Ausgabe 
25.7.1916 Erstes Blatt
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Landkreis Gietzen

n Allendors a. d Lda.. 24. Juli. Die Bolkssperche für tu Gefangenen ergab tner 215 Mark Dem Wehrmaun Heinrich Mas'. Nnteromzier im Jnf.-Regt. 186. wiirde die Hessische Talferkerlsntebaillc verliehen imb dem Bader nebst der- Mftteftuiig, dar. sein Sahn seit dem 2. Juli vermehr sei, von dem .Kvnrpagnft. ftldivebel wgc'midl. Dieser Tage mm schrieb der Kaufmann. Arnold Isen borg, Sohn des israst. Lehrers dahier, der deiu- selben Regiment anFeyörte und ebenfalls vermißt wurde, aus Su-ottrmid. daß er mit Wolf sich in englischer Gefangenschaft be- finde. Johannes Lettner und Friedrich Bcnncr, zwei rn * einer Komvagnie dienende Brüder, wurden kürzlich an einem Tage gleichzeitig verlvmrdet. Konrad Mank, der im November 1915 in französische KricgSgesangensck)ast geriet, kam vor kurzen: aus Südsrankreich in ein Genesmrgsheim in der Schweiz.

Kreis Büdingen.

y. Borsdorf, 25. JuU Dem Landwirt Pfeffer- von hier, der nach der letzten K a r t o f s e l a u f n a h m e etwa 14 Zeittner mebr Kartdsseln besah, als ilM nach den gesetzlichen BestiiNmungen belassen weiden komtten. aber diese nicht freiwillig ab geben tvollte, wurde die genannte Menge enteignet. Nun ^erhielt er ftir den Doppelzentner statt 11,50 Mark :rur 6,40 Mark , und nmhte die Kartoffeln noch der ihm angegebenen Geincinde ' Kohden mit seinen: Fulwiverk bringen.

Kreis Alsfeld.

oL. Leusel. 25. Juli. Die L o l k s s p e n d e sür unsere Llrregs- und Zivilgesangencn in Feindesland ergab hier den schönen Betrag von 186 Mark.

Kreis Lautcrbach.

ri Sickendorf, 34. Juli. Tie vomGieß. Anz." vorcillg gebrachte Nachricht, dah die Großherzogin in der letzten Woche junser Lazarett besucht habe, entspricht leider nicht den Tatsachen. Der Besuch war wohl geplant, mußte aber eines kleinen Aulo- ßchadens »aegcn aufgegeben werden. Aus diesem (hrnnde muhte nufere Landessürstin auch ihren Aufenthalt in Lauterbach ans ein jMindestmah beschränken.

ri. H o psmanmss eld, 24. Juli. Bei herrlichem Sommer- imatter fand lästern hier das von nah und fern gut besuchte Mi s s i o ns s e st des Dekanates Lanierbach statt. In der blnmen- geschmückten Kirche fand ein von ?Nissivnar Gscll geleiteter Aestgottrsdienst statt. Daraus imtrde in der Pfarrhosreite. die ^ren hergerichtet ist, eine Nachdersaiumlung gehalten. Hier hielten die Missimrare Gr oh und Gsell Ansprachen, die von Gesängen umrahmt waren. Voraus ging ein Begrün» ngswort des Orts geistlichen Pfarrers Ger ich. Gin Schlußwort des Dekans Müller von Lanterbach beendigte das Fest. Dah auch :n der Kriegszett die an manchem Orten leider mrterbtrebene Veraw- -sialümg solcher Feste möglich ist, hat der gute Besuch des Festes

g.azeigt. Me Saminlimg ftir die Heidemntission brachte 145 Mark.

ü. Moos-er-Grund, 25. Juli. Auswärtige i.Go- ithaer) Firmen senden ihre Reisenden hier von Laden zu Lä­tzen und l aif*f e u sämtliche Stoffe, S t o f f r e st e und an­dere Artikel aufkausen. Wäre es da im Interesse der kaufenden Landbevölkerung nicht dringend nötig, daß hier ein Halt! geboten würde. Kommen diese Artikel ans den Hän­den der Großhändler nneder aufs Dorf zurück, so sind die Preise sicher um 50100 Prozent gestiegen.

Kreis Schotten.

8a. Schotten, 24. Juli. Den: Feldwebel Julius L: pperl ' vom Kaiser-Franz-Regrment in Berlin wurde vom Kaper das Eiserne Kreuz verliehen.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 25. Juli. Ms Schreckmittel gib: die Polizei heute eine Reihe von Personen namentlich der Oesfenttichkeit be­gannt, t*e bei FeÜ»- und Gartendiebstählen oder beim Hamstern cm\ frischer Tat ertappt wurden. Unter den Hamsterern befindet fiel auch ein Frarcksirrter Lehrer a. D., der unter Vorspiegelung' falscher Tatsachen in mehreren Metzgerläden Fleisch- uird Wurst- waren ein gekauft und dieses Manöver schon mehrere Wochen hin durch mit Erfolg ausyeübt batte. Men Droben und Hamsterern wurden die Warendeschlagiiahmt Außerdem Samen sie zur Anzeige.

oa. Fri edb erg, 25. Juli. Unterofftzier der Reserve Wilh. Hachenberger beim Armiert rngsbataillon 116, der im vorigen Jahre Nim Urttevofftzier befördert wurde, erhielt das Eiserne Kreuz..

oa. Friedberg, 25. Juli. Den Heldentod fürs Vaterland starb Hauptmann Paul Trapp Bei Ansbruch des Krieges m Äbessynien bei der deutschen Gesandtschaft gelang es ihm, necht- zeittg zirrückzuAornmen, um mit seinem Regiment an den Kämpfen in Frankreich teilzunehmen. Hier wurde er schwer verwundet. .Kaum wieder her gestellt, ging er aufs neue hinaus, icm am Kampfe teilznnehmen. In den schweren Kämpfen am Hartmamvs- Weiler Kopf errvarb er fich dmin zu dem Eiserr«n Kreuz 2. Klasse »unk- der Hessischen Tapferkeitsrnedaille auch das Eiserne Kreuz ! 1. Klasse.

Kd. Bad-Nauh^rm. 25. Juki. Das siebente Sin- saniekonzertder Kurkapelle ftndet am Donnerstag, den 2 7. Juli statt. Solistin ist Fräulein Therese Funck (Altistin aus Berlin). Die Leitung hat König!. Professor Hans Winderstein. Bee thvvens herrliche P asto r a l-S i n - .fonie, Mozarts reizende Ballettmusik ausLes perits riens" .und Brahms' gervalttgeMadenftsche Festonverture" bilden ein interessantes und abwechslungsreiches Programm. Als Solistin wird die Altistin Fräulein Therese Fnnck aus Berlin Mit­wirken Tie junge Sängerin singt mit Orchesterbegleitung die Arie der Andromache aus dem OratoriumAchilleus" von Max Bruch, sowie Lieder am Klavier > Kapellmeister Weversderg' von R ü ck - auf, Lewin, Philipp und Max von Schillings. Pro­fessor Hans Minder ft ein dirigiert.

bz. Butzbach, 25. Juli. Dem Sergeant Barth von hier, im Res.-Ins.-Regt 116, wurde die Hessisckie Tapserkeitsdenkmünze verliehen Inhalier des Eiserneu Kreuzes ist er schon seit 1914. Ertrunken ist am Samstag in dem Wasser an der Bogtschen Ziegelei der Arbeiter Jung von Kirch-Göns, der unerlaubter Weise 'dort badete. Jung ist verheiratet und Bater von mehreren Kinderst.

oa. Nieder-Florstadt, 25.Juli. Der Musketier Wil­helm Merz von hier im Infanterie-Regiment Nr. 853, murtvc mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

oa. Schwalheim, 25. Juli Der bei dem Landtvirt Frihel beoienstete, aus Angenrod im Kreise Msseld gebürtige Knecht M eV er geriet heute früh beim Futterholeu unter die RDer des Wagens Der Verunglückst, dessen Bein jedenfalls gebrochen ist,

' wurde ins Friedberger Krankenhaus gebracht.

' Slarkenvurg und Rheinhesscn.

---M a : n z, 24. Juli. Der Polizei gelang es. einige der ans dem Alkertnmsmusenm gestohlenen ko sl baren Porzellan» f i g u r e n bei einem Altertumshändler in Wiesbaden zu entdecken. Als Dieb kommt in erster Linie ein Aufseher des Mnseurns in Frage, der am Samstag durch Selbstmord seinem Leben ein Ende machte.

F.C. Worms, 24. Juli. Die dritte Kriegstüche wird hier am 25. Juli in Betrieb genommen, nachdem sich insolge des starken Besuches in den beiden bestehenden Kuchen die Inbetrieb­nahme einer weiteren Küche notwendig erwiesen hatte.

Fc Aus dem Odenwald, 25. Juli. Die alten hessisckien Oelmühlen an der Bergstraße und im Odettwald kommen uüeder zur Geltung. Es wird schon ziemlich viel Oel von der dies­jährigen Rapsernte geschlagen.

.> Kreis Wetzlar.

va. Naunheim, 24. Juli. Znn: besten der Rlieinifchen Misfior: wurde gestern in der vereinigten Kirchengemeinde Wald- ,girmes-Naunheim ein gut besuchtes Mi sfio ns fest abgehalteu. l Pfarrer Walter-.Hartenrod und Missionar Dassel-Neu-Guinea und 'Borneo waren als Festredner berufen.

ra. Aus b e m U lmbachthal, 24. Juli. Die U l m b n ch-> talbahn (Stockhausen -Beilsteiu) geht ihrer Vollendung entgegen. ^ Das Tal besitzt allein etlvn " > Eiseu.sleingrul'enielder, dazu iin oberen Teil mächtige Ton- nnd Basaltlager. Die kurze Teilstrecke, ;bic wohl später bis Driedorf attsgebaul lvird, ist uor allem int c>pterejse der vielen Arbeiter zu begrüßen, die in den großen In-

Qustriemerlen der Sladt Weglar und im Dilltal beschäftigt sind und jetzt den wetten Weg zu Fuß machen mitz>en.

' Hessen-Nassau.

ra. Rodheim a. d. Bieber, 24. Juli. Zu Ehren des aus dem Anne scherdcnden Hauptlehrers Pb. Heh mann fand am Samstag morgen eine der Zett mstprechende würdige Abschieds- seier im ersten Schulsaale statt. Herr Hevmann, seit dem 1. April 1871 im Schulamt, wurde am 1. April 1911 zum Hauptlehrer er­nannt nnd blickt auf eine 45jährige ersolgleiche Lehrertätigkeit zurück.

= Frankfurt a. M., 24. Juli. Vom 19. 28. August veranstaltet der Deutsche Mode band in Frankfurt eine Bio de - wache. In dieser soll, wie es in dem Ausruf heißt, um dem Ernst und den großen Forderungen unserer Zeit zu entsprechen. Vorbildliches an Ein fach heil und Ge schm ad in der Tamenmode gezeigt werden. Hoffentlich zeigt diese ^chau wirkliche Muster von Geschmack und Einfachhett und nickst jene c.stietzlichen Un­getüme von Kleidern, die uns die sogenanntedeutsche" Mode vor Jahresfrist bescherte.

Erzhaüse n, 24. Jul'. Unter der Schwalbenbrut, die sich in einem hnesigen Nest benndet, i|t cm schneeweißes Schwälbchen, da§ bei den Ortsbewohnern den Flamen F r i e d e n s s ch w a l b e" erholen hat.

. = Kassel, 24. Juli. In (Hgänzung eines früheren Erlasses

zur Bekärnpsm:g der Schundliteratur hat der stellv. kom­mandierende General des 11. Armeekorps neue schärsere Belttm- mungen gegeben. Jetzt wird die Verbreitung der in amtlichen Listen als Schundliteratur aufgeftihrten Bücher unter Strafe ge­stellt. Lluch solche Bücher, in denen oder aut 'denen sich unsittliche, unzüchftge oder anstößige Anzeigen befinden, fallen unler' 1>as ettvetterle Verbot, ferner solche Schriften, die, ohne "''g-rcn Linne sittlich oder religiös ärgerniserrcgend zu sein, bk'uaiie. der Jugend vergiften, den Wagemut und den Freiheitsdrang der Jugend durch unwahre rind erlogene Schilderungen in fterbrech^nsche Bahnen lenken nnd lediglich aus Sinnenkitzel und Erregung des unreifen Gemüts ausgehen.

02 . B r e i t e n b a ch am Herzberg, 25. Jltti. Nunmehr bat der Krieg den vierten Kämpfer ans dem naben Gehau gefordert. Kaum drei Tage in der Front im Osten, starb infolge eines (srana!- schusses der 20jährige Andreas Gieß den Heldentod. Wie iehr die Franzosen an die Uneinnehmbarkeil vori Verdun glauben, konnte man ans dem Munde eines gefangenen Franzmannes Horen, als man ihm sagte, daß Verdun bald iatle.O, nir. Verdun Prussiens haben, o mx, wenn noch sechs Jahre Krieg Verdun m: fallen," rief er m voller Aufgeregtheit.

ul. Limburg, 23. Juli. Heute nachmfttag hielt im Saale derMten Poch" der Nassauische Verband l a n d w i r t s ch a t l - sicher Genossenschaften seinen 28. ordentlichen Verbands- tag ab. Es waren über 100 Genossenschaften vertreten. Dem Verband gehören zurzeit 223 Genossenschafteu an. Das Kaffen- lvesen ist günstig, die Spareinlagen haben in erheblichem Maße zugenommen. An den Kriegsanleihen beteiligte sich der Verband mit 5 Millionen BLark. In den Verbandsausschuß wurden wiedergewählt Deftu: B a l z e r - Eckelsharlsen, Beigeordneter

Preis- .Hochheim a. M., Direktor Schäfer- Wiesbaden und Bürgermeister Schneider-Steinfischbach. In einem Vortrag behandelte hieraus Generalsekretär Brenning-Bcrlin dieAufgaben der Genossenschaften während des .Krieges nnd die Arbeidm nach dein Kriege", lieber das Ergebnis der gesetzlichen Verwaltungs- revisionen sprach Berbandsrevisor Tr. Chelrus-Wiesbaden.

ul. Limburg, 25. Juli. Zu der Deputation des Roten Kreuzes, die die Lager der Gefangenen in Rußland bereist, gehört auch die Lbenn des städtischen Krankenl^iuses i» Wiesbaden. Eftäsin v. ttsckül. Sie befindet sich nock) in Richland, bat^aber verschiedene hiesige Angehörige von fti Rußland gefangenen Soldaten lwiejlich über deren Ergeben benachrichtigt. Der Marinestabsingenieur Josei Kilb, ein geborener Limburger, ist in Anerkennung her­vorragender Leistungen während der Schlacht vor dem Skagerrak mit dem Eisernen Kreuz erster Klasse ausgezeichnet worden.

ch. Vom Mittelrhein, 24. Jnli. Ein Soldat, seine 17 Jahre alte Base und der Sobn eines Schifters fuhren von,' 9ftederspau^m7ch. Niederlahnsteiu. um dorr aus einem schifte ver­schiedene Sacken abzuholen. Sie unternahmen diese Fahrt in einem Nachen Aut der Riicksadrs versuchten sie ihren Nachen an das Anhangfckfts eines bergwärts fahrenden Dampfers anzsrhängen. um schneller voranzukommen. 'Dabei schlug derl Nacken aber um und die Insassen süirzten ins Wasser. Die beiden sungeu Männer ver­mochten sich >ii retten, das Mädchen aber, das in W^erspäh zu Besuch gewesen war, ist in den Wellen verschwundeli lmö er­trunken.

Kreistag des Kreises Dormstadl.

h. Dar ni fta di, 22. Juli.

Der Kreistag des Kreises Darmstadt hielt heute vormittag im Sitzungssaale des Regiernngsgebäudes in der Neckarstvaße seine zweite Krie gsta g u n g ab. Vor Ei ntr itt in die Tagesord­nung gedachte der Vorsitzende der inzwischen verstorbenen Mft- glieder Beigeordneter Heim- Ober-Ra7nstadt nnd Beige­ordneter Witt mann - Darnfttadt. sowie des früheren Vorsitzenden des^ Kreistages, Regierungsrat Freiherr von Starck. Der erste Punkt der Tagesordnung betrifft die Vor­lage des Verwaltungs-RechensäxiftÄ»erichkt^ des Kreisausschusses für 1914, sür die .Kreiskafte nnd die Kreisabdeckerftrsse. Die Rech­nung ist von Rentner Schwab geprüft und sür richtig beftmden worden: sie wird von der Versanrnchung ohne Debatte genehmigt, desgleichen die Rechnungen sür das Jahr 1915.

Es folgt darnach die Vorlage und Festsetzung des Voranschlags über Eirrnahmen und Ausgaben der Kreiskasse und der Kreisab­deckerkasse für 1916. Die Kreiskasse balanciert in Einnirbme und Ausgabe mit 778 942,81 Mark. Infolge erhölüer Ausgaben von etwa 4000 Mark mußten die Kreisumlagen erhöht iverden und zwar von 496 189 Mark aus 507 750 Mark., Stadw. Sam es schlägt vor, anstatt der Umlagenerhöhung die Fehlsumme von 11000 Mark aus dem Kap. 14 zu decken. Nach kurzer Debatte wird beschlossen, das Kamtel in der beantragten Höhe zu bewilligen. Für .Kreisunterstützungen waren in: Vorjahr 252 000 Mark aus- geworien: für 1916 werden 259 400 Mark angesviHert urw be­willigt. Der Voranschlag über die Einnahtne:: und Llusgaben der Kreis abdecke rei balanciert mft 32 136 Mark und wird ohne De­batte genehmigt. Llls Beihilfe des Kreises Darmstadt für die Ostpreußenhilfe wird ein Beitrag von rAOO Mark be­willigt, der aus den Einnahmeüberschüssen sür Olmverwertung im Jahre 1915 entnornmen werden soll. Stadt und Kreis Darmstadt haben einen Betrag von 10 000 Mark sür diesen Zweck zur Ver­fügung gestellt. Die Uebernahme einer Bürgschaft und ferner die Veräußerung von Kreisgelände in der Gentarkung Weiterstadt werden genehmigt. Die Vollmacht des Vorsitzenden des Kreistages in der Lebensmittelversorgung wurde den ireuen Verhälmissen an- gepaßt und genehmigt^ desgleichen die Mldm:g von .Kom­missionen für die Unterstützung von Familien in den Dienst ein- getretencr Mamrscttaftei: ebenwlls. Als Ersatz Mitglied des Kreis- Ausschusses an Stelle des verstorbenen Beigeordneten .Hein: wurde sür den Rest der Wahlzeit Bürgermeister R ü ck e r t - Ober Ran:stadt gewählt. Damft war die Tagesordnung erledigt und die Sitzung schloß um 12V» Uhr.

William Ramsoq tz.

London, 23. Juli. > WDB. > Ateldmig dos Reuterschen Bu­reaus. Der Naturforscher Sir William Ramsov ist ge- st o rb en

Ramsav war schottischer Abkunst: tv wurde 1852 in (Glasgow geboren Als Student der Nttdizin an der dortigen Universität hörte er eifrig chemische Vorlesungen. Er unterbrach indessen seine Studien in E::gla:ch, um nach Tübingen zu gehen, wo er über zn»ei Jalxre blieb. Dam: kehrte er wieder nach England zurück und ividmete sich ganz der Cheunc. Er lvnrde Asftstent an der Anderson-Universität und begann zn>ei Jahre daraus l>ereits seine Lehrtätigkeit au der Universität Glasgow. Im Jahre 1883 imirde er mm Professor an der Universität Bristol ernaimt und im Jahre 1887 erhielt er die Professur sür Ehemu an der Londot:er Unroers:-'. tat. Ramsay wurde in der rutermttivnaleir .Geleehrtenwelt zuerst

[ durch seine Veröffentlichungen seiner Entdeckungen über nnvet..', ure und niigeaiikic Elemente der Atmosphäre berühmt In G »nei schast mft Lord Ravleigh entoectte er das A r g o >: , da- w 1 f schwftckend kleinen engen in unserer Atmosphäre vorkomm' > keine chemischen Verbindungen eingeht. In letzter Zeit .'.reu .Hk. mit dem Studium des Radiums uns der Umwandlung der Metals befclnfttigt.

Gedenket der GeburtZtagsspende __ für'z Bote kreuz"?

vermischtes.

Dootsunglück auf der Spree

Berlin, 24.Juli. (Priv.-Tel.) Wie demBerl. Lokalanz." aus Grün au gemelkt wird, wurden die Opfer des gestrigen Bootsunglücks bei Grünau als Leichen geborgen. Dem Berliner Tageblatt" zufolge wurden bis 1272 Uhr mittags bk reits 21 Leichen geborgen.

Köpenik, 24. Juli. (WTB3 Wie bisher fest gestellt wurde, sind bei dcn: Unglück aus dem Langen See bei Grünau 16 Per­sonen u m g e k o m m e n.

Berlin, 25. Juli. Zu dem Boorsunglück bei Grünau melden die Blätter noch, daß bisher 21 Leichen geborgen und bis auf zwei von den Angehörigen erkannt sind. Es sind jedoch noch fünf bis sechs andere Personen als vermißt gemeldet. Gestern nachmittag fand an der Unsallstelle ein Lokalternftn statt, bei dein die Boots- katastrophe durch den DampferHftckenburg" und ein Polizei- Motorboot mft möglichster Genauigkeit dargestellt wurde. Im An­schluß an den Lokaltermin fand eine längere Vernehmung des Ka­pitäns des Danrpserstzindenburg" nnd einzelner Geretteter als Zeugen statt. Tie Vernehmung endete schließlich mit der Ver ha f tung des Kapitäns des Dampfers ,L)indenburg^'.

*

Vom Hunsr n ck, 24. Juli 250 heimatlose Sol­daten der Ostarmee erhielten auf Befehl des Generalfeldmarschalls von Hindenburg einen dreiwöchentlichen Erholungsurlaub, den sie in den verschiedensten Ortschaften des Hunsrück und des Nahelales verleben werden.

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Meteorologlsch e Beo bachtungen der Station Giche k.

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1916

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11,6

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Höchste Temperatur am 23. bis 24. Juli 19 lb Z- 23,4' 0. Niedrigste , 23. , 24. , 1916 + 11,1*0.

Niederschlag 0,2 mm.

Weneraussichten in Hessen am Mittwoch, den 26. Juli 1915 Wolkig bis heiter, meist trocken, Temperatur wenig geändert

Müller'sche Badeanstatt.

Wafjerwärrne der Lahn am 25. Juli 16° N.

Letzte Nachrichten.

Dir Schlacht an der Sonrme

Genf, 25. J:cki. Die zwischen P o z i 6 r e s und G u i l l l e - ment eingekeilten Australier und Territormlc erhielten nach Pariser Berichten von der englischen Front gestern bei Sonne?!.- Untergang Verstärkungen für den stäachtkampf, der bezweckt, die .Haigs dortigen Streftkräften ungünstigen Gesamtverhaltnisse nach Möglichkeit zu verbessern. Angespornt von dem sranzöftsche?: General Foch und dein als Vermittler zwischen beiden Ottartteren dienenden Oieneral Fapolle, setzt Ha-ig trotz der namentlich bei Pozißres und Longueval erlittenen nngewölmlick) schweren Ver­luste 'seine Anstrengungen fort, in diesem oder jenem Frorttpmrkt einen taktisch wertvollen Geländcvorterl zu erringen, was bisher iftcht gelang. Die in den vorwöctngen HavaÄivten als vorüber­gehend angekmidigte unfteiwcklige Pause des ftanzösischen Somme unterntchniens nahm nach der Pariser Fachkrftik eine überraschende Ausdehnung.

Deutschland und Ftalien.

i. Köln, 25. JiuLi. Laut derKöln. Ztg." legen sich die italienischen Blätter in den letzten Tagen, nachdem sie zuerst erregt die weitestgehenden Maßnahmen der Regierung gegen Deutschland verlangt hatten, eine auffallende Zurückhaltung auf und erwähnen die Beziehungen zu Deutschland mit keinem Worte mehr, nicht einmal die ,^Jdan Nationale" und derSevolo" kommen aus die Angälygenheft zurück.

Der englische Gesandte im Haag ist beleidigt

Rotterdam, 25. Juli. Der englische Gesandte Sir Allen Johnstone im Haag richtete am 23. Juli das fol­gende Schreiben an den Sekretär des holländischen See­mannsvereins Bolharing in Rotterdam:

Mein Herr! Ich bestätige den Empfang Ihrer telegravhischt'-n Meldung von gesderii wegen der von England gettoffenen Mast­nähmen betreffend die liolländische Seeftschcrei und teile Ihnen mit, daß ich eine Abschrift davon meiner Regierung zugesandt habe. Wie Ihnen bekannt ist, wird diese Angelegenheit in London ver­handelt, wo genügend aNredftierte Vertreter Ihrer Fischerei einv» getroffen sind, um Ihre ^Ansichten zu vertreten. Es würde deshalb keinen Zweck hoben, die verwickelte Angelegenheit hier zu erörtevii Ich muß aber gegen die Worte., in denen Ihre Depesche an mick verfaßt ist, ernsthaft Verwahrnng cinst'^n, weil Ausdrücke wie willkürliche Araßnahmen" undvcrsnchte grobe ReckstsVerletzung" nicht gebraucht werdet: sollten in einer Meldung an den akkreditier­ten Vertreter einer beftcnndeten Macht in diesem Laiche."

Spanische U-Boote.

Haag. 25. Juli. Der spanische KreuzerEstramadNra" ist nach Amerika gesandt worden, um dort ein U Boot als Ladung ein zu nehmen. In Sparrien selbst werden Unter-- seeboote für Rechnung der Regierung gebaut, so daß Spanien bald über 15 dieser Fahrzeuge verfügen wird.