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©tagten, wo sie sich auch befinden: 3. mit Personen, Handelshäusern und Gesellschaften, welche in einer aus Vorschlag des Ministers für Handel, des Innern und der Justiz durch königlichen Erlaß festzustellenden Liste aufgeführt werden. Ein ariderer heute im Amtsblatt erscheinender Erlaß unterwirft alle Handelsunternehmungen im Königreich, die von Angehörigen Italien feindlicher Staaten oder ihrer Verbündeten verwaltet werden und Handelsunternehmum gen, an denen solche Personen den überwiegender: Anteil besitzen, der Aufsicht der Regierung und fallweise der Beschlagnahme und Auflösung.
Wirtschaftliche Verhandlungen der Schweiz mit der Entente.
Paris, 10. Aug. (WTB.) Meldung der Agentur Havas. Tie dritte Besprechung der Vettrtter der schweizer:-- schen Bundesregierung mit denVertretern der allrrer- ten Regierungen fand gestern im! Ministerium des Aeußern statt. Tie schilveizettschen Vertreter haben im! Zusammenhang nttt der künftigen Verpflichtung der schweizerischen Regierung bezüglich . der Frage der in der Schweiz- durch die ausländischen Regierungen zugelassenen Vorräte neuerdings verlangt, daß die vorhandenen Vorräte zu ihrer Verfügung gelassen werden. Die Vertreter der Mliietten tonnten lediglich ihre früheren Erklärungen aufiecht-, erhalten. Tie schweizerische Abvrdmmg brachte einen Borlchlag ein, welcher daraus abzielt, den sogenannten Restttutions-Haudrls- verkehr zu regeln und auf eine große Zahl von Waren zu erstrecken. Der .Harrdelsverkelir soll darin bestehen, daß die Schweiz ernecherts die durch Vermittlung der S. S. S. eingeführten Rohstoffe liefere und dafür andererseits Industrie-Erzen gnrs 1 e aus führen .könnte, welche die schweizerischen Industriellen und Geschäftsleute nur aus den Mittel reichen beziehen können. Die Vertreter der Alliierten entgegntten nach eingehender Prüfimg 'der vorgelegten Schriftstücke, daß eine derartige Regelung des Handelsverkehrs in der Gesamtheit nicht ins Auge gefaßt werden könne. Sie bemerkten jedoch, daß bezüglich jener Rohstoffe, welche nicht von höchster militärischer Wichtigkeit seien, Ansnähmcn ausgeitellt werden könnten, falls dies notwendig efichttne. Schließlich erktätten sie sich :m Rainen ihrer Regierungen bereit, einer Erweiterung der Satzungen über ,,Vervvllkommnimgs-Handelsverkehr^' betreffs der schweize- rffchen Einfuhr von Maschinen und Maschinen-Bestcmdtttlen zuzu- stiUMnen. Die Vettrtter der Schweiz nahmen diese Erklärungen zur Kenntnis und bemerkten, daß sie ihrer Regierung darüber Bericht erstatten werden. _
Bern , 10. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Schwer- zerischen Telegraphen-Agentur. Die Unterhaudluugen der schweizerischen DÄegietten nttt den Vertretern der alliierten Regierungen in Paris sind gestern beendet chlorten. Aus dem heute eilt getroffenen Berichte geht hervor, daß- die Unterhandlungen für die Schweiz zu einem völligen Mißerfolg fast mff der ganzen Linie gefühtt haben. Dem Begehren tim die Ueberlassung von in deutschem und österreichisch-ungarischem Besitz stehenden Bannwaren zu Kvmpensationszwecken wurde nicht entsprochen. Ter von der Sckwtt; vorgeschlagene Rohstofferfatzverkehr mit den Mittelmächten, wonach- gegen Lieferung von Fabrikwaren^ die entsprechenden in denselben verwendeten Rohstoffe zmückerstattet werden sollten, wurde in bezug auf die in bewacht faltenden Rohstoffe abgelehnt. Ebenso wurde die von den schweizerischen Delegierten gewünschte Bindung mit Bezug auf einzelne noch freie Warenkalegorien nicht
Die Lebensmitteleinfuhr in Griechenland.
Bern, 10. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Demps" meldet aus Athen: Die Gesandten der alliierten Mächte haben die griechische Regierung unterrichtet, daß ihre Regierungen die Höhe derLeoens mittelein fuhr in Griechenland folgendermaßen festgesetzt haben: <Äe- tteide und Mehl 36 000 Tonnen monatlich, Zucker 2000, Mais 3000, Kohle 25 000 Tonnen. (Darin sind die von der Marine und dem Staat benöttgten Mengen nicht einbegriffen.) Reis 17 000 Sack monatlich. Die Kaffee-Einfuhr ist bis auf weiteres gan^ untersagt, weil noch bedeutende Bestände im Lande seien.
Ein Knecht Englands.
Bern, 10. Aug. (WTB.) Der „Temps" meldet aus Lissabon:!^: den Kammern teilte Assonso Costa mit, daß die portugiesische Regierung in Ibebevemstimmung mit den Grundsätzen der Pariser 'Wittschaftskonferenz entsprechende Gesetze erlassen wetde. Die englische Regierung N7ill die deutschen, von Pottum gal beschlagnahmten, jedoch nicht benötigten S chif f e für 3 Millionen Pfund Sterling Kaufen, wird sie aber nur unter Uebernahme von Verttfftgefahren mieten. Die portugiefffchen Bemannungen werden den Loh:: von den Engländern erhalten. England wird, wie der Finomzminister ferner erklärte, Portugal Bor s chÄfse für alle Ausgaben leisten, die unmittelbar mit dem Kriege xusammen- hangen und von den beiden Regierungen für notwendig erachtet werden. Die Darlehen werden in englischen Schatzifchttnen gewährt, die nach zwei Jahren durch eine auswärtige portugiesische Anleihe rückzahlbar sind.
Der Minister deS Attrßern, Soares, verlas eine Erklärung, nach der Großbritannien Portugal zu weitgehender militärischer Mitarbeit herzlich ein lädt, soweit Portugal sich dazu imstande halte.
Berlin, 11. Aug. Rach einer Meldung der „Boffischen Zei- trntg" bestätigen französische Mättermcldurlgen, daß die Entsendung portugiesischer Truppen an die Westfront endgültig feststeche und zwar von zwei Divi^ftcmen, 40 000 Mann.
Das russische Finanzministerium.
Berlin, 10. Aug. (Prtv.-Tel.) Der „Berl. Lvkcllcmz." meldet aus Stockholm: Man erzählt in Petersburg, daß Mnanzminister Bark von seiner Reffe nicht mehr auf seinen Posten zuriickkehren werde. Sern Nachfolger werde voraussichtlich der jetzige Reichskonttolleur Pokrowski sein, ein enffchiedener Anhänger der Forderurig der russischen wirtschaftlichen Unabhängigkeit von England.
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Angriff auf eine deutsche Lustschiffhalle.
London, 10.August. (WTB.> Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität teilt mit: Bei Tagesanbruch griffen Marineflugzeuge unter starkem Feuer die feindliche Luft- schifshalle in Eveve bei Brüssel an. Sie lviurde aus einer Höhe vvn 200 Fuß erfolgreich mit Bomben belegt. Man sah wie 8 Bomben die Halle trafen, aus der dichte Wolken weißen Rauches ernporstiegen. Unsere Flugzeuge sind wohlbehalten zurückgekcchtt.
Die englischen Reserven.
'-Berlin, 11. ylü gust. Der „Berliner Lokalanzeigett Aibt eine Meldung aus London wieder, derzufolgie sich aus den amtlichen englischen Verlustlisten das Eintreten acht neu formierter Divisionen in die So-mme- fchlacht seit dem 1. August ergibt.
En-lische „Vergeltungsmaßregeln" für die Erschießung des Kapitäns Frpatt.
London, 10. Aug. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im Oberhause erwiderte Lansdowne aus eine Anfrage, in der als Ver gel tun g sma ßre ge t für die Ermordung des Kapitäns Fryatt die Beschlagnahme des feindlicher: Eigentums in Großbritannien ar:geregt wurde, diese Art von Vergeltung sei sehr verschieden von dem Versuch, Handlungen der Barbarei und der grausamer: Verfolgung durch Handlungen ähnlicher Art zu erwidern.
die Person, sondern gegen den Geldbeutel des Feindes fei etwas ganz anderes. Die Regierung habe schon d:e Mog-
lichkeit eines Vorgehens in dieser Richtung geprüft, doch seien schwierige kommerzielle Fragen dabe: im Spwle. Die Regierung beratschlage gegenwärtig mit maßgebenden Persönlichkeiten aus der Haudels- und Bankwelt.
Die Wirkung unserer Lustschiffangriffe.
Berlin, 10. August. (WTB. Nichtamtlich.) Bekanntlich ist die englische Regierung ängstlich bemüht, das Bekanntwerdeu der Wirkung unserer letzten Luftschiffangriffe zu verhüten imb bte Angriffe selbst als völlig belang- und ergebnislos hmzustell«:. Sie ist so weit gegangen, zu erklären, die deutsche Meldung, daß d:s deutschen Marineluftschiffe am 1. August London angegriffen hätten, sei glatt erfunden. Entweder hätten die Führer der Luftschiffe bewußt falsche Meldung erftatttt, oder sie müßten völlig die Orten - tierung verloren und nicht mehr gewußt haben, wo ste sich>bo- fanden. Zu solch verzweifelten und törichten Mitteln ntifß Eng^ ianb greifen, um die WeU über seine Bedrängnis hmwegzutäu-^ schen. Taffächlich herrscht in London allgemein die Ueberzeuguny, daß der Angriff am 1. August der schwerste war, den London bis- her durchgemacht hat. , . ' .
Im Nachfolg lmden [uib eimgc emwandfreie Nachrichten über die Luftschiffangttffe in den Nächten vom 28. zum 29. Juli, vom 31. Juli zum 1. August und vom 2. zum 3. August zusammenge- stjellt: Lincoln: Zwei Fabttken schwer beschädigt, mne:m Bau beffndliche Halle, in der ein Remontedepot untergebracht war, völlig zerstött; der größte Teil der Pferde kam in den Flammien um. Die Bahnlinie nach Chesterfield ist an mehreren Stellen unterbrochen. Bei Reepham, 20 Kilometer südwestlich Cronver, wurde:: ein Eisenbahngebäude und die Anlagen schwer bffchädigt. —- Jxm der Humbermiindung wurde ein Leuchtturm zerstött uiid verschiedene Brände wurden beobachtet. Ein kleinerKreu zer nttt dvm. Schornsteinen und einem Mast wurde durch eine Bombe getroffen und schwer beschädigt. Unterhalb Grintsbh wurden Zwe^ Schuppen, /die Munition enthielten, völlig zerstött. ZwrscMu' Gttmsby und Eleethorpes wurden die Hafenanlagen und Gebäude, vor allem irahe Eleethorpes ankernde Fahrzeuge sehr schwer beschädigt. Imming Ham, Grimsby und SMrn Head haben ich wer gelitten. — Die in Hüll angerichteten Beschädigung gen gehen in die Millionen. Vöehrere Waffen- und Munitionsfabriken, sowie sonstige Anlagen von militÄu- scher Bederrtung wurden zerstört, besonders be: SouthErcg, de- Road, in der King-Street, Mason-Stteet und in den Prmcetz- Tocks. Die Eisenbahnstation Newfoint und die Dockanlagen wurden schiwer beschädigt. Unter der Bevölkerung brach eine Panik aus, als sie erkannte, daß die Mwehrbatterien gegen die Lnfi- schiffe vollkommen ohnmächtig waren. Ter Hafen von JntmmghaM wurde wegen der bedeutenden Schäden, die in den Docks und Kohlenlagern angericbtet waren, gespertt. — Die Bahnlinie der Great Eenttal Railway zwischen Norwich und Yarmvuth ivurde an verschiedenen Stellen durch Bomben getroffen und beschädigt. Nordwestlich Norwich wurden auf der Bahnlinie Norwich—North Wal- sham und in der Eisenbahnhalle bettackstliche Zerstörimgen ange- ttck'tt. In der Nähe von Wation, 30 Mometer westlich Norwich, wurde eine Reihe von Schuppen durch Bomben zerstött. Südlich Cambridge wurde eine große Fabttkaulage in Brand gesetzt. Die Scheinwerserbatterie bei Great YarMouth wurde zerstött, desgleichen eine Ab'wehrbatterie vernichtet. In H a r w i ch brannte die im Bau befindliche Luftschiffhälle nieder. In Dover wurden die Wellington-Docks getroffen und Brandbomben auf die Luft- schiffhallc im Nordosben von Dover geworfen. Eine halbe Stunde lang w'urde dott ein Brand bMbachttt. Woolwich und Umgebung wurden sch,wer beschädigt; verschiedene Munitionsfabriken wurden getvoffen. — In der östlichen Vorstadt Londons wurde eine zur Hülsenfabrikation benutzte Spinnerei vollständig vernicht. Ueber 1000 Männer und Frauen sind hierdurch beschäftigungslos. Mehrere große Themsebrücken, darunter die Laufbrücke am Tower-Bridge wurden befchädigt. In den Docks wurden nwhrere Magazine und Anlegebrücken vollständig zerstört und dott ankernde Schiffe zum Teil schwer beschädigt. In einem Dock sind zahlreiche Schiffe, darunter ein großer englischer Frachtdampfer, die Lebensmittel für die Truppen nach Fwnkreich bringen sollte::, verbrannt. Durch die Ballon-Ab- wehr-Geschntze wurden viele Personen teilweise schwer verletzt. Auf der Themse nn:rde ein Torpedoboot durch eine Bombe getroffen und versenkt. Bomben ffelen ferner an der Themse zwUchen Northend, Erith, bei den Lillwall Docks, Deptford. In Otted bei London wuttien zwei Munitionsfabriken vernichtet. Die Umgebung der Fabttken stand noch am nächsten Tage in Flammen.
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 9. Aug. lWDB. Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers. An der Iraksront keine Ereignisse von Bedeutung. Die feindlichen Lager, die sich bei Massettch am Eu- phratabschnitt befinden, wurden durch unsere überraschenden nächtlichen Angttffe beschädigt, wobtt wir dem Gegner Beute cntttsscn.
In Persien fahrt unsere Armee an der russffche:: Front sott, mit ihrem rechten Flügel den Feind tu der Richtung auf Hcrmadan zu verfolgen. Der Feind vett'wchte energisch, sich in dem Engpaß ösllich Sakna zu verteidigen, aber er wurde gezwungen, sich nach Konkaver zurüc^uziehen und ließ eine Zahl Gefangene,, zwei Munitivnswagen mit Bespann für acht Kanonen und eine große Menge anderer ntilitättscher Gegenstände in unseren Händen. Ein-e feindliche Haubitze wurde durch daS Feuer unserer AttillettL zerstött. Gesänge:« erTLtten, ein französischer General sei von Anfang an nttt der Befestigung des Engpaffes ösllich Kankaver beaiuftvagt gewesen. ^ ^
Kaukasusfront: Auf dem rechten Flügel fahren unsere Truppen fott, gegen die Engpässe nördlich! Bitlis und Musch vvrzurücken. Die vvn uns gegen die feindlichen Stellungen in der Umgegend der Ottscbcrst Ognott nordwestlich Musch, ungefähr 80 Kilometer von Erzerum, begonnene Offensive nimmt für uns einen günstigen Fortgang. Ein Teil unserer Truppen nahm nach heftigen Stürmten den Hügel BuMan und die Hochfläche Melquan zwischen Musch und Ognott, ebenso den Hügel Tscheli-Gaul, zwei Kil-omtter östlüb Ognott und die feindlichen Stellungen westlich der genannten Oettlichlveit in einer Ausdehnung^von acht Kilo- metern. Btt diesen Kämpfen nähmen wir dem Feinde 400 Gewehre und ttne Menge Munition und PwnierMatettal ab. Auch machten wir 120 Gefangene. Ein anderer Teil lmserer Truppen, der '46 Kilometer südlich, Mamachatmn in der Richtung ans Kighi opettette, nähert sich der letzteren Ortschaft. Im Zentrum und am linken Flügel entwickelte der Feind gestern Verne wichtige
Täti^tt^ ägyptischen Front hat kttn Ereignis vvn Bedeutung in der llmgegeru) Von Katta stattgeftmden.
Die Kämpfe am Suezkanal.
Kvnftantinopel, 10. August. (WTB. Nichtamtlich.) Der letzte Bettcht, den wir über der: Kamps vom 22. und 23.. Juli in dem Gebitt von RoMsani und Katia erhalten haben, lautet: Unsere Mtttlungen, die mit der Bestimmung vorgerückt waren, einen Erkundungsangriff cmszuführen, hatten voll Aufopferung den Sturm gegen die stark eingerichteten Stellungen unternommen Sie besetzten die efftem Linien der fttndfichen, Gräben und gelangten gegen Abend an die Drahtverhaue der serndlrchen Hauptstellung. Zn der Zwiscliienzeit hindettei: verheerende Sandstürme die Bewegung unseres linken Flügels Und nahmen ihm jede Mpqttchkttt, die Eickundung :vMerzuführen. A:rs dieser Lage z!og der Feind mit Hilfe von Abteilungen KLnrelreitertt uich Der- stärkungen, die er aus der Richtung vvn Kantara^und Duidar her- >cn:sühtte, Nutzen, und machte einen überraschenden Angriff gegen den Rücken unseres linken Flügels. Von diesem fiel ttn Teil nach langwierigem Kampfe ft: die Hände des Feindes. Einige unserer Maschinengewehre, die ft: der Stel- 2 ing zurückgeblieben waren, wurde:: nach Unbrauchbarmachung auf-
genommen. An: 23. Juli unternahm der Fttnd mit allen :einen! Kräften und Verstärkungstruppen, die er ttligst aus KLntarLyer- anführte, einen Angriff auf unsere Truppen, d:e :n dem Gebvtt vvn Katta lagerten, wurde aber infolge unseres Ge gen angnH zurückgefch lagen und erlitt schwere Verluste, -on der Nacht vom 23. zum 24. Juli zogen wir unsere Truppe:: aut e:n/ Linie östlich Katia zurück
Eine Reise des Reichskanzlers nach Wie«.
Berlin, 10. Aug. (WTB. Amtlich.) Der Reichskanzler ist mit dem Staatssekretär v. Jagow nach Wien ab gereist, um den Besuch des Ministers Baron Bu- rian in Berlin zu erwidern und die Besprechungen über die Ordnung der Angelegenheiten in dem von den Verbündeten gemeinsam besetzten Gebiet fortzusetzen.
Kuropatki«.
Petersburg, 10. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Delegraphen-Agentur. General Ku- ropatkin, der Oberkornmandierende an der Nordfront, ist zum Generalgouverneur von Turkeftan ernannt worden.
Der Seekrieg.
Ein italienischer Ueberdreadnought in die Lust geftogc».
Bern, 10. Aug. (Zf.) Das ^„Pettt Jmrrnal" meldet ans Turin: Am gestrigen Tage war das Gerücht verbreitet, daß der italienische Ueberdreadnought „Leonardo da Vinci" im Hafen von Tarant in die Lust geflogen ist. Man weiß nicht, ob die Katastrophe, die leider wahr zu sein scheint, durch einen Zufall, ein f eind- liches Torpedo oder im Verlaufe eines Kampfes mit einem feindlichen Geschwader hervorgerufen wupde.
(„Leonardo da Vinci'" ist ein am 14. Oktober 1911 vom Stapel gelaufenes Linienschiff von 22 400 Torrnen Wasserverdrängung nttt einer Artillerie von 13 Geschützen von 30,5 cm, 18 von 12 cm und 20 von 7,6 cm Kaliber und einer Besatzung von 994 Mann.) ^
Kopenhagen, 10. Aug. (WTB.) Die „NationalTidend«^ meldet aus Kttstiania: Aus Bergen wird gemeldet, daß der große englische Dampfer ,Jupiter", dessen Ankunft bereits letzten Freitag erwartet 'wurde, wie jetzt angenommen wirb, von ttnem deutschen Tauchboot t orpediert worden ist. Die Besatzung eines ft: Bergen ttngttroffcnen norwegischen Dampfers berichtet, daß sie ans der Fahrt von London drtt große brennende Schiffe gesehen hat. Die Nattonalität war nicht ieskzustttlen, da die Schiffe berttts bis zur Wasserlinie niedergebrannt waren. Der norwegische Dampfer btta:ü> sich Anfang voriger Woche in London und war Zeuge ttnes nächllichen Zeppttin-Angttffs aus den Hafen
Spanien und Portugal.
Bern, 10. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung des „Temps^ aus Madrid hat unter dem Vorsitz des Wnigs ein Ministerrat stattgefuuden, in dem die Beziehungen Spaniens zu Portugal ausführlich erörtert wurden. Diese bildeten gestern und heute auch den Gegenstand privater Unterredungen zwischen den Ministern bei dem Ministerpräsidenten. Der König bleibt in Madrid, um die endgültigen Beschlüsse des Kabinetts zu bestätigen.
Ass dem Reiche.
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Die Fifchpreift.
Die Höchstpreisfestsetzung für Fische haben nicht jeder Beziehung erfreuliche Erfolge gezttttgt. Einmal haben :e vcrhindctt, daß Fische in starkem Maße in die großen Kousmn- zentren gelangten; die Fische sind vielmehr in der Hauptsache auf dem Lande verzehtt worden. Die entsprechende Abstufung zwischen den Prttse:: auf dem Lande und in den Städten, die ttne ausreichende Fisc^ufuhr in die Städte gewährlttsten würde, läßt sich ehr schwer durchführen, well die Händler zu den Stadwreffen verkaufen, aber wegen der auf dem Lande herrschenden Höchstprttse doch nicht die enffprechenden Preise anlegen dürfen. Der Fisch ist daher pn größten Teile auf dem platten Lande
geblieben. , ^ t . . _
Soweit es sich um Teichfische handelt, du i-u «rem be- sttmmten Ztttpunkt gefangen werden^, hat sich gezeigt, daß rnfolge der L>öchstpreise die Fische nttt ttnem Wale Ms den Markt geworfen iverden, da ttne Prttsstttgerung infolge der Höchstprttse nichts mehr zu erwarten ist und daher der Händler kttn Entgelt für lange« Aufbewahrung erhält. DaS hat insbesondere che: Karpfen und Sel-ltten zu ttnem unwirtschaftlich schnellen Verzehren der Fische go- fühtt. Endlich muh btt Festsetzung von Höchstpreisen, wenn man keinen Tttl der Prodnzertten und der Händler schädigen will, :mmer auf die ungünsttge:: VerMtniffe Rücksicht genommen werden. DaS verteuett für den Konsumenten die Fische, ohne dem Produzenten
Reichskanzler hat daher auf Antrag des^Krie^. Ernährungs-Amts ttne Bekanntmachung erlassen, durch d:e fflr Karpfen und Schütten anstelle des Höchftprttses ttne Syndizierung gesetzt wird, die ttne ausrttchende Ueberwachung des Prttses gewährlttstet und donebe:: möglich macht, die Terchftsche in ditteuigen Gebiete zu bttngen, in denen sie zweckmäßig verz^chrt werden sollen, nämlich in die großen Konsumzentren. Zu diesem Zwecke ist, unter fchtarsvr Rttchsäufffcht, die Kr:egsgese1I- schaft für Teichfischverwertung m b. L. :n Berlin W., Königin-Au-gusta-Straße 21, Geschäftsführer Herr Klee,
gegründet worden. ., M
Der Absatz von Karpfen und Schltten ist fortan an die Geneh- migung dieser'Gesellschaft gebunden. Bon der Genehmg ungsp flrcht sind rtt>iglich ditt ewigen Karpfen und Schltten ausgenomm en, Jy aus inländischen WLldgeiwäffern oder aus rnlcmdttchen Lerchwvt- schaften runter drtt Lwktar stammen. Die Gesttls^haft wrrd den Absatz der Karpfen und Schltten mit Hilfe von Konnnnnen und Handel vornehmen. Sie wird unter Aufstcht eines durch den Reichskanzler zu ernennenden Bevollmächtigten ficr d:e Regttung des Absatzes und für ttne angemeffene Preisbildung Sorge tragen.
Berlin, 11. Aug. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet, daß die Stadt Köln es erreicht habe, daß der Bevölkerung Birnen für 15 Pfennig für das Pfund von den Großhändlern verkauft werden, welche ihrerseits 11 Pfenrrig zu zahlen hätten.
Berlin 10 August. (WTB. Amtlich.) Ein feindlicher Flieger warf in der Nacht vom 8. xum 9. d. Mts. mehrere Bomben auf Rottweil in Württemberg ab. Ein Wohnhaus wurde getroffen, mehrere Personen verletzt. Milftättscher Schaden
^trUn, 11. August. Nach dem „Berliner Tageblatt" wird
das herzoglich an Haitis che Lan de sernährungsamt
nicht mehr als sechs Mark für den Zent ne rausger erster Kartoffeln zahlem Nach dem ..Anhaltischen Generalan- m.arc 11 :mrd in Kalbe das Strafverfalwen gegen Kartoffel er z enger erössntt, welche Spätkcrrtofseln gegraben und als Frühkartoffeln
verkauft haben. „ t ..
Königsberg i. Pr., 10. Aug. Nach den inmesben Feststellungen sind von 300000 geflüchteten Bewohnern Ostpreußens bisher 280 000 in ihre alte Heimat ^xstckgekehrt.


