Ausgabe 
10.7.1916 Erstes Blatt
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®r. Krausmüll-er durdr ^untf mueöergcJoäSji[t mxiv d£ Ersatz für Herrn Landgerickusdireklor Schmeckendecher wählt die Ver­sammlung einstimmig Landgerichts rat Schild t in den Äufsichtsrat. Eine ubfrafte Auosprache entwickelte sich über den PmiktG-e-- ländeerwcrb und Bautätigkeit für die n ä ch st e Zeit". Vorstand und LlufsichtSrat baden durch Eingabe an den Oberbürgermeister um Ueberlassung billigen Baugeländes seitens der Stadt Gieren gebeten, um nach. Beendigung des Krieges sofort mit der Bantätigteit beginnen und somit an der Lösung der sozialen Wohnnn^fürsorgenüge tcilnehmen zii können. Tie Ver­sammlung gibt zu diesem Vorgehen einstimmig ilue Genehmigrmg unter Hinweis daraus, daß außer den Mitgliederu auch in erster .Linie den h e i m ke h r e n d e n Kriegern ^Gelegenheit gegeben inerde, sich ein eigenes Heim zu verschaffen. Anmeldunsen werden jetzt schon von der Leitung der Genossenschaft eutgegengenommen.

** Das heutige Kreisblatt enthält eine Bekannt­machung, betressend E r n t e e i n schätzu n g im Juli, August und September 1910, die Bildung von Schöffen- und Schwur­gerichten, die Versorgung mit Frühkartoffeln mrd die Be­schaffung von Z i ege n b ö ck c n.

Landkreis Gießen.

= Lang-Göns, 8. Juli. Der Landwirt Anton Belte, der. wie hier berichtet wurde, vom HeuwaEN fiel und sich dabei schwere innere Verletzungen zuzog, ist diesen erlegen.

e. W i e f e ck. 10. Juli. Musketier Wilhelm Mandler von hier, 8. Komp. 6. Pommerfches Inf. Regt. Nr. 49, erhielt die Hessische Tapserkeitsiuedaille.

Kreis Büdingen.

Büdingen, 9. Juli In den letzten Tagen wurden bei der Berührung herabgesatlener Hochspannungsleitungen melirere Personen so erheblich verletzt, daß sie in ärzliche Be­handlung gegeben werden mußten.

A Nidda, 9. Juli. Heute fand in der hiesigen evangelischen Kirche die sechste Gedächtnisfeier für die seit der letzten Feier im Weltkriege gefallenen 8 Krieger ans unserem Kirchspiel statt Das fffotteshaus war dicht besetzt. An der Traueneier be­teiligten sich crn.ch geschlossen die Krieger vereine von hier und Michelnau, sonne die marschsähigen Verwundeten aus dem hiesigen Larrelt. Ter erste Geistliche, Psarver Werner, sprach herz­lich erbauende, trostreiche Worte und schloß mit einem turzeu Lebenslauf jedes einzelnen der Helden. Es waren dies: Wilhelm Blöcher, Landwirt, Heinrich Herzberger, Weißbindermeifter, Ludwig H o henadel, sind. med. und zitletzt Fahnenjunker, Ernst Metz, sind. jur.. Hainz Oe hl. Primaner nnd Kriegsfreiwilliger, Ehrich Mäußler, Schlosser, sämtlich aus Nidda: sowie Wilhelm Lauster, Schneider rmd Gustav Braun, Zimmermann, beide aus Unter-Schmitten. Sie standen im Alter zwischen karim 20 imd 25 Jahren. Bis jetzt hat der Krieg <nrs unserem Kirchspiel 3?, Opfer geforderk. ^

4 Ortend erg, 8. Juli. Gestern nachmittag 2 Ulst . fand in Anwesenheit der gan^ni fürstlichen und gräflichen ! Familie und vieler hoher sürstlickfer Verwandter, im Bei- Isein einer glänzeuden Reifte hoher' Vertreter fürstlicher i Häuser, staatlicher und städtischer Behörden und unter ganz gewaltiger Anteilnahme der Bevölkerung der ganzen Graf­schaft Roßla die Deffehimg des feiner schweren Verkvnn- dnng erlegenen Mrsten Jost Christian zn Stolberg- Roßla-Ortenberg zu Roßla statt. Der Beisetzung ging ein feierlicher Gedächtnisgotlesdienft in der Kirche voraus, die ^ schon am Vornrittag das Ziel all der Tausenden bildete, die noch einmal chrem toten Heideufürsten liuldigen wollten, der hier ausgebahrt war. Mächtige schp.na.rz-e Kandelafter umstanden den Sarg, die Ehrenwache stellten abwechselnd Abordmmgeir des preußischen Regimentes Garde-du-Corps, der Gardekürassiere und der Muster, der Altarraum war ausgeschmückt mit einer Fülle prä-cl>tiger Kranzspenden, unter denen solche des Deutschen Kaisers, des Königs von Bulgarien u. v. a. ganz besonders erwälMt seien. Auch> die Gemeinde und die Kirche Ortenberg hatten einen kostbaren Lorbeer- und Palmenfranz niederlegen lassen. Die G-e- däckstuisrede hielt Konsistorialrat Brehm über das be­kannte Jevemiasworl: weiß wohl, was ich für Ge­

danken mit euch habe, Gedanken des Friedens und nicht des Leides, daß ich euch das Ende gebe, auf das ihr wartet." Der Redner schilderte den Fürsten als Mann des Volkes, als Freund der Kinder, als Held des Vaterlandes und als Wahrer der ftommen Traditionen des hohen Hauses und schloß unter warmen Trostesworten für die hohen Leid­tragenden. Umrahmt war die s^ier von Chor- und Ge­meind egesang am Anfang uud Schluß. Nach dem Gottes­dienst setzte sich dann unter Bortrrtt eines Teils der Regt nveittskapelle der Gardekürassiere, der vielen AbOrdnungen und Vereine, der Geistlichkeit und unter Nachfolge der hohen Leidtragenden und einer unübersehbaren Zalst von Teil­nehmern der Leichenzrug Mm Gottesacker in Bewegung, wo nach Gebet und Einsegnung die Leiche in der Familiengruft beigesetzt wurde. Chovgesang und stilles Gebet schloß die ernste Feier.

Kreis Schotten.

--- Groß-Gi'chen, 9.Juli Die Molkereigcitoffett schaft Bogelsberg erzielte im letzten Jahr bei einem Geschästs- mnsatz von 51095,95 Mk. einen Reffrgewffnr von 5353,58 Mk. Die Zahl der Mitglieder sank von 196 auf 132, denrentsprechend verminderte sich auch die Gesamt-Haftftmrme von 98 000 Mk. auf 66000 Mk. Der Molkerei wurden 1 152 007 Kilogramm Ntüch im Jahre 1915 zugeftihtt.

§»Hart man ns harn , 8. Juü Iw den letzten Mm-Hen. stel Gefreiter Friedrich Ahlbrand, Jnf^Mgt. 132. FriedrichAhl brand wurde bei Ausbruch des Krieges als Ersatz-Reservist ein- gesoqen und war mit dem Eisernen KlruAe aUsgezeichuret. Er ist das dritte Kriegsopfer aus unserer Gemeinde.

Kreis Friedberg.

oa. Friedberg, 8. Juli. In. der StadtvmDrdnctenver-, sammttmg wurde im Mitteilung eines Regiments verlesen, daß. der Unteroffizier Heinrich Hahn mit dem Militärverdienstkreuz mir Schwertern nnd den: Eisernen .Kreuz ausgezeichnet morden sei. Rechnung von 1914 wird geneMigl. Sie schließt mit einem Ueberfchuß von 129 119 Mark ab. Ter Vorawchlag für 1916 wird mit einigen Abänderungen genehmig:. Tie Steuer muß um enven geringen Prozentsatz erhöht werden, und bettägt 126 Prozent für das Einkommen und 22 Prozent für das Ver­mögen. Der Verwcrltungsbericht der Sanitätskolonnr wird zur Kenntnis genommen imd silr 1916 100 Mark Unterstützung be willigt. Ter Voranschlag der Augustinerschule schließt in Ein

nähme mit 89 850 Mark, rn Ausgabe tust 170 2*0 Mark ab.

Der Zuschuß erfordert 80 210 Mark. Davon hat die Stadt 32 000 Mart zu tragen. Kaufmann C. Helbrecht hat eine Kriegsanleihe von 100 Mark gestiftet, deren. Zinsen der Klein kindcrsclpcke zufallen ollen. Die Stadttaffe soll an den Postscheckverkehr angeschlossen loerdcu. Die Amtszeit des seitlwrigsr Beigeordneten Falk ist ab­gelaufen, er wird wicdergetvählt.

-- Butzba ch, 9.Juli. Gin schwerer Jagdunfall trug sich SxrinÄtag abend, ttirz nach 9 Uhr, im hiesigen Walde zu. Der 42 jährige Lehrer Jolef Schmidt aus Franksurt-Sachsenhausen befand sich auf dem Llnstande, als er durch einen unglücklichen Zu­fall 4 Meter tief vom Gerüst abstürzte. Tr erlitt einen schweren Obcrschenkelbruch, erhebliche Verletzungen rm Gesicht und am Kops und zahlreiche Hautabschürfungen. Tr lvurde heute früh mir dem ersten Zuge nach Frankfurt gebracht und dem! dorttgen Städtischen Krankenhause xugeführt.

--- Ans der Wetteran, 8. Juli. Die Helrernte ist mrrt allerorts unter Dach und Füch und nun erst läßt ich ein abschließendes Urteil mitöeilen: es war eine Ernte, wie sie der Landmann im letzten Jahrzehnt nicht einbrachte, sowohl was die Güte als auch die Menge cm.belan.gt. Wenn auck) teilweffe die regnmllficfte Witterrmg die Farbe verdarb, o hat doch der Nährwert nicht gelitten. Günstig war das Wetter für den Llnsatz des Meilen Schnittes, und es läßt sich bereits darauf schließen, daß auch eine gute Grum- meternte in Aussicht stehlt. Korn und Gerste reifen im Sonnenschein nunmehr rasch der Ernte zu. Nicht nur daß der Körnercrtrag gut ausfällt, auch wird der lange Halm den Stroherttrag um ein Bedeutendes vermehren. Auch Weizen und Hafer haben sich weiterhin gut entwickelt. Kar­toffeln und Erbsen stehen meistens in voller Blüte und bereits werden die ersten Frühkartoffeln, die be­sonders auf leichten Böden eine ausgezeichnete Ernte liefern, geerntet und zum Versand gebracht. Nur ganz vereinzelt hat die Nässe den Kartoffeln geschadet, haupt­sächlich da, wo das Wasser keinen Abftuß hatte. Dort sind sieersoffen^, wie man landläufig sagt. In der: Gärten und auf den Pflanzstücken sieht man prächtiges Früh- und Spätgemiffe. Auch Zwiebeln, Karotten, Erbsen gibl's in reicher Fülle. Einen prachtvollen Anblick gewähren die Zwe tschenbärume, die überreich mit 'Früchten behängen fini> und unbedingt gestützt werden rnüssen. Diese in Aus- saht stehende gute f^^tschenernte ersetzt den Ausfall an Birnen, die fast keinen Behang zeigen, vollauf. Auch Aepfelbämne stellen bei einzelnen Sorten, wie Schafirasc, Eiserapfel, Rheinischer Bohnapfel, Gelber Richard, teilweise auch Winter-Gwldparmäne, einen guten Ertrag in Aussicht.

Starkenburg und Nheinhcjsen.

h, Darm stad t, 9. Juli. Aus Anlaß des hundert jährigen Gedenktags der Zugehörigkeit der Provinz Rheinl-esseu zmn Großl^erzogtum hat Provinzialdirektor Geh. Rat Feh namens der Provinz Starkenburg folgende-. Telegramm au die Provinzialdirektion Rheinheffen in Mainz übersandt:

Der schönen Schwesterprovinz sendet die Provinz Starkei:- bürg *Ttni heutigen Tage ihre herzlichsten nnd besten Glückwünsche. Möge die Entwickelung der Provinz für alle Zukunft eine reich gesegnete fern, möge sie in kommenden Friedens zetten einen ini m er größeren Auffchwimg nehmen nnd sich im Kranze ihrer Reben in Stadt nnd Land M stets wachserwer Blüte erttsalten. An den eini genden Fluten des denffchen Rhetms gelegen, wollen unr auch weiterhin in estriger Arbeit als treue Hessen und gute Nachbarn mfamnceitfrdjett zum Wähle des (Ganzen/'

tb. Darnv-sdadt, 9. Job.. Major von Pfister Sckwaigchusen i. In diesen Tagen ist Major Hermann von Mster-Sch^rghusenchker im hähen Alter scstorben., der langjährige und nnermüdliche deutsche SprachreiNiger, der mit selte­ner Energie und Nv.chdOkcklrchkert in Wort und Schrift für die Ent­fernung alles undeuffchen Wesens nnd vor allem dem Unfug der Verwendung fremdsprachlicher Z^zeichromgen in der deutschen Sprache entgegengetreten ist. Major von Pfffter war in Thüringen geboren und batte zuerst die Offftürsbarfbähn gewähll, ging aber schon Anfangs der sechziger Jahre des ooriejen Jahrhunderts zunt akademischen Studium ül^r rrnd studierte besonders ff: Jena Germa- nistik; er war auch ein Schiller Jakob Grimms. Seft vielen Jahren wirkte er an der Darmlstädter Technischen Hochscknüe als Lehrer für Germianisttk nnd Waffen künde, bis chn effi hartnäckiges Leiden zur Ausgabe seines Lehrberufs zwang. Die Beisetzung der sterblichen Ueberreste des Verewigten erfolgte gestern nachmlltag unter sehr zahlreicher Beteiligung der LeÄtragcnden. Der Lehrkörper der Technischen Hochschule, mit dem Rettor, Geh. Dcrnrat Professor Barn dt, und Geh. Rat Profeffvr Walz, der Oberbürgerrnieiiter Dr. Gl äs rng, höhere Beamte. Offiziere und die Chargierten der lstesigen Bnrfchenjchaften, deren G>renmitgKied er war, folgten denr über und über mit kostbaren Kranzspenden bedeckten Sarg. An der offenen Gruft hielt Pfarrer Klee b er ge r eine ergreifende GedächtnGvede, und namvns der Burschenschaft Germania rief Real j schul-Drrektor Ha rr s itrg - Oppenheim dem Verstoriienen Worte herzlichen AndenSeuS noch.

Kreis Wetzlar.

w. Metzk«r^j9. JE. Iw dm-arbgeloufenen Woche tagte die Kre-is'süTrvHe M-e tzl ar uruter deml Vorsitz! deS Srft^ intküdenten Oseibel-Dutenftosen. ^re be-gcrrrn mit einem Gottesdienst in der Hosprtalktrckie. gehalten von Setnrnar Direktor Gno th. Ans der Tagesordnung der Slfnode ist hervorzüfteben die Anßgäbe des Königlichen Kvnsistorinlns: Franenftilfe nnd Genverndedienfttd die von Pfcrroer Köhler aus Odenftansen in onsfMttlicher Waffe behandelt wurde

-r. Krofdorf, 10. Jul,. Beim Schießen nach Vögeln schoß sich ein junger Mann in den Kopf und war sofort t o l.

=: Oberkleen, 9. Juli. Für den verstorbenen Gemeinde Vorsteher Reuter wr»rde der Sparkasienrendant Karl R e i n e ck zum Gememdevorsteher gewählt.

Hrsskn-Rassau.

= Diez, 9. Juli. Die beiden Kreisgemeinden Eppenrod und Hirschberg decken ihre gesanrten Ausgaben aus ihren umfang reichen Waldungen und ihrem Kapitalbesitz und erheben des halb keine Gemeindesteuern. Auch die Gemeindeäcker sind infolge dessen sehr medrig verpachtet. Eppenrod zählt 459, Hirschberg 300 Einwohner

Dom Main, 9. Juli. Ein Gemütsmensch war der Dieb, der kürzlich in einem Maindorfc aus dern Stalle zwei Kaninchen stahl und dem Bestohlenen als Entschädigung dafür zwei F l e i s ch k a r t e n am Ort der Tal zurückließ.

X. Kasse l. 9. Juli. Unter dem Vorsitze des Regie­rungs- und Geh. Baurats Niematm hat sich in Kassel eine B e r a t u n g s st e l l c f ü r K r i e g e r g r ä b c r und K rieger- denkmälcr für den Regierungsbezirk Kassel gebildet. Als Ncit- glieder gehören ihr an Museumsdirektor Tr. phil. V ö h l au, Bezirkskonservator Tr. phil. H o l t m e u c v, Archuekt H u m- m e l, Stadtbauinspektor Labes, Professor Tr. L üe r, Di­rektor der Kgl. Kunstgeroerbeschule. Bildhauer S a u t t er, Lehrer au der Kgl. Kunstgewcrbeschulc, sämtlich in Kassel, Dechant Jestädt in Fritzlar, Superintendent I). Wisse­mann in Hofgeismar. Die Beratungsstelle, tvird unterstützt durch die Gewerbehalle und bcn Bund Heimatschutz, sie er­teilt jede gewünschte Auskunst über Hcrrichtung von Krie­gergräbern und Kriegerdenkmälern, insbesondere begutach­tet sie eingesandte Entwürfe, vermittelt nötigenfalls neue Entwürfe und entsendet Sachverständige au Ort und Stelle.

verinischte».

* Lübeck, 19. Juli. Die 76jährigc, in einem abseits stehenden Hanse alleinwohnende Witwe Green wurde heute inorgeu e v * mordet ausgesunden. Alle Schränke und sonstigen Behälter der Wohnung waren erbrochen nnd dnrchwühlt. Als Täter wurden zwei Haniburger Arbeiter K n e e s ch und N i e m a n n verhaftet, 'ie haben bereits ein hZeständnis abgelegt.

'Bern, 9. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) DemEorriere della Sera" zufolge brach in den großen Kastanienwäldern der Insel Sali na, ungefähr 40 Kilometer von Stromboli entfernt, eine riesige Fenersbrunst aus, die sich auf drei kleine Ge­meinden der Insel ausdehnte. Da die Schiffahrt wegen Kohlen­mangel unterbrochen ist, kann für die bedrohte Insel nichts getan werden. _

Amtlicher Wetterbericht.

O öffentlicher Wetterdienst, Gießen. Welleraussichten in Hessen am Dienstag, den 11. Juli 1918 Veränderlich, keine wesentliche Temperaturänderung: Gewitter neigung. _

Letzte Nachrichten.

Die Bedeutung von Thiuumont.

Basel, 10.Juli. Angesichts der französischen Zugeständnisse, daß die Deutschen nunmehr im Besitz von Tftiaumont sind, erklärt der nälitärische iMtarbcitcr derBaseler Nachrichten", wie hoch der Besitz von Tliiauniont aus französischer Seite gcsäüitzt wird, geht aus dem halbanitticften Havas-Tctegramm vom I.Juli hervor, das- nach der vergeblichen Beseymrg durch die Franzosen sagt, der Wert dieser Einnahme sei beträchtlicki, denn die^tellung von Thiamnont vctteidige den Zugmig z:ir Schlucht rwn Fleurv, durch die der Feind versuchen kann, die HöhenKalte Erde" und Souville im Rücken zu fassen. Der Genfer Berichterstatter derNeuen Zürcher Zeitung" berichtet, aus der Linie LyonParis seien zahl­reiche Züge mit englischer Artillerie beobachtet worden. Es han­dele sich um Transporte aus Mittelnreerhäsen. (Köln. Ztg.)

Die englisch-französische Offensive.

Gens, 10. Juli, lieber den nrißlungenen Versuch der Eng­länder, sich des Torfes C o n t a 1 m a t f o n zri beinächttgan. meldet derPetir Parisieu": Die Austteugungen der britischen Truppen richteten sich zuuächist gegen die dcittsären. Verteidigungslinierr vor dem Torfe Oviller's, da? nordwestlich der' Natwncrlsttaße RouenBalaucrennes get«geu uud vom Feinde stark befestigt wor­den ist. Tier Kamps, der am Mend noch nicht beendet war, schien sich zugunsten mfferec Verbiurdeteu zu wenden. Die Engländer iwrreit genötigt, zwei kleine Gelstilze östlich der Straße Fricourt Contalmaffön zu nehmen. Dieser Augiusf ^bezweckte, eine Aktion gegen das au dem Kreuzpunkt von fünf Straßen gelegene Dort ContalMaison vvrzuöereiteu. In diesem Augenblick griff die deutsche Garde in den Kampf ein. Sie rückte ffrdeffen in der Richtung der Engländer vor. Der Z^ammenstoß war fürchterlich. Die englischen Truppen komtteu jedaä) das Gelände behau.pten: es gelang ihnen sogar, bis E-mttatrnnisou vorzustoßcn. Ern neuer hestigew Gegenangriff der Deutschen erfolgte. Drei stun­den lang wütete der Kamps mit wechselndem Erfolge. Schlreszlich ,nutzten unsere Verbündeten zurückweichen und dem ,Feinde das Gelände lvieder abtreten. Das heißnufftrittene Dorf blieb m den Hcffrderr der Deuffchen. - Die WetteruiMmst nürd in offftiösen französischen ErgänKungsbericküen als .Hanptursache des andauern­den Stillstandes der französischen Somm-eoperrrtimren lvzerchnet. Alle Kritiker sind darin einig, daß das Bestreben Haigs, seine Front mit der französischen aut gleieche Höfte zu bringen, großen Schwierig keitarr begegwatt

Die rrrffische Offensive gegen Hindenburg.

Rotterdam, 10. Juli. Die Hauptoffensive der Russen hat, so erklärt dieT imes" nunmehr angchairgen. Der L-chbw, den Ne den Oestervkächern im Süden versetzt häben, war nicht ihr Hauptzweck des russffchen Sommerscldzuges. Dies war eme verfrühte Einleitmrg. irm die Italiener ffn Trauteno zu ent­lasten. Während sie dieses hier vollkommen erreichten, stielte^ sie immer die Angen auf Hindenbnrg. Wir dürsvn ffn Norden iftcht dieselben staunenrrvegenden Ereignisse wie ffn Süden erwarten. Im allgemeinen geht es mcch im Norden gut. Im Westen haben diesmal dir Deittschen ebenso wie wir einen Angriff vorbereitet. Das erklärt, daß der Kampf außerordentlich erbittert ist. Jedoch fft die letzte englffchc cmttliche ^Ritteilung ermuttgend, dem: sie bestätigt, daß die zweite Phase des Sommerfeldzuges angefangen fttt. . .

Das russttch-lmmntsche Abkommen.

Tokio, 9. Juli. Reuter Meldet: Das Ministerium des Aeußern erläßt folgende Erklärung: Das neue ruffisch-

japanischc Abkommen rst als wichtige ErgänKorg anderer inter­nationaler Verträge gedacht rurd soll die Stabilität m Ostcpien sichern. Das Dokmneut ist kurz gefaßt, aber von weffreichettder B<deutung lmd legt Zeugnis ab ftlr die feste Entschloffenhett beider Mächte, ihre Beziehungen gegenseitigen Vertrauens irnö vollständiger Einigkeit aufrockst zu erl-alten und bei der Verwchi^mg ihrer legitimen Rechte und Interessen im fernen Osten gemeinfam vorMgehen. Ter Vertrag präfudizierl in keiner Weise der Stellung irgend einer atlderen Macht, die gleiche nnckdlickx Ziele verfolgt. Er' ist ffr feder Bezielstmg mit dem aucsto-wpQnichen Bündnis, m Neffen Krästigmvg er beiträgt wrd dessen natürliche Folge er fft, vereinbar

Bern, 9. Juli. DerPellt Parisierl" sucht die Tatsache zu verschleiert^, daß der russisch-gapanffche .Verttag (regen Eng­land gerrchtet ist, nnd behauptet, von mm an sei Affen dem Ber­liner Kabinett verschlossen. _

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