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erneuern und durch eine Abordnima, bestehend crws dem Dekan der Phikosovhischen Fakultät Professor Di'. Kalbfleisch und dem Vertreter der Chemischen Mteilung Geh. Hofrat Professor Dr. Hlbs, persönlich überreichen.
L. U. Bon derLandesuniversität. Der ordent liebt' Professor an unserer Landesuniversität Dr. RobeW H o t tz m a n n hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Breslau angenonlmen.
** G i e ß e n er Sie ger beim Fel db erg tur n e n_ Bei öem am Sonntag abgehaltenen Feldbergturnen, an dem nahezu 5000 Iugendtunrcr teilnahmcn, wurden alle vom Turnverein von 184 6 entsandten Zöglinge Sieger. Von 70 erreichbaren Punkten in der Ol^er stufe erhielten: Willi Arnold 60 Punkte, Wilhelm Blank 56, Ernst Sommer körn 55, Karl Sann 48, Georg Amend 40, Karl Schmidt 38.
** Entwiche n e Kriegsgefangene. Es ist er- wünscht, daß die Zivilbevölkerung die Militärbehörden nnd Sickwrhcitsorgane bei Wicderergreifnng flüchtiger Kriegsgefangener noch mehr nntersticht als bisher. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß Kriegsgefangene, die sich auf landwirtsclmftliclnm Arbeitskommandos' befinden, an ihrer Kopfbedeckung eine leicht sichtbare Blech marke tragen müssen, auf welcher der Name der Ortschaft ein gestanzt ist, in deren Gemarkung sie sich frei bewegen dürfen Werden somit Kriegsgefangene ohne solche Marke oder außerhalb der eingestanKen- Gemarkuirg angetroffen, dann sind sie als flüchtig anzirsehen und der nächsten Militär- oder Polizeibehörde zuzuführen Ist dies nicht aus- ftl'hÄar, dann ist wenigstens die nächstgeleqene Behörde sofort M beirachrichtigen.
** Auf der Gießen er Freilichtbühne wird Sonntag, den 23. Juli, „Unter Brüdern", Lustspiel voii Paul Hepse, daraus „Der grüne Domino", Lustspiel von Theodor Körner, gegeben. Der Anfang ist auf 4 Uhr festgesetzt. Muß die Ausführung wegen schlachten Wetters crusiallen, wird dies wie üblich bis spätestens eme Stunde vor Beginn der Aufführung durch Anschlag am Stadthanse bekannt gegeben werden.
**EinführungderSr>mmerzeit. Das Grvßherzvglich Hessische Ministerium hat die Handelskammern um Aeußernng über die Bewährung der Sommerzeit unb ihre Wetterführung im nächsten Sommer, gegebenenfalls ihre Uebertragung auf den Winter ersucht. — Die hessischen Handelskammern haben in ihrer letzten Vertreter- Versammlung sich dahin erklärt, daß jedenfalls für den nächsten Winter die alte Zeit wieder in Kraft treten soll und daß man sich die Stellungnahme bezüglich der künftigen Regelung Vorbehalten müsse, his die Erfahrungen mit der diesmaligen Regelung vollständig vorliegen. Es wurde bei der Erörtermrg neben den unleugbaren-günstigen Volkswirtschaftlichei: mw sozialen Wirkungen der Sommerzeit von Vert r et e r n der Industrie iedoch auch betont, daß die Arbeiter durch längere TätigEcit nach der Arbeitszeit in der LandwirBckaft im Schlafe vrrkitrzt werden nnd insvlaedessen am anderen Tage iricht mehr so leistungsfähig sind. Insbesondere auch bei jugendliche^ Arbeitern und Schülern seien solche Folgen nicht von der Hand zu weisen.
- Erhöhung der Dr'aschl öhne. Der Verband Hessen- Nastauischer Dampfdre^chereiep hat für die diesjährige Dreschzeit eine nicht unwesentliche Preissteigerung eintreten lassen. Er verlangt für das Dreschen im !Feldc für die ©hntbe 12 Mark, für das Dreschen in der Scheune 8,50 Mark. Die Preissteigerung begründet der Verband mit der allgemeinen Verteuerung der beim Dreschen erforderlichen Materialien
** Warnung vvr schwindelhaften Angeboten. „Speck. Darrst, ä 10-Pfund-PosKolll 20 Mark Versandt nur gegen Voreinsendung des Betrages. Sofort bestellen, da große ,NÄfrage." Solche und ähnliche Anzeigen kann man immer wieder ft: jetziger Zeft in den Zeitungen ftiwen. Sofort wird ans das anscheinend recht günstige Angebot hin der Geldbetrag ein- gesandt und in nicht wenige n Fallen hört man nichts mehr von dem Geldempfänger. Es sind größtenteÄs Schwindler, die hinter diesen Anzeigen stecken. Mm Teil sind es gewissenlose Ausländer. Man hüte sich, sein Geld ans der Hand zu geben, ehe man weiß, mit wem man es zu tun hat. Je günstiger dos Angebot eines Unbekannten zur Lieferung von GcbrauchSmitteln des täglichen Bedarfs erscheint, desto mehr Vorsicht ist gerade unter den jetzigen Verhältnissen am Platze.
*• Städtischer Eierverkauf. Die der Stadt zugewiesenen Eier werden dieses Mal an die Bezugsberechtigten der Brotmarkenbezirke IX, X, XI und XU auSgegeben werden. Näheres stehe Bekanntmachung.
"Eine neue Denkmünze sür Sammeleise r. Professor Auaust Gaul, der im Laute des Kriege« schon mehrfach seine Kunst in den Dienst des Roten Kreuzes stellte, hat jetzt eine eiserne Erinnerungsmünze geschaffen, die den Vereinen vom Roten Kreuz zur Verfügung steht, um sie zur Belohnung für Sammeleifer zu verteilen. Für die Gewährung kommen nach dem Ermeffen der einzelnen Verein« vom Roten Kreuz solche Spender in Betracht, die in Zukunft dem Roten Kreuz durch Sammeln von Gegenständen aller Art erhebliche Vorteile verschaffen oder höhere Geldbeträge zuführen. Die mit großer Meisterschaft modellierte Schaumünze zeigt aus der Vorderseite in prächtiger Anschcnllichkeit eine dem Sturme trotzende Eich«, auf der Rückseite einen Ring von Ameisen und Bienen, sowie den Goethefchen Vers: „Das Allermindeste müßt Ihr entdecken auf das Geschwindeste in allen Ecken."
•* Da« heutige Krei 8 blatt enthält Bekanntinachungen über Ergänzung der Verordnung von Preisprüfungsstellen und die Versorgungsregelung über Brotgetreide und Mehl aus der Ernte 1916.
Landkreis Gießen.
d. Li'ch, 20. Juli. Die hiesige Jugendwehr nahm in einer Stärke von 70 Jungmonnen. unter der Leitung des Wacht- Meisters Weber von hier, am verstoßenen Sonntage Ml dem Feldbergfefte teil. Die Abfahrt erfolgte einen Tag vorher, Morgend 9,12 Uhr über Gießen nnd Friedberg nach Bad Homburg v. d. H. In liebenswürdigster Weise wurde unsere Iugendwehr von der Leitung der dortigen begrüßt und zu den Sehen «würdig keilen Homburgs begleitet. Seminarlehrer und Vorsteher des Vorsenn- nars zu Lich, Dr. L o r e n tz, gab in ttusfühplicher und anschaulicher Weise die Erklärungen an Ort und Stelle. Gegen abend führte der Weg nach Dornholzhausen, wo im Hotel zum Adler Massen- guartier bezogen wurde. Am nächsten Morgen erreichten die Iung-i mannen, nach 3^ ständigem. Marsche um 9 Uhr den Gipfel des Feldberges. Um 10 Uhr begannen die Wettkämpfe, woran sich 40 Jungmannen unserer 632. Ingendwebrkvmpagnie beteiligten. 'Zwölf Preise wurden errungen. Um 4 Uhr trat unsere Jugend wehr den .Heimweg an. Herr Lorentz führte die Teilnehmer einen dreistündigen, romantiscki-en Weg, auf welchem er den Jungmannen geologische Aufschlüsse gab. Von Oberursel aus brachte die Eisen bahn die Teilnehmer glücklich mn 1/^11 Uhr abends in die Heimat zurück.
Kreis Büdingen.
e. Büding e n, 20. Juli. Der B r o t p r e i s ist in unserer Stadl um 2 Psg. für den Vierpfünder erhöht worden. Irrtümlich war in unserem Blatte von einer Herabsetzung des Preises um 2 Psg. berichtet.
# Büdingen, 19. Juli. Die Hessische TapferteilSmedaill erhielt der Dizeseldwebel Hermann T h ü r t n g.
---Büdingen, 19. Juli. Ter Leiter deS deutschen Mädchen- tzynmasimnS lLuisen-LyzeumS in Lodz, Oberlehrer Treut, ein geborener Büdinger, bereist, wie wir 'schon kurz ^erwähnten, gegenwärtig mit einer Anzahl seiner SclMerinnen Süd- nnd Mittel« dentschland Tie jungeil Mädchen, denen sich in Berlin mehrere deutsche Schülerinnen anschlossen, sollen die schönsten Gegenden Deutschlands kennen lerneil und aus diese Weise durch eigenes H , Sehen und Erleben für das Deutschtum lvirkcn. Die Reisegesellschaft erfährt durch» die Stadtverwaltungen, deren Bereich sie be-
)u<XjL, räHoeot- oecauuurguug uno »rorderung^ auch tue oerichredenan Ortsgruppen des Vereins für das Deutschtum im Auslande nehmen ich der jungen Mädchen imd ihrer Führer warm an. — Oberlehrer Treut hielt gestern abend im „Fürstenhos" vor einem großen Zuhörerkreis einen Bortrag über „Das Deutschtum in Shimidy Polen". Der Erlös des Vortragsabends kam dem Roten Köenz zugute. V
ba Büdingen, 20. Juli. Dem an der Ostfront känrpiendcn Vizefeldwebel und Offiziersaspiranten Paul Nürnberger von hier wurde das Äserne Kreuz verliehen. — Untervssiziev Bävpler im Landw.-Inf -Regt. 91 erhielt das Eiserne Kreuz.
— Dem Leutnant Otto Me tzner, Kompagniefübrer der 12. Kompagnie vom 91. Res.-Inf Regt, ehemaliger Schüler des Wolf gang-Ernst-Gynttrasnom^, lsier, wurde das Eiserne Kreuz 1. Kl. verliehen. — Die Hessische Tapferkeitsntedaille erhielt Heinrich Betz aus Orleshausen auf deni Scblachtselde an der Somme.
Kreis Alsfeld.
02 . Alsfeld, 19. Juli. Die G r o ß h e r z o g i n weilte gestern in unserer Stadt. Die hohe Frau stattete dem hiesigen Lazarett einen Besuch ah. .
oz BernSburg, 20. Juli. Die bis letzt cutS unserem Orte als Opfer des Weltkrieges Gefallenen waren wohl geboren.' Bernsburger, halten aber ihren Wohnsitz auswärts. Nunmehr l>at das große Pölkerrrngen den ersten hier ansässigen Bernsburger, H. Lenz, den Sohn deS Besitzers der Welfchmühlc, dahingcrafft, der infolge Berwilndung durch Granatsplitter den Heldentod erlitt.
= Mücke, 20. Inli. Tie beiden Fahrp-o st v e r b i n d n n gen Mücke—Ulrichstein mtb Mücke—Bvbenhansen II haben sich in den nun fast zwei Jahren des Krieges eines bedeutenden finanziellen Zuwachses zu erfreuen, als in den letzten Frieden-si-ihren. Der Mehrerlös entsteht hauptsächlich durch den sich immer steigenden Personenverkehr War'eS in Friedenszeiten eine Seltenheit, voll ständig besetzte Postwagen der beiden Verbindungen zu suchen, so ist jetzt ger^>e daS Gegenteil fast immer der Fall Täglich sind beide Wagen, die von hier nach Ulrichstein und Babenhausen fahren, überfüllt, mittags sowohl als auch abends. Gar mancher Gebirgsbewohner, der such, im Postwagen ausrnhen möchte, findet zu seinem Erstaunen, daß bereits alle Plätze verkauft sind. Wohl oder übel, muß er dann aus Schusters Rappen in dunkler Nacht, tvie jetzt im strömenden Regen den kürzeren, oft auch drei mid vierstündigen Weg zurückleaen. Wie sehr wäre hier ein anderes Verkehrsmittel, das mehr Personen ausnchnren könnte als 5 bis 9 Menschen, dringend nötig. — In vielen Gegenden fällt in diesem Jahr zum Teil die O b st e r n t c. besonders die der Aepsel imb Birnen, nicht allzu gut aics. Tie Obstbcnnne der Kreisstraße von hier über Ruppertenrod hinaus nach Ober-Ohmen stellen eine gute Ernte in Aussicht. Sotange diese wo?)Igepflegten mtb gut gezüchteten Bäume ertragsfähig find, sind sie auch noch kein Jahr mit ihrem reichen Ertrag ausqeblieben. Einen fcksiinen Anblick bieten eben schon die Bäume nnd Früchte der Wurtergoldparmänc, der Schafnase u. a. Y
t. N i e d e r -O h m e n. 19 Juli Dem Vizefeldweböl nnd Offiziers-Aspiranten Otto Becker von hier, der in der 7. Konlp. Inf.-Regt. Nr. 196 dient, wurde daS Eiserne Kreuz • verliehen. Ausserdem wurde ihm, weil er — der eigenen Gesa ln nicht achtend
— mit noch einem Krankenträger einen gefallenen Kameraden und zwei Verwimdete in Sicknrheit gebracht hatte, durch Korps-Tages befehl besondere Anerkennung für die beimesene Tapferkeit ausgr- spröcheii. — DaS Eiserne Kreuz und die .Hessisckü Tapferkeits - m-edaille erhielt der Gesicite Karl Herget, 10. Konw. Res.- Inf-Regt. Nr. 253. Er war vor der Mobilmachung Postbote in Gießen. Ten Heldeiitod fürs Vaterland starb der Musketier Kart Reinhardt im Res. In). Regt. Nr. 353. Reinhardt hatte den Winterfeldzug in Galizien mttgemacht, imd war kranklieitS halber zurückgekominen. — Dem Musketier Werner lvnrdc in den Känipfen vor Verdun dnrch Granatschirß der linke Fuß '.veg- gerisfeii.
np. Ruppertenrod, 20. Die H a u s s a m m l u n c\
sür die deutschen 5krtegs und Zivilgesangenen im Auslande, die hier am Sonntag vorgenommen wurde, ergab den Betrag von Mk. 128,90.
np. W e t t s a a s e n , 20. Juli. Ein hiesiges, 15 Jahre altes Mädchen geriet beim Heuheimfahren unter den beladeiren Wagen. Obgleich das Gespann sofort zum Stehen gebracht wurde, drückte ihr doch das eine Rad des Wagens ern Schlüsselbein entzwei.
up. Vom vorderen Vogelsberg, 20. Juli. An Beeren fehlt «es in diesem naßkalteor Somrner nicht. Nur die Erdbeeren, welche die Sonnenwärme lieben, tvaren spärlich gediehen. Umso reichlicher hängen die Himbeeren und H eidelbee rcn. Letztere gibt ed allerdings im vorderen Vogelsberg nicht. Die Gartenbeeren. Johannis und Stachelbeeren, find reich behängen. Ter so beliebte Gelee fehlt mithin auch in diesem Jahre nichjt in? den häuslichen Vorratskammern. Die Beeren sind in diesem Sommer durch den Mangel an Sonnen schein säuerlicher. Ta Muß sich schon beinl Zuckervorrat. der jetzt aus den Landvrten zur Verteilung kommt, eingerichtet werden.
Kreis Lartterbach.
ü Nieder-Mo os, 20. Juli. Unser Lehrer Hermann Pauli, gÄtt-rtig aus Lich, stand in Galizien bei einem Jnfanterie-RegtMewt. Da er dort erkrankte, ist er nach seiner Wiederherstellung vorlcsisiig aus dem Heeresdienst entlassen und kann sein Amt wieder versehen.
ü. Movser-Grlnnd, 20 Juli. Die Hauptstengel mancher Ka rtofs el str äucher findet nran eben von einem weißen Belag umfchtossen, an dem der Strauch oftmals zugrunde geht. Hänftg konnte mlan das bei frühgesetzten und besonders buschigen und krantreichen Kartoffeln beobachten. Sicherlich haben wir es hier mit einem FäuliEspilz zu tun, der durch den anhallendar Regen entstarchen ist. Größerer Schaden ist noch nicht erwachsen.
Kreis Schotten.
4ß D e tz e n r o d , 19. Juli. An einer schweren Verwundung starb der Kanonier L o tz in einem Fuß-Art.-Regiment.
E i n a r t S h a u s e n, 19. Juli. Arck dem Fetde der Ehre starb der hiesige Lehrer Philivp Schäfer, Leutnant d. Rrf.
^ Stumpertenrod, 20. Juli. Ein weiteres Opfer forderte der Krwg in unserer Gemeinde. In den letzten schwerem Kämpfen starb der LaNdwehrTnann Heinrich Lerch im Landw.* Jnf.-Regt. Nr. 116 den Ehrend fürs Vaterland. Er stand im 33. Lebensjahre und hinterläßt eine Witwh mit einem Kind. Er war der Solw des SchichniachprS H. Lerch. — Zur Einbringung der fast noch zur Hälfte ansstehenden Heuernte sind von Gießen 23 Landsturmleute eingetroffen, die den hiesigen Landwirten znge- tellt worden sind. Außerdem sind bereits seit Frühjahr Kriegsgefangene hier in Arbeit.
Kreis Friedberg.
0 - 0 . Vilbel, 80. Juli. Dem Kanonier Wehrmann Portier Appel von hier wurde die Hess. Tapferkeits medaille verliehen. 2lls 78. Opfer, das der Krieg ans unserem Städtchen fordert, starb den Heldentod der Wehrmann K n n z.
Vilbel, 20. Juli. Der ehemalige Rechtsanwalt Schmitt, der im letzten Herbst von seinem Truppenteil in Vilbel entlvich, mtb später in Ulm verlmltet wurde, erhielt für diese Straftat nunmehr 5 Jahre Gefängnis. Außerdem wurde er in die z^veitc Klasse des Soldatenstandes versetzt.
Starkenburg und Rheiubcssen.
C. Darmsladt, 20. Juli. Ein sozialdenwkratsiches Blatt hatte laut ,,Köln. Ztg." gefragt, ob eS sich bewalnheite. daß die g r o ß h e r z o g l i ch c Hofhaltung --sicherlich ohne V o r - w issc n des GrvßherzogpaarS, fügte daS Matt allerdings hinzu mehr Fleisch v e a n s p r u ch c, als den Mr Hofhaltung ge hörenden Personen zukomme Daraus hat der zweite Bürgec- mcister M ül l er der Zeitung mitgeteilt, daß die Hoshaltnug wcder jemals mehr Fleisch zugelviescn erhalten, n o ch bemt sp ru cht habe. Im Gegenteil hätten der Grogherzog ivie auch die Groß Herzogin mehrfach der Stadtvcrivaltung gegenüber das bc st i m m t e Vertan g e n ausgesprochen, hinsichüich der Lebensmittelversorgung in keiner W e i i e ^a n d e r S behandelt zil werden wie jeder andere Bewohner der Stadt. Diesem Verlangen habe auch die Stadtverwaltung streng Rechnung getragen
-- Offen bach, 20. Juli Am gegenübcr'liegcnden Fecken heuner User wurden am Trenslag die Leichen zlveier Männer und einer Frau aus dem Main geborgen. Die Frauenl-eiche wurde
als dre eures gewp>n Lrescheu 'löallurga ertaunt. Die Abanner- leiden konnten bislang nicht sestgestellt lverdar.
e. Mainz, 20. Juli. Wilhelm SadowSky, Mttglted des tädtischen Orchesters Mainz, zurzeit Sergeant in der Alusikabteilung des Pioiner-Regiments Nr. 25 Mainz Kastel, hat dem König von Bulgarien einen Marsch, .König Ferdinand von Bulgarien, Feldmarschall-Marsch", gewidlnet, der von dem König angenommen worden ist. Der^Atarsch wurde anr Donnerstag, den 13 . d. Mts., vor verivundete>t bulgarischen Offizieren, die zurzeit in
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ausgenommen.
Kreis Wetzlar.
W a , Wetzlar, 19. Juli. Für das Vaterland gestorben ist Unteroffizier Otto G i b b, Jnf.-Rgt. Nr. 169.
W. W ehlar. 20. Juli. Mit deni Eisernen Kreuz 3. Klasse ausgezeichnet wurde Ossizierstellvertreter Hermann S t a n g l e r, bei einer Artillerie-Meßtruppe im Westen. Er ist ein Sohn des Bergoerwalters Stangier.
IVkc. A l b 6 h a u s c n, 20. Juli. Für das Vaterland ist gestorben Grenadier Willi Iung, Garde-Jnf.-Regt. Nr. 6.
Wa. Allendorf a. d. Ulm, 20. Juli. Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet wurde Pionier Droh, Pionter- Koinpagnie Nr. 225.
Wa. W e r d o r f, 19. Juli. AuS unserem Orte siel Ersatz- Reservist Heinrich H a g n c r , Jnf.-Rgt. Nr. 116.
ra. Ans dem Kreise Wetzlar, 20. Jiuk. Zur Unter stützung und Fördcrmrg! der Wirtschaft!ufym Znsamnienlegnng de r Gr und stücke im Kreise Wetzlar wurde settl-er alljährlich aus deni Westfonds der Betrag von durchschnittlich 45000 Mark gewährt. Dnrch Ministerialn4aß vom Jahre 1898 sind denjenigen Kreisgenreinden, die zuerst mit der Zusamntenldgung vorgingen. ^ der Kosten bewilligt worden Höchstivahrsckieinlich iedoch wird für die Folge das übliche Beihilfenmaß auf 1 w der Auslagen, herab gefetzt. In sämtltchet^Ortsck)aften der Bürgertn eiste rei Hohensolms ist die Zufanlmcillegling der Felder zur großen Zufriedenheit der Bewohner dtirchgeführt.
Hessen-Nassau.
— Wiesbaden, 20. Juli. Zur Steuerung des tüglich größer werderidett Schadens, den die Wildschweine in Lorch und. sin Wispertal an richten, hat die Regierung mmmehr eftre schane Verordnung erlassen. Die Gemeindebehörden und Förstereien sind angewiesen, das Schwarzwild mit allen verfügbaren Mitteln ausznrotten. Wie groß der Wildschweinschaden in Lorch ist, er hellt auS der Tatsache, daß in bei - dortigen Gemarkung bis jetzt 84 Korn- und 92 Kartoffelfelder vernichtet wurden.
— Fulda, 20. Juli. Unter Beteiligung des Kreises, der landwirtschnstlichen Vereine imb zahlreicher Landwirte wurde hier eine Gesellschaft sür das Trocknen von K a r t o s f e l n, R ü b e n b l ä t t e r n, Getreide und R u n k e l n gegründet. Die Trocknungsanlage wird in einer hiesigen Fabrik ausgestellt; sie kostet etwa 40 000 Mk. und kommt bereits in wenigen Wochen in Betrieb.
g. Eschwege a. d. Werra. 19. Juli. Der Gesamtumsatz der hessischen Vorschuß- und K r e d i t v e r e i n e belief sich in dem verflossenen Geschäftsjahre in Einnahme und Ansqabe auf 688 614 875 Mark gegen 637 966 661 Mark im Vorjahre. Tie Mitgliederzahl ging von 20 936 aus 20 561 zurück. Tie gewährten Kredite betrugen 100036 308 (im Vorjahr 637 966 664) Mark. Das eigene Vermögen beträgt 12 975 734 Mark, die fremden Betriebs- lapitalien 47 282 307 Mark.
g. Eschwegc a. d. Werra, 19. Juli. Der lsiesige Magistrat lmt in Verbindung mit dem Vaterländischen Franenverein eine Kriegs kn che für die minderbemittelte Bevölkerung esilgcrichtet. Der Preis beträgt für zwei Teller Suppe 30 Pfennig DaS Essen kann an Ort imd Stelle verzehrt und auch mitgenommen norden. — Die Hanssammlnng des Roten Kreuzes zur BolkSspende sür die deutschen Kriegsgefangewni ergab im Kreise Esebniege den Bttrag
von 2804 Mark.
X. S ch l ü ch t e r n, 19. Juli. Der 16jährige Sohn des Bürger meisters Seel in U n t e r s p i e s h e i m hatte ein junges Pferd eingespannt und wollte seinen Vater in Gerolzhosen abholen. Vor einem entgegenkommenden Fuhrwerk scheute das Pferd und Seel wurde vom Wagen so unglücklich an einen Baum geschleudert, daß der junge Mann tot am Platze liegen blieb.
ch. Vom M i t t e l r h e i n, l 9. Inli. Nach amerikanischen Nirldimgen ist das Untersee-Frachtboot „Deutschland" etwa 100 Meter lang, 9,6 Meter breit nnd hat einen Laderaum von 791 Tonnen, demgegenüber unsere Rhein dumpfer in Bei gleich gebracht, ergibt sich, daß die größten Giiterdampfer, die zu gleich, die größten Flnßdampser Europas sind, „Karlsruhe Nr. 9". „Erbgroßherzog von Baden", „KarlSrirhe Nr. 10", „Prinz Max". „Karlsruhe Nr. 11", „Prinz Bertold" je 93 Meter lang 10,03 Meter breit sind nnd bei 2,77 Meter Tiefgang 1306 Tonmnr Ladefähigkeit haben. Der größte Rhein Seedampfer ist der Dampfer „Bingen" mit 73 Meter Lange. l0,06 Meter Breite^und 1700 Donnen Ladefähigkeit am dent Rhein. Ter größte Schleppkahn auf dem Rhein „Karl SchroerS Nr. 31" ist 123 Meter lang. 14,09 Meter breit und vermag 3591 Tonnen Ladung zu tragen
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 21. Juli 1916
Ziemlich heiter, trocken, tags wärmer, nacht? kühl.
letzte Nachrichte».
Neue Riefen-Kampf-U-Boote?
Genf. 20. Juli. Wie der Korrespondent de-S „Journal de Genßve" auS Rout meldet, hält man dort dre Wiederauinahime
verschärften U-DootkriegeS dnrch DeMschland im Atlantischen Ozean wie im Mittelmeer, als unmittelbar bevor stehend Man spreche von einem neuen großen Typ deutscher Kampf-U-Boote, die an Tonnage selbst den Typ der „Deutschland' übertrasen. En: italienischer Kommandant erklärte, in der Nähe von Gibraltar deutsche ll-Boote von 5000 Tonnen gesehen zu 'haben.
Die Russen in der Bukowina.
i. Köln. 20. Juli. Die „K. Z." meldet ans Wien: Narb ergänzenden Meldungen der Kriegsberichterstatter haben die Russen das von ihnen besetzte Gebiet der Bukowina streng auch gegen Rumänien abgeschlossen, um das Durchsickern von Nach richten zu verhindern. Ihre mäßige Tätigkeit in der, Bukowina während der letzten Tage läßt darauf schließen, daß sie für ihre rückwärtigen Verbindungen sorgen, eine große Umgruppierung gegen die rumänische Grenze vorgeiwmmen haben und außerdem mit der Auffüllung ihrer durch sckpvere Verluste entstaudenen Lücken beschäftigt sind.
Rußland und die japanische Sympathie.
i. Wi en , 20. Juli. Tie „Köln. Ztg." berichtet: Der Vertreter der „Neuen Freien Presse" hatte Gelegenheit, mit gesan- genen Fvanzosen. Japaner!: und Serben, die an der russischen Front gefangen wurden, zu sprechen. Interessant war das Gespräch ' mit einen: japanischen Offizier, der deittsch spricht, Sttidien iu Deutschland gentadtf lwt und in feiner Hei mat Lehrer an einer japanischen Mittelschule ist. Nach seinen An gaben sind insgesamt etwa 20 000 Japaner vor etlva 2 Monatei: in die russische Armee aingeueien. Er glaube^ daß ne den Rallen nicht mehr viel helfen würden, denn wem: auch die japanische Regierung mit Rußland verbunden sei. das japanische Volk sei mit seinem Herzen nicht auf seiten der Russen. Es habe die Grau [amfeiten noch nicht vergessen, welche die Russen im russisch japatsischei: Kriege an Japanern verübt hätten. In Japan lvünsche jeder, daß nach Beendigung des Krieges ein gutes Verhältnis zwischen Javan und Deutschland hergestellt werde. Die Opposition habe einen lebhaften Feldzug gegei: die Mnnitionslieferuugen Japans, an den Vier verband unternommen und wiederlwlt' Ein sprach erhoben. Soviel habe sie schon erreicht, daß weitere Truppen transporte nach Europa nicht stattfinden würden, obgleich Ruß" land als Entschädigung militärische unb wirtschaftliche Vorteile int fernen Osten angeboten habe. Das Bündnis zwischen Japan und Rußland werde nach dem Kriege von lehr kurzer Dauer sein, denn die Interessen Japans seien grundverschreden von denen Rußlands.


