di e De utschen zum vierten Male bemächtigten; unsere Truppen ^«ben in unmittelbarer Berührung mit dem Werke. Heftiger Tätigkeit der feindlichen Artillerie gegen die Batterie von Dam- l v uDe und Segen La. Äaufee. Auf der übrigen Front kein Ereignis.
Luftkrieg. In der dtacht zum 4. Juli bewarfen unsere <5ulgzmg den Bahnhof mm Longuyon, die Sa.jrr bei Challerrrnge 4rnd Savigny, sowie militärische Anlagen in Laon.
Belgischer Bericht: .Bon der Front der belgisck>en Armee rft nichts zu melden.
Der englische Bericht.
London, 4. Juli. Ter durch zahlreiche von anderen Abschnitten seiner Front iveggenommenc Bataillone verstärkte Feind Wrt überall fort, unseren Truppen einen sehr h a r t n ä ck i g cii Widerstand entgegenznsetzen. Während der Nacht setzten sich die liestigen Kämpfe m der Nähe von La Boisselle fort. Unsere Truppen wiesen mit großer Bravour die heftigen Gegenangriff- der Deutschen ab. Die Deutschen nahmen einen kleinen Teil der Verteidigungswerke südlich der Ortschaft wieder. Abgesehen davon ist die Lage in der Nähe von La Boisselle unverändert. Weiter südlich wurden während der Nacht einige Fortschritte erzielt. Unsere Truppen erbeuteten Kriegsmaterial und Gefangene. Auf den anderen Abschnitten der Front dauert der Schützengrabenkrieg stets mit großer Tätigkeit fort. Mehrere Raids wurden ausgesührt. Bei Armentieres versuchte der Feind einen Raid, wurde aber mit Verlusten abg-ewiesen. Einige verwundete Gefangene blieben in unseren Händen.
Nachmittags 5 Uhr: Unsere Offensive war etwas gestört durch ein _ heftiges Gewitter, das von wolkenbruchartiqcn Regengüssen begleitet war. Südlich der Ancre bleibt die Lage unverändert. Die Operationen des Tages bestanden lwuptsächlich in kleinen lokalen Aktionen, die dazu bestimmt waren, uns in. den eroberten Stellungen zu behaupten. Die Gesamtzahl unserer .Gefangenen übersteigt jetzt 5000.
5. Juli: Die Kämpfe dauerten gestern den Tag über an. Wir machten leichte Fortschritte. La B o i s s e l l e s ist vollständig in unserer Hand. Ein deutscher Angriff im Süden von Tlffepoal wurde zmTückgeschlagen. Es fanden viele Luftkämpfe statt. Hinter den feindlichen Linien wurden sieben deutsche Flugzeuge herunter- aebolt. Wir erlitten dabei keine Verluste.
London, 5. Juli. (WTB.) General Haig meldet vom 4. Juli Der Kampf dauerte auf unserer Südfront den ganzen Tag an. Wir machten an einigen Punkten einige Fortschritte. In der Nahe von Fri c ourt ergab sich der Rest eines ganzen Bataillons. Heftige Gefechte mit Bombenkämpfen fanden in den letzten 24 Stun-, sden in La Boisselle statt, das jetzt vollständig im Besitz unserer Truppen ist. Ein starker deutscher Bombenangriff am Nachmittag auf ihre ursprüngliche Front südlich T h i e p v a l wurde leicht mtt Verlusten für den Feind zurückgefchlagen. Zwischen Thiepoal und dem Anere-Fluß bombardierte der Feind energisch unsere, neue» Laufgräben. Unmittelbar nördlich der Ancre ist die Lage unverändert. Heute beträchtliche Arlillerietätigkeit bei Loos und der Hohenzollerschanze. Gestern nachmittag brach ein deutscher Ueberfall südlich Armcntiöres ultter unserem Gewehr- und Maschinengewehrfeuer vollständig zusammen. Der Feind hatte schwere Verluste. Unsere bombenwerfenden Flugzeuge griffen gestern erfolgreich die wichtigen Eisenbahnzentren Comines, Combkes und St. Quentin an. Unsere offensiven Flugzeugpatrouillen drangen weit in feindliches Gebiet vor und stießen auf eine große Menge feindlicher Flugzeuge. Es wurde lebhaft gesochten. Vier deutsche Flugzeuge wurden zum Niedergehen in ihren Linien gezwungen, ebenso drei andere, die beschädigt wurden. Wir hatten keine Verluste außer den gemeldeten.
Englische Stimmen zur Offensive.
Bern, 5.Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Zur englischen Offensive schreibt der Londoner Berichterstatter des „Cor- riere della Sera": Es liege nicht in der Absicht der Engländer, große GÄüetsstrecken zu besetzen, sondern die Widerst and straft des Feindes, die so gewaltig sei, »ne man sie eben nur von Derrtschen erwarten könnte, zu zermalmen. Bei Montauban z. B. sei das Scharsschützen-Regiment Gordon beinahe ausgerieben morden. — Der Londoner Korrespondent des „Se- cvlo" meldet, die Engländer hätten bei den letzten Angriffen dadurch überaus beträchtliche Verluste erlitten, daß sie glaubten, verlassene Schützengräben zu stürmen, aus deren Unterständen jedoch plötzlich ein höllisches Maschinen- gewechrfeuer in ihrem Rücken eröffnet worden sei, das alles niedermähte. Der Berichterstatter hebt hervor, daß die Deutschen wiederum im Schützengrabensystem ganz neue Verteidi g un gs m öglich keiten cingesührt hätten, das in vielen Fällen die anstürmenden Angreifer habe in Verwirrung bringen können.
London, 5. Juki. (WTB. Nichtamtlich.) Reuters Berichterstatter beim Hauptquartier in Frankreich schildert in einer Drahtung vom 3. Juki den ersten Angriff auf'den vorspringenden Abschnitt der Front bei Gommecourt. Danach begannen die Deutschen, als die Engländer mit der Arftllerrebeschießung ansingen, sofort ihrerseits ein entsetzliches Sperrfeuer vor ihre eigenen und vor und hinter die englischen Laufgräben zu legen, um die Hinzuziehung von Verstärkungstruppen zu verhindern. Der Raum zwischen den beiderseitigen Laufgräben ist hier ungefähr 300 Dards breit, eine ungewöhnliche Breite für einen Stnrmlauf. Trotzdem verließ die englische Infanterie, als der Befehl zum Sturm gegeben wurde, ruhig wie bei einem Manöver die Laufgräben und rückte in einem höllischen Feuer vorwärts. Da ver- richleten dieDeutschen eine besanders'große Heldentat. Sie betraten selbst die von englischen Granaten bestrichene Zone, brachten ihre Maschinengewehre in Stellung und richteten ein mörderisches Feuer aus die Engländer, obwohl sie selbst durch die englische Artillerie wegg-emäht wurden.
London, 5. Juli. lWTB. Nichtamtlich.) Der militärische Berichterstatter der „Times" meldet aus Paris vom 4. Juli, daß der größere Teil der deutschen Truppen im Angriffsraum au der englischen Front stehe. Es werde von vielen L-eiten bedauert, daß der Feind die Richtung, aus der der Angriff kornmen würde, feit langem vorher sah, und daß ihm reichlich Zeit gelassen lvar, um "Gegeninaßregeln zu treffen. Das fei icher kaum zu vermeiden gewesen wegen der gewaltigen Truppen- massen, die aus Seiten der Verbündeten in Bewegung gesetzt wurden. Man habe lange Zeit gebraucht, um die Vorbereitungen, zu vollerrden und es sei auch eine langwierige Beschießung notwendig gewesen. Beim ersten Angriff hätten die Engländer viele wichtige Punkte erobert. Aber bei einigen stark verteidigten Dörfern in der deutschen Linie sei die Vorbereitung durch die englische Artillerie weniger wirksam gewesen, als man gehofft habe, und die deutschen Massen seien rechtzeitig in Bewegung gesetzt worden, um Gegenangriffe auszuführen, ehe es den Engländern gelang, den Widerstand ihrer kleinen Feldbcsatzun- gen zu brechen.
„Times" schreibt in einem Leitartikel: Die große Krast- ampanuung des Feindes sei vorausgesehen worden und habe ganz mit der Erwartung übereingestimntt. Es seien drei Gründe vorhanden, warum die englische Offensive langsam unb methodisch vor sich gehe, wobei heftige Angriffe und manchmal unvorhergesehene Gefechte nötig seien. Die Deutschen hätten gewußt, daß dce Offensive bevorstehe und seien andererseits auf eineu Angriff der Franzosen nicht so gut vorbereitet gewesen. Außerdem besitze, der Feind nördlich der Somme bessere Verteidigungen und das Gelände nördlich dieses Flusses sei schwieriger als das südlich davon gelegene.
„D a i 11) Chrvnicle" schreibt: Man könne erwarten, daß ebenso wie bei Verdun eine sehr langwierige Schlacht geliefert werden würde, wobei Tage mit heftigen Angriffeii und großer Kraftentfaltung mit Tagen abwechseln würden, die zur neuerlicher Konzentration und Vorbereitung verwendet werden würden.
Eine Geheimsitzung des französischen Senats.
Baris, 5. Juli. MTB.» Der Senat beschloß gestern mit allen gegen eine stimme, eine Geheim sitzung abzuhalten, um Wer me Richtlinien der nationalen Verteidigung und über die Gefamtpolink zu beraten. Alle Minister ivarrn anwesend.
Die Wirtshäuser in Frankreich.
Berlin, 6. Juli. Wie verschiedenen Blättern berichtet wird, müssen jetzt in ganz Frankreich alle Cafes und Al kocho l aus fchänte um 10 Uhr abends und in Paris um 10V 2 Uhr schließen.
Kermanschah von den Türken besetzt.
Konstantinopel, 4. Juli. (WTB.) Meldung des Korrespondenz-Bureaus. Nach einem erbitterten Kampfe westlich von K e r m a n s ch a h am 30. Juni zogen sich die Russen zurück. Sie konnten sich in Kermanschah nicht behaupten, worauf die Türken am 1. Juli die Stadt besetzten.
Kermanschah ist eine größere Stadt nordöstlich von Bagdad in dem Grenzgebirge zwischen Mesopotamien und Persien. Sie liegt genau auf der Grenze zwischen den Provinzen Ardilan und Luristan.
Der türkische Bericht.
Konstantin opel, 5. Juli. (WTB.) Bericht des Hauptquartiers.
Von der Jrakfront keine Veränderung.
Nachdem unsere Truppen die Russen in einem Kampfe geschlagen haben, ber in ihren befestigten Stellungen westlich von K e r m a n s ch a h am 30. Juni bis in die Nacht dauerte, d r äuge n 1 ic morgens in die Stadt ein. Die Ereignisse haben sich seit dem 29. Juni folgendermaßen abgespielt:
Am 29. Juni war festgestellt worden, daß die 8vussen entschlossen waren, sich mit allen Kräften in der Ortschaft Mahidescht zu verteidigen. Aber infolge der Verfolgung unserer Truppen und der schnellen Wirkung unserer Umfassungskräfte konnte der Feind sich.dort nicht halten. Er trat unter dem Schutze seiner Nachhut, die er dort ließ, den Rückzug in vorbereitete Stellungen westlich Kermanschah an. Als am 30. Juni die Nachhut des Feindes zurückgewichen war, zogen unsere Truppen in Mahidescht ein und nahmen alsbald die Verfolgung der russischen Streitlräfte auf. Am Nachmittag wurde der in befestigte Stellungen westlich Kermanschah haltende Feind in der Front und in der' Fläni'e bedrängt und in einen Kampf verwickelt, der bis in die Nacht dauerte.. Schließlich mußten die Russen in der Nacht zum 1. Juli ihre Stellungen vollständig ausgeben und sich in die Stadt Kermanschah zurückziehen. Am frühen Morgen drangen unsere Truppen, ohne dem Feind Zeit zu lassen, einen Straßenkampf zu liefern, in drei Abteilungen in die Stadt ein, woraus sie dem Feind zwangen zu fliehe n. So brachen unsere Truppen trotz des sehr schwierigen Geländes, auf dem sich die Ereignisse abspielten, und trotz einer Entfernung von 200 Kilometern von der Grenze bis Kermanschah, ohne Straßen mit Verpflegungsmöglichkeiten, ohne dem Feind einen Augenbli.'k Ruhe zu gönnen, den l>art- näckigsten Widerstand, den er an jeder Stelle leistete, die nur die ge- ringfte^Aussicht auf Erfolg bot. Sie boten mit großer Ausdauer ollen Schwierigkeiten, die sich vor ihnen austürmten. Trotz und verfolgten mit Erfolg das eine Ziel, der Willkür des Feindes in diesen Gegenden ein Ende zu machen.
Aus der Kaukasusfront in den Abschnitten des rechten Flügels und im Zentrum kein Ereignis. Im Tschorokab-, schnitt örtlicher Feuerkampf. Im Abschnitt nördlich des Tscho- rok wurde der Feind infolge eines glücklich ausgesülTtten Ueber- raschungsangriffes -eines Teiles unserer Truppen auf sein Zentrum aus seinen Stellungen hinausgeworfen. Wir erbeuteten dabei zwei Maschinengewehre und sechs Geschütze,
Sonst nichts von Bedeutung.
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Eine französische Anleihe in Amerika.
London, 5. Juli. (WTB.) „Daily Telegraph" meldet aus New Port vom 4. Juli: „Tie Verhandlungen über einen französischen Kredit von 100 Millionen Dollars in den Vereinigten Staaten sind zum erfolgreichen Abschluß gebracht worden. Es wurde eine Fin a nz ge s e l l s ch a f t von kapitalkräftigen, den Ententemächten angehörenden Banksirmen hier gegründet. Diese Gesellschaft wird dem Vernehmen nach als nichtamtliche Stelle ihre Tätigkeit ausüben. Durch sie kann die französische Regierung ihre flüssig gemachten Sicherheiten neutraler Länder verwerten. Die Finanzgesellschaft wird nach Empfang der erwähnten Sicherheiten als Unterlage für ihren Kredit sich selbst bezahlt machen durch den Verkauf ihrer eigenen Schnldverschrek- bungen, für die eben dieselben Sicherheiten ein Unterpfand bilden werden. Der Umstand, daß die englische Regierung die flüssig gemachten amerikanischen Wertpapiere ohne ernstliche Storung des hiesigen Marktes abgestoßen hat, bildet in Bankkreisen den Gegenstand sehr günstiger Besprechungen."
Die italienischen Finanzen.
Jft om, 5. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. Der Senat erörterte die Regierungserklärung. S ch a tz- minister Carcano führte aus: Am 30. Jimi habe ich gesagt, daß die Steigerung der Einnahmen für den Etat 1915/16 ungefähr eine halbe Milliarde betragen habe. Jetzt, wo ich auch die! Ziffern für den Monat Juni besitze, kann ich genau angeben, daß die Steigerung der Einnahmen 529 Millionen Lire erreichte. Tie wirtschaftliche und geistige Lage des italienischen Volkes ist so beschaffen, daß die Mittel nicht fehlen werden, um den Krieg inimer entschiedener bis zu einem völligen Siege zu führen. Die Kriegsausgaben, die sich anfangs aus 450 Millioneu monatlich beliefen, erreichen gegenwärtig 600 Millionen und werden bald 1 Milliarde übersteigen. Aber wir machen kerne Schulden, ohne uns der finanziellen Mittel vergewissert zu staben für die Zahlung der Zinsen. .Für den Augenblick gestatten uns die getroffenen Maß- nahmen, die Zinsen mehrerer Milliarden zu bezahlen. Andere Maßnahmen werden ohne Zweifel nötig sein. Aber die italienischen Steuerträger werden mit der gewohnten Tugend die neuen Opfer tragen, die man rwp ihnen verlangen nstrd. Die Regierung wird es sich angelegen sein lassen, besonders die Reichen zu treffen und die Armen zu schonen.
Italien und England.
Bern, 5. Juli. (WTB.) In der gestrigen Sitzung des italienischen Senats betonte Marconi die "Notwendigkeit einer stärkeren Propaganda bei den Alliierten und den Neutralen, da Italiens Anstrengungen in dem gegenwärtigen Kriege noch immer nicht voll anerkannt würden. Das englische Volk kenne die Opfer Italiens, aber das englische Heer wisse nicht, was die Marine und die Industrie Italiens für England und alle anderen Verbündeten täten. Marconi fuhr fort:
Obgleich -vir über nur wenig Sch i f f s r a u m verfügen, haben wir England in nicht geringem Maße unterstützt, worüber dieses aber ein feierliches Schweigen bewahrt hat. Ich möchte auch- daran erinnern, daß im letzten Herbste Italien, ebenso wie Frankreich, einem unserer großen Verbündeten Waffen und Munition lieferte, der jetzt - zeigt, daß sie ihm zustatten kommen. Frankreich rühmte sich dessen, während Italien darüber schwieg. Was Miseren Krieg betrifft, so sind der Jnsormatrons- btenft und die Auslands Propaganda absolut ungeirügend, was besonders während der ö st c r r e i ch i sch e u Offensive zu bedauern .war. Tie Bewertung unserer Hilfsquellen ist unvoll- kvmrnen: in Rußland, England nnd Frankreich wird Italien noch immer als eine arme. Nation angesehen! Unter dem lebhaften Beffall des Hauses rief Mareoni: „Nur eine Macht hat unser« Verl-ältnisse vollrommen begriffen und hatte die Hoffnung, ja hat sie wohl nockf heute, tue wirtschaftliche Herrschaft über uns nicht zu verlieren!" Seine Rede schließend, bemerkt Marconi: Unser Heer ist tapfer;, wenn auch noch nicht sehr stark, unsere Handelsflotte ist jedoch ungenügend.
Der Seekrieg.
Berlin, 5. Juli. - Priv. Trlff Ter „Berl. Lokalanzeiger" meldet aus Gens: Nach einer Meldung des „Temps" betrug nach dem letzten dNonatsbericht die Zahl der durch Minen zerstörten Handelsschiffe der Alliierten 60 mit ungefähr 160000 Tonnen Gebälk als stärkste MorratsZiffer.
Amerita und Mexiko.
Washington. 5. Juli. WTB., Meldung des Reuter'scheu Bureaus. Tie mexikanische Antwortnote auf drc zwei letzten Noten der Vereinigten Staaten ist hier eingegangen. Es heißt, daß sie im versöhnlichen T o n e gehalten ist und als Grundlage für eine gütliche Beilegung dienen kann. _
Aur dem Reiche.
Berlin, 6. Juli. Die Beförderung der Frühkartoffeln auf der Eisenbahn ordnet ein Erlaß des Eisenbahnministers an. Bei der außerordentlichen Wichtigkeit der Verwertung der Frühkartoffeln für die Boltsernäh- rung müsse mit der großen Empfindlichkeit und Leichten Verderblichkeit dieser Sendungen ^rechnet werden.
Berlin, 6. Juli. Für Unterstützung der Kriege r f am i l i e n einschließlich Mietsbeihilfe sind in B e r l in seit Ausbruch des Krieges bis Ende Juni 1916 zusammen 150 Millionen Mark, davon im Juni 10y 4 Millionen Mark, aus bezahlt worden. Auch der „Vorwärts'" erkennt an, daß es für die Steuerkassen wie si'rr die Unterstützungskommissionen eine nicht beringe Leistung gewesen sei, in den ersten Wochen nach Kriegsausbruch eine Flut von 37 254 Anträgen über sich ergehen zu lassen.
Berlin, 5. Juli. Die „Voss. Ztg." meldet aus Berlin: Die Witwe des Generaldirektors Dr. Emil Rathen au, Mathilde Rathenau, hat der Universität Berlin eine Schen- kung von 200 000 Mark zur Errichtung einer Erich- Rathenau-Stistung gemacht.
München, 5. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Die Korrespondenz Hoffmann meldet: Morgen kehrt der König von Bayern vom Kriegsschauplatz hierher zurück. Auf der Fährt nach dem Westen begrüßte ihn in Stuttgart der König von Württemberg, in Karlsruhe der Großherzog und die beiden Großherzoginnen. Die Reise ging zunächst ins Große Hauptquartier zum deutschen Kaiser, welcher seinen Besuch nach einigen Tagen in dem Standquartier des Königs erwiderte, sddann zum deutschen Kronprinzen und zu den vor Verdun käntpfendeu bayerischen Regimentern, denen der König seinen königlichen Dank sowie seine ganz besondere Anerken- nung für die heldenmütige, sieggekrönte Tapferkeit in dem Ringen vor Verdun aussprach. Weiter besuchte der König den Kronprinzen Rupprecht und die seinem Oberkommando unterstehenden bayerischen Truppen und besichtigte die Stellungen der sechsten Armee, an denen sich in den letzten Taqen Angriffe der Engländer entwickelten. Er zeichnete, wie bei Verdun, Offiziere und Mannschaften mit Orden aus. Den Kronprinzen Rupprecht ernannte der König zum Inhaber des ersten bayerischen Feldartillerieregiments; er stellte die kommandierenden Generale von Tylander ü la suite des 1. Infanterieregiments, von Gebsattel ü la suite des 1. Ula- nenregimentS und v. Fasbender ä la suite des 1. Jägerbataillons. Zuletzt besuchte der König von Metz ans die bayerischen Truppen an der Front von Lothringen. Den König begleiteten der Kriegsminister Frhr. Kreß von Kressenstein und der bayerische Gesandte in Berlin, Graf Lcrchenfeld.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 6. Juli 1916.
Die Kartoffelversorgrrug 1916/17,
Die neue Kartoffelverordnung hat, wie der Nachrichtendienst für Ern äh rungss ragen schreibt, den organisatorischen Aufbau der Versorgung bekanntlich nicht geändert. Die' Beschaffung der Kartoffeln wird wie bisher den Ueberschußverbänden, die Verteilung an die nicht,'elbsterzeugenden Verbraucher den Komniimalverbänden und Gemeinden obliegen: die Vermittlung zwischen Ueberschuß- und Bedarssverbänden wird die Reick>skartosfelstelle, zum Teil mit Hilfe der Landes- und Provinziatkarwfselftellen übrnehmen. Wo solche Landes- und Provinzialstellen, die sich bewährt haben, noch nicht' bestehen, sind sie einzurichten. Ncöglichste Beschleunigung der Lieferungen, ihre zeitliche Zusammendrängung vor Eintritt btx den Verkehr hindernden Frostperiode, Anlage ausreichender, für die Verbrauchsmittelpunkte sofort verfügbarer Reserven werden die Zeü- gesichtspuntte der praktischen Durchführung der Versorgung sein.
Zunächst wird der Bedarf für die menschliche Ernährung (Bedarf der Kommnrralverbände) sowie für die übrigen Stellen zu ermitteln sein, deren Verbrauch von der Reichskärtosf'elstrlle gedeckt wird. 9?ach welchem Rationssatze der Bedarf für die Ernährung berechnet werden wird, wird schleunigst durch Umfrage sestgestttlt iverden. Die Bedarfsverbände werden im, Juli ihren Bedarf für das neue Wirtschaftsjahr anmelden, im allgemeinen bis zur Höhe von V /2 Pi und pro Kopf und Tag, aber vorbehaltlich der durch örtliche Verhätrnisse bedingten Abweichungen. Jedenfalls wird die Kopfquote so hoch, als zur vollen Ernährung nötig ist, festgesetzt werden. Mißistände, wie sie nn Augenblick bestehen, müssen ftir das neue Jahr unter allen Umständen ausgeschlossen sein. Der endgültig ermtttette Bedarf wird dann auf die Produktionsbetriebe umgelegt: die ganz kleinen Betriebe werden dabei naturgemäß ausscheiden. Der notwerünge Eigenbedarf wird den Erzeugern belassen rverden: roas als solcher anzusehen ist, ,vird sobald als möglich genau bestimmt werden. Die nmgelegten Mengen, die zur Deckung des Winterbedarss (bis Mitte April) erforderlich sind, wird man den Landesvermittlungsstellen mid Bc- darfsverbärrden — darin liegt die Hauptschwierigkeit für die Lieferer und ff'tt die Behörden —- s 0 r a s ch a l smö g l i ch zmübren müssen, während sich für den Frühjahrs- und Sommerbedarf wohl die Lagerung der — der freien Verfügung entzogenen — Kartoffelvorräte bei den Erzeugern selbst empffehlt. Tie Bedarfsverbände sollen die Kartoffeln für den Wiitterbedarf ihrer Bevölkerung einlagern. Wo sich die Haushalttmgen iw Herbste für die gesamte kalte Jahreszeit selbst mit Kartoffeln zu versorgen pflegen, können und sollen ihnen die Kommunal verbände folcfye Eindeckung ermöglichen; die Lagerungs- und Verteilungssrage wird dadurch erheblich vereinfacht. Rattonierung des Kartoffel Verbrauchs wird auch in der kommenden ^^rntepe^^iode nicht zu vermeiden sein: doch ivird inan, wie gesagt, das Verbrauchsmaß so ausgiebig gestalten, daß jeder Mangel, wenigstens an diesem Nahrungsmittel, ausgeschlossen bleibt. Auch die Preisfestsetzung, über welche die Bei- Handlungen in nächster Zeit zum Abschluß kommeu werden, soll den begründeten Wünschen der Verbraucher soweit entgegenkommen. als es sich mit dem Hauprzicl der rechtzeitigen Anlieferung des vollen Bedarfs an die Verbraucher irgend vereinigen läßt.
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** Amtliche Personal»ächrichten. Ter Großherzvg hat am 5. Juli ds. Js. dm Finanzanirmann bei dmi Finanzamt Offmbach I Theodor Franz zu Offenbach a. M. in gleicher Menstcngmschast an das !Finanzamt (Reßm versetzt, deni Finanz- amtmann Wilhelm Ploch zu Offmbach a. M., zurzeit im Felde, die Stelle eines Finanzamtmanns bei dem Finanzamt Offen buch I und dein Finanzamtmann Wühelm Ohl zu Bingen die Stelle eines FinanElmtmanns bei dem Finanzamt Worms I überttagm semer dem Finanzamtmann bei dem Finanzanit Offenbach I Wilhelm Geis zu Offenbach a. M. und dem Finanzamtmann bei dem Finanzamt parmstadt I Start Lindenstrut h zu Darm- Üadt den Charakter als Finanzrat verliehen. — Der Großherzig hat


