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12.7.1916 Zweites Blatt
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DieJHefjmt ^nuffleilWitter" werden dem

^Anz«qer^ viermal wöchentlich beigelegt. das

..Ureirblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fra-««" erscheinen monatlich zweimal.

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Rotationsdruck und Verlag der Brühl'! .Heu Universitäts - Buch- und Steindruckerci.

R. Lang e, Gießen.

Schrntleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul» strafte?. Geschaitsstelle ».Berlage ^-zAal,Schrift» leitung: ^^112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Deutschland" in der Welt voran!

Aus Berlin wird uns geschrieben:

Als in der deutschen Reichshauptstadt vor Jahren der Streit um die Ueberquerung der Linden durch die Straßen­bahn die Gemüter erregte, verlangte die Stadtverwaltung die Legung der Linie über die Straße, während der Kaiser, der sich das hier so schöne Stadtbild nicht stören lassen wollte, die Losung ausgab:nicht drüber weg, sondern unten durck". Nicht allzulange vor diesem Weltkriege hatte der gewaltige Ausschwung der Luftschisfahrt derartige Aussichten eröffnet, daß bereits allen Ernstes von der Einrichtung eines regel­mäßigen Omnibuslustschisfverkehres zwischen der alten und der neuen Welt die Rede war. Jetzt hat der jüngere Bruder dem älteren, das U-Boot dem Luftschiff den Rang abgelauseu. Durch die kühne Argonautensahrt des Handelsunterseebootes ..Deutschland" ist der Weg über den großen Teich, den Kavi- tan König als ein neuer Kolumbus gefunden hat, ohne Be­nutzung der bisher üblichen Fahrstraße aus dem Wasser eröff­net worden, aber nicht, wie man es lange erwartete,drüber weg", sondernunten durch".

Mit Fug und Recht bezeichnet, wie aus Baltimore ge­kabelt wird, die dortige Presse die Fahrt derDeutschland" als eine große Tat. Das ist sie, undDeutschland" mit und ohne Ansührungsstriche hat damit einen neuen Rekord ans dem Gebiete der Schiffahrt ausgestellt, die England bisher anmaßcnderweise als seine Domäne ausgegeben hat. Wenn die Strecke nach Baltimore mit ihren rund 3850 Seemeilen auch nickt sehr viel größer ist als diejenige, welche unsere Tauchboote wiederholt nach den Dardanellen zurückgelegt ha­ben. so ist die neue U-Bootleistung doch deshalb weit höher cinzuschätzen, weil bei der Fahrt über den Ozean jede Mög­lichkeit fehlte, unterwegs einen schützenden Hafen anzulausen.

Als vor kurzem in ausländischen Zeitungen das Ge­rücht auftauchte, daß Deutschland einen Unterseeverkehr mit Amerika plane, wurde das für einedeutsche Re­nommisterei" erklärt. In aller Stille war unterdessen, ohne daß die Oeffentlichkeit etwas davon erfuhr, der von Bremen aus angeregte Gedanke, das Tauchboot in den Dienst des überseeischen Handelsverkehrs zu stellen, in die Tat um­gesetzt worden. Schon im Herbst v. I. war, wie jetzt erst bekannt wird, auf Veranlassung des damaligen Präsidenten der Bremer Handelskammer, Alfred Lohmaun, eine be­sondere Reederei für den Ueberseeverkehr mit Handels tauch- booten gegründet wrMden, die am 8. November 1915 in das Handelsregister mit der Firma eingetragen wurde.'Deutsche Özeanreederei G. m. b. H. Brenmn, gegründet durch den Norddeutschen Lloyd, die Deutsche Bank und Herrn Alfred Lohnvann". Wie weiter bekannt wird, schwimmen von diesen Handelsunterseebooten, deren Größe etwa 2000 Tonnen beträgt, bereits zwei auf dem Ozean, außer derDeutsch­land"' dieBremen", und mehrere andere sind im Bau.

DieDeutschland" hat Güter nach Amerika gebracht und zwar Farbstoffe, an denen in der Union ein so stark beklagter Mangel war, aber sie wird auch Güter nach Deutschland zurückbringen. Der Fahrt derDeutsch­land" kommt nicht etwa nur eine wirtschaftliche, sondern eine viel weitergehende politische Bedeutung zu. England sucht, seit es am 3. November 1914 die gesamte Nordsee alsmilitärisck)es Gebiet" erklärte, den Anschein zu er­wecken, daß es eine effektive Blockade über Deutschland verhängt habe, und es hat jetzt, um den Versuch dieser Blockade mit allen, auch den ungesetzlichsten Mitteln durch- zuiühren, kurzerhand die Loildoner Deklaration außer Kraft gesetzt, indem es den Neutralen einzureden versucht, daß der Vierverband in Zukunft nach dem internationalen Recht handeln wolle, während doch die Londoner Deklaration lediglich die Zusammenfassung des bis dahin geltenden Seekriegsrechtes darstellte. Albion und seine Trabanten konnten das Seerccht vernichten. Deutschland aber zeigt mit der Fahrt derDeutschland", daß es imstande ist, die Blockade zu vernichten. Es zeigt den Neutralen zunächst mehr jyntbolisch denn es handelt sich bei dem Untersee­verkehr selbstverständlich für absehbare Zeiten nur um be­grenzte Möglichkeiten, wie sie sich von der Kuratel des Vrerverbandes befreien können. Nämlich, indem sie sich nickt einschüchtern, nicht ducken lassen, sondern sich zur Wehr setzen, aus Stoß mit Gegenstoß antworten.

Baltimore, 11. Juli. (WDB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das U-BootDeutschland" wird als ein Unter- s c e -Li n i end aMp s e r geschildert. Das Schiss ivarf gestern un­terhalb Baltimore nach einer Reise von 4000 Meilen quer über den Ozean Anker. Das Tauchboot kam am Sonntag früh unter dem Scchrtze der Dunkelheit zwischen den Kaps CHärles und Henry durch und ließ dum die Sirene spielen, um die Aufmerksamkeit des Lotsen auf sich zu lenken. Es wurde von dein SchlepperTimwins" bemerkt, der während der letzten zwei Wochen unaufhörlich auf Wacht lag, um: das Tauchboot nach, dem Hafen zu begleiten. Die ./Deutschland" führte, als sie zwischen den beiden Kaps auftauchte, keine 'Flagge, hißte aber dann, als sie ntit eigener Kraft in die Bucht einsubr, die deutsche Flagge. Der Lotse, der das Tauchboot die Bucht hinaus begleitete, erzählte, daß Offiziere und Besatzung, zusammen dreißig Mann, alle die Uniform der deutschen Handelsmarine tra­gen. Die Besatzung wird nach einem^Beschluß der Hafenbehörde an Bord bleiben. Der Lotse erzählte, daß der Kapitän des Tauchbootes mitgeteilt habe, der Zweck der Reise derDeutschland" sei, m i t d e u Vereinigten Staaten Handel zu treiben. Sobald die Ladung gelöscht sei, werde Nickel imi> Rohgummi geladen. Während das Tauchboot selbst an beit Agenten des Norddeut­schen Lloyd konsigniert ist, ist die Ladung für die Easteru Forwardmg Co. bestimmt, die vor kurzem ausschließlich für unterseeische Fracht begründet wurde. Von seiten der Schu­macher Co. wird versichert, daß dieDeutschland" ausschließlich zu Handelszwecken ausgeschickt sei. und daß sic der Reederei Ozean-Bremen gehöre. Sie sei 315 Fuß lang und an der brei­testen Stelle 30 Fuß breit. Das TaucKoot werde von zwei Diesel­motoren getrieben.

Baltimore, 11. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Kap>i- tän des U-BootesDeutschland" erklärte mit aller Bestimmtheit, ^daß dieDeutschland" die erste einer Reihe von gleichartigen Schissen sei, die erbaut seien, um einen regelmäßigen Handel mit überseeischen Ländern cinzurichten. Das U-Boot habe Bremen mit ungefähr 750 Tonnen kostbaren Farbstoffen verlassen. Als er am Samstag der letzten Woche in die Nähe der Virginia- Vorgebirge kam, habe er beschlossen, unter Wasser die Dunkelheit abzuwarten, ehe er näher an die Küste heranfahre. Als das volle Mondlicht kurz nach Mitternacht aushörte, sei dieDeutschland" nnt voller Fährt zwischen den Virginia-Vorgebirgen hindurchge- sahren. DaS U-Boot habe den Ozean von Helgoland in grader

Linie durchguert. Munzig Meilen habe es unter Wasser zurück­gelegt. Aus der Nordsee habe es wiederholt Rauchwolken von britischen Kreuzern und Zerstörern gesehen.

Washington, 11. Juli. (WTB.) Das Reutersche Bureau meldet, daß gegen den Aufenthalt derDeutschland" in amerikanischen Gewässern beim Staatsdepartement Protest ein­gelegt werden soll, falls sich herausstelle -,\ sollte, daß das Schiss in irgend welcher Hinsicht als ein deutsches Marinesahrzeug be­trachtet werden könne, das im Auftrag des deutschen Nkarineamtes harckelt.

Ariegsbriese aus dem Osten.

Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Die russischen Angriffe um Baranowitschi.

Baranowitschi, 9. Juli.

Während gegen die Front der Hindenbnrgischen Ar­meen zusammenhanglose Deilcmgriffe gerichtet wurden, die hauptsächlich aus dem schmalen Streifen zwischen Narocz- See und Stachowce starke Energie entwickelten, entfalteten die Russen vorher und gleichzeitig eine kräftige Angriffs­tätigkeit gegen die Armeeabteilrmg Woyrsch, mit dein augen­scheinlichen Ziel, den wichtigen Bahnknotenpunkt Barano­witschi zu gewinnen. Schon vor Mitte Juni waren die Angriffsabsichten der Russen sestzustellen. Die Flieger- und Pattonillentätigkeit erhöhte sich, Brücken'wurden über die Schtschara geschlagen und Wabengräben, d. h. ein System von parallel und senkrecht dazu verlausenden Gräben, ent­standen. Am 13. Juni setzte plötzlich des Morgens um 5 Uhr heftiges Artilleriefeuer ein, das sich bald zum Trommelfeuer steigerte. Nachmittags begannen die Jnsan- terieangrifse, die zimr Teil in die vorderste Linie gelangten. Der Vorteil wurde von den Angreifern nicht ansgenutzt. Ein Gegenstoß erledigte die eingedrungenen 400 Mann, die sielen oder gefangen genommen wurden. 'Nachdem die An­griffe überall zusanunengebrochen waren und die Einbrnchs- stelle längst wieder in Besitz der schlesischen Landwehr war, fuhren zwei russische Panzer automobile auf der Straße nach Baranowitschi vor. Eins wurde zusammengeschossen, dem andern gelang es, zu entkommen. Jedenfalls bewies diese Verwendung der Automobile und auch das Bereit­stellen von Kavallerie, daß die Russen mit einem Erfolg des mit großen Massen angesetzten Stoßes sicher rechnete^ Die russischen Verluste bei dem angreifenden Grenadierkorps beliefen sich nach vorsichtiger Schätzung aus über 10000 Tote und Verwundete. Nach'diesem blutigen Scheitern ihres Angriffs hielten die Russen Ruhe, bis gegen Ende des Monats wieder neu entstandene Waben aräden gegenüber der Insel Labusv und dem Dorf Sarjetsche dicht neben der Eisenbahnbrücke über die Schtschara auf neue Stürme schließen ließen. An vielen Stellen wurden auch die russi­schen Drahlthindernisse entfernt. Vom 2. Juli au begannen dann auf der ganzen Front von Zirin bis südöstlich Bara­nowitschi treue Angriffe, die bis heute andmlern. Die schlesische Landwehr wies diese täglich sich erneuernden russischen Stöße in heftigen Kämpfen, in erbitterten Gegen­stößen, restlos ab. Im Nachbarabschnitt östlich Goroditsche, am Scrwetsch-Knie, gelang es den Russen, Vorteile zu erringen, während alle weiteren Versuche gegen die Front westlich Kraschin auch nur einen Fuß Boden zu gewinnen scheiterten. Äe gestrigen Versuche der Russen, auf der ganzen Front von Zirin bis "Baranowitschi einzubrechen, scheiterten an allen Punkten. Im Morgengrauen des 8. sah man bei z erst alterndem Nebel endlose russische Verwnndetentrans- porte über die Höhen östlich der Schtschara ziehen. Die russische Berlustzisfer in den bisherigen Kämpfen in diesem Abschnitt dürfte erheblich sein.

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Die Erhöhung öer Zigarrenpreise.

Ter Deutsche Tabakverein schreibt uns:

Eine wertere Erhöhung der Zigarrenpreise ist unvermeidlich! geworden. Den Ausschlag dafür gibt sin der großen Hauptsache die starke Erhöhung der Rvhtabakprei.se, die seit dem 1. August 1914 aur das Dreifache bis Fünffache für ausländische und aus das fünf- bis sechsfache für deutsche Tabake, die wegen der Knappheit aller Tabakarten heute stärker zu Zigarren mitver arbeitet werden als in Friedens zecken, gestiegen sind.

Auch höhere Löhne sind wegen der Teueruugsverhältnisse erforderlich geworden: sic sind in den letzte'.! Tagen in Fielen Zigarrenindustriebezirken bis zu 20'Prozent erhöht worden. Ferner sind alle sonstigen Gestehungskosten für Zigarreuherstellung eben­falls beträchtlich in die Höhe gegangen. Dazu kommt noch die am 1. Juli in Kraft tretende nnd^ durch Nachzoll und Nachstener- erhebung mit Wirkung vom 15. Mai ab zum Teil bereits >in Kraft getretene Erhöhung der Reichsabgaben sowohl für deutschen wie für ausländischen Tabak.

Alle diese Vermehrungen der Herstellungskosten bedingen, daß bei Zigarren gegenüber den Preisen vor Kriegsausbruch eine Er­höhung der Fabrikpreise um durchschnittlich nckndestens 50 v. H. voll berechtigt und nötig ist, daß aber für billige Zigarren unbe­dingt eine weit höhere Preissteigerung Platz greifen muß. Dabei ist ausdrücklich hervorzuheben, daß Zigarren zu den vorstehend erhöhten Preisen nur unter Mitverwendung noch vorhandenen älterer billigerer Rohtabakbestände geliefert werden können.

Borführungen über Obst- und Gcmüsckonservierung.

Gestern fand gelegentlich einer Mitgliederversammlung des Aliceschul-Vereins hier, Steinstraße 10, ein sehr interessanter Vor­trag, verbunden mit praktischen Vorführungen, über Obst- und Ge­müsekonservierung mit möglichster Zuckerersparnis in der blitz­blanken Schulküche der Alice-Schule statt. Die.lebhafte Diskussion, die den Vorführungen von Fraulein Hof, die den theoretischen wie praktischen Teil der Veranstaltung meisterte, folgte, zeigte, lote sehr das Interesse der weitesten Kreise, gerade jetzt aus diesen Punkt gerichtet ist. Frl. Hof füfyrte etwa folgendermaßen aus: Sonst war das Einmachen von Früchten mrd Gemüsen ein Leichtes, denn man konnte den Früchten die nötigen Mengen Zucker zusetzen, und dadurch der Verderbnis Vorbeugen. Jetzt aber mangelt es an diesem Konservierungsmittel, und es nmß Rat geschaffen werden, wie man die Früchte, die uns dieses Jahr wieder so reichlich be­schert sind, ohne Zucker haltbar machen kann. Wer einen Weck'schen Apparat besitzt, ist gut daran, denn man kann sich kaum eine be- auemere Methode der Haltbarmachung denken, als diese. Alle Arten von Flüchten können in einem solchen Apparate ohüe Zusatz von Zucker oder Salz haltbar gemacht rverden, da die Konservie- rungsmelhode auf luftdichtem Abschluß beruht. Zucker und Salz

sind bei ihr nur angewandt worden, um den Früchten ein schöneres Aussehen zu geben. Schlimmer steht es nun mit denjenigen, die keinen Einkochapparat besitzen. Eine Neuanschaffung würde sich jetzt, während des Krieges, wo die Preise für die Gläser und Gummi­ringe so enorm m die Höhe gegangen sind, sehr teuer stellen. Des­halb muß man wieder zu den alten Einmachmethoden zurückkehren Besonders muß Wert ans das Dörren des Obstes und Gemüses gelegt werden, denn bei ihm erspart sich die Ausgabe für Gläser, Zucker usw., wenu auch noch vielfach die Ansicht herrscht, daß Büchsengemüse dem Dörrgemüse vorzuziehcn sei, eine Annahme, die vollkommen irrig ist. Geschmack und Aussehen des Backobstes und Gemüses hängen natürlich sehr wesentlich von der sachgemäßen Behandlung desselben ab. Das Gemüse und Obst muß sauber vor bereitet werden, und um deu Dörrprozeß zu beschleunigen, wird es auf einem Sieb in einem Topfe mck kochendem Wasser etliche Mi­nuten vorgeoämpft. Alsdann nimmt man -es heraus und breitet es auf den, aus billige und einfache Art selbst herzustellenden Hürden aus. Die Hürde wird aus den Herd gestellt und mäßiger Hitze aus- gesetzt Das aus diese Art getrocknete Gemüse und Obst ist, wenn cs trocken und luftig, am besten in Mullsäckchen, aufbewahrt wird, unbegrenzt haltbar. Eine andere Art der Konservierung von Ge­müse ist das Ein salzen. Das Salz wirkt wasserentziehend: die Zellen der Nahrungsmittel werden wasserarm gemacht, den ihnen etwa anhaftenden Bakterien wird das Zellwasser entzogen, und sic müssen dadurch absterbeu. Bohnen lassen sich iwch auf einfachere Art einmachen. Man füllt sie in Weinflaschen, gießt Leitungswasser darüber und gibt in den bis zur Hälfte Freigelassenen Flascl)enhals cinen Lössel Oel oder Rindertalg. Es genügt auch, die Flaschen- ösßnung mit einenr W a t t c p s r.op f e n , der in trockenem Zu­stand einen' Filter für Bakterien abgibt, zu verschließen. Diesen W attepsr ops-eniv ersch ln ß kann man auch bei all«n in Flaschen eingemachten Obst verwenden. Sehr praktisch ist es, beim Einkochen von Obst sauere und s ü ß e Früchte zu - s am men zu verwenden, da hier der natürliche Fruchtzucker wirkt. Eine altbewährte Methode ist das Einmachen des Obstes ohne Zucker in Flaschen. Die erst gut gereinigten, mit Obst gefüllten Flaschen, werden verkorkt, in einen dreioiertel mit lauwarmem Wasser gefüllten Tops gestellt und darin die nötige Zeck kochen gelassen. Das Konservieren mit Chemikalien, wie 'Schwefel, Salizvl und Ameisensäure soll man möglichst vermeiden, während benzoesaures Natron zum Haltbarmachen zuckerloser Früchte zu empfehlen ist. l Gramm ist in einen! Eßlöffel kochendem Wasser ausznlösen und 1 Kilogramm Früchte zuzusetzen: es Unter­läßt keinerlei Geschmack darin. Die Gläser mit Früchten, Mar­meladen usw. lassen sich aus die verschiedensten Arten lustdicht ver­schließen, z. B. luftdichter Abschluß mit in stärke getauchtem Berga- mentpapier, luftdichter Abschluß mit .Gelatine. Obstmarme­laden, die in große Töpfe eingemacht werden, sind durch das öftere Oessncn leicht dem Schimmeln ausgesetzt. Dieses laßt sich verMten, wenn man einen in heißen Rindertalg getauchten Lein- wandlappen vor dem Schließen des Gesäßes daraus legt. Tic An­nahme, daß das Obst später den Zucker nicht mehr annehme, ist unbegründet; es empfiehlt sich nur, die Zuckerung 3^-4 Stunden vorher unter nochmaligem Lluskochen vorzunehmen. Mit der Mah­nung, tvegen Mangel an Zucker doch ja keine Frucht verderben zu lassen, schloß Frl. Hot ihren Vortrag, um zum praktischen Teil der Veranstaltung überzugehen, der noch manches' Interessante brachte. Ten sehr interessierten, zahlreich erschienenen ZuUirern Wurde als Kostprobe CUIC Stachelbeermarmctade gereicht, der Beni&e-- saures Natron zugesetzt war, und alle waren überzeugt, daß die Benzoesäure den famosen Geschmack der Marmelade nicht bocnr- trachtigte. Wie der Vorstand des Aliceschul-Vereins begannt gab. soll nächste Woche ein (Änmachkursus seinen Anfang nehmen, h*> alle Arten der Haltbarmachung gelehrt werden.

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Da obiger Vortrag bei der gestrigen Wiederholung eine solche Fülle von Zuhörern herbeilockte, daß der Raum sie nicht alle fassen konnte und deshalb viele tvieder umkehren mußten, soll der Vortrag nochmals stattsin den. Die Diskussion, die wieder sehr viele Anregungen, viel Neues und Jntereffantes bot. tvar außerordentlich lebhaft. Erst gegen 11 Uhr verließen die letzten Teilnehmerinnen das Haus. Näheres über die Wiederholung des Vortrages loft'd noch bekannt gegeben.

GalemI^leikum

_ (flohimund^.f ücK)

Salem Oold

(GcAdmundsfück)

Zigaretten.

R-dsNI 3H4 56A1Q

4 5 ö ö 1012 PfdStück

einschließlich Krieg aaufschla a.

Orier±Tobak'U.Qöcii^ferifdbn^T)d2ed > re5d^ Jnh,Hu&> Zieh, iinuefermi S.Mdffixi43 vSdct.-ien.

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