Ausgabe 
8.8.1916 Erstes Blatt
Seite
3
 
Einzelbild herunterladen

gdfffeu unter diachnahme ubtrj enöen. Die zur Beringung gestellten Ledermengen sind sehr beschränkt, sodatz nur d«s dringendste Bedürfnis anerkarmt werden kann. ^Näheres siehe Bekanntmachung im heutigen Matte.

** Tie Regelung des Lederverketzrs verursacht m den beteiligten Kreisen manche Unsicherheit. Es wurde zumal darüber geklagt, daß Leder Händler aus Grund der noch auszu- gebenden Ledcttarten cmf den Kundenfang ausgin-gan. Vor: Belang i\L daher eine Auskunft der Handelskammer zu Tarnrst-adt, die Heine eingetwffen ist und die wir Tvachsolgend veröffentlichen!Wir haben uns dagegen von sämtlichen Bürgermeistereien Hessens die noch in Betrieb beffndlichen Schuhmachereien angeben lassen und sind zurzeit auf Grund dieser Unterlagen mit der Ausstellung der Lederkarten beschäftigt. Tie Großh. Bürgermeistereien haben uns sämtliche Betriebe gemeldet. Anfang dieser Woche gelangen dre Lederkarten zun» Versand an die Bürgermeistereien, bei denen sie ans Grund örtlicher BeLanntmachnng in Empfang zu nehmen find und auf Grund deren die Einschreibungen oe» * den Äderhändlern innerhalb der Zeit vom 7. bis 12. August zu er­folgen haben. .

** Das hessische Kriegs-Zeitungsarchiv. Der kürzlich als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an der Mainzer Staot- bibliothek angestellte Dr. Ernst Goetz berichtet in den Quartal­blättern des Historischen Vereins für das Großherzogtum Hessen (VI. Bd. Nr. 1 1916) über die Gründung des hessischen Krregs- Zeitungsarchivs, das schon wiederholt unsere einheimische Presse beschäftigt hat. Dr. Goetz hätte frmlich em an ein Reichs presse-' amt angegliedertes Reichskriegsarchiv lieben gesehen, jedoch wäre ein solches nach Ansicht des Verfassers von vornherein an dem bei Kriegsausbruch herrschenden Mangel an geeigneten Kräften gescheitert. Dagegen gelang es in Hessen, im engen Zusammen­hang mit dem Historischen Verein und der hessischen Nachrichten­stelle für das neutrale Ausland das Unternehmen in kleinerem Rahmen mit freiwilligen Hilfskräften durchzuführen. Dies ge­schah dadurch, daß gebildete Frauen ihre Kräfte in den Drenst dieser vaterländischen Sache stellten, indem sie sich der mühsamen Arbeit des Ausschneidens ans etwa 200 in Hessen erscheinenden und für diesen Zweck umsonst gelieferten Zeitungen und Zeiffchrrften unterzogen. Dre Leitung der Ausschnittsammlung übernahm das Großh. Haus- und Staatsarchiv. Die Ausschnitte beziehen sich auf die Einwirkung des Krieges auf den Staat, das hessische Militär, die Religionsgemeinschaften, die Schulen, das kommunale Leben/ das wirtschaftliche Leben, das soziale Leben, das geistige Leben' und das private Leben, wozu noch im 10. Abschnitt Verschiedenes kommt. Diese chronologisch geordneten Abteilungen, die noch Unterabteilungen haben, geben nun dem zukünftigen Benutzer ein verhältnismäßig leicht brauchbares Material für seine Forschung. Für Hessen bildet das Unternehmen, dessen erste Bände bei der Darurstädter Kriegsausstellung vom März 1916 zu sehen waren und dessen Fortsetzung und Abschluß gesichert erscheint, ein Zeug­nis vaterländischen Geistes und geschichtlichen Sinnes. Der Ver­fasser schließt seine Abhandlung mit dem Wunsche, daß das hessische Borgeh^» dem deutschen Volke ein Mahnruf sein mögein Er- imnerung begangener geschichtlicher Sünden aus dem Strom des dähineilenderr täglichen Lebens die Zeugnisse zu sammeln, dre am' Unmittelbarsten der Wiffenschaft zur Belehrung und Verarbeitung dienen können."

** Brennessel-Sammlung und -Ablieferung. Nachdem es durch langwierige, unausgesetzte Bemühungen ge­lungen ist, ein Verfahren zu finden, welches es ermöglicht, die Brennesselfaser derart zu verarbeiten, daß sie ein den Baumwoll- gefstinsten fast gleichwertiges Produkt ergibt, ist die Regierung der Frage der planmäßigen Breimesselgewinnung näher getreten, und es wurde auf Veranlassung des Kriegsministeriums die Nessel- ßffev-^rwertungs-Gesellschaft m.b. H., Berlin W. 66, Wilhelm­straße 91, gegründet, welche die Gewinnung und Verwertung der Nesselfaser bezweckt. Die Hauptfrage der Gesellschaft bildet jetzt die Ernte der Brennessel. Durch die Regierungen der Bundes­staaten ist die Organisation der Sammlung in der Weise ttngtttttet worden, daß in den einzelnen Bezirken durch die Behörden SamMSl- stellen eingerichtet sind, welche die völlig getrockneten urrd entblätterten Stengel zum Preise von 14 Mark für 100 Kilogramm Übernehmen. An der Sammlung sollen sich vor allem beteiligen die Schulkinder, ferner die Arbeitslosen und die dienstfreien Mann­schaften des Heeres. Es wird von der Bevölkerung erwartet, daß, soweit sie sich nicht selbst am Sanrmeln beteiligt, sie den Samm­lern keine Schwierigkeiten in den Weg legt und ihnen das Betreten der Grundstücke gestattet, aus denen Nesselbestände vorhanden sind. Schr erwünscht ist es auch, daß etwaige Hinweise ans schöne Be­stände den Behörden zugehen, damit kein Nesselstengel unverarbeitet Äeibt. Nur die yemeinsaime Tätigkeit aller kann das wün­schenswerte Ergebnes erreicht werden, das bei der vorhandenen Knappheit an Spinnmaterialien eine wertvolle Ergänzung der Vorräte sein würde. Alle diejenigen, welche bereit und in der Lage sind, sich an der Brennesselgewinnung zu beteiligen, mögen sich zwecks Ablieferung an die zuständigen Landratsämter um Aus­kunft wenden. Eventuell ist auch die Nesselsaser-Verwertnngs-Gs- sellsihaft gern bereit, Rückfragen umgehend zu beantworten.

** Ihre Silberne Hochzeit begehen morgen, den 9. August, die Eheleute Wilhelm Kreß und Frau Elise, geb. Schäfer.

* Die im Juni 1899 geborenen Landsturm- pflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 1b. August d. Js. zur Lomdsturmrolle melden. Näheres siehe Bekanntmachung.

Den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1918 behandelt eine Bekanntmachung des Großherzogl. Ministeriums des Innern, aus die wir besonders Hinweisen.

** Die Weißdornfrüchte als Kaffee-Ersatz. Der preußische Eisenbahnminister hat die ihm unterstellten Direkti­onen angewiesen, alle auf ttsenbahn-siÄkalischem Gebiet vorhandenen Früchte ds Weißdorns sammttn zu lassen urrd einer gemeinsamen Sammelstelle znzuführen. Die 'Früchte sollen als Kaffee-Ersatzmittel Berweirdunq finden. Die dadurch zu ermattende Ersparnis' an Gerste und Brotgttreide beläuft sich dem ministeriellen Erlaß zufolge auf etwa 10 000 Tonnen. (?)

Beutegeschütze. Das Kriegs Ministerium hat ver­schiedenen hessischen und naffauischen Städten auf deren Antrag Beutegeschütze leihweise überlassen. Meistens sind es belgische Ge­schütze 12-Zentimeter-Kanonen, die auf geeigneten Plätzen der Stäote zur Aufstellung kommen.

** Einsammeln der Sonnenblumenstengel. Die Rohmatettal stelle des Landwittschoftsrninisteriums teilt mit: In­folge des Ktteges ist die Einfuhr geschnittener Schalbretter, dir im Bauwesen als Holzschalung für Decken und Fachwerktvände Ver­wendung finden, stark beeinträchttgt. Als Ersatz hierfür eignen! sich, wie uns von sachkundiger Seite mitgeteilt wird, die Sonnen'- blumenstengel, die bisher nur als Brennmatettal dienten. Durch Verwendung der Sonnenblumenstengel int Bauwesen würde nach Angabe Sachverständiger eine beträchtliche Mehreinnahme beim Sonnenblumenbau erzielt werden können.

** Ueber die Erhöhung derPv st gebühren herrscht vielfach eine irttümliche Auffassung. Es sei daher darauf hinge­wiesen, daß nicht alle Postgebühren von der Erhöhung betroffen ssiftd. Unverändert geblieben sind die Gebühren für Drucksachen, Geschäftspapiere, Warenproben, Postanweisungen und im Postscheckverkehr, ganz abgesehen von den Gebühren im Feld­post- und im internationalen Verkehr. Auch die Nebengebühren für Nachnahme-, Einschreib-, Eilboten-, dringende Sendungen sowi« Rückscheine bleiben unberührt.

** Betreffend Höch st preis eundBeschlagnahme von Leder (Ch. II. 888/7.16. M. R. A.) ist ttne Bekanntmachung erschienen, die anstelle der bisherigen Bekanntmachung betreffend Höchstprttse von Leder (Ch. II. 888/1.16. K. R. A.) ttttt. Durch die neue Bekanntmachung sind die Höchstprttse für Leder entsprechend den kürzlich erlassenen neuen Höchstpreisen für Häute verändert und vielfach l)erabgesetzt worden. Auch die Bestimmungen über die Frei­gabe von beschlagnahmtem Leder und sttne Verwendung haben Ab­änderungen erfahren. Anfragen von nichtamtlichen Stetten we­ssen der Bekanntmachung sind, sofern sie sich auf die Preise be­ziehen, an die Geschäftsstelle der Gutachterkommission für Leder­höchstpreise in Berlin W.9, Budapester Straße 11/12, und sofern sie sich auf die Beschlagnahmebestimmungen beziehen, an die Melde­

stelle der Kttegs-Rvhstoft-Mteitung für Leder und Lederstvffe tn Berlin, ebenda, zu ttelften. Die Bekarrntmachung ttttt mit dem 1. September 1916 in Kraft. Ihr Wortlaut, der für die betelltgten Krttse von Wichtigkeit ist, ist im heuttgen Krttsblatt abgedruckt ulw am Bürgermttstevttgebände angeschlagen. , v .

** Getreidestoppel als St reu material. Durch das in letzter Zeit in der Presse wiederholt besprochene neuartige Auf- schließungsversahren ist die Bedeutung des Strohs als Futtermittel so wesentlich gestiegen, daß mtt der weitgehendsten Verwertung des Sttohs als Futtermittel gerechnet werden muß; ist doch der Futter­wett des rrach dem treuen Verfahren aufgeschlossenen Strohs acht- nml so groß, wie der des nicht behandelten. Aus' der stärkeren Heranziehung des! Strohs zu Futterzwecken ergibt sich aber dre Notwendigkeit, anderes Strenmatettal zu beschaffen. Hierzu eignet sich vorzüglich die Kornstoppel, welche gewonnen werden kann, wem: man flach schält und dann scharf, womöglich im Trabe, eggt, -irvk- kene Witterung begünstigt die Beftttnng der Stoppeln von der Erde. Die ausgeegten Stoppeln werden zusammengereclft und aus Haufen gefahren. ^Ferner ttgnet sich zur Einstreu Ginster ocxw Pfttemen, Heidekraut, Httdelbeerkrant,Schilf, Seggen, Binsen, Mo>^, Sägemehl, Laub und Nadelstreu und ganz besonders gut Fasertorf.

** Das heutige Kreisblatt enthält ttne Bekannt­machnng, die gegenseitige staatliche Gleichstellung und Anerkennung der Diplomprüfung für das Baufach in Hessen und Braimicchveig betreffet, sowie die sehr wichttge Bekanntmachung betreffend Höchstpreise und Beschlagnahme von Leder, ferner Bekanntmachungen betreffend Abänderung der Bekanntmachung über die Verwmdung tierischer und pflanzlicher Oele und Fette, über den Absatz von Brennesseln urrd über den Verkchr mit Brvtgetrttde und Mehl aus der Ernte 1916.

Landkreis Gießen.

j Stein he im b. Hungen, 8. Aug. Der Musketier Eifer von hier, bei der 10. Komp. Res.-^rf.-Megt. Nr. 223, galt seit dem 13. Jüan als vermißt. Dieser Tage mm teilte er mit, daß er sich- unverwundet in russischer Gefangenschaft befinde und daß es chm gut gehe.

** Billin gen, 8. Aug. Dem WrHttNam» Otto Zimmer von hier, beim Fuß-Art.-Regt. Nr. 7 (Munitionskolonne), wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.

Kreis Büdingen.

ba. Büdingen, 8. Aug. Gefreiter Friedrich Wagner im Fuß-Artillerie-Regiment Nr. 3 erhielt die Hessische Tapfer- keitSmedaille.

Kd. Sad-Salzhausen, 8. Aug. Ein außergewöhnlicher Kunstgenuß wurde unserem Kurptublikum gestern in dem idyllisch gelegenen Konzertsaal durch einen Kanrmermusrkabend bereitet. Man hatte hierzu die aus den Herren Herrn Krauß (Violine), Max Weinschenk (Klavier) und I. H. Weinschenk (Cello) be­stehende Trio-Vereinigung'aus Mainz gewonnen. Mit dem form­vollendeten, technffch und gttstig aufs feinste aus gearbeiteten Vor­trag zweier Meisterwerke dem Trio B-Dur vp. 97 von Beethoven und dem G-Dur-Trio von Mozatt bewiesen die Herren ttne reise Künstlerschaft. Tie Künstler leisteten mehrfachem Hervorruf Folge. Zwischen den Jnstrumentalwerken vernahmen »vir vier Schübettsche Lieder von Frau Gert rüde Wttnschenk poesievoll, zatt und innig vorgetragen. Tie junge Künstlettn versteht die zarten Feinheiten des Liedes mtt dramiatisch-belebter Vortrags- wttse zu verbinden. So hinterließen ihre Votträge einen nach­haltigen Eindruck.

ba. Selters, 8. Aug. Polizeidiener Heinrich König, der als Fahrer bei einer Munitionskolonne in den Kämpfen vor Verdun sein linkes Auge verlor, erhielt das Eiserne Kreuz.

Kreis Alsfeld.

02 . S ch w a b e n r o d, 8. Juli. Der Grenadier Konrad Simon von hier, dem bereits im vottgen Winter die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen wurde, wurde jetzt mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und gleichzeitig zum Gefreiten befördert.

Kreis Friedberg.

---Friedberg, 8. Aug. Die Kornernte in der Wetterau fällt ganz ausaezeichnet aus, wie die eben vollzogenen ettten Probedrusche evgaben. Ein Hektar Roggen lieferte durch­schnittlich 2400 Kilogramm Frucht von außerordenllicher Mehl- haltigkttt. Aehren mit 80100 Körnern sind fast Durchschnitts- erschttnungen. In Wttzen erwarttt man ttne ergiebige Mittelernte von etwa 22002300 Kilogramm. Die Weizenähven sind nicht so groß wie in einem Normaljahre, da die Pflanzen unter dem Blatt­rost litten, der die Aehven^ und Körnerbildung bettnträchttgte. Unter dem Einfluß des vorzüglichen Erntewetters dürfte die Roggen- eritte in wenigen Tagen unter Dach und 'Fach sttn.

Kd. Bad-Nauheim, 8. August. Das Sechste Phil­harmonische Konzert ein Max Reger-Abend findet Donnerstag, den 10. August statt. Solist ist Königl. Hof- konzertmttster Gustav Haveniann aus Dresden, die Leitung hat Königl. Professor Hans Win der stein. Dieser Konzertabend dürfte ein ganz aatßewrdentliches' Interesse beanspruche»:, indem zum ersten Male der unlängst vetttorbene Max Reger btt uns zu Worte komnten soll. Urid zwar bttngt Professor Winderstttn in sttnem Orchester die bttden letzten Orchesterwette des Mttsters, Bier T o n d i ch t u n g e n n a ch A. B ö ck l i n" a) Ter geigende Eremit; b) Jjm Spiel der Wellen; c) Tie Toteninsel; d) Bachanale; und ferner dieVariationen über ein Thema von Mozart" zur hiesigen Erstaufsührurtg. Namentlich das letztere Wett hat überall, wo es bisher zur Aufführung gelangte, stür- misch'M Bttfall geffrnden. Solist des Abends ist der angesehene Gttger Gustav H a v e m a n n, der sich inzwischen zum 1. Konzert­meister der Königl. Kapelle in Dresden emporgearbtttet hat. Der Künstler bttngt das herrliche Bi-olin'-onzert!in A-Dur von Mozart zum Vorrtage. Das Konzert beginnt mit Rücksicht aus zu erwartende zahlrttche auswärttge Besucher bereits um 8 Uhr (nicht wie sonst &i/i Uhr), worauf wir noch ganz besonders aufmerksam' machen. Tie Züge in der Richtung Fraitkfutt a. M. und Gießen zur Rückfahrt sind noch zu ervttchen.

oa. Södel, 8. Aug. Dem Wehrmann Karl Wagner, der s. Zt. schwer verwrmdet wurde, ist das Eiserne Kreuz verliehen worden.

Kreis Wetzlar.

= Wetzlar, 8. Aug. Das Hochwild ttchtet in den Ge­markungen des Laübus auf den Kartoffeläckern in diesem Jahre erheblichen Schaden an. Die Wälder, in denen die großen Wild­rudel sich aufhalten, gehören dem Staate. Die geschädic,ten Acker­besitzer wollen sich jetzt an ihre Reichs- und Landtagsabgeordneten wenden, damit diese beim Faskus vorstellig werden.

nx». Niederbiel, 6. Aug. Mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse wurde der Fahrer Karl Süß 1., lttchte Munittonskolottne des FÄd-Artillette-Regftnents Nr. 56, ausgezttämtt. Er liegt zurzeit verwundet in ttnem Kriegslazarett.

wa. Sch walbach, 6. Aug Gefrttter Karl D ä u m e r , Re- serve-Jnscmtette-RegimeTtt Nr. 81, erhielt das Eiserne Kreuz.

wa. Werdorf, 6. Aug. Der Landsttirmrekrut Httnttch B l e ck e r, Reserve - Jnfarrterie - Regiment Nr. 224, wird sttt 15. Juni 1916 als vermißt (amtlich) gemeldet.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M., 7. Aug. Die Eitlfnhr von Bollnrilch nach Frankfurt geht in auffallender Weise zurück. Während rnt Januar d. I. noch 2 400 000 Liter Voll­milch nach hier gebracht wurden, ging die Zufuhr im Juni auf 1930 000 Liter zurück. Dagegen stteg die Zufuhr von Magermilch im Januar von 286 000 Liter ans 449 000 Liter im Juni. Zur Behebung der dadurch immer grdßer »rierden- ben Milchnot erfährt die Milchversorgung der Stadt eine völlige Nerwrdrulng. In erster Linie soll der Vttlchverbrauch in den Kaffeehäusern und in Konditoreiett auf das geringste Maß eingeschränkt bezw. ganz verboten tverden.

--- Höchst a. M., 8. Aug. Auf der Haltestelle Kelkheim der HöchstKönigsteiner Bahn entgleiste arn Sonntag morga» die Maschine und ttn Wagen des D^orgen-Personenzuges. Personen kamen, da der Zug- sehr langsam fuhr, nicht Au Schaden.

---- Aus der Rhön, 8. Aug. D»e Schutttnoec von Ftnten- hain und D'ipperz sammelten in ihren Heimatwäldern 650 Pftutd Heidelbeeren und schickten die Früchte an die Rttervttazarette in Fiüda. _

Gedenket der Geburt;tag;jpe«de ffits Rote kreuz"!

Vermischter.

Ein Explosionsunglück in Königsberg.

Königsberg i. Pr., 7. August. (WTB.) Das stell­vertretende Generalkommando des 1. Armeekorps teilt mit:

Heute morgen 8 Uhr 10 Min. erfolgte in Königsberg, Artilleriedepot Rothenstein, eine Explosion russischer Munition. Bei der Umladung verunglückten, soweit sich bei dem planlosen Fortlaufen des Personals feststellen ließ, 30 Depotarbeiter, 20 Frauen sind tot, etwa 14 trugen schwere, 58 leichte Verwundungen davon. Verdachtsmomente auf Spionage oder ein Attentat haben sich bisher nicht ergeben. Von gerichtlicher Seite wird das Weitere festgestellr werden. Eine weitere Explosions- und Feuersgefahr sind beseitigt. Die städtische Feuerwehr und der Sanitätsdienst funkttonierten ausgezeichnet. Vor dem Aufheben von Sprengstücken wird wiederholt bei Strafe gewarnt wegen der damit verbundenen Lebensgefahr.

Univerfitäts->Nach»!chten.

--- Frankfurt a. M., 7. Aug. Ter Mlgernttne Studenten­ausschuß der Univcttität Frankfurt will ein studentisches Arbeitsvermittlungsamt errichten. Das Antt bezweckt die kostenlose Vermittlung von bezahlter Arbeit (Privatstunden usw. und gemttnnütziger sozialer Arbttt auf dem! Gebiete der öffentlichen und pttvaten Fürsorge. Wer sich der Vermittlung des Amtes bedient, wird zur Einhaltung eines festgesetzten Honorarmindest-' satzes verpflichtet sttn.

--Frankfurt a.M., 7. Aug. Dr. med. Karl Propping, bisher btt Geheimrat L. Rehn an der chirurgischen Klinik als Assistenzarzt tättg, habilitierte sich an der medizinischen Fakultät für dojs Fach der Ehirurgie. Professor Dr. Ernst Rabel in Götttngen, her zu Beginn des Winterhalbjahrs an der hittigen Universität den neubegründeten Lehrstuhl für deutsches bürgerliches Recht, römisches Recht und Rechtsbergleichung übernehmen sollte, ttttt sttne hiesige Lehrtättgkttt nicht an, sondern folgt einem in-

S "'en an ihn ergangenen Ruse nach München. Hier wird er der olger von dem verstorbenen Geh. Jüstizrat Dr. Fttedttck H ellmann.

Märkte.

Gießen, 8. Aug. Marktbericht. A»lf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1,90-0,00, Hühnereier das Stück 20-00 Pfg., Käse das Stück 1000 Pfg., Käsematte 1 Stück 3-0 Pfg., Kartoffeln das Pfund 10V, bis 0,00 Pfg., Milch das Liter 30 Pfg., Spinat 09 Pfg. das Pfd., Gelberüben 2000 Pfg. das Päckchen, Rosenkohl 00 Pfg. das Pfd., rote Rüben 1520 Pfg., Zwiebeln das Pfund 00-00 Pfg., Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg., Blumenkohl 2050 Pfennig, Sellerie 00-00 Pfennig das Stück, Kopfsalat 510 Pfg. das Stück, Kohlraben 512 Pfg., Römisch Kohl 1012 Pfg. das Päckchen, Lauch 510 Pfennig das Stück, Weißkraut 20 bis 40 Pfennig, Rotkraut 20 bis 35 Pfennig, Erbsen 25-30 Pfg. daS Pfd. Marktzeit von 7 bi» 1 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst- Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 9. August ISIS - Heiter, trockei», tags warm, nachts kühl.

MÄller'sche vadeanftalt.

Wasserwärme der Lahn a»n8. August: 15° R.

Letzte Nachrichten.

Die Kämpfe um Thiaumont.

Genf, 8. August. In einer Pariser Meldung de» LyonerNouvelliste" wird zugestanden, daß nach den amt­lichen französischen Berichten die Deutschen nicht nur das an der Straße Bras-Vaux-Fleury-Thiaumont gelegene Hauptwerk Thiaumont halten, sondern auch die zwei außerhalb dieser Feste befindlichen Schanzen, sowie die starken Befestigungsanlagen der Straße Bras-Vaux be­haupten.

Zum Kampf an der Sonnmfront.

Gens, 8. Aug. Tie Ententepresse vettncht es so darzustellen, als ob die Engländer btt Pozieres ttnen großen Sieg errungen hätten. TieTimes" schreiben: Es war ttne sehr bedeutende und mit irur gettngen Verlusten vollzogene »vichtige Aktion. Als unsere Truppen sttlrmten, fanden sie mehrere Schützengräben und zwar viele der zlveiten deutschen Linie nahezi» gänzlich durch die Artillerievorbereittrng zerstört. Tie Arbeit unserer Kanoniere vor dem Angttfs war vorzüglich. Der Vertreter desNienwe Rotterdamsche Courant" schrttbt dazu: Obgleich einige englische Blätter diesen Fottschritten große Bedeutung beimessen, können wir bis jetzt nichts anderes dattn erblicken, als erfolgrttche Schützen­grabenges echte, wem» auch die Engländer jetzt Hügel besetzt haben, die fünf bis ztvanzig Meter höher sind, als die wefter nördlich gelegenen Hügelwellen.

Spanischer Kohlenmangel.

i. Köln, 8. August. DerKöln. Ztg." wird von ttnem Mit- arbttter gemeldet: Infolge der auch in Spanien sich immer fühlbarer machenden Kohlennvt ordnet ein Königlicher Erlaß an. um sogleich ernsteren Unanehmlichkttten vorzubeugen, den Ver­brauch ai» Kohlen für öffentliche Bele»»chitu»rgszu»ecke aus die Hälfte des bisherige»» ttnzuschränken.

Spanische U-Boote.

i. Köln, 8. Au^. Ein Mtarbttter derKöln. Ztg." schreibt: Die Erfolge der deutschen Untetteeboote haben die spanische Regie­rung veranlaßt, dieser Waffe ihre bttonderr Aunnerksamkeit zu schenken. Wie der-Mundo" meldet, begibt sich der spanische Kreuzer Wirenradura" nach der» Vereimgten Staaten, uni fort ein U-Boot »teueften Typs, das Spanien erworben hat, zu übernehinen und nach Spanien zu überführen. Aus der Werft von C a r t a g e»» werden 3 weitere U-Boote gelxurt, für did das »rotwendige Material berttts eingetrossen ist. 3 andere wurden in Rahen in Auftrag gegebei».

Amerikanische Wünsche nach den Galapagos-Jnseln.

Hamburg, 8. Aug. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Die Vereinigten Staaten leiteten Verhandlungen» mit Ecua­dor ein über den Ankauf der Galapagos-Jnseln, die 950 Meilen von der Mündung des Pal»amakanals im Stillen Weltmeer liegen. Der Kauf soll die Vervoll- ständig nngi des Erwerbs der dänischen An­tillen, die aus der atlantischen Seite des Kanals liegen, darstellen. Die Regieruirg von Ecuador hat es indessen abgelehnt, die Galapagos-Jnseln zu verkaufen.