fian yc int Laude vorhandene deutsche Besitztum bis zuin Ende des Kriege beschlagnahmt, der ganze deutsche Handel cruf mindestens 21 Jahre in Acht und Baun getan ttverfre und daß alle deutschen Kommandanten gehängt imirden, deren Schuld an den U-Boats- awrden oder an anderen Mordtaten erwiesen werde.
Englische Geiftcöblüten.
Berlin, 8. August. „Daily Telegraph" bezeichnet die Fahrt des .Handelstauchschiffes „Deutschland" nach New Jork als einen Bluff. Die „Deutschland" sein in kleinen Stricken cmr Bord neutraler Schiffe nach einem amerikanischen Hafen gebracht, dort zusammengesetzt, und mit Farbstoffen beladen lvorden. Darnr sei sie im Triumph innerhalb der Dreimeilenzone nach Baltimore gefahren. Demgegenüber bemerkt „Evening Standard", die Reise der „Deutschland" sei als Versuchsfahrt zu bewerten. Komme nämlich der gefürchtete Augenblick, wo Kaiser Wilhelm gezwungen werde, den Alliierter: den Degen zu überreichen, so werde er sich dieser Demütigung und der Gefahr, den Rest seines Lebens auf St. Helena zu verbringen, dadurch entziehen, daß er auf der „Deutschland" nach Amerika flüchte. Die „Vossische Zeitung" bemerkt dazu: Was wäre erst alles geschehen, wenn es zur Zeit Adams und Evas keine Apfelbäume gegeben hätte.
Die Wahlen in Griechenland.
Bern, 7. Agg. (WTB.) Der „Corriere della Sera" erfährt aus Athen zu den ^vorstehenden Wahlen u. a.: Falls Veniz-elos unterliegen sollte, würden die Garaüti machte dies als eine Bestätigung der Deutlet Freundlichkeit Griechenlands ansehen und durch die Blockade und ihre Kanonen Griechenland schwer dafür bestrafen.
Bern, 8. August. (WTB. Nichtamtlich.) Das „Petit Jour- ual" meldet aus Athen, die Presse bespreche die demnächst i g e Abreise des französischen Gesandten in Athen Guillemin. Einige Zeitungen fragten sich, ob es sich um einen einfacher: Urlaub oder urn die Abberufung lxmdele. Es gehe sogar das Gerücht, .daß die beiden Gesandten Englands undj Frankreichs endgültig Atherr verlassen würden.
Der Warenaustausch mit Rumänien.
Wien, 7. ?lug. (WTB. ^Nichtamtlich) Nach einer Mitteilung des österreichischen Waren verkehr sbureaus hat das rumänische H an d-e l s m i n i st e r i u m zur Durchführung eines Uebcrein- k o m nt e n s über den Warenaustausch Delegierte nach Wien entsandt, die die runränische Zentreleinkansskommission hier zu vertreten und die Bewilligung zum Export nach Rurnänien nach Prüfung der Berkaufsfakturen zu erteilen hatten. Die Delegierten sind: N. Raducan Popesstu. der lange Jahre im Orient als Handelsattache des rumänischen Handelsministeriums tätig war: vls Direktor^der rumänischen ZentralemfrihrkonrMission, Gcsck)ästs- stelle Wien, fungiert Tr. Jon Tcodorescu, der ebenfalls dem Stabe des rumänischen H andelsminist e r mm s an gehört.
Berlin, 8. Aug. Wie der „Bert. Lok.-Anz." hört, ist gestern der 100. „C a r m e n" - Z u g a u s D e n t s ch l a n d n a ch Rumänien abgefahren. Seit Beginn dieses Güterverkehrs im Mai sind 50 000 Tonnen Güter von hier nach Rumänien ausgeführt worden. Der Donaugüterverkehr nach Rumänien von Regcnsburg aus ist gleichzeitig eingerichtet.
Berlin, 8. Aug. Die verschiedeirtlichen ru ssen freundlich e n Gruppen, die für ihre Kriegspolitik die rumänische Studente nschaft zu mobilisieren versucht haben, haben einen argen Mißerfolg davongetragen. Ein großer Studentenkongreß, der als Kundgebung für den Dierverband angekündigt war, hatte, wie die „Vossische Zeitung" nleldet, nur 80 Zuhörer angelockt, so daß Filipescu, der eine Rede angekündigt hatte, darauf verzichtete. Ein Stvaßenumzug -nach Schluß des Kongresses verlier ebenfalls bedeutungslos.
Greueltaten der Entente in Mazedonien.
Sofia, 6. Aug. (Meldung der Bulgarischen Telegraphcn- Agentur.) Die Preßleitung veröffentlicht folgende Mitteilung über das Verhalten der französischen und serbischen Truppen gegenüber der bulgarischen Bevölkerung in den an der griechischen Grenze gelegenen Gebieten. Am 2 Juli drangen serbische und französische Soldaten in das bulgarische Dort Strupino mi und setzten es von vier Seilen in Brand, nachdem sie eingnl M Äitär Äiroon rings um das Dorf gezogen hatten, damit niemand entrinnen könne. — Die unglücklichen Bauern mußten ohnrnächtig der Zerstörung ihres in mühsamer Arbeit erworbenen Eigentums zuseha.- Alle jene, die fick' durch Flucht zu retten versuchen, wurden getötet. Tie übrigen wurden in 'zrvei Gruppen geteilt. Eine Gruppe, aus jungen Leuten beider (^schlechter bestehend, wurde in das französische Brwckk bei dem Torfe Kostnrian gebracht: die zweite Gruppe, bestehend aus Greisen, Greisinnen und Kindern^ wurde nach, dem^ Dorfe Dragornjancr übevgeführt. 'Der Gemeindevorsteher van LNruvino )mixbe nach r^obntzko gebracht und gehockt Auf Befehl des Chefs der Abteilung mußten sieben bulgarische Dörfer, darunter Pozar. und Pressen«, geräumt werden. Die Bevölkerung wurde nach Saloniki abgeführt. Man weiß nichts über das Schicksal, das ihr zuteil geworden ist. bekannt ist nur, daß unterwegs ihr ganzes Vich und ihre Habseligkeiten! v on Se rben und Franzosen und von griechisch sprechenden Ein- ^dovenen geplündert wurden. Mm 6. Juli wurde ein großer Bvand in der Richtung von Tragomanei 'bemerkt, der von einem bvennenden Dorfe, wahrscheinlich .Sveti Jlia, herrührtr. Das Dorf Zborsto wurde gleichfalls von französischen und serbischen ^Epen rri^ergebrannt. In diesen! Dorfe Machte ein 100 Jahre chter Priester beim Anblick der Zerstörung der Heimstätten seiner Pfarrllnder den wenigen griechischen Soldaten, die zugegen waren, den Vorwnrf, daß sie ienen, deren Söhne in der griechischen Armee dienen, keine Hilfe leisteten. Die Soldaten erwiderten, daß sie angesichts der Zahl nnd der Grausamkeit der Franzosen ganz machtlos wären. Ern Teil des Torfes Subotgko erlitt dasselbe schicksas. Der Gem^indevorswher ,md nvehrere Bewohner dieses Dorfes wurden von den Franzosen weggeführt. Man weiß nicht, was an3 ihnen geworden ist. Diese Darstellung genügt, um ern getreues^ Bild von den unbeschreiblichen Verwüstungen zu geben, die Serben imd Franzosen gegen die arme Bevölkerung drestr Gegend vollfiihren, deren einziges Berbvschen ist, der bul- gar: scheu Nation anzugehören.
Schweden ohne Flachs.
^ o V e n b a g c n , 7. August. > WTB. Nichtamtlich.) „National -rdende" meldet aus Stockholm: Bei starkem Sturm brannten gestern die in der Nähe der Forsa -Spi nn er eien gelegenen großen Flach slag er nieder, die die Dor- ™ e nttrtjdiimhTidaen Spinnereien bildeten. Sie enthielten 100 Tonnen Ware Der Wert beträgt weit über zwei Millionen Kronen^ Ta es trotz aller Anstrengungen vergeblich gewesen ist, von Rußland Flachs zu erhalten, ist Schweden jetzt obneFlachs. Biele L-vinnereien haben bereits heute den Betrieb eingestllt.
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Hanoetsluftschiffverkehr zwischen Deutschland und Amerika?
Berlin, 8. Aug. Nach einer Meldung der „New York World" hoffe Graf Zeppelin durch neuerbcrute Riesen- l u f ' s ch i f f e, von denen zwei bereits crn dem letzten Lnst- angri'f auf Englarrd teilgeuvmmen hätten, eine neue Handels Verbindung mit Amerika zustande brin- gen zu können Wie der Kopenhagener „ National tidende" o>, ’im ?Jorf gemeldet wird, werde bereits Mitte August v' bt werden, ein derartiges Handelsluftschiff von Den: uhland nach Arnerrva zu eiUsetrden.
Die Kämpfe in Afrika.
London, 7. Aug. (WTB.) General Smuts berichet. unterm 29. Juli: Endlich haben wir die Zentral-Eisen- bahn erreicht, die von Tar-eS-Salam nach! dem Innern bis Tabora geht. Tort nahmen die Streitkräfte unter General van de Wenter die Station Do-doma. Weiter östlich kamen zwei Mteilungen bis auf Schußweite an dieselbe Eisenbahn heran. Der Feind wird von unseren berittenen Truppen verfolgt. Im Westen machte eine britisch-belgische Abteilung des Generals C r e w e, die stch auf die Häfen des Diktoria-Sees stützt, gute Fortschritte. Im Südwesten drängte General Northey von der Grenze des Nyassa-Landes aus den Feind gegen die Zentral-Ersenbahn, zurück, wobei er auch, eine Anzahl Gefangene machte, unter denenj sich Ueberlebende der Besatzung der „Königsberg" ^befinden. Die Versenkung eines deutschen Dampfers sichert uns endgültig die Herrschaft auf dem Tanganjika-See.
Der Seekrieg.
London, 7. Aug. (WTB.) Die Admiralität teilt mit: Der Hilfsminensucher „Clacton" wurde cmt 3. August im östlichen Mittelmoer torpediert und versenkt. Zwei Inaenieuroffizieve, ein Maschinist, ein Heizer und ein Matrose werden vermißt. Der Hilfs Zahlmeister und vier Heizer wurden leicht verwundet.
London, 7. Aug. (WTB.) Lloyds meldet: Der britische Dampfer „Mount Koninston" ist versenkt worden.
London, 7. Aug. (WTB.) Lloyds meldet aus Lowe- stoft, daß der Fij»chdampfer „Loch Somonb'" ver- scnkt worden ist. Die Besatzung wurde gelandet.
London, 7. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, daß der norwegische Dampfer „Na ran da" versenkt worden ist. Ferner soll der englische Dampfer „Espiral" versenkt worden sein, es liegt aber keine Bestätigung dieser Nachricht vor.
Aus dem Nerche.
Die Regelung der Tabakpreise.
Berlin, 7. Aug. (WTB. Amtlich.) Mit Rücksicht auf die im Jnlande vorhandenen erheblichen Mengen an Tabak, und um Preistreibereien hintanzuhalten, hat der Reichskanzler die Ausfuhr von Rohtabak und Tabak favri taten — abgesehen von Zigarettentabak, wofür bekanntlich eine besondere Regelung erfolgt ist — mit Wirkung vom 7. August 1916 ab verboten; Ausnahmen sind für die unterwegs befindlichen Sendungen und vor dem 7. August 1916 gekaufte Partien zugelassen. Zugleich hat der Bundesrat zur Verhinderung von Preistreibereien und zur Vorbereitung einer angemessenen Verteilung der im Jnlande. vorhandenen Vorräte den Verkauf, die Veräußerung und den Erwerb derselben vorübergehend verboten. Ausnahmen von dem Verkaufsverbot sind vorgesehen, soweit sie zur Aufrechterhaltuug des Betriebes erforderlich sind. Sie werden von der Rohtabakaussuhr-Prüsungsstslle in Bremen nach Prüfung der Angemessenheit per Preise erteilt und auf Grund einer Bescheinigung der deutschen Zentralstelle für Kriegslieferungen von Tabakfabrikanten in Minden (Westfalen) über das Bedürfnis. Eine'zweite Verordnung des Bundes- rats verbietet die sogenannten Frühkäufe von Rohtabak der inländischen diesjährigen Ernte.
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Berlin, 7. August. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Bnndesrats gelangten zu.' Annahme: der Entwurf einer Bekanntmachung wegen des Verbots der Frühkäufe von Tabak und der Entwurf einer Bekanntnracharng über Rohtabak.
Berlin, 7. Aug. (WDB. Amtlich.) Gemäß 39 der Verordnung vom 20. Juli 1916 treten die Vorschriften der Verordnung über den Verkehr mit Butter vom 8. De- zeniber 1915 und ücher vorläufige Maßnahmen auf dem Gebiete der F e t t v e r s o r g u u g mit dem 12. August 1916 außer Kraft. Ab diesem Tage ist die gesamte Molkereibutter zugunsten der Kommuualverbände beschlagnahmt. Der Reichsstelle sollen nach § 21 der neuen Verordnung die durch den. Verteiluugsplan festgesetzten und sonst etwa sich ergebenden Ueberfchusse seitens der Landesverteilungsstelle .geliefert werden. In der ersten Zeit werden sich doch gewisse Uebergangsschwierigkeiten ergeben. § 40 der Verordnung vom 7. Juli 1916 sieht daher den Erlaß von Uebergangsbestimmungen vor. Diese sind nunmehr ergangen. Danach sind die bei den Molkereien bis 12. August 1916 seitens der Zentral-Einkaufsgesetlschaft bezw. den LandesverteilungsstellM beanspruchten Men-gen auch nach dem 12. August 1916 an die Zentral-Einkaufsgesellschast bezw. die Landesverteilungsstellen abzuliefern. Insoweit erleidet ß 10 der Verordnung vom 20. Juli 1916 für die erste Zeit eine Abänderung. Für die Ablieferungsverpflichtungen gelten die Vorschriften der Verordnung vom 20. Juli 1916. Dementsprechend greifen auch, für den Fall der Nichterfüllung der Llblieferungs- und AbsetzungsVerpflichtungen die in der Verordnung vorgesehenen Strafbestimmungen, die schärfer sind als die früheren, Platz.
Berlin, 8. Aug. In der Mftrigen Sitzung des Arbeitsausschusses Groß-Berlin wurde beschlossen, Den Preis für Frühkartoffeln cmf9Pfennige für das Pfund herabzusetzen.
»US StaW und Land.
Gießen, 3. August 1916.
Helft die Ernte bergen.
Der gegenwärtige Ansturm unserer Gegner in Ost und West bedeutet für die Einbringung unserer Ernte eine zweifellose Erschwerung insofern, als Ernteurlaub nicht in wünschenswertem Umfange bewilligt werden kann In den besetzten Gebieten sowohl wie im Jülande hat die Heeresverwaltung zur Unterstützung der Ernteeinbringung getan, was nach Lage der Dinge in ihren Kräften steht Zu der militärischen Erntehilfe ist sodann die der Schule getreten. Die Schulverwaltungen haben durch Anordnung der Ferien oder durch Einschränkung des Unterrichts viele Schulkinder für die leichteren Erntearbeiten frei gemacht. Die Kinder können zum wenigsten bei der so wichtigen Qbst- und Beerenernte mithelfen. In einzelnen Bezirken hat sich auf dem Boden nachbarlicher Hilfeleistung ein Genossenschaftsbetrieb herausgebildet, der besonders arbeitsschwacheu Familien zum Nutzen gereicht. "Iber alle diese Maßnahmen qenüMn nicht überall, bcu Segen der heimischen Fluren rechtzeitig und restlos in die Scheuern zu bringen. Deshalb bedarf es zunächst iiberaN einer gründlichen Organisation, wie sie in einzelnen Reichstellen geschaffen wurd<;, wo die städtis-chen Arbeitsämter Bedarf und Angebot an Erntekräften vermitteln- andererseits haben diese Aufgabe landwirtschaftliche Vertretungen, Arbeitsämter und Vereinigungen aufgegriffen Einen gleichen Auftuf haben verschiedene Stellvertretende
Generälkommanoos neuerdcngs erlassen, und in einzelnem Bezirlen ist sogar eine Arbeitsverpflichtnng zur Erntehilfe festgesetzt worden für alle Personen, die nach Stand, Arbeitskraft und Erfahrung dazu geeignet sind.
Die Wichtigkeit der Ernvehllfe leuchtet ohne weiteres ein, wenn man bedenkt, welche unermeßliche Bedeutung eine vollständige und rechtzeitige Ernte für unser ganzes Volk und seine Existenz besetzt. Wir müssen den Äushunge- rungsplan unserer Feinde zuschanden machen und wir können es, da unsere Felder sichtbar gesegnet sind. Schon die Pflicht der Selbsterhaltung muß daher alle verfügbaren und geeigneten Kräfte zur Erntehilfe führen. In höherem Grade jedoch ist dies eine moralische Pflicht, deren Erfüllung unsere Soldaten an der Front von uns erwarten und verlangen dürfen. Wenn sie für uns tagtäglich dem Tode ins Auge sehen und Leib und Leben zu unserem Schutze aufs Spiel setzen, fordern sie von den HeimMmpfern wahrlich nicht zu viel, wenn sie ihnen die gleiche Hingabe au die Pflichten der Heimat zumuten. Die restlose Bergung der Ernte ist auch ein Sieg, den wir über unsere Feinde erringen, ist eine gewonnene Schlacht, die in ihrer Rückwirkung die Kämpfessreudigkeit unserer Truppen stärkt. Mit unerschütterlichem Vertrauen sehen wir seit zwei Kriegsjahren auf unser Heer. Handeln wir so, daß unsere Truppen das gleiche Vertrauen zu der Heimat behalten. Deshalb ergeht an Stadt und Land erneut der Ruf: Helftbeioer Ernte! Nutzet die Tage! Sio lanM noch ein Halm auf den Feldern steht, sei jeder Gedanke an Feierstunden fern. Inmitten der Kriegsstürme ist jede bestellte Ackerfläche ein heiliger Besitz unseres Volkes, der seiner Pflege wartet.
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** Auszeichnungen. Dem Lehramts-Asiefsor Dr. Robert Schaefer zu Gießen, Gefreiter im Jnf.-Rgt. Nr. 118, wurde die Hessische Tavserkeitsmedaille verliehen. — Sanitäts-Dizefeldwebel Rud. Schmidt im Infanterie-Regiment Nr. 88 wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
** Schütz t die Kriegsernte! Das Stellv. Generalkommando des 7. Armeekorps hat aus die Gefahren hin- gewiesen, die unserer Ernte von französischen und englischen Fliegern drohen, die versuchen, sollen, eine besondere Art von Brandbomben ans die Felder abznwerfen. In Bulgarien hat ja die Entente diese Taktik zur Vernichtung der Ernte augiewandt. Wenn <md). seitens der Behörden alles getan wird, diese Anschläge zu vereiteln, so muß doch ein jeder auf dem Posten sein: wo es möglich ist, soMen die Garben, wie es jetzt im Rheingau hänftg, geschieht, um die Stämme der Obstbäume gelegt werden. Empfehlenswert ist auch der Ratschlag der Schlesischen Land- wirtschaftskammer, das geschnittene Getreide im Felde in möglichst kleinen und räumlich weit voneinander getrennten Bündeln aufzustellen. Vor allem aber nruß das Rauchen aus den Feldern streng unterbleiben. Auch Ausflügjler und Spaziergänger nrögen diese Rücksicht nehmen, insbesondere wenn die Trockenheit anhält. Sorgfältigste Beaufsichtigung der Arbeitskräfte ist ebenfalls' dringende Pflicht. Jeder weiß, rvas das gute Einbringen der Ernte für unser drittes Kriegsjahr bedeutet, darum helfe jeder zu seinem Teile, sie gut einzubringen.
** Die Preise für Schuhreparaturen. Die „Franks. Ztg." beschäftigt sich mit einem Bericht über eine Versammlung von Schuhmachern in der Börse, in der der Vorschlag gemacht worden war, die Preise für Schuhrepcv- raturen beträchtlich zu erhöhen — für Sohlen und Flecken wurden 12 bis 18 Mark in Aussicht gestellt —, (der Obermeister der Frankfurter Schuhmacherinnnng, Louis Eggers, hat inzwischen mitgeteilt, daß die Innung jenen Beschlüssen fernstehe) und knüpft daran folgende Bemerkungen: D« „alten Preise", die nach Angabe der Innung für Repar«^ turen in Kraft bleiben sollen, d. h. die Preise, die gegeih- wärtig für Sohlen und Flecken verlangt werden, sind schon sehr hoch, sie bedeuten gegen früher eine Verteuerung von nahezu hundert Prozent. Das Publikum erwartete jetzt, da die Lederpreise bedeutend herabgesetzt werden, eher eine Verbilligung, statt eine Verteuerung. Es ist gnt, daß die Innung selbst gegen so maßlose Forderungen Stellung genommen hat. Die Ansicht, daß eher eine Berbillgung ein- treten müsse, vertritt auch ein Artikel der Fachzeitschrift „Der Ledermarkt" und eine Zuschrift von fachmännischer Seite, in der nachgewiesen wird, daß, weil der Schuhmacher das freigegebene, dünnere Leder verarbeiten mutz, und da das Leder nach dem Gewicht gehandelt wird, der Schuhmacher jetzt beim Einkauf ein weit größeresStück als früher erhält. Früher gehörten zu einem Paar Sohlen mit Fleck ungefähr 200 bis 250 Gramm, während heute der Schuhmacher bei dem dünneren Sohlleder nur 100 bis 150 Gramm braucht. Das reine Kern^ leder, wie es zu PrivatWiecken fveigegeebn wird, stellt sich bei den heutigen Höchstpreisen für bim Schuhmacher — also nachdem der Händler seinen dkutzen darauf genomimen hat — auf 12.38 Mk. das Kilo. Mithin kosten 100 bis 150 Gramm, Abfall eingerechnet, 1.50 bis 2 .ML Bei dem Preis von 12 bis 18 Mk. für ein Paar Sohlen mit Fleck wären demnach 10 bis 16 Mk. Arbeitsverdienst. Bor dem Kriege aber begnügte man sich mit 2.50 Mk. bis 3 Mk. Arbeitslohn für ein Paar Sohlen ftrit Fleckl Es niäre also höchste Zeit, daß auch für Sckiuhreparaturen Höchstpreise festgelegt w«ckem" Im Anschluß au eine Erörterung über die neue BefchtaN- nähme des Leders, die am 1. September in Kraft tritt und die die Höchstpreise für Leder erheblich herabsetzen wird — den des Sohlenleders, der im Wurter 1914/15 ans rund 15 Mt. gestiegen war und der inzwischen awf 3.25 Mk. herab gedrückt war, z. B. auf 7 Mk. —, ftargt die „Frankf. Ztg." im 2. Moygenblatt, ob die Schuhmacher mit ihren Preisen der Herabsetzung der Lederpreise folAen werden. Das GerechtigkeitsgefiM verlangt es, schreibt sie, und wenn sich die Schuhmack)er den billigeren Loderpreisen nicht fteiwillig anpassen werden, so ist damit zu rechnen, daß durch Zwangsma ßnahmen nachgeholfen werden wird. Ob das durch Festsetzung bestimmter Höchstpreise geschehen kann, läßt sich zurzeit noch nicht übersehen, aber jedenfalls sind Erwägungen im Garrge, wie im Notfälle einaegrissen werden kann. In die Versorgung der Schuhfabriken und Schrchmacher soll große Planmäßc-gkeit kommen.
** Um das Besohlen von Schuhwerk für die minderbemittelte Zivilbevölkerung zu verbilligen, hat das Königl. Preuß. Kriegsministerium Sohlleder (Bodenleder) zur Hälfte des Höchstpreises den Bundesstaaten zur Verfügung gestellt. Die Ausgabe dieses Leders erfolgt in Hessen durch die Handwerker-Zentral g en os s e n s ch a f t zu Darmstadt, Neckarstr. 3. Zur nnnderbemittelten Bevölkerung zählen diejenigen Personen, die mit ihrer Familie nach der letzten Steuerveranlagung 9 00 Mk. und weniger Einkornmen haben. Die Ausstellung des erforderlichen Bezugsscheins erfolgt aus dem Stadthaus, Zimmer.Nr. 8, nach Prüfung des Bedürfnisses und auf Vorlage des Steuerzettels des Nachsuchenden. Gegen Einsendung des Bezugscheines durch deri Schuhmacher wird die Handwerker-Zentralgeuos- senschaft die nach, der gerissenen Schablone aettanzte^


