun­gen demnächst erlassen wird. Aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß auch im neuen Erntejahr die kontingentierten Betriebe ihre Gerste nur durch Vermittelung der Reichs-Gerstengesellschaft m.b. £>. be­uchen können, welche an Stelle der in Liquidation befindlichen Gerften-Verwertungs-^sellschast m. b. H, getreten ist. Jeder frei­händige Ankauf beim Landwirt ist also nach mie vor ausgeschlossen. Zuwiderhandlungen gegen diese Regelung setzen sowohl den Landwirt wie den Ankäufer der Gerste der Bestra­fung aus § IO Nr. 2 der Gersten-Verordnung aus und führen zur ' Einziehung der unbefugt erworbenen Gerste bezw. des daraus her- gestellten Erzeugnisses oder seines Wertes gemäß 8. 28 der ange­führten Verordnung. Da ferner nach 8 4 der neuen Verordnung des Bundesrats über die Höchstpreise für Gerste vom 24. Juli 1916 der gesetzliche Höchstpreis nur bei dem «Erwerb von Gerste auf Grund eines Bezugsscheines überschritten werden darf, so ergibt sich aus dem Vorstehenden weiterhin, daß solche höheren Preise allein von der Reickss-Gerstengeseltschaft m. b. H. angelegt werden dürfen. Jede Außerachtlassung dieser Bestimmung durch andere als die von der . Reichs-Gerstengesellschaft m. b. H. mit dem Ankauf beauftragten 'Personen und Firmen wird gemäß, ß 5 der angegebenen Höchstpreis- Verordnung mit Gefängnis bis zu 1 Jahr und mit Geldstrafe bis zu IO 000 Mark bestraft.

** Spei se vera-reichun g in S peise wir t s cha s - te«. lieber btt Auslegung der Bekanntmachung betreffend Verein­fachung der Beköstigung vom 31. Mai sind insbesondere in Gast- wirtschrftskreistn Zweifel ausgetaucht. 8 I Absatz 2 der Bekannt­machung bestimmt, daß feste Speisefolgen l-öchstens folgende Gänge enthalten dürfen: eine Suppe, ein Fischgericht oder Zwischen^ gericht, zu dem Fleisch nicht verwendet ist, ein Gericht aus Fleisch mit Beilage, eine Süßspeise oder Käse, oder Dunstobst oder Früchte. Die.Frage ist nun, ob außer dieser festen Speifefolge noch das eine oder andere Gericht (außer Fleisch), insbesondere Obst ge­geben werden dürfe. Wortlaut und Sinn der Bekanntmachung! sprechen nicht dagegen, daß den Gästen, abgesehen von Fleisch­speisen, noch weitere andere Speisen, insbesondere Obst ans Be- steÄung verabreicht werden dürfe.

** Fristverlängerung. Die Kriegsgesellschaft für Dörlrgeinüse m.b. H. in Berlin hat mit Zustimmung des Be­vollmächtigten des Reichskanzlers bestimmt, daß Törrgenrüse bis zum 1. September ds. Js. ohne ihre Genehmigung abgesetzt werden darf. Lieferungen nach dem 1. Sptember sind nicht gestattet. Dadurch ist Fürsorge getroffen, daß in dem Handel mit Dörrgemüse keine Stockung pintritt. Die Kriegsgesellschaft wird bis zum 1. September die näheren Bedingungen für den Absatz festsetzen.

** Generalstabskarten. Da häufig Anfragen an die Kartenvertriebs stelle Coblenz gerichtet werden, ob die von der Königs. Landesaufnahme herausgegebenen Generalstabskarten jetzt während der Krstyszeit geliefert werden dürfen, sei daran s lnn- geniesen, daß gemäß Verfügung des KriegsMinisteriums der Ver­trieb der Karben dem Handel sreigegeben ist. Nur die Meßtisch­blätter im NLaHstabe 1:25 000 im Gr en z s chu tz ge bi e t e zirka 100 Kilometer vvn der Nord- und Westgrenze dürfen nur an Militär- und Zivilbehörden abgegeben werden. Alle übrigen Personen, welche Meßtischblätter im Gren z s chu tzge bi e te er* werben wollen, können einen Erlaubnisschein durch das Bürger­meisteramt beim zuständigen stellv. Generalkommando beantragen.

** Sein 25jäbrigen Dienstjubiläum hat am 15. August der Kulschr Philipp Bocher von Gießen ber der Firma C. W. Nvwack u. Sohn gefeiert. Bsck-er hat sich in dieser langen Zeit als tüchtiger Pferdepfleger berviestn. Durch das Großh. Kreis- amt wurden ihm schriftlich Glückwünsche und. dhnerkemrung aus­gesprochen. Die Firma Nowack u. Sohn übermittelte dem Jubilar eine wertvolle Uhr mit Inschrift sowie ein Geldgeschenk. Böcher «wurden auch aus anderen Kreisen zahlreiche Glückwünsche dar­gebracht.

® i e im heutigen Kreisblatt enthaltenen Bekannt­machungen betreffen: die Vornahme einer allgemeinen Bestands­aufnahme der w i ch t i g st e n L e b e n s m i 11 c I a m 1. Sep­tem b e r, Hausschlacht un gen, den Verkehr mit Obst und Gesuche um Zurückstellung vom Heeresdienst.

Landkreis Gießen.

o. Daü bringen, 18. Aug. stuck, agr. Otto Lehr, ,Dize- feldwebel und Offiz-Asp., wurde lt. A K. O. v. 31. 7.16, zuM Leutnant d. R. befördert, nach dem er einige Tage vorher mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden war. Er steht mit n«ch zwei weiteren Brüdern, von denen einer ebenfalls Leutnant und Batl.°-AL>j. ist, im gleick^en Regäm'eirt R.--J.-R. 221.

** Garbenteich, 18. Auq. Dem Pionier Ludw. Schneider von hier, der bei einem Minenwerferzug zuerst im Westen und jetzt im Osten kämpfte, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. .

-g- Grv ßen --L in den , 18. August. Gefreiter Karl Kolb von den weißen Dragonern wurde, nachdem er kürzlich mit dem , Eifernen Kreuz ausgezeichnet wurde, nunmehr zum Unteroffizier befördert. Bei den Kämpfen in Wolhynien wurde der Unter­offizier Wilhelm Vieh mann, ein Sohn des Bergmanns Wilh. Viehmann, mehrfach verwundet. Im Kreise Groß^-Gerau mehrere Jahre als Lehrer tätig, wurde er im Frühjahr vorigen Jaches ausgehoben und rückte im Herbst an die Ostfront aus, wo er sich die Hessische Tapserkeitsmedaille erwarb. Forstwart Georg S e i P p ist in der Forstwartvertoal klung des besetzten (Gebietes im Osten verwendet. Als (befreiter war er längere Zeit bei dem Aus- bftdungspersonal des Gießener Regiments imd zog von dort aus auf den östlichen K'rstgsschauplatz.

£a. Grünberg, 18. Aug. Ein Sohn des früheren Gerichts- dieners Kremmelbein, Georg Kremmelbein, dem bereits das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen wurde, erhielt die sächsische Friedrich August-Medaille und wurde zum G e i r e i t e n befördert.

ga. Lauter, 18. Aug Für seine Tapferkeit vor dem Feind wurde Albert Reitz zum Gefreiten befördert und zugleich mit dein Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 17. August. Der (chmeiuderat beschloß die Errichtung einer Kriegs-Volksküche. ui der gegen billiges Gei» atttagtvh eine gute Suppe verabfolgt werden soll- Die Ws-

und Durchführung des Planes n-urdvn dem Kriegshilfsverern Büdingen übertragen. Das Kochu und die sonstigen Arbeiten

in der Mcch übernehmen hiesige Frauen und Jungfrauen in un­eigennütziger ,Weist.

z. Glanberg, 18. Ang. Unsere schon so reich heimgesuchte Gcmemde hat ein nenes Opfer zu beklagen. Lluf der»» Felde der Ehre fiel, durch einen Grauatschuß bei einem Sturmangriff schwer verwundet, der Musketier Wilheln» Völker, der einzige Sohn semer Eltern, im Alter von 24 Jahren.

2 . Hirzenhain, 18. Aug. Ten Heldentod fürs Vaterland starb der Musketier Zeitz voll hier, der einzige Sohn seiner Eltern, eine in Turnerkreisen sehr bekannte lind um den hiesigen Turn- verein besoilders verdiente Persönlichkeit.

Kreis Alsfeld.

02 . B u r g - G e m ü il d e u, 18. Aug. Dem Unteroffizier Kon^ad R ü h l von hier, der vor einigen Wochen die Hessische Tapferkeits- inedaille erhielt, wurde am 5. August das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen.

Kreis Schotten.

sk. Schotten, 18. Aug. Gestern früh um */,6 Uhr entftanb in der Adamsmühle ein Z i in mcrbtanb, der durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr ziemlich bald wieder erstickt werden konnte. Der Sachschaden dürfte unbedeutend sein.

sk. Schotten, 16. Aug. Am Sonntag, den 4. August, fand aus Veranlassung des Regierungsrats Muhl im Beisein einiger Kveisausschußmitglieber eine Versammlung der Tresch- maschineubesitzer und Landwirte des Kreises statt, wo- bei erstere fast alle, letztere dagegen wenig vertreten waren. Be­züglich der beim Dreschen M stellenden Verköstigung des Dresch- perfonals, wofür gewöhnlich der Landwirt zu sorgen hat, wurden die Kreisausschußmitglieder beauftragt, bei der Behörde um Er­höhung der Fleisch- und Brotportionen vorstellig zu werden. Beim Festsetzen der Treschpreise entspann ficf> eine Aussprache: es mag hier einstweilen auf die den Zeitverhältnifstn entsprechende Er­höhung der Treschpreise Angewiesen werde-n. Dem Unteroffizier Herrn. M ei sing er, Res.-Jns.-Regt. 116, von hier, sowie dem Gefreiten Karl Heber lein, Res.-Jns.-Regt. 222, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse, dem Fahrer Wich. 'Spam er. Res.- Fußart.-Regt. 3, 2. Munit.-Kol., die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.

ch Feldkrücken, 18. Aug. Fürs Vaterland starb der Re­servist Burg im Res.-Jns.-Rgt. 116.

sk. Rebgeshain, 18. Aug. Dem Landsturmmann Karl Decher von hier, 6. Komp. L.-Inf.-Rgt. 81, rvurde das Eiserne Kreuz 2, Klaffe verliehen.

ch Rudingshain, 18. Aug. Aus denr Felde der Ehre starb der Musketier Stein im Res.-Jns.-Rgt. 83.

sk. Stornsels, 18. Aug. Dein Wehrmann Wilh. E d e l- m a rr n von hier, L.-Jirf.-Rgt. 87, rvnrde das Eiserne Kreuz 2. Kl. verlieherr.

Kreis Friedberg.

oa. Friedberg. 18. Aug. Dem Vize-Postdirektor Frisch des hiesigen Postanrts ist als Hanptinann der Reserve das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen worden.

oa. B r u ch e u b r ü cf c ti, 18. Aug. Kar! Michel, Sohn des Phil. Hch. Michel, der bei einem Artillerie-Regiinent seil Kriegs­ausbruch kämpfte, erhielt das Eiserne Kreuz.

Starkeuburg und Rheinhessen.

Mainz, 18. Ang. Die Stadtve r ordnete nver- s amm lung beivilligte für Ren- und Umbauten auf dem kürzlich erworbenen Windhänser Hof 108 900 Mt. Das Gut soll zu einer städtischen Schiveinemastanstalt und Milchivirtschast Verwendung finden.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 18. Aug. Im Steinbruck) der Bnderusschen Eisenwerke wurde der 52jährige Arbeiter Heinrich F e t h aus Stein­dorf durch abstürzendes Gestern getötet.

ra. Wetzlar, 18. Ang. Gegen die überhandnehmenden Fl n r s ch ad e n zur Nachtzeit er-laßt der RcaiernngSprä,'ident nad^. stehende Verordnung, die durch die Ortsschelle in sämtlichen Kreis- gemeinden bekannt gemacht wurde: Das Betreten der bestellten und noch nicht abgeernteten Felder von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens ist bei Strafe verboten. Ausgenommen sind Fläck)en, die als Hausgarten dienen und mit dem Wohnb^efitzttlm unmittelbar verbunden sind.

bz. Dondvrf, 18. Apg. Tie Wittve Jak. Phil. Schneider von hier erhielt dieser Tage aus dem Felde ein an ihren Sohn, den Musketier Joses Schneider, abgesandtes Paket zurück mit dem Vermerk:Ans dam Felde der Ehre gefallen". Glücklicherweise beruhte der Vermerk nicht aus Wahrheit, denn der Sohn befand fick) zurzeit gesund und munter hier aus Urlaub bei seiner Mutter und konnte seine Todesnachrickst selbst in Empfang nehmen. Den Jnlivlt des Paketes, bestehend aus Butter und anderen guten Sachen, konnte der Dvtgesagte mm daheim bei seiner Mütter mit gutem Appetit verzehren.

d. Aus dem Kreise Wetzlar, 17. Ang. Für die Söodfe vom 13. bis 19. Llugust stehen dem Kreise Wetzlar für die Zivil­bevölkerung und Gefangenen komm« udos unter J.00 Mann zur Verfügung: 22 Kinder. 52 Schweine, 35 Kälbcw und 9 Schafe. Es ientsällen auf die Bürgermeistereien Aßlar 4 Rinder, 6 Schveiue, 5 Kälber und 1 Schias. Krofdorf 2 Rinder, 7 Schweine, 3 Kälber und 1 Schaf, Braunfels 4 Rinder, 8 Schweine, 5 Kälber und 1 Schaf, Ulm 1 Rind, 5 Schveine, 3 Kälber und 2 Schafe, Hohen­solms 1 Rind, 1 Schwein, 2 Kälber und 1 Schaf, Rechtenbach 1 Nmd, 3 Schweine, 2 Kälber und 2 Schafe, Schvalbach 1 Rind. 5 Schweine, 3 Kälber und 1 Schaf und Stadt Wetzlar 8 Rinder, 17 Schweine und 12 Kälber. Das Einsammeln unreifer Hasel­nüsse im Kreise ist verboten. Ter Erzen gerHöchstpreis für F r ü hta r to f fe l n in der Rbeinpwvinz ist durch die Proviirzial- rartvffelstelle der Rhnnpi'ovinz in Köln mit Wirkung vom 7. August 1916 ab auf 5,50 Mark für den Zentner festgesetzt.

ra. Aus! dem Kreise Wetzlar, 18. Äug. Die Getreide­ernte hat ihren Höhepunkt erreicht:, sie fällt durchweg befriedigend -S. Ueberall in den Ortschaften surren die Dreschmaschinen, es fehlt vielfach an Arbeitskräften, da gilt es sich gegenseitig Hilfe zu leisten. Der Flegeldrusch, welcher sich früher bis um die Weih­nachtszeit binairszog, ist fast gänzlich in Abgang gekommen. Heutzu­tage fährt jeder kleine Landivirt seine Getrerdevorräte zur Maschine, die in wenigen Stunden die Tresck>arbeit erledigt.

Hessen-Nassau.

da. Biedenkopf, 18. Aug. Major d. L. Sommerlad wurde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen. Außerdem Gefreiten Ludw. Wagner von hier im Nes.-Jnf.-Rgt. 254.

nl. Biedenkopf, 18. Aug. Das Eiserne Kreuz wunde ver­liehen: dem Vizefeldw. Robert Zimmer mann beim Artillerie- Meßtrupp 3, sowie den Samtätsgefveiten Heinrich Kunkel aus Wiesenbach, in einem Garde-Jnfanterie-Regiru'ent. Unteroffizier Hemrich Wagner aus Wiesenbach, im TWr. Jnsmrtorie-Reg!- meut Nr. 96, ist mit der Schwarzbnrger Verdienstmedaille aus- gezeichn-et worden.

F C. Grebenau, 18. Aug. Beim Schwinunen in der Fulda ertrank der achtjährige Sohn des zurzeit im Felde stehenden Uferwärters A ß m a n n.

** Fran kfürt a. M., 18. Aug. Das Plakat zur Mod e- wochc ist erschienen und kündigt eine wichtige Aenderung an, welckpe sich ans feuerpolizeilichcm Grürnden notwendig machte: Die Ausstellung besirrdet sich im Msstellungssaal der Neue n Börse, die Mode s cha u nn^ alles Uebrig e , wie bereits! angekündigt, im Schurn annthea ter. Ein AuÄunsts- und Verkaussvermittlungsbüreau wird in der Neuert Börse eingerichtet.

= Frankfurt o. M., 18. Aug. Im Streit stieß in der Alten Mainzergasse ein Mann seinen Gegner di« Treppe hinab. Der Hinabgeworfene brach das Genick und war sofort t o t.

--Frankfurt a. M., 17. Aug. Eine wohlorganisierte Diebsbande sncht seit Wochen allmrchtlich etwa 16 20 Keller heim und raubt aus diesen die L e b e,r S in i k t e l v o r r ä t e. Sie arbeitet in fast alle»» Fällen nach dem gleichen Schema: Oeffnen der HattStüren durch Nachschlüssel und Anfspre»,gen der Kelker- türen. Bisher konnte die Einbrecherbande noch' nicht verhaftet werdeit.

Ist. Herborn, ^18. Aug. Tie UrsackZe der gesderu in dm BvLuerei Adolf Sich ramm ersiststk Ex pCo sum wird auf

em Versehen zurückgeführt. Es fehlte an Armnorriak: ein Arbeiter wurde deshalb z)ir Bahn geschickt, um ftne Flasche AmmonTak von 'der ^angeLimmenen Sendung voraö zu 7,ölen. Hierbei soll nun bve Verwechselung vorgelommen sein. Ter öetrefferwe Arbeiter br/ulstc anstatt Aimnoniak eine Flasche Sauerstoff, der bekanntlick> zum autogenen Schweißen verivaudt wird. Ter Braumeister schloß, nichts ahnend, die Sauerstoffflasck>e an und wenige Minuten daraus erfolgte die starke Explosion. Sauerstoff gibt in Verbindung mit Anlmoniak Knallgas. Alle Rohrleitungen der EisTTMschine waren mit einem Schlage geborsten und alles Bremrbare umher sing Feuer, das durch herbeieilende Arbeiter glücklicherweise sofort ge­löscht werden konnte. Die WiA>erHerstellung der Eismaschine wird mrndestens 6 Wochen in Anspruckr nehmen: während dieser Zeit muß der Brauereibetrieb eingestellt werden. Die Verletzungen des.Braumeisters sind sehr schmerzhaft, Man hofft jedoch, ichr ohne daß er dauernden Schaden erleidet, wieder Herstellen zu können.

ul. Ebern Hahn, 17. Aug. Uirser Dorfbrunnen, wel­cher bis zur Anlegung der Hochocuckwasserleitung.im Jahre 1911 fast den ganzen Ort mit gutem Trinkwasser versorgte, ist nun! seit 14 Tagen vollständig versiegt, ebenso einige gegrabene Haus­brunnen. In dem Tongrubenbetrieb der GewerkschaftEintracht" unterhalb unseres Ortes ist im dortigen Tageban einige Tage vorher plötzlich eine Waiserguelle ausgetreten, die so zunahm, daß der Betrieb eingestellt wurde und noch eine zwefte Pumpe mit elektrischem Antrieb zur Bewältigung des Wassers angelegt werden soll. Man sckrließt daraus, daß unser Torfwasser dort zrrtage tritt. Unsere Quelle l)at ihren Ursprung in der Mitte des Dorfes, und bei .Anlegung der Wasserleitung mürbe dort ein Be­hälter erbaut, von wo aus, wenn das Wasser der neuen Leitimg nicht aus reichte, tue tiefer gelegenen Wohnungen lnoch 33 Haus- anschlüsse) mit Wasser reichlich versorgt wurden. Auch ein untm- irdiscl^r d Brandtvoiher erhielt seinen Zulauf aus dieser Quelle. Abhilfe ist dringend geboten, und es besteht, wie mau hört, die Absicht, im Marktwalde, Ivo das Wasser der Hochdruckleitung ent­springt, nach weiteren Quellen zu filmen, um einem etwaigen, Wassermangel vorzubeugen.

X. Kassel, 17. Aug. In der dahier abgehaltenen Haupt­versammlung des Hessischen Tiakonissenhauses wurde u. a. mii- geteilt, daß^iu der Gappe lJwankreich 17 Sckitoestern und aus dem Balkan 4 'Schwestern arbcitcn. Ungefähr IM Schwestern pflegten in den Etappen- urrd Heimatlazaretten durchschnittlich 2500 ver­wundete oder erkrankte Krieger. Zu den bisherigen Lazaretten im Mutterhause zu Kassel, in Guntershausen, das noch um 30 Betten vermehrt wurde, in Schlückftern und Steinau übernahm das Mutlerhcuch noch die Verwaltung eines zweiten Vereinslazaretts im alten Kranken hause zu Schlüchtern und am 1. Januar 1916 ein Bereinslazarett mit 26 Kriegsbeschädigten in den.gemieteten Räumen der psycknatischen Klinik am Ortenbergr bei Marburg.

^ Hersfeld a. d. Fulda, 17. Aug. Beinr Baden in der

Fulda ertrank der 8jährige Sohn des zurzeit im Felde stehenden Uferwärters A ß nt a n n aus dem benachbarten Grebenau.

F. C. Von der M a i n s ch i f f a b r t. 17. Aug. In den letzten 14 Tage,, war der Schiffsverkehr ziemlich schwach. Rumänisches Getreide blieb, außer ein paar kleinen Postchen Hafer und Gerste, auef) diesmal aus. Im übrigen kamen Kohlen und Eisen an Borg.

F C. Aus Niederhessen, 16. Ang. Auf dem Gefangenen lager-Friedbof bei Niederzwehren fand die Enthüllung eines mit Inschrift versehenen großen Gedenk st eins für die bisher un dortigen Gefangenenlager verstordenen Kriegsgefangenen statt. Zahlreiche zur Feier von den Kriegsgefangenen gewidmete Kranz­spenden wurde»» an dem Deukftvin niedergelegt.

Verrnischte».

Erdbeben.

Bern, 17. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Mailänder Blätter melden, daß die Eisenbahnlinie an der Adria durch das Erdbeben unterbrochen vmrde. Die PräfeAen von Pesaro und Ancona berichten, die Panik unter der Bevölkerung sei sehr^ groß. In Ri mint wurde der Bevölkerung verboten, wieder in die Hauser zurückzukehren.

Amtlicher Wetterbericht.

Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen an» Samstag, den 19. August 1916: Vorwiegend bedeckt, Nachlassen der Niederschläge, Temperatur weilig geändert.

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Letzte Nachrichten.

Der König von England an der Front.

Haag, 18. Aug. In einen» Bericht gibt der Spezialbericht­er statt er derTimes" über den Besuch des englischen Kö­nigs a n d e r F r o n t noch folgende Einzelheiten: Der König be­gab sich oft in die gefährlichen Zonen, was bei den Truppen große Betounperung hervorrres. Sein Besuch war nirgends zuvor ange­kündigt worden, so daß die Truppen allerorts überrascht wurden. Sie brache»» in brausenden Jubel aus. Als der König eine ver­lassene Stadt durchschritt, war die Bwölkerimg, die auf de» Ruinen stand, ftoh überrasäft, als sie den König u»»d den Prinzen von Wales plötzlich in ihrer Mitte sah. Der König besuche auch den Ort, wo er im vorigen Jahre vom Pferde gestürzt war. Er stu­dierte mit dem Oberbefehlshaber Haig die Karten. Sonntag besuchte er das belgische Königspaar und deren beide Söhne.

Die Schwierigkeiten des englischen Heeres an der Somme.

Haag, 18. August. DerDaily Expreß" beschreibt die Schwierigkeiten, mit denen das englische Heer an der Somme zn kämpscn l)at, imb erwähnt voll Bewunderung die von den Dat­schen hergestellten Unterstände und unterirdischen Wohnräume. Besonders lobend wird ein Apparat beschriebe»», mit dem die Deutschen die Erde aus diestm Unterständen sofort in Sandsäcken nach -oben befördern, wo sie für den Ban der Berschan zuugen verwendet »verde. 30 Fuß unter der Erde »ourde ein »Zu­ständiges Lazarett für 30 Patienten gefunden.

Eine englische Anfrage an Rußland?

Genf, 19. AugList. ,,L'Eclair" meldet aus Lvndon: Die englische Regierung verlangte in Petersburg freundschaftliche Aufklärung über die Absichten Stürmers, da Gerüchte davon sprächen, er suche euren Separatfrieden zu erlangen. Stürmer grrb eine Erklärung ab, in der er seine völlige Einigkeit mit den Absichten des Bierverbandvs bekundete.

Ein Rfesinskandal in Petersburg.

Stvckhvlm, 18. ^bug. Ten U»»terschlagungsffanda1e»». die im»erlwlb des russischen Etwklmtronsulwultützungskomrtee- aupw deckt »vurben, folgt setzt eine »ocseirtlich sensakioireUere Unterscista gungsgeschickste innerhalb der >do»mnisschn zur Versorgung dev Hinterbliebenen gefallener Krieger, ,oorrn Darireu der Xwsgeiell schaft mit den höchsten Beanrteukreißm vermischt sitzen. Ter sehr beträckstlichc Fonds der WohltätigkeüsgeseUsck>aft ist spurlos m schwmidcu. Seitens der Dame»» einiger hockiaristokrat»scher Krrisc wird irun gegen die Vorsitzende, Madame Stürme r, der schu^v- Vorwurf erhoben, daß sie miildestens wisst. »»>o die Gelder gc-bLieiv»» sind. In lder letzten Sitzung unrrdevffrm der Verdacht ausgesp»ruchen, die Gattin des Mruisderpräfttamtcn iiabe die sthllmde,» O^esder es handlet.sich um mehrere N»»U»onen ja» eigenen Zn>rken! vernrandt Madame Stürmer trat darauf entrüstet m»s de,n Ko unter aus, viele Damen ber ersten Hofkoeist Mntm, so daß die Gefahr vor1)ande,» ist, daß die «wsamw für aüe BeteüigNm gimck» einträglich' Stifümg »wlsig verschvirrdet.

Die Riesenverluste der Russen.

Wien, 18. August. Mit wachsender Besorgnis verfolgt man kut ..Neues Wiener Jemen»!" in Rußland die wir ß e r o r den ti ich hohen Verluste, ux^xrlb b»whivssen »oordc», ke»»re öffentlich»» Berlustliskeu mehr ausz»»<tzch'n. Die letzte List? d< Kiewer Zentrala»ntes führt ungefähr 600000 Räum» und IOiK'ü O ffiziere an. Besonders groß sind dre ^wftcsb' im Fliegerkvr;>>. ivas <uls bislwr unbeka»»»»t geblvch»' ü«Wmehww»sei» Mr See hinchuteü