Im Räume von Brody schoß ein k. und k. Kampfflieger Lin feindliches ALbatrosflugzeug in Brand. Es stürzte ab.
In Wolhynien und am Stochod flaute der Kampf ab- Es ist zuverlässig festgestcllt. daß bei den Letzten großen, völlig gescheiterten Angriffen des Feindes gegen die Swchod- front auch alle Abteilungen der russischen Garde eingesetzt worden sind, und daß diese hierbei noch schwerere Verluste als die anderen feindlichen Heereskorper erlitten haben.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Italiener gingen an unsere neue Front Mischen dem Meere und dem Monte San Gabriele mit starten Kräften heran. Im Abschnitt östlich des Valonetales hatten unsere Truppen mehrere Angriffe abzuwe.isen.
Zu sehr heftigen Kümpfen kam es wieder auf den Höhen östlich von G ö r z. wo sieben starke Stürme des Feindes unter schwersten Verlusten scheiterten. Seit Beginn des italienischen Angriffes blieben 5000 Gefangene, darunter über hundert Offiziere, in unseren Händen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Außer der geivöhnlichen Gefechtstätigkeit an der unteren Bafufa keine besonderen Begebenheiten.
Der Stellverttetcr des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Ereignisse zur See.
In der Nacht vom 12. auf den 13. wurden die Luftschiffhallen von Campolto bei Venedig von einem Seeflugzeuggeschwader Willkommen zerstört. In einer Höhe erplodieNe ein Luftschiff mit einer 500 Meter hohen Stichl- flmnme. Die andere Halle brannte ohne Explosion nieder. Gleichzeitig belegte ein anderes Secflugzeuggeschwader die Flugzeughalle von Gorgo, die Anlagen in G r a d o, die Batterien an der Jsonzomundung und die Adriawerke mit sehr gutem Erfolg. Mehrere Dolltteffer in die Flugzeughalle und die Batteriestellungen und ein halbes Dutzend Brände wurden einwandftei festgesttllt. Ein drittes Geschwader erzielte mehrere Volltreffer in den Batterien der Jsonzomundung und militärischen Objekten in Pieris und San Canzia. Trotz heftigem Abwehrfeuer bei allen Angriffes find sänttliche Flugzeuge wohlbehalten zurückgekehrt.
Klottenkommando.
Der türkische Bericht.
Konstantinvpel, 12. Mag. (WTB.) Bericht des Haupt- rru-artier3. 1
An der Irak-Front ereignete sich'nichts Wichtiges. Ein Teil der englischen Streitmacht, die unsere Freiwilligen und eine Abteilung in der Nähe von Nassirieh im Ab schnitt des Euphrat au griff, trat nach zweistündigem Kampfe den Rücknra r sch an und Itcfc eine gewisse Zahl von Toten imb Verwundeten zurück.
In Persien vertrieben unsere Abteilungen an der russischen Front die Russen aus ihren Stellungen westlich! Kankaver und trieben sie östlich dieser Ortschaft 'zurück. Wir wachten einige Gefangene. Der von den Unseren 'verfolgte Feind zieht sich! mit dem Goos seiner Streitmacht nach Essadabad auf der Straße von Hamadan zurück. Unsere vorgeschobenen Abteilungen erreichtes Rahmrdabad 17 Kilometer nordöstlich .Konkaver und Hussei- nadad, 10 Kilometer östlich der genannten Ortschaft. Unsere Truppen, die den Feind am! ,6. August aus dem Orte Svngur vertrieben batten, verjagten ihn ebenfaUs aus dem Engpaß von Elmis, 23 Kilometer östlich der erwähnten Orte, und besetzten den Paß. Gefangene sagen aus, daß in dem letzten Gefecht außer einer Haubitze ein Gebirgsgeschütz und vier Feldgeschütze durch unser Feuer unbrauchbar gemacht wurden in© hinter die Front gebracht find.
An der Kaukasus front entwickekten sich unsere Operationen auf dem rechtere FLLgÄ in gesicherter Weise. Ein Teil unserer Truppen warf südlich von De tu an die aM Westuser des Wan-Sees gebliebenen Russen durch einen Ueberfall nach Norden zurück. Das Gebiet, das sich bis zum Muradfluß nördlich von Musch ausdehnt, wurde vom Feinde gesäubert. Die feindlichen Truppen, die si ch, in den Abschnitten von Ognott und westlich von Kigbi befinden, ziehen sich «weiter in verschiedenen Richtungen zurück. Fm Zentrum und auf idem linken Flügel hindern unsere Truppen durch ihren Druck den «Feind in gewissen Abschnitten, BerfchanMrngen aufzuführen. !
Am 10. August haben achtzehn Kriegsschiffe verschiedener Klassen in Verschiedenen G ruppm die Orte Mevmetts, Fethie, Fenrk und Mersina anderthalb «Stunden lang beschossen und sich dann Mrrückgezogen. Sie beschädigten nur einige Gebäude in Mersma.
An der Formt in Aegypten griffen die Engländer am 0 ?lUbust mit Kavallerie und «Infanterie, die durch Artillerie und Maschinen gewehre verstärkt waren, unsere Stellungen Ln der Unv- aebung von Katia an. Der Kampf dauerte 13 Stunden! und erchete $u unseren Gunsten 'infolge der heftigen Angriffe, die unsere Truppen auf beiden «Flügeln gegen den Feind aus-- führten, der ungeheure Verluste erlitt 'und sich» in der Richtung auf Romani zurüchog.
Kon stantinopel, 13. Ang. (WTB.) Bericht dies Hauptquartiers. An der Jrakfront hat sich nichts von Bedeutung ereignet.
In Persien v ert r ie b unsere auf dem rechten Flügel weiter offensiv vergehende Armee an der rnssffchen Front am 9. August bei Tagesanbruch die Russen aus Essadabad, setzte den Vormarsch darüber hinaus fort und begann den Feind anzUgreifen, der in vorher befestigte Stellungen nördlich des erwähnten Ortes sich zurückzog. Im Zentrum und auf dem linken Flügel drängen unsere Truppen in den Gegenden von Sftrneh,, Bane und Sakkiz die Russen in glücklichen Gefechten nach Osten und Norden zurück.
An der Kau kasusfront besetzten unsere Truppen auf ivnt rechten Flügel die beherrschenden Höhen nördlich Bitlis und überschritten den Muradfluß, wodurch sie das nördliche Ufer erreichten. Im Zentrum und auf dem linken Flügel zeitweise unterbrochener Arlilleriekampf. Ungefähr zwei feindliche Kompagnien wurden zerprengft und erlitten im Feuer unserer Artillerie Belüfte. IM .Küstenabschnitt kam es mir zu Scharmützeln. Eine Unserer Patrouillen machte bei einem Gefechte sieben Gefangene.
An der ägyptischen Front kein Ereignis außer Pa- trouillengefechten. Es wurde festgestellt, daß bei unserem letzten Luftangriff gegen Sues außer dem von unseren Bomben bewirkten Schaden zwei Petroleumniederlagen und ein Flugzeugschuppen zerstört wutden. Drei englische Offiziere in Jsmaila wurden getötet.
Bon der mazedonischen Front.
Sofia, 12. Aug. (WTB.) Bericht des Generalstabes. Am 9. August beschoß die feindliche Artillerie während des ganzen Tages ununterbrochen unsere vorgeschobenen Stellungen südlich und südwestlich des Doiran-Sees. Es wurden aber keine Infanterie-Abteilunaeu beobachtet. Die Beschießung wurde während eines Teiles der Nacht fortgesetzt. Unsere Artillerie antwortete nicht. Am 10. August eröffnete der Gegner auf dieselben Stellungen ein heftiges Artilleriefeuer, das von 5 Uhr bis 81/2 Uhr morgens dauerte. Unter dem Schutze dieses Feuers näherten sich feindliche Angriffsabteilungen. Unsere Artillerie zerstreute die feindliche Infanterie durch Sperrfeuer und brachte ihr erhebliche Verluste bei. Sodann richtete sie ihr Feuer gegen die feindliche Artillerie und brachte sie zum Schweigen. Gegen 4 Uhr nachmittags fing der Feind von neuem an, unsere Stellungen zu beschießen, aber seine Infanterie versuchte keinen weiteren Angriff. Alle diese Handlungen waren
reine Schein untern ehmun g eu. Eine feindliche Abteilung versuchte, sich der Hohe nordwestlich des Dorfes Bah ovo zu bemächtigen, aber wir warfen sie zurück. Im Gegenangriff brachten wir ihr Verluste bei. An der übrigen Front schwaches Artilleriefeuer und für uns günstige Kämpfe von Erkundungsabteilungen.
London, 13. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Mor- ning Post" meldet aus Saloniki vom 9. August: Die französische Artillerie hat heute an gefangen, die Stadt Doiran zu beschießen.
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Der Kaiser an der Westfront.
Berlin, 12. Aug. (WTB. Amtlich.) Der Kaiser besichtigte nach seiner Rückkehr zur Westfront die am der flandrischen Küste stehenden Teile des Feldheeres sowie die Marine, und begab sich darauf zunächst in das Gebiet der Somme, um den dort kämpfendem Führern und Truppen seine dankbare Anerkennung aus zusprechen. Seine Majestät begrüßte dabei eben aus dem Kampfe zurückkeh- renoe Truppen.
Lloyd George in Paris.
Paris, 11. Aug. (WTB.) Meldung der „Agence Havas". Lloyd George hatte heute früh mit Briand eine lange Besprechung, an der Roques, Thomas, Joffre und Castelnau teilnahmen. Der Austausch der Ansichten ergab die völlige Uebereinstimmung der beiden Regierungen über Fragen, die sich auf den Gang der gemeinsamen militärischen Operationen beziehen.
Der angebliche Flug eines franzSstschen Fliegers über Berlin.
Berlin, 11. Aug. (WTB.) Tie ,, Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Tie Zeitungen der Ententemächte ergehen sich in überschwenglichen LobeshyMnen über den »Flug des französffchen Fliegerleutnants M a r cha l, der von Nancy aus Berlin überflogen haben soll und, in der Nahe von Ghvlnt zur Landung gezwungen, in österreichische Gefangenschaft fiel. Wenn wir auch die sportliche Leistung «des Fliegers keineswegs herMsetzen wollen, so mjuß doch daraus hingewiesen werden, daß bereits lange vor dem Kriege derarttge und größere Leistungen von Fliegern aller Länder vollbracht worden sind. Militärischen Wert Ihaben derarttge Flüge kaum. \
Der Flieger behauptet, Proklantationen über Berlin abgeworfen zu haben; die Proklamation «soll nach einer Mitteilung des „Journal" nttt den Worten »eingeleftet worden sein:
„Wir sind wohl in der Lage, die offene Stadt Berlin zu bombardieren, und unschuldige Frauen und! Kinder zu töten; aber wir begnügen uns damit, diese Proklamation, abMwersen..."
Demgegenüber ist festznstelstn: i
1. Es ist kein französisch,er Flieger über Berlin gesehen worden;
2. Es ist weder in Berlin noch in der Umgebung dieser Stadt auch! nur ein Exemplar der Proklamation gefunden worden;
3. Die Möglichkeit, die in der angeblichen Proklamation angedeutet wird, Berlin mit Bomben zu belegen, ist nichts als ein frommer Wunsch. Bei einem Fluge von einer solchen Ausdehnung ist 'das Mitführen von Bomben ausgeschlossen; denn die Nutzlast kann in diesem Falle mir das Benzin sein;
4. Tie ruchlosen Angriffe auf deutsche offene Städte — wie Karlsruhe und die Schwarzwaldorte — haben zur Genüge bewiesen, daß sich die feindlichen!Flieger nicht durch'irgendwelche Rücksichtnahme in der Ausführung ihrer Verbrechen, die friedliche Zivilbevölkerung, Frauen und'Kinder, zu töten, stöven lassen.
Ebenso bedeutungslos sind die offenbar aus Aerger über die Nach,richten von Deutschlands «vorMglicher Ernte in die Welt gesetzten französischen Drohungen, unsere Felder durch Fliegerbomben verbrennen zu wollen. Wenn dies möglich wäre, könnte man Deutschlands Feinden derarttge Ruchlosigkeiten wohl zutrauen. Aber auch liier scheitert diese Abftcht an der Unmöglichkeit, genügende > Mengen von Brandbomben auf weite Strecken mitzuführen. t
Der Reichskanzler in Wien.
Wien, 12. Aug. (WTB'.) Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korr.-Burecms. Der deutsche Reichskanzler und Staatssekretär v. Jagow haben mit dem heutigen Abendzug Wien verlassen. In der zweitägigen Besprechung zwischen den Leitern der auswärtigen Politik der beiden Mächte konnte bezüglich aller zur Erörterung gelangten Gegenstände volles Einvernehmen festgestellt werden.
Austausch von Internierte«.
London , 11. Aug. (WTB.) Im Unterhause teilte Lord Robert C e c i l in Beantwortung ei-ner Anfrage mit, daß die deutsche Regierung Erkundigungen ein-gezogen habe, ob England bereit sei, alle deutschen und britischen Bürger über 45 Jahre auszutauschen. Die englische Regierung habe sich damit grundsätzlich einverstanden erklärt, aber einige Bedingungen daran geknüpft. Die wichtigste dieser Bedingungen sei, daß die übrig bleibenden britischen Internierten in Deutschland gegen eine gleich große Zahl deutscher Zivilgefangener in England ausgetauscht werden sollen.
8u$ dem englischen Unterhaus.
Lpndon, 12. August. MTB.) Unterhaus. Var- cvurt sagte auf eine Frage Fabers, da die Zeit herannahe, wo die einheimische Fleffchproduktion steige, könne man nicht sagen, daß die Fleischnvt dringlicher werde. Faber warf ein, daß ßehr große Teile der Bevölkerung das Fleisch Wegen der hohen Preise nicht mehr bezahlen könnten. H'arcourt erwiderte, er hoffe, daß die Preise sinken werden. Faber fragte, ob es nicht vorteilhaft sei, fleischlose Tage einzuiMren. Harcourt antwortete, er glaube nicht, daß das die Lage verbessern Würde.
Ferro ns sagte, daß in einer Stadt an der Ostküste, wo einige Personen bei dem Zeppelinangriff unvgekomme« sind, nur ein Abwehrgeschütz und ein unbedeutender Scheinwerfer vorhanden Waren. Walton bemerkte, an einem anderen habe der Scheinwerfer versagt. Pringle fragte, ob die betreffende Stadt, die ein bekanntes Angriffsziel für Luftschiffe sei, nicht bester geschützt werden könnte. Jvynson Hicks fragte, wann der längst angekündigte Schutzplan aus-geführt würde. Major Baird antwortete namens der Regierung, das Ministerium habe auch noch andere Aufgaben. Es müsse sowohl die Bedürfnisse der Armee im Felde, als auch des Abwehrdienstes befriedigen.
In der Kommifsionsberatung kttttsierte C. Henry die Finanzgebarung des Schatzamtes. Der Schatzkanzler habe in der letzten Zeit kurzfttsttge Anweisungen, namentlich Schatzwechsel ausgegeben. anstatt eine Anleihe aufznnehmen. Der Betrag der mMehenden Schatzwechsel belaufe sich setzt auf 850 Millionen Pfund Sterling, wofür 6 Prozent Zinsen gezahlt winden. Diese Gebarung schade dem finanziellen Prestige Englands'. Der Grund, weshalb der Schatzkanzler ferne neue Anleihe aufnehme, sei offenbar, daß er bei der Anleihe 1915 versprach, daß, wenn eine künftige Anleihe zu günstigeren Bedingungen stattfände, die Inhaber der alten Anleihe dieselben Vorteile genießen sollten. Der Schatzkanzler sei zu optimisttsch gewesen, indem er an ein balliges Ende des Krieges glaubte und in diesem Falle annahm, eine Anleihe zu vorteilhafteren Bedingungen ausgeben zu können. Das sei ein Irrtum, denn nach dem Kriege würde bei dem Publikum das Geldinteresse die patriotischen Enipfmdungen bei Geldanlagen über- Wiegen. Die neue Anleihe tvstrde daher eine Zwangsänleihe sein müssen Der Redner hielt die Erhöhung der Bankräte auf 6 Prozent für eilten Fehler und sprach die Erwartung aus, daß der Schatz- kcmzlec, der für die Dauer des Krieges' weiter Geld borgen müsse, die Mvaxis der kurzftisttgen Schatzanweifu-ngen ausgeben würde.
Freveric Banburv schloß fta> der Mrttit oes Vvecemrers an; hielt jedoch Die Erhöhung des Bankdiskonts für richtig. Jli dev Ctty t-atte man die schwebende Sckmld von 850 Millionen Psund ür eine große Gefahr. Man dürfe die Ausgabe einer festen Anleihe tücht zu lange hinausschieben. Der Redner hielt es für unwahr- 'cheinlich, daß nach dem Kttege mehr oder bllligeres Geld verfügbar sein werde. Faber sagte: Mir stehen vor der schrecklichsten Katastrophe der Weltgeschichte.^ Niemand hat gealM, daß solche ungeheure Ftttanzftagen der Lösung bedürfen würden. Fünf Mtllw- nen Kttegskosten täglich — Gott allein weiß es, wann das aufhört! 1 Wenn der Schatzkanzler die Entwickelung von Anfang an voraus- gesehetr hätte, würde er eirre andere Polittk verfolgt haben, t^er Betvag der Schatzamveisungen habe eine beunruhigeude Höhe erreicht. Die Banken bedürfen einer Ruhezeit, um bei den Kim den weillre Geldquellen erschließen zu können.
Ter Schatzkanziler sagte, er habe die Praxis kurzfttsttger Schatzanweisungen vorgefunden, aber im Gegensatz dazu eine feste Anleihe ausgegeben. Wenn er seitdem^ nicht zu neuen: Anleihen! geschritten sei, so Wnne man sich denken, daß das polittsch begründet war. Ter Schatzkanzler fuhr sott, wenn er eine Llnleihe lange voraus ankündigen würde, so würde das nur zu großen! Bött-enspekulattonen führen. In vier ^Monaten, von i>lpril biZ Ende Juli, seien 275 Millionen Pfund Schatzwechsel ansgegeben, aber die dreimonattgen Schatzwechsel vermitrdett und dafür solche von Jedfä, neun und zwölf Monaten bevorzugt worden. Ern bettächtlichec Teil der Anweisungen würde ans den Staatsein-, nahmen zurückgezahlt. Was die Frage -der Anleihe betreffe, sei, das innere FirunttzprobleM wenig gegenüber 'der Aufgabe der täglichen Finanzierung der Bezüge aus dem Auslände. Diese täg-> lichen Zahlungen färttert zwei Millionen 'Pfund nahe. Wenn es! 'chion schwiettg sei, die notwendigen Kredite in England zu er-, halteir, so sei es noch viel schwerer, sie iw Auslande auf dev Höhe zu erhalten. Diese Zahlungen ^an das Ausland hätten die Erhöhung der Bcmkrate notwendig gemacht. Gegenüber den aus- ändischsen Gläubigexn Müsse das Schatzamt auf die Einkommen- 'teuer verzichlten, da die Bastken in den neutralen Ländern nicht unter 'finti und mehr Prozent und nur ohne Einkommensteuer Kredit gewähren würden. Llber England sei in der glücklichen! Lage, im Auslande Geld zu einem niedrigeren Zinsfuß zu erhalten, als jede andere kriegft'thrende Macht. Er könne niM sagen, wenn er eine neue Mlleihe ausgebe, aber er würde es sicher ohne Zögern tun, tvenn die Gelegenheft günstig sei und! die allgemeinen Bedingungen der englffchen Finanzen es angezeigt erscheinen ließen. Ter Schatzkanzler gab die gemeldete Uebersicht über die Gesamtschuld und das Volkseinkommen und schloß, matt habe zwei Jahre Geld zu einem annehmbaren Zinsfüße erhalten.
Er zweifte nicht, daß das ürftische PuülckuM die Regierung auch wefterhin durch Steuern und Anleihen unterstützen tverde. England halte seinen Kredit bis zum Ende des Krieges aufrecht^ olange er auch dauere.
B r y c e sagte, es sei erstaunlich, >daß sowohl Frankreich wie Rußland 200 Millionen in Gold aufgespeichett haben, um, wie ie sagten, ihren .Kredft nach dem -Kttege aufrecht zu erhalten^ 9l!ber ihr Kredit würde doch ,mcc durch England aufrecht erhalten, Rußland und Frankreich sollten England «50 oder 100 Millionen!. von ihrem Golde abgeben, wodurch, sich die Finanzlage Englands Völlig ändern würde.
H>enry sagte, der Schatzkanzler habe die eigentliche Krftik an seiner Finanz gebarung unbeantwottet gelassen.
London, 10. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Unterhaus. Forke r sagte auf eine Frage, die Zahl der türkischen Ge^ san genett betrage 425 Offiziere und 9598 Mann. Die kürzlich in Aegypten gefangen genommenen befinden sich nicht darunter.« Lord Rolbert Ce eil sagte aut eine Frage, die Laae in Persien habe sich wesentlich gedessett, seitdem die meisten deuffchen Agenten und ihre Anhänger festgenomm-en oder zerstött worden seien. Das Abkommen nttt der persischen Regierung über finanzielle und andere Fragen werde hoffentlich bald abgeschlostanl werden. Die persische Regierung bezeige den aufrichtigen Wunsch, mit den Verbündeten Regierungen zusammenzuwirken. In Süd- vettien würden englisch-indische Offtziere die Gendarmette befehligen.
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Rußlands Finanzen.
Petersburg, 13. Aug. (WTB.) Meldung der Petersburger Delegraphen-Agentur. Der Bestand der Sparkassen im ersten Hawjahr 1916 überschritt die Gesmnt- snmnte der lEinlagen des ganzen Vorjahres wesentlich, indem er 600 Millionen RUbel erreichte. Die direkten Steuern ergaben im ersten Vierteljahr über 103 Millionen. Das stellt gegenüber 1915 einen Mehrwert von 301/2 Millionen dar. Die indirekten Steuern lieferten ein Erträgnis von über 174,5 Mllionen nttt einem Mehrwert von 78,5 Millioueit. Die Einnahmen aus Gütern und Kapitalien des Fisklus ergaben einen Mehrbetrag voy 65 Millionen und sind aus 366 Millionen gesttegen. Jnsbesamt sttegen die ordentlichen Einnahmen im ersten Viertesiahr 1916 auf 781 444 000 Rubel. Sie weisen einen Mehrwert von 232 795 000 Rftbel gegenüber dem Vorjahre auf. Jtn Laufe der ersten ftinf Monate 1916 betrug der Gesamtwert der ausgeführten Waren 151 766 000 Rubel bei einem Mehrwert von 60 Millionen gegen 1915. Der Gesamtwert der eingeführten Waren ist im gleichen Zeitraunr 1916 auf 641 Millionen Rubel bei einem Mehrwert von 410 Millionen gegen 1915.
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Der Seekrieg.
Berlin, 12. Aug. (WTB.) Zur Versenkung deS Dampfers „Ems" schreibt die „Nordd. Allgem. Ztg": Aus den der deutschen Regierung vorliegenden Beweisdoku- menten ergibt sich einwandfrei, daß der HamburgerDamPfer „Ems", der am 16. Juni 1916 in der Nähe oes Monup Tange-Leuchtturms an der schwedffchen Küste von einem U-Boot unbekannter Nationalität in Grund geschossen wurde, sich zur Zeit des Angriffs innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer befunden hat. Auch daran, daß das an- greifende U-Boot ein englisches gewesen ist, dürfte nach den neuen Feststellungen nicht zu zweifeln sein.
London, 12. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet ans Barcelona: Der italienische Dampfer „Setz a stian 0 " ist von einem U-Boot 40 Meilen vom .Kap San Sebasttan versenkt worden. Die Besatzung wurde in Barcelona gelandet.
London, 12. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, daß der bvitische Dampfer „Newburn" (3554 Tonnen) von einem U-Boot versenkt wurde und daß das Segelschisf „Lang dale" (2000 Tonnen) verloren gegangen ist.
Marseille, 12. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuteiffchen Bürreaus. Der japanische Darnpfer „Tenmei Maru" ist im Mttelmeer torpediert worden. Die Besatzung wurde gelandet.
Bern, 13i Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Temps" aus Madrid ist der englische Dampfer „Antiope" (2973 Donnen) durch ein österreichisches Unterseeboot versenkt worden.
Bern, 13. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Die französischen Blätter melden aus Le Havre vom 11. August: Ein deutsches Unterseeboot hat vier Schisse, nämlich den sianzösischen Dampfer „Marie", die norwegischen Schiffe „Credo" und „Sora" und das dänische Schiss „Robervl angehalten. Die drei erfteren wurden versenkt. Der KomM nrandant des Unterseebootes erklärte, daß die norlvegischen Schiffe Ladungen hätten, die als Barmwave betrachtet wer-


