Ausgabe 
4.7.1916 Erstes Blatt
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und zahlreiches Material ftclen gleichfalls in unseren Beiitz ^anr der- sehr- ausführlichen, wirksamen Vorbereitung durch unsere Artillerie, dank auch dem Elan unserer Fnianterie waren unsere .Verluste sehr gering Von der Front nördlich Verdun meldet man keine Fnianttriclällgkeit. Tie Beschießung war andauernd -Zehr lebhaft in Gegend der Höhe 304 und den Abschnitten von rrleurt) und Tamlouv. Unsere Flugzeuge schossen drei seindliche : Fesselballons gegen Verdun ui Brand. Unteroffizier Ehaiuat schon »em fünftes deutsches Flugzeug ab, das auf dem Boden bei Peronne Aiwichelltc. In der .'«acht zum 2. Juli warf eins unserer Flugzeug- r Schwader 48 Bomben auf den Bahnhof Longuyon. 8 aus den : Bahnhof T jeden Hosen und 16 auf den Bahnhof Tun an der Maas. c-Erne andere FUegergruppe warf 33 Bomben ans den Bahnhof von Brreulles. Während des 2 . Juli beschossen zwölf unserer Flieger ^ -dre Bahnhöfe von Amagne und Lucquy mit 60 Bomben. Sie trafen rbic Bcchn ho s ge bände und die Gleise. Ein Eisenbahnzug wurde zer> »stört. Heute schossen die deutschen einige g r o ß 1 a (i b ti g c G r a- u aten in d c r R i ch t u u g auf Na n c y. Andere Granaten -.wurden etwas später in der Gegend von Belford abgeschossen. 'Heute früh gegen 3 Uhr warf ein ieindttches Flngzeuggeschwader 'mehrere Bomben auf die offene Stadt Lunoville. Ter Fall

I wird für Vergeltungsmaßnahmen zur Kenntnis genommen.

Der englische Bericht.

London, 3 . Juli lWTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reu- terschen Bureaus. Die Engländer haben Fricourt genommen. General Haig meldet einen beträchtlichen Fortschritt in der Nach­barschaft von Fricourt, düs wir um 2 Uhr nachmittags besetzten. Bis zirm Mittag machten wir in den Kämpfen zwischen Ancre und Somnre etwa 800 iveitere Gefangene, was die Gesamtsumme von 13500 einschließlich der an anderen Punkten der Front in der ver- igaugenen Nacht getirachten Gefangenen ergibt.

L ondon, 2. Juli. (WTB.) General Haig meldet: Heute schwere Kämpfe zwischen Ancre und Somme, besonders -bei Frioonrt und La Boisselles. Fricourt, das um 2 Uhr i nachmittags eingenommen wurde, ist in unserem Besitz. Ocstlich von idem Dorse lwrrden einige Fortschritte geinacht. In der Nachbar­schaft von La Boisselles leister der Feind zähen Widerstand, wber unsere Truppen machen befriedigende Fortschritte. Eine be­trächtliche Menge Kriegsmaterial fiel in unsere Hände, aber Einzel- !Ä«chen liegen noch nicht vor. Auf der anderen Seite des Ancre- Tales ist die Lage unverändert. Tie allgemeine Lnäc kann als ^günstig betrachtet we-cden. Später eingetroffene Nachrichten über -die Verluste des Feindes zeigen, daß unsere ersten Schätzungen .zu niedrig gegriffen waren.

Gestern waren unsere Flugzeuge sehr tätig. Sie halsen nördlich der SoMme bei dem Angriff mit und leisteten uns bei -unserem Vorgehen wertvolle Treuste Zahlreiche seindliche Hauvt- q uartie re und Eisenbahnknoberrpunkte wurden mit Bomben äuge- .griffen. Bei einem Ueberfall wurden unsere Begleitflugzeuge von 20 Fvkfermascknnen angegriffen: diese wurd-rn vertrieben. .Zwei feindliche Flugzeuge stürzten zu Boden nnd wurden zerstört. Einige Erkunduugsflügc über weite Entfernungen wurden trotz zahlreiche Versuche von kindlichen Flugzeugen, die llltternehmungen zu ver hrnde rn, ausgeführt. Drei von unseren Flugzeugen iverden ver- inißt. llns-eve Drachenballons waren den ganzen Tag in der Luft.

Die russischen Verluste.

Wien. 3. Juli. W. T. B.) Aus dem Kriegspresseauartiei; .wird gemeldet: Geiangenenaussagen, aufgeoriffene Meldungen

und sonstiges Material ermöglichten nunmehr ein annäherndes Bild über die r u s s i s ch e n B e r l u st e während der letz -len Oifinsive. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß hinter der Front für jeden Trupvenkörper 50 bis 75 Prozent des Standes an Ersatztrupven bereitgcstellt waren. Beispiels- weise hatte, um eines unter den ungezählten Beispielen anzu­führen, das 53. russische Infanterie-Regiment von der in Ost­galizien kämpfenden Armee Lett'chitzki am 6. Jirm 3250 Mann, vier Tage später nur mehr 800 Marrn, es verlor also 2450 Mann oder 75 Prozent. Am 14. Juni wurden 2200 Mann Ersah ein­gestellt, womit das Regiments wieder annähernd die Kriegsstärke erreichte, aber schon am 21. Juni waren unter acht Kompagnien fünf gänzlich ausgerieben. lvährend drei nur 20 bis 50 Gewehre zahlten. Aehnliche Verhältnisse ergeben sich als Folge der Massenmörders sch c n Taktik der russischen Feldherren bei den meisten Truovenkörpern unter Brussilows Befehl Alle verläßlichen Angaben Ammen darin überein, daß die bei der russischen Feldarmee bereitgestellten bis zu drei Viertel des Kampfftandes betragenden E r s a tz t r u v p e n zur Wiedei'gewin- mrnp der vollen Kriegsstärke nicht mehr ausreichen. Es muß aus Ersatz körpern neues Kanonenfutter herangeholt werden. Das russische Südwestheer hat in einem .Kriegsmonat kaum weniger als 500 000 Mann an Toten und Ver­wundeten eingebüßt.

Bon -er russischen Duma.

Petersburg, 2.Juli. (WTB.) Meldung der PÄerSbnrger Tetagraphen-Agemur Die DulUa hat einen Gesetzentwurf an­genommen, wonach den Bauern die gleichen bürgerlichen Rechte wie den aacheren .Klassen zustehen.

. Vetersburg. 3. Juli. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung «r Petersburger Telegraphen-Agentur. Durch kaiserlichen Ukas m dre R e i ch s d u m a bis zum 14. November vertagt worden.

Eine griechische Kundgebung in Saloniki.

Bern, 3. Juli. ^WTB. Nichtamtlich.) In Saloniki kam es zu erner gegen Venizelos gerichteten .Kundgebung des grrechrschen Offizierskorps. 20 Offiziere 'drangen in dre Redakttonsraumc des vemzelistischen BlattesRizospatts" eur, stellten dcn Schriftleiter wegen der entente-freundlichen Ar-

zur Rede und verletzten ihm und den anderen Journalisten Sckbelhrebe Sre demolierten auch die Einrichtung. Die fran­zösischen Mrlrtärbe Hörden leiteten eine Untersuchung ein.

Kämpfe in Ostafrika.

3. Juli. WTB. Anttlich wird gemeldet: Den vom G«eral Tombeur mngelaufenen telegraphischen Berichten aus Ostafrika zufolge haben die belgischen Truppen ihren Bormarsch aus der ganzen Front fortgesetzt, wobei sie den ans dem Rückzuge benndlichen seindlickeu Truppen dicht auf den Versen folgten Am Kagerafluß ltieß die Brigade Molitor nur auf geringen Wider- luvw- ?chchdem sie den Fluß überschritten hatten, setzte ffe den Bonnarsch ^ uach Osten fort und besetzte am

26^ Jimi Biaromulo. Am folgenden Tage grff^n vorge- ichobene Abteilungen einen Tagemarsch östlich Biaromulo eine Abteilung, die aus der Gegend von Keindekruma, südwest­lich Bukoba kam, in der Flanke an. Ter Feind wurde geschlagen mw zog sich zurück. In der Gegend des T a n gan y i k a - Sc es unter Bedrohung durch Abteilungen der Brigade den Kampf ab, und gab seine Stellung bei .Kitzca auf, die nnr am 16^ Juni besetzten. Tie Verfolgung wird fortgesetzt.

Anmerkung der Agence Havas. Biaromulo, das ans einigm Karten unter dem Namen Niaruwuugo verzeichnet steht, ist ein wichtiger strapentnotenvunkt ch der Gegend südwestlich des Bikto- rm-^voes. .Keurdehuma liegt aus bem rechten .Kagerauser.

Der Seekrieg.

Amsterdam, 3,Juli WTB Nichtamtlich. , Llovds m-ldn aus Lrcawt Der narwe,ische DamchcrMvliiia" letzte hier die Mamrschait des DomvlersTeam," der Wilsau-Linie an Laich Der D-mmerTearw" war »an echcm feindlichen Unterseeboal versenkt worden

Bern. 3. Juli 'WTB. NichtaElich.) Wie derTemps" meldet, wurde der französische KüstenfahrerSaint Jacgues" vor der holländischen Küste torpediert. Neun Mann sind er­trunken.

Ass dem Reiche.

B^lin, 3 Juli. WTB.) In der heutigen Sitzung des nnocsrats gelangten zur Annahine: Enttvürse von Bekannt­

machungen über Grün kern. Festsetzung der £ i t 5 1 o t) n c und der Krankenversicherung bei E rsatzka ss-e n.

B e r l i n . 4. Juli. Ter Bischof von Trier ersuchte die Pfarrer seiner Tiözesen, ihre Pfarrkinder zu belehren, daß sie in der gemeinsamen Not ihr eigenes Interesse dem Wohl des Vaterlandes^ zum Opfer bringen müßten, damit das Vaterland ehrenvoll bestehen könne. Tie L a n d l eu t e mochten den städtischen Verwaltungen von ihren Lebensmitteln einen Teil abgeben und sich selbst einige Beschränkungen auserlegen.

Berlin, 4. Juli. Ter älteste Sohn des Kronprinzen, Prinz Wilhelm von Preußen, vollendet heute sein 10. Lebensjahr. Tie Einstellung des Prinzen in das 1. Garde- Regiment findet während des Krieges nicht statt.

Berlin, 4. Juli. Die Zahl der Sparkassen­bücher hat sich im^ zweiten Kriegsjahr in einer Weife ver­mehrt, die selbst in Friedenszeiten noch niemals erreicht wor­den ist. Die Einzahlmigen haben im Jahre 1915' einen Ueberschuß über die Rückzahlungen in Hohe von 27a Milliar­den ergeben. Der gesanite Kapitalzuwachs dürfte sich aus 374 Milliarden stellen. Eine Umfrage, die sich nur auf Spar­kassen in großen Städten nnd Industriegebieten erstreckte, ergab, daß bei ihnen die Zahl der Sparkassenbücher um 4,7 Prozent gewachsen ist. Auch auf dem Lande dürste eine starke Zunahme erfolgt sein. DieVossische Zeitung" meint, dies seien gute Aussichten für die nächste Kriegsanleihe.

Aus SiaW und Land.

Gießen, 4. Juli 1916.

Amtliche Personalnachrichten. Ter Groß­herzog hat zum 1. Juli dem Kominandanten bei der freiwilligen Feuerwehr Ossenbach a. M., Albert Thomson in Ost'enbach, das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen verliehen.

** Auszeicbn ungen. Schutzmann Adam H a h n, Offizier- Stellvertreter im L.-Jns.-Rgt. 116, Inhaber der Hessischen Tapser- keilsmednille, wurde dps Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. Oberheizer Ferdinand Link wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. aiisgezeichiret. Tein Kanonier Mox R o ß m a n n von hier, beim Res.-Feld-Art.-Rgt. 21, ivurde die Hessische Tapferkecksmedaille verlieben. - Der Unteroffizier beim 3. Brandend. Fuß-Art.-Rgt. Fritz H i l d, Sohn von Bcihnmeister 1. Kl. Hild in Gießen, wurde zum Vize-Wachln:eister befördert.

Beförderung. Der Oberlerltnant der Landwehr Wil-^ helrn Kltngspor vom Infanterie-RegimentKaiser Wilhelm^ (Nr. 116) ist zuin Äauptmann befördert worden.

L.U. Die Privatdo^euten Dr. I a s ch kc und Dr. Stepp sind zu auße-retatsmäpigeu außerordentlichen Professoren bei der medizinischen Fakultät unserer Landes-Universität ernannt worden.

** Verso nalnachrichken der Eisenbahndirek- tion Mainz. Versetzt: Ter Regierungsbaumest'ter Pietz von Mörs /Dir.-Bez. Köln) nach Worms. Ter Regierungsbaumeister Pietz i|t mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Vorstandes des Eisenbahnbctriebsamts 1 in Worms beauftragt worden.

. ** Butter- und Fettkar t^e n. Butter, Butter- schmalz, Margarine, Speisefette, Schweineschmalz und Speiseöle dürfen im stehenden Geiverbebetrieb nur an Ein- wahner der Stadt Gießen und nur gegen Butter- uud Fettkarten abgegeben werden. Eirr-en Anspruch auf Abgabe von Butter und Fett geben die Karten nichl. Tie aus den Inhaber lautenden Butter- und-Fettkarten wer­den aus die Dauer von 4 Wochen regelmäßig mit den Brot­karten aus gegeben. Wer mr Wege des Postversandes oder sonstwie von außerhalb Butter und Fett erhalt oder Butter iind Fett selbst herstellt, hat die Menge binnen 24 Stunden anzumelden. Tie Menge wird auf die zusteh-ende Höchst­menge anperechnet. Näheres siehe in der amtlichen Bekannt­machung im Anzeigenteil dieses Wattes.

** Bon der Feuerwehr. Gestern nachmtttag 3.44 wurde der Feuermelder Asterweg 1 abgezogen. Der von der Wache sofort entsandte Radfahrer stellte fest, daß im Tach^ geschoß des Hauses Wallwrstraße 6 (Tarmstädrer Haus) ein Zimmerbrand ausgebrochen war, und rief durch das Feuermeldetzelephon die Feu-erroache zu Hilfe. Durch Haus­bewohner und Nachbarn war das Feuer bereits gedäinpst, die Wache löschte den Brand völlig ab und rückte 4.07 wie­der ein. Bei dieser Gelegenheit'chlen wir nochmals darauf Hinweisen, daß die L ö s ch h i l f e durch die Feuerwehr unentgeltlich ist und daß es im eigensten Interesse der Hausbewohner liegt, jeden ausbrechenden Brand sofort durch Abziehen des nächstgel^genen Feuermelders der Wache zu melden. Gedruckte Hinweise über das Verhalten bei Aus­bruch von Feuer und über die Lage des nächsten Feuermel­ders können für jedes Haus kostenlos auf dem städttschen Tiefbauamt, Asterweg 9, abgeholt werden.

** Fachrraddieb stah l. Am 3. Juli w-uttde hier ein Aahrvad, MrrrckeTorpedo^' nttt der PvliKeinummer chwarzes G 191, mr Werte von 81 Mark entw-endet.

** Der amerikanische Botschafter Gerard hat gestern mit einer hohen inkognito reisenden Persönlichkeit das hiesige Gefangenenlager besichttgt und sich lobend ausgesprochen.

** Gießener HauSfrauen-Verein. Tie Mitglieder des Vereins werden gebeten, ihre Bestellungen ans Frühobst am Mittwoch, den 5. Juli in der (^Geschäftsstelle 9Näusbarrg5 von 5 bis 8 Uhr nachmittags aufzugeben.

**Das heutige Kreisblatt enthält eine Bekannt­machung über untaugliches S ch u h w e r k und über Druck­papier, über Einfuhr von Futtermitteln, Bereitung von Back­ware, Preisbeschränknng von Seckerwaren, Verbot des Vor­verkaufs der Ernte de« Jahre« 1916, Schonzeit der Fische und das Betreten von Flugplätzen.

** Militärische Ueberwachung der Reisenden. Zur Mwehr der Spionage sind während der Kriegszert in den Eisenbakmzügen militärische Ueberwachu'irgsperfonen tätig, die be­rechtigt sind, von den Reisenden Auskunft über Zweck und Ziele der Reise und die Vorlage von Auswerspapieven zu vettmrqen. Es wird hierauf mtt dem .Hinweis ausm'erffam gemacht, daß es sich für solche Reisende, die längere Fahrten unternehmen, zur Ver­meidung unbequemer Weiterungen empfiehlt. Ausweis - Papiere (Geburtsschein, polizeilicher Anmeldeschein usw.) mit sich zu führen.

** Hessischer Landesverein vom Roten Kreuz. Um die vielfach^zersplitterte 'Fürsorge für unsere kriegsgefangenen Landsleute im Feindeslande zusammenzufassen und dem deutschen Volke einen neuen kräftigen Ansporn zur Betätigung seiner Opfer- Willigkeit zu geben, soll auf Anregung des PreuKschen Kriegs- minilteriums im ganzen Teutschen Reiche eine Santmlung zn einer Volks spende für die deutschen Kriegs - und Zivil­gefangenen im Auslande stattfinden. Auch in Hessen soll demgemäß für diesen Zlveck im Monat Juli gesammelt werden Tie Sammlung steht im Reiche unter dem Allerhöchsten Schutze der Kaiserin und in Hch'sen unter dem besonderen Schutze der Groß- herzogin. Ter Hessische Lan^esvsrein vom Roten Kreuz, Abteilung für Vermißtenermittelung und Kpiegsgefangencnsürsorgej hat sich dm Turchführung der Sammlung in unserem Hessenlande ang"- nommen. Tamit die bevorstehende Sammlung und ihr Zweck in ollen .Kreisen der Bevölkerung bekannt rvird, soll ein entsprechender Ausruf sowie ein eim.n gefangenen Krieger darstellendes Bildplakat im weitesten Umfange verbreitet werden. Es ist daher beabsichtigt schon in den nächsten Tagen den Aufruf und das Bildvlakat an möglichst zahlreiche Geschäftsinhaber, insbesondere an Inhaber von Ladengesö'äslen, mit der Bitte zu verteilen, den Aufruf und das Plakat in ihren Geschäft räumen an wirksamster Stelle auszuhän- gcn Besonders erwünvft! wäre ein Aushang an der Eingang-'ftän Vd den Geschäftsräumen oder in dem Schaufenster. Im Vertrauen

aus das schon oft erprobte Entgegenkommen der hessischen Geschäfts­welt g:g 'nüber den qem.innützigen Bestrebungen des^ Roten Kreuzes darf man sich der zuversichtlichen Hoffnung hingeben, daß die Ge- schäitslnhabcr die kleine mit dem Aushang des Aufrufs und Plakats verbundene Unbeauemlichkeit gern auf sich nehMn werden. Sie dürien des herzlichsten Tankes des Roten Kreuzt sowie der notleidenden Oiesangenen im feindlichen ?luslande gewiß sein. Der ven'ische LandeSoerem vom Roten Kreuz ha: seit Knea-deginn zahl­reiche Truppen und Diarineteile, Lazarette rm Felde wie in der Heimat und auch deutsche Kriegsgefangene im Auslände mttL ese- Üo t f versorgt und wckl dies auch weckerbin tun Der Vorrat an Büchern, Zeitschriften sowie Atlanten (auch diese sind erwünscht) geht zu Ende. Auch muß der Landesvcrein eine erhöhte Leistung übernehmen, weil verschiedene Teil' des Reick)s nicht in so umfang­reicher Weise Lejestoss ausbringen können, wie es rM Gwoßherzogtum der Fall ftt. Der^ Landesverein bittet daher um freundliche Zu- wenduaw von Lese,wt'f an die Materialien-Abteilung m Darmstadt, Altes Palais. Diese Abtettung gibt gern jede etwa gewünschte wertere Auskunft.

o "r** ote Kreuz hütet um Bekanntgabe folgender

: Bald beginnt wieder die E i n m a ch e z e i 1 E-< ist während des Krieges besonders wichtig, daß möglichst viele F r ü ch t e u n d Gemüse für die spätere Jahreszeit auibewahrt werden. Wir bitten unsere Zweigvereme, die Hanshaltungsschulen und chie Frauen im ganzen Lande, einen Teil des Eingemachten uns geben zu wollen, vorzugsweise zur Verwendung in Feldlazaretten und La- zarettzügen. Je nach den örtlichen Verhälmissen dürften, wo ne noch mcht bestehen, Er n mache- und Sa mmel stell e n zu errichten sein. Der Zweigverein Ottenberg ist aus Wunsch bereit, me bei der dorttgen Einmachstelle gemachten Erfahrungen Mitzuteilen Unsere Materialien-Abtettung in Darmstadt, Altes Palais, wird auf Wtmsch gern sowie unentgeltlich Vjerkblätter vericnden, betressend ein einfaches und billiges Verfahren zur Frisch- haltung von Früchten mit und ohne Zucker und zum Verschluß in Glasern sowie Steintöpsen. Die Aiaterialien-Abteilung versendet auch die zur Erzielung von Frachtfreiheit nötigen Aufllebe- zettel

^ Ausbeutung der Opferfreude. Mtt dem Namen des Noten Kreuzes, der Kriegsinvalidenfürsorge oder auch anderer Kriegswohlsahttsunternehmungen wird zurzeit vielfach Mißbrauch getrieben. Es nruß dieses auch dem Norddeutschen Bücher- veriandhaus von Friedrich Keil in Berlin SO. 16, Engelufer 1 und dessen Reisenden zum Vorwurf gemacht werden Trese Firma hat für das Rote Kreuz im ersten KriegAahr ins- gesamt 250 Mark gespendet. Tie letzte Zahlung!, unb zwar in Höhe von 100 Mark, ist am 5. März 1915 erfolgt. Weitere ZaUungen sind nickt geleistet worden. Für die Spenden hat das Zentralkomi­tee des Noten Kreuzes unterm 10. März 1915 der Firma ein Tmik- schrctben gesandt. Mit einer Abschrift dieses Dankschreibens ver­sieht die Firma, die zirrzeit ein WerkWeltkrieg 1914/15" vertreib ben läßt, ihre Reisenden, uni sich die Tatsache ihrer Spenden an das Rote Kreuz für die 0>ewinnung von Käufern ihres Werkes nutzbar zu machen. Schon dieses Geschättsgebaren der Firma muß durchaus^ verurteilt werden. Es ist aber auch wiederholt vorgekom- mcm, das: die Reisenden der Firma beim Auffuchen von Bestellun­gen dcr Wahrheit zuwider angaben, der Vertrieb des Werkes er­folge zum Besten des Roten Kreuzes,>er auch ein Seil, ja die Hälfte des Erlöses oder Reinq-ewinnes werde an das Rate Krepz abgeführt. Das Unwesen wurde so stark, daß sich das Oberkom­mando m den Marken veranlaßt sah, unterm 14. März 1916 dem Kauwiann Friedrich Keil zu verbieten, beim Auffuchen von Be­stellungen auf den von ihm vertriebenen Büchern angeben zu lassen, daß der dafür zu zahlende Betrag teilweise dem Roten Kreuz oder der .Krie gsinvaliden süriorge oder einem anderen Kriegs- wohlsahttsuNternehmen zugute käme/

«"^OeNentli che'Bücher Halle. Im Juni wurden 2 ö 3 2 Bande a u s g e l i e h e n. Davon kommen auf: Erzählende Lileratur 1470, Zeitschriften 161, Jugendfchrchen 190, Literatur^ gesebichte 6, Gedichte und Dram«n 57, Länder- und Völkerkunde 43, Kulrurgeschnhte 35, Geschichte und Biographien 11«, Kunstgeschichte 29. Naturwissenschaft nnd Technologie 92, Heer- nnd Seewesen 20, Hans- nnd Landwirtschaft 10, Gesundhettslehre 12. Religion und Philosophie 37, Staatswissenschalt 16, Sprachwissenschaft 6, Fremd­sprachliches 30 Bände. Nach auswärts kamen 61 Bande.

** Pferdeversteigerung. DonverSftag, den 6. Jul'., vormittags 1 0X Uhr, kommen auf dem Hofe des Jagdschlosses Kranich st ein 50 Stück über 1 Jahr alte re- gnierierte Fohlen zur Versteigerung. An der Versteigerung können nur hessische Landwirte teilnehmen. Die Dersteigerrmg erfolgt gegen Barzahlung. Eine Rückvergütung auf die Steigpreise wird für diese Fohlen nicht gewährt. D4e näheren Verkaufs- bednrgungen werden vor Beginn der Verstetgernng bekannt gegeben. Landkreis ßUehen.

w. A l l e n d o r f a. d. Lda., 3. Juli. Die Hessische TapfrrkeitS- medaiNe erhielt Christoph F e y im Jni.-Rgt. Nr. 49. Er hat zuerst in Rußland lrnd dann in Frankreich gekämpft.

Lang-Göns, 3. Juli. Der ttn 76. Lebensjahre stehende Larrdw-rtt Anton Belte ffel am Samstag vom beladenen Heu - wagen, als er um eine Wegkurve fuhr. Er stürzte dabei so mrgMck- lich auf den K->pf, daß ihm der Brustkorb etwas eingedrückt wurde und ^wei Rippen brachen. Vom gleichen Augenblick an verlor Belte die Sprache. Ein sofort herbeigerusener Arzt stellte schwere, innere Verletzungen fest. Landsturmmann Karl Brücke! wird aus den letzten Kämpfen in Rußland als vermißt gemeldet.

)( Mainzlar, 4. Juli. Gefreiter Wilhelm Weh» von hier erhielt die Hessische Tapserkeitsmedaille.

A Obbornhofen, 4. Juli. Billige« Fleisch suchten sich Diebe zu beschaffen, die in der Nacht von Samstag auf Sonrttag in der Bahnhosstraße zu B e r st a d t in einem Stalle sechs junge Gänse abschlachteten und mitgehen hießen. Die durch einen Polizeihund aus Nidda aufgenommene Spur verlies nach Wohnbach zit. Näheres fehlt noch.

Kreis Alsfeld.

or. Alsfeld, 4. Juli. Gefreiter Friedrich Fuchs, 2. Land« wehr-Pionier-Kompagnie (16. Armeekorps) wurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille ausgezeichnet.

Kreis Schotten.

Schotten, 3. Juli. Nachdem durch die Opfenvillig- keit der hiesigen Ktt'chengemoindc der kostbare Altar mtt seiner, leuchtenden Gemälden wieder entmert werden konnte, hat jetzt auch das widere Prunkstück unserer ehrwürdigen Kttche, der Sakri st eischrank, eine völlige Wiederherstellung erfahren. Der Schrmrk ist der an seinen Zinnen angebrachten Jnschritt zufolge 1914 von eimm Magister SefrS>us gestiftet w o rve n . Die Dorderwand, aus Lindenhoh gefettigt, zeigt drei von schönem Rpthmus bewegte, spätgottsche Rankenfriese. Die Zeich- nimg war durch Farben, von denen große Reste unter einem entstellenden nachträglicheii Oeljarb-enanstrich zutage gekommen sind, gehoben. Die äußerst schwierige Arbeit der Wiederhers^llung geschah in den Schreinerwerkstätten der Gebr. Vey zu Darm­stadt und ivurde mit größter Sorgfalt und feinem. Kunsffirm mrsgeführt. Die Herren Vey sind geborene Schottener, sie stellen die zettraubende Arbett völlig unentgeltlich her.

Gonterskirchen, 3. Juli. Wieder hat der Kampf sürs Vaterland von den ins Feld gezogenen Kriegern unserer Gemeinde zwei Opfer gefordert. Musketier Karl Jung vom Jns.-Rgt. 224 nnd Üllusketier August Kröll im Jns.-Rgt. 118 haben den Helden­tod erlitten. Damit ist die Zahl der Gefallenen aus unserer Ge­meinde ans 18 gestiegen.

E. L a u b a ch , 4. Juli. Bei den letzten schweren Kämpßm sind ivieder zwei Mann aus hiesiger Stadt gefallen. Es sind dies die beiden Musketiere G ö b e l, Sochi des Zigarvenfabrikanten Gabel dahier, im Juf.-Regl. 223, und' Wilhelm Sch ad, Jnf.- Regt. 221. Bis jetzt sind in hiesiger. Stadt im ganzen 24 Mann den Heldentod gestorben, darunter der akademische Lehrer Rößler und die Volksschulvenvalter Heinrich Wcißgerber und Otto Fische r.

Kreis Friedberg.

oa. F r i e d b e r g, 4. Juli. Gestern vor 50 Jahren ballte unsere Vaterftadt wider von lriegerischem Leben und Treiben. Tie österreichische Brigclde 'Ncipp.rg ,zog unter den Klängen des Radetzky-Matsches hier ein und bezog auf der Seennese Bftvak. Ta aber eur mächtiger Regen tosbrach, wurde sie dann in dre