Ausgabe 
5.7.1916 Zweites Blatt
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bcm denen der Städter nichts tueifc, bleiben verborgen, da es zu wert Vhvm würde, wollte Man sie aufzählen. Wer über die Land- k«te schimpfen will, der sollte zuvor mal Gelegenheit neuntem, 'lch Tc^t «ne Wirtschaft im Arbeitsgewonbe anzusehen, er ,mrd d«r ein anderes B-ilb erblicken, n*ie er es sich im immerhin be-, schrmrkten Leben der Stadt «ns!gen«üt hatte.

' A uS 3 ei c^nin g. Der Marinearzt der Reserve Dr. Karl j © t m o n, der am 1 . Juni die große Seeschlacht milmachte, wurde mit dem Eisernen Kreuz 2 . Klasse ausgezeichnet.

** D^r 1 . (SHefcener Kaninch^nmarkt fand am Sonntag, den 2. Julr, im GasthvftTmrnhäuser" vvn 11 bis 1 l^r statt. Befttftcbt war er nrrt 47 Tieren der verschiedensten Raffen. Der Handel ging sehr flott, da eine grofte Anzahl Kaafliffftger erschienen war. Vielfach war die Ansicht ver­breitet, daft, da der KoTrinchenzuchtvereul der Eisenbahn- b-edieniveten den Kaninchenrnxrrtt ins Leben gerchen hat, nur Eisenbahner den Markt beschicken könnten. Dies ist jedoch nicht der FaÜ,.iin Gegenteil wird es freudig begrüstt und es ist nur erwünscht, daß sich jederrnaml, auch Nichteisen-- chahner, <rn der Beschickung des Marktes beteiligen. In Zu­kunft wir d auch imrch Aufstellung besonderer Käfige für eine bessere UnterLrringung der Tiere Sorge getragen werden. Der Gießener Kaninchenirnrrkt soll eure ständige Eirrrich-- rung roerden. Der nächste Markt findet Sonntag, den 6 . August, statt.

** Karottenkraut als Gemüsc. DerTemps" vom 20 Juni empfiehlt seinen Lesern ein neues Gemüse: das Kra«.t der Karotten, das, gekocht und gehackt ime Spinat, ein vvrMgkeches Gericht abgeben soll. Daß der Tenrps, der im sfrieden für jeden derartigen praktischen Wink viel zu vornehm gervesen wäre, im .Kriegsjahr 1916 ernen solchen Ratschlag erteilt und dabei besonders betont, daß jede Ersparung von Nahrungsmit­teln durch die Dauschanen sehr lobenswert sei, ist ein Zeichen der Zeir .Man soll aber vom Feinde lernen, n>o man kann, und es ist deshalb vielleicht von Nutzen, auch die deutsche Hausfrau aus die Verwendung von Karottenkraut zu Gemüse ausmerksam zu ninchen.

** lieber Konservierung von Früchten und Gemüsem unter besonderer Berücksichtigung der Zeitverhält' nisse hält an diesem SamStag, den 8 . Juli uin 5 ^ Uhr Fräulein Hof einen Vortrag mit Demonstrationen in der Alice- Haus haltungsschule, Steinstraße 10 . Zu diesem zeitgemäßen und viele interessante Hinweise bringenden Vortrag sind auch Nicht- mitglieder des Mice-Schul-Vereins willkommen.

Landkreis Gietzen.

Steinbach, b. Juli. Das Eiserne Kreuz 2 . Klasse erhielt der Lairbßurmmann Karl Baiser IX. von hier, Gesreiter im Jirf.-Rgt. Nr. 17.

Kreis Schotten.

8 Arrts darm §>b e-rwald, 3. Juli. Bei der diesjährigen H o u grasverstei gerung der fisbilischen Wiesen wurde kaum che Hälfte und meist das noch nicht erzielt, wie im Jahre zuvor. Der Gvaswuchs ist gut. und wenn wir schönes Wetter behalten, gibt es auch viel gutes Heu. Man sieht, daß unsere Forst- warw und Jäger zum größteu Teil mm schon Taft zwei Jahre «m 1 Kriege sind und daher in ihren Forstbezrrken die Flinte nicht mehr io knallt. Das Raübzeug vor allem die Füchse haben freien und ungestörten Lauf uiid vermehren sich ganz ungeheuer Gerade jetzt ist die Zeit, wo der Waldbesucher in der Mähe von imrgen FrchrenvestÄrden. das unliebsame, doch gar zu verwunder­lich schöne Spiel einer Fuchsfamilie beobachten kann. Es sind ichon Familien von 5 bis 6 Jungen beisammen gesehen worden Da latzt sich mm leicht denken, daß bei einer solchen kopistarken ?vamilre es auch an Appetit nicht fehlt und mancher Hase und! manches ftmge Rehlein muß unter den Krallen der alten Räuber irerben, während es im Herbste al^ erlegtes Mild der Bevölkerung hochwülkoimnen wäre.

Kreis WetzLac.

6 . D o r n ho l-^hLea sen, 5. Juli. Wiederum habe» wir den Vertust eines Sohnes unserer Gemeinde zu beklagen. Ter Aftrsletier Anton Vogt beim Ncserve-Jnf.-Rgt. Nr. 261 ist aus dem Felde der Ehre gefallen. Es ist dies der neunte Krieger aus unserem Ort, der den Heldentod starb.

, ? Hessen-Nassau.

55. VerliandStag der Erwerbs- und Wirtschaftsgenosserh- schaften am Mittelrhein.

--Frankfurt a. DL, 3. Juli.

Im Zoologischen Garten hielten heute unter starker Beteiligung der angeschlossenen Vereine aus der Rheinpcovinz, Hessen und Hessen-Nalsa^ die mittel rheurischerc Erwerbs- und Wirtschafts- genossenschaf«n ihren 55. Verbandstag ab Der Berbandsdirektor Dr. A l b e r t i - Wiesbaden bot in seiner Eröffnungsansprache ^men knappen Rückblick auf das verflossene Jahr. Den Geschäftsbericht für 1915/16 erstattete der Verbandsdirektor. Trotz der gewaltigen Erschütterungen, die der Krieg brachre, sei das Wirtschaftsleben noch so fest, wie nur je zuvor. Dem Verband gehören 78 Genossenschaften an, davon haben 47 unbeschränkte und 31 beschränkte Haft­pflicht. Die Mftgliederzahl von 69 Kreditverernen betrögt 65 218. Der Gesamtumsatz beziffert sich aus 2 115 649 250 Mark (1914: 1889 355 85)9 Mtk.V Die landwirtschaftlichen Gmoisen- schaften hatten 77 660 Mk, die gewerblich-en 374 477 Aik. Verluste. Der gieingewmn für 1915 belauft sich auf 2 488048 Mk. (1914: 2595182 Mk.). Den Reservefonds flössen 716 098 Mk. zu. Der Durchschnittssatz der Dividende betrug 5,26 Prozent (1914: 5,44). Für Kriegsfürsorgezwecke verausgabte man 101881 Mk (58 609). Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betragen 27 004 265 Mk. (27 033 220 Mk.), die Reservefonds 12 883 968 Mk. (12 461 415)'. DaS eigene Vermögen der Vereine beläuft sich auf 41 726 747 Mark, das sind im Durchschnitt 26,15 Prozent des angeliehenen Kapitals. In eingeherwer Weise sprach sodann der Redner über bargeldlosen Zahlungsverkehr, Liefernngsgenosfenschaften, Nutzver­bände, Garantiegenossenschaften, Schätzungsämter, Zinsverhältnisse, Börsenverkehr, Kriegsunfallversicherung und die Fürsorge für heim- gekehrte Krieger. In der Besprechung deS Berichtes empfahl Direk­tor Malz dringend die Anwendung des bargeldlosen VerkelirS. Direktor D i e h l -Offenbach verteidigte die vielfach angegriffenen Hypothekar -Garantie -Genossenschaften. Dem Verbandsdirektor lvurde lEntlastung erteilt.

Der VerbandSanwalt Prof. Dr. Crüge r - Charlottenbnrg sprach über das gesamte wirtschaftliche Leben rm Reich unter beson­derer Berücksichtigung des Genossenschaftswesens. Als wichtigste Ausgaben der Genossenschasten bezeichnete der Redner folgende Maßnahmen: strengste GeschästSkontrolle, Verhütung von Zins­verlusten, Erneuerrmg der Urkunden von Kriegsteilnehmern, gesunde Zins- und Dividendenpolitik, Verrneidung jeglicher Spekulations­geschäfte, Erstrebung ^ des Konkursabwendiungsversahrens und Er­haltung des gewerblichen Mittelstandes.

Tie Rechnungsablage des geschäftssühveiiden Vereins und der Voranschlag für 1916/17 fanden die Billigung der Versammlung. Die Beittäge werden in alter Höbe erhoben. Für die Kriegs-, gefangenenfpende bewilligte man 200 Mark. Einstimmig wählte man den alten Vorstand wieder. Als nächstjähriger Tagungsort kommen Diez oder Dillenburg in Frage.

Mit Besprechungen über Gegenstände allgemeinen Interesses aus dem Genossenschaftswesen fand die Tagung ihr Ende. Dr. Alberti schloß die Verhandlungen mft dem Wunsche, daß der nächste VerbandSlag unter dem.Zachen des Friedens zu,ammen- tteten nrpZe.

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ul. Limburg, 4. Juli. Heute trafen im Pause des Tag es mehrere hundert Berliner Schulkinder aus dem hiesigen Bahnhos ein. Sie wurden auf eine ganze Reihe Ortschaiten der engeren und weiteren Umgebung Limburgs verkeilt, wo sie meist bei Privaten Unterkunft finden. Der Ausenlhalt der Stadtkinder auf dem Lande, der natürlich nur aui die Ferienzeit begrenzt ist, ist auch für die Landleule von Nutzen, da die Kinder beim "Ein­bringen der Ernte gute Dienste leisten. Es war ein eigenartiges

als öie Kruder aut Leüeewagen öuea) öte ölaot Myven, um an ihre Bestxmmungsoete gebracht zu werden.

ul. Winden, 4. Juli. Der Spielerei mitSchr^- rv a f f e n ist in unserer Gemeinde ein junges Leben zum Opfer geiallen. Das 6 Jahre alte Söhnchen des Karl Riehl nal)m aus einer Tischschublade i)eu Revolver seines Vaters Die Waste ivar geladeii und die Kugel traf das zweftährige Brüderchen, das im Beite lag, so unglücklich, daß^ der Tod auf der Stelle eintrat. Wie bei der ärztlichen Untersiichung festgestellr ivurde, drang die Kugel i>i ein Nasenloch ein, durchschlug das Gehirn und kam am Hinte»' topf heraiis. _ .

Briefkasten der Redaktion.

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.1. U. Iil. Butter darf auch in kleineren Alengeii nichl aus. geführt werden. _

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