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2.8.1916 Erstes Blatt
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Ir trister erm»glirhen läßt tMernrct ist nleidjsecttg öte Absicht verwirklicht worden, den Gebeten mit geringerer Bevvlre- Tcrmgszahl in deren eigenstem Intereise die dort vor allem für die landwirtschaftlichen Arbeiten dringend notigen Arbeitskräfte zuzu­führen. Die ganze Maßnahme ist also ausschließlich zum Wähle der feindlichen Bevolkermrq erfolgt, um die aßnahmen auszuglerchetr, die zu ihrem Schaden von den eigenen Landsleuten ergriften wor­den waren.

Dänemark und der Friede.

Kopenhagen, 1. Aug. (WTB. Nichtamtlich.) Für die WiedcnchersteNnng des Weltfriedens ließen heute vor­mittag im »ganzen Lande eine Viertelstunde lang die Kir- chenglocken ihre ehernen Stimmen erklinMN. Die mersten Kirchen waren für die Andächtigen geöffnet. Es ivnrden ^zcchlreiche Versammlungen abgehalten, in denen Tagesord- Jrmrgen für einen baldigen Frieden angenommen wurden.

Au» dem englischen Unterhaus.

London, 31. Juli. (WTB.) Unterhaus. Im Laufe der Erörterung der irischen Frage drückte Asguith nochmals die Hoffnung auf baldige Verständigung zwischen den Parteien aus. Es hcitten>er Vorkehrungen für die Uebergangsperiode getrofsm. -werden müssen. Unter den bestehenden Verhältnissen habeer Nicht -gedacht, daß es recht sein wArde, die militärischen Sttertkrafte in Irland wesentlich zu vermindern. die dort zum Schutze der Bevölke­rung gegen mißleitete Handlungen unverantwortlicher Personen aus­gestellt worden seien. Die große MHrhlrit des irischen Volkes 1er »Ins ins Herz loyal. Es sei notwendig, eine Zivilgewa.lt zu haben, die dem Parlament verantwortlich sei und der neue Chessekretär werde das unionistische Mitglied des Hauses, Ducke, sein, der em eifriger Befürworter des Ausgleichs mit Irland sei.

Redmond erhob zwar Einwendungen gegen dre Wiederher­stellung des alten irischen Regierungssystems mit einem mnonrsti- - scheu Staatssekretär, sagte ober, es würde niemals wieder einen! irischen Bürgerkrieg geben, und wenn die Zeit reif sein würde, würden alle Schwierigkeiten friedlich beigelegt und das Ziel eines vereinigten Irlands erreicht werden.

In Beantwortung enrer Anfrage über die Möglichkeit von Ver­ordnungen darüber, wie neutrale Fischereifahrzeuge, die in englischen Gewässern oder in Gewässern fischten, die unter dem Schutze der englischen Flotte ständen, ihren Fang aus c n g li- schenMärkten verkaufen sollten, erklärte Lord C e c i l, es seien Vereinbarungen getroffen worden, die den fremden Fischercifahr^ zeugen gestatteten, il-re Fänge von frischen 'Fischchr in gewiß eil Häfen des Vereinigteir Königreichs ans Land zu bringen. Weitere Maßnahmen in gleicher Richtung befänden sich noch im Zustand der Erwägung.

Italien und England.

Nom, 1. Aug. (WTB.) Meldung der Agenzia Stesani. Zwischen Italien und Großbritannien ist ein Ver­trag abgeschlossen worden, der die Grundlagen für ein gemeinsames italienisch-englisches Vorgehen gegen die Se- ituffi fefttegt.

Ruflische Truppen in Saloniki.

Bern. 1. August. (WTB. Nichtamtlich' Nach einer Stesani- .Meldung soll am 31. Juli,in Saloniki die erste Abteilung russischer Truppen cmsgeschisft und von General Sarrail besich­tigt worden sein.

Au» Oftafrika.

London, 31. Juli. (WTB. Amtliche Meldung.) Die Englätrder besetzten Dodona an der Zentralessenbahn in Dentsch-Ostasrika. Reuter fügt die Nachricht hinzu, Haß dmnit die Engländer an der Hauptverbindungslinie der Deutschen Fuß gefaßt haben.

Engländerkultur in China.

Amsterdam. 1. August. (WTB. Nichtamtlich.) .Nach dem Allgenrcen Handelsblad" berichtet dieMorning Post" aus Schanghai, daß dort eine Bewegung eingclcitet worden sei, um das 'Denkzeichen für die mit dem KanonenbootIltis" untergegangenen deutschen Seeleute zu entseruen. Die Firma Jardin Matheson u. Co., der der Grund, auf dem das Monument steht, gehört, erwägt, was in dieser Angelegenheit zu tun sei.

Sonntag kam in Hankau zu ernsteren Unruhen. Ein großer Teil des treuen Ehrnesenviertels uno der angrenzenden deut schen Niederlassungen wurde verwüstet. Der Schaden beträgt meh­rere Millionen.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 31.Juli. (WTB.) Das Hauptauar tier teil vnit: ^

An der Front im Irak und in Persien Lerne Veränderimg.

Kaukasusfrvnt: Keine wichtige Kampfhandllmg. Eines ^unserer Flugzeuge wart mit Erfolg Bomben auf feindliche Lager und Parks. Ein über Ari Burnu erscheinendes feindliches Flug­zeug wurde durch unser Geschützseuer vertrieben. Gin feindliches Schiff lies an der Küste einer der westlich^lik grlegenrinl Inseln auf.

An der ägyptischen Front lieferten die von unseren Truppen körpern vorgesandten Aufklärungsabteilungen den feind­lichen Patrouillen erfolgreiche Gefechte. Nördlich Katia ffel ein vpn unserem Feuer beschädigtes feindliches Flugzeug auf das Meeresufer. Die Insassen flohen, nachdem sie ihr Flugzeug in Brand gesetzt hatten. Eine unserer Patrouillen verjagte in der . Nähe des abgeschossenen Flugzeuges eine Abteilung feindlicher Kavallerie, erbeutete ein dem Flu^eug abgenommenes Maschinen gewehr und anderes Material,

Au den anderen Fronten keine Veränderung.

Generalpostdirektion teilt mit: Die Paletpost oes däußcyen Dampfers ,,B o t n i a" wurde auf der Fahrt Island-Kopen­hagen von den Englüirdern in Leith beschlagnahmt.

A m st c r dam, 1. August. (WTB. Nichtamtlich.) Der Frs ch- dampferKing James" ist von eurem U-Boot der s entr worden. Die Besatzung wurde gelandet. Der Fischdarnpsen ,A n d r o m e t a", der von einem Ib-Boot angegriffen wurde, ver­mochte zu entrinnen. ___

Der Seefrieg.

Kriegsbriefe aus dem Westen.

Von unserm Kriegsberichterstatter.

^Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verbotst

Englische Angriffe.

Großes Hauptquartier, im Juli 1916.

Tie nachfolgenden Beobachtungen über das englische Angriffs- Verfahren in der großen Offensiv', chlacht an der ^mme begehen sich nur auf.einen Abschnitt, und zwar auf einen, der Femd keinen Schritt Boden gewonnen, hatS« stammen von^^rmpftw. dre nur das gesehen haben und schildernwas M hem engen Bezirke vor sich gegangen rst, in dem sre alle Harrde voll zu tun hatten, um die gewalttge Uebermacht abzuwehren. ^ ^ ^

Ein Teil unserer Sommekämpftr hat schon rn früheren Spach­ten mit den Engländern zu tun gehabt damals und jetzt vergleichen. Sre waren srch vom ersten Tage des eine Woche lang währenden Tvonrmelfeuers da^berklar, daß die Engländer viel mehr ArtMcrie, naEttlrch schwere brs zu den 38-Zentimeter-Schiffsgeschlltzen, als Mcher

auch besser schossen. Nachdem sie sich einige vocher mtt

Fliegern, die an der SonrMe .plötzlich rn me gesehener Zahl,,^. schienen, eingeschossen hatten, versuchten ffe rmt ^mem ungeheurer Fauerübersall aus allen Schlünden die deut) che v^^^am^un- linie einzuebnen. Dann betronrmvlten sie die folgelwen Tage rur- ^ zweite und dritte Stellung, beschaffen bei Nach außerdem die rückwärts gelegenen Quartwre^nd HAen alle An näherungswege imter eurem sormlrchn Sperrfeuer Erst am letzte i, bTm Tage vor dem Angriffe, bctrommelten ffe abermab die vordersten Gräben mit allen vorhandenen Batterien. Tas iebeu tägige Trommel teuer war sehr planvoll icherle ü.Ei ne Mz ahl Batterien richtete das Zerstörrmgsfeuer aus .besttmmtedetttsche Stellungen. Die Unterstände wurden dabei besonders aufs Korn genommen. Inzwischen aber stteuten andere Battetnen, dre offenbar nur diese Aufgabe hatten, unablässig reden Puntt der deutsche Stellungen, namentlich die Drahtverhmzone und Berbmdmigs- wege ab. Man war also nirgends und rn fernem .lngenblicke vor den englischen Granaten und Schrapnellen srcher. Der F^id hatte sich das Verfahren, unsere Grabenbesatzung cme ganze Bod)c: lang zu beunruhigen und ihre Widerstandskraft zu verinurbm, sehr Hub ch ausgÄiN In der Wirklichkeit aber stimntte das C^entt^ nicht, ivelches sich bei den gwßen KriegsDonserenzen der Allirerten auf dem Papier sicherlich sehr überzeugend ausgenommen hat.

Tn den Feuerhagel hinein schickten dann die ^Af^der in un regelmäßigen Abständen, bei Tag und bei Nacht, Wolken von lus­tigen Gasen. Auch davon hatten sie sich verrmrtlich emen lvefent- licb anderen Erfolg versprochen, als, sie ^ Wahrheit erreich^^^ Trotz des Trommelfeuers verließen unff're Posten ihren Platz keinen Augenblick. Es war nur nörig, daß rm Unterstände i&tz ferne Gasmaske stets bereit hatte, um ffe rm WigenLlp des 6ftisalarm^ sofort anlegen zu können. Bn Tage sah man das Gas m dicken Schwaden ganz langsam und schwerfällig anVoMmen und konnte sich rechtzeitig schützen. Zuweilen , bl mb baZ Gas Mitten zwischen den Stellungen stehen, oft.aber geschah es, bte

englischen Stellungen zurückorängte. Tas wurde dann unmer mtt besonderen Beifallsbezeugungen von unserer ^>erte begrüß. Zu^ weilen Tst das Gas auch in unsere Lrmen gegmrgen> hat sich in den Unterstanden lange übel bemerkbar gemacht. Eimge^Male ist es durch den Wind weit nach rückwärts in dm noch von rtran- zosen bewohnten Ortschasteri getrieben worden._ (kre Ortskomnmn- danten ließen dann eilig auch an die Zivilbevölkerung Gasmasken m-teilm, haben aber nicht verhindern «innen, dab E grouero Anzahl Erkrankungen erntrat. B-n unseren kanuneiwcn Tru ppen sind Erkrandmgen und Todesfälle nur ganz verernzelt vvrgekommm und waren in allen Fallen auf die Unvvrsichkg«nt der Betrogenen zurückzusühren, die trvh wiederholter Ernschärkung dre Gasmasken nicht angelegt hotten. . . .

Für das scheinbare Wunder, das unsere Leute in den Graben die gewaltigste Beschießimg, die icmals Menschen auszuhalten hatten, mit so völlig nngebrvchener Widerstandskraft ertragen haben, wissen sie selber keine ErMrmng. Dm Ertm bebte unmtter- brvchen, die Luft in den Unterständen war verbrancht, auf den Strohschütten fühlte man dm Stöße der Granataunchlage, durch den ganzen Körper nnunterbrvck>en, smben Tage lmrg, wm der Schlafende in einer Schifsskabme das Stampfen der Maschinen spürt Aber wie dieser gewöhnte man sich schließlich Mm Tak die Unterstände, die während der langen Monate des <5>tMungs- krieges so viel saure Schweißtropfen gekostet hatten, glanzend hielten, und ihre Decken wiederholten Bolltteffern der .schloersttn Schiffsgeschütze widerstanden, gab ein befriediMides Geluhl der Sicherheit. Dar warme Essen kaw, trotz des Sperrfeuers -rege^ mäßig heran, und auch das war wichtig. Denn man wußte lmy in ununterbrochener Verbindimg mtt den hntter«i Stellungen aus denen rm schlimmsten Noffalle Hilft Vonnnen großer Gewugttrung wurde festgelbellt, daß dm TreffffchOchett der englischen Artillerie von ^Tag zu Tag, abnahm. Auch andere

luuhileu (trde gelvachsen oaitaiux-ic, veganimrc wie ia|CiLC zu hmu> ment. Reih n weist zusammen gemüht i'anfen dm Engländer. Tie verhängnisvolle Ueberraschung war für sie so groß, daß viele ganz entgeistert stehen blieben und nicht mehr wußten,, ob sie vor- oder rückwärts sollten. Noch drängten die tiefgestaffelten Massen, der Hinteren die Zaudernden vorwärts. Dann begann eine Kopflose Verwirrung, einer suchte sich hinter dem anderen zu decken. Schließ­lich wendeten sich alle zu wilder Flucht, aber ehe der Rest den schützenden Graben erreichte, war die Mehrzahl von dorr deutschen Gesckwssen uiedergestreckt. Namentlich die Ataschinengewehre hatten furchtbare Ernte gehalten. Ein fast liniengrader Wall von Leichen bezeichnele die Stelle, wo . der englische Sturm in unserem Feuer zulammeugebWchen war.

Fünfmal versuchten die Engländer, jedesmal mit ftischen Trutze peu, an dieser Stelle den Angriff anss Neue in derselben Weise, nur daß die neuen Sturmlolormen nicht Mehr im gemütlichen. Schlenderschritt ankamen, sondern in langen Sprüngen das mit Leichen besäte Zwischengelände zu dnrchmessen versuchten. Aber sie fanden unsere Schützen jedesmal auf der Wacht, und keiner kam über den Leick-enwall lstnaus. Darm ließen sich die neuen Sturm- wellen trotz scharfer Befehle nicht mehr aus diese entsetzliche Schlacht­bank vortreiben, tvo viele Hunderte ihrer Kameraden tot ot°Tj sterbend lagen.

Die fünf iMassenstürme hatten! dem! Feind cm dieser.Stelle keinen Meter.Bodengewinn gebracht. Sofort nach jedem Angriff hatte man begonnen, die Stellungen wieder etwas auszubessern und die Granattrichter ju verbinden, so daß am rrächsten Morgen die Stellung schon wieder einige Festigkeit gewonnen hatte. Tie Eng­länder versuchten es von da ab hier nicht mel>r mit offenem Sturme, sondern bemühten sich, mit allerhand Kniffen sich der denffchen! Linie zu nähern. Sie hatten auch dannt nur vorübergehend Tell- erfvlge, die sie sehr bluttg bezahlten. Aber schon am ersten, schlimmsten Angriffstage stand bei unseren Verteidigern die Ueber- zeugmvg fest: Durch kommen ffe nicht! Der feste Wille: Die Eng­länder hüpfen uns nicht unterkriegen, denen wollen wir zeigen, was deu'tfche Infanterie ist, gab jedem Manne im Graben Riesen­kräfte, die chn befähigten, tagelang fast ohne Schlaf abzmoechseln zwischen harter Schanzarbeit und heißem Verteidigungskampft, an.dem die Uebermacht zerschellte.

W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

Beobachtungen hoben die Stimmung. Die englischen Patrouillen

Berlin, I.Aug. ^Priv.-Tel.) DieB. Z.a.M." mel del aus Christiania: Wie der in Norsgrund angekommene Kapitän des norwegischen SchiffesSubra" berichtet tauchte am 22. Juli in der Nähe derSubra", 30 Minuten von ihrem englischen Bestimmungshafen entfernt, ein de u t- sches Unterseeboot auf. In der Nähe derSubra" be­fanden sich noch zwei norwegische und ein schwedffches Schiff Me vier wurden, da sie Konterbandeladung an Bord hatten, in Brand gesteckt, nachdem der Mannschaft Zeit zur Rettung gegeben worden war. »

Pmuidcn, l.Aug. (WBT.) Der Kapitän eines ein- gelausenen Fischereiloggers berichtet, er habe sich in 54 Grad 16 Minuten Twrdlicher Breite, 1 Grad 25 Minuten östlicher Länge in einiger Entfernung von einem englischen Fischdamvfer befunden, der beim Fischen war. Zwei deutsche Tauchboote tauchten, als sie ihn bemerkten, kamen dicht bei ihm wieder an die Oberfläche und eröffneten 'das Feuer. Die Besatzung des Fischdampsers flüchtete in ein Boot, worauf der Dampfer nach kurzer Zeit zum Sinken ge­bracht wurde. Eines der Tauchboote nahm das Schiffsboot mit der Besatzung ins Schlepptau und brachte sie nach dem LoggerMarie Sch. 307, der die Besatzung aufnahm. Der ilcame des Fischdampfers war unleserlich.

Kopenhagen, l.Aug. (WTB. Nichtamtlich.)Ber- lingske Trdende" meldet aus Bergen: Der Dampfer oer Linie Bergen -Island ist von den Eng isgebracht und nach Leith geschleppt worden, wo Ladung, bestehend aus Fischen und Tran von ausgeladen werden muß. Infolge des andauern- clichen Auftretens der Engländer gegenüber den landfahct hat die Gesellschaft beschlossen, die

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Führten nach Jslano vorlauftg einzustellen. Dre dänische

die in Zwischenräumen vorgingen. um den Erwlg des brsherrgen Trommelfeuers zu erkrrnden, berrahmen sich zremlrch schlapp- Man hatte den Eindruck, ohne sagen zu körrnen, woher, datz dre länder mit ihren Menschen nicht recht, heran wollten sondern versuchten, die Entscheidung nur mtt Geld und Materralauftvarw herbeizusühren, indem sie die tapftren Teutsckien nrrt einer Gra­natenmenge für einige Millionen Psmrd zu begraben per such Mw Freudig stimmte die Feststellung, daß dre Drahthmdernrsse den Hagel von Eisen und Feuer sehr gut überstanden. Wo Lücken ge­rissen wurden, beeilte man sich, diese twtz des Twmmelfeuers, sofort zu schließen. In den Nachtstunden wo das Feuer etn^s nachlreß. arbeitete alles fieberhaft an der Ausbessenmg der Draht­hindernisse und der sehr verschütteten Gräben. Aber am mersftm stärkte die Widerstandskraft doch der Gedanke: es rst der Erzsernd der jetzt zur Eirlscheidung antteten muß. Winrn uns Deutsche eure Welt von anderen Feinden nicht hat stberwrnden können, der Engländer darf uns ganz gewiß nicht klein krregen! ^ .

Am frühen Morgen des 1. Juli verlegte dre englische Arttllerre das seit 24 Stunden auf den vordersten Graben gerichtete Tronrmiel- feuer plötzlich mit einem Ruck nach rückwärts. Man wußte, jetzt handelt es ftzch vur um Minuten, dann sind sic da! Emsig wurde an einzelnen verschütteten Eingängen von Unterständen gearbeitet, denn jeder wollte dabei sein.. Aber erst, als die ersten englischen Sturmkolonnen den Graben verließen, kam der BefehlAlle Leute aus Schützenstanü."Gott sttaft England!" riefen mrsere Helden. Im Nu rvar jeder auf seinem Platze. Von Schützenständen war natürlich keine Rede mehr Ter vordere Graben roar so eingecbiret daß man kaum hin und wieder noch ein Stück Brustwehr erkannte Aber die Drahthindernisse waren wxf> da. und die Granattrichter boten Deckung, wo man solche suchte. Viele versckftnähten sie. Offiziere und Mannschaften standen frei und offen auf dem Rande der ehemaligen Gräben, dos Gewehr in der Hand, einen ordentlichen Hausen Patronen neben sich, brennend vor Begier, den Engländern einen En'psang zu bereiten, an den sie denvm sollten

Es bot sich rauf ein Anblick dar, den keiner vergessen wird der ihn erlebt hat. Welle ans Welle in unerschöpflicher Zahl hinter einander, sprangen die khakigekben englischen Sturmkotonnen mit entern Ruck aus den Gräben Sie kamen gvntz gemächlick) daher, fast im Spaziergängertrvtt, denn ^sie glmrbten ja bestimtnt, in den tafcen vorderen deuKchen Gräben nur Leichen und im dritten einen nur noch schtvachen Mderstand zu finden. Man ließ sie bis aus kaum 100 Meter vor die DrahthMrdernisft lftran, dann kam der Befehl:Ruhig zielen!>e Kugel einen Mann! Schnell­feuer!" Jeder schoß, rvas die Flinte hergab. Tie Maschinen^ gewehre, die plötzlich, tvie durch einen Zauberschlag, aus der zer

Au» Stadt und Land.

Gießen, 2. August ISIS.

Kirchliche ErinnerungSfeieril zum zweiten Jahrestag des KriegSbeginncs.

Das Gwßherzogliche Oberkcmsistorrmn hat ängeordnet, daß im Hinblick auf die Wiederkehr der Zeit des Kriegsausbruches der erste August-Sonntag in den evcnrgelischen Kirchen des Landes be­sonders ernst und feierlich begangen werde. Unter Genehmigung des Groß Herzogs ist angeordnet worden, daß an dem genannten Sonntag eine Landeskirchenkvllekte für die Kriegsbe­schädigten erhoben wird. Ferner ist bestimmt worden, daß den Gemeinden des Laiches folgende Ansprache zur Kenntnis gebracht wird:

Zum zweitenmal jährt sich in kurzer Frist der Ausbruch des grvßett Krieges. Wir>enken der Augusttage des Jahres 1914, die unser Volk äußerlich und innerlich in seinen Tiefen erschütterten. Wie diese Zeit all denen mrvergeßlich bleiben wird, die sie mit- erlebt, so wollen wir auch die jetzt na Hütchen Tage mit besonderem Ernst durchleben, und wir wissen uns toohl eins mit unseren Ge­meinden, wenn wir anordnen, daß der effte August-Sonntag be- onders ernst und feierlich begangen werde. Gemeinsam iwttwt wir uns demütigen und beugen vor dem Herrn, gemeinsam wollen wir ihm danken für all das Große, das er seit jenen Tagen in chwerer Zeit an uns getan, gemeinsam ihn bitten, daß er auch ernerhin fteundlich über uns walten mrd endgültigen S4kg und Frieden uns scheuen ncöge. Zlvei Jahre schweren Ringens Mit übermächttgen Feinden! Unsere H«ere weit vorgedrungen in die eindlichen Lande! Was sie geleistet haben >tcnd gegenwärtig leisten in kühnem Ansturm utrd heldenhaftem Mcshalten übermächtigen Druckes, der Sieg, den unsere junge Flotte errungen im Kamft^ mit der gewalttgsten Seemacht der Welt es zählt mit zu dem Grüßten, was die Geschichte kennt. Indes >anrh zwei Jahre blutigen Ringens! Viel Tausende gefallen, viel Tausende für ihr Leben geschädigt an Gesundheit littb Kraft, so viel Hoffnungetr zertrüm­mert. so viel Familien- und Lebensglück jählings vernichtet! Wie aber hat dies alles auf uns gewirkt? Hat unser Volk den Ernst und die Güte Gottes darin erkannt? Hat es den Bnßruf ver- nommen, den der Herr so eindringlich an uns richtet? Hat eine innere Erneuerung unseres Volkes sich vollzogen? Haben b«fl Vielen, die ihren Gott verloren zu haben schienen,^ ihn wieder o gefunden, wie wir dies glaubten erhosftn zu dürfen? Gewiß ind die zwei Iahte mit ihrenr Sieg und mit ihrem Leid an ehr vielen dal)eim und besonders draußen nicht spurlos vorüber­gegangen. doch ein Blick auf unser gesamtes Volk können wir diese Fragen nicht durchweg fteudig bejahen. Unsere waffenfähigen Männer und Jünglinge stehen draußen im Felde. Sie käMpftn imter Gefahren, Mühseligkeiten uird Entbehnmgen aller Art, kainp^ cn für uns, und wir können 'und werden dies nie vergessen. Doch auch wir daheim haben zu käMpfen, zu sorgen und zu tragen, zuntal der Bernichtungsplan utrserer Feinde schwere wirtfthaftliche Nöte stir einen jeden unter uns mit sich gebracht hat. Utid viela bgen angesichts des herrschenden Mangels: Muß dies alles so ein. wie es gegenwärttg ist? Jst's recht, daß in ernster, schwerer Kriegszeit, da es sich um Sein oder Nichtsein unseres Volkes handelt, die einen sich auf Kosten der anderen bereick^etn, daß Ver­mögen erworben werden und damit anderen das Aushalten bitter schwer gemacht wird? Woran liegt es, daß die Anordnungen der Obrigkeit nicht immer das erreichen, was sie doch zum Besten unseres Volkes erreichen wollen? Gewiß sind solche Fragen wohl berechtigt, es wäre seltsam, tverm sie nicht die Herzen bewegten, aber es ist schwer, die rechte Antwort zu finden Daß menschLfthe. Fürsorge und Vorkehrung oft nicht das 6ftwollte erreicht, ist um so verständlicher, als es sich hier um Aufgaben handelt, die noch nie in solcher Größe und Schwere zu lösen »raren, lind wo ferner die Haupt-schuld an der uns'drückenden wirtschaftlicheti Lage zu suchen ist, wir könneits mit ^voller Sicherheit und Klarheit jetzt mcht erkennen, und darimc besck>eiden wir uns dabei, mit allem Nachdruck zu sagen:

Wer gegeywärtig irgendwie dazu beiträgt, das zum Leben .Erforderliche zu verteuern, der versündigt sich an seinem Gott, versündigt sich an seinem Volk und Vaterland! Was im Frieden schon unrechit ist, wird im Krieg, wird in diesem! KriegczumBerbrechen! ^ , '

Darum mißachten und verkennen wir nicht den Bußrus, den Gott der Herr so ernst an uns alle ohne Unterschied richtet: ist doch jeder Krieg -/ auch ein siegreicher mit all dem Schweren, das er zrr ttagen gibt, ein Gericht Gottes, das zur Buße führen soll. Großes ist imsercm Volk bisher, unter der Hilft des Herrn unseres Gottes, gelungen. Großes 'draußen und daheim. Gerade die stille Arbeit, das Sorgetc daheim, dft Ovftrfteudigkeil: unserer Gemeinden nwllen nur nicht vergessen. Wir l>aben gezeigt, daß wir ein starkes Volk sind, und ein starkes Volk wollen wir bleiben, stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Danim weg mit allem Kleiirmut und mit aller Verzagtheit, tvo sie auct) immer sich regen wollen. Tragen wir mutig und stark, was es zu tragen gilt! Wir h.ibett den Krieg nicht gewollt, mit reinem Gewissen zogen mir das Schwert. Und darum können wir Herzen und Hände emporheben zu dem^ Herrn. Niriit ausRosse und Wagen" verlassen wir uns. sondern auf denNamen des Herrn unseres Gottes!"

Die Sauregurkenzeit.

Die neuen sauren Girrken sind srinui aus dem Btarkte erfefvienett, und damit bat die Sauregurkenzeit wieder ihren Anfang genommen, aber fteilicl) nur die Sau regurken zeit im wirklicl-en und wört­lichen Sinne des Wortes, nicht aber in sericer übertragenen Be­deutung. In dieser ist das Wort läncift sctZon sageirhast geworden. Nor zwei Jahren brachte uns die Sauregurkenzeit den dlusormh