bes gewaltigen Weltkrieges, des größten, den jemals unser Planet «erlebt hat, im vorigeil Jahre erlebten wir in dieser Zeit den Fall der russischen Festungen in Polen, und auch die diesjährige Saure- Mrkenzeit wird uns sicher wieder eine Reihe der wichtigsten und bedeutungsvollsten Ereignisse bescheren. Der Ausdruck Sauregurken- Feit, so schreibt uns ein Mitarbeiter, ist ohne Ztveisel im Geschäftsleben gebildet wmden und nicht etwa, wie manche meinen, tm Gasthausleben. „Saure Gurte ist auch Kompott", sagt man Noch heute in Berlin; mit diesem klassischen Ausspruch soll ein Berliner Gastwirt zuerst seine Mittagsgäste getröstet haben, die stch bei ihm darüber beklagt hatten, daß ihnen in der obstarmen Zeit des Sommers, die zwischen die Ernte des Frühobstes, dev Stachelbeeren, Kirschen, Erdbeeren usw. und des Spätobstes, der Birnen, Aepfel, Pflaumen usw. fällt, cm Stelle des Obstkompotts saure Gurken verabreicht wurden. Der Allsdruck „Sauregurkenzeitt «st aber sicher viel älter, als die hier erwähnte Berliner Redensart er entstammt der Leit, in der die saure Gurke zuerst als Handels artikel auf dem Markte erschienen ist. Tie große Hitze der Hochsommer tage legi natürlicherweise dem öffentlichen Leben und dem Erwerbsleben, damit also auch dem kaufmännischen Betrieb große Beschränkungen ans. Wer es sich irgend leisten kann, der entflieht aus der Stadt mit ihren sonnendurchglühten Straßen und Häusern in Gegenden, deren Lage im Gebirge, in einer Waldgegend oder an der See ihm einen kühleren A!ufenthalt bietet. Das Geschäftsleben wird dadurch in den Städten, besonders aber in den Großstädten auf das empfindlichste beeinträchtigt, da gerade die kaufkräftigsten Kreise der Kundschaft fehlen. Aber auch in den kleineren Städten Macht sich die sommerliche Stille in dieser Zeit geltend; hiev geschieht dies freilich! aus einem anderen Grunde. Die Landwirte sind derartig durch, die Erntearbeiten in Anspruch genommen, daß sei keine Zeit haben, nach der Stadt zu kommen. Schon im Mittel alter machte sich um diese Zeit eine sehr empfindliche Geschäftsstille bemerkbar. Tie Ursache lag hauptsächlich darin, daß zu Jakobi, am 25. Juli, das gesamte in Umlauf befindliche Güd eingezogen «wurde und durch neu geprägtes Geld ersetzt werden nrußte. Das älteste in Deutschlang geprägte Geld war der Pfennig, der eine Silbermünze darstellte, bei der schlechten Beschaffenheit dieser ersten Pfennige und bei den Gewichtseinbußen, die sie durch gewaltsame ^Beschädigungen. Anseilen usw. zu erleiden pflegten, hatten die Besitzer des alten Geldes erhebliche Verluste zu gewärtigen; man hielt also in der Zeit vor und unmittelbar nach Jakobi mit seinen Einkäufen zurück, bis der neue Münzfuß festgesetzt war und die greife dementsprechend bemessen werden konnten. Einige Wochen wach Jakobi entwickelte sich ein um so lebhafterer Geschäftsverkehr; die Märkte und Messen, die int Spätsommer und Frühherbst Kattfanden und zumeist mit dem Bartholomäustage (24. August) jbcgmtmm, erfreuten sich dann eines besonders starken Zuspruchs. ^Das Münzelend erreichte bald dadurch sein Ende, daß man zur «Prägung der sog. ewigen Pfennige schritt, die dem jährlichen Almtausch nicht unterlagen. Man-behielt aber auch nachher die Termine der Märkte und Messen bei. Dazu machten sich noch andere Umstände geltend, die der sommerlichen Geschäftsstille das Fortbestehen ermöglichten, ja dieses noch verstärkten. Wir können also die Sauregurkenzeit bis tief ins Mittelalter hinein verfolgen, wenn «auch der Name, den wir heute gebrauchen, damals noch nicht ge- Zrräyt tverden konnte, weil das ganze deutsche Mittelalter die saure Gurke überhaupt nicht kannte. Die Gurke und die Grrrkenkultuv selbst fand ja erst gegen Ende des Mittelalters von Osten her, von den slavischen Völkern, den Polen und Russen, bei uns Eingang zu denen sie aus Byzanz gelangt war.
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** Amtliche Persvnalnachrichten. Der Großhcrzog chat am 29. Juli dem zweiten Pfarrer Friedrich Karl Stotz zu Wabenhausen die erste evangelische Pfarrstelle daselbst und dem Pfarrer Hans Kietz zu Oppenheim die evangelische Pfarrstelle W Angersbach übertragen. — Der Großherzog hat dem Postsekretär Kaspar Reinhard in Darmstadt das Ritterkreuz 2. Kt ves Verdienstordens Philipps des Großmütigen in® dem 'Postagenten a. D. Johannes M ein in ger in Mittelgründau das M- /N'meinö Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" om Bande des Verdienstordens Phillips des Großmütigen verliehen.
** Personal Nachrichten der Eisenbahndirektion Mainz. Versetzt: Regierungsbaumeister Müller von Kreuznach -rach Mainz zur Eisenbahndirektion. Gestorben: Wagenausseher Monn, Alzey.
* # Auszeichnung. Musketier Willy D o l z. 7. Komp. Res.-Jnf.-Regt. 254, erhielt das.Eiserne Kreuz 2. Klasse. — Dem Gefreiten Löb, Jniant.-Regt. Nr. 88, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen. Das Eiserne Kreuz erhielt er bereits voriges Jahr in den Karpathen, als er seinen Haupt- wann aus russischer Gesangenschast befreite. Jakob Lob hat, 6 Söhne seit Anfang des Krieges im Felde stehen.
** Derletzte Fischmarkt beginnt amDon ners - ktag, den 3. August, vormittags 8 Uhr, in den Markt- Tauben mit dem Verkauf vcm besten frischsten Seefischen (Schellfisch, Cabliau., Schollen, Bratfisch, Neue Heringe und Salz fisch ohne Graten im Ausschnitt) zu Selbstkosten der jStadt. In der Zeit von jetzt bis Mitte September finden (wegen der warmen Witterung keine Fischmärkte statt.
** Stadtischer Eierverkauf. Wir verweisen aus hie Bekanntinachnng im heutigen Blatte.
** Seifen-Verbr auch s regelung. Auf die aUs- ASgebenen Seifenmarken der Stadt Gießen, die bis zum «30. September 1918 gültig sind, dürfen anstatt 100 Gramm peilt)eife und 500 Gramm Waschseife oder Seisenpnlv'er nur §0 Gramm Feinseife und 250 Gramm Waschseife oder Seifenpulver verabfolgt werden. Fm Monat August darf an Stelle der 250 Gramm Seisen- Hulver die gleiche Menge Schmierseife abgegeben werden. -Näheres siehe Bekarrntmachung.
** Kartoffeldiebstahl. In der Nacht zum 31. Juli chmrden in hiesiger Stadt aus einem verschlossenen Keller ttV 2 Zentner alte Kartoffeln entwendet. Mitteilungen über ,den Verbleib der Kartoffeln und des Diebes nimmt die Hiesige .Kriminalpolizei entgegen.
** Tie Beschlagriahme, Behandlung, Verwendung und Meldepflicht von rohen Häuten und Fellen (Eh. II. 111/7. 16. K. R. A.) sowie.Höchstpreise von Großviehhäuten, Kalbfellen und Roßhäuten (Ch. II. 700/7. 16. K. R. A.) betreffen zwei neue Bekanntmachungen!, die am 1. August 1916 in Kraft treten. Gleic^eitig werden die früheren Bekanntmachungen betreffend Beschlagnahnre von rohen Häuten und Fellen vom 10. 11. lst!5 und betreffend Höchstpreise von Großviehhänten und Kalbfellen vom 1. 12. 1915 aufgehoben. Wenn sich die neuen BeschlagnahmeanOrdnungen auch im wesentlichen auf den bisher geltenden Bekanntmachungen aufbauen, so enthalten sie doch auch eine Reihe neuer Bestimmungen, die für die betroffenen Kreise von Wichtigkeit sind. So bezieht -sich die neue Bekanntmachung nicht nur auf Großviehhäute und Kalbfelle, sondern auch auf Roßhäute (Ponyhäute) urid Fohlenfälle von einer bestimmten Länge an. Die Veräußerungserlaub!- nis des beschlagnahmten inländischen Gefälles ist fast ganz iik^der bisherigen Weise geregelt. Nur sind für die Behandlung der «Häute und Felle bis zur Ablieferung an die Gerberei noch weitere Bestimmungen getroffen worden, deren Einhatttmg die VorauK- setzung für die erlaubte Verfügung über das beschlagnahmte Gefälle bildet. Diese Bestimmungen beziehen sich besonders auf die Art der Schlachtung und aus die Buchführung über das Gefälle. Ganz neu gegenüber dem bisherigen Zustande sind die eingehenden Vorschriften, die hinsichtlich der Behandlung der Häute und Felle nach Ablieferung an die O^erbereien getroffen sind. Die den Gerbereien gegebene Erlaubnis, die Häute und Felle zu Leder zu verlarbeiten und über die hergestellten Erzeugnisse zu verfügen!, ist an die Jnnel-altung sehr eingehender VorscLyttfien bezüglich der Verarbeitung der .Häute geknüpft. So wird den Gerbereien die Verarbeitung der Häute und Felle mit gestattet, wenn aus bestimmten Häuten bestimnite Ledersorten hergestellt werden. Das aus deni Auslande eingesührte Gcsälle ist, wie bisher, nicht von der Beschlagnahme betroffen. Es unterliegt nur der Meldepflicht Md LoüerbuchfühLmrg. Die neue Bekanntmachung betreffend
Höstpreise weicht insofern von der bisherigen ab, als )it sich nicht nur ans Großviehäute und Kalbfelle, sondern auch auf Roß- häute (Ponyhäute) und Fohlenfelle erstreckt. Die Höchstpreise haben eine .Herabsetzung erfahren. Außerdem sind abweichend von den bisherigen Bestimmungen zwei verschiedene Höchstpreise festgesetzt worden. Der volle Höchstpreis wird von der Kriegsleder-Aktienge- sellschaft nur für diejenigen Häute und Felle bezahlt werden, die innerhalb der in der Bc«chlagnahmebekannttnachung vorgeschriebe- nen Zeit veräußert worden sind. Für diejenigen Häute und Felle aber, die nicht innerhalb dieser Zeit veräußert oder nicht vorschriftsmäßig eingearbeitet und deshalb nach den Beschlagnahme bestimmungen meldepflichtig geworden sind, ist ein niedrigerer Höchftpreis festgesetzt worden. Der Wottlaut beider Bekannt machungen ist im heutigen Kreisblatt abgedruckt und am Bürger meistereigebäude angeschlagen.
** De r Rhein-Mai nische Verband für Volk bildUnglunddas Soziale Mir se u m veranstalten Sonntags den 6. August 19156, vormittags 9Vs Uhr beginnend, im großen Höifaale, Frankfurt a. M., Nene Kräme 9, einen .Kursus über „Einführung in die Kenntnis und Verwettung der eßbaren Pilze Gleichzeittg soll eine Ansprache stattfinden über „Die Sicherung der Obsternte 1916". Die Veranstaltung schließt sich dem am Und 8. März 1914 stattgefundenen kriegswittschastlichen Lehr gang und der am 2. April 1916 stattgehabten Bortragsfolge über „Die Sicherung der Ernte 1916" an.
** OeNentliche Bücherhalle. Im Juli wurden 2 4 91 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1595, Zeitschriften 141, Jugendschriften 179. Literaturgeschichte 10, Gedichte und Dramen 49, Länder- und Völkerkunde 64 Kulturgeschichte 29, Geschichte undBioqraphien 142, Kunstgeschichte 21 Naturwissenschaft und Technologie 107, Heer- und Seewesen 23, L)aus- und Landwirtschaft 1b, Gesundheitslehre 20, Religion und Philosophie 41, Staats Wissenschaft 15, Sprachwiffenschast 12, Fremd sprachliches 28 Bände. Nach auswärts kamen 43 Bände.
Landkreis Gießen.
ga. Grünberg, 2. August. Musketier Julius Ritter ist in den Kämpfen in Galizien verwundet worden und bald darauf in einem Feldlazarett den Heldentod fürs Vaterland gestorben. — Unteroffizier Rudolf Zimmer würde am 27. Juli mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet.
LJ Lang-Gons, 2. Aug. Von Musketier Karl B r ü ck e l, der seit Juni vermißt gemeldet wurde, kam heute die Nachricht, daß er in russischer Gefangenschaft sei.
ga. Reinhardshain, 2. Aug. Leutnant Ludw. Dörr bei der Fliegerabteilung Nr. 8 wurde mit dem Eisernen Kreuz er st er Klasse ausgezeichnet. Er steht seit Kriegsbeginn im Felde.
s. S t e. i n b a ch , 2. Aug. Kanonier Peter Becker, Sohn des Straßenwart Becker, der beim Res.-Feld-Art.-Regt. 21 im Westen steht, wurde die Hessische Tapserkeitsmedaille verliehen.
Kreis Büdingen.
Xä. Bad Salzhausen. 2. Aug. Bis Ende Juli besuchten 9 21 K u r g ä st e unser Bad (1915 — 409); es wurden bis dahin 4959 Bäder abgegeben (1915 — 5232 einschl. an Verwundete). Am 1. August sind anwesend — 309 Kurgäste.
Kreis Alsfeld.
oz. Alsfeld, 2. August. Landwirtschaftslehrer Dr. Lung, z. Zt. Leutnant und Kvmpagnieführer, wurde nrit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. ausgezeichnet. Das Eiserne Kreuz 2. .Kl. und die Hessische Tapserkeitsmedaille waren ihm bereits früher verliehen Worden.
Kreis Lauterbach.
Ia. Lauterbach, 2. Aug. Das Eiserne Kreuz erhielt Meldereiter Gefreiter Günther, Maar, im Reserve-Jnfanterie-Regi- ment Nr. 221.
Kreis Schotten.
ga. H v h e r o d s k o p f, 2. August. Man bittet im Interesse der Ferien ausflügler mitzuteilen, daß durch kreisamtliche Anordnung es dem Klubwirt auf dem Hoherodskopf bei Breungeshain verboten ist, Fleischspeisen irgendwelcher Art an Touristen, die nicht gleichzeitig Uebernachtungsgäste sind, zu verabreichen. Da Eier zu den Höchstpreisen von dem Klubwirt nicht erreichbar und Fabrikhand käse zurzeit recht mäßig sind. Muß der Tourist aus dem Rucksack leben oder mit der Verköstigung bis Hoch- waldhauscn warten. Wer also eine Tour nach dem Hoherodskopf machen 4vill, übernachte entweder im Klubhaus oder bringe die Lebensmittel nrit.
Muse und heischten Milde für ihren Erzeuger. Aber das Gericht vermochte einen Notdiebstahl, der unverschuldete Not zur Voraussetzung gehabt hätte, nicht anzuerkennen, denn kein Mensch muß dichten. Es erkannte daher auf zwei Monate Gefängnis.
--- Frankfurt a. M., 2. August. Die Zentrale für prr- vate Kriegs fürsorge vereinnahmte in den zwei Jahren ihrer Tätigkeit 8 085 660 Ml. und verausgabte davon 7 699 339 Mk Unter den Ausgaben stehen obenan: 4 490 204 Mk. für Unterstützungen von Kriegerangehörigen und Arbeitslosen, für Krankenkassenbeiträge und Besorgung von Lebensmitteln, 650 000 Mk. für Lazaretteinrichtungen, 465 232 Mk. für Erfrischungsstationen, 302 866 Mk. für von den Gebern besttnrmte Zwecke, 233 691 Mk. für Liebesgaben, 112 484 Mk. für Lazarettzüge, 100 000 Mk. für Arbeitslose, 50000 Mk. für das Nassauische Rote Kreuz, 38500 Mk. für „Bücher an die Front" usw.
F. C. Gelnhausen, 2. Aug. Die hiesige Stadtverwaltunq hat nut den benachbarten Gutsbesitzern ein Abkommen dahin getroffen, daß sie durch ihre Gefangenen die Frühkartoffeln selbst ansinachen läßt und zum Verkant bringt. Die Kartoffelnot ist dadurch behoben.
ch. Braubach, 1. Aug. Der Kapitän!eutnant Schwarz, der als Burgha u p 1 mann des auf der Marksburg eingerichteten In validenheims tätig sein wird, ist hier eingetragen.
F. C. Aus der Rhön, 1. Aug. Der 70jährige Konrad Winterling in Reulbach wurde von einer Kuh mit den Hörnern angegriffen und so schwer verletzt, daß er unter qualvoller Leiden starb.
F. C. Vom Rhein, 1. Aug. Die holländischen Schocker, fischer singen gestern in der Nähe von Oberlahnslein einen S a I ir irrt Gewichte von 21 Pfund.
vermischte».
Hamburg, 1. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Nachmittag- k enterte in der Nähe von Blankenese bei Meyersand ein vor acht jugendlichen Personen besetztes Segelboot. Trotz sofortige- Rettungsversuche konnte nur ein Knabe gerettet werden.
Döche«L Aekxrflcht derTo-ersSIIe L i». Stadt Sichen,
27. Woche. Vom 2. bis 8. Juli 1916.
Einwohner-ahl: angenommen |j 33100 (mkl. 1600 Mann Militär SterblichkeitSziffer 28,26*/,,.
Nach Abzug von 10 Ortsfremden: 12,56°/^.
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Angeborener Lebensschwäche
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2(1)
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KD
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Keuchhusten
1
1
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Tuberkulose
Krankheiten der Kreislauf-
2(1)
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Gehintschlag
anderer, Krankheiten des
1
1
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Nervensystems
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Krebs
anderen benannten Todes-
1 (1)
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Ursachen
anderen Krankheiten der Der-
2(1)
2(1)
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—
dauungSorgane
2(1)
2(1)
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Summa:
18 (10)
14 (8)
4(2)
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A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankhett auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Veröffentlichung des Großh. Kreisgesundheitsamts Gießen Dr. W a l g e r, Med.-Rat.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen.
Wetter aus sichten in Hessen am Tonnerstag, den 3. Aug. 1916 . Zunehmende Bewölkung, vorwiegend trocken. Keine Temperatur- Veränderung, Gewitterneigung.
Kreis Friedberg.
bnz. Bad-Nauheim, 2. Aug. Dem Landsturmmann Friedr. Wilh. M u t h wurde das Eiserne Kreuz 2. Klaffe verliehen.
bz. Butzbach, 2. Aug. Am Sonntag nachmittag fanden Kinder im CrmvÄberger Wald oberhalb der „Kleinmühlc" im Gebüsch liegend 7 Sacke mit Frucht und Mehl, ^uackdem der Polizeibehörde zu CranZberg davon Mitteilung gemackst worden war, begab man sich zur Furrdstellc. Aber siehe da, inzwisck)cm waren schon zwei Säcke davon wieder verschwunden. Es konnten noch zwei Säcke Korn, zwei Säcke Mehl und ein Sack (Bdytot in Gewahrsam gebracht werden.
=7 Vilbel, 1. Äug. In der hiesigen Schloßruine mit ihrer stimmungsvollen Umgebung plant der Ausschuß für Volksvorlesungen in Verbindung mit dem Rhein-Mainischen Verbandstheater eine Freilichtaufführung von Wildenbruchs Ritterdrama ^Die RabensteineriuE.
Kreis Wetzlar.
ke. Wetzlar, 1. Aug. Der 14jährige Karl Henrich aus Niederquembach wurde auf einem hiesigen Werke so schwer verletzt, daß er bald darauf starb.
Wa. Wetzlar, 2. August. Mit dem Eisertren Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet wurden: Gefreiter Otto Gilbert, 3. Garde- Regt. zrr Giß, Unteroffizier Wllhelm Weller, Batl.-Tamb., Jnf.-Rey. Nr. 224, aus Garbenheim, und Landsturnv-Rekruit Ludwig Bamberger, Jnf.-Rog. Nr. 143, aus Garbenheim. — Der frühe« Kommandant des lnesigen Kriegsgefangenenlagers. Oberst Bötticher, wurde zum GenevÄmajor ernannt.
Hessen-Nassau.
() Marburg, 1. August. Der gesteigette Verkehr in diesem Sommersemester — und vielleicht auch das Regenwetter — hatten zur Folge, daß die Straßenbahn im Monat Juli allein 9430.40 Mk., gegen 7240.88 Mk. im Zeichen Monat des Vorjahres, einnahm. Die Gesamteinnahmen vom 1. April bis 31. Juli betrugen 34 129.20 Mk. gegen 28 082.14 Mk. in der gleichen Zeit im Vorjahr. Bemerkt sei, daß die Oberstadt-Linie seit Kriegsäns- bruch nicht mehr gefahren wird. — Die hiesigen Ziegenhal-» ter haben sich zu einer Ortsgruppe des Kreis-Ziegenzuchtvereins zusammengeschlossen. — Das Landratsamt ersucht die Bürgermeister, den Gerüchten, daß eine Erhöhung des Salzprei- s e s bevorstehe, cntgvgenzutteten.
ha. Biedenkopf, 2. Aug. Der Schwester Clara von S ch m i s i n g - K e r s s e n b r o ck ist die österreichische Ehrenmedaille vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen worden.
() Holzhauscn, 2. August. Einer der ältesten kuthessi- schen Lehrer, Kantor K. Bodenbender, hat iw Atter von 82 Jahren das Zeitliche gesegnet. Der Verblichene, der aus Hassenhausen stammt, hat viele Jahre die hiesige Schulstelle versehen.
hl. Münchhausen, 2. Aug. Die hiesigen Schulkinder ammeltett zum Besten armer Kinder in der Stadt Marburg 225 Eier.
Kz. Frankfurt a. M., 2. Aug. Es wird furchtbar viel gedichtet letzt. Gar graufanr reimen die Verseschmiede auf die Menschheit los. Auch ein Ausläufer hier, wie die „Kleine Presse" erzählt, hatte Krregsgedichte gemacht, die er für würdig hielt, der Mit- und Nachwelt zugüngjlich zu machen. Ta er keinen Verleger dafür fand, verlegte er sie selber. Der Druck aber kostete heillosis Geld und der Dichter geriet in ein finanzielles Ählaimnassel, das ihit verleitete, lange Finger im Eseschäft zu nvachen und für ettva 150 Mark Ware sortzuschteppeu. Nmt stand er vor dem Schöffengericht. Auf dem Tisch des' Hauses lagen die Kinder seiner
Letzte Nachrichten.
Tie „Deutschland^ auf der Rückreise.
B a l t i m o r e, 2. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Rcuterschen Bureaus. Die „Deutschland" hat heute nachmittag ihre Mckrcise angetrcten.
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Stürmer.
i Köln, 2. August. Die „Köln. Ztg." meldet ans Kopenhagen:- Dem Moskauer „Rußkoje Slowo" zuß>lgc sichette sich Stürmer gleichzeittg damit, daß der bisl-erige Justtzminister Ch wo stow das Mnisterium des Innern übernahm mit neuen ausgedehnten Machtbefugnissen, die sich nicht nur auf die Bekämpfung der Lebeusmittelnot, sondern auch auf andere wichtige Fragen erstrecken. Diese neue Machtbefugnis erhält Stüruter seinen bisherigen Einfluß in allen Ministerien ohne Ausnahme. Der bisherige Inhaber des bisher von Stürmer nebenbei verwalteten! Ministeriums des Jnneru, Gras Bobrinski werde in einigen Tagen seinen Mschied nehmen.
Russischer Durchmarsch durch Rumänien?
Wien, 2. Aug. Das rumänische cntentefreundliche Blatt „Galatz" schreibt: Das Einvernehinen Runräuiens mit den Machten der Entente ist abgeschlossen. Brattanu hat sich definitiv geäußert: Vom 1. bis 15. August wird die rumänische Arnree mobilisiert werden. Die Vorbereitungen dazu sind schon seit langer Zeit getroffen. Rumänien wird aber an dem^ Weltkriege nicht aktiv teil- nehmen. Es wird nur nwbilisieren, unt feine Grenze zu r>cr- teidigen. Gleichzeitig wird die russische Armee'durch die Dobrudscha in Bulgarien einmarschieren. Diese Op?rattonen iverden zugleich mit der Offerffivc der Salonikiarm-ee beginnen. Rumänien wird eine Proklamation erlassen, in der es erklären wird, daß es 'niemanden gegenüber Angriffsvbsichten verfolgt, daß es aber, da Rußland die Durchführung der Besttmmurrgen des Bukarester Vertrages vom Jahre 1913 init den Waffen in der Hand betreibe, ich den russischen Wfichten mcht entgegenstellen könne, da cs selbst diesen Vertrag infolge seiner schwachen nttlitärischen Kraft den Großmäckiten gegenüber nicht durchführen könne.
Budapest, 2. Aug. „Az Eft" berichtet aus Bukarest: Der König ist programmäßig wieder aus Bukarest abgcreist und mit ihm leitende Männer und führende Politiker, unter denen sich auch Marghilonuin befindet. Die Ruhe, die die Russophilen für einige Tage gestört halten, ist wiederherge«stellt. Der große Sturmlauf, der von Filipes c u u n d seinen Anhängern im Jnteresse der Entente eingelcitet war, ist zu- ammcngcbrochen, und l)ente bettachten die Anhänger der Entente den 14. August nicht mehr als jnten Tag, cm dem Rumänien nach ihrer Berechnung seine Mion hatte beginnen sollen. Die Russophilen selbst betrachten dieses Kapitel ihrer Agitation als ab- gesckstbssen und geben zu«, daß der Erfolg ansgeblieben ist. Der Audienz Take Joneseus beim König, die übrigens nur kurze Zeit dauerte, wird von den Anhängern dcw Entente selbst keine Bedeutung beigemessen. Joneseu selbst antwortete nach der Audienz auf Anfragen halb humoristiscli, halb erbittert: „Die Deutsck>en haben unS tvieder rttedergewälzt!" — Die Bukarester „Epoea" erklärt, der Staatssekretär des MiegeS, Jlieseu, werde demnächst in wichtiger Mission nach dem Auslande reisen.


