Ausgabe 
11.7.1916 Erstes Blatt
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gtefiüta, ihr Fleisch lu^nt eine frfmdtcfc Färbung an und schmeckte aockr bitterer äs die Erdbeeren, Da bei dem herrschenden Zucker- mangel die Verwercdmcg von Sacck>arin für uns Hausfrauen lvert- vtvll sein kann, erscheint es angebracht, auf diese Eigenschaft des Zucker-Ersatzmfttels hinzuweisen."

"Pakete nad) der Türkei. Aus Verlangen der türki­schen Postverwaltung muß die Annahme von Postpaketen nach der Türkei bis aus weiteres eingestellt werden.

** Die Zuckerm arten für die Zeft vom 16. Jüli bis 30. September 1916 werden Samstag, den 15. Juli gleichzeitig mit den Seifenmarken in den Brvtmarkenbezirken entsprechend den geltenden Bestimmungen ausgegeben.

** Düe im Juni 1899 geborenen Land stur m- pflichtigen der Stadt Gießen müssen sich am 15. Juli ds. Js., vormittags von 812 Uhr und nachmittags von 26 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Landstur ncrolle melden.

** Der landwirtschaftliche Verein für die Pro­vinz Oöerheffen HM am Sonntag, den 16. Juli, nachm.

4 Uhr, eine außerordentliche Mitglieder-Versanrmlnng in der Turnhalle der Großh. Augustiner-Schule zu Friedberg ab. Näheres siehe Anzeige.

** Seife. Seife (Feinseife und Waschseide) darf vom 1. Aug. ab nur gegen entsprechende Seifen marken der Stadt Gießen ab­gegeben werden. Tie Seffenmarken werden in den Brotmarken- bezirken abgegeben. Ein Antrag auf der BrotTnarkenausweiskarte hat nicht mehr zu erfolgen. Näheres siehe amtliche Bekannte machung in unserem Blatte.

** I m heutigen Kreisblatt sind die neuen P a ß - Verordnungen veröffentlicht: ferner die Verordnung über den Handel mit Lebens- und Futtermitteln und zur Bekämpfung des Kettenhandels, uud den O b st s ch m u g g e I über die hessische Grenz«.

Landkreis Gießen.

u Lang-Göns, 11. Juli. Musketier Heinrich S p i e s , der als vermißt gemeldet wurde, ist, wie seine Eltern gestern be­nachrichtigt wurden, am 27. Mai gefallen. Musk. Spies ist ein Sohn des Landwirts Heinr. Konrad Spies.

Kreis Büdingen.

4. Ortenberg, 11. Juli. Wieder forderte der Krieg ein Opfer aus unserer Gemeinde. In den schweren Kämpfen des Westens starb in der Nacht vom 29. zum 30. Jüni den Heldentod fürs Vaterland der Landstur-nm-ann Ludwig Süß. Während bisher nur Unverheiratete aus unserer Gemeinde fielen, ist mit Süß der erste Familienvater unserer Gemeinde gefallen; er hinterläßt eine Witwe nrit drei Kindern. Vizefeldwebel der Reserve Hermann Jeckel, der soHo-rt bei Kriegsbeginn eingezogen wurde, in den Rückzugsgefechten an der Marne in französische Gefangenschaft geriet, deren ganze Lsiden er über ein Jahr lang durchzukosten §atte, und schließlich als dlustaapchgefangener nach der Schwerz tat, erhielt jetzt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Die Einmach­stelle des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz und des Frauenvereins, die im vorigen Jahre in so großem Segen orderten durfte, wurde am 9. Juli d. I. wieder eröffnet Und zwar tn dem von Forstmeister Klingelhöfer-Gedern freundlichst zur Verfügung gestellten Hause von Mtuar Jäckel; die Eisenwerke Hrrzenharnj überließen, wie auch im vorigen Jahre, wieder in dankenswerter Weise einen großen Herd: als regelmäßige Einmachtage wurden Mmttag und Donnerstag festgesetzt.

Kreis Alsfeld.

-Strebendorf, 10. Juli. Der erst seit einem Jahr zum Garde-Grenadier-Regiment Nr. 1 ausgehobene 20fährige Heinrich

5 t i e l e r erhielt die Hessische Tapferkeits Medaille.

oz. Rainrod, 10. Juli. Musketier Gustav Lang I. im aktiven Jnf.-Regt. Nr. 186, Sohn des Landwirts Albert Lang, wurde mit der Hessischen TapferkeitSmedaille aus­gezeichnet.

Kreis Lauterbach.

~ Ans dem Oberwald. 10. Juli. Aus den ausge­dehnten Wäldern des Oöettvaldes werden zurzeit ungeheure Mengen Erdbeeren itad> Hause getragen. Die Eftrwohner aller um­liegenden Ortschaften Lassen sich diese günstige Gelegenheft nicht entgehmr, da die Erdbeere« in solch gewalttgen Mengen in diesem Jahre zu finden fino, daß man auf einem kleinen Platze ein großes Gefäß füllen kann. Was die Größe und die Dicke anlangt, stehen sie den Bogelkirschen nicht nach. Leider ist in diesem Jahre der Zuckergehalt, infolge des nicht allzu günstigen Wetters, nicht auf der HÄe; da die Ertcheere Mir Reife unbedingt Sonne, zum wenigsten Dtame bedarf. Marmelade ist meistens die Verwendung der E^beere. Seit Frühjahr werden alltäglich ebenfalls große Ntageu Tanncw und Fichtenholz aus dem Oberwald an die zu­nächst liegeachcn Eisenbahnstationen auf Rollfuhrwerken befördert, dort verladen und als Grubenholz versandt. So stellt sich der Oberwald als großes Holzausfuhrgebiet dar, das große Summen abwirft. Wieviel billiger aber wäre das Holz für den Abnehmer, wenn nicht die hohen Fuhrlöhne darauf ruhten. Eine anzulegende Eisenbahn würde dem U ebelstand abhelfen.

Kreis Schotten.

r Schotten, 10. Juli. Eine gemeinschaftliche .Konferenz von Pfarrern und Lehrern der Bezirkslehververeine Schotten und Gedern findet am nächsten Mittwoch, den 12. ds. Mts., nachmfttags 31/2 Uhr auf dem Lehrerheim statt. Universitätsprofessor Gun­kel-Gießen wird einen Vortrag halten überDas alte Testa--

= Babenhausen II., 10. Juli. Nachdem in anderen tiefer gelegenen Gegenden die Zeit der K i r s ch e n e r n t e fast vorüber ist, beginnt auch hier die Kirschenreife. Auf der Krers- straße von hier nach Ulrichstein rntb Ober-Seibertenrod zeigen die veredelten Kirschbäume einen guten Behang. In der vergangenen! Woche ssird schon Körbe voll gepflückt worden und nach Ulrichstein und Schotten verkauft worden. Ter Preis für das Pfund beträgt -30 Pfennig. Iw vorigen Jahr sind über 400 Mark aus dem Erlös der Kirschen der Kreiskasse Schotten zngeflossen. In diesem Jahre wird der Betrag zwar nicht so hoch sein, denn durch den Hagel schlag wurden viele Früchte abgerissen. Die Kirschen, selbst sind sehr gut enttvickelt, und was Zuckergehalt betrifft, lassen sic nichts zu wünschen übrig. ..

r. Ober-Lais, 10. Juli. Die Volksspende für dre deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen, für die am gestrigen Sonntag durch den Ortsausschuß des Roten Kremes gesammelt wurde, ergab in unserer Gemeinde den Betrag von Mk. 101,20.

~ Ober-S eibertenrod, 10. Juli. Der Unteroffizier Heinrich V 0 lp im Landwehr-Jnf.-Rgt. Nr. 87 wurde mit der Hessischen Tavferkeitsmedaille ausgezeichnet.

~ Ulrichstein. 11. Juli. In der Wohnung des Johannes Jost von hier brach, aus bisher noch unaufgeklärte Weise ein Z iM- merbrand aus, dev sehr leicht zu erner umfangreichen Feuer- katasttophe hätte führen können. Aus den Fenstern des Zimmers, in welchem der Sohn schlief, sttömten Rauchwolken aus, die von dcM langsamen Brennen des Bettes herrührten. Erst der spät heim- sabrende Postillion wachte die schlafenden Leute aufmerkiam, die sehr rasch das Feuer, das nun im Zinlmer schnell um' sich gegriffen hatte, mit Wasser und Decken lösclften. §3 fehlte nicht viel, so wäre der schlafende Jimge bei lebendigem' Leibe verbrannt.

^Unter-Seibertenrod, 10. Juli. Ge-tcrn wurde die 15 jährige einzige Tochter des Rechners von hier zu Grabe ge­tragen, die auf höchst scftsame Weise ihr Leben einbüßen nnnfte. Der Knöchel des Fußgelenkes war durch den enganliegenden Sclnch wund gescheuert. Die nicht beachtete Entzündung drang bis zum Knochenmark vor. Innerhalb zwei Tagen war dieses abgestorben; einen Tag danach war das Mädchen tvt.

oz. Aus dem Gründchen, lO.Jnli. Die Hei de l beer­ernt e hat ihreit Anfang genonrmen. Die berechtigte Hofsirung aus einen reiften Segen ist nicht getäuscht worden, sowohl in der Menge als in der Güte. Recht lmoernünftig ist jedock) die Sitte mancher Spaziergänger oder Ausflügler, ganze Strauch« mit Beeren auszureißen, mitzimehmen und nach dem Abessen der wenigen reifen Beeren alles andere ivieder wegzuwerfen. In unserer Zeit heißt es- dock mit allem sparsam umgehen.

r. Aus dem nörlichen Vogelsberg, 11. Juli. Der Stand der Winter- und .Sommerfrüchte war seft langem nickst so

günstig wie jetzt. Das .Korn, das bei dem Unwetter Ende Mai vielerorts stark gelitten hatte, hat sich wieder aufgerichtet und ver­spricht sehr reirfjen Ertrag; ebenso Wcazen und Gerste. Die Erd­gewächse, insbesondere die Dickwurz, sind prächtig gewachsen. Das feuchte Wetter ist ihnen sehr zustatten gekommen Der Stand der Kartoffeln läßt auch nichts zu wünschen übrig. Allerdings ist zur wefteren gedeihlichen Entwickellrng in Bälde trockene Witterung sehr notwendig. Eine iveniger gute Ernte stelst bei Obst in Aus­sicht. Die Aepfelüäume zeigen der weftem nicht den Behang des letzten Erntejahres. Dagegen ist, wenn auch nur vereinzelt, eure günstige Z welschen ernte zu erwarten. Die Heuernte, dre im Augenblick in vollem Gange ist, wird leider durch die ungünstige feuchte Witterung behindert.

Gedenket der Geburtrtagrjpende füts Rote Are«;"'-

Provinzial-Ausschutz der Provinz LberheFen.

Kz. Gießen, den 8. JAli 1^16.

Gesuch des Nathan Zimmermann in Oder- men um Erlaubnis zum Kleinhandel mit

Kreis Friedberg.

F. C. Friedberg, 11. Juli. Das Kreisamt'hat die Ausfuhr von frischem O b st, sowie von verarbeitetem auS dem diesseitigen Kreise vorläufig bis auf weiteres verboten.

M. Fried berg, 11. Juli. In der Nähe der Haltestelle NiederhofheimOberliederbach steht ein Apfelbaum, der zu gleicher Zeit Blüten und Früchte trägt.

oa. Friedberg, 31. Juli. Oberpostassistent Rock begeht heute fein 25jähriges Dienstjubiläum.

Q. Bad-Nauheim, 11. Juli. Um die Ernährung unserer Kurgäste und Einwohner sicher zu stellen und ge­wissenlosen Preistreibereien der Händler entgegenzutreten, hat die S t a d t v e r w a l t u n g in den letzten Wochen große Mengen Nahrungsmittel, vorwiegend Schinken, Speck, Dauerwurst, Fische, Kartoffeln, Obst und Gemüse beschafft, die zu deu vou der Stadt festgesetzten Preisen abgegeben, werden. Bis jetzt funktioniert die städtische Versorgung aus­gezeichnet und übt einen sehr erfreulichen Druck auf die Händ- lerpreise aus. Zwei Veranstaltungen der Großh. Kur­verwaltung die Aufführung der OperBarbier von Se­villa" durch Mitglieder des Frankfurter Opernhauses im Knrtheater, und das Gastspiel des Kammersängers Heinrich Hensel-Hamburg im Konzerthaus, der im Wagner-Kon­zert mitwirkte hatten ganz außergewöhnliche Erfolge. Trotz wesentlich erhöhter Preise waren beide Veranstaltungen

ausverkaust. . , r

bz. Butzbach, 10. Juli. Dem Kriegsfreiwilligen Heinrich D i e h l aus Hoch-Weisel wurde die Hessische Tapserkeitsdenkmüiize verliehen. ^

ao. Dortelweil, 11. Juli. Hier ist der erste W i n t e r r a p s geschnitten. So weit zu beurteilen ist, scheint der Korneransatz gut zu sein, es fehlt nur noch gutes Wetter, um ihn einfahren zu können.

dz. G r i e d e l, 8. Juli. Dem Pionier-Unteroffizier Heinrich Kops von hier wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

--Grotz-Karben, 10. Juli. Bei der Einfahrt in die Station entgleiste von dem nachniittags 4.36 Uhr hier fälligen Fraiikfilrt-Gießener Personenzug die Maschine. Menschenleben kamen nicht zu Schaden. Die nachfolgenden Züge.erlitten längere Verspätungen. Der Unfall trug sich genau an der Stelle zu, wo vor 9 Jahren das große Eisenbahnunglück sich ereignete.

ao. Hoch-Weisel, 11. Juli. Dem Kriegsfreiwilligen Heinrich D i e h l von hier wurde die Hessische Tapserkeits Medaille verliehen. ^,

nt. Nieder-Florstadt, 10. Juli. Pionier Gefreiter Wil­helm Alt, Sohn von Ver. Alt, erhielt die Hessische Tapferkeits- medaille.

Starkenburg und Rheinhessen.

M. O sf e nba ch a. M., 10. Juli. Am hundertsten Jahrestage des Eintritt Offenbachis in den hessischen Staatsverband (8. Juli 13161916) hatte der 0berbitxgeroteiUer folgendes Telegramm an den Großherzvg gesandt;

In eherner Zeft gedenkt die Stadt Offenbach in ernster Stille des heutigen Tages, an beirt sie vor hundert Jahren eintrat in den Verband des hessischen Staates nrrd wiederholt in dankbarer Er­innerung vielfach erfahrener Förderung in allen Werken des Frie­dens Euerer Königlichen Hoheit das Gelöbnis umvandelbarer Hessen- treue. Der Oberbürgermeister, Dr. Dullo.

Darauf lief folgende Antwort ein ;

Wolfsgarten, Jagdschloß, 8. Juli Aufrichtig dankend für die Worte treuen Gedenkens wünsche ich der Stadt Offenbach an dem heutigen Abschnitt in ihrer Geschichte ferneres Gedeihen und eine günstige Entwicklung im Staatsleben, welchem die nächste Zukunft so wichtige und schwere Ausgaben bringen wird. Meiner besonderen Fürsorge und regsten Förderung kann die Stadt für alle Zeiten ver­sichert fein. Erstst Ludwig.

ke. Geisenheim, 11. Juli. Hier stehen bereits die ersten neuen Kartoffeln zum Verkauf. Das Pfund kostet 16 Pfg.

Hessen-Nassau.

js Marburg, 11. Juli. In hiesiger Gegend wurde mit dem Schnitt der Gerste und des besonders vielfach angebauten Sonrmersamens begonnen. Ein hiesiger Einwohner, der sich be­harrlich weigerte, seinen Hausmüll und Kehricht fortzuschaffen und diesen zu Haufe aufftapelte, wurde gestern früh zwangsweise zu dessen Herausgabe veranlaßt. Beim Müllwagen, der eigens dazu vor dem Hause erschien, befanden sich außer den Fuhrleuten auch rroch zwei PolizeibeaMte.

]f Marburg, 10. Juli. Der 27 Jahre alle Kaufmann Sollt) Marburyer aus Laasphe, der sich wegen eines Nerven leidens zur Erholung bei Verwandten in Neustadt an der Main Weserbahn anfhielt, wurde dort am Sonnabend im Walde beim Ueberschreiten eines Bahndammes vom Schnellzuge ersaßt und getötet. In der Nacht von Sonnabend zum Sonntag gingen besonders im wesllichen Teile unseres Kreises und dent an- grer^enden Gebiete des Kveises Biedenkopf wolkenbrnch artigeRegengnsse, welche viel Schaden verursachten, nieder. In der Gemarkung Friebertshausen z. B. wurden Bäurne ent­wurzelt imd im Orte selbst Dächer abgedeckt. Auch heute mittag regnete es wieder kübelartig.

ra. Biedenkopf, 13.Juli. Entsprechend dem Vorschlag des Kreisarrsschnsies wurde der Beitritt des Kreffes zum Ostpreußen­verein für die Landgemeinden des Kreises Stallupönen mit einem Beitrag von 15 439 Mk. genehmigt. Der Beitrag soll aus den Ueberschüsieu der Kreiskominission gedeckt werden.

ra P hi lipw stein, 11. Juli. Lehrer Heinrich D atz tritt am 1. November in Ruhestand.

O b ertiesenbach, 31. Juli. Auf dem Wege nach Bettendorf trug sich ein folgenschweres Unglück zu. Ein An gestellter des Spristerbacher Hoses, Jobaunes Kunz, trieb eine Kuh nach Bettenbach, als das Tier plötzlich wild wurde. Es nahm Kunz ans die Hörner, warf ihn zu Boden und bearbeitete chn dann so lange mit den Hörnern, bis der Unglückliche eine Leiche war.

--Griesheim a. M., 10 Juli. Augenblicklich machen sich hier die Feld- und Gartcndiebe in recht lästiger Weise bemerkbar Diese Tatsache ninrmt der Bürgerineister zuni Anlaß einer Be- kannttnachmtg, in der er daraus hinweist, daß hier eine wirk­liche Not durchmis nicht besteht, und daß auch Kartofsellt in genügenden Mengen vorhanden sind. Es habe also niemand Beranlaffung, sich an fremdem Eigentum zu vergreifen. Wer dies aber dennoch tut, denr droht der Bürg-erm-eister mft den höchsten Strafen und mit der Entziehung der Brotkarte.

---Aus derRhön, 10. Jnll. Auf dem höchsten Rhön berge, der 950-Meter hohen W-as s>erPuppe, errichteten, Rhönbewohner ein zwölf Meter aufraHendes müchtigetz Eichentreuz als ein Kr i e g s wn h i che n bet Rhön Die am Kreuz angebrachte Inschrift lautet:Mein Voll, gedenEe derer, die auf deinen Höhen gestorben sind an ihren Wunden." D«s werthin in die Lande leuckftende Malzeichen wurde am Samstag in schlichter Feierstunde geweiht. Spä­ter beabsichtigt man, den Fuß des 'Kreuzes mit einer male rischen Felseugruppe zu schmücken.

=, Aus dem Rheingau, 10. Jcili. In zwei Nächten shabeu W i l>d s.ch-^e i u e in der Gemarkung Winkel etwa 3000 Kartosselbüsche aufgewühlt und vernichtet.

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S e c rit %. ii *»» v Branntwein Kaufmann Zimmermann zu Ober-Seemm halti im Frühjahr 1915 um Erlaubnis zum Betriebe einer schaff mit Branntweinausschank nachgesucht, die seit 188.0 (aber erst 1907 nachträglich genehmigt), von seinem verswrdenen Vater Levi Zimmermann betrieben wurde. Da die Lotatttatt« den baupolizeilickien Vorschriften nicht genügten und wert bet Gemeinderat die Bedürfnisfrage zweimal verneint hatte, zog Kauf­mann Zimmermann seinen Atttrag zurück, beantragte aberfptar statt dessen die 0>enehntigung zum Kleinhandel mrt Branntwem. Nachdent er zum Militär eingerückt war, tvurde dieser Antrag von seinem Bruder Natlian Zirmnermann für sich persönlich ^ivetter betrieben. Auch hierzu verneinte der Gemeinderat die Bwümns frage mrb der Kreisausschnß des Kreises Schotten, an den sich der Anttagsteller klagend gewandt hatte, versagte die Genehmigung Gegen diese Entscheidung verfolgte Nathan Zftnmermann nrft der Behauptmtg, es handle sich um die Fortftibrnng etne3 a^n Ge schäfts, Berufung, die jÄwch li-eute vom Pwvmzralausschuß ms unbegründet zurückgewiesen wurde, unter Verurteilung des Be­rufung sklägers in die Kosten des Verfahrens.

2. Klage des Ortsarmenverbandes Danzig

gegen den Ortsarmenverband Friedberg wegen Unterstützung der Minna B. aus Eckarts Haufen. Die Unterstützte war in Danzig niedergePommen und dort auch längere Zeit verpflegt worden. Der beklagte Ortsarmenverbmid glaubte nur einen .Xeü der Kosten schuldig zu fein, da er zu einer Zeit die Uebernahnie in eigene Fürsorge verlangt fyabc, als Der. Zustand der Unterstützten deren Uebersührurig nach Friedberg nc>ch gestattet habe. Da die Beweisaufnahme und der Inhalt der ge­pflogenen Verhandlungen den Standpunkt des Ortsarmenverbands Friedberg rechtftrtigte, wurde er nur zum Ersatz eines Teiles der Pflegekosten verurteilt und da er zu dem Verfahren keftwn Zlnlaß gegeben hatte, wurden die Kosten des Verfahrens dem Kläger zur Last gesetzt. . ^ ^

3. Klage des Ortsarmenverbands Paderborn gegen den O rts armenverband Schlitz wegen Er­stattung von Armenpflegekosten für den Former Paul Hantke aus Königsberg. Hantke hatte rn Schftp in Arbeit und Lohn gestanden und war innerhalb einer Woche feit Beendigung des Arbeitsverhältnisses in Paderborn erkrankt Und verpflegt worden. Der Ortsarmenverband Schlitz hatte nach vielem Drängen den .Hauptanspruch erledigt. Er wurde nun auch zur Tragung des Restanspruchs, Zinsen und Kosten verurteilt. .

4. Die Klage des Ortsarmenverbands Bingen

gegendenLandarmenverbandGießenwegenUn-

terstütznng des August Friedrich Bruschke aus Hantm i. W. wurde kostenfällig abgewiesen, da^r^Anlaß der in Bingen hervorgetretenen Ilnterstützungsbedürftigrel t lRrppeu - ellentzündung) als neue Erkrankung und neuer Hilfsbedürftigkeits- sall anzusehen war und nicht als Fortsetzung der wenige Tage vorher in der Gießen er Klinik beendigten Behandlung (auf Tuber- sirlosef erschien. __

UnrVeVfitäts-NscdikrchLen.

-- Frankfurt a. M., 11. Juli. Der Ordinarius für indo-' germanische Sprachwissenschaft an der hiesigen l^rversität, Pros. Tr Eduard Hermann, hat einen Ruf nach Göttingen Ms Nach­folger von Professor Wackernagel erhalten. Pwf. Hermann! war früher Oberlehrer an der Hansaschule in Bergedors bet Ham­burg, übernahm 1912 das neubegründete Eyraordrnartat für ver­gleichende Sprachwissenschaft in Kiel und willt seft Oktober 1914 als ordentlicher Professor an der hiesigen Nniversftät. Heute trifft der preußische Kultusmärrffter Erz. von Trott zu Sol^z in Begleitung mehrerer Räte zum ersten Besuche der Unrverfitat

^ ^Biebrich a. Rh'., 10. Juli. Der Ehrenbürger der Stadt, Professor Dr. Ludwig Beck, feierte heute fernen 75. Geburtstag Dem greffen Gelehrten, der wegen seines .tiefgründigen überTie Geschichte des.Eisens", in der wkffenschaftlu^n Welt als Metallurg hohes Ansehen genießt, wurden reiche Ehrimgen! zu teil. _

Markte.

Gießen, 11. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfd. 1,90-0,00. Hühnereier das Stück 20-00 Pfg., Käse das Stück 10-00 Pfg., Käsematte 1 Sttrck 3-0 Pfg., Kartoffeln der Zentner 6,00 bis 0,00 Mark, Diilch das Liter 30 Pfq., Spinat 29-25 Pfg. das Pfd., Gelberüben I5Vig. das Päckchen, Rosenkohl 00-00 Pfg. da? Pfd., rote Rüben 00 Big., Zwiebeln das Pfund 0000 Pfg., Nüffe 100 Stück 00 -00 Pfq., Blumenkohl 00-00 Pfennig, Sellerie 10-40 Pfennig das Stück, 610 Pfg. das Stück, Kohlraben 1520 Pfg., Römisch Kohl 20-00 Psg. das Päckchen. Lauch 510 Pfennig das Stück, Erbsen 2530 Psg. das Md., Johannisbeeren 33 Pfg. da? Pfd. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. _

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Vetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 12. Juli Ziemlich heiter, trocken, tagsüber warm.

ISIS

Letzte Nachrichten.

Warum die Russen vor Bagdad zurückgchen.

Ha^g, 11. Juli. DerDaÄY Telegraph-' meldet aus Peters­burg; Die Russen sind in der Nähe von Bagdad 130 Kilometer zurückgegangen. Tic Russen würden dem tür­kischen Druck nicht gewichen sein, wenn nicht bk Hitze unerträglich geworden sei, so daß die russischen Truppen im Gebirge ASkWlung suchen mußten.

Die Denunziationen im italienischen Heere.

Lu gano , 11. Juli. Wie demRefto del CarSno" aus Rom gemeldet wird, haben die Abgeordneten Arca und Sciapvofta cur den Kriegsminffter sowie an den Minffver Bi^olati eine mexthrä> dige und kennzeichnende Jnterpellcrtion über die Beffreiung» vom Militärdienst und die richtige Veapendung der Diensb- wttmcglichen gerichtet. Sie vertagen darin Maßnahmen gegen das Heberhandnebmen derschändlichen Denuuziattvrrsn, dir dam Geiste der Disziplin und Loyalftät, die die Swundlagen aller miü- tärischen Esiirichtungen sind, völlig>ersprechen" und fordern, daß den Behörden verboten lverde, DammKiattonen in diesem Sinne ftgend welche Folge zu geben.