kAdolpb. Tockster des Friedrich Adolph VON tuet, aus einem Fenster beS zweiten Stvckivckrks iit den Garten. Glücklicherweise sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Sie trug einen doppelten Keinbruch davon.
. la. Willofs, 19. Juli. Hier wurde am Dienstag wiederum ein Kricgsveteran von 1870/71 im 68. Lebensjahre beerdigt, derben Feldzug im Hessischen Jägerbataillon mitgemacht hatte, Konrad Dahmer IV.
Kreis Schotten.
la. Freiensteinau, 19. Jilli. Zehn Opfer hat der Welt Irieg bisher in unserer Gemeinde gefordert. Es sind: Land wirs Johannes Math, Grundhaus; Landwirt Friedrich Kühlerer 6 ; Landwirt Christian Ernst Günther: Landwirt August Heinrich Math, Grundhaus; Erdarbeiter .Heinrich Muth 7.; Landwirt Heinrich H o f m a n n 10.; A Landwirth Johannes !Wuth 2.; Bahnarbeiter Friedrich Graulich; Larrdwirt Kaspar Muth 7.; Georg Fehl 9..
sF L a uba ch, 19. Juli. Im Kamps fürs Vaterland hat Georg Hufs— mit dem Kricgsmaturum entlassener Schüler des hiesigen Gymnasiums — Fähnrich im JnfanLerio-Regiment Nr. 97, den; Heldentot erlitten. — Landsturmrekrut Wilhelm Silz gilt seit Anfang Juni als vermißt. — Eine am vergangenen Sonntag von Schülern des Gymnasiums hier veranstaltete Sammlung zur! Dolkssvende für die deutschen- und Zivilgefangenen hat
Las Ergebnis von 680,48 Mk. gehabt.
la. Ausdem Vogelsberg, 19.Juli. Im vorigen Herbste Tonnte man hie und da beobachten, daß die Kartoffeln in der ersten Hälfte des Septembers eingeerntet wurden., obgleich das Kraut Noch vollkommen grün und wächsig war. Die Kartoffeln konnten! unmöglich ausgewachsen und reif sein. Jetzt sieht man die Folgen davon. Die Kartoffeln stehen lückenhaft, auf vielen Aeckern ist nur die Hälfte getvachsen, viehr Stöcke sind nach einem anfänglichem. Wachstum noch nac^räglich abgestorben. Warum sollen bei uns ihn Vogelsberge die Kartoffeln früher reif sein als anderswo? In der Wetterau beginnt die allgemeine .Kartoffelernte Ende September, wenn das Kraut der Pflanzen dürr ist. In Rheinhessen be ginnt die Kartoffelernte sogar erst Mitte Oktober. Will jeniany einwenden, der früh eintt elende Frost nötige uns zur Fi:ühernte- io kann man ihm entgegnen, in den letzten zehn Jahren trat auch Lei uns im Vogelsbeirp der Wiinter erst Mitte November ein. Dieses Jahr gibt es sehr viele Bucheckern und Haselnüsse^ Es wäre wünschenswert, daß das frühzeitige Abbrechen der Hasel Nüsse in ieder Gemeinde ortspolizeilich varboten würde, um eine; gute Ernte zn 'erzielen. — Infolge der ungünstigen Witterung ist noch viel Hai» zltt machet. und es ist bereits vieles verdorben. Kreis Friedberg.
OL. Friedberg, 19. Juli. Das Eiserne Kreuz wurde dem Llnterofsizier Otto Ewald, Schüler des hiesigen Lehrerseminars, Verliehen und ihm -vom Kaiser persönlich überreicht. - Dem Ver- pflegungsunteroffizier Albert Haas im 1. Batl. Jnf.-Regt. 353, wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.
Kd. Bad-Nauheim, 18. Juli. Das fünfte Philharmonische Konzert der Kurkapelle findet am Donnerstag, den 20. Juli, tabertb 8y 4 Uhr, statt. Solistin dieses Philharmonischen Konzertabends ist die König!. Preuft. Hofpianistin Fräulein Adele aus der iOhe, eine der besten Schülerinnen des Altmeisters Franz Liszt. ^Fräulein Adele aus der Ohe ist nicht nur in sämtlichen ersten Konzertsälen Europas, sondern während eines längeren Aufent Haltes in Amerika auch dort in allen Musikstädten von Bedeutung ausgetreten als eine der größten unter den lebeirden Pianisten kDie Dame wird das poesievolle Konzert in A-moll von Robert Schumann, sowie das Konzertstück in F--moll von Karl Ma- ttiö von Weber zum Vortrag bringen. Das Orchester spiell a.uf vielfaches Verlangen — die inr 5. Sinfonie konzert am 29. Juni inrit so großen Enthusiasmus auigenonrmene „Unvollendete"" Sinfonie von Franz Schubert und die so sehr gern gehörte „Ballettsuite"" (aus Gluchchen Opern zusammen gestellt von Mottl. Das Konzert steht unter der Leitung von Professor Hans Winderftein.
b$. Butzbach, 19. Juli. Ihre Exzellenz, Frau Staatsminister v. Rothe, Präsidentin des Mice-Frauenvereins in Darmstadt rund die Vorstand sdame dieses Vereins, Freifrau v. Rabenau/ weilten vorgestern hier und besuchten die hiesigen Lazarette und ASrsorge-Einrichtungen unrer Führung der Vorsteherin des hiesigen Aliee-Fraue i werer u s, Frau Weickchardt, und rmserer Krankenschwester Sophie Sieberl. — In letzter Zeit sind in hiesiger Gegend wiederholt Gerüchte vk-rbrÄtet worden, daß ollel Kleintiere wie Schweine, Hühner, Entein, Ganse. Kaninchen! ufw. seitens der Regierung b e f ch l a g ua h m t würden. Von der „Butzbachcst Zeitung"" wurden an maßgebender stelle eingeheiciM Erkundigungen eingezogen und festgestellh daß ehre Beschlagnahmt', obenerwähnter Tiere niemals ge plant gewesen ist, im Gegen*,' teil, es ist strts betont worden, daß Geflügel und Kaninchen, auch Ziegen und Menen, freibleiben sollen. Nach Mitteilung der Landt wirtschaftskanrmer sind sonach alle Bedenken gehoben und die Kleintierzüchter können ungestört ihren Bedarf an den wichtigsten' Nahrungsmitteln mit Fleiß und Ausdauer zum Wohlc der eigenen Familie und des Vaterlandes weiter züchten; die Klein Viehzucht ist tatsächlich volkswirtschaftlich das einzige Mittel, um die Fleisch- und Fettknappheit zu lindern und nebenbei haben die Tierhalter für ihre Garten noch genügend Dung und für die Kinder Pelzwerk für den Wintert tft ja bekannt, daß z. B. die Kaninchenfelle jetzt sehr im Preist geschegen sind und die meisten Leute mit wenig Mühe die Felle säbst gerben können. Es ist sonach ein Unsinn, das Geflügel und die Kwrrnchen aus Furcht vor der Beschlagnahme abzuscUachten oder gar zu verschleudern.
= Butzbach, 19. Juli. Zur besseren Versorgung der minderbemittelten Bevölkerung plant die Kriegsfürsorge eine Erweiterung ber schon bestehenden Volksküche zu einer Kriegsküche. In dieser soll die Portion Mittagessen zu 15 Pfg. abgegeben werden.
-— Nach dem Vorbild anderer Städte wird nun auch Butzbach in Kürze ein Denkmal zur Benagelung erhalten. Der Entwurf dazu ist von Architekt Lippert angefertigt und fand bereits die Billigung des Denkmolausfchusses.
vt. K l e i n - K a r b e n , 19. Juli. Dem ältesten Sohne des Lehrers Cost, Aktuariats-Aspirant Karl Soft, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Er steht im Osten. Die drei im Felde stehenden Sohne des Herrn Eost sind nun ausgezeichnet.
OL. Schwalheim, 19. Juli. Dem Vize - Wachtmeister G. Kießling beim 14. Res.-Fuß-Artillerte-Reqiment, seit zwei Jahren im Felde, wurde am 8. Juli da? Eiserne Kreuz verliehen.
nt. W o h n b a ch. 19. Juli. Reservist Gefreiter Friedrich Bischofs, Sohn des Bäckermeisters Bischofs, bei dem 71. Artillerie- Negiment, der vor kurzem die Hessische Tapserkeitsmedaille erhielt, Vurde am 1. Juli zum Unteroffizier befördert.
Kreis Wetzlar.
6. L ü tz e l l i n d e n, 19. Juli. Der Krieg hat aus unserer Gemeinde wieder zwei Opfer gefordert. Den Heldentod für das Vaterland starben am 1. Juli Musketier Johannes B echthold im Jnf.-Regt. Rr. 83 und Landsturmmann Wilh. G r i m b e l im Res.-Jnü-Regt. Rr. 118 am 3. Juli. Musketier Friedrich Weber wurde ber den schweren Kämpfen im Westen verschüttet und liegt zurzeit im Lazarett.
Starkenburg und Rheinhessen.
— X a r m fl a b t, 19. Juli. Nachdem erst Montag 1400 gefangene Franzosen aus den Kämpfen um Verdun dem Griesheimer Lager zugesührt' wurden, kamen gestern abermals 1500 weiße und schwarze Franzosen hier an.
rb. Darmstadt, 16. Juli. Die Landwirtschaftliche Genossenschaftsbank ist jetzt in der Lage, eine weitere Aus z a h l u n g zu machen. Es werden nach den bisher gezahlten 15 Prozent jetzt rvettere 7 Prozent der Fotderungen zur Auszahlung gelangen, was eine Summe von rund l 'Million Mark erfordert. Damit sind dann an die Gläubiger der Bank 22 Prozent der Forderungen ausgeschüttet.
— Birkenau a. B., 18 . Juli. Das voni Freiherru von Heyl zu Herrnsheim gestiftete Arbeiterheim „E o r n e l i u s h e i m* wurde am Sonntag in Gegenwart vieler Gäste eingeweiht und einer Bestiinmung übergeben. Vorerst fanden zahlreiche Worinser sKinder in ihm Ausnahme. Schöpfer des prächtigen Baus ist Professor Metzendorff.
- Offenb ach, 19. Juli. Wegen Vergehens gegen § 219 des Lrtr -G.-B. wurde hier der 78jährige Bandagist Pötz ver
haftet. Ter alte Alaun hat fern strafbares» Gewerbe schon seit Jahren betrieben. In die aufsehenerregende Angelegenheit sind viele Mädchen und Frauen von hier, Frankfurt und anderen Orten verwickelt.
M. Offenbach a. M., 18. Juli. Die städtischen Voranschläge für das Rechnungsjahr 1916 sind nun endlich erschienen, nachdem der Oberbürgermeister in Ermächtigung durch die Stadtverordnetenversammlung die (Geschäfte der Stadt über den 1. April hinaus während drei und eines halben Monats nach den. alten Voranschlag weiter geführt hat. In Einnahme und Ausgabe schließt der Etat mit 9 973 941 Mk. ab. Der Fehlbettag beläuft sich aus 6 838 790 Mk., zu dessen Deckung außer dem 5 124 200 Mk. betragenden bleuerer lös. den lieberfchüssen aus den wirtschaftlichen Betrieben rwn 769 615 Mk. und den sonstigen 244 975 Mk. betragenden Einkünften noch 700 006 Mk. aus dem Ausgleichssonds dienen sollen. Die städtischen Betriebe brachten ttotz der ungünstigen Zeitperrode ganz wesenlliche Ueberschüsse. Tie Schulden der Stadt belaufen sich aus 44 610984 Mk., der Bermügensstand auf 58000177 Mk., es ist also ein schuldenfreies Vermögen von 13 389192 Mk. vorhanden. An Zinsen und zur Tilgung der Schulden werden 1 348 266 Mk. aufgeführt. Ter Ausgleichsfonds, aus dem 700 000 Mk. im Etat Verwendung finden, enthielt am Ende des Jahres 1914 1 355 725 Mk. Tie Ausgaben für Kriegszwecke find im Voranschlag nicht enthalten. Sie werden in gesonderter Rechnung geführt. Die Mittel werden, soweit sie keine Deckung durch andere Zuschüsse finden, durch Anleihe aufgebracht.
Kreis Wetzlar.
m. Kinzenbach, 19. Juli. Kanonier Wilhelm M a n d l e r (7. Munitions-Kolonne) wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Pionier Weller, welcher seit 8 Tagen als vermißt alt, hat sich heute aus Schottland gemeldet.
Hessen-Nassau.
ra. Rodheim a. d. Meber, 19. Juli. Mechaniker Rudolf Keller wurde am 7. Juli schwer verwundet und liegt in Katlowitz in Schlesien im Lazarett.
Marburg, 19. Juli. Herzog Ernst Günther zu SchleSwig-Holstein hat das Protektorat über das Invaliden-, Alters- und Erholungsheim für Jäger undSchützen des deutschen Heeres übernommen. Das Heim wird in landschaftlich hervorragender Lage der Stadt Marburg gegenüber errichtet und bringt den Gedanken der Eigensiedlung zum erstenmale praktisch zur Ausführung.
ll Marburg, 19. Juli. In der Nähe von Bellnhausen bei Fronhausen fand man auf der Landstraße die Leiche des 63 Jahre alten, aus Göttingen in Hannover stammenden Arbeiters Karl W i n k e l b a ch , der hier jedenfalls infolge Entkräftung gestorben war.
X Hanau, 19. Juli. Das hiesige Schöffengericht verurteilte den Metzgermeister Adolf Hobes von Frankfurt a. M., der auf dem Hanauer Wochenmarkte verdorbene Wurstwaren feil- bvt, zu 300 Mark Geldstrafe. — Im Main bei Haßloch ertrank der 16 jährige Sohn des Floßmeisters Valenttn Reitz. Er fulw mit seinem Vater auf einem Floß und fiel, als er mit dem Fahrbaum einstechen wollte, ins Wasser, geriet unter dos Floß urid fand so den Tod.
— Wiesbaden, 19. Juli. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden sind bis zum I.Juli d.Js. 150 Lehrer gefallen.
F* C. Flörsheim a. M., 19. Juli. Zweitausend Gänse ag^ Polen trafen hier für die Stadt Jrankfurt a. M. ein, um gemästet zu werden, und wurden unter die hiesigen Geflügelmästereien verteilt. Die Mästung erfolgt mit geschrotenein Mais.
F. C. Villmar, 19. Juli. Ter älteste hiesige Einwohner, Förster Aumüller, ist hier plötzlich im Alter von '85 Jahren gestorben.
— 93 nm Feldberg, 19. Juli. Wie nachträglich bekannt wrrd, trugen sich beim F e l d b e r cff e st sechs Unfälle zu. Zwei Turner wurden so erheblich verletzt, daß sie mit dem Sanitätswagen nach Cronberg geschafft iverden mußten.
vermischtes.
* Köln, 18. Juli. Hier wurde der Notar Richard M a r - Lens wegen U n t e r s ch l a g uu g von Klienten- und Mündelgeldern in Höhe ötoai 38 000 Mk. verhaftet. Es werden ihm auch Urkundenfälschurrgen zur Last gelegt.
* Hamburg, 18.lJuli. Die Dynmnit-Aktten-Gesettsckmft vorm. Altted Nobel L Co., Hamburg, hat der Na tio nal sti f-
SI für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen ein# Million Mark überwiesen.
* der tin, 19. Juli. Nach dem „BerLner Lokalanzeiger"" melden die „Basler Nachrichten" aus New Por k. daß Stadt und Dlstrrtt New York unter einer H i tzwelle leiden, die feit einigen Tagen eme Temperatur von 40 Grad im Schatten erzeugt. Etwa 200 Perionen seien dem Hitzschlag erlegen.
Anivevsitäts-Nachrichten.
Gießen, 19. Juli.
DU. Der neue Rektor der Landesuniversität. Der Großherzog hat den ordentlichen Professor in der theologischen Fakultät Dr. Sch i a n zum Rektor der Landes- universität für die Zeit vom 1. Oktober 1916 bis 30. Sep- tetnüer 1917 ernannt.
•
= Frankfurt a. M., 19. Juli. In den Räumen der Uni- verittät wird augenblicklich eine archäologische Ausstel^ lung vorbereitet, die in erster Linie Studienzm-cken dienen soll,, dann aber «ruch dem Publikunc zur Besrchttgung fieigegeben wird. — Ferner sind im großen Erweiterungsbau des Städelschen Instituts Ausstellungsräume geschaffen worden, von denen ein Teil die Bücherei der kunstgeschichtlichen Abteilung der Universität enthalteni wird. — Die neue dreischiffige Säulenhalle wird als Ausstellungsraum für graphische Kunft und für Plastik eine sehenswerte Zierde des Museums sein unsd füjr die Universität steigende Bedeutung) haben. — Als Privatdozent habilitierten sich die Herren Dr. msä, Richard G o n der, Mitglied des Georg-Speyertzmises für medizinische Zoologie und Dr. metf, et phil. nat. Leo Adler für Pharmakologie.
Geriebttfaal.
Vergehen gegen die Brotgetteidegefetze.
jl M a r b u r g, 18. Jluli. In etwa fünfitündiger Verhandlung beschäftigte sich heute die Ferienkammer des Landgerichts mit einer Anklage gegen einen begüterten Landwirt aus Marren Hagen im .Kreise Frankenberg, der beschultgt wurde, ber 'der Vorrats-' erhebung von Brotgetteide im Dezember vorigen Jahres etwa 25 Zentner Roggen zu wenig angegeben und fernerhin besttmnrte Mengen von Roggen- und Weizeirfrucht und Mehl beiseite geschafft zu habeir. Das Vergehen wurde bei einer vonr Landratsamte im Januar angeordneten Nachprüfmrg mrd der damit verbundenen! 5)aussuchung durch den Gendarmeriewachtmeifter aus Böhl festgestellt. Wegen der falscherr Angabe hatte das Schöffengericht gegen ihn auf 3000 Mark Geldstrafe und tvegen der- Beiseiteschaffung der Vorräte auf 500 Mark Geldstrafe und au, Beschlagnahme der verheimlichten Frucht erkannt. Ter im Gehöfte noch weilende Bruder des Angeklagten war nur in eine Gesaintgeldsttafe von 500 Mark, und zwar nur wege^r Beihilfe, genommen worden. Jti der Begründung wurde gesagt, daß die Tat an Landesverratgrenze, die Angeklagten gehörten der Landwirtschaft an, die doch seitens des Staates seit Jahren mit allen Mitteln gefördert werde, damit sie allen Anforderungen genügen könne. In der hcuttgen Berufungsverhandlung kani das Gericht nach eingehender Prüfung der UnlstärTde und Vernehmung einer ganzen Anzahl, Zeugen zu dem Ergebnis, daß der Hauptangeklagte bezüglich der falschen Angabe fahrlässig gehandelt hätte. Tie erkannte Sttafe wurde deslwlb aus 500 Mark herabgesetzt, bezüglich der Beiseiteschaffung blieb es bsi dem ersten Urteil. Die Beschlag-« nahmeverfügurig wurde ebenfalls aufgeboben. Ber dem Ätttange- klagterr blieb es bei der ersten Sttafe.
Bviefkasten der Zieöafüoit.
»Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt^ Grünberg. Es rsl traurig, daß Sie glauben, in dieser ernsten Zeit persönlichen Klatsch in die Zeitung zerren zu solle»!, und daß Sie unserem Blatte zugeinutet haben, dergleichen zu veröffentlichen.
Aintlicher Wetterbericht.
Oeffentlrcher Wetterdienst- Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Tonnerslag, den 2 Ö. Juli 1916 : Ziemlich heiter, trocken, tagsüber warm.
Letzte Nachrichten.
Die Probe auf Deutschlands Unbesiegbarkeit.
Amsterdam, 19. Juli. Wie dem Gewährsmann der fischen Zeitung" aus London berichtet wird, ging rn den letzten Tagen aus den Aeußerungen ernsthafter Politiker und Parlamentarier der englischen Regierung hervor, daß die nächsten zwei Vionate Teufichlands Widerstand entweder brechen müßten, oder Deutschland habe bewiesen, daß es unbezwingbar sei. Tie Offensive in Fraukveick) benihe zum größten Teile auf Englands Kraft, die aber, wie jeder wisse, nicht unerschöpflich sei. Wenn die folgenden Monate nicht ausreicheri, die Deutschen auf deutschen Boden zurückzudrängen, so müsse das militärische Gleichgewicht festgestellt werden, also mit anderen Worten: Dann s e i k e i n S i e g e r. In zwei Mconaten werde sich auch feststellen lassen, ob Deutschland wirtschaftlich durchhalte. Jetzt sei der Blok- kadedruck am stärksten. Seit Kriegsbeginn sind in Deutschland alle Vorräte aufgezehrt, aber ttotz allen Spürsinnes der Engländer wäre der erste Hungertod in Deutschland noch nicht gemeldet worden. Berge Deutschland in vier Wochen seine Ernte, dann sei auch der wirtschafttiche Sieg der AtliierLn nicht erreicht. Man müsse sich dann ernstlich fragen, ob der Krieg beendet werden müsse, da man ihn ja nicht als Wahnsinnstat führe.
Die Kämpfe an der Somme.
H-a a g, 19. Juli. 2hus London wird gemdbei: Der britische Augenzeuge an der Westfront beschreibt die Art, wie die Franzosen bei den jetzigen Angriffen Vorgehen. Die Mamrschaften w«den vorher angewiesen, sich nicht zu überstürzen, zusammenzubleiben und jedesmal, wenn sich ihnen ein Hindernis in den Weg stellt, z. B. Maschinengewehre und Drahtverhaue, oder wenn ein Teil der angegriffenen Stellung von der vorherigen Artilleriebeschießung) rroch nicht zerstört ist, sofort Deckung zu suchen und abzuwarten, bis die eigene Artillerie das Hindernis beseitigt hat. Jeder sei reichlich mit Handgranaten versahen, aber die Bajonette werden für die erste Lirrie zur Hauptwaffe. Die Angriffe auf.die ersten Schützengräben erfolgen immer mit dem Bajonett, während dre zweite^Linie von den Stürmenden hauptsächlich mit Handgrauaten- angrin genonrmen werde, um die Deutschen aus ihren Schlupfwinkeln zu vertreiben. Tie Deutschen eröffn eben das Sperrfeuer zur Abwehr mit vier zölligen Granaten, das sind die tödlichsten aller deutschen Geschosse, da ihre giftigen Dämpfe mehrere Minuten fortwirken. Tie französischen Angriffe wären doppelter Art, benn während die Artillerie arbeite, kreuze gleichzeitig ein Flugzeug- geschwader über den Linien und hielt sich ununterbrochen in Der- binüung mit der ffanzösischen Arttllerie. Es war das erstemal, daß der Flugdienst in ivirkungsvoller Verbindung mit der Artillerie arbeitete. Die Flugzeuge stiegen nicht über 200 Meter hoch und konnten darum die französischen Batterien ununterbrochen über die Sachlage unterrichten, so daiß. es nickt mehr, wie ffüher öfter, vorkomme, daß die eigene Mannschaft durch das Feuer der ftanzösffchen Geschütze mitgenommen werde.
Der König von Griechenland.
Genf. 19.Juli. Der König von Griechenland begibt sich auf ärzllichen Rat zur Badekur nach Luttaki. Tie königliche Familie wohnte der Leichenfeier für die bei dem WalÄrrande ums Leben gekommenen Offiziere bei. Starke autivenizelisttsche Gruppen burchzogcn unter Hochrufen auf dau König und bie Dynastie die 'Athener .Hauptstraßen. — Nach einer Meldung des „Petit Parisien"" aus Athen sind yroä neue umfangreiche Waldbrände inr Kinetta- und Kitharon-Wälde ausgebrochen, letzterer ist vollkommen veririchtet.
Vor der Ausreise der „Deutschland".
Amsterdam, 19. Juli. Die „New Yorker Zeitungen"" Öm* digen fürmorgendie Abreise der „Deutschland"" aus Baltimore an. Tie ^Deutschland"" hat Nickel und Kautschuk geladen. Vor der Chesapeake-Bucht wurden englische Kreuzer beobacKet. Alle Blätter bringen Bilder von Kapitän König und seiner Mannschaft und zeigen deutlich, daß die Slimpathren diesmal, wenn auch mehr aus sportlichen Gründen, auf Deutschlands Seite sind. Der Kapirän der „Deutschland"" soll, wie „New B^rk H-erald"" meldet, erklärt haben, daß etwa zwölf Unterseeboote in einigetrWochen fertiggestellt sein ^werden. „Daily Chronicle"" meldet aus New Pork: Englische Spvrtsleute erllären sich bereit, zu einem Maximum von 5000 Pfund Sterling 50:1 wetten zu wollen, daß die „Deutschland"" Bremen nicht wreder erveahen roerbe.
Oalem Aleikum
(liohtoundsttlcK)
(Gakimuncisftlck)
Sigoretten.
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