Ausgabe 
22.7.1916 Zweites Blatt
Seite
2
 
Einzelbild herunterladen

SCttat intb viele imgeschülte Kräfte eitthielt, unt^r der starken Iw mypniLhHahme gelitten imi> manche Verbesserungen und Neuvor rrchtwigen mußten Mrückgesöellt werden, um dem dringenden Be­darf nach ftxreierter Forderung hochproznrtiger, zur Stahlher- Uelluug geeigneter Erze zu genügen. Genossen die U-nteilseigner (Old- in letzter Zeit gute Ausbeuten, sv mußte mit BestimmtlM erwartet werden, daß nach Frredensschlnß große Summen für dre Wrederber,telluug der Leistungsfähigkeit des Werkes ausgc- tvendet werden müßten und daß, 'sobald die überseeischen Erze tvveder geliefert werden, die Preise erheblich sinken würden. Es bestehen alte Verträge, aus Grund welcher die Gewerkschaft noch mehrere Jahre hindurch etwa die Hälfte ihrer Produktion zu niürrigen Preisen liefern müßte, wenn sie nicht Befreiung vor» diesen Verbindlichkeiten hätte erlangen können. Tiefe Erwägun­gen, wie auch der Ilmstand, daß neuerdings ein Verfahren ange­wendet wird (Calcium-Karbid), .das das Mangan zum Teil ersetzt, mögen die verantwortlichen. Leiter der Gewerkschaft bewogen haben, dem Gedanken an eine Veräußerung des Werkes an hochkapital­kräftige Interessenten, Selbst Verbraucher näher zu treten und schließ­lich ein Offert, das indirekt von seiten der Firma Krupp an ihn gelangte, den Gewerken zur Anna hin e zn empfehlet, zumal der gebotene Preis etwa 200 Mark über dem Tages kau rs lag.Das Offert wurde sosört von fast allen Gewerken angenommen.

Es liegt hier eines der erfreulichen Geschäfte vor, bei denen beide Teile zufrieden sind. Die Gewerken, indem sic her Sorge enthoben sind, daß aus ihren Mitteln große Summen für die Verbesserung des Werkes hervorgeholt werden müßten, der Er­werber, der ein in vollem Betrieb befindliches Werk und ein reiches Erzvorkommen erwirbt, das bei 2lüfweudung genügender Mittel in noch höherem Maße als seither nutzbar gemacht werden kann, namentlich auch den Zwecken der Landesverteidigung. Das belieben c Feld erstreckt sich, wie wohl hierorts bekannt ist, über eine Fläche von 12 000000 Quadratmetern, das Erzvorkommen zieht sich im Seltersberg (Unterhof) in südwestlicher Richtung nach Lützellinden zu und an vielen Punkten steht nach Ansicht der (Ideologen Manganerz an. Die vorhandenen Gutachten schätzen di Erzmengen sehr hoch ein.

Ter Betrieb hat bis jetzt etwa 1% Millionen Quadratmeter der gesamten Feldesftäche ersaßt. Tie Verstärkung der elektrischen Kraft, die das Werk nötig hat (etwa 1 Million Kilowattstunden mehr als seither), wird dem Vernehmen nach von der Stadt Gießen bezogen werden.

Wie eingangs bemerkt, darf für Gewerbetreibende und Arbeiter von dem Uebergang des Bergwerks an ein so großzügiges und gut geleitetes Unternehmen wie das Kruppsche, eine vorteilhafte Ent- wicklimg erwartet werden und so rufen nur der Firma Krupp ein herzliches Glückauf zu.

** O b-erhe s s ischerKun st verein. Die graphischen Arbeiten von Lnboschin-Wachlmeier, Elisabeth Bo­nin und Aguavelle von Prof. Hoffmann bleiben nur noch acht Tage einschließlich zweier Sonntage ausgestellt Neu ausgestellt sind 18 Blei- und Oelkreidestiftskizzen eines jungen Künstlers Hermann D i e n z, die malerische Eindrücke aus Nordbelgien wiedergeben. Wir verweisen auf eine Besprechung in unserem heutigen Feuilleton. Weiter verkauft wurden noch aus der Sammlung Laboschin eine RadierungHolländischer Kanal", aus der Sammlung Bonin eine farbige ZeichnungMotiv bei Grnningen drei RadierungenSchiffenberg",Motiv aus Worms" und Alte Kirche", aus der Scnnrnlung Prof. Hoffrnann vier AquarelleSarvazenenturm bei Alassio",Am Lilienstein Aus dem Erzgebirge" undSächsisches Bauernhaus".

** Tie Verteilung von Bvdenleder für die Grnppe Kleinverkehr. Von der neu gegründeten Reichs ledewha ndelBgesell s cha ft wird demnächst auf Grund von der Kontrollstelle für freigegebenes Leder erlassenen Vorschriften Bodenleder für.die Zivilbevölkerung aus die einzelnen Handwerks­kammerbezirke verteilt. Tie Unterverteilnng innerhalb jedes Bezirks erfolgt durch eine von der Handwerkskammer gebildete Bezirks ko m m i s s i on ans die Lederhandlungen und Rohstoff-Genossen schäften des Bezirkes. Die Bezirks ko mmission handelt namens und im Auftrag der Reichsleder Handelsgesellschaft. Sie hat zunächst für jÄren Schuhmachereibetrieb mit weniger als 20 Arbeitskräften Lederkarten anszustellen. Aus der Lederkarte muß u. a. die Anzahl der beschäftigten Arbeitskräfte verzeichnet sein. In Be­trieben, welche drei Arbeitskräfte (Gesellen, Lehrlinge) und weniger beschäftigen, wird her Meister als Arbeitskraft hinzugercchnet. Tie LÄrerkarten sind nur für den Inhaber gültig und nicht über­tragbar. Aus Grund der Lederkarte hat der Betriebsinhabcr sich bei einer Lederhandlung oder Rohstoff-Genossenschaft des Kom­missionsbezirks in die Kundenliste einschreiben zu lassen und kann für die Folge auch nur von dieser Stelle Leder erhalten.. Der Lederhändler muß außer dem Namen des Inhabers der Leder­karte auch die Anzahl der von ihm beschäftigten Arbeitskräfte in die 'Kundenliste eintragen, die Lederkarte vor Rückgabe mit Firmen­stempel und Datum der Eintragung versehen und zwei Abschriften der Kundenliste der Bezirkskommission einreichen. Letztere prüft die Listen und gibt eine Abschrift an die Kontrollstelle für frei­gegebenes Leder wefter. Tie Menge des aus jeden Betrieb ent­fallenden Bodenleders (einschließlich Abfall) pro Arbeitskraft wird von der Kontrollstelle Berlin jeweilig festgesetzt und durch die Bezirks ko mmission den Lederhandlungen, Ro Hstoff-Genv s se n scha ft c n Und Schuh m acher eibetrieben bekannt gegeben und zu geführt. Tie Abgabe des Leders seitens der Bezirkskommission an die .Leder- Handlungen und Rohstoff-Genossenschaften erfolgt mir gegen'V o r- ausbezahlung in bar. Leistet die Handlung oder Genossen­schaft der Zahlungsaufforderung innerhalb 8 Tagen keine Folge, so kann sie die Bezirkstommission von der Verteilung ausschließen und die aus die betreffende Handlung bezw. Genossenschaft ent­fallenden Leder anderen Lederhändlern bezw. Rohstoff-Genossen- schaften unter gleichzeitiger Ueberweisung der bei dem Angeschlosse- nm eingeschriebenen Kunden zuweisen. Für den Bezirk der Hessischen Handwerkskammer ist bereits eine Bezirks­kommission unter dem Vorsitz eines von der Handwerkskammer ernannten Unparteiischen gebildet. Tie Geschäftsführung befindet sich zimächst noch bei der Handwerkskammer zu Tarmstadt, Saal­baustraße 60, von der die Vorarbeiten bereits in Angrifs ge­nommen wurden. Der Termin, von wann und an welcher Stelle die Lederkarten ausaoqeben werden und die Einschreibung bei den Lederhändlern erfolgen kann, wird demnächst bekannt gegeben. Es wird hiermit bemerkt, daß nach einer Entscheidung der Kontroll­stelle Eintragungen in die Kundenlisten erst von dem öffentlich bekannt zu gebenden Termin ab und nur aus Grund der von der Bezirkskommission ausgestellten Lederkarte von Lederhändlern und Rohstoff-Genossenschaften angenommen werden dürfen. Vorher er­folgte Einschreibungen sind demnach ungültig und finden keine Be­rücksichtigung. Jede weitere Auskunft erteilt die Handwerkskammer zu Tarmftadt, Saalbaustraße 60.

Landkreis Gießen.

-8- Bersrod, 22. Juli. DaS 13. Kriegsopfer unserer kleinen Gemeinde ist der Musketier Ludw. B e d t r, welcher, kaum 21 Jahre alt, in Galizien fiel. Die Volksspende für die deutschen Ge­fangenen ergab von hier und Hofgut Winnerod 109,20 Mark. Unser altes SchulhauS beherbergt zurzeit französische Ge­fangene, von denen je ein Drittel bei Landwirten, in einer nahen Grube und im Walde als Holüäller arbeitet.

2. Geilshausen, 22. Juli. Die Sammlung zur Volks- spende für Kriegs- und Zivilgefangene ergab in unserer Gemeinde 125 Mark.

e. Lollar, 22. Juli. Tie hiesige Stenographen-Ge- sellschaft eröffnet am nächsten Sonntag in der Schule einen Anfänger-Lehrgang in Gabelsberqer Stenographie. Bei der großen Wichtigkeit, die heute die Stenographie im Verkehrs­leben einnimmt, kann allen jungen Leuten nicht genug empfohlen werden, diele günstige Gelegenheit zur Erlernung der nützlichen Schnellschrist wahrzunebmen. (Siehe auch Anzeigenteil.)

)( M a i n z l a r, 21. Juli. Während des gestrigen Gewitters schlug der B l i 1; in die Scheune des hiesigen Landwirts Friedrich Schwarz. Es verbrannte ein Gebund Stroh, das am Scheunen­

tor lehnte. Das Tor ist stark angekohlt. Die Volksspcndc für kriegsgesangene Deutsche betrüg hier 131,95 Mk.

Kreis Alsfeld.

s. N i ed er - OhMen, 22. Juli. Tie Hessische Tapferkeit medaillc erhielt der Leutnant im Feld-Art.-Regt. Nr. 205 Emil O h u a cker , nachdem ihm bas Eiserne K'reuz schon im Herbst 1914 geworben. Seit dem 2. Juli, gilt der Musketier Joseph Stern von hier, 3. Komp. Inf.-Regt. Nr. 129, als^ vermißt. Die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt ber Unteroffizier der 2. Kvmp. Jnf.-Rcgt. Nr. 14, Friedrich Berg. Dieselbe Auszeichnung erhielt der Fahrer Karl Gerhardt im B.-A.-K.-Zug Nr. 44 Das Eiserne Kreuz wurde verliehen dem Gefreiten der Res. Heinrich Seim. Nachdem er bereits am 22 August. 1914 bei Anloy verwundet worben war, traf ihn das feindliche Blei zum zweiten Male bei Verdun. Unteroffizier Friedrich Becker dem kurz vor Weihnachten 1914 schon das Eiserne Kreuz verlieben wurde, erhielt nun auch die Hessische Tapserkeitsmedaille. Er diente in der 10. Kmnp. Jnf.-Regt. Nr. 117 und kämpfte nach seiner Verwundung im Herbst 1915 im Landw.-Jnf.-Negt. Nr. 85.

Kreis Schotten.

~ Au s de m oberen Vogelsberg, 22. Juli. lieber vier Wochen sind bereits verstrichen, seitdem im oberen Vogels berg die Heuernte begonnen hat. Bis jetzt ist das Heu auch noch nicht zur Hälfte ein gebracht. Daß das Heumachen sich in diesen: Jahre solang? hinauszieht, liegt an der ungünstigen Witte­rung: vergeht doch kein Tag. an dem es nicht einmal in das manch,- mal schon heimbeförderungsfähige Heu regnet. Und wieviel mehr Arbeit entsteht dann wieder hem Landwirt dadurch. Ta ohnehin hier die Heuernte die ertragreichste und ausgedehnteste, von' allem dem was im Lause des Jahres eingebracht werden muß. ist, so kann man sich kaum ein Begriff machen, welch!,' Arbeit in diesen Wock)-en zu überwältigen ist. Allerorts mangelt es in der jetzigen Zeit an sten besten Arbeitskräften. An vielen Orten sind sie durch Gefangene^ oder durch Kommandos von Landsturmlcuten einiger maßen eksetzt worden. Familien, aus denen mehrere männlich Kräfte zum Heeresdienst einbernsen worden sind, werden durch Verwandte und Nachbarn tatkräftig unterstützt. Gegenseitige Hilfe ein schöner Zug des Vogclsbergec, ist überall zu finden. Sehr viel leisten auch schon die Kinder bei der Einbringung der Heuernte. Auf den Wiesen, die vor einiger Zeit schon abgecrntet worden sind, steht das Grummetgras mehr als handhoch, sodaß dieser kräftig Wuchs ein nochmaliges, Mähen außer der des Grummetgrases nicht ausschließt. In diesem Jahr fällt die Heuernte sehr gut ans; fast jeder mittelbegüterte Landwirt kann 20 bis 25 Fuhren ein bringen. Seit einer Reihe von Jahren ist dies nicht der Fall gewesen.

Starkenüurg und Rheinhesfen.

Exzellenz von Batocki in Darmstadt.

Der Präsident des Kriegsernährnngsamtes, Exz. von Batocki, traf gcstern^mittag hier ein und wurde kurz vor 1 Uhr in der Woh­nung des Staats Ministers vom Großherzog und darauf von der Großherzogin empfangen. Ihre Königlichen Hoheiten und Exz. von Batocki nahmen das Frühstück beim Staatsminister ein, zu dem auch die Minister geladen waren.

kb. T a r m st a d t, 21. Juli. In Anwesenheit des Präsidenten des Kriegscrnährungsamts Exzellenz von Batocki fand gestern nachmittag eine mehrstündige Besprechung über Volks- ernährungs fragen ftatr. Die Versammlung wurde von dem Minister des Innern Exzellenz von Homberg k zu V ach geleitet. An ihr nahmen außer den anderen hessischen Ministern Vertreter des stellvertretenden Generalkommandos des 18. Armee­korps, der Behörden und Stellen, die mit der Lebensmittelversor­gung besonders vertrant sind, der beiden Kammern der Land­stände, der Landwirtschaft, von Handel und Gewerbe, der Kom­munalverbände und der Städte und der Verbraucher und der Presse teil. Exzellenz von Batocki bezeichnete es als den Z w eck seiner Reisen, sich an Ort und Stelle über die Wünsche der süddeutschen Bevölkerung zu unterrichten, damit er die ver­schiedenen Wünsche und Ansichten, die ihm dabei entgegen ge bracht würden, mit den anderwärts hervorgetretenen Bedürfnissen ver­einigen fömxe. ^ sei Sein Ziel, die Opserwilligkeit des Volkes, die er immer mehr bewundern lerne, nicht allzu stark in Anspruch zu nehmen. Der Minister des Innern gab ein Ueberülick über die Lebensmittelversorgung des Großherzogtums, die bei der geo­graphischen Lage Hessens stark von den umliegenden Bundes­staaten und den dort bestehenden Bedürfnissen und den dort ge­troffenen Maßnahmen beeinflußt werde. Jetzt sei fast hinsichtlich sämtlicher Lebensmittel in Hessen das E-rntesystem durchgesührt, oder doch eingeleitet. EF schlossen sich Referate an, in denen Ober- bürgernreister Dr. Göttclmann, Mainz, die Wünsche der Konsumenten, insbesondere der städtischen Bevölkerung, Dr. Hammann, Generalsekretär der Landwirtschastslammer, die Wünsche der Landwirtschaft, Handclskammersyndikus Neesmann, Mainz, diejenigen des Handels hinsichtlich der Er­nährungsfrage erörterten. Ans der Praxis einzelner Versorgnngs- gebiete referierten Professor S ka l wei t, Gießen, über die Tätig­keit der Vieh Handelsverb ände, Direktor Berg von der Zentralgenossenschaft der hessischen landwirtschaftlichen Kon­sumvereine über die Futter- und Düwgemittelver- orgung. Dr. Krüger. Vorstand der nrilchwirtschaftlichen Versuchsstationen, über die Milch- und Butterversorgung! des Großherzogtums' und Dr. Fischer iiber die Tätigkeit der Mainzer Ei n ka u fsg esel l sch a s t. Zu den zahlreichen Wünschen und Anregungen der einzelnen Referenten äußerte sich Exzellenz von Batocki. Er legte besonderen Wert auf die Er­klärung. daß der jetzt festgesetzte Kartoffelpreis ebensowenig wie der Getreidepreis eine Erhöl-ung erfahren werde, auch nicht im Weg irgendwelcher Prämien, daß der Schweine preis keinesfalls erhöht werde, daß bei den Rinderpreisen, falls ie sich nicht von selbst verringern, ein Abbau beabsichtigt sei, und endlich, daß eine E r h ö h n n g der Brotration solvohl für die Schwerarbeiter in Aussicht genommen, aber ebenso rvie eine allgemeine Erhöhung erst dann möglich sei, wenn die Ernte ein­gebracht wäre. Die auf Grund der bisherigen Erfahrungen aus­gebauten allgemeinen Bestimmungen des Reichserrmhrungscmrts würden wohl dazu beitragen, die Ausfuhrverbote, die sich aus besonderen örtlichen Verhältnissen ergeben haben, zur Aufhebung zu bringen.

*

Mc. Darmstadt, 22. Juli. Den Heldentod für das Vater­land starb am 11. Juli der Redakteur derBayerischen Staats- zettung" in München Dr. Josef Keßler, Leutnant d. Res. im Res.-Jnf.-Rgt. 116, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapserkeitsmedaille. Er war ein geborener Darmstädter. Hessen-Nsssau

F. C. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden 21. Juli. Der gesamte Ertrag der Einnahmen aus den Staats­und G e m e i n d e w a l d u n g e n ist von 4 257 731 Mk. im Jahre 1884 auf 7 994190 Mk. im Kriegsjahre 1914 gestiegen. .Es ist dieses die höchste Einnahme seit 1884.

F. C. Aus d e m M a i n g e b i e t, 21. Juli. Der Roggen- ch n i t t hat hie und da begonnen. Die Ernte verspricht gute Körner- und Stroh-Erträge. ' Weizen, Gerste und Hafer zeigen guten Stand. Die nasse Witterung hat die Entwicklung der Kar­toffeln. des zweiten Klees, des Futtermais, der Zuckerrüben, der Gemüse- und Dickwurzpflanzen sehr gefördert, dagegen die der Bohnen und Gurken ungünstig beeinflußt. Die bereits vereinzelt geernteten Frühkartoffeln sind völlig gesund.

Univerfitäts-Na«t>ri«hte,i.

= Frankfurt, 21 Jkcki. An der llniverfttät halMttvrte ich Dr. nved. Paul Pw o p pävu g für Ghisru-rgie m der medii^njsch^n.. Fa^ullckt. In einer rm Hsrsaal des .KärolinLm abqehaltenenl Versammlung von Studenten «wd Studenbimten der klinischen Semester wurde die Frankfurter iKlinikerschaft ge­gründet, die eine Vereinigung der Kandidateir der sllLedt-in an der Frankfurter Universität zur Wahrirehmmvg ihrer Interessen, zur Förderung ihrer Ausbildung und Pflege des sesellig«r Berkchrs unter ihren Mrtgkvedern ist.

Hircfrc tttid Scfmle*

ri. Grünoerg, 20. Juli. Gestern und vorgestern ta.fte hier nach alter Werse die lutherische Konferenz für Ober- Hessen. Außer den üblichen Aridächten, an denen diesrrral die Pfarrer Koller, Kelsterbach, A u s s e l d, Gießen, mtb Fritsch, Ruppertsburg beteiligt waren, brachte die Tagung

f >vei Vorträge, deren Gegenstand durch den Krieg bestimmt war. lm ersten Tag sprach Pfarrer Clotz, Hvlzh.rnsen, über ,)F eSnd cslieb c" Er zeigte, wie diese höchste Forderung des Christentums trotz des Krieges auch im Krieg nicht ausgeschlossen ist, gerade bei uns Deutschen, die wir uns gegen welsche, slavische und britische Lüge, Haß und Wut rein halten nwllen. Am zweiten Tag chiclt Pfarrer ^öchorlemmer, Frischiborn, einen Vortrag überdie W o ch c n b e t st u n d e , mit besonderer Berücksich­tigung der Klnegsbetstundc." iMit entschiedener Begründung forderte er eine feierlichere Gestaltung der Betstunden und mies die Mttel und Wege dazu auf. Beide Borträge boten den Anlaß zu lebhafter Aussprache.

UirchLsehs 2Xad?r$d?ien«

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 28. I u l i, ö. n a ch T r i n i t a t i s.

, G o t t e s d i e n st. In der Ztadlkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Schivabc. Zugleich Christenlehre für die Neukonsirinierten aus der Marknsgemeinde. Vorm. 97,, Uhr: Pfarrassistent Hoff- m a n n. Vorm. 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Schwabe.

der Ivhannerkirche. Vorm. 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zu­gleich Christenlehre für die Nenkonfirmierten aus der Johanncs- gemcinde. Vorin. 914 Uhr: Professor I). Schi an. Mittwoch, den 26.. Juli, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde. Piarrafsistent Hofsmann. Ich bin bis zum 9. August verreist. Die Amls- geschäste werden in dieser Zeit von Herrn Pfarrassistenten Hoff­mann, Wetzsteinstraße 38, versehen. B e ch t o l s he i m e r, Pfarrer der Lnkasgemeinde.

Kirchberg: Sonntag, den 23. Juli, vorm. 10 Uhr. 11 Uhr: Chrislenlcyre für die männliche Jugend. Lollar: Sonntag, den 23. Juli, nachm. IV, Uhr. Daubriuge»: Mittwoch, den 26. Juli, abends 9 1 /, Uhr: Kriegsbetstunde. Dekan Guß mann.

Uatholische Gemeinde.

G o t t e s d i e n sl. Samstag, d e n 22. I u l i 9iachm. 5 Uhr und abds. 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, d e n 23. I u l i, 6. S o n n t a g n a ch P f i n g st e n.

Vorm. 67, Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte: 7 Uhr: Hl. Riehe. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. 9 Uhr: Hoch­amt inik Predigt. II Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachm. 2 Uhr: Christenlehre, darauf Llndacht. Dienstag und Freitag, abends 87, Uhr, ist Kriegsbittandacht.

Diaspora-Gottesdienst am 23. Juli: In Grün­berg 9^ Uhr. In Hungen 9% Uhr. In Lich 8 Uhr.

Börsen-Wochenbericht.

Frankfurt a.M., 21. Juli.

Die mit Beginn der Berichtswoche in Kraft getretenen Maß-^ nahmen zur Einschränkung der Spekulation haben sich jetzt im freien Verkehr der Börse doch stärker fühlbar genmcht. Die Umsätze sind stark zusammengeschrumpft und es herrscht eine G e s ch ä s t s st i l l e, wie sie nur ganz am Anfänge des Krieges zu beobachten war. Es bleibt allerdings zu berücksichtigen, daß wir uns im Hauptserienmvnat befinden, der in der Regel einen verringerten Geschäftsverkehr mit sich bringt und daß es auch trt letzter Zeit an neuen Anregungen fehlte. Im Allgemeinen h-at die Börse ihre zuversichtliche Haltung aber nicht ausgegeben. Bleibt auch die Kauflust gering, so z^igt sich dock) irus keinem Gebiete nennenswertes Angebot und die jeweil einwetenden Kursrückgänge find mehr die Folge mangelnder Unterriehnmugslust, die hauptsäch­lich in der Llusschaltung ^der Spekulation begründet ist. Das Ver­trauen zur 5kriegs- und Wirtschaftslage, die ftüssigen O^eldverhält- nisse und die guten Aussichten für eine befriedigende Ernte bietm der Gescnntlxrltung eben nach wie vor eine wesentlick>e Stütze. Mit besonderer Genugtuung verfolgte inan an der Börse die Vvrgcurge an den Geldmärkten unserer Feinde, besonders die Schwierigkeiten am englischen Geldmärkte, mk sie neuerdings in der Er- hölmng der englischen Lombarde unleugbar in die Erscheinung tvatm. Der Stand unserer Reichsbank bleibt demgegenüber an­dauernd ein befriedigender und^ gibt keinen Ansas; zu Bedenken. Der Satz für Privatdislonten stellt sich schon seit geraumer Zeft auf 4 3 / 8 o/o und darunter. Von Einzelheiten im Verkehr ist dies­mal roenig Bemerkenswertes zu berichten. Das Hauptgeschäft voll­zog sich in einzelnen Spezialitäten, für welckie besondere Anregungen gegelien waren. In dieser Beziehung lourden rheinische und westfälische Stahlwerke genannt, ferner Stahlwerk Mannheim Aktien, Mainzer Gußapparate und Aumetz-Friede, die aus bessere Dividendenschätzungen ansehnlich höher. bezahlt wurden. Andere Montan Papiere lagen gedrückt, namentlich Kohsenaktien, aus die Schwierigkeiten, die sich der Erneuerung des Rheinisch-Westfäli­schen Kohlensyndikats bis jetzt rwch entgegen stellen. Das glanzende Absatzverhältnis im vorigen Monat, bei dem die geringe Zahl der Arbeitstage berücksichtigt werden muß. befriedigte, blieb aber auf die Haltung ohne nennenswerten Einfluß. Von anderen Indu­strie Pa Pieren gaben RüstnngÄverte meist etwas nach, auch Autowerte schwächten sich ab. Hirsch-Kupfer waren stark schwankend.' Etwas besser hielten sich Elektrowertc, die Aktien chenrischer Fabri­ken, Aluminium NeuHausen, Waghäuseler Zucker und Gummipeter. Schiffahrtsaktien und Banken blieben vernachlässigt. Deutsche Anleihen lagen fest, auch Hypothekenbank, Pfandbriefe waren gefragt. Von fremden Fonds waren Mexikaner höher, Jta- lieirer und Japaner etlvas schwächer, Russen fest.

Märkte.

Gießen, 22. Juli. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,990,00 Mk.: Hühner­eier das Stück 20 Psg.; Käse 10 Pfg., Kasematte 3 Pig. das Stück; Ochsenfleisch das Pfund 2,10-0,00Mk., Kühfleisch 2,10-0.00 Mk. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 2,10-0,00 Mk., Schweinefleisch das Pfund 1,80-0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfund 2,00 - 0,00 Alk., Hammelfleisch das Pfund 2,200,00 Mk.; Kartoffeln der Zentner 6,00 Mk.; Zwiebeln das Pfund 00-00 Pfg.; Milch das Liter 30 Pfg.; Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg.; Spinat 00-00 Pfg. das Pfund, Kopfsalat 5-10 Pfg., Gelbe Rüben 2000 Pfg. das Pfrmd, Wirsing 2030 Pfg., Römisch Köhl 1215 Pb das Päckchen, Erbsen 3035 Psg. das Pfund, Kohlraben 1015 Pfg., Gurten 20 bis 50 Psg.; Blumenkohl 3060 Psg.; rote Rüben 20 Pfennig das Pfund; Johannisbeeren 33 Pfg. das Pfund, Stachelbeeren das Pfund 28 Pfg., Heidelbeeren 28 Psg. daS Pfund. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr.

fc. Wiesbaden, 21. Juli. Heu- und Strohmarkt. Am gestrigen Markt notierte man für neues Heu 5,607,00 Mk. Stroh war nicht augefahren.

Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzen.

Juli

1916

|öl

otr 3

y= a s

u

-2- o s

ft w

^ L

<VJ 'S

»*05

sf

35 2

n cn -O n

E 3

if

-«

l

. g

.010*5 p 2 ß g -

COxi

Wett«

W

«>

ä

S-i

21.

3"

19,4

10,0

60

_

5

Sonnenschein

21.

10

14,4

9,6

79

_

0

22.

8"

12,6

9,9

91

i

10

Höchste Temperatur am 20. bis 21. Juli ISIS: Niedrigste * . 20. _ 21. 1916:

Niederschlag 0,0 mm.

-f 20,5* 9. + 6,9*0.