Ausgabe 
4.7.1916 Erstes Blatt
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lötabihrctyc, Burgttrche uiw. einquarueri. Es war Lue Brigade, bk twr Drm Krieg m 2m!?snnq^öiüiiieiu lag, das sie dann räumen niutzlc .Zwei Tage blieben die Oesterrrichcr hier, um hierauf Mnvärts weiter zu ziehen, wo sie dann bei Äschafsenburg ins Geiecht kamen.

Kreis Wetzlar.

s. Wehlar, 3. Juli. Sanitätsgefteiter der Reserve Paul Sarges, Jnf.-Rgt. Nr. 186, 8. Komp, erhielt das Eiserne Kreuz 2 Klasse. , >

a. Niederlemp. 4 Juli, llnterosfizier Hemr. Kühl- «nann, Bergkomp. im Jnf.-Rgt. Nr. 88, starb den Heldentod.

Hessen-Nassau.

sl Marburg, 4. Juli. Ter Ehrenbürger unserer Stadt, der fruyerc langiährigc Besitzer der Schwan apothekc, Vizebürgermeister *i. E. FriLdrich 2 i-c b c r t, begeht am 5. Juli feinen 85. Geburts- tag. Jubilar ilt ein in weilen Kreisen bekannter Mann, lange Jahre gehörte er in hervorragenden Stellungen den hiesigen städtischen Körperschaften. dem- Kreistag usw. an und war auch MttgliA des kurhesnschen Kommunallandtages. In Anerkennung seiner Verdienste um die Verschönerung der Umgebung Marburgs wi^> der hinter der Ketzerbach nach dem Borussenhaus führende AufgangFriedrich Licbert-Weg" genannt. Unter zahlreicher Mebeuigiing der K inderwell der Umgebung, die xmn großen Teile "in Begleitung älterer Frauen erschienen, wurde gestern hier der Marburger Kirschen mar kt abgehalten. Das Pfund Kir­schen, das an diesem Tage früher mit 2030 Pfennigen bezahlt wurde, fettete diesmal 8090 Pfennige

g. Fulda, 3. Juli. In dem benachbarten Dorfe Künzell gerieten gestern in einer Wirtschaft der Schuhmacher H o h m o n n 'und der Fabrikarbeiter Weber m Streitigkeiten, in dessen Verlaiis Hohmann von seinem Gegner durch einen M e s s e r st i d) in Den rechten Oberschenkel, der die Schlagader traf, getötet ,vnrde. Der Täter wurde verhaftet. Zwischen den beiden bestand fahre- lange Feindschaft.

g-. Bebra, 3. Juli. Am vergangenen Sonntag stürzte der 83jahrlge Landwirt Au bei. als er sich in einem Asthma-Anfall aus dem Fenster beugte, auf den Hof hinab und war sofort t o t.

Un'rver'fitäts-Nachrkichten.

Berlin, 4. Juli. Die philosophische Fakultät der Ber­liner Universität hat dem Staatsministerium drei Professoren als Kandidaten für den Lehrstuhl Adolf Wagners in Vor­schlag gebracht. Wie das »Berliner Tageblatt" vernimmt, steht an erster Stelle Weriier Sombert, Professor an der Handelshochschule m Berlin. Die Na,nen der beiden aiideren Kandidaten werden iioch geheim gehalten.

Gedenkt der Geburtztagsspende fürs Rote ttreuz"!

Hansel.

Gießen. 2. Juli. Das neue Manganerzbergwerk Ge­werkschaft Glückauf Hessen, in den Gemarkungen Gießen, Großen-Liuden uiid Lützellinden gelegen, ging käuflich durch lieber- tragung der 100 Kuxe aus Herrn Justizrat G r ü n e w a l d in Gießen über. Die Stellung eines Repräsentanten hat Herr Berg­assessor Dr. Maximiliän Wemmer aus Dortmund übernommen. Der Betrieb ivird deiii Ferme-Werk angegliedert; man nimmt an, daß das Eigentum in Kürze auf die Firma Friedrich Krupp A.-G. in Essen übergehen ivird, als deren Vertreter der Käufer wohl ge­handelt hat. Bisher war Bergwerksdirektor Münker Repräsentant der Gewerkschast. _ _

mxUt

Gießen. 4. Juli. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochen,narkte kostete : Butter das Psd. 1,90-0,00, Hühnereier das Stück 20-00 Psg., Käse das Stück 1000 Psg., Käsematte 1 Stück 30 Pfg., Kartoffeln der Zentner 6,00 bis 0,00 Mark, Atilch das Liter 30 Psg., Spinat 2025 Pfg. das Pfd., Gelberüberi 15 Pfg. das Päckchen, Rosenkohl 00-00 Pfg. das Pfd., rote Rüben 00 Big., Zwiebeln das Pfund 00-00 Pfg., Nüsse 100 Stück 00-00 Pfg., Blinnenkohl 00-00 Pfennig, Sellerie 1,0-40 Pfennig das Stück, Kopfsalat 610 Pfg. das Stück, Kohlraben 1520 Psg., Römisch Kohl 20 00 Psg. das Päckchen, Lauch 510 Pfennig das Stück, Erbsen 2530 Pfg. das Psd., Johannisbeeren 33 Pfg. das Pfd. Marktzeit von 7 bis 1 Uh r.

Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 5. Juli 1916 : Wechselnd bewölkt, zeitweise Niederschläge, etwas kühler, Gewitter- neigting. _

Letzte Nachrichten.

Der deutsche Druck bei Kowcl.

i. K ö l^n, 4. Juli. TieKöln. Ztg." meldet aus Kopenhagen: Ruskoie Slowo" schreibt: Zu einer «Entscheidungsschlacht bei Kowel ist es nicht gekommen, weshalb für die Deutschen die Hoffnung nicht unberechtigt ist, eine Wiederholung des Durch­bruchs unserer Front am Stvchod, ähnlich wie dcmienigen Mackensens im vorigen Jahre am D u n a j e c herbeizuführen. Dieser Umstand verpflichtet unsere Truppen, gegenüber dem deutichen Gegner sich gewisse Zurückhaltung und Vorsicht aufzuerlegen. Un­sere Operationen gegen Lemberg sind durch die deutschen Flanken-

manöver ernstlich bedroht Darin liegt eme der Ursachen für das Abflauen der großen Kämpfe an der südwestlichen Front.

Schwarze Sturmtruppen.

Berlin, 4. Julü Ter Berichterstatter desBert Tagebl." meldet, aus dem Großen Hauptguartier unterm 3. Juli: Tie Angriffsfront hat sich noch nicht vergrößert, und den Durch­stoßversuchen setzt sich ein wohlorgamsicrter Widerstand entgegen. Die lolutigsten Verluste dürsten die Engländer nördlich der Somme erlitten, haben. Ter Kampfraum ist von einer großen Menge von Gefallenen bedeckt. Der französische Hauptstoß zeigt die klare Richtung gegen Peronne. Im Gebiete oer Somme sind bedeutende, schwarze Tru p p enma s s en ausgetreten, die die französische Heeresleitung aus anderen Stellungen zusam- mcngczogen hat. Waren diese farbigen Verbände besonders im deutschen Feuer vor Verdun als wenig verläßlich erkannt nnordeu, so glaubt man letzt wieder an ihre Fähigkeiten als Sturmtruppen. Sie stehen in den vordersten Reihen des Feindes und haben wie immer die bedeutendsten Verluste zu tragen. Vorläufig scheinen die Erfolge nur mäßige Freude in Frankreich erweckt zu haben. Die Versprechungen, die dem Unternehmen vorausgingen, waren zu große und die Privat Hoffnungen des französischen Bürgers find noch weit darüber hinausgegangcn. Noch iMmcr schwätzt sich der Zukunststraum herum, daß Josfre den Nationalfeiertag im deut­schen .Hauptguartier begehen werde, unterdessen müsse auch die Kitchenerarmee nach Belgien vorftoßcn, auch Lille Müsse bald in ihre Hände kommen. Üeberall werden die neuen englischen Truppen bewundert, gegen die die Deutschen nur schwerfällige Suppen - sresfer seien. Einstweilen aber leisten die Deutschen nördlich der Somme hartnäckigen Widerstand und haben dadurch die Aussicht eines planmäßigen raschen Vorstoßes lvesentlich verschlechtert.

Ein Ultimatum Carranzas.

i. Köln, 4. Juli. DerKöln. Ztg." zufolge wird derEx­change ^Telegraphen Agentur" aus Washington gemeldet: Ten Vereinigten Staaten sei von der Regierung Carranzas in aller Form mitgeteilt worden, daß die Anwesendst von Truppen der Vereinigten Staaten nicht länger aus mexikanischem Boden geduldet würde. Eine'Reutermeldung von demselben Tage gibt ein Telegramm aus Mexiko wieder des Inhalts: Das dortige Auswärtige Amt habe eine Denksclstiit als Antwort an den Staats­sekretär Lansing bekannt gegeben. Nachdem die mexikanische Re­gierung mehrfach die Richtigkeit der.Behauptungen der Washing­toner Mitteilungen bestreitet, erklärt sie, die, Vereinigten Staaten hätten kein Recht daraus, bewaffnete ^trcitkräste auf mexi­kanischem Gebiete zu unterhalten. Schließlich ivird in der Denk­schrift erklärt, der einzige Beweggrund der Vereinigten Staaten für die Ergreifung des Generals Huerta liege darin, daß sic be­fürchteten, er schmiede Ränke mit Deutschland.

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Händler, die im stehenden Gewerbebettieb Butter und Fett verkaufen, haben an jedem Mvntag schriftlich aus dem vorgeschriebenen Meldebogen ihren' Bestand an Butter und Fett, den Zugang und Abgang während der letzten Woche auf dem Stadtl>ause, Zimmer 9, anznzeigen und die während dieser Zeit erhaltenen Butter- und Fett­karten abzuliesern. Sic sind verpflichtet, über die täglich eingehenden und verkauften Fettmengen Buch zu führen. 8 7.

Ausnahmen von den bevorstehenden Bestimmungen sind nur in besonderen Fällen und nur mit Genchmiguno des Oberbürgermeisters zulässig.

^ 8 8 .

Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu 1 Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder einer dieser Sttafen bestraft. Auch kann .Händlern die Er­laubnis zum Butter- und Fettvcrkaus entzogen werden.

Gießen, den 1. Juli 1916.

Der Oberbürgermeister.

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ig 5!

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Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen.

Verkehr mit Butter, Margarine, Speisefetten, Schweineschmalz und Speiseöl.

Auf Grund der Verordnung des Stellvertreters des Reichskanzlers vom 8. Juni 1916 über vorläufige Maß­nahmen aus dem Gebiete der Fettversorgung und der Bekanntmachung Grvßh. Ministerrums des Innern vom 14. Jmn 1916 bestimme ich für den Bezirk der Stadt Gießen:

$ 1.

Butter, Butterschmalz, Margarine, Speisefette, Schwemeschmalz und Speiseöle dürfen im stehenden Ge­werbebetrieb nur an EinwolTner der Stadt Gießen und ttur gegen Butter- und Fettkarten abgegeben werden.

Einen Anspruch ans Abgabe von Butter und Fett geben die Karten mcht. Die Abgabe erfolgt nur bei vor­handenem Vorrat; ist dies der Fall, dann darf die 2lb gäbe nicht verweigert werden. Die Ueberlassung der- Karten an nicht zmn .Haushalt gehörende Personen ist verbiTten. Die Karten sind nicht übertragbar. Verlorene Karten werden nicht ersetzt.

8 2 .

Die auf den Inhaber lautenden Butter- und Fett­karten werden auf die Dauer von 4 Wochen regelmäßig nnt d«m Brotkarten ausgegeben. Bezugsberechtigt sind Haushalttmgen und Einzelpersonen. Einzel stehende Per­sonen. die keinen selbständigen Hauslwlt führen, erhalten Butter- und Fettkarten nur aus besonderen Antrag.

Maßgebend für die Anzahl der Karten ist die auf der Brotmarkenausweiskarte vermerkte Personeuzahl.

Die auf die Woche und den Kops der Bevölkerung entfallende Butter- und Fettmenge wird besonders be­kannt gegeben.

§ 3.

Gast-, Schank- imd Speisewirtl'cbatten, Vereins- und Ersrischungsräume. Bäckereien und Konditoreien erhalten aus Antrag Bezugsscheine für höchstens ein Drfttel des von ihnen auf Grund ihrer Bücher nachzuweiscnden Durchschnittsverbrauchs im Jahre 1915.

Butter und Fett, welche diese Betriebe durch .Händler, im Postverkehr oder sonstwie erhalten, werden ihnen aus das Drittel angerechnet.

An die vorgenannten Anstalten kann Butter und Fett aus städttschen Beständen nur dann Angewiesen werden, wenn hinreichende Mengen vorhanden sind.

. § 4 -

Mit Behörden. Anstalten, wohltätigen Einrichtun­gen usw. bleiben besondere Regelungen Vorbehalten ^ H 5.

Wer im Wege des Pchtversandes oder son)twce von

außerhalb Butter und Fett erhÄt oder Butter und Fett

Dw diesiahrige öffentliche Fmvfuug in der Stadt

Gießen wird, beginnend am Mittwoch, den 5. Fnki, in der Turnhalle der Stadtmädchenichule (Schillerstr. 8) für die nächsten 56 Wochen jeden Mittwoch, nach mittags 45 Ubr, abgehalten werden. Jmvfvstichtia im laufenden .Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre ge­borenen Kinder, sowie die Rückständigen ans früheren Jahren.

Die hiesigen Einwohner, welche tmvfvklichtige .Kinder haben, werden zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken eingeladen, daß alle in denselben vor genommenen Impfungen nncutgcltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Fabresichlunc auf seine Kosten bewerkstelligen laffen. widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jabres eine vierwöchentliche Friff zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird.

Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren flnd, ans Wunsch ihrer Der treter geimpft.

Alle in einem Termine geimpften Kinder müffen in dem acht Tage später abgehaltenen Terirnne zur Nach­schau nochmals erscheinen.

Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen 5bränklichkcit beansprucht wird, können gleichfalls dcmJmpf- arzte in den öffentlichen Terminen vorgestcllk werden.

Die Impflinge müffen mit reiner Wäsche und reir gewasdicnem Körper zur Impfung gebracht werden. wird nur an einem 2lrmc mit Lymphe aus dem Landes, impflnstitul geimpft. 4778E

Kinder aus Familien, in denen ansteckende ^ankheitei herrschen, dürsen nicht in die Termine gebracht werden

In den Wagen der städtischen Straßenbahn wurden in der Zeit vom 1. bis 30. Juni nachfolgende Gegenstände gefunden: Ex

3 Damenschirme, 1 Modenzeitung, 1 Wachstuch, mäopchen. 1 Kästchen mit Farbstifte, 1 Paar Damen- Handschuhe und 8 Straßenbahnzahlmarkcn.

Die obigen Sachen können im Verwaltungsgebäude der städtischen Elektrizitätswerke und Straßenbahn, Lahn itraßc 28, Zimmer 4. in Empfang genommen werden.

Stadt. Wohnungsnachweis Gießen, Afterweg9.

ES sind zu vermiete«: [4868k

1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern mit Zentral- Heizung, 1 herrschaftliche Wohnung von 7 Zimmern, 6 herrschaftliche Wohnungen von 6 Zimmern, 2 Woh nungen von 5 Zimmern, 1 Wohnung von 45 Zim­mern, 4 Wohnungen von 4 Zimmern. 5 Wohnungen von 3 Zimmern. 1 Wohnung von 3 Zimmern mit oder ohne Laden, 5 Wohnungen von 2 Zimmern, 4 Woh­nungen von 1 Zimmer, 2 Ladenräumc mit je 1 Zimmer, 3 Lagerräume mit Arbeitsraum, 17 möblierte Zimmer.

2 davon nebeneinanderliegend, 1 leeres Zimmer 2 Stallräume mit Burschenzimmer.

Zu mieten gesucht: 24 Wohnungen von 15 Zimmern

kftädt. Arbeitsnachweis giessen.

Asterweg 9. [48e7B

Es können eingestellt werden:

a. bei hiesigen Arbeitgebern:

1 landw. Arbeiter. 2 Schmiede, 10 Dreher, 5 Former, 1 Heizer. 1 Bäcker, 2 Schuhmacher, 1 Schreiner, 2 Babfl- arbeiler,3Maschinen.Schriftset;er, 1 Stereotypeur, lRt tationsdruckmaschinenmeister, 1 Kutscher. 1015 lunge Fabrikarbeiter, 1 Fabrikarbeiterin. 3 HauSburschen. 1 junger Kellner, 1 Laufmädchen für tagsüber, 2 Lauf frauen.

h. bei auswärtigen Arbeitgebern 1 "Pferdeknecht, 2 landwirtich. Arbeiter. 30 Erdarbeiter. 10 Schlosser, 10 Schmiede. 10 Treber, 10 Fräser. 5 Kessel nieter, 1 Polsterer. 4 Schreiner, l Stuhlschreiner.

1 Drechsler. 1 Holzbearbeinmgsmnschlnenarbeiter, ein Krankenwärter, 1 Küchenbi:rsä>e.

ES suchen Arbeit:

2 Gartenarbeiter, mebrere landwirtschaftliche Arbeiter. 1 junger Schmied. 3 Bäcker. 1 Lchnilsetzer. 1 Invalide. 1 Tapezier, 1 Weißbinder, 5 Slrbeiter. 10 Putz« u. Laui- irauen. 1 Sdilosferlehrlmg, 2 Buchhattenunen, mehrere ZkriegSbeschädigte.