Wd-gen seine Kameraden auf das Tieftte zu erschüttern. Hab der Schreiber jubelte auf im Erleben dieses hohen Mages: hei, das war etwas anderes, als der müde Gleich- ^Lang, das müßige Freudegefühl in den Friedens,ahren! 'Es lag in diesem Bekenntnis etwas, Mas uns an das i Wallenste inert ied erinnerte: „Und trifft es morgen, so laßt -nns heut noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit." Nur ungleich edler und stolzer noch sind die Empfindungen 'als die höllische Iägerlust, die das Reiterlied erfüllt. Wir in ber Heimat sollen unis auch nicht ins Klagehaus zurück- ziehen. Und so heißt es in unserem Brief ans dem Felde: ,Zä)er kopfhängerische, verzagte Gedanke ist jetzt Verrat." Also schon der Gedanke: und wie viel verderblicher vAUtfr trauriger ist es, wenn solche Gedanken müßig herum- gellatscht werden. Da ist es noch besser, sein Empfinden an harmlosem Schauen, an der Natur und ihren mannigfaltigen Schöpfungen und Wundern zN erfrischen, und wenn es auch ein Zirkus ist, der uns diese Beschäftigung vermittelt. All unser Ergeben aber muß der Gedanke beherrschen, wie das unmenschliche Ringen draußen den Ernst und die Größe der-Zeit predigt.
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 19. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautüarl: 19. Juli 1916.
Russischer Kriegsschauplatz.
Keim Aenderung.
Südwestlich von Moldawa wurden wieder einige russische Vorstöße abgeschlagen.
Im Berg- und Wawgebiet von I a b l o n i c a und Z a - bie loste sich der Kampf in zahlreiche Einzelgefechte auf.
Südwestlich von Delatyn trieben unsere Truppen russische Abteilungen, die auf das Westufer des Bruch vor- gedrungen waren, über den Fluß zurück, wobei 300 Gefangene und zwei Maschinengewehre erbeutet wurden.
Weiler üördlich nichts von Belang.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Nach neuerlicher heftiger Artillerievorbereitung griffen die Italiener unsere Stellungen südöstlich des B o r c o l a - Passes dreimal mit starken Kräften an. Diese Angriffe wurden mit Handgranaten. Maschinengewehrfeuer und Steinlawinen blutig abgewiesen.
An der Kärntner-Front hält das lebhafte Geschützfeuer im Fella- und Raibler-Abschnitt an.
Ein Nachtangriff von Alpini-Abteilungen im Gebiet des Mittagskofels schefterte nach hartnäckigem Kampf an der Zähigkeit der Verteidiger, die ein feindliches Maschinengewehr in Händen behielten. Tarvis stand abends unter Geschützfeuer.
An der Isonzo-Front wirkte die italienische Artillerie vornehmlich gegen die Hochfläche von Doberdo.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Unverändert. ^
Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Der türkische Bericht.
Konstant in vpel, 19. Juli. (WDB.) Da? Hauptauartter meldet:
Aus den neuen Nachrichten über dir mit Erfolg ausgeführten mckitärischen Operationen gegen die Italiener in Trivolis ' loib gegen die Engländer im Westen von Aegypten geht hervor, daß NuryBey Pascha, derdie Operationen der ottoinv nischen ^Fwiwilligen in diesen Gegenden leitet, sich entgegen dem englischen Bericht, der seinen Tod in einer der letzten Schlachten meü>et, am. Leben befindet und glänzend seine Ausgabe erfüllt In den: letzten Gefecht, das er den Italienern in der Umgegend von Misrata geliefert hat, und das mir einer Niederlage derselben endete, nahm er den Italienern 200 Offiziers, 6000 Soldaten und 24 Geschütze ab. Die Ortschaften Misrata und Dsedahie befinden sich in: Besitz der Freiwilligen Zwischen den beiden Ortschaften und der Küste sieht kein Italiener mehr. Unsere Freiwilligen befinden sich im Westen Aegyptens in Für sie siegreichen Kämpfen, über welche wir noch keine Einzelheiten erhalten haben.
An der Jrak^Front bat sich im Abschnitt von Felahie nichts geändert. Am 15. Juli griff eines unserer Kampfflugzeuge ein englisches Flugzeug an und beschoß es. Dieses wurde be^ schädigt und stürzte hinter den feindlichen Linien ab.
Im Euphrat-Abschnitt machten unsere''Freiwilligen . und fliegenden Abteilungen gelungene Ueberfälle auf feindliche Lager und Etappenlinien. Sieben vollkommen mit Lebensmitteln beladene Schiffe wurdet: von uns auf den Etappenstraßen erbeutet Nach den letzten von Jban Sud Reschid Pascha erhaltene:: Nach, richten, der als Oberbefehlshaber unsere Hauptstreitkräfte und Freiwilligen befehligt, die in den Gegenden von Nedjd und Zubair ' operieren. sind die in d^r Umgegend von Bassovah angetrvffenen englischen Abteilungen besiegt worden. Außerdem wurde ein eng lisches Flugzeug abqeschossen und erbeutet.
Bon der persischen Front keine Nachricht.
An der Kaukasusfront fanden aus dem rechten Flüge Scharmützel unserer vorgeschobenen Abteilungen und Angriffe der ltzeiverseingen Erkundungsabteilungei: statt. Auf dem linken Flügel "kerne Veränderung. Ein feindliches Flugzeug warf wirkungslos . dvei Bomben auf die Umgelnmg des Bahnhofes von Bulaix. Es . nmrde durch das Feuer unserer Artillerie in die Flucht gejagt.
Unsere an der persischen Front gegen die Russen fortschreitenden Bewegungen entwickeln sich unter der Beihilfe der 'persischen Mudjahids zu unseren Gunsten. Die letzteren surd dank ^der Bemühungen Niza Mel Saltanes, der sie unter seinen: Ober. üestA vereinigt hat und einen ausgezeichnete:: Generalstab besitzt . vortrefflich organisiert und operieren erfolgreich gegen den ge- . Einsamen Feind. Sie leisten unseren Truppen durch ihre Beihilfe i sehr syettvolle Dienste. Wenn dank der Gnade des Allmächtigen dieser allgemeine Krieg durch unseren vollständigen Sieg gekrönt i fein wird, iverden diese wertvollen Anstrengungen der Mudjahids '»ur Befreiung Persiens von der russischen und englischen Gewalt ' Herrschaft in goldenen Lettern aut den Seiten der ottomanisch-en und ' persischen Geschichte verzeichnet rverden Was unsere bei dieser (^e .legenheck gemachten Anstrengungen betrifft, so haben sie nur den einen Wunsch mm Ziel, unseren mohammedanischen Nachbar Persvm ',nh inrmer im Genuß voller und unbeschränkter Freiheit zu sehen ’öte sind begründet durch die auftichkige Ueberzeugung, die wir inbetrcff seines glücklichen und künftigen SchickialS hegen.
Konstantinopel, 19. 3uli 'WTB > Meldung der Aaenee Mill: Zur Bewhnung iür dre Treue gegenüber dem
KhaitsiU unv für me Dünste, die er, wre gemeldet wurde, dem
Ottonrarrischen Reiche erwiesen hat, :ft Emir Resch:d ^ bau Hause Sud, der mit Erfolg gegen die Engländer in den Gegenden von Bassorah und Zubair operiett, zum Oberbefehlshaber der Truppen und Freiwilligen von Nedjd und Zubair ernannt worden.
Ter Sultan sandle ihm außerdem einen mit Tiamanren ge- schnüickten Säbel und verlieh ihm die Diamantenplakette des Medschidieb-Ordens, sowie Idie Goldene und silberne Kwgs- medaille. Bei dieser Gelegenheit sandte der Emir an den B:ze- generalissimns Enver Pascha Depeschen, in welcher er für die kaiserlichen Gunstbezeigungen dankte und von den Erfolgen der Freiwilligen in dev Umgebung von Bassoratz und Zubair, sowie von der Unterbrechung der feindlichen Verbindungslinien! zwischen diesen beiden Orten und von der Wegnahme eines Flugzeuges und einer Menge Akaterial und Vieh berichtete.
Aus Italien.
Btenlin, 20. Juli. Das „Berk. Ta gebt." berichtet aus Lugano über stürmische Kundgebungen in ganz Italien für den von den Oesterreichern als Hochverräter Hingerichteten tiroler Abgeordneten Bvttisti. Die Kriegsparteien verlangten Denkmäler für ihn in Rom, in Trient und Triest.
England und Amerika.
Washington, 19. Juli. (WTB.) Meldung des Reu- terschen Bureaus. Grey hat an die Vereinigten Staaten eine Note gerichtet, in der er die Zustimmung zur Lieferung amerikanischer Rote-Kreuz-Artikel und medizinischer Artikel an Deutschland und Oesterreich-Ungarn verweigert. Grey stellt in Abrede, daß die Blockade der Verbündeten gegen die Genfer Konveütion verstoße, an deren Bestinrmungen sich England immer genau gehalten habe. Es bestehe kein Grund, anzunehmen, daß in Deutschland und Oesterreich-Ungarn Not Artikeln herrsche: man habe eher Ursache _ daß das Gegenteil der Fall sei. Wenn doch einiger Mangel in solchen Artikeln herrsche, müsse das dem Umstande zu
an Rote-Kreuz zu der Annahme
geschrieben werden, daß die Mittelmächte das in Frage stehende Material zu anderen Zwecken benutzen, und wenn man neue Vorräte an sie gelangen ließe, würde das nicht den Kranken und Verwundeten zukommen, sondern man würde dadurch den Mittelmächten nur Material für Kriegs zwecke in die Hände spielen. Die englische Regierung sei deshalb nicht in der Lage, einen solchen Präzedenzfall zu schaffen, wie ihn die Ausstellung eines Aufsichtskomitees, dir das amerikanische Rote Kreuz vorschlug, darstellen würde.
erstreckte sich bis in die Abendstunden. Den Vorsitz' führte teilweise der Oberbürgermeister von Berlin, 23er-« muth, teilweise der Oberbürgermeister von München, Dr. v. Borscht. Neben zahlreichen anderen Verhandlungsgegenftan- den, besonders Fragen der Familienunterstützung und der Realkreditschwierigkeiten, standen im Mittelpunkt Nahrungsmittelfragen. In diesem ganzen, für die städtische Bevöle kerung jetzt wichtigsten Gebiet wurde die vollständige Ueber- einftimmung der Auffassungen aller Mitglieder sestgeftellt. Nachträglich gefordert wurde die alsbaldige Einführung einer Reichssleischregeckung und zwar so, daß die jetzt noch bestehenden Ungleichmäßigkeiten und Beschasfungsfchwierig- keiten beseitigt werden. Hinsichtlich der bevorstehenden Lettre ge lung wurde gefordert, daß im unmittelbaren Anschluß an sie auch die Mi lch v er so rgun g sichergestellt werden müsse. Bei der Erörterung der Kartoffelsrage siel das.Hauptgewicht aus den für die Städte so wichtigen Punkt der vom Verbraucher im Kleinhandel zu zahlenden Preise und die Qualitätsfrage: nach der letzteren Richtung wurde betont, daß es außerordentlicher Anstrengungen bedürfen wird, um auf der Grundlage des nunmehr gesetzlich beschlossenen Systems die Lieferung stets guter Speoekav- Löffeln für die Städte zu gewährleisten. Weiter wurden die Eierversorgung, Gemüseversorgung, eine zweckmäßige Verwertung der Küchenabfälle zur Herstellung von Futter und die Frage der Be st and s erheb ung in den Haushaltungen eingehend erörtert. Zu mehreren ganz dringenden Punkten wurden drahtliche Eingaben noch während der Sitzung abgesandt.
Der Seekrieg.
Neue Erfolge unserer U-Boote.
Amsterdam, 19. Juli. (WTB.) Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus ist der englische Dampfer „W i l ton halb 3387 Tonnen) versenkt worden.
Nyborg iFünen), 19. Juli. WTB.) Meldung des Ritzau- schen Bureaus. Ter schwedische Dampfer „O nsal a" landete heute die Besatzung des schwedischen Schooners „Bertha" und des niederländischen Eisenschiffes „D e n u l a", die von einem deut- chen U-Boot versenkt worden sind.
London. l9. Juli. >WTB. NichlamlliM Lloyds melde:, daß man vermutet, daß der Dampfer ,,E v a n g e l i \t r: a" versenkt wurde. Ter italienische Dampfer „A n g ei s" >'?) wurde von einem U-Boot versenkt; die Besatzung wurde gelandet.
London, 19. Juli. (WTB./ Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Kapitän des britischen Ta mp' fers .Lecocq" (3419 Tonnen) berichtet über ein Gefecht mit einem feindlichen Unterseeboot am 18. Juni:
Das Unterseeboot wurde in vier Meilen Entfernung, gesichtet. Es eroffnete sofort das Feuer, anscheinend aus einem, vierzölligen Geschütz. Nachdem es drei bis vier Granaten abgeieuerthatte, die ganz dicht einschlugen. näherte es sich schnell. Wir eröffnten das Feuer aus unseren: Geschütz. Der fünfte Schuß schien es getroffen zu haben, aber es setzte das Feuer fort und kam nach und nach näher. Eine feindliche Granate traf uns backbord und durchbohrte das Dampfrohr, so daß eine große Dampfwolke l>crvorqnoll. Ich ließ das Schiss langsamer gehen und befahl, die Boote herabzulassen. In diese ging die Mehrzahl hinein. An Bord blieben nur der leitende Ingenieur, der zweite und dritte Ingenieur, der Bootsmann, ich und zwei Kanoniere. Ich unterhielt noch andauernd daS Feuer mit gutem Erfolge. Ter 26. Schuß traf das Unterseeboot an der Wasserlinie und zwang cs, unterz^itauchen. Eine dichte dunkle Rauchwolke hüllte cs ein. Ich glaubte zweifellos, wir hätten es versenkt. Kurz danach erschien ein französisches W achtboot, dem ich Mitteilung machte. Ich fuhr in die-Nähe unserer Boote zurück, nahm die Mannschaft auf, schleppte die Boote längsseits und fuhr weiter. Später wurde das Periskop eines anderen Unterseebootes in etwa tausend Pavd Entfenumg gesehen. Dieses schoß sofort einen Torpedo ab. Aber durch den rechtzeitigen Gebrauch des Steuers konnte ich entrinnen. Der Torpedo ging etwa 50 Fuß achtern vorbei. Achteraus erschien ein anderes Torpedoboot. dem ich Mitteilung machte. Wir führten drei Schuß gegen das zweite Unterseeboot, was dieses veranlaßt^, zu tauchen. Nachdem lmr die Boote in die .Höhe gezogen hatten, fuhren wir weiter. Vom Feinde war nichts mehr zu scheu.
(Bemerkung des Wölsffchen Bureaus: Wie wir an zuständiger Stelle erfahren, ist die Mitteilulla des Kapitäns des Dampfers „Lecocq", er habe das U-Boot vernichtet, vollständig aus der Lust gegriffen.)
Die Engländer auf der Jagd nach der „Deutschland" und „Bremen".
Berlin, 20. Juli. Der „Berliner Lokalanzeiger" erhall aus Koveitbagen Londoner Meldungen über eifrige Jagden vieler feindlichen Hilfskreuzer auf das Untersee-Handels schiff „b rem e n", für dessen Unschädlichmachung hohe Belohnungen ausgesetzt seien. — Die „Mormng Post" erklärt, die Ententemächte müßten die „Deutschland" als Kriegsschiff behandeln, dem: das Völkerrecht kenne keine HandelS-U-Voote und so könne jede Regierung ihren Standpunkt zur Sache wählen.
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Berlin, 19. Juli. WTB.> Zu dem am 18. Juli veröffentlichten Angriff dreier russischer Flugzeuge an dem Eingang des Rigaischen Meerbusens erfahren wir von zuständiger Stelle, daß das abgeschossene russische Flugzeug von einem deutschen Torpedoboot geborgen worden ist.
Kopenhagen, 19. Juli. (WTB.) Meldung des Ritzau- schen Bureaus: Zwei dänische Dampfer, mit Papiermasse von Schweden nach Frankreich unterwegs, find heute von deutschen Wachschiffen südlich Drogden aufgebracht und nach Swine- münde gcchracht worden.
Rotterdam, 19. Juli. ''WTB.) Nach eingetroffeneu Berichten sind jetzt ungeMr 150 niederländische Fischerfahrzeuge nach England aufgebracht.
London, 19. Juli. WTB. Nichtamtlich. Das Reuterfche Buveau wlckdct aus Kristimrstadt, daß der brittsche Dampfer „Adams", der aus Frnland kam, gestern nachmittag von einem deutschen Zerstörer gekapert und nach Süden gebracht wurde.
Berlin, 19, Juli In diesen Tagen werden wäeder Vertreter der hiesigen Zentralbehörden nach Wien reisen, um mit den Vertretern der zuständigen österreichffchmnga- rischen Diensfftellen die seit einigen Monaten eingeleiteten wirtschaftlichen Besprechungen sorlzusetzen.
Berlin, 19. Juli. (WTB. ! Dem Vernehmen nach bestätigt sich die bereits von mehreren Zeitungen gebrachte draäjricht, daß der Präsident des KriegsernähcungHamtes, B a t o ck i,. von dem Amt als O b e r p r ä s i de n t vvn Ostpreußen zurück tritt, um sich ausschließlich den großen Ausgaben seiner Reichsstelle widmen zu können. Als Nachfolger Batockis ist Landeshauptmann v. Berg, Königsberg, in Aussicht genommen.
München, 19. Juli. (WTB.) Der Staatssekretär des Reichsamtes des Innern, Dr. H e l f f e r i ch , ist heute vormittag 9' .Uhr hier eingetro.ffen. Er wurde aus dem Bahnhof im Auftrag des Staatsmiuisters Grafen v. H er tlin g von dem Legationsrat-von Stengel empfangen. Im Hotel empfing Dr' Helsferich den Besuch des Stellvertretenden preußischen Gesandten, des Botschafters Freiherrn v. Sckchn. Die Korrespondenz Hosfmanu schreibt: Der König empfing vormittags 11 Uhr Dr. Helsferich-in einer Audienz, die über eine Stunde dauerte. Um ein Uhr fand zu Ehren des Staatssekretärs bei Sein^ Majestät in den Reichen Zimmern der Residenz eine Wuhstückstafel statt, zu der Botschafter Freiherr von Schön, der Attache der Preußischen Gesandtschaft, Freiherr von Goldschmidt, die Staatsminister und die Herren des Dienstes geladen waren.
M ü n ch e n, 19. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die Korree- spondenz Hossmann meldet: König Ludwig hat dem Staatssekretär des Junern Dr. Helsferich das Großkreuz des Verdienstordens vom Heiligen Michael verliehen
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Stadt und Land.
Gießen. 20. Juli 1916.
Aus dem Reiche.
Nahrungsmrttelfragen im Deutschen Städtetag.
Berlin, 19. Juli. (WTB.) Die heutige Vorstandssitzung des Deutschen Städtetages rm Berliner Kat-
Die kommende Ernte und die Lebensmittclfrage.
Der halbanttliche Nachrich-tenvien^t für Ernährungsftagen schreibt: Die zahlreichen Zeittuihsnottzen Über die zu erwartende gute Ernte lassen in der Bevölkerung vielfach überttiebene Hoffnungen und Erwarttmgen, andererseits aber auch gewisse Be- fürchttmgen entstehen. Zunächst sei festgestelll: Wir haben eine Ernte zu erwarten, die in: Vergleich zur letzten wirklich als guü bezeichnet werden kann, aber wie gesagt, wir haben sie zu erwarten: bis zu ihrer endgültigen Bergung vergehen noch Wochen, und es muß immerhin mit der Möglichkeit, wem: auch nicht Wahrscheinlichkeit, gerechnet mctfceit, daß eventuell bti bet Bergung noch Schwierigkeiten auftreten können. Wenn also schon jetzt das noch ausstehende endgültige Ergebnis der zu erwattenden Ernte zur - Begründung bestimmter Forderungen benutzt wird, so erken nt man wohl ohne weck eres, daß diese Forderungen reichlich verfrüht erhoben werden.
Andererseits ist aber auch die Befürcküung laut geworden, daß die guten Erntenussichten dazu verleiten könnten, nunmehr die nötige Vorsicht außer acht zu lassen und mehr aus dem Vollen zu wirtschaften. Diese Befürchtungen sind natürlich völlig grundlos Die verantwottlichen Kriegsämter sind sich der ihnen gestellten Ausgaben voll bewußt und haben mit-Gründlichkeit^ und Genauigkeit' eineu Wirtschastsplan sestgelegt, der die Ernährung des deutschen Volkes unter allen Umständen sichett. Wir dürfen.selbst nach der Einbringung einer wirklich guten Ernte über diele noch nicht aus dem Vollen verfügen, denn wir können im .Kriege nicht mit den Faktoren rechnen, mit denen wir im Fried«: rechnor würden. Die Deckung des grüßern Bedarfs unserer Wehrmach?, muß im Kriege naturgemäß mit anderen Werden eingesetzt werde:: wie dies im Frieden geschieht. Eine bettächtliche Menge Wn mensch lichen und tierischen Nahrungsmitteln, die nur ans dem Aus lande bezogen, muß durch die Erttägnisse des eigenen Bodens ersetzt werden Es verbietet sick: von selbst, hier all diejenigen Faktoren aufzuzählen, loelche bei der Aufstellung des Wirtschafts- planeS für die neue Ernte berücksichtigt werden müssen. Maßgebend können für die r>erantwottlichen Stellen einzig und allein diejenigen Punkte sein, welche die unbedingte Sicherlieit bieten, die Ernährung des deutschen Volkes auch für die Zukunft sicher zu stellen, mag der 5)aß und die Aushungerungspolittk unserer Feinde auch noch soviele neue Sästindlichkeiten ausllügelu.
Gewiß ist der Wunsch der Bevölkerung nach einer Ausbesserung der Brotration, bezw. der Landwirte nach verstärkter Futter- Zuweisung voll berechtigt und verständlich, aber wir können das Fell nicht verteilen, bevor wir den Bären erlegt haben. Haben wir erst die gute Ernte sicher unter Dach, daun rverden die vernünftigen Wunsche befriedigt werden, bis dahin müssen wir uns aber in Geduld fassen, denn Enttäuschungen sind sel-werer zu erttagen, als^ etwaige angenehme Uebercaschungen, die uns ja hoffentlich bevor stehen. ^
** Für die Volksspende für die deutschen Krregs-' uub ZiMgiesarrgenen gingen in der Geschäftsstelle des „Gieß. Anz." weiter ein: F. S ch n i tz f p a h n 10 Mk., Frau M. E ck- Hardt 20 Mk., Rechn.-Rat Fischer 3 Mk., Frau E. F. 30 Mk., Frau E. W. 20 Mk., Konrnrerzienrat H. Schasf- /tädt 100 Mk., Pros. Sommer 20 Mk. Weitere Guben werden mit Dank entgegengenommen.
** Das Fest des goldenen Doktor-Jubiläums feierte gestern in vollkommener geistiger Frische und in körperlicher Rüstigkeit der Geheime Kommerzienrat Dr. ph-il. ei Dr. ing. h. c Adolf Clemm in Mannheim Die Universität Gießen, an lvelcher!vor 50 Jahren der Jubilar


