Ausgabe 
8.7.1916 Erstes Blatt
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fär sie fWI«? wollen. iti&£? jedem w>Mg bte Hmrd sich ö»f tun, etnen Gruß der Heimat, des Vaterlands den Treueri zu bringen, die das l)arte Los' der Gefangenschaft tragen.

4 E ck.

Sammelt Altmaterial.

In den nächsten Tagen fntbet durch die Einkaufstellc Hansa" Amn Besten des Noten Kreuzes nochmals eine Haussammlun g statt. Daß durch die Dauer des Krie­ges dringend alle Materialien gebraucht werden, braucht tcnmt noch hier näher besprochen zu werden. Wir richten daher die Bitte an alle die, welche noch irgendwelches Ättnraterial im Besitze haben, insbesondere auch Alt­papier, Früchtekörner, Lumpen usw., uns solches dereitzrchalten, damit die durch Prof. Dr. P s e i f f e r zur Berfngrmg gestellten Wagen und Begleiturannschaft ihre Aufgabe möglichst rasch und gewissenhaft lösen können. Besonders nnichten wir noch darauf aufmerksam machen, daß sich niemand durch falsche Voraussetzungen beirren laffen mochte, denn die Sammlung bat neben ihrem hohen Wert den guten Zweck, daß der Erlös dem Noten Kreuz zufließt. Bcnrerkt sei noch, daß auch kleine Leute auf Wunsch jeden Posten Altmaterial gerne bezahlt erhalten. Die Sachen müssen aber derart verschnürt sein, daß sie nicht ausenranderfallen^ mit der Aufschrift:Bezahlung er- NTÜnschtt'.

»

** In unserm heutigen Familienblatte beginnen wir mit einem neuen RomaneSchicksale"' von Heinrich Kornfeld. Der Roman führt in die Zeit unseres Vormarsches auf Paris zu im Herbste 1914, da die 'Front noch nicht eine zusanimenhängende Reihe von Schützengräben bildete und eine Verbindung zwischen Paris und dem Provinzschlößchen, in dem ein deutscher General­ftab einguartiert ist, wohl noch nröglich ist. Die Handlung ist äußerst spannend und gewinnt noch besonderes Interesse dadurch, daß die Besitzerin des Schlößchens eine geborene Deutsche ist. Es kreuzen sich inmitten und dennoch weitab von Krieg und Kriegslärm Schicksale, die vom Versasser mit !sicherer 5)and und neu verknüpft werden.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat den Oberbriefträgern Valentin Liebig in Pfungstadt und Georg Lauth in Eudorf bei Alsfeld das Allgemeine Ehren­zeichen mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" ver­drehen. Am 10. Juni ds. Js. imrrde der Weichnisteller Ludwig Weidner zu Bickenbach und am 15. Juni ds. Js. der Zug führer Johannes Büchner zu Alzey, beide in der Hessisch Preußischen Eisenbahngemeinschaft, auf 'ihr Nachsuchen vom 1. Juli ds. Js. ab in den Ruhestand verseht. Büchner wurde das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und W eidner das Allgemeine Ehrenzeick>en mit der Inschrift Für treue Dienste" verliÄen.

* Auszeichnung. Dem Feldwebel G e n S h e i m e r un ^Jnianterie-Regiment Nr. 116 wurde das Eiserne Kreuz

1. Klasse verlieheu. Er ist bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes

2. Klasse und der hessischen Tapserkeitsmcdcnlle.

** Prinz Waldemar von Preußen, Komman deur des fteiwilligen Kaiser! AutomobilNubs hat heute Rächt im Hotel Großherzog geweilt.

** DerOber hessische Kunstverein gibt wieder Veranlassung zum Besuch einer neuen Ausstellung. Dies mal sind keine OelgemäDe ausgestellt, sondern größtenteils Arbeiten der graphischen Kunst. Ein bekannter Künstler aus diesem Gebiet,' der Maler und Graphiker Siegfried L ab o sch i n-Breslau, ist mit einer künstlerischen Samm lung der Schwarz-Weiß-Kunst vertreten. Architektur, Städte und Landschastsbilder sowie Poträtkunst hat die Sammlung arrfzuweisen. Auch ein Münchener Graphiker, Alois Wachl an ei er, hat die Ausstellung mit einer vielseitigen Samm­lung beschickt. Einige sehr beachtenswerte Arbeiten, Agua rekle, Radierungen und farbige Zeichnungen hat Äisabelh B o n i n - Worms ausgestellt, desgleichen Prof. § o f mann- Chemnitz einige Aquarelle.

** Ter Allgemeine Verein für Armen- und Krankenpfle ge hielt am 7. d. M. seine diesjährige Hmrpt- versammlung ab. Ter Vorsitzende, Pfarrer Schwabe, erstattete ckxnr Jahresbericht über das vergangene Jahr, ans welchem hervor­geht, daß der Verein in allen seinen 2lbteilungen an den Aufgaben der Zeit tätigen Anteil nahm. Da mehrere Diakonissen aus die Kriegsschauplätze abgernsen waren, fiel die Arbeit in dem Schwestern Hans und in den Gemeinden den wenigen zurückbleibenden Schwestern zu, die in dankenswerter Weise von Frau Professor Höhlbaum, Frau Sanitätsrat Schliepbake, Fräulein -Praetvrins, ^iräulern Anneliese und Hedwig von Grvl' mann unterstützt wirrven. Die Helfer-Abteilung (Vor­sitzender Pfarrer Ansfeld), welche in ihrer Betätigung eine er­wünschte Ergänzung der städtischen Armenpflege und Kriegsfür sorge bildete, hielt 25 Sitzungen und unterstützte durch.Darreichen twn Mahlzeiten (Suppenzetteln), Milch, Kohlen oder barem Geld '155 Personen. In dem Schwesternhaus, das von Kriegs- wrsbruch.an als Lazarett eingerichtet ivar, wurden 569 Kranke darunter 287 verwundete Soldaten, verpflegt. Die Waisen- Ipflege war mit der städtischen Sammel- und Berufsvormnnd schaft unter Leitung des stellvertretenden Armenamtssekretärs Keitzer verbunden, deren Müridelzahl auf 262 gestiegen ist. Die von dem Verein seit Kriegsbeginn eingerickNete Volksküche hat sich bewährt. Dank der hochl?erzigen Unterstützung seitens einiger Gönner konnten täglich durchschnittlich 200 Portionen guter, kräf tiger Suppe gegen ein geringes Entgelt ansgegeben werden. Herrn lund Frau Fabrikant E. Horst und Frarr Rechnnngsrat Kalb­fleisch schuldet «der Verein für die Mühe und Arbeit, welcher sie sich im Interesse des Unternehmens unterzogen, besonderen! Dank. Die Volksküche soll im Hinblick.mp die Not der Zeit eine Erweiterung erfahren, über '.velche demnächst Näheres mit- geteilt werden wird.

** Auf den Vortrag ,,U e b e r Konservierung von Früchten und Gemüsen, unter besondere Be­rücksichtigung der jetzigen Zeitverhältnisfe", der heute nach­mittag um 57? Uhr in der Küche der Aliceschule, Stein straße 10, stattfindet, und der allgemein zugänglich ist, machen wir wegen feiner Wichtigkeit für unsere Haus fronen nochmals aufmerksam.

** Kriegs beschädigten-Fürsorge Gießen. Der KreiS- nicd OrtsMlsschuß Gießen für die Kpiegsbeschädigten-Fiir- lorge hat im vergangenen Jahre Werkstätten-Einrichtungen und llnrernchtsgelegenheitcn im neuen Gcwerdehause, Kirchstraße 16 ge- s -.neu für die Weiterbildung und Umschulung Kriegsbeschädigter,

si'it Anfang Dezemiber in Betrieb find. Um nun allen Kreisen Einvtick in seine Tätigkeit zu gewähren, hat er rm Gewerbehcruse

ine kleine Ausstellung der Arbeiten Kriegsbeschädigter veranstal­tet. Diese ist Sonntags von 11 bis 6 Uhr, Werktags " 0 n 9 bis 12 und 3 bis 6 Uhr geöffnet. Der Zutritt ist tMeMgettlich; Kirwer werden nicht Wgelassen.

** Der private Post- und Telegramm verkehr zwischen Deutschland und dem Postgebietdes Oberbe­fehlshaber Ost ist unter den bekannten Bedingungen jetzt auch auf die im Postgebiet Oft liegenden Orte Bralowres, Brzoftswica, Wielka, Goldingen, Janvw, Lida, Lunno, Rossienie, Rufs. Kvottingen, Swislocz, Talfsen, Telsze und Tucknm aus­gedehnt worden. Nach den Orten Torna Watra, Dorna Kan- dreny, Ja lobenv und Pojana Stampi in der Bukowina ist der gewöhnliche Briefverkthr wieder zugelassen.

** Zur Beförderung der Frühkartoffeln. Die Beförderung der Frühkartoffeln auf der Eisenbahn ordnet ein Erlaß des E i s e n b a h n m i n i st e r s an. Der der außerordent­lichen Wichtigkeit der Verwertung.der Frühkartoffeln für die Volks- ernähruna müsse mit der großen Empfindlichkeit und leichten Verderblichkeit dieser Sendungen gerechnet werden.

**L eher w u r st". Ter Fettwarenhändler Johann Friedrich Keller in Hamburg brachte, Berliner Blättern zufolge, eine hochfeine Leber,vnrst" zu. 2,20Mark in den Handel, in der nicht d i e "g e r i n g st e Spur von Leber, Fleisch >oder Fett wmc. Sie bestand aus kleingel-ackten Gumnnteilen und gläs«igemdLeim­schlamm und Haarteilen. In der Gericlpsvcrl-andlung beantragte der AmtSanwalt für Keller Idrer Monate Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe. Das Gericht verurteilte ihn zu 2000 Mk. Geldstrafe.

** Die diesjährige Schafbockauktion des Land- wirtschaftskarnmer-Äusschusses für Oberhessen findet Freitag, den 4. August 1916, vormittags 11 Ilhr in tz en (Kr. Schotten) statt. Es gelangen 29 Lanttnlwcke zur VexsteigerrlNg. Für die Tiere, die von oberhefsischcn Gemeinde- oder Gesellschafisschäfereien, sonne zur Landwirtschaftskammer beitrag:-p'lichttge?i Privatschäfereien erwor­ben werden, gewährt der Landwi^ckichattskamMer-Ausschuß 10- bis 20-prozentige Zuschüsse auf den endgültigen Stcigprcrs. Das Nä­here ist aus der BekanntiniachuM in der heutigen Nummer dieser Zeiturrg ersichtlich.

**Das heutige Kreisblatt bringt eine Bekanntmachung über beu Verkehr mit Obst, worin die H ö ch st v r e i f e f ü r F r ü ly ävfel, Frühbirnen und Fallobst festgesetzt werden Weitere Bekanntmachungen betreffen die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl, sowie die Versorgung der ärmeren Zivilbevölkerung mit Bodenleder.

** Fleischmarken. Im Hinblick auf vorgekommene Zu­widerhandlungen wird wiederholt daraus hingewiesen, daß Fleisch und Fleischwaren nur gegen solche Fleischmarken abgegeben werden dürfen, d,e nach Maßgabe des Auldruckes zur Zeit der Fleischabgabe Gültigkeit besitzen.

** Au f bit Volksspende für die de ritschen Kriegs - und Ziv il q e f an g e n c n ist in unserem heu­tigen Blatte in einem kleineren Artikel nnd in den Sonn- tagsbetrachtungen besonders aufmerksam gemacht. Als ein erfreulicher Anfang der Sammlung ist es zu begrüßen, daß in der Liste, biean der Geschäftsstelle desGießearer An­zeigers" aufliegt, von Provinzialdirektor Geheimerat Dr. U s i n g e r 100 Mark und von unserem Berlage selbst 100 Mark aus dem Erlös der Sonderblätter bereits eingetra­gen sind. Es ist zu hoffen, daß trotz der schweren Zeit Herzen und Hände sich aufttin werden, um das traurige Los unserer Kriegs- und Zivilgefangenen zu verbessern.

** Katzen einsperren! Die größten Feinde unserer heimischen Vogelwekt sind jetzt die in Garteir, Feld und Wald unflferstreifenden Katzen. Jetzt, wo so viele flügge junge Vögel das Nest verlassen, auf der Erde, im Gebüsch und auf den Zweigen umherhiipfen und noch von den Alten aefüttert werden, fallen sie massenhaft den wildernden Katzen zur Beute. Man darf wohl behaupten, daß eine Brut junger Vögel, die das Rest verlassen hat und noch einige Tage unbeholfen und jmmm sich in den Gärten aufhält, bis auf das hetzte Sti'ick verloren ist. Zu keiner Zeit richten die Katzen in der Vogelwelt so große Verheerung an als gerade jetzt. Es gehört deshalb jetzt jede Katze ein ge sperrt ins tziaus.

Landkreis Gießen.

-K G r 0 ß e n - L i n d e n, 7. Juli. Ludwig Keßler, Sohn des Eisenbahners Johs. .Keßler IX., wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. Bor Jahresfrist wurde er als Rekrut zu den Pionieren gezogen und steht seit Spätherbst vorigen Jahres bei einer Minenwerfer-Komvagnie.

LJ G r n n i n g e n , 7. Juli. Musketier Wilh. Schäfer, Jnl.- Rgt. 129, Sohn des Landwirts Ludwig Schäfer, ist den Heldentod gestorben. Sein Bruder ist früher schon gefallen.

** Lich, 8. Juli. Der Gefreite Otto Wagner vo,c hier wurde für tapseres Verhalten vor dem Feinde mit denc Eiseriien Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet. Er steht seit Beginii des Krieges im Felde.

Kreis Büdingen.

bz. Nidda, 8. Juli. Karl Vegbrrger, bereits Inhaber deS Eisernen Kreuzes 2. Klasse, erhielt von seinem Konnnandeur die Heff. Tapferkeitsmedaille unter ausdrücklicher An- erkeniiulig seiner Verdieiiste.

Kreis Friedberg.

nt. Dortelweil, 8. Juli. Hier ist der erste Winter- r a p s geschiiitten. So weit zu beurteilen ist, scheint der Körner- aiisatz g»,t zu sein, es fehlt nur noch gutes Weiter, u»n ihn ein- fahren zu können.

Starkenburg und Rhcmhefsen.

ma M a i n z, 8. J«li. Der hundertjäh riqeGcdenk- t a g, daß OwofifterMg Ludwig.1. m feierlicher Urkünde Besitz von per Stadt Marnz mit Kastel intb Kostheim ergriff, wird in sämt­lichen Schulm der Stadt ^und Vororte mit einem Festakt begangen, nwbei die Schüler mp die Bedeutung des Tages kfingewiesen werden, '.^«h der Schulf-eier haben die Klassen schulfrei.

Kreis Wetzlar. .

&. Wetzlar, 8. Juli. Die Unteroffiziers ch>ü l c r werden, wie der ,,Wetzlarer Anzeiger" berichtet, in den nächsten Tagen zur Mithilfe bei den Erntearbeiten ins Dilltal abrücken. Rur einige Wachmannschaften bleiben zurück.

ru Launsbach, 6. Juli. Arnold Bender, BootmannS- niaat, Teilnehmer an der Seeschlacht am Skagerrak, und Hugo Bender, Uuterwachtmeister in der Landwehr-Feld-Artillerie- Abteilung 255, erchielten das Eiserne Kreuz 2. Klaffe. Beide sind Söhne von Lehrer Bender.

a. R 0 dhkim a. d. B., 8. Juli. Oberlehrer Dr. Louis D i e h l. Gefreiter im Jnf.-9igt 22!, ein Sohn des verstorbenen Werkführers W. Diehl, starb bei einem Sturmangriff den Ehrentod.

Hessen-Nassau.

bl. Marburg, 8. Juli. Ein Geisteskranker, der in der Landes-Heilanstalt nntergebracht ' war, entfernte sich gestern

abend aus der Anstalt und machte in deren Näh« seinem Leben durch Erhängen ein Ende.

sj M a r b n r g, 8. Juli. Das diesjährige M , s s i 0 n 8 f e st der ltitherischen Diözese Oberhessen wird am nächsten Mittwoch m der lutherischen Pfarrkirche hier abgehalten.

---Frankfurt a. M., 7. Juli Fabelhafte Pretse forder' inan hier fiir die ersten Stangenbohnen. Jir Friedenczeitei kosteten die Bohnen höchstens 30 Pfg. das Pfund, in der Haupt­erntezeit gar inlr 1012 Pfg. Jetzt kosten die Bohnen 1 eme - Mark, also von vornherein schon 300 Prozent mehr gegen sonn.

--- Bad Homburg v. d. H., 8. Juli. In der vergangenen Nacht wurde ein neuer Einbruch in die evangeltsche E>edächtn-c- kirche des Vorortes Kirdorf verübt. Der Dieb stöberte alle Raume und Schränke durch, nahm aber nichts mit, da seit dem ersten Ein­bruch alle Wertsachen diebessicher verwahrt werden.

ko. Bad Orb, 7. Jnli. Daß Aktienkapital der Bad-Orbe, Kleinbahn in Höhe von 540 000 Mk. trägt laut Geschästsbench! heiler zum erstenmal 4 Proz. Zinsen.

ch. Rüdesheim, a. Rl)., 8. Juli. Die heutige und letzte Früh iahrs-Weinver steig er ung, die Herr WemgutSdeNher Max Broemser hier abhielt, brachte ein Aus gebot von 44 Nummern Weinen der Jahrgänge 1911, 1912, 1913 und 1914 aus Lag^n der Gemarkungen Erbach, H all garten, Wmkel, Mrttelherm und Niidesheim. Bezahlt wurden für 28 Halbitück 1913er /80 bis 1270 M., durchschnittlich 947 M., 8 Haloftück 1912er (natur: 800 bis 1150 M., durchschnittlich 940 M., 3 Halbftück 1911er (na- tur 1030, 1070 und 1150 M., 1 Halbstück 1914er (natur 1220 M.. 2 Halbstück 1915er (natur) 1690, 2.500 M., 1 Viertelstück 1530 M. 2 Nummern gingen zurück. Ter gesamte Erlös betrug 44 240 M. ohne Fässer. ,

g. Bebra, 8. Juli. Mit dem vorgestern hier nieder­gegangenen Gewitter war ein solch wolkenbruchartiger Regen verbunden, daß die Flüßchen Solz und Beber aus ihren Ufern traten und den ganzen Ort überschtvemmten. Das Wasser drang teilweise auch in die Gehöfte ein, so daß das Bieh aus den Ställen in Sicherheit gebracht werden mußte.

Amtlicher Wetterbericht.

Oefsentlicher Wetterdien st. Gieße«.

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 9. J»ili 1916 Veränderlicü, noch Regenialle, Temperatur wenig geändert.

Letzte Ncrcheichten>

Der russische Bericht.

Petersburg, 7. Juli, (zf.) 6. Juli, 3 U)hr nachmittags'. ^Westfront: Aus der Front südlich der Sümpfe von Pinsk haben unsere Truppon aestent abend bedeutende Fortschritte erhielt, in der Gegend von Koschiuchnowka haben wir eine feiirdftche Batterie genommen. Wir haben 22 Offiziere und 350 Soldaten zu Gefan­genen gemacht. Nordwestlich von Razniczi am Stpr, nördlich von Kolki, haben wir gestern zwei Geschütze, drei Maschinengewehre und über 2300 G'fangrne erbeutet. Nordwestlich vrm GrnZ-iathn haben wir uns auch feindlicher Gräben bemächtigt und über 300 Ge-- sangene gemocht sowie ein Maschinengewehr erbeutet. Ztvischen Styr und Stochod. wesckich von Sokul und weiter südlich eröffwrte der Feind ein Artillerieseiler und unternahm einige fru chtlose Gegenangriffe. In Galizien haben unsere Truppen nach einer intensiven Artillerievorbereitung energisch die Oftenfive westlich der unteren Strypa und auf dem rechten Ufer des Dufteftr er­griffen. Der Feind wurde geworfen wrd zieht sich zurück. Unsere Truppen nähern sich den Flüssen Koropjez und Svchndolek, Nebar- flüssen des Tnjeftr. Wir haben im Laufe des gestrigen Tag^s fast 5000 Gefangene gemacht und 11 Maschiwengewehve erbeutet. Wir haben den tapferen Haupt mann Bogoljut^khj vom Stabe verloren, der im Kampfe siel. Im Laufe d^ Angriffes auf die Ortschaft! Bercniki, ösckich von Monasterzyssa empfingen die Temschen unsere Truppen mit Strahlen brennender Flüssigkeit. Gleich mich der Einnahme der Ortschaft nmrden alle Dcutühen mit dem l!bijm »ett niedergemacht. Wir haben außerdem über 1000 Gegangene ge­macht. In einem gewissen Monrent des Gefechts griffen unsere tapferen Krimtataren den Feind an und schlugen ihn in die Ettva 20 kräftige Kosaken durchsckrwarivnen den Dchestr ^befttt D orfe Dolino. Sie machten auf dem r«Äan User fünf OfftMve und 108 Soldaten zu Gefangenen und erbeute teil ein Ges chütz.

An der Front in der Gegend von Riga unternahm« d« Deutschen Gegenangriffe in den Absckmitten der Stellungen, bie wir ihnen gestern abgenoTnmen haen. Ubnsere Truppm sich unter Mitnalnne der Gefangenen und der erbeuteten Waffen in ihre früheren Stcllimgen zurück. An der ^ Düna und in den Stellungen von Dünaburg sowie weiter südlich luftiges Ar­tilleriefeuer an vielen Punktew Bei Bojard an der Düna, ooer!hüb Friedrichstadt setzte unsere leichte Artillerie eirce leichte deutsche Batterie außer Gefecht. Ein Versuch der Deutschen, ihre Ge- schütze mitznnehmen, glückte nicht, und ein Artilleriege^pann, das sich einem unbrauchbar gemachten Geschütz zu nähern suchte, wurde samt der Mannschaft abgeschosscn. Bis zur Nachts blieben alle Geschütze von den Deutschen vreisgegeden. In der Richtung Baranvwitschi errtwickeln sich die fortdauernden Kärnpfe zu unserem Vorteile. Der Feind versuchte, um Teile seiner Wellungen, die nur ihm entrissen haben, wieder zu gennniren, wiederholte Gegenangriffe. Wir schlugen ihn jedesmal erfolgreich zurück. Ins­gesamt erbeuteten wir vom 3. bis 5. Juli 74 Offiziere, 4 Regr- mentsärzte und etwa 1040 Soldaten.

K au kasnsfront: In der Gegend von Platana rücken unsere Truppen iveuerdings zwischen dem Taurus und dem Tfchorok vor. Wir schlugen feindliche Gegenangrisie zurück Wir wiesen ferner einen türkischen Gegenangriff südlich von Tfchorok ab. wo imune Truppen ein Rundwerk in der Gegend von Marssif e innahmen. Bei ihren An griffe verwenden die Türken Bomben mit erstickenden 0>asen. Während der Einnahme der Teile einer feindlichen Stellung in der .Gegend von Baiburt erlieuteten wir eine große Menge Waffen, Patronen, Handgt'Mutten und an deres Material. In der Richtrmg Diarbe'kir und im östsichen Euphrot-Tale empfingen unsere Truppen die Türken, die am frühen Morgen die Offensive ergriffen, mit dem Bajonett und warfen sie writ nach Westen zurück Der Gegner ließ mehr als 100 Tote auf dem Platze.

6. Juli, 8 Ilhr abends>i Die Zahl der von uns am 4. und 5. Juli im Laufe der MmUb, die westlich der Schr-Linic unter­halb des Fleckens Ko l k i fortdau-ern. gemachten O^esangenen be­läuft sickr aus über 300 Offiziere und 7415 kampffähige Soldaten, sowie eine große AnzM Verwundeter. Wir haben sechs Geschütze. 23 Ntaschiuengewehre, cimge tmcsend G^welwc. zwei R(inenwerfer, 11 Boml'enN'erfer und 77 Caisfvns genommen. Wir liaben heftige Angriffe der Deutschen bei Gruziatyn abgcwiescn. Lbff dem rechten Ufer des T m e st r in der ^legend von Zpwaczow und Eho- eimierz erbitterter Kampf. In za hl reuigen Llbschnittcn der Front nördlich der Sümpfe von .Pinsk heftiger Artillerickamps Oestlich von Baranvwitschi loste der Feind eftrige erlnttevtc Gegenmigrifse ausl, die wir abgewiescn haben. Der Gegner eröff- nete wiederholt ein Tromlmelsener <ms- Gescküctzen großeic und kleinen Kalibers gegen die Gegend der Ortschaft Lab uz v. Süruff'tUch von Baranonntschi unternahmi der- Feind unter dem Schutze dieses Feu­ers zwei lieftige Gegenangriffe. JedeSmül haben wir den Gegner al>getviestn, der unter Artillerie, Masckstnrngewehr- und Jnfan- teriefeuer genomimrn wurde.

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