besitzen wir dieses Dorf nLnckich resktos, so daß wir lffer -auf ettva 1000 Meter in die <ntf das äußerste befestigte innere Verteidigungslinie von Verdun heran sind. Die Franzosen erneuerten innerhalb des unablässig wogenden Ringens inrnrer wieder ihre Angriffe, ohne unsere Stellar. !gen nn mindesten Kurückdvängen zu können. In erfolgreichem Ausamnrenwirken konttte unsere Artillerie und Infanterie zeden der nrit wilder Tapferkeit und zäher Ausdauer unternommenen Anstürme brechen. Ebenso wurden die Massen, ^welche die Kränzchen nach ^ebenfalls ungeheurer ArtiUerie- erttfclltuug gegen irnsere Stellungen zwischen Fleury und dem Kumm-Walde heranführten, völlig abgeschlagen. Unsere Artillerie konnte den Feind in furchtbares Flankenfeuer rickhmen und blutig zusammerrmähen. Die bis an unsere tSteLlirngen durchgekommerren Abteilungen wurden dort von der unermüdlich fechtenden Infanterie niedergerungen. Diese Kämpfe gehören zu den schwersten, nicht nur vor ESecbim, sondern während des ganzen Krieges. Die Verluste der Franzosen sind wohl die größten und blutigsten, die sie bisher gehabt haben. — An der von den Engländern gehaltenen Front zwischen Zoos und der nördlichen Somme zeigt sich der Feind dauernd unruhig, steigert seine Ar- tillerietätigkeit zu zeitweiligem Trommelfeuer und versucht Gasangriffe und kleinere Unternehmungen.
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
Die Regierungserklärung vosellis.
Basel, 29. Juni. (Zf.) In der italienischen Kann- ,nrer hat Boselli gestern die Erklärung der neuen Regierung verlesen. Sie lautet:
,,Die Zeit gehört nicht dem Programm, sondern der Tat. Das 'Ziel des Kabinetts bezweckt vor allem in dieser wichtigen Sttrnde fdie großherzige Unternehmung, durch die die Rechte der Nationen xund die Rechte der Zrvilffärion den Sieg erwarten und erlangen! lwerden. hierfür verfolgen mb' das Wert enger und behrrr- Wcher Solidarität mit unseren Verbündeten bis zum ^endlichen Triumph Wir werden so fortsahren, hinsichtlick der 'Auswärtigen Politik entschlossen auf dem Wege weiter zu gehen, .der bereits mehrere Riale eine sehr weitgehende Billigung des Parlaments und des Landes gefunden hat. Wir werden unsere ener-^ /.gischen Anstrengungen der intensiverekl Gestaltung und immer längeren Vereinheitlichung der militärWen Operationen auf den verschiedenen Schiachtfeldern Eurovas widmen, in einem voll- skom menen Einverständnis mit unseren Verbündeten, in der Aktion !.der wirtschaftlichen Verteidigung gegen den Feind. .Wir werden den Gang unserer Finanzen aufrecht erhalten in der 'vorsichtigen und starken Weife, die bis jetzt so gute Ergebnisse gezeitigt hat. Wir werden mit äußerster Kraft handeln mit allem, lwas dazu drenen kann, um unseren Forderungen und denen unserer ^Verbündeten mehr Nachdruck zu verleihen in allem, was die glühenden nnd mächtigen Gefühle des Landes fordern, in allem, was den Beispielen von Glauben und Tapferkeit unserer wunderbaren Soldaten und unserer tapferen Leeleute entspricht. Ilm dieses Ziel der intensiveren Gestaltung des Krieges unter der Mitarbeit (des Volkes zu erreichen, haben wir Männer der verschiedenen politische?! Anschauungen vereinigt, die aber -Äur eine einzige Sede, einen einzigen Willen haben, .wenn es sich £mt die höchsten Interessen der Nation handelt, die allen anderen ckn der jetzigen Stunde Vorgehen müssen. Tie Heftigkeit der po- ^linschen Kämpf- legt sich, wenn sick. die Stimme des unsterblichen. ^Vaterlandes erhebt. Jedermann muß sich heute Mammen schließen, ..zur Eintracht, geleitet von unseren lleberlieferung-en, erleuch!tet .durch die Vision der Zukunft, die dem in den durch die Gründe seiner Existenz selbst und durch die Sprache gezeichneten ^Grenzen wieder hergestellten Italien ein neues und blühenderes '.bürgerliches Leben und eine größere Arbeitskraft geben wird Wenn dieses Ziel erveicht sein wird, wird xeder seinen Platz in der 'politischen Arena wiÄrer ein nehmen. Die volle nationale Eintracht, die in das Land, in das Parlament und in die Regie- mmq Vertrauen setzt, muß gefestigt imb besiegelt Werden durch jialle Handlnirgen der ösferrtlichen Verwaltung. Alle Italiener smd »vor uns gleich. Me Parteien kämpfen und sterben in gleicher Weise Mr das Vaterland. Me diejenigen, die in diesem ycofen Kampfe iifyzc .Herzen und ihre Gedan^n dem Werte des nationalen Sieges itwerhen, sind tarn bet vaterländischen Eintracht geleitet, aber denen tgegenüber, die versuchen sollten, das Vertrauen des italienischen «-Volkes herabMnrndern, indem ste ihve heiligen Pflichten gegen .'das Vaterland vergessen, nsrtz sich die öffentliche Autorität wachsam h«b uUbei?gsam zeigen.
Der Ministerpräsident begründet sodann die Berufung ttzon Politikern aller Parteien in das .Kabinett und setzt die ^Aufgaben der neugeschcrffenen Ministerien ansein ander. Er «Uoß wie folgt:
„Alle Klassen der Bürger wetteifern an Tat^erkert und Opfer- flmrt. Urrsere Kämpfer seben unter sich den König, der, alle Gefahren verachtend, ein neues Beispiel der Tugenden seines Hauses M«, indem er sein ganzes Herz Italien weiht und der den Soldaten aller Teile seines Landes den Gruß Roms über bringt. Das -von meinem erlauchten Vorgänger und Freunde präsidierte Mini- Merinm hatte das Verdien st, den Krieg zu erklären, den jdre Seele des wieder erweckten Vaterlandes, idealisiert in der Erinnerung an bessere Jahrhunderte, mit einer glühenden, und kühnen sBegersteruna forderte, den Krieg, den das ganze italienische Volk pmi unbezähmbarer Kraft und Freudigkeit unterstützt. Dieses jVolk hat durch seine so verschiedenen Tugenden, durch die Beweglichkeit seines wahrhaft lateinischen Geistes die schlimmsten -"Strapazen überwnnden, dve schwersten Opfer ertragen, und es be- ftvahrr das Bewußtsein, daß die stvengste Disziplin eine wesentliche Medingunq ist für das Heil der Nation und die Freiheit der Bürger selbst linier Land ist bewundernswert, wir wollen es mit Rührung hotö Stolz sagen. Den verbrecherischen Unternehmungen des Fein- «des antwortet es mit Verachtung Das klassische Venedig, gemahnt, sich ganz der Sache der italienischen Wiedererhebung hin- ^ugeöen, antwortet stolz mit den anderen Städten auf die letzten jlLmston griffe, indem es den gleichen Mut zeigt, wie die Be- pvrhnec dsr Gegenden, die heute geweiht werden durch die italienische Tapferkeit und die alles verloren haben, außer ihrem vater- ktandckchen Ideal. Das Vaterland wird sich danbar zu erweisen pvffsen, indem es sich an die schmerzlichen Tage dieser Städte und ^Gegenden erinnert, die aufs schverste heimgesucht werden durch die Mut des Feindes. Möge aus unserer Einttacht und aus der Eintracht der Nation sich eine bewundernde Ehrung für unsere Kämpfer vergeben, die zu Wasser und zu Lande heldenmütige Blätter der fGftchichte schreiben und die alten epischen Taten wieder aufleben Aasten. Nicht allein der heftige und mächtige Ansturm hd« s Feindes hat sich schnell gebrochen an den Flügeln unserer !(Arme?n. sondern er wurde auch bald vollkommen aufgehalten und energisch zuriickgeschlagen. Jetzt nehmen unsere Soldaten, indem ffie den Widerstand des Feindes besiegen, die Täler wieder und die 'rauhen Gipsel, die sie beherrschen. Sie rücken stürmisch vor und pyerdcn imnicr weiter Vordringen, die Soldaten der nationalen Erlösung. Die italienische Fahne wird überall glänzen, wo sich italienische Gebiete beftnden, jetzt und immer."
Dis Kammer nahm jeden Satz der Repe Bosellis mit Lebhallcm Beifall aus. Der Schluß rief eine lebhafte Kundgebung hervor. Der Schatzminister Carcano brachte sodann eine Vorlage ein über die provisorischen Budget- -zwölftel bis zum 31. Dezember. Nach der Sitzung verlas '.Boselli im Senat dieselbe Erklärung.
Aus Hessen.
Kriegsteuerungszulagen.
Darmstadt. 29 Juni. Die Abgeordneten H enrich und Oie h. fyr*- r bei der Zweiten Kammer folgenden Antrag tmof.itiäft: Wir beantragen, die Gr. Regierung um eine alsbaldige tßotiage zu ersuchen, wonach gering besoldeten Beamten, Lehrern.
StaatsdienstaNwärtern, Pensionären und L>taatsarbeitern und den Hinterbliebenen solcher Beamten TeueriMgsMaqen und llnder- stützmigen nach folgenden Gesichtspunkt Hi zu gewähren sind:
1. Beamte. Leiter imd Stvatsdienltarwärter mit einem Gesamteinkommen von weniger als 2300 Mark mit Einschluß der Nebmbezüge und des außerordentlichen Privateinkvmm'ms sonne des M. il i i ärdiensleinko mm cn s der zum Heeresdienst ein gezogenen Beamten — jedoch abzüglich der Ortszulagen — erhalten, wenn sie einen eigenen .Haushalt zu unterhalten haben, eine einmalige Zulage von mindestens 100 Mark, die sich für jedes Kind unter 18-Jahren ohne eigenen Erwerb und für jedes sonstige erwerbsunfähige Familien-Mitglied ohne eigenes Einkommen um 20 Mart, jedoch um nicht Mehr als 100 Mark im ganzen erhöht. Die Zulage wird gekürzt, soweit sie das vorbezeichnete Gesamteinkommen über den ^Ätrag von 2400 Mark hinaus erhöht.
2. Pensionäre erhalten die gleiche Vergütung lvie unter Nr. 1, jedoch unter Herabsetzung der Einkomm-ensgrenze von 2300 Marl aus 2000 'Röark und von 2400 Mark auf 2100 Mark.
3. Staatsarbeiter und Bedienstete in staatlichen Anstalten (Kliniken, Heil- und Mlegeanstalteu' werden nach den gleichen Gesichtspunkten behandelt wie zu Nr. 1.
4. Andere Arbeiter in staatlichen Bettieben erhalten, wenn ste
einen eigenen Haushalt zu unterhalleu haben, eine Zulage von 1 Mark pro Woche, die sich für jedes .Kind unter 46 Jahren um 25 Piennrg bis Mm Höchstbetrag von insgesamt 2,50 Mark pro Woche erhöht. Auf diese Zulagen werden diejenigen Lohnaufbeste- rimgeu aufgerechtnet, die aus Anlaß des Krieges bereits erfolgt sind. , , . ,
5. Hinterbliebene twm Beamten und Lehrern erlMen der
nachgewiescner Bedürftigkeit Unterstützung ans den hietttir be - sttmmten Forrds, die um die Summen dicher Unterstü^ungsm^uper- schritten werden können. ' \
... — - V
in Götttngen xuib Bonn, besonders unter H. Sauppe, E. Eurkms, H. Usener, O. Jahn und R Kekulö. 1868 erwarb er den Doktorgrad und habilitierte sich 1872 an der Universität seiner Vaterstadt Marburg. Hier wurde er fünf Jah-re später Exttaordinattus der Nassischen Archäologie und 1888 Ordinarius. J>n Jahre 1911 wurde Prof v Svbel von feinen amtlichen Verpflichtungen entbunden. Der Gelehrte ist ord. Mitglied des Kais. Deutschen Archäologischen Instituts und Ehrenmitglied der griechischen Archäologischen Gesellschail Seine Halivtsäcklichsten Werke sind: „Ueber Schlicmanns Troia" >1875>, „Tie Mythologie der Ilias" (1877), „Kataloa der Skulpturen in Athen" <1881), „Kritik des ägyp- tischeii Ornaments" (1883h „Platons Symposion, ein Programm der Akademie" st 888), „Weltgeschichte der Kunst im Altertum" r 1888>, „Gedanken eines Vaters zur Gymnasialsache" (1903), „die klassische Archäologie und die altchristliche Kunst" (1906), „Christliche Antike, 4. Band: Einleitendes, Katakomben" (1906), 2. Band: „Skulptur, Architektur" (1909). '
Ende Januar 1916 Eiide Februar 1916 Ende März 1916 Ende April 1916 Ende Mai 1916
Guthaben:
9 263 209,06 Mk. 11 848021,31 mt.
3 226 990,20 Mk.
4 753 978,28 Mk. 6 027 849,40 M.
Hauptversammlung der hessenkasse.
Daruvstuadt, 28. Jstni.
Die Zentralkasse der hessischeii lcurdwirtschaftlrchen Genossenschaften hielt heute, vormittag hier im KgisersaalGhre dritte ordentliche Generalversammlung ab. die aus allen Zeilen des Landen gut besucht war; es nahmen mindestens 250 Vertreter der Genolsen- jchasten daran teil. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Bürgermeister Karl Becker- Sprendlingen ■ Rheinh.) eröfsnete dre Sitzung nack'> 11 Uhr wid hieß alle Anwesenden nullkommen, besonders -dw Ehrengäste: 2lls Vertteter des Ministeriums des Innern MH. Regierungsvat Dr. Wagner, als Vertreter des Fin an z ministe - rüims Finanzasfessor Dr. Schroth, ferner Exz. Fruanzminrlttr a. T. Dr. Braun, Oekonomierat Walter, Präsident der Landwirtschaftskammer, Geh. Reg.-Rat Bich mann für deil Verband der Hess, landw. Genossenschaften u. a. Staatskonrmissar Regie- rungsrat Tr. Michel sagte, er könne zu,seiner Freude feslstellen, daß die Entwickelung der hessischen Genossenschaften ein ungemem günstiges Bild zeige: der Kontostand habe sich über alles Erwarten ottmidclt und um viele, viele Millionen verbessert. Er hege das Verttauen, daß diese Entivickelung auch in Zukunft fortdauern werde. Geh. Regierunäsrat Tr. W a g ne r als Referat für das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen im Ministzeriunt des Innern wies auf die Wichtigkeit der hessischen Genossenschaften und die großen Ausgaben hin, die diesem auch nach dem Kriege zutallen würden T«i ausführlichen Bericht iiber das dritte Geschäftsjahr 1915, der bereits den Mitgliedern im Truck vorgelegt worden ist. erläuterte imd ergänzte Direktor Mager. Es geht daraus hervor, daß sich die Hessenkasse auch im Jahre 1916 fortdauernd chiv- sttg entivickelt hat. Es sind im neueu Jahre wieder 14 Genossenschaften beigelreten. Am Tage der Generaloersammlung waren angeschlossen: 296 Kreditgenossens d^t-cn, 21 Bezugs- imb Abwtz- genossenschaften, 4 Mollerergenossenschaften. 19 Wmzergenos,en- schaften, 3 sonstige Genossenschaften, 2 Zenttalgeschäftsaiistatten uitb 1 EinzelmitgliA. zm'ammen 346 Mitglieder mit 935 Geschäftsanteilen. die eine Haftsumme von 935 000 Mark bedingeii. pie mr- gescklosseneii Genossenschafteri verteilen sich miß 128 und 334 Geschäftsanteilen auf Starkenburg, 149 und 44r> Geschäftsanteilen aut Rheinheffen und 69 und 156 Geschäftsanteilen aut Ober- Hessen. Tie Genvssenichaften hatten bei der Zentralkasse;
VerbinLstichBeiten:
4 803 050,— Mk.
4 266 982,58 Mk.
7 682 484,22 Mk.
6 894 770,37 Mk.
5 934 697,52 Mk.
Der Unisatz bis einschließlich 26. .Juni d. I. beträgt 302 Millionen Mark und hat damit fast den Jahresumsatz des Jahres 1915 erreicht
Ter Redner betvltte znnr Schluß, daß 'srch die hessischen Genossenschaften wich an den .Kriegsanleihen glänzend beteiligt hätten und wohl bezüglich der Höhe der Zerctprungen mit an der Spitze der Deutschen Genossenschaften stehen dürften. Die Genossen- schaftsfrage sei jetzt in Heften glänzend gelöst. Er ruhte n&en den 2lppell an alle Genossenschaften: Halten Sie fest mi der guten Sache des hessischen Genossenschaftswesens und pflegen Sie vor allem auch dessen invderne Fornren.
Dem Geschäftsbericht folgte eine kurze Aussprache, in toelcher die Herreii Schmuck- Wendelsheim und O fe n lo ch Fftttheii im Aufsichtsrat der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank der verdienstvollen Tattgkeft des Staatskommissars Tr. Michel ganz besondere Anerkennung zollten. Der Auffrchtsvatsvorfttzende Bürgermeister Becker teilte im Anschluß darau mit, daß der Auf- sichtsral beschlossen habe, für den Staatskommissar wich) die Gehaltszahlung zu übernehmeri. Darauf erstattete Bürgermeister Becker den Bericht des Auffichtsrats, sowie über die Prüfung der Jahresrechnung und Bilanz und über seine Vorschläge zur Ber- tellung des Reingewinnes.
Tie Gewinn- und Verlustrechmrng schließt mit 821985 Mk., die Vermögensbilauz mit 9 180 657 Mk. ab. Die Versammlung genehmigte ohne Aussprache die JalMsrechnuug und Bilanz und stimmte daun weiter der vorgeschlagenen Verteilung des Gewinnes zu. Darnach ivird der Nwngewinn für 1915 von 45 37375 Mark mit 17 144 Mk. als 4 Prozent Dividende auf die Ende 1914 erngezahlten Geschäftsguthaben der Genossen, mit 14 000 Mk. deni Reservefonds und mit 14 229(75 Mk. der Betriebsrücklage überwiesen. Tie Bersainmlung erteilte weiter dem Vorstand Entlastung. Aus deui Aufsichtsrat haben die Herren Lehrer Keidel- Michelstodt und Bürgerrneifter Feld mann - Armsheim durch Ablauf der Wahlperiode auszuscheidcn, während das Auffichtsrats- Mitglied Lehrer Scheu ck - St-einftrrth gestorben ist. Die beiden Erst gen minteii wurden wiedergewäblt, an Stelle des letzteren wurde Lehrer E i ch e l m a n u - Steinfurth gcüvählt.
Der Vorsitzende des Auffichtsrats gab darnach einen kurzen Bericht Über das Ergebnis der gesetzlich vorgeuommeneii Revisionen. Zum Schluß der Versammlung hielt Exz. Dr. Braun nock, einm kurzen Vortrag über die Tätigkeit der Gvld- an kau ist e lle, worin er in eiiidringlichen Worden die Notwendigkeit betonte, daß im vaterländischen Jitteressc alles nicht absolut erforderliche Gold, besonders alle Goldsacheu, gegeii Vergütung des Goldivertes an die Sanrmätstelle abgeliefert wird. In 'einer interessanten Mssprache über diesen Punkt wurde namentlich das eifrige Bestrebeir des Herrn Dr. Braun mit großem Donk anerkannt und verschiedene Vorschläge zur wirksamsten Unter stützung dieser Bestrebungen erörtert.
Sodann besvrach Regiernngsrat Dr. Michel nrocki die Lage und die Verhältnisse der „Landwirtschaftlichen Genossenschafts- bmik", die durch den Krieg in mancher Beziehung gewonnen habe, besonders durch beit Verkauf eines Teils der Lregen.schaften, wie in München für 600 000 Mark an die Firma Krupp Tie Bank dürfte in nächster Zeit wieder eine kleine 9lbzahluiig leisten.
Der Versammlung schloß sich ein gemeinsames Mittagessen an.
KMe rind Schule.
9. ordentliche evangelische Landessynode.
e. Gießen, 30. Juni.
Wrr erhalten folgende Zuschrift: Das in Nr. 144 bis 146 dieses Blattes erschienene Referat über die Verhandkungen am 21. bis 23. Juni läßt einige Ergänzungen und Berichtigungen notwendig erscheinen.
Sitzung am 21. Juni: Ter Anttag aus Verlegung des hessischen Buß- nnd Bettoges, resp. Aunahnie des norddeutschen (Mittwoch vor dem Totenfeste) war von dem Abg. Fritz sch und Genoffen gestellt. . ^ <
Die Bedenken des Berichterstatters gegen den Voranschlag für 1916 bezogen sich darauf. daf> das Ministerium den Betrag der Umlagen von 1 687 114 Mark aus 1563 400 Mark, bezw. .von 11,5 auf 11 0/0 des staatlichen Steueraufbringens der Evan- qelischeii herabgesetzt hatte, ehe der Synode die Möglichkeit gegeben war. Stellung M der Frage zu nehmen^ Dieser Verstoß gegeir die Bestimmungen der Krrchenverfassung sei nur mit Rück- sich aul die vorgeschrittene Zeit zu erklären und künftig durch' recht- zeittge Vorlage zu vermeiden.
Bezüglich der sogenannten Erziehun gsgelder wurde nicht der'Ansschußantrag, sondern eftr Antrag des Abg. BachsÄd angenommen, wonach für jedes bezugsberechtigte Kind gleichmäßig 125 Mark in Ansatz koinmen.
Die Gesamtsumme der Einnahmen und Ausgaben für 1916 stellt sich liach dem Ausschußbericht <mf 3 043 297 Mark. Tre höhere Sinnme von 3167 012 Mark war die des ursprünglichen Voranschlags, der wie erwcchnt, durch Ministerrakverjügung eine Herabsetzung erfahren hatte. ^ j . a
Sitzung am 22. Jmni: Der zweite Antrag des Abg. Bachs el d ging dahin, die Synode — nicht das Oberkonsistarium - wolle die Vorlage betr. Abänderung der Dienstprag- matil für die Geistlichen von der Tagesordnung achetzen. Dieser Antrag u urbe mit 32 gegen 21 Stimmen angenommen; aber das Oberkonsistorium lchnte die nach der Geschäftsordnung erforderliche Zustimmung ab, so daß die Synode gezwungen war, m die Verhandlung einziitreten. Dies geschah am folgenden Tage^
Sitzung am 23. Jnni: Der Antrag „DornseNs" „Jacob lwu; schon vorher im Gesetzgebungs-Ausschuß eingabracht worden, aber in der Minderheit geblieben. Durch seine «einchmmrge) Annahme seitens der Synode hat die in Helsen 'choii besteheiide Stndiensreiheit der Theologen, noch eine Erweiterung erfahren.
Univergtäts-Nachrichten.
- Ata r bürg, 30. Juni. Der Archäologe Geh. Rat Pros Tr. Ludwig von Sy bei m Marburg begeht am 1. Juli seinen 70. Geburtstag. Prof. v. Sybel erhielt ferne Ausbildung
Rtrchliche Nachrichten.
Igraekitischr Leligionsgemeinde.
«stteSdicnst in der SynLgogc (Süd-Ant«ge>.
Samstag, den 1- Juli 1916:
Vorabend: 8.30 Uhr. — Morgens: 8.30 Uhr. - Predigt. — Abends: 10.00 und 10.40 Uhr.
Israelitische NeligisnsgeseSschast,
Sabbalfeier am 1. Juli 1918:
Freitag abend 8.30 Uhr. — Samstag vorm. 8.30 Uhr. — Predigt. — Nachm. 4.00 Uhr. — Sabbatausgang 10.40 Uhr. Wochengottesdienst morgens 0.00, abends 8.30 Uhr.
Witlernngsbericht.
(Oeffentlicher Wetterdienst.)
Gießen, den 27. Juni 1916
Am Anfang dieser Berichtswvche — 21. bis 27. Juni — lagen nnr auf der Grenze zwischen einem nordöstlichen Tiefdruck- gebiet und einem südwesllichen Hochdruckgebiet. Bei Wrndeii aus vorwiegend westlichen Richtungen hielt demnach das imbeständige, dock meist twckene Wetter weiterhin an. Nachdem dieses südweltliche 5ivchdru.ckgebiet verMtnismäßjg schnell sich ostwärts der- lagert 'hatte, heiterte sich in tmserem Bezirk unter dem Einfluß hohen Trucks das Wetter vollständig auf. Die Tenipkraturen waren vom Anfang der Berichtswoche bis zum Freitag ständig gestiegen, so z. B. fti Gießen das Tenrperaturmaxlnrmn von -ft 15 Grad aut -ft 26 Grad am Freitag, das TemperattcrminimE von -ft 8 Grad aus Z- 14 Grad und das Tagesnnttel von -ft 12 Grad auf -ft 21 Grad. Auf der Rückseite des nach Osten vorrückenden Hochdruckgebiets erschien im Westen wieder neiier tiefer Druck: die Wetterlage am Freitag früh — hoher festländischer Druck, umgeben von Depressionen, die mit Randwirbeln in das Hoc^>rnck - gebiet hineinreichten — ließ auf Gewitter schließen. Und in der Tat kam es bereits in der Nacht von Freitag zu Samstog zu Ge- witterersckeinungcn mit allerdings im allgemeinen nur geringeii Niederschlägeii. Die weslliche Depression zog nunniehr nördlich von rrnsevem Bezirk nach Osten vor, so daß wir auf ihrer Südseite blieben; unbeständiges Wetter mit zeitweiscn Ragenfällen herrschte vor. Anl Sonntag erstveckbe sich von der Nordsee über Jütland, OstdeutscUemd nach dem Balkan zu eine Ticfdnlckfurche, die sick allmählich nach Westen verlagerte und am Montag von der Nordsee über Westdeutschland nach der Mcia hin reichte. Jii ihrem Bereich kam es in unserem Bezirk in der Nacht vom Sonntag zum Montag zu schwachen Gewitterentladungen mit leichten Regen- fällen. Ta jedoch das nordwestliche Tiefdruckgebiet sich iveiter verstärkte und südvstwärts vordrang, Hellertc sich das Wetter nach diesem Gelvitber nicht auf, sondern es blieb auch nock> am Montag in unserem Bezirk recht trüb und regnerisch. Nachdenr die Temperaturen nach dem Gewitter am Freitag sich etwas abgekühlt hatten, stiegen sie am Sonntag wieder ein wenig an, um dann iiach deni Ende der Woche zu stark zu fallen, so das Tages mttül in Gießen von -ft 21 Grad am Freitag auf -ft 15 Grad am Dienstag. Tie im Nordeii von tms lagernde Depression scheint sich iveiter zu verstärken und ösüvärts vorzudringen. Wir bleiben daher ferlierhin noch an der Südseite dieses fielen Druckes und werden, weiter mit unbeständigem Wetter rechnen müssen.
Meteorologische veobachtungen der Station Sietzen.
Juni
1916
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Niederschlag 1,4 mm.
28.
29.
1916. + i 0,7*0.


