lernt hat: „Abgeworfen am 30. Jimi 1916 über Schloß F. für, Herrn Oberleutnant Jmmelmann, gestorben tu der Schlacht am 18. 3mm. — Zinn Andenken an einen tapferen irnd ritterlichen Gegrwr. Vom kämpfenden Geschwader."
Ein deutscher Luftaugrisf auf Düuaburg.
Stockholm, 9. Juli. (F.) Die „Rjeffch" schildert einen furchtbaren Angriff acht deutscher Aeroplane auf den Düna bürget Festungsbereich. 2 1 /, Uhr nachts erschienen die Aeroplane über der Stabt. Die ganze Lnck war non Ntrchterlichem Geheul erfüllt. Stundenlang kreirzten die deutschen Flieger über dem Festtmgsbcrnch. Bonibe nach Bombe fällt, das russische Mwehrfeuer ich unwirksam. Zwei russische Tauben steigen aut. vermögen aber das deutsche Geschwader nutzt w-egzujagen. Das stundenlange Bombardement war das Schlimmste für bas an den Krieg gewöhnte Dünaburg. Die deutschen Aeroplane suchten auch die Fettung Rowno ans, wo sie den Bai-nhos bombardierten und bei einem viertelstündigen Bombardement mehrfach Militärspeicher trafen.
Ein srsnzösischcS ZentratcrnahruugSamL.
Bern , 8. Juli. (WTB. Nichtancklicb.) Der französische Minister des Innern hat nunmehr, dem Drangen der Bürgermeister her Großstädte nachgebend, ein Zentraler nährungsamt mit der Aufgabe geschaffen, die Mittel und Bedürfnisse der nationalen Wirtschaft zu prüfen und die Versorgung des Landes wie des! Heeres sowie die Berteilmtg zu regeln. Dem Amte gehören Vertreter der einschlägigen Ministerien an.
Die englische OrganisatiorrSarbert.
London. 8. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Parlamentssekretär des Munitionsamtes, Kollaw ah. sagte in einer Rede in Bradford: Nichts, was die Deutschen jemals getan hätten, käme der Arbeit gleich, die England in den letzten zwölf Monaten geleistet habe. 90 Arsenale seien errichtet worden, und die Erzeugung von Kanonen und Haubitzen habe um mehrere hundert Prozent zugenommen. 660 000 Frauen seien in der Kriegsindustrie tätig. Die Gesamtzahl der Arbeiter in den Kriegsindustrien betrage 3 500 000. Schließlich teilte der Parlamentssekretär mit, daß ein Entfernungsmesser erfunden worden sei, mit dem man die genaue Höhe, in der sich Zeppeline befinden, bestimmen könne.
Das englische Kabinett.
London. 8. Juli. (WTB.) „Daily Chronicle" «'Nährt, daß folgende Ernennungen von Ministern beschlossen sind: Montague Munckionsnnnister, Tenna n t Sekretär für Schottland, Mac Kin non Wood Kanzler des Herzogtums Lancaster und Sekretär des Schatzamtes, Artur Lee Zivillord der Admiralität.
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Die Hitze »n Saloniki.
Bern, 9. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Vertreter des' „Journal" in Saloniki drahtet, daß die Hitze unerträglich genwrden fei und bis 45 Grad im Schatten beträgt. Dysen- lerie, Sumpf- und Nervenfieber geben dein Gesundheitsdienst in der Armee viel zu tun. Äst'rzte und Lazarettgehilsen. würden von Frankreich verlangt. Es sei unerläßlich, sie unverzüglich hinzuschicken. — Tie französischen Behörden haben den Kaufleuten bei Strafe zeitweiliger Schließung des Geschäftes verboten, einen Kursabschlag bei Zahlungen in französischem Gelde zu machen.
Rücktritt des Kabinetts Zaimis?
Bern 8. Juli. ^WTBö Nach einer Athener Sonder- Meldung in den französischen Blättern wird der Rücktritt des Kabinetts Zaimis erwartet, weck es durch die Vorfälle in Saloniki und besonders durch die Billigung des Königs für die Reservistenverbäicke, die die Entente als gegen sich und gegen die Freiheck der Wahlen gerichtet ansieht, in eine heikle Lage gebracht worden sei.
Eine englische Bedrückung Norwegens.
Kopenhagen, 9. Juli. (WTB.) „National Tidende" meldet aus Kristiania: Die englischen Behörden wollen jetzt auch die Salz aus fuhr nach Norwegen verhindern. In den letzten Wachen hielten die Engländer alle nach Norweger: bestimmten Salzladungen zurück und gaben sie nur gegen die Verpflichtung frei, daß das Salz nicht zum Einsamen der Fische, die nach Deutschland ausgeführt werden, verwendet würde. Im Vorsommer verhinderten die Engländer die norwegische Ausfuhr ein gesalzener Fische nach Deutschland, indem sie alle deutschen Muser iiberboten und dadurch die Preise aus eine unerhörte Höhe fteig-erten.
Der türkische Bericht.
K o n st a n t in o pe l, 9. Juli. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers.
An der Jrakfront war Ruhe.
Unsere Erkundungsabteckungen bekamen FüUung mit den aus Kermanschah vertriebenen russischen Kräften, 25Kilometer östlich davon auf dem Wege nach Hcrmadin. Russische Kräfte in der Umgebung von Sineh wurden durch unsere Frerwckligen angegriffen, nach siebenstündigem Kampfe geschlagen und g^wun- gen, sich nach S i ne h zu flüchten, wo sie von unseren Freiwilligen b e l ag e r t werden. Der Feind hatte rvährend dieses Kampfes einen Verlust von 100 Toten, darunter 2 Offizieren.
An der Kaukasusfront ist die Lage auf dem rechten Flügel unverändert, im Zentrum Artckleriekampf. Im Tschorok- Abschnitt scheiterte die Offensivtätigkcit der Russen gegen die Flanke unserer Streckkräfte, die vor: diesen seit einigen Tagen fortwährend gegen Norden in der Msicht, unseren Vormarsch aufzuhalten, unternommen worden war, vollständig. Durch eine Ge- genoffive nahmen wir einige Geländeteile von lokaler Bedeutung, die während der vorerwähnten Angriffe in die Hände des Feindes gefaUen waren, wieder und erbeuteten eine große Menge von Munition und Kriegsmaterial. Angriffe an gewissen Stellen des linken Flügels gegen unsere Vorposten wurden mit Verlusten für den Feind leicht zurückgeschlagen.
„Bavus Selim" und „Midcklli" griffen eine Abteilung feindlicher Transportschiffe an den Ufern des Kaukasus an, versenkten vier Schiffe und mehoeve Segelschiffe, beschossen die neuen Hafenanlagen von Xu übt südöstlich von No- worossiski und verursachten eine Feuersbruiist in einem großen Petrolenmdepot sowie in anderen dort befindlichen Gütern. Sie trafen auf ihrer Fahrt kein feindliches Schiff.
.Ein Monitor schleuderte aus Wecker Entfernung einige un- wirksame Granaten gegen die Insel Kensten und entfernte sich dann. Ein feindliches Torpedoboot, das sich Fotsche näherte, wurde durch das Feuer unserer Artillerie vertrieben. Am 7. Juli kam ein englisches Flugzeugmutterscküff und ein französisches Torpedoboot von Beirut an. Ein Flugzeug sckeg von den Schissen auf und warf Bomben auf die Umgebung des Hafens, wobei drei Personen der Zivilbevölkerung verletzt wurden.
Der Seekrieg.
Tle wachsende Tätigkeit unserer Tauchboote.
Berlin, 9. Juli. (WTB. Amtlich Von den deutschen See st reitkr ästen witrden zwischen dem 4. und 6. d. Mts. in der Nähe der englischen Küste folgende englischen Fisch erfahrzeuge versenkt: „Queen",
„Dee", .,Anil Anderson", „Pepod-ay". „Watchful", „Nancy Human". „Petuna", „Eirrel Bessy" und „Newark Castle". Von diesen mußten „Queen", „Bee", „Wätchsul" und „Pe- runa" mit Artillerie beschossen werden, weil sie trotz War- nunf^schuß zu entkommen suchten.
London, 9. Juli. (WTB.) Ter Darrcpser a" aus Helsingborg ist versenkt worden. Die Besatzung ist gerettet.
Berlin, 8. Juli. .WTB.> Der englische Dampser „Pendennis" aus Falmvurh, der mit einer Ladung Grubenholz von Gotenburg nach Hüll unterwegs und an der norwegischen Küste aufgebracht worden war,.hat unter deutscher Kriegs flagge aus der Reede von Borkum geankert.
Berlin. 8. Juli. lPriv.-Tel.» Die „B. Z. a. M." meldet aus Kristiania: In Bergen eingetroffene Schisse berichte^ daß sie auf ihrer Fahrt von England ab 4. Juli oft größere und kleinere Tauchboote unbekannter Rationalität, sowie große Massen von Frachtgut, besonders Bauholz, passierten, das wohl von versenkten Schissen stammt. '
Berlin 10. Juli. Die Meldung, daß deutsche Seestreitkräfte in der Nähe der englischen Küste nicht weniger acht englische Fischerfahrzeuge versenck haben, gibt den Blättern Veranlassung zu fragen, wie es nrck der englischen Seeherrschaft in der Nordsee stehe. Das „Berliner Tageblatt"^sagt: Die englische Presse behauptete emkje Zeck nach der Schlacht vor dem Skagerrak, die deutsche Flotte wäre für Monate außerstande, die Häfen zu verlassen, weck die arg zusammeugeschossenen Schiffe der Reparatur b^mrsten. Die neueste Tat unserer Flotte, das Versenken von acht Fischmdampfern, sieht nicht danach aus, als ob die gesamte deutsche Motte außer Gefecht gesetzt sei. Eher ist ein Verwundern darüber am Platze, daß sich ganz nahe der englischen Küste kein englisches Kriegsschiff zeigte, um die Fischerfahr zeuge zu beschützen. — In der „Bossischen Zeitung" heißt es: Während sich Admiiral Iellscoe bemüht, seine Niederlage am Skagerrak in einen Erfolg umznwcrten, erscheinen deutsche S^- sttcckckräste mehrere Tage hintereinander an der englischen Külte und versenken im Angesicht des nieerbeherrschenden Britannien, acht Fischersahrzenge, um die Berüchtigkeck der englischen Nordsee- blockade darzulegen. Auch die Aufbringung der „Pendennis", die unter deutschen: Schutz die Fahrt in einer: deutschen Hafen antreten mußte, ist ein weiteoer zwingender Berveis dafür, daß die Seeschlacht am Skagerrak doch etwas anderes bedeutet, als Jellieoe der Weck eckrreven will. — Der „Berliner Lokalanzeiger" schreibt: Die letzten Vorkommnisse ergeben , mit eindeutiger Marbeck, wie die Seeschlacht vor dem Skagerrak die englische Seeherrschack gefestigt hat.
Stockholm, 8. Juli. (WTB.) Meldung des Schwedischen Telegraphenbuveaüs. Der Stettiner Dampfer ,öDorita" wurde heute nacht außerhalb des Fischerdorfes Trysunda in den Oern- skoeldsvikfchäven von einem Tauchboot versenkt. Der Kapitän Friedrichfen wurde von dem Kommandanten des Tauchbootes gefangen genommen. Die 23 «Mann starke Besatzung der „Dorcka" rettete sich in daS Fischerdorf. Sie sagt aus, es seien insgesamt 50 Schüsse gegen die „Dorcka" abgeseuert worden. Das Tauchboot trug den Namen „BulongD Es führte keine Flagge, sondern nur 'Signalflaggen. Man glaubt, daß es sich um ein Tauchboot russischer Nationalität handelt. Die Fischer behaupten, daß die Versenkung nur 2% Seemeilen außerhalb Trysunda erfolgt sei. Die Aufhebung der Londoner Deklaration.
Paris, 8. Juli. 'WTB.) Meldung der Agence Havas. Das Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß, durch den die früheren Erlässe betteffend Anwendung der Regeln der Londoner Seerechtserklärung vom 25. Februar 1909 außer Kraft gesetzt werden. Ter Bericht erklärt, daß die Erfahrung zu der Feststellung geführt habe, daß diese Regeln nicht imstande sind, den Kriegführenden die Anwendung der Rechte zu sichern, die sich für sie aus den allgemeinen Grundsätzen 'des Völkerrechtes ergeben. Es erscheint angemessen, bie in London festgesetzten Regeln in ihrer Gesamtheck aufzuheben und sich zukünftig an die Grundsätze des Völkerrechtes zu halten.
In dem darauffolgenden Memorandum erklären die Alliiertet, feierlich, daß sie sich vor allen: au die Bestimmungen der internationalen Abkommen hacken werden und daß sie den Gedanken weit von sich abweisen, das Eigentum von Mchtkämpfern^zn bedrohen, daß sie neutralem Eigentum keinen unberechtigten schaden antun werden, mxb daß, wenn durch die Tätigkeck ihrer Flotte den Handelsleuten guten Glaubens ein Schaden verursach: würde, die Alliierten immer bereit sein würden, die Magen zu prüfen und berechtigten Klagen Genugtuung zu gewähren.
Nus dem Reiche.
Wünsche der deutschen Bauernvereine.
Berlin, 7. Juli. (WTB.) In der cmr letztem Dierestcrg abgehcklteueu Sitzung der Bereinigung der sechzehn deutschen Bauernvereine, die eine Mitfftiederzahl von 390000 auftveist, wurde einsttnrmig nachstehende Entschließung angerwmnreu:
Die „Bereinigung der christlichen deutschen Bauernvereine"' richtet in 2knbetrmht der gesteigerten Knappheit an Nahrungsmitteln der verschiedenste!: Arten, die bis zur nächsten Ernte noch! bestehen wird, an die deutschen Landwirte die dringende Bitte, alles auszubieten, um möglichst viel Nahrungsmittel zu erzeugen und ffch auch für sich u:ck> ihren ganzen Hausstand in dem Verbrauch in noch vermehrtem Maße ein- zus chr an den, um ans diese Weise der städtischen und Jn- difftriebevölkernng die gegenwärtige Kriegsnot möglichst zu erleichtern. Die Reichsleckung möge dahin trachten, daß^ als Grundprinzip unserer KriegswirffchastsPol:tik^ plann:äßige shste- macksche Vocratsansammlung in . den Ueberschußgebieten angesehen wird. Soweit Regulierungen notwendig sind, ist es zu empfehlen, diese möglichst gleichzeckig für alle Teile des Reiches vor- zunehmer:.
Besondere Schwierigkecken herrschen zurzeck in der Fleisch- und F^ttversvrgung, weshalb es dringend erivünscht ist, daß dieienigen Landwirte, die noch von cksren Vorräten durch, vermehrte Sparsamkeit etwas erübrige:: können, möglichst bald eine entsprechende Menge an die städtckche Bevölkerung zu angemessenen Preffen abgeben. Hinsichtlich der Getrerdeversor- gung ist es dringend erwünscht, daß bte Selbstbewckffchastung der Ko m munal verbände in möglichst weitem Umfange durchgefuhrt wird. Die Feststellung der Qualität des' abzuliefernden Getreides muß auf den Verladestationen erfolgen, da sich nur auf diese Weise die unangenehmen Differenzen mck den Rcühlen vermeiden lassen.
Es tft dararck zu achten, daß die M ü h l e n die aus dem an- gelieserten Getreckt' er^rckenen PvodEc vollständig wieder ab- lieflern, wobei eine erhMirbe Herabs-etznng der Staub- und Schwund- pwzente möglich sein dürste, um zu verhindern, daß nicht die aus deutschem Getteide gctvonneiten Produkte als LluslandsmeW und Auslandskleie in den Handel kommen können. Ten für die Kommunalverbände und das Reich mahlenden Mühlen tft jeder Handel mck Mehl und Kleie zu verbieten.
Die Versorgung mit Eiern.
Berlin, 10. Juli. Die Versorgung nrck Eiern einhecklich für das ganze Reich zu regeln, wahrichünckch durch Einführung von Eierkarten und Festsetzung von Höchstpreisen, fft, wie die „Kölnffche Zeitung" erfährt, jetzt beabsichtigt.
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Bonn, 9. Juli. (WTB.) Prinz Adolf ^-u Schanm- burg-Lippe, der Schwager des Kaisers, tft heute nacht infolge 5perzckih!MNUg sanft entschlafen. Der Prinz war seit einigen Tagen an Lungenentzündung erkrankt.
Aus Stabt uitfc €ait$.
Gießen, 10. Juli 1916.
. 1816 — Rheinheffen — 1916.
** Mainz, 8. Juli. In der heutigen Sitzung des Provinzialtages der Provinz Rhein Hessen gckb der Provinzialdirektor Geheirnerat B e st folgenden Erlaß des iÄroßherzogs bekannt:
i.i . -' r tiil/v iiii/c j i tu .
Heut, vor r Ja-.ren har Mein in Gott ruhender Ahnherr, Großhcrzog Ludew'.g I, Bnitz von Rheinhessen ergriffen. Sem intz Patent vom 8. Juli 1816 abgelegtes Gelöbnis, daß „alle Emwohner dieses Landes" in Seiner „landesoätcrlichen Huld und^Gnade ruhen" sockten, daß Er „der Beförderung ihrer Wohlfahrt Seine unermüdliche Sorgfalt widmen lverde" hat Er ck: langer, segensreicher Negierung ttenlich gehacker:.
Wie meinen erlauchten Vorfahren, ist auch Mir die Pflege der Wohlfahrt des schöner: Rheinlandes, mit dem Ich Mich von Jahr zu Jahr fester verbunden fühle und das Mir ganz ans Herz gervachsen ist, ein heckiges Vermachckcks gewesen.
Das von der Fremdherrschcist mißhandelte und ausgesogene Land hat sich in langer Fciedenszeit zu neuer Blüte erdoben.
Wie im Mittelalter, jener stolzen Zeit Eurer Gesch:chte, von deren Herrlichkeit die Dorne vor: Mainz und Worms zu uns redei:, so wetteifert der gesegnete Landstrich zwffchen Rhein, Nahe und Donnersberg an Fortschritt und Wohlstand auch beute wieder mck den bevorzugtesten Gauen unseres deutschen Vaterlandes. Industrie und Handwerk, Händel und Verkehr blühen in den. rheinhessischen: Städten, Eure fruchtbaren Gefckde bilden heute einen einzigen großen Garten. Euere Fluren und Rebenhügel zeugen von dem Fleiß und der Tüchtigkeck ihrer Bebauer. Die Kunst, das beste Zeugnis des Hochstandes der Kultur, hat bei Euch reiche Pflege gesunden.
Der Rhein, so lange (vrenze und Schranke zwischen den Gauen auf seinem rechten und linken User, verknüpck heute enge das von Ludewig I. erworbene Neuheiten mit dm acken Stammlanden Meines Hanfes. Die stolzen, unter Meiner Regierung erbautÄ: Rhein- brücken sind Wahrzeichen des wachsenden Verkehrs und Wohlstandes wie des immer inniger gestaltete:: Znsanrmenhaltens der hessischen Provinzen.
Fester :roch a& das tägliche Leben hat das mff den Schlacht- Tci i; gemeinsam vergossene Blut Euch mck den Söhnen der älteren hessffchei: Landesteile, das ganze Hessenvolk aber mck dem großen deutschen Vaterlande zusamimengekittet. Heute stehen Meine tapferen Rheinhessen Schulter an Schütter mck den Brüdern ans acken deutschen Gauen wieder iw Kampfe für des Deutschen Reiches Macht und Ehre. Sie haben unverwelklichen Lorbeer unt ihre Fäh::en gewunden.
In heißem Dankgefühile gedenke Ich mit Euch der Helden, die draußen fürs Vaterland ihr Leben gelaffen, geblutet und gelitten haben. Sie haben geholfen, den nahm Feind von unscrm Grenzen fernzuhalten.
Die Mitarbeit der gesamitm Bevölkerung an der Lösung der schwere::^ Anfgabm, die der Krieg dm Daheimgebliebmm steckt, die Entschlossmheit, mit der Ihr die Entbehrungen des .Krieges tragt, gebm mir die Gewißheit, daß wck den schweren. Kampf durchhalten bis zum siegreichen Ende.
! Den Tag, an dem Euer Land vor hu:ü>eet Jahrm he^ffsch gewordm, kann ich nicht besser begehen, als durch die Ernme- rung des Gelöbwsses Meines M>nl>errn Großherzog Ludewigs I.
Mein innigster Wunsch geht aber heute dahin, daß es Mrr bald vergönnt sein möge. Mein schönes Rheinland durch die Nöte und Schädm dieses Krieges in einem! langen, gesegneten Frieden führm zu dürfen.
Das walte Gott!
Jagdschloß Wolfsgacten, dm 8. Juli 1916.
Ernst Ludwig.
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** Amtli ch e Personal nach richten. Das Ehren- zeichm für Mckglieder freiwilliger Fmerwehrm wurde vom Großherzog verliehm Sebastian Bender .und Astgust Ritsert zu Meder-Ram'.tadt. — Der Großherzog.hat am 21. Juni ds. Js. dem Bahnwärter in der Hessisch-Preußische» Eismbahngemeinschaft Georg R a t h g e b e r zu Marimbvrn ans Anlaß seiner am 1. Juli ds- Js. erfolgten Versetzung in den Ruhestmck) das Allgemeine Ehrenzeichen mck der Inschrift „Für treue Dienste" verliehm. — Ernannt wurdm die Negierungsbaucköhrer Hermann Seeg er aus Gießen und Adolf.Hansel aus Darmstndt zu Regierungsbanmeistern.
** Auszeichnungen. Dem SanitätS-Vizefeldwebel Wrlly Engelhardt wurde das Hessische Sanitätskreuz am Bande der Tapserkeitsmedaille verliehen. - Ten: Unteroffizier der Res. Gg. Andreas aus Gießen, von der 6. Artillerie-Dlunckimis- Kolonne des 18. Armeekorps, feit Beginn des Krieges in: Fetde, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. — Das Eiserne Kreuz erhielt der Oberheizer auf S. M. Schiff „Friedrich der Große" August Goß von hier.
** Gestern. Als man es gestern morgen denn Erwachen in Strömen vom bleigttauen Himmel herabgießen sah, hätte man nicht erwartet, die Sonne später so siegreuh die Wolken durchbrechen zu sehen. Es wurde ein Tag so schön, wie wir lange keinen mehr erlebt haben und wer es erst gar nicht vor hatte, entschloß sich im letzten Augenblick zu einer Wanderung ins Grüne. Von dem herrlichen Sinnen- weiter begünsttgt, nahm der Sammeltag für unsere Kriegs- und Zivilgefangenen einen vielversprechenden Verlauf. Rührige Helfer und Helferirrnen waren scharenweise in Bewegung gesetzt und wußten mit rührenden Bitten die Herzen und Geldbeutel zu öffnen. Das Ergebnis der Büch- sensatnmlung bleibt noch abzuwarten. Auch in unserer G e - sch ä ft s stelle sind erfreulicherweise weitere Zeichnungen eingelaufen, so vom Polizeiantt Gießen für eine Sühne 40 Mark, und von Wilhelm Rudo lv h 100 Mark. Weitere Zeichnungen werden noch entgegen genvmmen.
** Gießener Hausfrauen-Verein. Der Vorstand des Vereins bezieht seit Mitte voriger Woche täglich frisches Obst und gibt es zu Verkaufshöchstpreisen an die Mitglieder des Vereins ab. Die erforderliche Arbeit leistet eine Anzahl Mitglieder unentgeltlich. Im übrigen verweisen wir auf die Anzeige im heutigen Blatte.
** Im Bereiche deS Generalgouvernements Warschau ist fortan auch der Postort Z a w i e r c i e zum Post- und Telec;rannnverkehr mit Deutschlands zugelassen.
** Ein Kursus i m Konservieren von Früchten u n d Gemüsen, der sich ans'5 bis 6 Nachnüttagc der nächsten vier Wochen erstreckt, beginnt am Freitag in der Äliceschulc Die Materialien sind vo:: den Teilnehinerinnen mitznbringen. Es ist hier eine crusgezeichirete Gele-genheck geboten, sich nrck allen Verfahre:: zur Konservierung vettraut zu niachen und zu lernen, ivas alles zu beachten ist, um eine tatsächliche Haltbarkeit der Früchte und Gemüse zu erreichen. SieO: die Anzeige in heutiger Nnmme:'.
** lieber Konservierung von Früchten und Gemüsen mck besonderer Berücksichttgiung der ZcitverhLttnisse sprach am Samstag nattMtittag unter Vorzeigung einer großen Anzahl von Apparaten Frl. Hof in der Küche der Aliceschule. Ta de:- interessante Vortrag, dem etwa 80 Persom^n beimohntei:, viel Beifall fand, soll er am Dienstag, den 11. d. ivots. nochmals wiederholt werden, und zwar zu der ällgenteck: gut gelegenen Zeit um 8 Uhr abends. Der Zutritt ist für ledermann frei. (Siehe A::zeige >. lieber den Vortrag selbst werden wck in unserem Blatte noch näher berichten.
** Die diesjährige'ordeutliche General Versammlung der Baugenossenschaft des evang. Arbeitervereins Gießen fand am 3. d. M. im Saale der .Herberge zirr Heimat unter dem Vorsitz des Prof. Dv. Krausmüller statt. Aus dern Berickst des Vorstandes ist zu entnehmen, daß auch im verflossenen Geschäftsjahre die Genossenschaft bei den im Felde stehenden Mietern eine entsprechende! Mieter Mäßigung hat eintteten lassen, daß ferner der Anssichtsrat eines seiner tüchtigsten und eifrigsten Mckglieder, nämlich Laub- gerichtsdckekto r S ch m e ck e n b e ch e r durch Tod verloren habe. Das ehrende Angedenken Schmeckenbeck>ers bezeuge!: die Anwesen- der: durch Erheben von ihren Sitzen. Der von Rechner Haas vorgettageite Rechenschaftsbericht von 1915 :vird geneh- inigt und demselben Entlastung etteilt. Von der eiffolgten gesetzlichen Revision wird Kenntnrs gegeben. Tie von der Baugenossenschaft gegründete Elisabeth K!cinfinbr. i:(;:t 1 e erfreut sich unter einer bewähtten Leitung einer segensreiche.: Tätigkeck. Ter au-^ dem Vorstand ausscheidende Louis W o l f s wird ans 'Zuruf üueder- gewählt, ebenso wird das aus scheidende Ausfichtsratsmckglied Prof.


