Ausgabe 
12.7.1916 Erstes Blatt
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;feui£»4&r>ab<cii jUmtrf. Oestlich von Söiit« Ttoiut t sch i unttrnahmcn hie Deutsch«: tn der Gegend des Dorfes Odoschitzschjma einen Gegen- angriss, den wir durch unser Jnfanteriefeuer zurück schlugen.

Am'deLden Seiten führten die Flugzeuge zahlreiche Flüge aus über der gauzon Front. In der Gegend des Schubinski-Kanals. wstlichÄeS Zusammenflusses von Beresina und Njemen, schoß unsere Artillerie «n Flugzeug herunter. Der Flieger und ein Mechaniker 'ifitröm gegangen genommen Nicht lveniger als 10 ferndliche Flug­zeuge liber flogen Molodetschiw. Sie warfen 40 Bomben ab. Eine Michle ivmde in Brand geschossen.

Lord Derby über die Hoffnungslosigkeit der englisch-französischen Offensive.

Berlin, 12. Juli. .DemBerliner Lokalanzeigcr" wird aus London gemeldet: Lord Derby äußerte sich zu einem Korre­spondenten desBrooklyn Eagle", man könne den jetzigen Vor­stoß der englisch-französischen Armeen unmöglich als eine entscheidende Offensive bezeichnen. Die Aufgabe, die Deutschen zu besiegen, sei sv groß und schwierig, daß d as Zwl nicht durch militärische Kraftmrstrengungen allein zu erreichen ist. Ein Zusammenbruch der Deutschen ist nach Lord Derbys Meinung völlig ausgeschlossen.

Bern, 11. Juli. (WTB. Nichtamtlich! In der Krrtrk des Temps" über die militärische Lage heißt es: Man kann wohl begveKm. daß ein Operatronsvlan keine !darre, beharrliche Form haben kann. Napoleon selbst äirbertc seine Pläne nach den Be­wegungen des Feindes. Unsere Operationen sind gut begonnen worden, versucheil lvir nicht, ihre Fortsetzung vorauszuleben. Aus der imgeheuren Front, auf der wir mit den Feinden im Gefecht stoben, werden die Ereignisse Wendungen iwhmen und, ohiie von seiner Grundidee ak^ngchen, wird unser Oberkoutmando demgemäß 'eine Pläne abändern.

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Deutsche Marineflugzeuge über der englischen Küste.

B.erlin, 11. Juli. (WTB. Amtlich.) Zwei deutsche Marineflugzeuge haben in der Nacht vom 9. zum 10. Juli die Hafenanlagen und Mstenwerke von Harro ich und Dover mit Bomben belegt.

Die Teuerung in Holland.

Haag, 11. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Heute fand hier eine vorn revolutionär-sozialistischen Komitee veranstaltete Kundgebung gegen die Lebensmittelpolitik der Regierung statt. Mehrere tausend Männer und Frauen nahmen daran teil. Es wurde eine von 67 000 Per­sonen gezeichnete Adresse den: Ministerium des Inner?: und eine Abschrift davor: der Zweiter: Karrnner überreicht. Nach einer Straßendemonstration wurde:: Bersarnmlunger: ab- ge halten. Es sind keine Ausschreitungen vorgekornmen.

Hungersnot in Rußland.

Berlin, 11. Juli. (Priv.-Tel.) DieVoss. Ztg." mel­det aus Wien: Die russischer: Blätter beschäftigen sich ein­gehend mit der Gefahr einer Hungersnot. Ein schwedi­scher Journalist erzählt, daß er be: seinem Aufenthalt in Petersburg Fleisch weder gesehen noch gegessen habe. Die Ernährung in den: ausgehungerten Berlin und Wien sei ihm dagegen wie Luxus vorgekommen.

Die Kämpfe in Ostafrika.

London, 11. Juli. (WTB/) Amtlich wird mitgeteilt: Aus Ostafrika berichtet General Smuts: Tanga wurde an: 7 Jul: besetzt. Der Feind leistete schwachen Widerstand bei der Räumung der Stadt, nachdem er die Wasserwerke zerstört hatte.

ver Seekrieg.

Haag. 11. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Das Korrefpondenz- bnrecru meldet über die Versenkung des holländischen FischdampsersGeertruide" durch ein U-Boot, daß der Kapitän, der zweite Maschinist und ein Matrose vom U-Boot als Zeuge mitgenommen wurden. Tie übrige Besatzung wurde, nachdem der Dampfer durch mehr als 20 Schüsse zerstört worden war und die Leute in die Boote gegangen Ware::, vom U-Boot ins Schlepptau gärommen. Später hat sich das Fischerfahrzeug Stfj. 307" übergeben, das nach Holland zurückkehrte. Elf Mann sagten übereinstimmend aus, daß das U-Bvvt etwa 20 Schüsse löste, die Masten, Schornsteine, Brücke und andere wichtige Teile des Schiffes trafen. Ter letzte Schuß ging durch die Maschinen­kammer und hatte zur Folge, daß der Dampfer binnen drei Mi- .nnten sank. Es sei niemand verwundet ivvrden. Das Schiff führte alle Kennzeichen seiner Nationalität. Es führte zuerst die kleine niederländische Flagge iw Top, hißte aber nach dem ersten Schuß die große Flagge. Ms das U-Boot, das aus einer Entfernung vor: 1000 Metern gefeuert hatte, sich den Rettungsbooten näherte, machte der Kaprtän den Kommandanten darauf aufmerksam, daß /es sich um ein hoUändisches- Schiff bandele, das sich keiner Schuld bewußt sei. Der Kommandant machte demgegenüber geltend, daß rder Frschdampser nordwestlichen Kurs habe, also in der Richtung England fuhr. , Ferner erklärte die Besatzung ü deren: stinr- inend, daß das Fahrzärg sich auf der Heimreise befand. Die La­dung bestand aus Heringen.

Kopenhagen, 11. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Der DamvferJohann Sien" von der dänisch-russischen Damvffchiffahrtsgesellschaft ist auf der Reise von Stockholm nach England mit Holz und Papiermasse im südlichen Teile des Sund von einem deutschen Wachtschiff aufge­bracht und nach Swinemünde überführt worden. Unge­fähr gleichzeitig ist ein schwedischer Dampfer von einem deutschen Kriegsschiff angehalten und in südlicher Rich­tung weggcsührt worden.

Stockholm .11. Juli (WTB. Nichtamtlich.) Die deut­schen DampferLissabon" undW o r m s" wurden heute uacht bei Bjurgklubb von einem russischen Torpedoboot gekapert und nach Finnlaiid geführt. 24 Manu der Besatzung derWorms", darunter der Kapitän und der schwedische Lotse wurden mit- gesührt. Den übrigen 13 Mann und der ganzen Besatzung der /Lissabon" gelang es. nach Skellesten zu entkommen.

Vas deutsche Handelsunterseeboot in valtimore.

(Siehe auch Artikel im 2. Blatt.)

Bern, 11. Juli. (WTB. Nichtamtlich.)Petit Jour­nal" schreibt zur Ankunft des deutschen Handels-Unterseebootes in Baltimore, im Zusammenharrg mit dem Fall Cartagena werde dies den Meinugsaustausch zwischen den Mli:erten beschleunigen, ob nämlich für diese neuen Kriegsmaschinen nicht n eu e R e g e. l n i m B ö l k e r e ch t auszustellcn seien, lvas deren Ueberwachung hinsicht­lich ihrer Abfahrt und Ankunft rn neutralen Häfen sowie ihre recht­liche Behandlung im Hasen angehe.I oimta 1" sagt: Die Deut­schen verabsäurnen keine Gelegenheit, um zu zeigen, daß die Herr­schaft der Alliierten über die Meere keinesrvegs vollständig ist. Ihre Taktik nicht zu verachten. indessen kommt es ihnen vor allein daran: an, zu erreichen, daß das Unterseeboot als neues Kriegs- Werkzeug nicht unter die Bedingungen völkerrechtlicher Bestimmun­gen fällt.

Bern, 11. Juli. (WTB. Nichtamtlich.)Matin" unter­stellt bezüglich des deutschen Handels-Unterseebootes für die Stel­lungnahme Amerikas einfach, daß es sich um ein Kriegsfahrzeug bandele. Tie Zeitung gibt der Erwartung Ausdruck, daß Amerika ihm einen kühlen Empfang bereiten werde. Unsererseits, heißt es wciter, müssen wir uns vergegenwärtigen, daß das internationale Seerecht in ständiger Weiterentwrckelung begriffen ist und daß. men es nicht nach alten Formeln anwenden tarn, aus Fachzeuge, deren AuNrern nicht vorgesehen war Das .Blatt wünscht, man möge das Unterseeboot :n Begleitung o^nes new-

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traten Schiffes über den Ozean heimschicken. T emp s" läßt es als unerwiesen gelten, ob es ein Handelsschiff öder Kriegsschiff sei. Immerhin erkennt er es ott, daß im ersten Falle sein Aufenthalt unbegrenzt sei.

Berlin, 12. Juli. TieBossischc Zeitung" gibt eine Unter­redung der WienerZeit" mit dem in Wien anwesenden Syndikus der Deutschen Ozean-Reederei Dr. We l ti über das neue Handels- Unterseeboot wieder. Dieser sagte u. a : Die Reise vom Heimats­hajen nach Amerika dauert 8 bis 10 Tage, das Schiff kann aber aucl: einen Monat ans hoher See bleiben. Es hat 2000 Zentner Farbstoffe int Werte von 60 Millionen Mark und außerdem, was daS wichtigste ist, die seit langem ausgestapelte diplomatische und Bantpost von Deutschland nach Amerika an Bord.

Köln, 11. Juli. (WTB. Nich:an:tl:ch.) DieKölnische Zei- tünch' meldet aus Washington vom 9. Juli: Das StaalSdeparto- ment war vor ein ernstes diplomatisclws Problem gesteUt, be­sonders weil der englische Botschafter darauf bestand, daß das deutsche U-Boot als Kriegsschiff anzusehen sei und infolge­dessen nur 24 Stunden verweilen dürfe. Staatssekretär Lan si n g dagegen erklärte vor einigen Tagen, das Dchiff werde als Handels­schiff angesehen weichen, wenn cs den Charakter als Handelsschiff ausweisc. Tie stark bezweifelte Ankunft des deutschen Tauchbootes Deutschlartd" an diesem Morgen erregte das größte Auffehen, das je beobachtet wurde.

Berlin, 11. Juli. (Zb.) DieMorning Post" meldet crus Washington:In einem großen halbseitigen Inserat der Transatlantischen Preßgesellschaft wird die Ankunft eines deutschen Tauchbootes auf der Reede von Baltimore bekannt gemacht. Mittelst des. Tauchbootes können Geld und Korrespondenzen auf sicheren: Wege ohne Gefahr britischer Uebergriffe nach Deutschland zurück­gesandt werden. Der österreichische Generalkonsul in New

f orf, der einer der Mitdirektoren der Preßgesellschaft ist, it das Inserat mit unterzeichnet. Falls das Tauchboot wirklich in Baltimore eingetrossen ist, würde das die Rich­tigkeit der vor einigen Tagen aus Madrid kommenden Meldung, daß ein deutsches Tauchboot rrach den Bereinig­ten Staaten unterwegs sei, bestätigen."

Alts Stabt und Land.

Gießen, 12. Juli 1916.

** A m tl iche Personalnachrichten. Der Groß Herzog hat wogen des Ablebens des Prinzen Adolf zu Schau m bu r g-L ippe eir:e Hoftrauer vom 9. bis ein­schließlich 11. Jul: d. J^ ungeordnet. Einstweilig übertragen wurde: am 6. Jul: dem Schulamtsaspiranten Martin Ruppe rt aus Haßloch mit Wirkung vom 1. ßlpril 1916 ab eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Gau-Bickelheim im Kreffe Oppenheim. Bestätigt wurde am 5. Juli dev von dem Herrn Grasen zu Solms-Laubach crus die erledigte 1. Lehrerstelle an der Volksschule zu Gonterskirchen im Kreise Schotten präsentierte Inhaber der 2. Lehrerstelle daselbst, Lehrer Karl Nicolai, für diese Stelle.

** Amtliche Per s onal nachrichten. Aur Grund der Vereinbarung mit den Landständen (Drucksache Nr. 152) sind bis zmn 15. Juni ds. Js. folgenden Schulamtsaspiranten aus Ober­hessen einstweilig Lehrstellen übertragen worde.Z Bergh, Aug. aus Lang-Göns, Co bürg er, Heinr., aus Reichelsheim :. W., Eichenauer, Jvh Heinr., aus Hof Sassen (Kreis Lauterbach), G a m b a ch, Hugo, aus Ober-Widders Hein:, Hachenberger Wilhelm, aus Frredberg, H a c nt c r l c, Ludwig, aus Taub ringen Hahn, Emil, aus Hergersdors, H e b e i s, Wilhelm, aus Alsfeld, H e l f e r t, Franz, aus Krrschhauscn, Heller, Joh., aus Oppers Hosen. Heller. Karl, aus Lich, Henß, Georg Wilhelm, ans Beuern, Henrich, Karl, ait£ Lang-Göns, Höhn, Georg, aus Ensheim, Jakobi, Otto, aus Birklar, Jakob:, Wilhelm, aus Birklar, Keller, Heinrich, aus Lumda, Kein, Heinrich, aus Torn-Assenheiln, Kl in gl, Fri^rich, aus Ockstadt, Knaus, Her­mann, aus Düdelsheim, Knos, Artur, aus Gettenau, König Peter, aus Ober-Mörlen, Mohr, Philipp, aus Dortelweil, M ü l ler, Friedrich, aus Schadenbach, Olcmotz, Georg,.aus Meder Bessingen, Otto, Heinrich ans Beuern, Ort wein, Karl, aus Büdingen, P a b st, Ludwig, aus Meder-Gemünden, P e p p l e r Hermann, aus Ücruterbach, Reitz, .Heinrich, aus Altenstadt Röhrle. August, aus Gießen, Rumpf, Gustav, aus Gambach Sack, Wilhelm^ aus Heuchelheim (Kr. Gießen), Schaaf, Georg aus Ockstadt. ch a a s, Karl, aus Heimertshauser:, Schäfer Hermann, anS Alsfeld, Scheid, Karl, aus Tüdelshein: S ch n i c r l c, Karl, aus Tüdelshein:, T r e u t e l, Georg Heinrich aus Rodheim v. d. H., Wein ert, Alex., aus Lich, Werner Matthäus, aus Fauerbach v. d. H., Will, Emil, aus Rodheim v. d. H., Wolf, Karl, aus Nidda, Zimmer, Eugen, aus Ulfa

** Auszeichnung. Dem Radfahrer Arthur Struck aus Gießen, Inf.-Regt. 222, wurde die Hessische Tapferkeit? medail.le verliehen.

** Militärische Ausbildu n g der Jugend Am vorletzten Sonittag fand eine größere Felddienst- ü b n n g gegen die Wetzlarer Jnngwehr statt. An den folgea:- den Uebnngsabenden wurde fleißig für dasWehr turnen" geübt, das Eride August mit Ansscheidungs kämpfen für die Provinz Oberhessen hier beginnt und Anfarig Septernber rnit den Endkämpfen in Frankfurt a. M beendet lvird. Deshalb finden auch an den Mittwoch-Abenden wahrend der Ferien Uebnngen in dem Hof der neuen Kaserne und der Turnhalle des Realgymnasiums statt Die Fußball nmnnschaften üben außerdem Montag Donnerstag und Samstag abend auf dem Sportplatz an der Rodyeimer Straße, die Schla gb all Mannschaften an: Sarrtstag abend ans den: Spielplatz des Männerturnverein an: Schreiberweg. Die Teilnahme cm der: Hebungen (um 8 V 2 Uhr> und an den Spielen (um 8 Uhr) ist für die orts anwesenden Jnngnlannen Pflicht. .Heute, Mittwoch

abend 8 V 2 Uhr tritt die 1. Kompagnie vor der ' neuen Kaserne, die 2. Kompagnie in der Turnhalle des Realgym nasiums an.

** Z n r W a r n u n g. Gerüchte über ön n: st e r sind in der jetzigen ^eit der Nahrnngsm:ttettnapphe:l an

der TagesorLmnng. Me finden nur allzu, bereitwillig Gehör

no etfrtge Wetterverbrettung. Jrgenowetcye 2 tstya:tspnntve^ snr die Richtigtcit der Klatschereien sich zu verschaften/- Halter: d:e Erzähler zumeist nicht siir rnilig. Die Gerüchte' nehrnen von Mund zu Mund einen größeren Umfang/« rmd manche Verbreiter bemühen sich, diejenige:: Erzählung gen, die ihner: noch nicht pikant germg erscheinen, an.fi eigene Faust anszuschmncken Dies erfolgt dann :n der'. Weise, daß man erzählt, baß eszu einen: behördltchens Einschreiten geführt habe, bei dem ungeahnte Vorräte zutage gefördert Worten seien, bie bei Bestandsaufnahmen ver­heimlicht gewesen wären, so daß der ßNissetäter den ehren­rührigsten Strafen nicht rnehr entgehen törnte" In letzter Zeit wurden vier Personen ermitteht, welche der­artige Gerüchte erfimden, verbreitet und in obenerwähnter Weise crusgeschmnckt hatten. Alle vier hätten wohl oder übel vor dem Strafgericht anfmarschicren müssen, wenn nicht der Beleidigte gegen sie mit irnverbienter Milde ver­fahren rväre und sie'mit ansehnlichen Geldbuße:: zu wohl­tätigen Zwecke:: hätte dnrchkorrrinen lassen. Verstummt sind die Gerüchte noch immer nicht. Vor Weiterverbreitnng der­artiger Klatschereien kann nicht nachdrücklich genug gewarnt werden. Wer glaubt, wirklich etwas zu wissen von Ver­heimlichungen von Vorräten, sollte auch den Mut haben, sein Wissen bei der Behörde vorzubringen.

** Diebsgnt. Bei einem hiesigen Althändler' wurde ein Teil von einem doppelierten Treibriemen von 12 Zentimeter Breite beschlagnahmt, dessen Eigen­tümer bisher nicht ermittelt rverder: konrUe. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen.

** Eine neue Bekanntmachung betreffend Be- chlagnahme und Bestan dserhebung von J-lachs- un d H an f stroh M. W. III. 3(XK6. 16. K. R. A. ist am 12. Juli 1916 erschienen. D'urch diese werden die gesamten Menge:: des iml Reiche angebauten Flachses und Hartfes des Jcchrss 1916 mft der Trennung vom Boden, sowie alle vor handelten alten Bestände und etwa noch zur Einfuhr nach Deutschland gelangendes Flachs- und Hanfstroh beschlagnahmt. Es bleibt jedvchl das Rösten des Strohs Und das Ausarbeiter: der Fasern im eigenen Betriebe gesvattet.- Ein Verkauf der beschlagnahmten Gegenstände ist nur an die Kriegs- slachsbau-Gesellschast m. b. H. Berlin W. 56, MorkgrafenstraHe 36, oder an solche Personen gestattet, die einen schriftlichen Ausweis der Kr i e g s - R oh sto f f-Abteilung des Königlich Prenßischen Kriegs- Ministeriums zur Berechtigung des Ankaufs der beschlagnahnsten Gegenstände erhalten haben. Die Bekanntmachung cnthÄt gleich­zeitig die Vorschrift, daß die Besitzer von Flachs- und. Hanfstroh ihre Bestände früherer Ernte am I. August 1916 der Kriegs-Rohstoff- Abteilung des Königlich Preußischen Kriegsministeriums zu melden liaben, und daß über die beschlagnahmten Vorräte alter und neuer Ernte ein La garbuch zu führen ist. Der Wortlaut der Bekannte machung, die noch verschiedene Einzelbestilirmm:gen enthält, ist. im heutigen Anzeiger veröffentlicht und am Bürgerm-eisteretgebäudei angeschlagen.

** Betreffend Beschlagnahme und Bestands­erhebung der Fahrradbereifungen (Einschränkung des Fahrradvetkchrs) ist eine Bekanutmachuirg am 12. Juli 1916 veröffentlicht worden. Durch, diese Bekanntmachung werden die Beweggründe ersichtlich, die zu dein in fast alle:: Teilen des Deutscher: Reiches vor einiger Zeit ergange 2 ren Verbote der Be- nutzung der Fahrräder zu Vergnügungszwecken geführt haben. Denn die Bekanntmachung beschlagnahmt alle nicht zur ge- iverbsmaßigen Weiterveränßerung vorhandenenFahrraddecken u u d Fahrrad s ck l ä u che, die sich im Gebrauch befinden oder für den Gebrauch bestimmt fmb. 9hrr für bestimmte Falle werden die vom stellvertretenden Generalkommando hiermit beauftragten Polizei-Präsidien, Landrats- oder Kreisamter die Erlaubnis zur weiteren Benutzung der beschlagnahmten Fahrrckb- bereiftmgen erteilen. Diese Erlaubnis wird rrur ßrlchen Personen erteilt werden, die daS Fahrrad in Ermangelung anderer zweck­dienlicher Verkehrsmittel als Beförderung zur Arbeitsstelle oder zur Ausübung ihres im allgemeinen Interesse notwendigen Berufes oder Gewerbes oder zrrr Beförderung von Waren #ur Ausrecht- erhaltung ihres Betriebes oder infolge ihres körperlichen Z«- staüdes benötigen. Tie Bekanntmachiirng führt bestimmte Falle an. in denen die Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis Veto als gegeben angesehen werden, und in denen die Erlaubnis ohne weiteres zu erteilen ist. Die Personen, welchen dir Ver­wendung der Fah rradbere: ftmgen weiter gestattet ist, dürfen sie jedoch rrur zu dem bei Erteilung der Erlaubnis bestimmten Zwecke gebrauchen. Um eine Erlarrbnis zur weiteren Benutzung der Fahr­radbereifungen zu erhalten, isteinAntragbeider fürden Wohn­ort des Antragstellers zuständigen Polizeibehörde unter Bei­fügung der vorgeschriebenen Radfahrkarte auf einem amtlichen Vordruck zu stellen. Dieser ^irck^tg wird vor: der Polizeibehörde an oben genannte Behörden weiter- gegeben werden. Im Falle der Genehmigung des Antrages erhält der .Antragsteller seine Radfahrkarte mit einem entsprechenden Vermerk versehen zurück. Falls der Antragsteller abschlägig be- schieden wird, verbleibt die Radfahrkarte bei der Polizeibehörde. Es muß dringend empföhle:: werden, beabsichtigte Anträge ren- v e r z ü-g l i ch zu stellen, da die Bekanntmachung bereits mit Beginn des 12. August 1916 in Kraft tritt und nach chiefem Tage die Benutzung der Fahrradbereifungen ohne besondere Er­laubnis strafbar^st. Für den Ankaufder beschlagnahmten Fahr­raddecken und Sclstäuche, die nicht mehr berrrttzt werden dürfen, werden kommunale Sa mmel st clle n eingerichtet und bekannt- gegeben werden. Die Veräußerung der beschlagnahmten Fahrrad­decken ist nur noch an eine derartige Sarnmelstelle für Fahrrad- bereiffmgen zulässig, die in der Bekauntmachung näher bezeichnete Preise für Decken und Schläuche zahlen wird. Soweit die beschlag - nahmten Fahrradbereifungen bis pen 15. September 1916 nicht an eine Sammelstellc abgeliefert sind, srrrd sie, sofern sie nickt weiter benutzt werden dürfen, bis zum Oktober 1916 an die für ihren Lagerort zuständige Ortsbehörde anzumelden: sie werden sodann enteignet werden. Es darf aber angeirommen werden, daß der größte Teil der Besitzer von beschlagnahmten Fahrradbeveifmr- gen diese :reiwill:g an die Samrnelstellen veräußert: ivird, die auch zur Cntgcgennahine von Fahrradbereifungen ermächtigt sind, die unentgeltlich zur Berftrgung gestellt werden. Durch die getroffene:: Maßnahmen wird es nicht rrur möglich sein, den Verbrauch von Gumm: zur Herstellung von Fahrradbeveisungen einzuschrcurken, sondern vor allem werden die ganzen yax Ablieferung gelangenden Fahrradbereifungen nach einer entsprechenden Bearbeitrcng für diejenigen iviedcr als neue Bereifungen Verwendung finden können, denen die Erlcnrbnis zur weiteren Benutzung von ssirhrradbereiffm-' gen erteilt ist. Tie Bekanntmachung enthalt eine Anzahl von Einzelbestiiniunngen. Ihre Kenntnis fft.für alle Personen wichtig.

die einen Antrag aus Weiterbenutzung von Fahrradbereisungeck stellen wollen. Ter Wortlaut ist am Bürgerrneistereigebäude an­geschlagen und im heutigen Anzeiger veröffentlicht.

** Hollunderbeerenöl. In ivoch nuht weit zurück­liegender Zeit wrrrden, wie dicTarmst. Ztg." schreibt, im Schwarzwald die Früchte des dort wild svachserrden roten Ho­lunders «SambiHrS racemosa) von^Kindern gesai:mrelt und in den kleinen Oelmuplen der Dörfer aus O e l v c r a r b e 1 1 e t. Mitteilungen zufolge ist das Oel als Speiseöl sehr geschätzt qe- wcseii. Auch noch heute wird nach den dem Kriegsausschuß für Oele u>:d Fette z-iigegangenen Nachrichten diese Oelgewinnung im. Kreise Billingen in: badischen Schwarzrvckld betriebe::. Es handelt sicl: dabei nur um die ölhaltiger: Kerne der Beeren, ähnlich wie bei den Kernen der Weintrauben. Wenn nun auch für die Groß­industrie weder die Arrsbentc noch die erfaßbaren Mengen an Holundersamen groß genug sind, so halt der Kriegsansschuß für Oele und Fette cs doch für seine Pfli,cht M diese mit Erfotzg öelriebene Oelgewinnung im Hinblick am die allerorts rwrhan- oencu kleineren Oel P ressereien hinzuweisc.n. Durch Neuerschließung dieser in Vergessenheit geratenen heimischen Oelauelle könnte in 'u'it tu Frage kommenden Bezirken dem augenblicklichen Oel- ni a 11 g e 1 ti: nicht zu unterschätzender Weife.abgL- holsen werden^