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7.8.1916 Erstes Blatt
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Dcr türkische Bericht.

Ka n st a n 1 1 n o p c l, 5. Aug. (WTB. dtichtamtlich.) Amt­licher- Bericht vom 22. Juli 1332 (türkischer Zeitrechnung).

An der Irak front unü in Persien, an der russi­schen Front kein Ereignis.

Ka u k q ) u v fr o n t: Auf dem rechten Flügel griffen unsere vorgeschobenen Abteilungen der: iFeind an, der sich auf die beseitigte Linie auf den beherrschenden Höhen südlich Bitlis zurückgezogen hatte und beseht« die Gräben der ersten Linie des Feindes. Russische Truppen, die südlich M u s ch lagerten, wurden ebenfalls aus ihren Stellungen vertrieben und nach Norden zurückgedrängt. Im Laufe dieses Kampfes nahmen wir zwei Offiziere, darunter einen Kom- pagnieführer :md 40 Soldaten gefangen. Im Abschnitt von Ok- n o t t faiiden nur Scharmützel statt. Im Zentrum wurden Teil- angriffr des Feindes gegen unsere Stellungen westlich von Erzrnv- jan und Gmnüschkhane durch unser Feuer aufgehalten. Im Küsten- abschnitt des linken Flügels keine Tätigkeit.

A e g y p t i s ch e 'F r o n 1: Von den Gewässern von Muhamedic aus beschossen zwei feindliche Kriegsschiffe von neuem erfolglos die Dattelhaine von Ogratina. Oestlich von'Katia wurde ein feind­liches Flugzeug, das über Bir Hassana ungefähr 27 Kilometer süd­östlich von Jbne erschien, durch unser Feuer vertrieben. Drei feind­liche Flieger, die erfolglos Bomben auf unsere Truppen bei Katta warfen, wurden durch Angriff unserer Flug-zeuge, die zuni Kampf mit ihnen aufgestiegen waren, und ferner durch das Feuer unserer Abwehrkarwnen vertrieben. Keinerlei Veränderung an den übrigen Fronten.

K o n st a n t i n o p c l, 6. August. (WTB. Nichtamtlich.) Haupt- guartiersbericht vom 5. August. An der Irak front und in Persien an der russischen Front keine Veränderung.

Von der Kaukasusfront liegen bisher keine Nachrichten über die Operationen des rechten Flügels vor. Im Zentrum er­neuerten die Russen ihre Angriffe auch gestern gegen unsere Stel­lungen. die aus einer Linie liegen, die sich von dem Plinkt 22 Kilometer westlich Erzindjanu bis zu einem Punkt 14 Kilometer westlich von Kilkftt in annähernd nördlicher Richtung über eine Front von ungefähr 60 .Kilometer erstreckt. Der Kampf war in den verschiedenen Abschnitten erbittert. Unsere Truppen nahmen durch Bajonettangriffe einen Teil der SteUung wieder, in dem es dem Feinde gelungen war, Fuß zu fasseil. Auf dem linken Flügel kein wichtiges Ereignis.

An der äghptischen Frvnt besetzten am 3. August mor- gens unsere vorgeschobenen Truppen die Linie Elrabih-Katia-Abu- tcfle und schickten ihre Ausklärungskolonncn bis in die Gegend von Romani, 8 Kilometer nördlich von Katia, vor. Oestlich der Ort­schaft Suez fand ein unbedeutender Z u s a m m e n st o ß zwischen einer unserer vorgeschobenen Mteilungen und einer feind­lichen Kavallerieabteilung statt. Elrabih liegt 2 Kilometer nörd­lich von Katia und Abutelle, 5*/, Kilometer südwestlich von dieser Ortschaft.

Von den übrigen Frortten ist nichts Neues zu melden.

Eine türkisch-russische Auseinandersetzung.

Konstantin opel, 6. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Amt­licher Bericht vom 5. August. Am 2. August hat ein russischer Zer­störer T i ra b o l i, eine ganz unverteidigte Ortscliaft beschossen und ein Krankenhaus und 32 Häuser ohne jede militärische Eigenschaft zerstört.

So antworten die Rüssen aus die merlschlichen Rücksichten, die unsere Flotte nimmt, um die feindliche Bevölkerung der kaukasischen Küste zu schonen. Als anr 17. Juli unsere Flotte ein russisches Schiff, das auf der Rhe.de bei Sotchi Srcha Buitkh vor Anker lag, versenken wollte, fürchtete man, die Geschosse könnten in der Stadt Schaden anrichten, verzichtete darauf, auf das Schiff zu schießen und versenkte es durch einen Torpedo. Ein ergänzender Bericht, der von dem Unter serboo^TvmniLmdanteu über das russische Schiff Bigarrud" erstattet worden ist, das nach den Behauptungen der : Russen von uns versenkt worden sein soll, obwohl es ein Hospital­schift gewesen sei, besagt: Am 21. Juli, vornrttta-gs um 7 Uhr 55 Mi­nuten habe ich auf einer Entfernung von 800 Meier westlich von Batum ein schwerbeladenes Schiff versenkt, das einen schlecht auf­gemalten roten Streifen hatte, tief eingetaucht war und kein anderes sichtbares Abzeichen trug. Trotz dieser geringen Entfernung war kein Abzeichen zu bemerken, daß dieses Schiff ein Hospitalschiff war. Ich habe sodann in einer Entfernung von 2003 Meter ein ebensoschwer beladenes Schiff bemerkt, als es in den Golf von Surmens hineinfuhr. das an seinem Schornstein ein undeutliches kleines Kreuz trug, aber keines der vorgeschriebenen Zeichen hatte. Da ich erkannte, daß es zum Roten Kreuz gehörte, ließ ich es unbe­helligt vorbei fahren. Wir hoffen, daß die russische Regierung ein- sehen wird, daß derartige Jirtümer vermieden werden können, wenn sie ihre Hofpitalschiffe mit den dem Haager Abkommen entsprechen­den Abzeichen versehen ließe, und wenn sie ihnen vorschriebe, anstatt in einer WÄjfe, die Verdacht erregen muß, dicht an der Mste ent­lang, über das freie offene Meer zu fahren.

Die Gefangenen von Kut-et-Amara.

Konstantinopel, 6. 9Lug. (WTB. Nichtamtlich.) Mel­dung der Agentur Milli. Ter Sultan hat den muselmanischen Htnvuoffizieren, die in Kut el Amara gefangen genommen wurden, ierlaubt, ihre Waffen zu behalten, da die Offiziere gezwungen am Kampfe gegen das Khal ifat teiln ahmen. Die erwähnten. Offiziere wohnten den Feierlichkeiten des Bewamfestes bei. Sic wurden dem Sultan vor gestellt und nahmen an der Zeremonie des Handkusses teil. Die kaiserliche Sorge für sie machte den größten Eindruck auf die Offiziere, die ihre Dankbarkeit mit Tränen in den Augen ausdrückten.

Die Engländer melden, daß sie in Kut el Ainara insgesamt 8790 Mann, darunter 600 Offiziere, verloren hätten. Gegenüber dieser Behauptung ist die Agentur Milli zu der Erklärung ermäch- ttgt, daß die Anzahl der von den Türken in Kut el Amara ge­machten Gefangenen 12597 bettägt, darunter 615 Offiziere.

Ans amtlicher Quelle erfährt die Agentur Milli, daß die Russen in den von ihnen besetzten Gebieten an der Küste des Schwarzen Meeres alle jungen Männer ermtvrdet und die Frauen in den Moscheen zusammengetrieben haben, um an ihnen nicht wiederzu gebende Handlungen zu begehen.

Eine Rede öes englischen Ministerpräsidenten.

Lond on, 5. Aug. (WTB.) An der Queenshall hielt A? g n i t h folgende Rede:

Vor zwei Jahren ist Deutschland in der Woche, die dem Ausbruch des Krieges vorausging, dos Opfer einer doppelten Ent­täuschung geworden. Deutschland war völlig sicher, daß wir, was immer wir auch als Protest tun oder sagen würden, niemals mit den Waffen in der Hand an die Seite Frankreichs und Rußlands treten würden. Ebenso sicher war man in Deutschland, daß das schwache und wie es Deutschland schien schutzlose Belgien mit Schmeichelwortcn yder Gewalt dazu gebracht werden würde, Deutschland das zu gewähren, was es am meisten brauchte, näm­lich das Recht des Durchmarsches nach Frankreich. Das war ein Irrtum, und, wie es sich herausgestellt hat, ein sehr kostspieliger Irrtum, denn während zwei Jahre hat das britische Reich, die friedliebendste Familie von einem Gemeinwesen auf der Oberfläche «der zivilisierten Erde, 6 Millionen seiner Söhne ausgchoben, um sie ins Feld zu schicken, und hat damit Deutschlands Absichten zu­nichte gemacht. Noch niemals hat sich in das wirre stümper­hafte Gebilde der deutschen Diplomatie ein so großer» Irrtum eingeschlichen und eine Auffassung, die für ihre Träger so verhängnisvoll gewesen ist.

Als vor zwei Jahren der Handschuh hingeschleudert lvvrden war, hatten »vir sehr bald eingesehen, daß wrr Vor einer jenen, epochemachenden Enffcheidungen stehen würden, in denen der Kampf , nicht zwischen einem Staat und einem andern geführt wird, son- ' bcrn in denen es sich um einen Kampf zwischen verschiedenen und u n v e r s ö n l i ch e n Idealen handelt, zwischen den Mächten' einerseits, die für die Freiheit und Mannigfaltigkeit der Typen' und Organisationen und für einen ungehemmten Fortschritt der Menschheft cinstehen, und den Mächten, die notwendigerweise früher oder später alle Staatenumbrlldung und die Erneuerung der Welt unfruchtbar gemacht hätten. Ich möchte gerne besonders auf die

ungetrübte Einigkeit der verlmnoeten Länder Frankreich, Rußland, Italien und uns selbst aufmerksam machen. Nichts war während des letzten Jahres bemerkenswerter, als der Erfolg, mft dem die Verbündeten eine gemeinsame Politik und einen ernhert- lichepr Plan suchten und befolgten. Ich bin froh, daß ich. in diesem Augenblick sagen kann, daß zwischen uns in allen Krregstragen! vollkommene Uebereinsttnrmung besteht. Es gibt kern besseres und prakttscheres Beispiel für diese unzweifelhafte Tatsache, als me gleichzeitige Offensive, die jetzt mit solcher Kraft und solchckm Erfolg an nicht weniger als drei Fronten betrieben wrrd.

Um auf uns selbst zurückzukommen, halte ich es für das Glor­reichste und Ermutigendste in der Ausstellung unserer neuen Armee, daß eine so riesige Zahl von Männern in jeder Lebenslage frei­willig Heim, Familienbande und Beruf aufgegeben hat, nur :m Dienste des Staates das Leben aufs Spiel zu setzen. Drese neuen Armeen, die während des letzten Monats auf dem blutgetränk­ten Felde der Picardie sich unsterbliche Lorbeeren errungen haben, sind das beste Denkmal, das Kit che n er sich hätte wünschen können. Ich habe von der Armee gesprochen. Was soll ich aber von unserer und unserer Verbündeten Dankesschuld an die bri­tische Flotte sagen, die sich natürlich ebenso wie die Armee nach Waffengängen mit dem Feind auf offerier See sehnt. Der Feind geht dabei mit größter Vorsicht zu Werke. Es werden sich nur wenige Gelegenheften dazu bieten. (Hefterkett.) Seft dein glor­reichen Siege vom 31. Mai, wie ihn der Kaiser nennt, traut sich die .deutsche Hochseeflotte oder was davon übrig ist, nicht, aus dem Hafen herauszukommen. (Hier ist die Original­depesche sehr unklar.) Die Deutschen schrecken offenbar davor zu­rück, ihre glorreichen Erfahrungen zu wiederholen und nicht ohne Grund, denn noch einige solcher Siege würden nichts oder nur sehr wenig von der deuffchen Flotte übrig lassen. (Beifall.) Wenn es aber unseren Seeleuteii auch nur selten vergönnt ist, sich aus offener See in einem Kampf ruft dem Feinde zu messen, so dürseir wir doch nie vergessen, daß es die Flotte ist, die in unaufdring­licher Aller Weise Wacht hält und mit immer eherner Umklamnre- rung die Mackst der Deutschen wie ihre Widerstandskraft erschöpft und das Leben Deutschlands erdrosselt. In der gan­zen Geschichte ist niemals ein so deutlicher Beweis von der alles überragenden Wichtigkeit und Beherrschung der See erbracht worden.

Ter Feind befindet sich überall in der Defensive. (Beö- fall.) Auf keinem Kriegsschauplatz hat er die Initiative in der Hand oder versucht er, sie in der Hand zu behalten. .Es sind Anzeichen von beträchtlicher Schnxiche oder Erschöpfung vorhanden, dito kaum täuschen können. Die jüngsten Kampsmethoden des Feindes verraten meiner Meinung nach Ansätze einer verzwei­felten Stimmung. Ich meine, da die Verrohung und wohl­überlegte Grausamkeit. (Beifall.) Tie belgische Zivilbevölkerung, die sich weigert, an der Haltung und Verbesserung der militärischen Stellmigen der in das Land eingedrungenen lftfterdrücker mft- zuarbeiten, wird buchstäblich als Sklaven behandelt. Die Schrecken der vor kurzer Zeit durchgeführten Deportierung eines großen Teiles der Zivilbevölkerung von Lille und anderen Städten des nördlichen Frankreichs, die nnttcrnächtiaen Ueberfälle auf Privatwohnungen und die massenhafte Entführung von Frauen und Kindern vereinigen sich zu einer Geschichte, die, wenn sie einmal vollständig niedergeschrieben sein wird, selbst für die schmutzigen Annalen der deutschen Armee noch ein Schandfleck sein tvird. (Beifall.» Wft können hier in England auch nicht die letzte, gegen uns selbst gerichtete Infamie vergessen, nämlich die Ermordung des Kapitäns Fr patt, die die ganze zivilisierte Welt entrüstet und chr Gewissen schändlich verletzt hat. Wir erwägen ini Verein mit unseren Verbündeten die geeigneten Methoden, die gegenüber diesen Abscheulichkeiten und ihrer: Urhebern angewendet werden '.sollen (Anhaltender Beifall) und gegen die Nation, die sie verzeiht und mit Beifall begrüßt.

Vergessen wir aber nicht die Voraussetzung Au jedem derarttgen Schritt, wenn er wirklich Erfolg haben soll, nämlich die, daß wir den Krieg gewinnen. Das ist unser höchstes Ziel, dein wir alles unterordnen. Ich sagte, den Krieg zu gewinnen. Es ist, glaube ich, die einstimmige Ueberzeugung des Generali stabes der Verbündeten, daß unsere Aussichten auf den Sieg nie­mals so glänzend gewesen sind, wie jetzt, oder so vielversprechend. Alles, was unsere Verbündeten brauchen oder unsere Sache, ist die Zusammenfassung unserer Energie und, was uns in diesem Lande betrifft, die Fortdauer desselben alles umfassenden selbstlosen weit­blickenden Patriottsmus, der Hunderttausende, ja Millionen unserer besten Arbeiter, Männer und Frauen veranlaßt hat, auf ihre Feiertage zu verzichten. (Beifall. )

Bonar Law unterstützte di-e von Ascmith der Ver­sammlung Unterbreitete Resolution, die durch Zuruf cuiye- nonnnen wurde und sagte:

Der Sieg, auf den wir ausgehen und den zu erringen wir fest entschlossen sind, wird überhaupt kein Sieg sein, wenn er nickst bedwten würde, daß sowohl für unsere Zeit, wie für die Zeit, die nach uns kommt, es unmöglich gemacht wird, daß ein Mann oder eine Gruppe von Männern die Welt in ein solches Elend stürmt, wie es uns heute umgibt. Wo ffnimer deutsche Truppen hintanwn, sind ihre Fußtapfen von Blut befleckt gewesen, und das Andenken, das sie zurückgelassen haben, schreit laut nach Sieg und Rache. (Beifall. Durch ihre Methoden und den Druck, den sie ausübten, haben die Deutschen mehr dazu beigetragen, das brittsche Reich zusammenzuschweißen, als Generationen unseres eigenen Volkes hätten tun können.

*

Anmerkung des WTB.: Ob die englischen Minister unter dem Galgen Casements und angesichts der Schlacht am Suezkanal Anlaß haben, mit ihren ftaatsmännischen Leistnn- en und kriegerischen Erfolgen so zufrieden zu sein, wie sie ich den Anschein geben, kann dahingestellt bleiben. Die Ver­höhnung unserer'Diplomatie und unsrer Motte und die

Die letzte Aussicht, der germanischen Mächte, b&J Mneq fcfl gewinnen, ist jetzt vorbei. Die Ausbildung und der -N.lU^unftrer neuen Armeen und der Fleiß unserer MunmonSarbever t^ven zusammen nttt den Anstrengungen unserer tapferen ^lln^ten die Niederlage unserer Feinde sicher gemacht. Der endgmtl>te Dreg mag früh oder spät kommen, aber soweit menfchliche Borausfian es wahrnehmen kann, kommt er mit dem grimmigen Schruft de» Schicksals in dem großen letzten Triumph. Das Tal des Elhde yar Anspruch auf einen Anteil an diesem Siege.

Die Wirkung der Zcppelinluftfchiffe auf England.

Berlin, 7. Aug. Nach Meldungen derVossischen Zeitung" von einem Londoner Gewährsmann über Amster> dam haben die letzten Zeppelinangriffe auf England dort eine derartig starke Erregung hervorgerufen, daff. die Regierung aus allen Grafschaften der Küste Eingaben um Schutzmaßregeln erhalten hat. Für die Admiralität waren die Zeppelinangriffe insofern eine Ueberrafchung, als die deutschen U-Boote die englischen Wachtschisfe fort­während in Gefechte verwickelten und sie dadurch am Auf­klärungsdienst verhinderten. Eine Verfolgung der Zeppeline durch Kriegsschiffe war wegen der Torpedogefahr nicht möglich.

Zur Hinrichtung Casements.

London, 4. August. (WTB.) In einem amtlichen Be^. richt, der nach der Hinrichtung Casements veröffentlicht -wurde, heißt es: Die Regierung ist nach dem Prozeß in den Besitz von Beweismitteln gekommen, das Casement eine Uebereinkunft mit der deutschen Regierung ge­schlossen hatte, welche ausdrücklich bestimmt hat, daß die irische Brigade, die Casement aus Gefangerien zu bilden ver­suchte, in Aegypten Verwendung finden sollte.

Ueber die Hinrichtung schreibt das nationalistische Freemans Journal" in Dublin: Die Dummheit dieser Entscheidung der Regierung ist so verblüsfend, daß man bei dem Gedanken zittert, daß das Geschick der Völker d>es Reiches in solchen Händen liegt.

wüste Beschimpfung unseres Heeres macht an und für sich nicht den Einbruch als ob die ehrenwerten Herren ihrer

Sache so sicher wären. Und Asguith hat schließlich selbst be­merket: z:: müjssen geglaubt, die Vovaussetzunig für aue Straf-

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bewinne. Das ist sehr richtig, Herr Asguith, uiib deswegen

maßregeln jgvgen Deiitschlcnvd sei, daß En-gland den Krieg gewinne. Das ist sehr richtig, Herr Asg ist die ganze Rede belarvgsloses Geschwätz.

Englandsunentwegte Entschlossenheit".

London, 4. August. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der K ö n i g hat an die souveränen Oberhäupter der alliierten Staaten folgendes Telegramm gerichtet:

'An diesem Tage, dem zweiten Jahrestaae des Be­ginnes des großen Kampfes, in den mein Land und seine tapferen Aluierten verwickelt sind, drängt es mich, Ihnen meine unentwegte Entschlossenheit zu über­mitteln, den Krieg fortzusetzen, bis unsere vereinigten An­strengungen die Ziele erreicht haben werden, für die wir gemeinsam zu den Waffen gegriffen haben. Ich bin über­zeugt, daß Sie mit mir in dem Etttschluß übereinstimmen, daß die Opfer, die unsere tapferen Truppen großherzig ge­bracht haben, nvcht umsonst gebracht worden sein sollen und daß die Freiheiten, für die sie kämpfen, in vollem Um­fange garantiert und sicher gestellt werden sollen.

London, 5. Aug. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Anläßlich des zweiten Jahrestages der Kriegs­erklärung hat A s q u i t h folgende Botschaft cnt ferne Wähler gesandt:

Wir treten in das dritte Kriegsjal)r mft stets wachsendem Erfolg in die Sache der Alliierten und mft der Entscklossen- heit, die durch jedes neue Beispiel deutscher Verachtung von Recht und Menschlichkeft bekräfttgt wird, weiter zu kämpfen, bis die

Die Krisis an der Somme überwunden.

B erlin, 7. August. Ueber die überwundene Krisis an bcv Somme meldet Kriegsberichterstatter Georg Quert auf Grund von Angaben einer maßgebend«: Persönlichkeit der Sommearmee derBerliner Dolkszeitung" u. a.: Die Krisis ist u nbe-- dingt vorüber. Man kann nachgerade von einer Schwieng- keit insofern reden, als es bei der ungeheuren Front nicht mög-^ lich erschien, die Reserven so zu verteilen, daß stärke Stöße be­liebig wo mit gleich starken Kräften angehaltei: werden konnten^ So konnte sich der gegnerische Stoß mit zehnfacher Ueberlegenheit einleiten. Den Alliierten begegnen jetzt absolut nnlftärijche Hin­dernisse, besonders die sumpffge Sommebrefte von etwa 500 Me­tern. Der ftanzösische Stoß führte an den Sommebogen, und die Arinee liegt jetzt direkt vor dem sumpffgen Gelände fest. Wir um­fassen den feindlichen Bogen ebenso wie den der Eiigländer. Bei der heutigen Wafsenwirkung ist der Gegner in Winkelftellungen immer­hin in einer taktisch außerordentlich nngünsttge:: Lage. Es ist sehr viel schwerer exentrisch zu ioirker: als konzentrisch. Warum die Feinde sich gerade dieses Geläiide herausgesucht haben, beant­wortet der Gewährsmann mit 1>nn Hinweis, daß dort der Lot- piinkt der Alliierten ist. Sie reichen sich seit Verdun dort deft Arm und mußten, wenn sie gvoße Umklammerungen vornehmen wollten, diese Stellung wählen. Außerdem liegt hinter diesckr Mönt Amiens als natürliche Verkehrszentrace.

Ein Fliegerersolg.

Berlin, 5. August. (WTB. Amtlich.) Heute vormittag wurde in der Nähe der flandrischen Mste ein feindliches Kampfflugzeug durch eines unserer Seeslugzeuge nach längerer Verfolgung zum Kampfe gestellt, zum Absturz ge­bracht und vollständig vernichtet. Damit hat der Leutnant zur See, B o e n i s ch , das vierte feindliche Flugzeug von einem Seeflugzeug aus vernichtet. Er hat vor einigen Tagen einen weiteren Gegner durch Maschinenaewehrtrefser zur Notlandung dicht hinter der feindlichen Linie gezwungen

Rußland und Japan.

London, 4. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter- Kche Bureau erfährt, daß nach Abschluß des russisch^apa-- nischen Vertrages noch ein besonderes russisch- japanisches Abkommen zustande gekommen sei, in dem Rußland an Japan die südliche Hälfte der Eisen­bahn Charbin-Changun verkaufte. Rußland er­kennt in dem Abkommen auch die japanischen SchiffahrtL» rechte am Sungarifluß zwischen Kirin und Patuna an.

Der verlauf der dänisch-westindischen Inseln.

Kopenhagen, 5. Auy. (WTB. Nichtamtlich.) Mel^ düng des Mtzcrusckfen Bureaus: In der -geheimem Sitzung des Reichstages am Freitag teilte der Mrnisdor desAeiißern Scavenius mit, daß die Vereirngten Sbaaten den Bor­schlag gemacht hätten, ein llebereii:kommen aüzuschlietzen, durch das die dänisch-westindischem Inseln an die Bereinigten Staaten abgetreten werden und der dänische Gesandte iir Washington durch Beschluß des Staatsrats vom 1. AuMist ermächtigt worden sei, ein solches U-ebereinkommen äb-u-- schließen, jedoch so, daß die Vereirngten Staaten gleichzeitig die Erklärung abgeben, daß sie keinen Einspruch dagegen erheben werden, daß Dän-enrark seine politischen und kom­merziellen Gerechtsame von der: dänischen Kolonier: Grön­lands auf ganz Grönland artsdehrie und die Vereinigten Staaten außerdem eine Entschädigung von 25Mitlionen Dollars Gold zahlen. Der Vertrag entlMt im übrigen wesentlich dieselben Bestimmungen, wie der 1902 entworfeue Vertrag. Der Mirnster des Äußern gab eine näl-ere Dar­stellung der vorausgegangenen Verhandlungen nnd der ber­sch iedenen Gründe, die d:e Regierung belvogen Hütten, den amerikanischen Vorschlag anzunehmen. Die Unterzeichnung des Vertrages wird in den itächsten Tagen erwartet. Der Reichstag wird wahrschenckich in der nächsten Woche zu einer Sitzung einberufen werden, in der der Vorschlag zur Beschlußsassuttg uriterbreitet werder: wird.

künmge Zivilisation auf den festen Grundlagen der Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Freiheft begründet ist.

Lloyd George hat folgende Botschastl Mt denGlasgow Herald" gesandt:

Au- Stadt und Land.

Gießen, 7. August 1916.

Allgemeine Bestandsaufnahme am l. September 1916.

Auf Antrag des Präsidentei: des Knegsernährungsamts hat der Stellvertreter des Reichskanzlers eine Verordnung über eine allgemeine Bestandscrüfnahrne erlassen. Als Termin ist der 1. Sep­tember festgesetzt worden.

Tie Aufnahme soll sich einerseits aus sämtliche privaten Haus­haltungen erstrecken, andererseits auch die Bestände ermitteln, die sich itn Getocch>rsam der (öenieinden :md sonsttgen öffentlich recht­lichen Körperschaften best irden, ferner die Bestände der Anstaften aller Art, die Gewerbe- und Handelsbelriebe aller Art.

In den Privathaushaltung er: mit weniger als 30 zu ver- pflegeiiden Haushaltungsmitgliedern beschränkl sich die Pflicht zur Anmeldung der vorhandenen Bvrrätr nur auf vier Warengruppen, nämlich

i.erwaren (Schinken, Speck, Würste, Rauchfleisch, isch mrd andere FlLischdauerrparen),