Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nutzer der gewöhnlichen Gefechtstätigkeil an der unteren Vojusa nichts Neues.
Der Stellvertreter des Chefs des Geueralstabs v. Hücker, Feldmarschalleutnant.
Ereignis sezurSee.
In Erwiderung des feindlichen Fliegerangriffes auf Triest hat in der Nacht vom 16. auf den 17. ein Flug zeug ge sch wader Venedig angegriffen. Cs wurden der Bahnhof. Magazine, das Arsenal und militärische Objekte ausgiebig mit schweren, leichten und Brandbomben belegt, viele Volltreffer erzielt und ein großer Brand in den Vahnhofsmagazinen erzeugt. Ein zweites Geschwader griff erfolgreich den Inncnhafen von Grado. eine Batterie am unteren Isonzo und militärische Objekte von Monfalcone an. Trotz heftiger Abwehr sind alle Flugzeuge unversehrt eingerückt.
Flottenkommando.
Wirkung der Letzten Zetzpelina,»griffe.
Berlin. 17. August. (WTD. Nichtamtlickst) lieber die beim Luftangriff vom 8./9. August auf die englische Ostküste erzielten Erfolge ist trotz möglichster Gcheim'- haltung durch die englischen Behörden bisher folgendes bekannt geworden: In H u l l am Humbcr wurden in der Dock- statiou der North Eastern-Eisenbahn-Gesetlschaft. sowie in Holzlagern in der Nähe davon, große Brände verursacht. Kohlenübernahme schiffe am Humbcr und an den Kaianlagen wurden schwer beschädigt, ferner wurde eine Munitionsfabrik in Brand gesetzt. Ein voller Getreidespeicher von 260 Meter Länge b rann te g ü n z l i ch a b. Die M on u m e n t a l b r ü ck e ist völlig zerstört. Das große Zollhaus und verschiedene Häuser in seiner Nähe sind bis a u f d e n G r u n d a tz- gebrannt. Großer Schaden wurde in den Alexandra- Docks angerichtet. Ein ganzes Dock soll unbrauchbar ge- .nracht sein.
Ferner ist festgestellt, daß zwei bei Hawthorn. Leßlie u. Co. (Hebburn) auf Stapel liegende Torpedoboote vernichtet worden sükd.
Bei Gates He ad ist ebenfalls eine Munitionsfabrik in die Luft geflogen. Außerdem wird sonst noch sehr schwerer Materialschaden gemeldet. Ein Ladung nehmender russischer Dampfer wurde total vernichtet. In Middlesborough. West Hartlepool und Whitby sind große Brände besonders von Fabriken und Einstürze von Lagerhäusern am Pier festgestellt wordM.
Allgemein herrscht in England große Trauer und Bestürzung über diese neuen großen Erfolge unserer LuftschHft. Die Erregung unter der Bevölkerung ist groß. Der gierung werden schwere Vorwürfe gemacht. Mit Schnecken sicht man neuen Angriffen entgegen. Die Vorschriften über Wütenden, sowie sonstige Abwehrmaßregeln werden dauernd nach Möglichkeit verschärft.
Der französische Bericht.
P«riS, 17. Aug. (WTB.) Amtlicher Bericht vom Mittwoch
nachmittag.
Die Nacht verlief auf dem größten Teil der Front ruhig. Die Franzosen zersprengten deutsche Patrouillen in den Argonnen in Richtung La HarazHes. An der Front von Verdun ziemlich leb- Mftes Geschützter in den Abschnitten von Thiaumont, Fleury, ?Vaux und Ehapitre.
Luftkrieg: In der Nacht zum 16. August warfen deutsche Flugzeuge einige Bomben auf Belsort. Niemand wurde getötet.
Paris, 17. Aug. (WTB.) Amtlicher Bericht vom Mittwoch labend. An der Somme-Front schritten tvir nach einer kräftigen Artillerievorbereitnirg am Nachmittag zur Offensive, die uns nördlich Maurepas bedeutenden Gewinn eintrug. Unsere Truppen nähme,: in Verbindung mit dem britischen Heere eine» gantze Linie der deutschen Gräben ans einer Front von ungefähr 1500 Metern und erreichten einige Punkte der Straße G u i l l e - Mont — Maurepas. Südlich dieses Dorfes wurden auf einer lFchont von 2 Kilomieter und einer Tiefe tarn 300 bis 500 Meter wftc Stellungen des Feindes östlich der Straße Maurepas—Clery nach einem sehr heftigen Kampf, der dem Feinde erhebliche Verluste kostete, durch unsere Infanterie gleichfalls besetzt. Diese weiden glänzend geleiteten und schnell durchgefichrten Kampfhandlungen gestatteten uns, eine Anzahl Gefangener zu machen, derer: Zahl noch nicht festgestellt ist. Südlich der Somme gingen um dieselbe Zeit unsere Truppen zumk Angriff vor midi bemächtigten sich in einem einzigen Schwünge eines Systems stark befestigter deutscher Gräben auf eine Länge von ungefähr 1500 Me- 'ter südlich Belloh — en-Santer re. An 60 Gefangene blie- 'ben in unserer Hand. Aussetzender Geschützkainps aus dein übrigen Fvontteile.
Velgischer Bericht. Heute herrschte sehr lebhafte Tätigkeit der FeLdarttllerie und der Grabengeschütze in der Gegend von Dixmuide.
Uebertreibungen im russischen Heeresbericht.
Petersburg, 17. Aug- (WTB. Nichtanttlich.) Aus dein russischen HeereÄericht vom 16. August nachmittags: Nach abgeschlossener Zahlung ist die gesamte Beute der ' Truppen des. Genaxals Bruffilom in der Zeit vom 4. Juli bis 13. Llugust und irm Laufe der Unternehmungen zur Eroberung der im Winter aus- aebauten deutschen und österreichischen Stellungen vom Pripjet Ms zur rumäniscl>en Grenze folgende: Gefangene Offiziere und Soldate» (Feldtruppcu, Etäppentrupven, Train, Sanitätspersonal usw.). Geschütze und Maschinengewehre: 1. Armee des Generals Kaledrn: 2384 Offiziere, 107 225 Soldaten, 147 Geschütze, 459 Maschinengewehre, 146 Bomben- und Ndinenwerser. 2. Armee des Generals Letschitzti: 2139 Offtziere. 100 578 Soldaten. 127 Geschütze, 424 Maschinengewehre, 44 Bomben- mW 9Nrnen- werser und mehr als 35 Munitionswagen. 3. Armee des Generals Sacharow: 1967 Offiziere, 87 248 Soldaten, 76 Geschütze, 232 Mnschincrrgewchre, 119 Bomben- und Minenwerser und mehr pks 128 Murritionswagen. 4. Armee des Generals Tscherbatschew- 1267 Offtziere, 55 794 Soldaten, 55 Geschütze, 211 Maschinengewehre, 29 Bomben- und Minenwerfer, 129 MunittonÄoagen. I m ganzen: 7757 Offtziere. 350 845 Soldaten, 405 (beschütze. 1326 Paschiuengewehre, 338 Bomben- und Minenwerfer, 292 Muni- tumswagen. Anßerdenr eine Anzahl Getoehre und 30 Werst Feld- bahnmaterial, Telephongerät, mehrere Artilleriedepots und Pionier- gerät. I
Westfront: Die Lage ist unverändert.
Kaukastrsffront: In Persien schlugen wir Angriffe von feindlichen Streitträfte westlich Kalapaisova und Ralapasova (?) südwestlich im Urmia-Sees ab.
Vutzki Oberbefehlshaber der russischen Rordarmee.
P-eckersbnrg, 17. Aug. (WTB.) Meldung der Petersburger Delegraphenngenttrr. Gener«ladjutcmt Rußki ist Mini Oberbefehlshaber der Armeen der Nor^d- front ernannt worden.
Ter bulgarische Bericht.
Sofia, 16. Aug. (WTB.) Der General st ab berichtet:
Am 14 August abends erösfnete die feindliche Artillerie ein heftiges Feuer auf unsere vorgeschobenen Stellungen süd- k.ftch und w«llich vom Dorr an-See. Unter dem Schutze dieses
Feuers griff die feindliche Infanterie nachts diese Stellungen an, wurde aber zurückgeschlagen. Darauf setzte die gegnerische Artillerie das Feuer fort. Am 15. August vormittags griff der Feind von neuem die genannten Stellungen an. und zwar mit beträchtlichen! Ltrcitkräften, er nmrde wieder zurückgewiefen und genötigt, sich in großer Unordnung zurückzuziehen. — An der übrigen Front schwaches Geschützfeuer und Patrouillengefechte.
Aus Rumänien.
Bukarest, 16. Aug. (WTB.) Der Vertrag über den Ankauf von Braugerste und Erbsen wurde durch
die Mittelmächte heute unterzeichnet.
Bukarest, 17. Ang. (WTB. Nichtamtlich.) „Stcagul" zufolge, fanden gestern im K r i e g s mi n i st e r i u m B e r a t u n - g e n statt, an denen der Ministerpräsident, der Generalsekretär des Kriegsministeriums, der .Kommwrdant des 3. Armeekorps urrd der russische Militärattache -Oberst Tatarinow teilnahmen.
Noch eine &tndjt des Reichskanzlers
in die Oeffentlichkeit.
Blerlin, 17. Aug. (WTB.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:
Seit kurzem :i«rb,_ wie es scheint, in weiten Kreisen eine für schonende Kr: egfnhrnng gegen England eintretende Denkschrift verbreitet mit der Behauptung, daß der Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatssekretär Dr. H e l f f eri ch , der Verfasser sei. Staatssekretär Helsserich steht dieser Denkschrift gänzlich fern. Dasselbe gilt ho:: allen übrigen leitenden Persönlichkeiten. Es handelt sich hier offenbar abermals um eine jener infamen Treibereien, durch die eine kleine, aber skrupellose Cligue immer wieder den gänzlich haltlosen Verdacht gegen die Reichsleitung zu verbreiten sucht, als ob sie sich aus schwächlicher Berstäirdigungssucht scheue, g&]en England Kriegsmittel anzuwen- dcn, durch luelck-e Engllnrd in kurzer Zeit zürn Frieden gezwungen werden könnte. Da der Urheber dieser neuen Treiberei bisher nicht ' ermittelt merben konnte^ wird der Sachverhalt hiermit öffentlich fest gestellt.
Neue Erfolge der deutschen Secftugzeugc.
Berlin, 17. Aug. (WTB. Amttick).) Am 15. und 16. Aug. haben unsere S e eflugzeuge erneut die F l u g st a t i o n Pape n hol m auf O e s e l und am Strande der Insel Runöe stehende feindliche Flugzeuge mit gut deckender: Spreng- und Brandbombe:: angegriffen. Trotz listigen Abwehrfeuers mit anschließendem Luftkampf sind unsere Flugzeuge sämtlich wo h! b eh alten z n r ü ck g eke hr t.
Ein in derselben Nacht von vier feüwlichen Flugzeugen aus A n g e r n s e e ausgeführter Angriff verursachte nur geringen Sachschaden.
Die Beschießung dorr Reims. -
Berlin, 17. Aug. Nach dem „Berliner Tageblatt" berichtet der „Matin" über das letzte Bombardement von Reims durch deutsche Flugzeuge: Am 13. August gegen 7 Uhr abends brachen in verschiedenen Stadtteilen Brände aus, welche durch herabgeworfene Bomben verursacht waren. Das Zivilspital wurde vollständig vom Feuer zerstört. Das Feuer wütete die ganze Nacht und den darauffolgenden Tag.
Deutsch-schweizerische Verhandlungen.
Bern, 17. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die Unterhandlungen der Abgeordneten des Bundesrats und der deutschen Reichsregierung üb-er die gegenseitige Ein- und Ausfuhr haben heute begonnen,. Täglich wird eine Beratung der Gesamtabordnung abgehalte'n. Daneben finden Beratungen der Unterausschüsse über Einzelfragen statt.
Eine Landesverteidigungsfterrer in Holland.
Haag, 17. Aug. (WTB. stkichtamtlich.) Die Erste Kammer hat einen Gesetzentwurf angenommen, der die Einführung einer Landesverteidigungssteuer vorsieht.
Zum Besuch des englischen Handelsminifters in Italien.
B e x n, 17. Aug. (WTB.) Der „A v a u t i" bringt einen Leitartikel gegen Rune im an mit der Ueberschrift: „Bananen von Runciman". Dieser Titel stützt sich auf einen von köjtlicl>er Naivität und geographischer Unkenntnis zeugenden Rat Nuncimans, Italien rnöchte, um sich dem englischen Geschmack anzupassen, vor allen: Bananen pflanzen. In dem Artikel, der eine Zensurlücke von fünf Zeilen auf- w-eift, heißt es unter anderem:
„Runcimm: verbrachte vier oder sechs Stunden in Mailand: znM Sttinden brauchte er im Hotel, um Toilette zu machen, zwei bis vier weitere Stunde:: verwandte er dazu, um zu baukettiereu» und zu redeu. Es scheint nicht, daß vier ^bis sechs Stunde:: einem Bürger genügen können, um' über die Wünsche und die Gemütsverfassung einer Stadt sich zu unterrichten, selbst wenn dieser Bürger der klügste Minister >des umsichtigsten Landes wäre." — Da jedoch IRuweiman ausdrücklich sagte, daß ihn: diese Zell genügt habe, um sich über die Wünsche Mailands zu vergewissern, will der „Avanti" ihm Glauben schenken, da er niemals Zweifel an der Aufrichtigkeit irgendeiner Person hege, um so weniger, n»eun diese Person ein Minister des alleraufrichtigsten Englands sei.
Der „Avanti" hofft sc>gar, daß die italienische Regier:lng zu derselben Feststellung und ihren praktischen Folgen komnien nxude, wie Herr Runciman, d. h. zur Kriegserlläramg an Deutschland. Wem: nämlich das itaiicrtifcfje Bott, ime Runciman seststellte, nicht den Frieden wolle, so:rdern den Kr«g, und zwar de:: Krieg gegen Deutschland, wenn ferner dieser Krieg von dem größten Bundesgenossen Itulions verlangt werde, demjenigen Bundesgenossen, der die Kohlen^ Schisse und Gelder in der Hand habe, dann will der „Avanti" nicht Einsehen, weshalb die jetzige italienische Regierung und besonders die demokratischen, republikanischen und reformistischen Minister sich nickst beeilen, den Wrmsch des ttalieni- sEen Volkes und seines größten Verbündeten zu erfüllen. Es handle sich zudern nur um cintz äußere Formalität, wie der über Italie:: gut unterrichtete Herr Runciman sagte. Rrmciman ve-r- langte von Italien nur zwei kleine Dinge, Krieg gegen Teutschlano und Unterrversimg Italiens unter die englisch-rusftsch-ftanzösische Wirtschaftsliga. Italien rnüsse sich dieser Liga unterwerfen, denn es werde wegen seiner wirtschaftlichen Lage den anderen Eritente- mächten geradezu tributpflichtig sein müssen. Mir brutaler Offenheit kennzeichnete Runciman diese Stellung Italiens.
Der „Avanti" konrmenttert dann die Aeußerung Rnncinums, Italien solle sein Heil in der Bananenkultur suchen, und bemerkt dazu: „Wir wissen nicht, ob die Aeußerung Runcimans «m Morgen erfolgte oder in jenen Narhnrittagsstunden, während denen der Engländer, vielleicht aus Angst, allzu lofsercherzig zu sein, gewohn- beitsgemäß kerne Geschäfte mehr abschließt. Sicher ist aus jeden Fall, daß der Rat zum Bananenexport geradezu wrbezahlbar ist Die Lösung des wirtschaftlichen Problems zwischen England und Italien wurde nur durch Runciman gefunden. Italien liefert England Zitronen, trockene Feigen, Mandarinen und Banmren. wennj deren Preise die spanische, porttrgiesische und algerische Konkurrenz uNd die Konkurrenz der englischen Kolonien schlagen können: England liefert dagegen Italien mrßerhalb jeder Konkurrenz zu Preisen, die seine Großmütigkkät feftfe&a: torrd, Geld, Kohle und Rohstofte für ferne ImArstrie."
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Der Seekrieg.
H««g, 17 Aug. (WTB.) Gestern nachmittag um 5Uhr kam das Fischersahrzeug „Lotos" im Hafen von Scheveningen an. Es hatte 15 Mann Besatzung von zwei norwegischen mit Holz beladenen Schiffen au Bord, 10 Bdann stammten
von dem Barkschlsf „Restip", etwa 5 von dem <5dyonet „Freward", die von Frederikshald resp. Krtstrania mit je einer Ladung Grubenholz nach Hartlepool unterwegs Ware::. Die „Restip" wurde am Sonntag mittag um 12 Uhr, die „Freward" Sonntag :mchm:ttag 4y 3 Uhr von einem deutschen Tauchboot in Brand geschossen. Die Besatzungen wurden auf die „Lotos" gebracht.
London, 17. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nack: einer Lloydsmeldung sind d:e italienischen Segelschiffe „Iva" und „Giuseppe P e t r i a r c a" gesunken.
Aur dem Reiche.
Die Adlicferungcn aus der neuen Ernte.
Berlin, 17. Aug. (WTB. Amtlich) Die vielfach vertretene Auffassung, daß die noch vorhandenen Bestände an Brotgetreide so rcichlick) feiert, daß die Ablieferungen aus der neuen Ernte einer Beschleunigung nicht bedürfen, ist durchaus irrtümlich. Die Reichsgetreidestelle bedarf vielmehr dringend einer sofortigen Ablieferung von Roggen und Weizen der neuen Ernte.
Berlin, 17. Aug. (WTB.) In der heutigen Sitzung des B u n d es r a t s gelangten zur • Annahme: a) der Entwurf einer Bekanntmachu::g betreffend Aenderung der Bekanntmachung über die Fl ei sch Versorgung von: 27. März 1616, b) der Entwurf eines (Gesetzes zum Schutze der Bezeichnungen „Nationalstiftung" und „Marinestif tung^ü
Die vom Buudesrat am 17. August 1916 beschlossene Aenderung des § 10 Abs. 3 der Bekanntmachung über die Fleis chversorgung vom 27. März 1916 gibt dem Reichskanzler die Möglichkeit, die bisher den Gemeinden, bezw. den Landeszentralbehörden überlassene Regelung der Fleischversorgung selbst vorzunehmen. Die Verordnung bietet eine rechtliche Grundlage für die vom Kriegsernährungsamt vorbereitete, binnen kurzem bevorstehende ein- heitlick>e Regelung der Fleischversorgung und des Fleischverbrauches im ganzen Reiche.
Berlin, 17. Aua. (WTB.) Der „Reichsanzeiger" givt bekannt, daß Generalleutnant und Gneralqüartiermeister Fr eih e r v. F r cy ta g-Lo ri n ghoven nach erfolgter Wähl znnr stimmberechtigten Ritter des Ordens Pour le merite für Wissenschaften und Künste eri:annt worden ist.
A»»s Stadt und Land.
Gießen, 18. August 1916.
Einmachzucker.
Als Einmachzuckm sind vom Kriegseniährungsamt für die Monate ?1ucp:st und September wieder monatlich je 90 000 Doppel- zentner besonders z::gitterlt wordou. Diese Gesamtmcnrgen werden auf die Bundesstaaten nach einen: Maßstab verteilt, der in gleicher Weife die Zahl der .Haushalte :pie die Zahl der Obstbaume berücksichtigt: sür einige Bundesstaaten, die hiernach in: Verhältnis zur Beoölkcrungszahl und zum Bedarf :rnb im 'Verhältnis zu den übrigen Staaten osfenbar benachteiligt würden, ist das ihnen günstigere Verhältnis ihrer Einwohrur zugrunde gelegt worden. Die Verteilung innerhalb der Bundesstaaten obliegt den bundesstaatlichen Behörden. Hierfür einen allgemeinen Schlüssel aufzustellen, hat sich als unmöglich erwiesen, da zu viele Sonderverhältnisse bkrücksichftgt imnä>en müssen. Im allgemvinerr wird die Verteilung umso mehr die einzeln«: Verhältnisse berücksichtigen können, je rmhr sie vom weiteren in den engeren Krais gerückt wird. Bei aller Berücksichftgnng der bes«mderen Bedürfnisse, z. B. der Gartenbesitzer, wird es aber auch da nicht ohne 5)ärten abgelnn können. Es wird beachtet tiTerden :nüften, daß der Bedarf an Brotaufstrich überall mehr oder wernger gleich ist, und daß gerade im Kriege das Einmachen von Obst vielfach auch in solchen Haushaltungen hei arisch wurde, die es vor dem Kriege weniger pflegten. Das muß billigerweise auch von den Hausfrauen beachtet werden, die nun viel weniger beöom:nen, als sie in langen Friedensjahren gewohnt waren: mit Seitenblicken auf andere Nachbaren desselben ober des nächsten Kreises, die, wie man meint, weräger brauchten und doch das Gleiche oder sogar etwas mehr bekommen, ist nichts geholfen. Es gilt, sich mit dein Ivenigen einzurichten und damit abzusinden, daß so viel Zucker als zur Obst- verarbeitung nach alter BAftse nötig wäre, leiser nicht vorhanden! ist. Unsere Rübenernte 1915 ltKir an sich, da der Anbau um Z/z gegenüber den Vorjahren Aurückgegangen war, nicht reichlich: ihr stand ein außercn-dentlich gesteigerter Bedarf der Marrne- laden-, Kunsthonig-, schokoladen- und Süßigkeiten-Industrie gegenüber: als der Verbrauch i'm April 1916 beschränkt wurde, waren die Bestände bereits stark zusammengeschmolzen und wir mußten uns auf eine Berbranchsmenge einrichten, die zwar nicht allzu stark unter dem durchschnittlichen Gesamtjahresbedarf, aber doch erheblich unter de::: Somwcrbedars der Friedei:szeit blieb. Alles was hiernach verteilt werden kann, ist verteilt, Zurückhaltung größerer Mengen ist unmöglich gemacht. Was in Berdrauchszucker- fabriken und sonst noch liegt, wird plangemäß in den nächsten Wochen restlos in den Verbrauch kommen, bis diesem wieder Zucker aus der :reuen Ernte z::geführt werden kam:. Bis dahin :nüsserr sich die Verbraucher aller Kreise mit der Knappheit abftuden.
Es ist gewnß bedauerlich, daß damit die vielfach im eigerwtt Garte:: geernteten Obst- und Beerenfrüchte nicht alle nach liebgewonnener alter Weise zu -Saft und Brotäufstrich verarbeitet werden können. Aber es ist übertrieben, wenn behauptet wird, daß deshalb Obst um kommen müsse. Die in vielen Daüfenden über das ganze Land verbreiteten Anweisungen, so namentlich die von den preußischen Ministerien veranlaßten und vom Kriegsausschuß sür Bolkserriährung herausgegebenen Anlei t:cn gen zur Erhaltung der diesjährigen Obsternte zeigen, wie Obst und Beeren auch ohne Zucker nach altbewährten Gn'ahinngen haltbar gemacht rverden können. Und endlich-bleibt ein Ausblick: der Rübenanbau ist üm mehr als 10 v. H. gestiegen und die Rübe::er7ite verspricht einen Ertrag, der erheblich über den des vorigen Jahres hinausgeht. W:r loerden somit in: Iabre 1916/17 au Zucker mehr verbraucheir dürfen, als wir in: Frieden verbraucht haben und da Zuckerherstellung und Berbrcnrch des Jalwes 1916/17 von Anfang an geregelt sein wird, wird gerechten Ansprüchen ftn nächsten Wrrt- tchaftsjabr genügt werden könne::. Wenn es den Hausfrauen jetzt vielfach an Zucker zum Einmachen fehlt, so wird es im Winter 1916/17 nickst an Zncker fehlen, um die ohne Zucker haltbar gemachten Früchte genußsertig zu machen.
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L. U. Bon der Landes univ^nsitüt. Der ordentliche Prof. Dr. Paul Schmidt hat dem Ruf Mr Uebernahme des -Ordinariats sotzvie der Leittlng des! hygienischem Universi- tütsinstituts in .Halle als Nachfolger des ord. Prof. P. H. R öm er a n g e n om n: e n.
** Auszeichnungen. Musiker Wilhelm Schreier, Res- Inl.-Rgt. 116, wurde das Hessische SanitätSkreuz am Bande der Hessischen Tapierkeitsmedaille verliehen. Das Eiserne Kreuz erhielt er im November vorigen Jahres. — Dem Unteroffizier K. G er b i g aus Gießen Fuß^Artillerie-Munitions-Kolonne 238, wurde das Eiserne Kreu^ 2. Klasie verliehen.
Wa. Eim bedauern s wer ter Uwglücks fall ereignete sich heute früh ans dem hiesigen BraunstLmbergwerk. Ter verheiratete 26Dhrige Jakob Gunkel non Breitenborn bei Gelnhausen, welcher von der Militärbehörde dem Bergwerk zur Verfügung gestellt worden war, tvurde in einem Schacht von einer herabstü:-zenden Erdmasse derartig getroste», daß der Tod auf der Stelle erntrat.


