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5.7.1916 Erstes Blatt
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rrdtfcyen Gängen imb Unterständen verändert sind, mußten die Angrerser Laufgräbenverhen ewbertt, die von Maschinengewehren, die dis zum letzten Augenblick verborgen gehalten waren, bestrichen werden. Ta die alten Lamgräben dem Erdboden gleich gemacht 'ind. Missen die vorrückenden Truppen immer neue Laufgräben anlegen. Ter Prozentsatz der LeichwerimrndeLn soll sehr hoch 'ein und ungefähr viersünttcl der Gesamtzahl betragen. Trotz der Vollkommen Herl, mit der dce artilleristische Vorbereitung durch- aenibrt worden nur, ist es vorgekommen, daß Stacheldrahtver- 'verrnngen wie durch ein Wunder vor Zerstörung bewahrt blieben. An diesen Stellen hatten die Angreifer die größten Verluste. Tie Deutschen bedienen sich zur Vereidigung preist der Maschinen­gewehre, die geheimnisvoll aus Erdhöhlen hervvrgcbracht und mit größer Tapferkeit bedient werden

London, 4. Juli. (WTB.) Mellnmg deZ Reuterjchen Bu- ^aus. Die Abendblätter besprechen die englffch-sränzösische Offen- ltve zurückhaltend und in.sehr nüchternen Ausdrücken.

. Die J25e )t m i n ft e r Ga zette" sagt: Die Offensive icnter- 'cheidet sich aller Wahrscheinlichkeit nach von den örtlichen Offen liven des letzten Jahres, wie derurn von Neuve Chapelle, Loos iind der Chanrpagne. ^ Wir können nicht kurze, entscheidendei Er^ebimie erwarten, müssen vietncohr vorwärts blicken auf die Zeit ernes in d.ie Lgnge gezogenen Kampfes, in der wir nicht nur zu einem Geländegewinn beizutragen hoffen, Indern yirr Erschöpfung der feindlichen Widerstandskraft, ter Ge lande gewinn mag in diesem Kriege- sogar von geriügerer Be wirtung sein, vorausgesetzt, daß es uns gelingt, die Initiative zu gewinnen, zu behalten und am Ende der Operationen Verhältnis^ mäßig stärker zu fern aG der Feind. Bor allem dürfen wir troffen, daß jetzt ein enges Zusammenarbeiten zwischen allen Alliierten, auf allen Kriegsschauplätzen besteht^ Im gegenwärtigen Augen­blicks haben wir das willkommene 'Schauspiels daß die Alliierten bereits überall die Offensive ergreifen.

_ TiePall Mrall Gazette" spricht sich in ähnlichem -piirne aus und schreibt : Die Politik, die wir fetzt verfolgen ist eine Politik des methodischen Angriffes. Tie Kenntnis dieser Tatsache sollte alle Urteile über die Ergebnisse bestimmen. Wir haben seit Vvern, Neuve Chapelle und Loos sehr an Erfahrung oewmrnen. Tie neue Politik wird wahrscheinlich nicht zu schnellen dramatischkn Wechselfallen führen, sie wird nur langsam Vor­gehen^ aber wir hoffen auf beständige Erfolge und die gänzliche Erschürfung des Fenwes Schritt für Schritt durch unsere Ueber macht an Metall und Explosivstoffen.

London, 4. Juli. lWTB. Nichtamtlich.) TieTimes inell»et aus Paris vom 2. Juli: Die Offensive wurde in Irans teüb mit Ungeduld erwartet. Wir waren schon lange bereit, zu be -Tinnen. Der T-ag des ersten Jnfanterieangriffes wurde von Ioffre festgesetzt. Die Engländer und Fran wsen gehen vollkommen einheitlich. Die Belgier übernahmen ein« nntzltche Rolle, indem sie einen größeren Abschnitt der Front be­setzten als bisher und die deutschen Stellungen bei der den An- gtrffell vorangehenden Beschießung unter Artillcriesouer nahmen

Das GÄmcke, das für den Angrfff der Engländer und Fran zvsen gewählt wurde, ist günstiger als die Strecke, in der die Fran zoien letztes Jabr die Offensive unterirahtnen. Es ist ein Ackerbau nebiet, kein Bergwerksgebiet. Keine ausgedehnten Dörfer, die da letzte Mal den Deuticlnm nützliche Stützpunkte boten. liegen im KarMckgebiet. Das Gelände ist offen und leicht gewellt, es bietet ein besseres Schußfeld für die Artillerie und mehr Raum für die Entfaltung einer militärischen lieber macht. Tie Artillerie spielt eine wichtige Rolle. Die Infanterie hat diesmal geringere Ver lichte als bei den Angriffen nach der alten Methode. Trotzdem ist die Aufgabe der Infanterie noch immer schwer. Wir müssen ziemlich viele FeWchläge erwarten, ehe wir erreichen, was wir wollen.

Bern, 4. Juli. ^WTB. Nichtamtkich.) Durch die Be. 'Werbungen der franzöffsch-englffchen Offensive in den Pariser Blättern llingt als Leitwvrt überall Geduld. Die Militärkritiket "ellen sämtlich fest, daß die Deutschen mit äußerster Erbitterung Widerstand lechten. Von einigen Blättern, wieL'Homme E n char n e" wird betont, daß bei aller Tapserkett der Engländer doch die Phpssogwomie der Schlacht auf dem linken Mgel und im Zentrum weniger bestimmt sei als auf dem rechten Flügel. Man müffe indessen die Entwicklung ohne Nervofftät und in Geduld ^ DerTemps" stellt fest, daß die Angreifer gegen iect 18 Monaten beteiligte Stellungen Vorgehen. Tie gegenwärtige Schlacht, sagt das Blatt, ist der letzte Abschnitt einer langen Be­lagerung. Nur sprungweise und mit großer 2lusdaner wird man vorgeyeck können Jede Verteidigungslinie muß erst durch Gra natar zermolirtt werden, von denen die Engländer und wir so viel wrr brauchen besitzen.

Der türkische Bericht.

Konstairttinopel. 4. Juli. iWTB.) BericA des Haupt- auartiers.

An der Irak front keine Veränderung.

In Südpersten zogen ffch die Russen am 28. Juni von Kosfrevabad zurück. Sie zogen nachts durch Haruybad und flohen eilig mit ihren Hauptkräften in Richtung auf Mähedeehtz Eine in Harunäbad von den Russen zurückgelafsene starke Nach­hut konnte sich am 29. Juni vor der Verfolgung unserer Vorhut- abteilungen nicht halten. Die Russen räumten Harunabad und wurden gezwungen, sich in Richtung ihrer Hauptstreitkräft» zurückzuziehen.

An der Kau ka sns front auf dem rechten Flügel keine wichtige Kampfhandlung. Lagerstätten und Ansammlungen des Feindes wurden wirkungsvoll durch unsere Arttllerie beschossen» Auf dem linken Flügel sind unsere Truppen nördlich Tschoruk damit beschäftigt, die dem Feinde in den letzten Tagen abgenom- menen Stellungen zu befestigen. In dem Abschnitt, der den rechttn Flügel dieser Truppen, die nach Norden zu stehen, bildet, ver­lachte der Feind eine Offensive, die scheiterte. Wir machten einig« Gefangene und Beute. UeberaschungsUnternehmungen, die der Feind auf einzelne Stellen des Küstenabschnittes unternehmen wollte, wurden mit Verlusten für den Feffrd zurückgeschlagen.

Sonst fft nichts zu bemerken.

Die mazedonische Front.

Bern, 4. Juli. (WTÄ. Nichtamtlich.) Der Berichte erstatter desJournal" bei der A r m e e S a r r e i l s befaßt sich in einer längeren Sondermeldung mit der Lage des Orientheeres der Alliierten, die nicht so rosig scheine wie sie sein müßte, um dem Drängen der Pariser Blätter allen Schattierungen nach aktivem Eingreifen nachzukom- men Den Gesundheitszustand der Truppen bezeichnet der Verfasser als im allgemeinen befriedigend, trotz der herr­schenden Gluthitze, die die Mannschaften erschöpfe, sowie trotz der Lchwierigkeffen in der Verpflegung, zumal in Wasser, du fich ganz allgemein auf der gesamten Frontlinie schwer fühlbar niachc. Indessen scheint es nicht übertrieben, tröstet der Mitarbeiter desJournal", wenn ich sage, daß wir gegenüber dein Feinde Herr der Lage sind. Jedenfalls sind wir sicher, die ^treitkräfte fest an ihre Stellungen zu fesseln, die uns gegenüberstehen. Zusammenfassend sagt der Bericht­erstatter, es sei von Interesse, diese wirkliche Lage der Orient­armee zu kennen in einem Augenblicke, in dem die Dinge auf allen Fronten eine neue Wendung nehmen.

Ein feindlicher Flieger über Sofia.

Sofia, 3. Jgtli. (WTB., Rodung der Bulgarischen ^elegraphen-Agentur. Heute früh gegen 8 Uhr erschien ein ferne, leche? Flugzeug für kurze Zeit über der Stadt acht Bomben auf verschiedene Stadtteile ab, unu ,-'ooch -chaden anzurichten Bon den Abwehrgeschützen bei ch oifen, ergriff cs sogleich dre Flucht.

Ern russischer Flreger auf rumurmchcm Revier.

Berlin, 4. Juli. (Prw.-Tel.) DerBcrl. Lokalanz. meldet aus dem Haag: Nach einer Meldung derTimes aus Bukarest llcudete ein verirrter russischer Fliege im Dunkeln auf rumänischem Gebiet in der Nähe von Botofani. Die rumänischen Behörden ließen den Offizier frei, utteriyerten jedock) das Flugzeug.

Kundgebungen in Rumänien.

Bukarest, 4. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Unter Teil­nahme T<rke Joneseus und Lukacius hielten die Konser­vativen eine Versammlung ab, irr der die Notwendigkeit betont wurde, die rumänische Regierung zu stürzen!, die weder nach innen noch nack) außen den nationalen Willen vorstelle. Die Menge vercrusttrltete darauf einen Straßen umzug, wobei vor der russischen Gesandtschaft Hochrufe lind vor dem liberalen Klub Pereatru.se aus gebracht wur­den. Take Joneseu und Lnkäcius sprachen ötm dem Balkorr des koryervativen Klubs für den Eintritt Rumäniens in den Krieg gegen die Mttelmächte. Es ereignete sich kein Zwischenfall. Die Sozialdemokraterr hielten gestern gleichfalls eine stark besuchte Versammlung gegen den Krieg und gegen die Haltung der Regierung in der Galatzer An-gelegenheit ab. Nachher durchzogen mehrere tausend Personen dieStraßen mitFahnen und Tafeln, welche die Aufschriften trugen: Wir nwllen Frieden, Neutralität, Leiiien Krieg! Vor deir Kriegshetzblättern wur­den ^chmährufe ausgebracht. Auch hier gab es keine ZwifchenfWe.

Aussprüche Venizelos'.

Paris, 4. Jnli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence 5)crvas. Ein SJähaxbertev desJournals" in Athen hatte eine Unterredung mit Venizelios, der erllärte: Tie Wahlen werden aufangen und sehr heftig sein. Die liberale Partei wird sich mit Leib und Seele in den Wählkampf stürzen und nichts unvcrsuchr lassen, dämit^ Licht wird- in ganz Griechenland, im alten und im neuen. Sie wird Versamnilungen abhatten und, Aufrufe erlaffen. Venizelos fügte hinzu, daß die Grundlage der Erörterung nicht sein würde, ob Griechenland neutral bleibt oder an die Seite der Alliierten in den Krieg erntritt. Venizelos wird die Frage nicht so stellen, da er nicht vergessen dürfe, daß die Wähler soeben erst demobllisiett worden seien. Er wird fragen, ob sic. nachdem sie zweimal gegen die Türken und Bulgaren, ihre Erb sein dc, gekämpft hätten, jetzt ihre Verbündeten sein und Feinde der Länder der Entente werden wollen, die immer die F-reihnt Griechenlands verteMgt und unterstützt hätten. Venizelos sagte, seine Rückkehr zur Macht bedeute, daß Griechenland sich an die ^eite der Alliietten stelle. Er sieht den vollständigen Sieg der liberalen Partei voraus, die mit noch größerer Mehrhett in die Kammer zurückkehren wirb.

Die Kriegskoften Italiens.

i. Köln, 5. Juli. DieKöln. Ztg." meldet von der italie­nischen Grenze: Tie Kriegskosten Italiens belaufen sich nach der Jdea nationale" bis zum 30. Juni 1916 auf 7 Milliarden 800 Mlllümen Lire. Zu ihrer Deckung wurden 4 Milliarden durch Anleche im Innern, 1 Milliarde durch Ausgabe von Schatz- scheinen und 2 Mllliarden durch Anleihe im Auslände aufgebracht

ver Seekrieg.

Ein Streit der englischen Admirate über die Seeschlacht am Skagerrak.

i. K ö 1 n , 5. Juli. DerKöln. Ztg." zufolge ist laut englischen Aceldungen wegen der Seeschlacht cm ölfagertaf ein heftiger, unerquicklicher Streit zwischen den Admiralen Jellicoe nnd Beatty, die sich gegenseitig die Schuld an der Niederlage zuschreiben, ausgebrochen. Gleichzettrg kommen Meldungen von unmittelbar bevorstehenden ALiderungen in mehre­ren höheren sehr wichtigen Kornmandostellen der eirglischen Marine. Admiral Robeck, der kürzlich von seinem bisherigen Kommando in den griechischen Gewässern ab berufen wurde, gilt jetzt als Nach­folger Beattys für die Führung der englischen Schlachtkreuzerslotte.

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London, 4. Juli. (WTB Nichtamtl.) Llohdsmcldung. Der britische DampferMöris" (3409 Tvm^n) ist versenkt worden. Das Schicksal der Besatzung ist un­bekannt.

Aus dem Reiche.

Bestandsaufnahme der Lebensmittel.

Die Beratungen über eine allgemeine Bestandsauf­nahme, die einen Einblick in die bei PrivatHaushalturrgsn, beim Gewerbe und den Handelsbetrieben, der Kriegsgesell- chaft und bei den öffentlichen Körperschaften vorhandenen Vorräte an Lebensmitteln geben und die bisherigen Sonder­erhebungen seitens der Kornmunen uw) der Kwiegsgefell- schaft ersetzen sollen, sind in den letzten Tagen im Kri egs- ernährungs amt fortgesetzt worden. Ueber das Er­gebnis wird in den Mitteilungen des' Reichsernährunas- amtes gesagt:

Die Besprechung kam zu dem Ergebnis, daß die Erhebung sich erstrecken soll aus Fleisch, Fleischwaren, Fleischkonseroen, ferner auf Eier. Allgemein war man der Ansicht, daß in Privathatrshal- tungen nur die besonders wichtigen Nahrungsmittel zu erfaffen seien, in den Gewerbe- und .Handelsbetrieben, in den Kommunen -Einkaufs- und Krregsgeselljchaften aber eine möglichst eingehende Ausnahme der einzelnen Lebensmittel erfolgen soll. Ueber die Frage, ob gewisse Mindestmengen allgemein oder nur inr Privat- haushalt van der Anzeigepflicht befreit bleiben sollten kam die Mehrheit zu der Ansicht, daß. wenn überhaupt eine Bestarcdsauf- nahme erfolge, ste jede Menge von Vorräten erfassen müßte, um onst leicht entstehende Fehleraucllen zu vermeiden und eiu genaues' "tatistisch brauchbares^ Material zu beschaffen. Bezüglich des Zeit­punktes der Erhebung entschied man sich für Ende August bis An­fang September, da zu dieser Zeit ohnehin eine landwirtschaftliche Erhebung vorgesehen ist. Natürlich ist nicht beabsichtigt und das kann zur Beruhigung der Vorratsbesiter gesagt werden, die Vor­räte zu beschlagnahmen: höchstens wird man da, wo in'sinnloser Weise und zu spekulativen Zwecken gehamstert lvorden ist oder Vor­räte leicht verderblicher Waren aufgestapelt sind, die Vorräte in gewissem Umfang der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, dagegerr wird mau bei der in Aussicht genommenen Verteilung neuer Vor­räte den Haushalttengen ihre Vorratsmengen in Anrechnung brin­gen ntüssen, es )oird bei der Bestandsaufnahme vvrgesorgt werden daß jeder die Borratsmengen, die er nickt braucht oder die ver­derben könnten, frern Kommunälverband in bestimmten Teilmengen die er selbst feUtellen kann, abliefett und sie so der Allgemeinheit nutzbar macht.

Die Beratttifgen und ihr Ergebnis dienen als Grund­lage für dre späteren endgültigen Beratungen und Ent- cheiLirngen des Vorstands des ' Kriegsernährungsamts.

Kraskeuverficherung bei Erfatzkaffcn.

Berlin, 4. Jnli. (Amtlich.) Aus einer Verordninra des Dundesrats vom 3. JE 1946, betreffend Kranken­versicherung bei Erfa tzbufHe n, ist fvtgendes hervor- zuheben:

Die Satzungen vieler Erfatzkafsen schretdetr vor. daß ber Eintritt in den Heeres-, mithin auch in den Kriegsdienst

Tie Mirgtiedschaft bei der ..taffe erlischt, ruist oder nur mtt beschränkten Rechten fortbesteht. Damit ist diesen Mitgli«, dern die Möglichkeit der Weiterversicherung während der Leistung von Kriegsdiensten, die ihnen bei den gesetzlichen Zwangskassen zugeslanden hätte, genommen oder doch er* schwert worden. Demgegenüber gibt die erwähnte Verord­nung deiijenigen Mitgliedern von Ersatzkassen, denen bev den Krankenkassen nach der ReickMversicherungsordnung dass Recht der Weiterversichermig zugestanden hatte, Mirnnehr dieses Recht in vollem Umfange auch gegeirüber ihren Er­satzkassen. Wer von diesem Recht der Weiterversicherun^ Gebrauch machen will, muß dieses binnen drei Monaten, vom Tage der Veröffentlichung der Bekanntmachung ab^ beim Vorstände seirrer Ersatz kaffe beantragen. Wer soatee eingezogen wird, hat für den -Anttag nur eine Frist von drei Wochen Voraussetzung für die Wirkung des Anttagss ist die pünktliche Zahlung der satzungsmäßigen Beiträge^ Alle zur Fähne ernberufenen bisher versicherungspflich- tigen Mitglieder von Ersatzkassen werden gut daran tun, sch durch rechtzeitige Anttagstellung den Anspruch auf di« Kassenleistungen auch-während der Dienstzeit zu sichern^ Weiterhin räumt jene Verordnung allen Ersagkcffsenmit- gliedern der gedaclsten Art, deren Mitgliedschaft infolge dess: Diensteintritts erloschen und denrnächst rricht wieder auf-: genommen ist, die Befugnis ein, binnen sechs Wochen ncch^' der Rückkehr in die Heimat in die Versicherung bei ihrer: Ersatzkasse wieder einzutteteir. Danrit tvird auch für di« Ersatzkassen jenem Grundsatz Geltung verschafft, der durch, das Notgesetz vom 4. August 1914 (Reichs-Gesetzbl. S. 334> und durch die Bekanntmachung vom 28. Januar 1915 für die Krankenkassen durchgeführt ist und dahin geht: niemand^ soll durch die' Leistung von Kriegsdiensten hinsichtlich dev Anwartschaft geschädigt, die ganze Kriegsdauer also insoweit hinterher als nicht vorhanden bettachtet werden.

Der Verkehr mit Grünkern.

Berlin, 4. Juli. Eine Bekafrntmachmrg vom 3. JuK 1916 regelt den Verkehr nrtt Grünkern. Dre Herstellung vmr Grünkern aus Sipelz, Dinkel oder Einkorn, die in Süä>" deutschland gebräuchlich ist, ist den Landwirten durch ein« Bestimnrung der vor kurzem erlaffenen Verordnung über den Verkehr mit Brotgetreide und Mehl gestattet. Nun- nrehr wird vorgeschrieben, daß der Absatz lediglich durch eine vom Reichskanzlch: bestimmte Stelle (es wi.rd dies di« Reichsgetteideftelle sein) erfolgen darf. Die Einzelbesttm- nrUngen entsprechen denen der Verordnung über Hülsen­früchte und über Buchweizen und, Hirse. Die Grünkenw-» mengen für den Selbstverbrauch sowie für die Lieferung an Naturalberechtigte sind von der Absatzbeschränkung ftet* können aber vom Reichskanzler ratunriert werden. Derr Nährnrittelfabriken kann freihändiger Ankauf gegen Be« zuasscherne gestattet werden; Absatz und Preis der herge­stellten Erzeugnisse kann der Reichskanzler regeln. Wir Grünkern selbst ist ein Höchstpreis von 80 Mark fiir den Doppelzentner festgesetzt. Die Verordnung ist iw noendig geworden, weil im Vorjahre die Preise für Grünkernpro-< dukte ungebührlich gesteigert wurden. Für dre Gesanttrrnäh- rung ist die Grünkerner^ugung übrcgens nrcht von großer Bedeutung; sie hat im Jahre 1915 40000 Zentr«r nicht überstiegen.

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Bert in, 4. Juli. (WTB. Nichtmntlich.) DasMMtäv- wochcntblatt wäldet: Prinz Wilhelm von Vreußeir^ der älteste Sohn des .Kronprinzen, der heute das zehttÄ Lebensjahr vollendet, ist zum Leutrrartt im ersten (Äarde-- Regiment zu Fuß ernannt worden. Autzerdenr wird der^ Prinz beim zweiten Garde-Landwehr-3kegiment k la suite geMrt.

Berlin, 4. Juli. (WTB.) Die Zentraleinkanfs- ge se llscha f t stellt angesichts der in verschiedeirenS^ädt- verordnelenversaTMnl'ungen, neuerdings in Hannover, er-- hobenen Klagen fest, daß die Verteilung von Butter,. Fleisch, Getreide, Hülstnrsrüchten, Zucker und Reis überhaupt! nicht in ihren .Händen liegt. Die BertellUng der genannte' Waren erfolgt teils auf Grund von Anordnungen der be­kannten Zenttal stellen (Reichsgetreidestelle, ReickB^ucker- telle, Reichsfteischstelle, behördlicher Bntterbeirat), teils auf! Grund besonderer von der Reichsleitung festgesetzter Ber- teilungspläne (Hülsrnffrüchte und Reis). Hinsichtlich der auch in der erwähnten Versammlung vorgebrachten Klagen über! angebliche Verringerung der ^bensmittel^rfuhr durch die! ttaffe Durchführung der Einfuhrzentralisierung verweist die Gesellschaft auf die von dem Staatssekretär Dr. .Helffe-, rich gemachte Feststelllrng, daß diese Klagen teils auf Jrr- tümern über die Tatsachen selbst, teils aus falscher Beurtei- luirg der Zusammenhänge beruhen. Nach den gemachten Erfahrungen würde die Gestattung der Einfuhr durch ein­zelne Gemeinden nicht die Gesanrteinftchrmenge vermehren, wohl aber die gleichmäßige Verteilung der Lebensmittel durch die zuständigen Reichsstellen verhindern und zur Be­nachteiligung der übrigen Landesteile führen.

Berlin, 5. Juli. Im 86. Lebensjahre ist ver lang­jährige frühere Gesclstiftsführer des Zenttalverbandes deut- cher Industrieller, H. A. Bueck, gestern morgen in Steg­litz gestorben. Bis zmn 40. Lebensjahre hatte er seine Kräfte der Landwirtschaft gewidmet, dann wandte er sich an der Seite seines Freundes Kardorff gegen den Strom der damals herrschenden Wirtschattsrichtung und verfocht den Gedanken des Schutzes der nationckleir Arbeit und das Zusammengehen von Industrie und Landwirtschaft.

A«» Stadt und Land.,

Gießen, 5. Juli 1916.

** Amtliche Persona 1 nachrichten. Der Groß»- herzag hat am 21. Juni den Kreisbauinspektor des Kreises Mainz, Baurat Paul Lucius, aus sein Nachsuchen unter Airer­kennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste mit Wirkung vorn 1. Juli 1916 in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigem verliehen.

** Landwirtschaftliche Sonntagsarbeit Bei der ^ außerordentlichen Bedeutung, die der rechtzeitigen und trockenen, Einbringung unserer Futter- und Getreide-Ernte für unsere Volks- ernahrung gerade in diesem Kriegsjahre - znkomntt, ist die Aus­nutzung der Sonntage unter Umständen nicht zu umgehen. Aller Verumtnng nach ist die Lau döe Völkern mg von der Geistlichkell bereitsj darüber belehrt ivorden, daß das Gebot dm- -sonntagsHeiligung für diese ganz außerordeilllichc Zeit nicht unbedingt bindend, ia daß die Ausnutzung des Sömttags für unai^sschredliche Arbeit sogar eine driirgende ssttliche Pflicht sei. Gleichwohl verhalten sich iu numdrtt Gcgeirden die Landleute der Arlregung zur Ausnutzung des Sonn­tags für Erntearbeiten auch jeut noch völlig ablehnend, ungeachtet des llnfftands, daß nahezu die ganze beioohnte Ende Tag und Nacht, Werktags und Sömttags fieberhaft an der .Herstellung von Kriegs­gerät aller Att zu unserer Vernichtung arbeitet. Da zudcnu. die Wetterknndigen eine längere _ Fortdauer des unbeständigen und wissen Sormnerivetters in Aussicht stellen, so loürden sich die Land- geistlichen ein außerordentlich hohes oaterländisches Verdienst er­werben, lmim iie ffch bemühen wurden, durch ihren Zuspruch die Landbevölkerung von ihrer grulwsäLlichcn Ablchamng der lanb,- wirtschaftlichen SonntagAarbeir abzubrlmvm.