und zeichnerische AuÄbiK>rrng zu ihren praktischen Berufen und vereite-n sie Mt gutem Erfolge zur Erwerbstätigkeit in ar.deren Ber»feu 'vor. Es ist daher wirklich lohnend, die in der kleinen Ausstellung vereinigten bisherigen Ergebnisse zu besichtigen.
** Jungwehr. Nächsten Sonntag, den 16. Juli, findet ein M a r s ch Mücke—Schotten statt. Anmeldung Donnerstag uni) Freitag von 6 bis 7 Uhr, bis spätestens Samstag 12 Uhr bei L. Krämer, M'arktstr. 9. Gleichzeitig sind die Kosten der Fahrt (1.30 Mk.) mitzubringen. Näheres wird noch bekannt gegeben.
** Heldengräbe r. In seinem Verbandsorgan hat der Rhein -Mainische Verband für Volksbildung vor einiger Zeit davor gewarnt, in Dorf und Stadt voreilig und unüberlegt au die Errichtung von Den kni äle rn zum Andenken an die imt Krieg Gefallenen zu gehen und sich durch Angebote von Firmen, die sogenannte künstlerische Enllvürse machen, zu irgend rvelct-en Berpftichttmgen verleiten zu lassen oder gar Bestellungen auf Denkmäler zu mack>en, die dutzendweise und schablonenhaft in Denkmalsfabttken hergestellt werden. Vielmehr wurde geraten, zunächst ^durch die Anlagen von Hainen mit Eichen den Helden, die den Tod fürs Vaterland erlitten haben, ein Erinnerungszeichen zu setzen. Die Kunst unserer Tage mutz mehr als je bemüht sein, von den Grotztaten unseres Volkes in dem Riesenkampse, so gewaltig rmd erschütternd, so heldenhaft und opferreich, wie er in der Geschichte der Menschheit unvergleichlich dasteht, in würdigster Weise Zeugnis aöznlegen. Die Erfahrungen nach den Jahren 1876/71 mit ihren zahllosen minderwertigen Kaiserbildnissen^. Germaniafiguren und Kriegerdenkmälern zeigen, wie Land- und Stadtgemeinden, Körperschaften und Vereinen, zwar von edelsten Absichten beseelt, aber künstlerisch meist nicht gnt beraten waren. Diesesmal mutz luroedrngt nach klaren'-Gesichtspunkten gemeinsam gehandelt und Wertvolles geschaffen. werden. Für die Hcldenehrung wird das Volksempsinden einen znm Herzen sprechenden Ausdruck suchen. In der Errichtung von Kriegsdcnkinälcrn sollte nicht jede Stadt ihren Ehrgeiz darein setzen, ein solches! Denkmal ihr eigen zu nennen. Nur die grotzen Bundesstaaten und die bedeutendsten Städte sollten für die Nachwelt ein öffentliches Denkmal errichten. Soll dieses das Gepräge eines nationalen Werkes erhallen, so müssen sich Architekten, Bildhauer und Maler zu einheitlichem Wirken verbinden, um ein vollkommenes Bauwerk entstehen zu lassen. Vor allem aber gilt es, die mannigfachen Vorschläge für die Heldenehrungent sich erst abklären nitt> die Gedanken aus reifen zu lassen, ehe zur Tat geschritten wird. Hier gilt es, die edelsten Absichten des Volks in die richtigen Bahnen zu lenken, damit nirgendwo etwas U n k ü n-st l e r i s-ch e s und Unwürdiges geschaffen werde.
** Eine Pfl sich! t der Zurück ge stellten. Der stellvertretende Ko nunandrer ende Generäl des 15. Armeekorps wendet sich in einem Erlaß an die Zurückgestellten, namentlich mit Bezug auf die Ernte, an die vom Lande. Es heißt in dem Erlaß: Den Zurückgesteslren wird ausdrücklich aufgegeben und zur Pflicht gemacht, den ortsein gesessenen "Kriege rsrauen und sonstigen infolge militärischen (rinztthnngen in Bedrängnis geratenen Familien mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, insbesondere ihnen bei der Bestellung der Felder und bei der Einbringung der Ernte nach! Kräften behilflich zu sein, damit kein Stück Land ungenützt liegen .bleibt und die Ernte rechtzeitig geborgen wird. Zirrückgestellte, die berechtigten Anforderungen der Behörden in dieser Richtung, ohne Grund nicht entsprechen, haben die Aufhebung ihrer Zurück- stellimgen zu gewärtigen.
' ** Eine Konseren z der hessischen Bergwerks-^
betriebsleiter fand ami 10. Juli hier in Gießen statt. In erster Lime handelte es sich dabei um die Sicherstellung der Lebens- mättelversvrgmng der Belegschaften. Tie Versorgung der Bergleute — als besonders schwer arbeitende Klasse — mit Brot, Kartoffeln, Fett, Fleisch, Fisch wurde eingehend eröttert. Ganz besonders wurde die Schaffung und der Ausbau von Werks kan- vtinen und -kucken empfohlen und besprock/en. Daneben erhofft man von weiterer Ausgestaltung des Fischbezugs Nutzen auch für die Leute in ländlichen Gegenden, die sich seither- dem Fffctwcrbrauch gegenüber ablehnend verhalten. — Sodann wurde die dauernde Erhaltung wird Schaffung von Arbeiterersatz besprochen: die verschiedenen MöglichVetten, wie Reklamationen ällcrer Bergleute, ^knlenimg von tkrisgsgesangenau oder anderen Aushilfskräften sind zurzeit söwett anstzestaltet, daß. eine gewisse Stetigkeit in den Ar- 1 -^tterverhällnWen erreicht werden konnte. — Ms dann wurden die ^Neuerungen in der Arbeiterversicherung zur Sprackw gebracht, die ntit Rückfickst aus den Kriegszustand geschaffen worden sind, wie zum Beispiel über den Begriff der Erkrankung im 2lns- 1anl> u. a. Auch die speziell bergmännische Form der Arbeiterpersicherung, das Knapp schaftswesen, wird unter dem Einfluß oes Krieges nicht unverändert bleiben können. Der Plan einer Verschmelzung der lleinen Einzelvereine zu einem größeren Ganzen beginnt greifbare (öestalt anzunehmen. — Die gesamten Verhandlungen gaben reichliche Gelegenlwit zur ?lussprache über alle erwähnten Punkte. Tie Teilnahme war außerordentlich stark, dlnch das Königl. Stellv. General ko nrmando Frankfurt, die Kriegsge- fangenen-Jnspektton und der Berg- und Hüttenmännische Verein Wetzlar waren vertreten. — Die nächste Konferenz wird voraussichtlich am 6 . September in Darmstadt tagen.
** Beerensammeln ist Gewohnheitsrecht. Ans Dillenburg wird mitgeteilt: Der Landrat des Tillkreises erläßt folgende Bekanntmachung: „Das veröffentlichte Verbot des Boerenscimmelns in den Haubergen der Gemeinde Tillbrecht gibt mir Veranlassung, die Herren Bürgermeister auf folgendes hinzuweisen. Bei dem Beevensammeln handell es sich um ein gewohnheitsmäßiges Recht der Bevölkerung, das mit rechtlicher Wirkung nicht durch eine Bekanntmachung in der Zeitung verboten werden kann, da eine formlose Bekanntmachung der Ortsbehörde kein Recht gibt, im Nichtbesolgnngsfalle Sttafen festznsetzcn. Mit dieser rechtlichen Wirkung könnte das Verbot nur im Wege einer den gesetzlichen Vorschriften entsprechend zustandegekommenen Polizeiverordnung erlassen werden, der indessen, soweit das Sammeln reifer Beeren verboten werden soll, die erforderliche Zustimmung des Regierungspräsidenten ohne Frage versagt werden würde. Ich ersuche daher, für die Folge derartige Bekanntmachungen zu unterlassen."
** Gegen die Fremdwörter! Das stellv. Generalkommando des 11. Armeekorps hat einen Himveis ergehn lassen, der unseren Handels- mtb Gewerbekreisen die erstrebte Beseitigung entbehrlicher Fremdwörter weserrtlich erleichtern wird, wirklichen Schwierigkeiten, hohen Kosten usw. aber auch ferner Rechnimg tragen üvill. Bei der schwierigen Verdeutschung zahlreicher Fachausdrücke aus dem Gebiete des Handels und Gewerbes wird nicht mir die Beseitigung der Fremdwörter in öffentlichen Aufschriften, sondern auch die Reinigung der Geschäftssprack-e überhaupt ins 9luge gefaßt. Durch die Tätigkeit einer Reihe von Fach verbänden in Handel und Gewerbe im Zusammenhang mit dem Allgemeinen Deutsck>en, Sprachverein sei Abhilfe für die Schwierigkeiten geschaffen und ^gleich ein einheitliches Vorgehen innerhalb der einzelnen Verbände ermöglicht ivorden. Nach Aufzählung der bereits vorhandenen Hilfsmittel (Vcrdcutschuugshefte usw.) für die einzelnen Zweige wird den beteiligten Behörden und Verttetnngcn empfohlen, bei weiter auftanchenden entsprechenden Fragen den Rat des ft trägt. Polizeipräsidiums in Berlin einzuholen, das sich in Verbindung mit oem Allgemeüren D-eutschen Sprachverein und den Zachverbänden der Beseitigung der in Handel und Gewerbe v irkommenden unentbehrlichen Fremdausdrücke besonders angenommen hat.
** D e r weitere Verkauf von Rinderkraftfleisch (Vüchseusteisch) und Leberwurst in Dosen an die Einwohner der Stadt erfolgt am Donnerstag, den 13.; Freitag, den 14.; Bnmö« ag, den 15. und Montag, den 17. Juli jeweils vormittags von 9—12 und nachmittags von 3 —6 Uhr in dem Städtischen Schlacht- ho', Schweineschlachthalle.
** Frühkartoffeln. Um die benötigte Menge von Frühkartoffeln festüellen zu können, werden die Einwohner der Stadt Gießen in einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im heutigen Blaue au'geiordert, ihren Bedarf bis zur Spätkartosfelernte, etwa •is Ai Ute oder Ende September, dem städtischen Tiefbauamt, Asterweg Rr. 0, mitzuteilen. Pro Kopf der Bevölkerung ist täglich
1 Pfund cmzunehmen, wobei etwa selbst geerntete Mengen in Abzug- kommen. Die Meldungen erfolgen bezirksweise und zwar jeweils vormittags von 9—12 Uhr. Näheres siehe Anzeige.
Landkreis Gießen.
—u— Heuchel heim, 13. Juli. Vom Kriegs Ministerium traf in diesen Tagen hier die Nachrirlft ein, durck) die Nachwcisstelle des französischen Knegsministtriums sei ihm die Mitteilung geworden, daß der schon seit .Herbst 1914 als vermißt gemeldete Landwehrmann Willi. Bolkmann von hier. Ins.-Regt. 116, an den Folgen seiner Verwundung sin Gesangen'eulazarett zu Villers in Frankreich am 9. November 1914 verstorben sei. — Tie für unsere in Feindesland lebenden Zivil- und Milttärgefangenen in hiesigem Orte vorgenommenc Hanssammlung ergab bis heute 422 Biark.
^1. Rödgen, 13. Juli. Dem Wehrmann Karl Lücke! von hier wurde am 30. Juni 1916 die Hessische Tapferkeitsmadaille verliehen.
Kreis Alsfeld.
oz. Alsfeld, 13. Juli. Feldwevel Otto Wo l lrab im Fuß- Llrtillerie-Bataitlou Nr. 21 wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
oz. Eudorf, l 3. Juli. Kanonier K. Decher von hier, bei der Art.-Meßtruppe 66 , wurde mit der Hessischen Tapserkeits- medaille ausgezeichnet.
ap. Ruppertenrod, 13. Juli. Wieder hat ein Sohn unserer Gemeinde, der Unteroffizier Otlo R 0 h n , den Heldentod für das Vaterland erlitten. Seiner Verwundung, die er im Kampfe erhalten, ist er jetzt im Lazarett erlegen. Rohn war wohnhaft in Nieder-Gemündeu und hinterläßt eine Witwe mit einem Kinde.
up. Aus dein! Ohmtal, 12. Juli. Die Heuernte, die vor 14 Tagen begonnen, ist gut zur .Hälfte unter Dach und Fach gebracht worden. Sie wäre schon beendigt, wenn das Wetter nicht so unbeständig gewesen. Wtznn auch die Qualität des Heues unter dieser Witterung leidet, so hat sie doch einen eigentlichen Schaden nicht genommen, da der Futterwert erhalten bleibt. Aus die Farbe kommt es weniger an. Die Menge übertrisft die vorjährige um das doppelte. Die Preise bei den Heugrasversteigerungen sind trotz der reichen Heuernte nicht niedrig, da der Preis für frischgemachtes Heu hoch ist. 'Kanne sind die Wissen von der Heumahd befreit, so wächst schon das Grummet in wirklich erstaunlicher Ueppigkeit nach. Die Wiesengründe grünen zum zweitenmal wie im Frühjahr.
up. Aus dem vorderen Bogelsberg, 13. Juli. Die Hoffnung, die unsere Imker aus den Juli gesetzt, daß er nachhole, was der Juni versäumt, und noch gute Tracht bringe, erfüllt sich nicht. Nur die warnten Tage des Mai brachten gute Vorergebnisse. Der Bienenhonig fehlt zwar in diesem Jahve nicht, ist aber nicht so reichlich vorhanden wie im trockenen Sommer des vorigen Jahres. Wie absonderlich stark die Schwarmlust der Bienen in diesem Jahre ist, erhellt aus dem jetzt noch vorkommenben Schwärmen von Völkern.
Kreis Lauterbach.
la. U e l l e r s h a u s e u, 13. Juli. Am 2. Juli ist Musketier Friedrich D e ch e r t (in einem Infanterie-Regiment) in Frankreich gefallen. Er war der einzige Sohn der Eheleute Valentin Dechert hier.
Kreis Schotten.
= Schotten, 13. Juli. Der Heidelb ee r fegen im Vogelsberg ist in diesem Jahre so groß, daß die Bevölkerung bei dem ohnehin schon großen Leutemangel nicht in der Lage ist, die Ernte an Heidelbeeren zu decken. Diesen Umstand haben sich bereits viele Stadtbewohner zunutze gemacht. In großen Scharen treffen sie — besonders Die Frankfurter — täglich hier ein, durchziehen mit Kind und Kegel sammelnd die Wälder und kehren abentÄ mit dichtgesüllteu Körben heim. Mer auch'viele Händler ziehen es schion vor, die Ernte mit Umgehung des Zioischenhandels selbst vorzunehmen, indem sie eine Anzahl Kinder aus der Stadt mitbringen, die für angemessenen Lohn die Beeren pflücken, ein Verfahren, das recht lohnend für beide Teile sein soll.
Ia. H a r t m a n n s h a i n, 13. Juli. Das dritte Opfer hat der Krieg aus unserer Gemeinde gefordert, Gefreiter Fritz A h l b r a n d. Ter Gefallene war Inhaber des Eisernen Kreuzes 2 . Klaffe.
Kreis Friedberg.
-- F r i e d b e r g , 13. Juli. Unter Berücksichtigung der allgemeinen Marktlage lyat das Kreisamt für den Gemüseverkaus im Bereich des Kreises Frredberg besondere Bestimmungen imd Preise festgesetzt. Es dürfen u. a. für folgende Gemüsearten als höchste Preise genommen werden, iür das Pfund bei Römisch Kohl 15 Pfg., junge Erbsen 10 Pfg., gelbe Rüben 10 Pfg., für das Stück Wirsingkohl 30 Pfg., Rotkraut 45 Pfg., Blumenkohl 35—55 Pfg., Oberkohlrabi '5 —8 Pfg., große Salatgurken 25—50 Pfg., Rettig 8 bis 15 Pfg. Tie Höchstpreise dürfen aber irur dann genommen werden, wenn es sich um ausgesuchte große und erlesene Ware handelt; sie gelten auch für den Verkauf in Ladengeschäften und bei der Privatkundschaft. Ter Erwerb von Gemüse im Kettenhandel wird mit den schwersten zulässigen Strafen geahndet. Ebenfalls werden für Preistteibercien auf dem Gemüsemarkt überhaupt Strafverfolgungen angedroht. Ohne Erlaubniskarte vom Kreisamt darf niemand gewerbsmäßigen Gemüse- imd Obsthandel tteiben.
Kd. Bad-Nauheim, 13. Juli. Das 6 . Sinfoniekonzert der Kurkapelle findet Donnerstag, den 13. Juli, statt. Die Vortragsordnung des Abends weist als einleitende Nummer Mozarts reizende „Kleine Nachtmusik" für Streichorchester auf, der eine hier noch nicht gehörte Fantasie für Orchester mit obligater Harfe, „Vineta" von Franz Poenitz, folgt. In diesem Stück wird sich der Soloharfenist des Orchesters, Max B ü t t n e r. zum erstenmal im Rahmen der Saalkonzerte als Solist hören laßen. Er ist nach erfolgtem Probespiel vom Herbst ab als erster Harfenist der Königl. Hofkapelle in München verpflichtet. Richard Strauß ist mit seiner berühmten Tondichtung „Tod und Verklärung" vertreten, die ihre erschütternde Wirkung sicher wieder nicht verfehlen wird. Den zweiten Teil des Abends füllt die herrliche 6 -nwU-Sinfonie von Joh. Brahnis aus. Eine intereffante und vielseitige Vortragsordnung liegt also auch wieder diesem Sinfoniekonzert zugrunde. Die Leitung des Abends hat Professor Hans W i n d e r st e i n.
— K l 0 v p e n h e i m, 13. Juli. Nach längerer Krankheit starb der hiesige Altbürgermeister Andreas K l i e m. Er stand dem Orte von 1674—1914 als Bürgermeister vor.
oz. Rendel, 13. Juli. In voller Gesundheit feierte gestern der hiesige Bürgermeister Georg Beck seinen 30. Geburtstag. Beck versah 37 Jahre in hiesiger Gemeinde den Feldschützendienst.
Kreis Wetzlar.
Wa. Wetzlar-Niedergirmes, 13. Juli. Musketier Karl Mohr, Jnf.-Ngt. Nr. 88 , 10. Komp., starb den Heldentod.
ra. Bechlingen, 13. Juli. Musketier Ernst Rücker (Jnf.- Regt. Nr. 83) starb im Alter von 21 Jahren den Ehrentod.
ra. Dornholz hausen, 13. Juli. Anton Bogt, Füsilier im Res.-Jnf.-Rgt. 261, 12. Komp., starb im Alter von 20 Jahren den Ebrentod.
VVa. Dutenhofen, 13. Juli. Pionier Gustav Kexel, Pionier°Batl. Nr. 27, wurde mit dein Eisernen Kreuz 2 . Klasse ausgezeichnet.
Hessen-Nassau.
Marburg, 13. Juli. Am Miontag gelang es der hiesigen Polizei, einen Bettler festzunehmen, der- 180 Mark in seinem Besitz hatte, darunter ein Zwauzigmarkstnck. — Unter großer Beteiligung der Landbevölkerung aus vielen Orten des hiesigen und der umliegenden Kreise lvurde am Dienstag in der Pfarrkirche das diesjährige Missions fest der lutherischen Diözese Oberhesseu abgehalten. Es' predigten Missionar Paul aus Leipzig und Pfarrer Landau aus Fronhaujpn.
ra. Biedenkopf, 13. Juli. Die Sammlung für b {c Kriegsgefangenen ergab hier den schönen Betrag von 754,17 Mk. — Jäger Georg Messerschmidt (14. Res.-Bat., delttfches AlpenkorpS) starb am 23. Juni im Alter von 19 Jahren den Ebrentod.
bl. Kern b ach, 13. Juli. Zum Bürgernceister der Gemeinde Kernbach wurde der Landwirt Wiegand Hampel gewählt und
bestätigt-
ra. Beilsteiu (Dill), 13. Juli. Am Sonntag w«de unter großer Beteiligimg der Sohn unseres Bürgerineisters K n e t s ch beerdl^t. Verivnndet am 6 . Juni durch Koplschntz starb er am 5. Juli im Lazarett zu Frankfurt a. M. Er stand im Nes.-Erfag- Jni.-Negt. Nr. 1 , 11 . Komp.
--Frankfurt a. M., 12. Juli. Bei dem Abbruch der letzter Reste und Psellerstüm'pfe der Alten Brücke rvurde der Phahlrost freigelegt, auf dem sich einst die Pfeiler der ersten Frauksuttcn- Mainbrücke erhoben. Es sind dies mächtige zu einem gftterattigeir Holzfachwerk zusammen ge fügte Eichen stamme, die wi-ederum aus starken eingeramnttcu Eichenbärimen rnheu. Durch t>en fast tausend jährigen Aufenthalt im Wasser — die erste Holzbrücke wird 1035 urkurrdlich erwähnt — sind die Baumstämme fast versteinerr. Der historische Urkundenbehälter des Baumeister Usfenbach aus der Um bauperiode des 18. Jahrhunderts hat sich in den Resten des Grund Pfeilers leider nicht gefunden. Ueberhaupt war die Auslese an Aller tümern und andern historischen Aierkwürdigketten bei Abbruch des alten Wahrzeichens Frankfurts, „der Brücke zwischen Nvr^- und Süddentschland" wider alle Erwartungen recht kärglich.
— V 0 m^ Feldberg 12. Juli. Der Knttnsnsinrster Exz. Trott zu Solz stattete heute nachmittag in Bereitung des Miniftcrialdärektors Naumann und des Prof. Becker dem Taunus-Observatorium und der v. Reinachschen Erdbebenwarte auf dem Klettien Feldberg einen fast zweistündigen Besuch ab. Zu seiner Begrüßung hatten sich aus dem Institute eingefnnden Ober Präsident Hengstenberg -Kassel, Oberbürgermeffter Bürgt- Frankfntt, von der Frankfurter Universität Geheimrat Rektor Pohle und Professor Freund, vom Vorstand des Phpsükbffchen Vereins Ge^eimrat Leo Gans und Professor Bollert ijnd endlich die Sttfterin der Erdbebenwarte, Frau von Reinach. Ter Leiter des Observatoriums, Vwfeffor Tr. L i n k e - Frankfntt, führte seine Gäste durch alle Abteilungen des umfangreichen Geländes, 'wobei er und Abteilungsvorsteher Dr. Re mpp die nötigen Erlänternngen gaben. Während des Rundgcmges wurde auch ein Fesselballon aufgelassen. Der Minister gab zum Schluß der Besichtigung seiner großen Beftiedigung über die vorzüglichen wiffen- schaftlichen Hilfsmittel des Jnstttuts lebhaften Ausdruck, besonders freute es ihn, daß die gesamte Einrichtung aus Stiftungen vop Bürgerkreisen und Freunden der Wissenschaft herrühre. Hieraus begaben sich, die Herren in mehreren Kraftwagen nach der Saalburg, die unter Führung von Baarrat Jacobi-Homburg ern- gehcnd besichtigt wurde. Später kehrten sie nach. Frankfurt zurück.
Witlerungsbericht.
(Oeffentlicher Wetterdienst.)
Gießen, den 14. Juli 1918.
Auch in dieser Berichlswoche — 5. bis 11. Juli — hielt das unbeständige Wetter der früheren Wochen weiterhin an. Am Mittwoch gingen unter dem Einfluß von Randwirbeln fast in ganz Deutschland verbrettele Gewitter mit zum Teil heftigen Regenfällen nieder. Trotzdem bereits am Donnerstag ans der Rückseite der nach Westen abziehenden Depression im Süswesteu von Frankreich her der Druck anstieg und sich nach Deutschland hin ausbreitete, blieben wir doch noch aitt der Grenze zwischen diesem Hoch- und Tiefdruckgebiet. Heiterer Himmel wechselte nrtt starker Bewölkung, ja sogar mit zeitweisen Mederschlägen ab. Eine von Nordwesten her schnell heranziehende Depression drängte nunmehr den festländischen hohen Truck wieder zurück und beernflnßte uns wiedeimm durch Randwirbel, die uns zum Teil unter Gewttter- erscheinnngen lokale heftige Regensälle brachten. Die westliche Depression verstärkte sich immer mehr, zog aber im allgemeinere nördlich von uns nach Osten ab. Aus der Südseite herrschte daher bei Winden aus westlichen Richtungen wolkiges, meist tvvckenes Wetter. Die Temperaturen haben sich während dieser, ganzen Berichtswoche nur wenig geändett. Das Temperatnrmaxrmirm in Gießen lag meist über ff- 20 Grad, das Tempercchurminimum bewegte sich von -j- 13 Grad aut -st 16 Grad (außer am Montag, wo es -st 9 Grad betrug) und das Tagesmittel lag um -st 18 Grad herum. Am Montag, den 10. erstreckte sich von der Nordsee her ein Teilties über Westdenttchland bis nach den Alpen, das wiederum stärkere Zunahme der Bewölkung und Regensälle hervorries. Von Südwesten her beginnt nun ans der Rücksette dieses Teiltiess der Truck wieder anzufteigen, so daß nur mtt allmählicher Besserung der Wetterlage rechnen dürfen. Ob allerdings dieses toefifidj*' Hockiwuckgebiet große Ausdehnung besitzt, läßt sich infolge des Fehlens sämtlicher Meldungen der westlichen feindliche Staaten vorläufig noch nicht ersehen.
Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 14. Juli 1916:
Vorwiegend trüb, Reaenfälle , kühl.
Letzte Nachrichten.
Die Kampftage im Westen.
i. Köln, 13. Jnli. Ter Sonderberichterstatter der „Köln. Ztg." ans dem lvestllchen Kriegsschauplätze meldet unterm gestrigen Tattim, daß die im höchsten Grade erbitterten Kämpfe im Gebiete der S 0 m m e 0 f f e n i i v e den ganzen Tag andauern und weiter- wtogen. Die Engländer scheinen den Vorhaltungen ihrer Bundesgenossen, daß ihre eigenen Fortschritte wertlos seien, wenn die englische Front weiter zrcrücDleibe, jetzt mtt aller Gewalt Rechnung tragen zu wollen und werfen immer neue Schwarze unserem vernichtenden Feuer entgegen. Was ihren Truppen an militärischer Ausbildung fehlt, suchen sie ähnlich den Russen, durch Massenwirkung zu ersetzen. Nicht minder heftig sind die Anstrengungen nördlich und südlich der Somme. TrG der vereinigten eiwtisch-ftanzösischen Angriffe konnte die deutsche Offensive gegen Verdun fortgesetzt werden.
Französische Einberufungen.
Genf, 13. Juli. Um gewisse jüngere Jcchresklassen durch 5drlfsinannsck)aften zu ersetzen, ordnete der ftanzösische Kriegs- mttnfter, wie Lyoner Blätter melden, die Einberufung weiterer Teile der Jahresklasse 1888 für den 1. des irächsten Monats an.
Vom Zaren.
i. Kopenhagen, 13. Juli. Die Köln. Ztg. meldet: Ein Telegramm aus Petersburg berichtet: Der Zar habe den Reichsdumapräsidenten Rodzianko im.Hauptquartier empfangen. Die Unterredung währte zwei Stunden. Riesenverluste der Russen.
Haag, 13. Juli. Tein Londoner „Daily E x p r e ß" wird bestatt gl, daß die Russen in den letzten Kämpfen an der Ost front besonders schwere Verluste erlitten haben. Drei Divisionen mit ungefähr 70 000 Mann sollen fast ganz verittchter worden sein.
Revolutionäre Umtriebe in Rußland.
Wien. 13. Juli. In allen größeren Städten 9ttrßlands wurden Zweigorganisationen der neuen revolutionären Partei entdeckt, deren Zentrale in Petersburg ansgehoben wurde. Die Partei arbeite in geheimen Nügschriften für die Beendig img des >krieges. Verhaftungen sind in größerer Zahl erfolgt. Unter den Verhafteten befinden sich auch 'mehrere Ausländer, die vor dem Militärgericht abgeurtettt werden.
Eine Schweizer Abftihr für England.
Bern, 13. Juli. Jüngst erhielt die „N eue Zürcher Zeitung" als Mitteilung des brrttsckren GerreraKonftckats eine Schü derung der neuen Fleischkarten Deutschlmrds. Dazu bemerkt das „Berner T a g b l a t t", daß es bisher Sitte war. daß die ftem den Staaten sich durch den Konsul ihrer Bertrettma mir in eigenen. Angelegenheiren vernehmen ließen. Damit habe das brta r d- Generalkonsulat wieder holl gebrochen. Es habe an die Presse, allerdiirgs nur an die nahestehende. Comnrmttguös gesandt, die Nachrichten über Deutschland brachten. Wir müssen gestehen, sag, das Blatt, daß ims dies sehr verwundert. Ms englischen Erfolg oder englische 6 siwßtat können wir in der «chweir in der Tar die wirtschaftliche Bedrängung der deutschen Haus!rau nicht werten, uns darüber freuen schon gar nickü. Für uns ist die Fleischkarte der Beweis der großartigen energischen deutschen Organisation und der bewundernswerten Disziplin des deutschen Volkes. Cvmmnni. gnes De* deutschen Generalkonsulats über dre Höhe der Schifftchrt-> und Frachtpreise in England, dre dortigen LebenSmittelproise nrtt die Allstände in Irland dürfen uns jetzt nicht mchr übervlttwen.


