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28.7.1916 Erstes Blatt
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Knierhuchut-g ocr englischen Mißerfolge.

Rotterdam, 27. Juli. (WTB. Mchtamtlrch.) Der ,,Nieuwe Rotterd amsche Couranll' meldet aus London: Die Lords Cr omer und Hamilton übernahmen den Vor­sitz in den Koimnissionen zur Untersuchung des Dardanellen- .seldzuges und des Feldzuges in Mesopotamien.

Englische -lbleugnung.

London, 27. Juli. (WTB.) Amtlich wird mitgeteilt: Eine Depesche, die aus Amsterdam längetroffen ist, behauptet, ein deut­sches Unterseeboot habe am 20. Juli in der Höhe der OrArey-Juseln eilten Torpedsangriff aus ein englriches Gro ßka mpfs ck i ff gemacht und zwei Treffer erzielt^ Die britische Admiralität erklärt demgegenüber, daß die roumarn Tatsachen die folgenden waren: Ein kleiner Hilfskreuzer wurde am genanMen Tage in der Höhe von Nordschottlanü von einem feindlichen Unterseeboot angegriffen, aber nicht getroffen.

Die schwarze Liste Englands.

Amsterdam, 27. Juli. (WTB.) . DerTimes" wird aus Washington berichtet, daß das Kabinett über die <>rage der schwarzen Liste beraten habe. Unmittelbar daraus hatte der bri­tische Botschafter eine lange Unterredung mit dem Unter- staatssekretär des Staatsdepartements Polk. Er versprach, daß im britischen Parlament zur Aufklärimg des Mißverständnisses, das bezüglich der schwarzen Liste herrsch:, eine Erklärung abgegeben würde. Das Handelsverbot beziehe sich nur auf die Firmen, dre den größten Teil ihres Gewinnes dem Handel mit dem Feinde ver­danken und ihren Kredit zu seiner Verfügung stellen.

Die Not der holländischen Fischer.

- London, 27.Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau erklärt, daß nicht beabsichtigt werde, die ganze holländische Fischerflotte stilliegen zu lassen. Es werde auch keine Ein­schränkung der Fischzufuhr für den Verbrauch Hollands beabsichtigt. 'Verhandlungen mit den Vertretern, der holländischen Fischereireeder '.seien im Gange. Bisher sei zwar noch kein Abkommen.zu pa nde ge ­kommen, man hoffe aber, daß man bald eine Lösung finden werde.

Die Unterbringung von Kriegsgefangenen in Dänemark.

Kopenhagen 27. Juli (WTB.) Nach einer Meldung der Berlingske Tidende" geht der früher erwähnte Plan der Unter­bringung von kriegsuntauglichen Gefangenen in Dänemark nun der VerwirUichung entgegen. Die Angelegenheit, die jetzt _ in den (Händen des dänischen. Roten Kreuzes liegt, ist unter Aufsicht der ! Regierung soweit vorbereitet, daß in nächster Zeit entsprechende Anfragen an die Regierung der kriegführenden Länder gerichtet werden können. Es wird beabsichtigt, vorläufig insgesamt 2000 HriegsgeÄrngone und 4OO Offiziere in Dänemark aufzunehmen., me gleichmäßig auf beide wkächtegruppen verteilt werden. Für i)ie Soldaten werden zwei Barackenlager ^ errichtet, eines auf Seeland, das andere auf Jütland. Die Offiziere erhalten gegen Ehrenwort völlige Freiheit. Zur Aufbringung der erforderlicl)eu Mittel soll das dänische Volk aufgerufen werden. Es wird jedoch mrf die Beihilfe der fremden Regierungen gerechnet.

Englische Titelentzrehmrg.

London, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Im U n*t e rhau s e teilte heute A s g ui t h , c veranlaßt durch die dringend geäußerten Wünsche des Hauses, mit, -daß die Regierung dem König raten werde, die notwendigen Schritte Au unternehmen, um den 5) erzog von Cnmberland, den! D erzog von Allban y und den Prinzen von Schles­wig-Holstein aller britischen Titel und Orden zu entkleiden^

Englisch-amerikanische Auseinandersetzungen über dieDeutschland".

New Dort, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Fmckspcuch fcon dem Vertreter des WTB. Der internationale Nachrichten­dienst meü>et aus Waflnngton: England hat wissen lassen, daß es die amerikanische Regierung für etwaige Verluste ver­mut wo r t l ich machen null, die seinem Handel durch das Unter- -see-Handelsschiff ^Deutschland" verursacht werden sollten. An amt Lichen Stellen wrrd bestätigt, daß die amerikanische Regierung sdie Verantwortung übernimmt. Tie Regierungskrerse sehen in j der Haltung Engllmds einen Versuch, in der Frage derDeutsch­land" eine ernste Probe zu machen. Es Wurde festgestellt, daß -England weiterhin dabei beharrt, erstens, dich dieDeutschland Btzvem Wesen nach ein Kriegsschiff sei und Geschütze gegen deü oritrschen Handel zu verwenden imstande sei, zweitens, daß Amerika bestimmen solle, daß derDeutschland" nicht erlaubt werde, die Dreimeilenzone unter Wasser zu passieren. In diesen Hauptfragen ist bekanntlich die Ansicht der Vereinigten Staaten der der Alliierten entgegengesetzt. Man nimmt an, daß vor!der (Aussalwt derDeutsch­land^ den Alliierten mitgeteilt wird, daß Amerika sich nicht für (berechtigt hält, sich darein einzumischen, wie dieDeutschland 'die Dreimeilen grenze passiert. Das Staatsdepartement erwartet, daß sich die Frage erheben wird, ob es zulässig sei, daß Kriegs- schjjffe der Alliierten sich versammeln, um dieDeutschland" ab zufangen Das Marinedepartenrent bestätigte die Aeußerungen die Umstände könnten eine Vermehrung der Seestreitkräfte zur Bewachung der T reim eilengrenze verlangen, um derDeutschland das fair play zu geben.

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Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptguartier berichtet: Einer unserer Flieger überflog am 24. Juli Tencdos und scheuderte mit Erfolg Bomben auf feindliche Schiffe und Prähme, bie in der Bucht erschienen waren. Am Morgen des 24. Juli landete der Feind unter dem Schutze einiger Fahrzeugs mehr als 100 Banditen auf dem Nordufer des Tuzladere, westlich Aivadfik. Bei dem Zusammenstoß zwischen unseren Truppen und den Banditen verloren diese Tote und Verwundete und flüchteten! dann auf die Schiffe. Inzwischen griffen, zwei unserer Flieger die feindlichen Schiffe irrtb Prähme mit Bomben und Maschinengewehr feuer an nnd verursachten dem Feinde Verluste.

An der ägyptischen F r o n t in der Nähe von Katia Patrouillenscharmützel. Ein Flugzeug, das der Feind vor Ghaza von einem Mutterschiff aufsteigen ließ, 'njurbe durch unser Artillerie­feuer und darauf durch einen unserer Flieger verjagt, der gleich­zeitig die feindlichen Schiffe und die sie begleitenden -Torpedoi boote angrfff und sie zur Flucht in nördlicher Richtung zwang.

Von den anderen Fronten liegt keine Nachricht von Bedeutung

.vor.

Landskrona, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Vier deutsche Torpedoboote haben heute vormittag in den iuternatwinalen Gewässern vor' Lands krona zwei dampfer beschlagnahmt.

englische Last-

Au§ Seiche.

Ein Telcgrammwechsel zwischen dem Kaiser und dem König von Bayern.

München, 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) denz Hoffmann meldet amtlich: Anläßlich

Der Seekrieg.

Ein Seegefecht an der schottischen Küste?

Amsterdam, 27. Juli (WTB. Nichtamtlich.)Handels JbLab" wird aus AmUidlm über ein Seegefecht an der schottischen Küste gemeldet: Das Gefecht spielte sich zwischen ptehreren U-Booten es steht nicht fest, wie vielen und den PattouillenschiffenNellh",Hutton". Onward" undEca" ab. Das erste Schiff wurde in Grund gebohrt, wobei drei Mann ge tötet wurden, die übrigen elf Mann wurden von dem Heringsl- logger Toggerbank" aus Scheveningen ausgenommen und in einem schottiickien Hafen gelandet. Von den beiden anderen Schiffen mit je 14 Mann Besatzung habe man nichts mehr gehört. Man vermut^, daß sie mit Mann und ALaus gesunken sind. Von den elf Geretteten sind später drei ihren Wunden erlegen.

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M a a s l u i s , 27. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Ange kommene Fischersahrzeuge melden, daß sie fünf Meilen nord westlich des Maasleuchtschrffes einem englischen Ge schwader begegnet seien, das aus drei Schlachtschiffen, sie­ben Torpedobooten, zwei U-Booten und zwei Wasserffug zeugen bestand.

des

Die Korresvon-

Besuches Seiner

1

Lande und meine Zuversicht, daß Deine^von tteffllckem Gerste durchdrungene Marine den in der letzten Erfolgen neue Siege über unsere Feinde

Majestät des Koni g s bei der deutschen Kriegsflotte in Wilhelms­haven fand zwischen dem König und dem Kaiser folgender Cete­ra mm Wechsel statt:

Seine Majestät dem Kaiser, Großes Hauptquartier. Derrrer liebenswürdigen Einladung, für die ich nochmals herzlich danke folgend, habe ich die letzten Tage bei der Flotte zugebvacht. xie Eindrücke, die ich hier gewonnen, befestigen mern Vertrauen irt die unüberwindliche Stärke der deutschen Waffen zu.Watzer und

anreihen wird.

Ludwig."

Seine Majestät dem König von Bayern? Herzlichen Dank ür Dein Telegramm aus Wilhelmshaven. Ich freue mich auf­richtig darüber, daß Du die Flotte besuchst und dort fo gute Ein­drücke gewonnen hast. Mt Dir vertraue ich darauf, lotte

auch weiter ihren Mann stehen wird. Wilhelm.

Noch ein Ausschuß zur Erörterung der Kriegsziele.

DerFränkische Kurier" teilt mit, daß ihm durch Zufall olgendes Schreiben aus München zu Gesicht gekommen ser: Euer Hochwohlgeboren?

Am Sonntag, den 30. Juli, Beginn vormittags 10 Uhr, findet in München eine vertrauliche Besprechung führender Männer Süddentschlands überdie politische Lage" statt.

Die Teilnahme kann nur aus Grund einer uuf die Per­fol ausgestellten Ausweiskarte erfolgen. Da nur eine be­grenzte Zahl von Karten ausgegeben werden kann, ist so- ortiae Anmeldung, soweit noch nicht geschehen, unter An­gabe der für die Tage vom 26. bis 28. Juli geltenden )ostsicheren Adresse bei dem Unterzeichneten notwendig. Die Ausweiskarten werden unter Bekanntgabe des Be- prechungsortes 23 Tage vor der Zusammenkunft an die angemeldete, für den 26. bis 28. Juli gültige poststchere Adresse gesandt.

Mit vorzüglicher Hochachtung A.: Der Ausschuß derRichtlinien für Wege zum dauernden Friedet.

Hofrat Prof. Dr. Kraepelin, München, Goethestraße 55.

Dem Schreiben ist folgende Mitteilung angefügt: Die Teilnehmer werden Gelegenheit haben, am 29. Juk einer öffentlichen Versammlung beizuwoh'neu, in der u. a. Gras Revcntl ow-Berlin sprechen wird. Weiter ist geplant ein Vortragsabend für den 3. August mit Herrn D. theol. Traub, Dortmund, als Redner.

Berlin, 27. Juli. (WTB.) In der heutigen Bun desratssitzung gelangten zur Annahme: der Eirtwurs einer Bekanntmachung über den Absatz der Brennesseln, der Entwurf einer Bekanntmachung wegen Aenderuug der Bekanntmachung über die Sicherung der Ackerbestel­lung vom 31 .März 1915, die Aenderuug der Bekannt­machung vom 29. Juli 1945 über die Arlasfimg von M o - tvrbooten zum Verkehr, der Entwurf einer Bekannt machung über die Regelung des Verkehws mit Säcken und die Aenderuug des Mi"litär tarifs für Eisenbahnen.

.Berlin, 27. Juli. (WTB.) Auf Anordnung des Obev kommandos wurden die gesamten Geschäftsräume der Firma Gustav Cords, Berlin, Leipziger Straße 38/35, wegen übermäßiger Preisfftieigerum g einstweilen ge . chk offen, bis die Firma der Anordnung des Oberkom­mandos gemäß ihre Verkaufspreise entsprechend den gesetz­lichen Bmschrrften über die Verkaufspreise der Web-, Wrrk- und Strickwaren richtig steM.

-Berlin, 27. Juli. (WTB.) Das Kriegsernä- rungsamt veröffentlicht imReichsanzeiger" eine Bk kanntmachurrg, wonach die Bewirtschaftung der Hülsen 'rüch te nach Maßgabe der früher erlassenen Verordnungen einer unter dem NamenR e i ch s h ü l s e n f r u ch t st e l l e" zu bildenden Abteilung der Zentral-Einkaufsgesellschaft übertragen wird. Das gleiche geschieht auch rnit der Bewirt- 'chaftung von Buchweizen und Hirse.

An- ttttö Land.

Gießen, 28. Juli er sonalnach richten. Der

1916.

Amtliche Personalnachrichten. Der Groß Herzog hat am 26. Juli ds. Js. den technischen Assistenten bei dem bantechnischen Bureau der Ministerialabteilung für Bauwesen Regierungsbaumeister Karl Spa wer zu Tarnrstadt, auf, sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit unter Anerkennung seiner treuen Dienste vom 1. August dsi Js. an in den Ruhestand versetzt ** Kartoffel-Verbrauchsregelung. Wie wir erfahren, werden Kartoffelmarken zum Bezüge von Frülffcrrtoffeln für die Einwohirer der Stadt Gießen ein geführt. Die Ausgabe der Marken erfolgt Montag, den 81. Juli, in den Brotmarkenbezirken in der für die Aus gäbe der sonstigen Lebensmittelmarken vorgeschriebenen Weise. Im Anschluß hieran sei bemerkt, daß die bereits von verschiedenen Seiten gebrachte Notiz, daß die Ver ordnung des 'hessischen Ministeriums vmn 14. Juli über die Kartoffelhöchstpreise nicht zu Recht bestehe, inzwischen durch Aufhebung dieser Ver­ordnung ihre Bestätigung erfahren hat. Der Er­zeugerpreis beträgt demnach auf Grund der Bekannt­machung des Reichskanzlers von: 2. März 1916 20 Mk. für den Doppelzentner. Mn Kleinverkaufs preis von

I I 1/2 Pfg. für das Pfund erscheint daher angerrressen.

** Verkaufs stun d e n für Metzgerläden. Wir verweisen auf die heutige Bekanntmachung des Öberbürger- nteisters, durch die für die Metzgerläden bestimmte Verkanfs- stunden, nämlich Montags, Mittwochs, Donners­tags und Samstags, vormittags von 8 bis

II Uhr, und Samstags nachmittags von 3 bis 5 Uhr vorgeschrieben tverden. Zn den festgesetzten Zeiten muß der Verkauf erfolgen, bis das von der Stadt über­wiesene Fleisch ansverkauft ist; dies ist durch Aushau^ eines Schildes ersichtlich zu machen. Zu anderen Zeiten ist ein Verkauf lunsöatthafit. Es ist dantit einem Wunsche weiterer Kveise der Bevölkerung, in denen der Umstand, daß be­vorzugte Kunden im Hans gang nrancher Metzger­geschäfte Fleisch erhielten, während das Ladengeschäft ge­schlossen war, Mißstimmung erregte, Rechmrng getragen. Trotzdem wiederholt daraus hingewiesen worden ist, daß es unzulässig ist, Fleischmarken, die erst in der folg ei: den Woche Gültigkeit haben, in Enrpsang genom­men' werden, geschieht dies doch in vielen Fällen. Gerade in der jetzigen Zeit, wo damit zu rechnen ist, daß öfters der Nennwert einzelner Marken durch besondere Bekannt­machung erhöht wird,, s chä d ig t sich das Publikum

selbst, wenn es die Marken vor dieser Bekanntmachung abgibt; denn es ist dann nicht mehr in der Lage, die Er­höhung des Nennwerts der Marken auszunutzen. Daneben aber wird eine Kontrolle der Metzger, daß sie das von der Stadt ihnen zugereilte Fleisch auch wirklich dem Publikum zuführen, erschwert. Zur Wstellung dieser Mißstände dürsre K 4 der neuen Bekanntmachung wesentlich beitragen, da danach der Oberbürgermeister jederzeit auch innerbalb der laufenden Woche die sofortige Ablieferung der ver­einnahmten Marken und den Nachweis der noch vorhan­denen Fleischvorräte verlangen kann. Es sei noch ausdrück­lich daraus hingewiesen, daß nach wte vor für die Persoic und Woche nur'300 Gramm Fleisch verabfolgt werden 'dürfen. Soiveit in einer der nächsten Wochen größere Men­gen als 300 Gramm für die Person nnd Woche zur Ver- ugung stehen, wird jeweils für die betreffende Woche die Erhöhung des Nennwerts einzelner Marken durch besondere Bekanntmachung angeordnet. Die Fleisch- versorgnng der Stadt hat sich gegen früher gebessert. Eine weitere Besserung ist zu eMarten, wenn für den er- eblichen Fleischbedars der Kliniken besondere Viehüber- weisnngen erfolgen, wie dies bereits in die Wege geleitet ist.

** städtischer Seefisch markt. Samstag, den den 29. Juli, vornrittags 8 Uhr beginnt in den Marktlanben. der Verkauf von besten, frischsten Seefischen (Scheltftsch, Cabliau, Schollen, Portionsfisch nsw.) #u Selbstkosten der Stadt.

** Eine einmalige Mehlverteilung findet Samstag, den 29. Juli, stcrtt. Die Verteilung erfolgt bezirksweise. Die Ausgabestellen sind im Anzeigenteile un- eres l-eutigen Blattes bekanntgegeben. Bezugsberechtigte mit dem Zunamen AK erhalten ihren Anteil vornrittngs und LZ nachnrittags. Es entfällt mrf den Kopf der Bevöl­kerung 1 /, Pfund Weizenmehl 0. Der Preis für ein halbes Pfirnd Weizenmehl beträgt 13 Pfg. Der Betrug ist abgezählt mitzubringen."

** Die Auszahlung der Familienunter- ( tützNngen findet vom 3. Juli bis 7. August statt. Näheres iehe Anzeige.

** Gießcner Hausfrauen-Verein. Mit Bezug auf den gestrigen Bericht über die Stadtverordnetenschnng teilt uns Frau ^Oberstleutnant Naünronn mit, daß nicht sie, sondern; Frau Rechtsanwalt Leun Vorsitzende des Hausfrauen-Vereins fft. Frau Naumann hatte im September vorigen Jahres als Bvr- itzende des Allg. Deutschen Frauenvereins (Ortsgruppe Gießen', die Gründung des Hausfrauenvereins Vevanloßt, aber schon am Gründungs abend hat Frau Leun den Vorsitz übernommen. Frau Oberstleutnant Naumann ist von der Stadtverordnetenversamm­lung in die Kommission zur Beratung einer^ Obst- und Früchtetrockenanlagc gewählt worden, weil ffe im vori­gen Jahre die Anregamg zur Benutzung der Trockenanlage des Volksbades als Darre gegeben hatte.

** Der neue P 0 st - und Telegrapben-Tarif. In der Tabelle in unserer gestrigen Nummer hat sich ein Druckfehler eingeschlichen. Es muß heißen : Das Porto für O r t s b r i e f e bis 250 ar beträgt 7'/, Pfg.

'* Theigell 0 . Wie uns das Chemische Untersuchungsamt ür die Provinz Oberhessen mit Bezug aus die Warnung in der vor. Nr. des Gieß. Anz. mitteilt, hat wohl eine Untersuchung, nicht aber eineB e g u t a ch t u n g" des Salatölersatzes bTheigello" beim Untersuchung^ainte stattgefunden.

** Das! heutige Kreis'blatt enkhalt eine Berockmnng über Buchweizen und Hirse, über vorläufige Maßnahmen zur Regelung des Verkehrs mit Gemüse und Obst,^ über Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1916, über Selbstversorger, über die Höchstpreise von Frühkartoffeln, die Be­handlung der Kartoffeln und den HandÄ mit Heu.

Landkreis Gießen.

ga. G r ü n b c r g , 28. Juli. Wehrmann Martin H e u ß n e r uit Fcld-Art.-Regt. 205 wurde am 21. IM mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ansgezeishnct. Otto Schön hals im Inf- Regt. 20 wurde zum etats-mästigen Gefreiten befördert.

-H-. Heuchelheim, 28. Juli. Der Landwehrmann L.

H a i n e r, sowie der Musketier Otto P f a f f, Schulverwatter, die als vermißt gemeldet waren, benachrichtigten ihre hier lebenden Angehörigen, daß sie in russische Gefangenschaft geraten seren.

' e. L a n g d, 26. Juli. Die Volksspende für die deutschen Kriegs- und Zivilgesangenen ergab in unserer kleinen Gemeinde den Betrag von 306 Mk., außerdein wurde noch eine große An­zahl Erinnerungs-Postkarten verkauft.

Lu md a , 28. Juli. Musketier Wilhelm Henkel starb fürs Vaterland. Er stand im Jiü.-Regt. 168.

tt. Treis a. d. L., 28. Juli. Ten Heldentod fürs Vaterland starb als 22. aus unserer Gem'einde der Landsturmrekrut Wilhelm Berghöfer von hier. Er stand beim Jnf.-Regt. Nr. 186 und fiel aus Vorposten durch einen Granatsplitter. Er hinterläßt eine Witwe mit einem Kind. Die Haus'sammlung für die Kriegsgefangenen, die durch erwachsene Töchter imserer Gemeinde erhoben worden ist, hat den Betrag von 338 Mark ergeben. Dieser Tage hielt die Haushallungslehrerin Frl. Mutschler- Gießen in Benuers Saal einen lehrreichen Vortrag über Einmachen Trocknen und Aufbewa'hren von Gemüse und Obst, der zahlreich von Frauen nnd Mädchen besucht war.

8L. W e i t e r s h a i n , 28. Juli. Dem Wachtmeister Karl Röcker, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen; er steht seit Beginn des Krieges im Felde im Drag.-Regt. Nr. 24.

Kreis Büdingen.

= Büdingen, 27. Juli. Trotz der überreichen Heuernte und der vorzüglichen Weideverhültnisse geht im Kreise die B u t t e r- erzeugung immer mehr zurück. Infolgedessen twdnete das Kreisanit eine abermalige Herabsetzung der an Lxrusbaltungen von Händlern, Molkereien und Landwirten zu verabfvlgendeu Butler­menge von 125 Gramm aus 62,5 Gramm pro Kops und Woche an. Tie wöchentliche Fleisckmenge beträgt pro Kopf 400 Gramm.

# Glaube, 27. Juli. Aus dem Felde der Ehre starb der Musketier Meißner.

# Lißberg, 27. Juli. Im Kriegslazarett zu Stry starb an einer schweren Verwundung der Wehrmann Herm. 6) e l l e r.

Nidda, 28. Juli. Dieser Tage hielt der Orts- qe werbeverein hier seine Hauvtversammlung ab. In seinem Tätigkeitsbericht teilte der Vorsitzende u. a. mit, daß der Verein 1000 Mk. Kriegsanleihe gezeichnet hat. Ein Mitglied starb den Tod fürs Vaterland.

Kreis Alsfeld.

02 . Arnshain, 28. Juli. Deut Unterafsizier R. Me st, Jnf.-Regt. 116, wurde wegen bewiesener Tapferkeit das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.

oz. Eifa, 28. Juli. Dem Kanonier Karl Wagner II. aus Eifa wurde wegen hervorragender Tapferkeit vor dem Feinde die Hessische Tapferteits medaille verliehen.

02 . Nt a u l b a ch , 28. Juli. Dik H a u s s a m m l u n g für die Kriegs- und Zivilgefangenen in hiesiger Gemeinde erbrachte den Betrag von 413 Mark.

Kreis Lautcrbach.

la. B e r n s h a u s e n , 28. Juli. Der als vermißt gemeldete Unteroffizier Heinrich Fischer, der, als Reservist ins Feld gerückt, im vorigen Jahre Gefreiter geworden nnd zweinkal verivundet war, hatte die Hessische Tapferkeilsmedaille erworben; er wurde für weite­res tapferes Verhalten^ mit dem Eisernen .ikrcuz ausgezeichRel und zum Unteroffizier befördert. Außerdem sind nrit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: Unteroffizier Wage st er, Untcroffizier Kreutzer und Reservist Kreutzer: die Hessische Tapserkcsts-< medaille erhielten: Reservist Ritz, Gefreuter Hob meyer und Schütze K i m p e l. Ten Heldentod erlitten fünf Krieger auS unserer Gemeinde.