Ausgabe 
28.6.1916 Zweites Blatt
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ßt- ! 4 *> äawftts Blaff

fen^eml la,1ich mit ArrSnahm- des Sonntags.

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®>C >.*i«h«ntr SantfikRMifftr" werten dem

.Anzeiger' viermal wiichenttich beigelegt das

Lreirdlatt fflr den Kreis Kietzen- jroeimal wöchentlich. DieLemdwinschafHichen z,. fragen erscheinen monatlich zweimal.

M. Jahrgang

leyener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesjen

Mittwoch, 28 . Zml M

Rotationsdruck und Verlag der Brühlstchei, Universitäls - Buch- und Steiudruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schristlertung.Gcschästssteüeu.Druckerei: Schul» straße?. Geschäftsstelle u.Vertag.-e^^51,Schrist» leitung: Adresse für Drahtnachrichten^

Anzeiger Gießen.

Rriegsdtt^e <m dem Oste«.

Von zmnDsthcere tnifa&im

(M>axdiiiata Slad&Kxd, Mich «MSragLweisc, j

Dir Kämpfe in Wolhynien.

ko trieze, den 20, Juni. ,^ühe 229."

Um 9 Uchr morgens ist die Artillerievorbereitung zum Trom K^ldhaiibi^n, Kvnonen, die schwere Artillerie, e^ geht, wv-.' die Rohren berg-eben. Der Einzttschuß ist nicht mehr f unterscheiden. Ich stehe ans der Höhe 232. links der Sb* fe. S" 1 -V^Ylsk (an der Bahn Kvwel-Wladimir-Wolyns?) nach Krslelnr fuhrt und von dort als Landweg aus die große Strafe -lack Mck weitergeht. Zu Füßen der Höhe liegt das große Dorf -..werdhir, im suntpftg-en Tal, das man iveit übersieht, etwa drei &Ä. ^^us nach Südosten liegt Höhe 229^die mithin die russrsche Hanv.stellang in diesem Llbschnitt, die Stellung, um dre seit gestern gerungen wird.

^.Entwicklung, bit^yu. diesem ersten schweren Kamps an diesem Fronttcrl führte, hat frch mtt großer Schnelligkeit in den letzten S- oI S? cn d^lch dem Zurückdrücken der österreichiich-unga- uschen DmrpPeugalt es ztrnächst den russischen Truppen, die mit ^nehmendem- Sreg auch an Selbstbewußtsein zimehmen, einen Rngel vorzuschieben. ^>:e deutschcii Kräfte wurden deshalb in ommen Lmren vorwärts geworfen und die fechtend zurückgehenden osterrerchrsch-ungarischeu Nachhuten von bPit deutschen T'uvven Ä^wmvreu^ Dre Operation des Durchschiebens und die an- lchlrehend«m Marschoperationen wurdeil von den österreichisch^un-

und Schnelligkeit durch- geführt. Dre Lrn:e Makowiczc-Lez-achow Umrde so in kurzer Zeit M ^c^lten GeserMstafsttn erreicht. Das aus deu Abschnitt ^ib^u.deWaLgetan de konnte ohne wesentliche Kämpfe schnell durch- werden, da dre Russen nur Kavalleriemassen in westlicher JUe Haupt kräste waren nach Nord- Aord-Weft Mwesetzt, um! der: Styr-Abschnitt, den sie frontal bei Kolkr vergebtrch eurzudrücken suchten, von Süden zu umfassen. So kam es, daß unsere Vorhuten zunächst nur aus Kosakenpatrouillew rmd dann auf Kavallerieabteilungen stießen. X-te Russen waren überrascht genug, als sie plötzlich aus Pickelhauben trafen ^iese m eurer gewisser: Unentschlossenheit fid> äußernde Ueberrasckwnq mufoc ausgenutzt werden. In Gewalturärscheu wurde unsere Fn- fanierre Herangehen und mit größter Entschiedenheit nach vor­wärts gedruckt. Dre erste russische Infanterie, mit der man zu- sammentras war eine Radfahrerabteilung, die ausgerieben wurde Vorhuten erbeu^n dabei 100 Fahrräder, die die Russen aus LL .£. m emsetzenden Regen ungangbar gemachten

)Äegen nicht znruckbrrngen konnten. Zwölf Mann lmrrden ge- sangen genommen Sre waren ausgezeichnet mit neuer: Sachen cmgeUerdet. bezeichnend rst, daß die amerikanischen Lieferanten scheinbar den russischen Mützenschnitt nicht recht getroffen hatten gettefEhattm^^^' gmmichtecht russische" Kopfbeklttdung

Bald kam nran aus die russischen Vorstellungen, die in hes- trgen Gefechten genommen wurden. Russische Gegenstöße wurden täglich abgewreierr. Auckfi Höhe 232 harten die Stoffen zu ver- leibtgen gesnchr, ihre Hmrptanstrengung aber auf die starke Höhen- Itellung «zwrichen Twerdyn und Kieselm gewandt. Am 17. hatten sich die glanzend dort fechtenden Regimenter in zweimaligen Vor- f.oßen naher gearbeitet. Heute, am 18., sollte der Hauptstoß sein

f«*/' Der Hauptmann der Kanonen­batterie steht am Scherenfernrohr.Schutz!" hört man nebenan bei der Feldartillerre Dre gelben Aufschläge spritzen drüberi auf den Kugeln in ununterbrochener Folge hoch, als ob Hunderte von Riesenmaullrmrfen dort in der Erde arbeiteten. Mau kann auf Kiwmeter fede Gelandefalte, jeden Busch erkennen. Eine fast techende Sonne lwgt ans dem Gelände. Schräg, südöstlich, vorwärts ,icht man dre Gebäude des Vorwerks Leonowka. Davon, hell sich abhebend, die rmssischen Stellungen, die das fleine Gut zu einem be,onders starken Stützpunkt machen, einen Kilometer weiter nach

ZNA, ^ ber 229, das weiße

& ÖJHffteUlms zieht sich oben aus dem Hüge,- zn"erkennen ^ nnc russische Vorstellung deutlich

ab Au? h! U r. ^ 6t i^t^^rielärm! zu gewöhnlicher Stärke

saniert-»ln Stellungen dicht chmter Tiverddu springt die In- wck stöbe s^rbturmlaul vor Sic kan» frontal weder Vorwerk breiten T- !°"^rn muß sich aus schmalem Weg über deu

ftfn.; nf l tnter m b , e P t Dorf vorwärts schieben und sich daun Ichou^aus steigendem Gelände nach Norden und Süden ausbreiien

erkennt man, wie die Linie sich auseinanderzieht, nmö/ in-?n der Springenden taumeln, fallen. Alles Leben 1, an Die dunklen Ranchpinien brennender Gehöfte ü, öocf» Vorn flammt Twerdyn aut,

d e fiL $T X %> '^t'l erie hineinlangt, wie sie oordin

brennt SfonolDfa sängt jener, Kies eiin

orrmn. ^mmer noch springt die dünne schwarze Linie.

Regelmäßig hämmert die Artillerie.

Weiße Leuchtkugeln steige:: von der Infanterie hoch. Die ff lC9CU dre Spaten arbeiten. Tic- Artillerie ändert die Entfernungen. Wreder setzt das Hämmern ern. Auf -f^elabhang springen fre weiter. So deutlich, Deutlich sicht bdcn Mann. Die Sonne fticht über die Ebene. Die ntf ä'?eil Maschinengewehre rauschen auf. Rasend schwillt das Ge

Srhulf 116 « r^!i -^Nollsalve," sagt der Feldartilleriehauptmann.

um Schutz feuern dre Schweren. Jetzt biegt die schwarze w^V'^d-re Hauser des Vorwerks.Feuer werter legen!" sagt M^^^Hbrrehauptmann.Leonow-ka ist genommen," gibt der Mann am Telephon Wetter.

Regelmäßig hämmert die Artillerie.

§t° Linien schieben sich auf den grünen Melden, dort an den Hohen werter, letzt getst's UNI 229. Die russischen Maschinen- -rnansgesetzt. Trotzdem, die gran-schwarze Welle S? * -fff 1 "- l V°n-Ngnal klingt von links herüber.

Ä, b OTi d) - A, ? ort u>cht genug vor? Nur die Augen

wissen. Mmi sieht: Unten arbeitet wieder der Spaten.

der Schwarmlinie^ S8M ltbc iiet>t fid > rilt breites Mohnfeld vor Regclniößig hämmert die Artillerie.

Plötzlich kommt wieder Beivegnng in die Linie. Schwarze r^ ld)C ^egen über das rote Feld, fliegen schnell über die Blut- lache,an dem Hugelrand und verschwinden in dem weißen Stretteu Die Vorstellung aus 229 ist genommen!" gibt der Mann am Telephon weiter.

^rmgt die Lrnre. Ev nrögen jetzt noch zweihundert Meter von der Kuppe fern Da losen sich dichte Gruppen von Aas ist dort? Was geschieht da? Laufen die Russen Werben^| tc ® ert,£Weuer lDirb rasend. Die schwarzen Gruppen

^ ,,Der Kommandierende, der, das Glas vor den Augen, die ^s Gegenstoß beobachtet, wendet sich zurück:Sollte

Man schwankt im Beurteilen. Darin löst sich das Bild des Gegenstoßes deutlich ab. Auf die ermüdeten Mannschaften gehen .russüche Kompagnien. Der Angriff steht. Steht eine halbe ^^dc, ich weitz es nicht. Ich sehe nur die weißen Sturmlinie^^^^^^llwolken über mrserer jetzt sich eingrabenden

Reserven. . /' gibt der Mann am Telephon einen Berebl rr^rrfv Sl f 6 geschlossene Linie zieht sich aus den: Wald

U lrch auf. Da.! Die Sturmlinie springt empor. Bvr ihr flücht^! h nli *?2 ben -^^^ch?^ Kompagnien, die sich auf halber Höhe gegenüber emgegraben hatten. Wieder schwillt öas Jnfantcrie- feuer an. Wrp cmc nirgehenre Sense mäht es in den zurück- Ä ^u..Orussen Dw schlackt srrßt, ihre riesigeri Kiefer mahlen ^n Schwärmen stoßt die deutsche Infanterie rveiter. Am Rand' 229^ Loh* Gestalten verschfmripen!Feuer verlegen! Höhe 229 rst soeben genommen" gibt der Mann am Telephon weiter.

Regelmäßig hämmert die Artillerie.

_ Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Aus Heffeu.

c? k *, 27. Juni. Der Erweiterte erste Aus­

schuß (Kriegs aus schuß) der Ztveiten Kanrmer hielt heute vorniittag seine 23. Sitzung ab, welcher als Mgierungsver- treter dre dre: Minister, die Stacttsräte Süffert, Lor- b ach er u. a. beiwohnten. In der Sitzung machte der Mi­nister des Innern v. 5)o:nbergk eingehertde Mitteilung über die getrosseiien Maßnahmen, welche zur Verhinderung un­lauterer Preistr e ib ereien an f demObstmarktals notwendig befunden wurden. Dem in der Oeffentlichkeit er- hobenen Vorwurf der verspäteten Festsetzung von Höchstpreisen trat der Minister durch Darlegung der Gründe, lvelche ein früheres Einschreiten niimöglich machten, ent­gegen. Verschiedene Abgeordnete- wünschen soforttge Fest- setzung von H ä ch st p r e i s e n für Gemüse und besonders filr Frühkartoffeln. Auch die derzeitige Versorgung der Bevölkerung rnit Kartoffelii und Meisch war wiederholt Gegenstand der Aussprache zwischen Regierung und Aus­schuß. Der Ausschuß wird seine Beratungen am Mittwoch vormittag fortsetzen.

Kirche ScfmSte.

l! M arburg, 28. Jtmi. Auf Einladung des Dekans B a k - zer-^otzherm, Pfarrer,Fenner-Breitenau, Pfarrer Dr.Koch- La n g d und Pfarrer T n er - Rauschenberg tagte gesttru und heute un PhilippolmuS eure von über 80 Herren, ineist Geistlichen ^llen Terlen Hoffen-Nassaus und des Großherzogtums L)essen besuchte Versamnilung der Freunde der Dorffirck^. Zn reoer ttuviprache behandelten unter dem 'Vorsitze des ^Snperinrendenten

m \ ^vrfpsa rrer und

G rund vrgs V0 l ts p 0 chschul e", Pastor Schmidt-Modder ber Friefeld (Schleswig, überTie nordische Volkshoch- schule und Rektor He i ne r - München-Gladbach überDie

k a t h 0 l r s ch e n V 0 l k s b r l d u n g s b e st r e b u n g e n a u s d e rn

Land e .

Uiveh5iche Aachrrchtsn.

Evangelische Gemeinde.

Donnerstag, den 29. Juni, abends 8'A Uhr, im Markussaal: Versammlung des Frauenvereins der Markusgemernde.

Uatholische Gemeinde.

.Donnerstag den 2 9. Juni: Nachm. 5 und abds. 8: Beichtgelegenhert. Abds. 8'/: Predigt und Andacht mit Segen. rertag^ 3 0. Iunr: Borrn. 5V,: Beichtgeleqenheit. Vorm. 6- Segensmesse. Nachm. 5 und abds. 8 : Beichtgeleqenheit, abds. 8'/,: Andach mit Segen. - Samstag. 1. Juli: Vorm. 5*/,: Beicht- oeleaenbett. 1

Neteorologische Beobachtungen der Station Gießen.

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Regen

Höchste Temperatur am 26. bis 27. Juni 1913: 4- 20 0*0 Adrigst« . . 26. . 27. , 1916: + 10>a'.

Niederschlag 4,1 mm.

Uunst, wiftenschast und Leben.

Eine ungarische Schilderung des Mordes von Serajewo. (Zum 28. Juni.) Zwei Jahre sind am

;nim vergangen, seit dre grausige Mordtat von Serajeivo das erste Feuerzeichen des Weltbrandes auflodern ließ, der noch heute robr. Eine ergreifende Schüderung des Verbrechens bietet der nn- gansche Schriftsteller Göza Herozeg in ,seineni interessanten, vor kurzen: be: Georg Müller in München erschienenen Kriegsbuch Von ^er<ttewo bis'Lodz". Nach Bvsnien war der'Thronfolger gc- tominen. um nch der Treue seiner Soldaten zu ersreum, und er wnd hier ein serbisches Berschrvörernest, in dem« ihn sein Schicksal erreichte,Der Appelkai, durch den das Automvbil des Thron­folgers fuhr, hat zu seiner Rechten das mit Steinen ausgelegtc lljet der MüfaeSka, zu seiner Linken Häuser und ist eine ganz WEle Gasfe. ihr stand ans beiden Gehsteigen das Publikum dicht gedrängt. Ein Polizi.t alle zehn Schritte wenn er nicht fehlte und zwar nicht etwa niiit dem Rücken gegeii den Thron­erben, nm die Menschenmenge zu beobachten, sondern in strammer Haltung salutierend. An der Cunmrja-Brücke ivarf Gabrinovitsch lerne Bontbe gegen das Automobil des Erzherzogs. Sie hätte nn- >eyloar den Erzherzog mit seiner ganzen Begleitung, seiner Gemah- lut, den Feldzeugtn'eister Potiorek, den Grasen Harrach und den ^^K"üenr tätlich gettosjen. wenn die Bourbc nickst zufällig aus das zurnckgektappte Verdeck beö' Automobils aufgeschlagen wäre, dessen tveiäte Polsterung die Schlagkraft abscknvächte rcud die Explosion verhinderte 4er Thronfolger saß zur Linken seiner Genrahlin und west den schwarten Ballen zu Boden. Die Bombe schlug auf, das dritte Auto bekam siebzig Löcher, Pottorek und Adjiltant Graf Me- nz,zi tourden verwundet. Auf die Detonatton hin ließ Erzherzog <yrauz Ferdrnaird fernen Wagwi halten. An der Ecke des Appelrais ^-c7^oE^^osef-Slraße stand schon Gavro Princip unb hielt, Ävstnürschen, den Bro.vning bereit." Auf dem Rathaus hotte Erzherzog/Frcnrz Ferdinand die Rede des Bürger- meis.er_, in nervöser Gereiztheit und mit einein surchtbareil Lächeln ^..'fdtt ^ Strmßen sogleich vvnr Publikum zu säubern und .bmai oder holrzer aufinarschferen zu lassen, bat man den Thron­folger nur^fern Prograintm zu ändern. Darauf konnte er, der Sol- mrt vom 4chertel bis zur Sohle war, nicht eingehe::: Furcht war ihm frernd, und er bchartte daraus, den verwundeten Grafen Merizzi zu besuchen. So bestteg er dwrn mit seiner Gemahlin wieder sein Ä k n Scheren Töd zu gchen.Auf vier

schritte Abstand schoy! Princip. lieber dein niederen Gvldkragen des Erzherzogs durchschlug die Inge! kn Hals und zerriß die Hanpt- nchlaMd»: Die Kugel trai die große ArterL, es kani Luft herein.

Lronckns stellte srch ein, die Herztätigkeit hörte auf," erklärte der seraienwer Arzch bn den Thronerben zuerst nirtersuchte. Marko Prokop, der glerchc Barbierlehrlmg, der vorher neben Princip stand horte, me die Herzogin aufschirie und rief:Jesus, mein Franz!" Die Herzogin Echte eine Bewegung nach der Seite des Thron, iolgers als «* fte ihn umarmen wolle, da kan, auch schon die zweite Kugel., dre ihren, Unterleib durchbohrte, dann in den Rücken des Thronfolgers ern,chlug und ihm die Adern zerriß Das Blut strömte

D^r Ehauffeur, ein braver Wiener, erzählte nach- her den Detektrve::, daß. er das Blut literweise aus denr Automobil ?eT a f ,r*th* ' E&tC drecke ittttfe für Feldzeugmeister Polio-

de^, l em ' f,£Uc m Situation vor:

ven Anblick der fterbeiideu Hoheiten, er selber unverwundet iur Besitze semer wollen Kraft. Potiorek leistete Heldenhaftes: ganz aus den Ra:rd des kleinen Sitzes gerutscht, hielt er nüt seiner Linken .""t der Rechten den Erzherzog und durchfuhr so mit den beiden 4oten die Straße, als ob ec zwei Ohnnrächtige inr Arme hielte. Nur er konnte sehen, ivie das rveiße Kleid der Herzogin nach T0t und lvse das Blut aus dem goldeneir Kragerr

des Erzherzogs sich fernen Weg bahnte. Das Gesicht der Herzogrir lvurdc weiß wre Pcrganvent, ihre Züge verzerrten sich. Der Thron- .Mett dre Augen geschlossen. Für den Fernstehendeir wurde glertmän^Wtweitt ^u^'ch die Bewegungen des weiter-

wTJuar nic^t am Nordpol! Wenn Roald

üinnndsen i:n nächste:: Jahre zum Nordpol ausbricht, kann er sicher sich zu haben, das vor ihm kein Polforscher nuch nrcht Peary, der bekanntlich seinerzeit den Pol /" st?ben behauptete, fa, de:: Ort mit einer amerikanischen Etagge bezeichnet und dem Präsidenten der- Vereinigten ^laarni zu Ä ^ben ivill. Daß Peary wirklich nicht am Nordpol 3U denr retzt Mich die Amerikaner gelangt sind. i±Z^ 1 rl aW [ k dl trüber aus Washington ausführliche Mit S&? 1 ^ Kreisen ist man danach an

Eys Entdeckungen so zweifelhaft geworden, daß das a in e r i - KV^ e Marinedepartemcnt die Polarkarten C1 S' n ^.^ogen bat, und von verschiedenen Seiten sind S5SS.i n of !rTtT ! el1 la)lt geworden: es wird nicht nur angegeben, daß Pearys Anqabem viele gehler enthalten, sondern es wird die

lemÄ os sich nm bewußte Fälschuugen

-r/ e ( - A ^J^ arr)tc I v ^! er des nordamerikanischen Po-

ICC1 ^ Tlt ) T r\ i.Of T i rfr CSnir-rV: ^ A or_4'_

lascher, ist sicherlich Hen^y T. Helges^

LnrV-> B u o t ( bct . als Vertreter Nord-Dakotas nn Kongreß im politischen Leben cmc angesehene Persönlichkeit ist. Helgesen hat

-EU v !t"iuu.).u-u tu. feigesen na

<1 - ?^ugton un RepratentEnhause einen Vottrag ge-

L lw 111 ^.? Pearys angebliche Nordpolentdeckung ins Reich besten Karten für irreführeiid erklärte. Er machte beispielsjfveise daraus anfneerksam, daß Peary im Nordlocsteii Gronlarrds emen Peary kan al" als Nordb^nng vm: Grönland verzeichnet. Dre Forsckumgen Mylins-Erichsens haben aber gezeigt, Kanäle nnd einer solchen Begrerizmrg nicht

orönü^dc^', ^P. Koch fort gezeigt, daß Pearys Ost-

gronlandsec nicht vorhanden rst, und d:e Forschungen Bttkkelsens und Raslwrstens Haben auch viele Di:vgc, die Peary anfgefundei:

mcht bestättgt. So ist. beispielsweise Pearys Jefupland Nicht vorhaiiden. .Helgesen kam bei dieser öffenttichen Kritik Pearys auf Grund von desserr weiterer: Angaben über seine Lagerplätze und scme Lotungen zu den: Ergebnis, daß Peary nie am Mrdpol oder m dessen Nahe war.

;r- Si il cll «? r0 c n und sein Lebensretter. Ter fünf- zrgiahrrge Gedenktag des' Gefechts bei SSalitz, das am 28. Jmri 1866

statt fand, erinnert daran, daß an diesern Tage Detlev von Lilien- cwn, der damals von ferner poettschen Sendrmg rroch nichts ahnte m Todesgefahr schwebte. Tie Geschichte des 37. Jnsanteric-Regi-' ments berichtet von dem tollkühnen Schützenangrifs des Leutnants aur cuteu Don kindlicher Artillerie besetzten Hügel Nachdem der Hauptmarrn und der Premierleutnant schwer ^r- mundet auv dem Kampfe getragen roarerr, führte der Leutnant Micron dre Kornpagnre rveiter. Bei dem Versuch, einen öftere reich:,chen ^agecosfizier zum Gesangenerr zu machen, erhielt Lilierr- eron aus nnnnttelbarer Nähe einen Sckmß in den Untmleib^ Schon sinkt Liliencr-on getroffen nieder, da streckt der feindliche OM,rer seinen Arm zu einen: Todesstoß nach ihm aus. Wer sckwn fnirmt feer ^stgeant Nrmptzus heran, und mit einen: wuchtigen ,rf Ä r| ;^uid zu Boden und rettet io seinen

^entimnt. Wahrend dm,er liegen bleiben rnuß, stürnien über ihn weg Äeute zilin ^rege. Später hat Liliencron berichtet, wie er austvachend sich :m Blute schwimmend fand, unter Verwundeter: rmd Sterbenden, die um ihn herUne die Heringe gepfercht" lagen. Aerzte und Lazarettgehilserrwaten" unter ihnen urnher, uird mich er erhalt in der Eile .,em Pflastattß nur um das Blut zum ^otttten zu bringen, ßlls er kaum wieder <mf Her: Beinen stehen kann,kneift" er zu feinern Regiment arrs, wo die Mann- scyaftcn ihren fugendlichen, zioeinndzwanzigjährigeri Lerrtnant nrit Wirbel empfangen, nm ihn dannwie die alten ineroimngischest Könige in d:e Hohe zu heben". Als ihn dre Wunde aber entsetzlich schmerzt, zeigt er sie eridlich nach der Schlacht bei Küniagrätz oeni Oberstabsarzt, und der sieht zu seinem Entsetzen, daß man rhin cm Pechpslafter arrf dre Wunde geklebt. Denr Svrgeanttm Mrnpl.niiv aber lwt Lilrerrcrvn es niemals vergessen, daß er seinen Leutrrant heransgehauerr. Vor etnm zrvei Jahrm: ist auch der Lebensretter Lrlrencrons diesem in den Tod gefolgt

Der engl:, che Zensor und dre Bibel. Was müst

von der so berrchmte:: u:rd auch heute noch immer wieder mit über- tegeucm Stolz zitimten Freiheit der Meinungen und der Presse irr ch^landzu halten hat. zeigen die mannigfachen und nichts r>eniger att Begersterung erweckenden Ernfchränkungen, die selbst der Bibeltext rch gegenwarttg fenserts des Kanals gefallen lassen muß Der cngli- sche Zensor schreckt keineswegs vor Stteichungen von Bibelsätzen zu­ruck und schämt nicht viel von der Unaritastbarktttder heiligen Scknist zu halten Besonders dre Kabttzensur ist der Bibel gegen über unnach- rchttrcks. Dres mußte auch dieGesttlschast der Freunde" iu London ^Ap^n, am ernerch der letzten Tage ihre Ialyresveriammlrmg ablnelt und an zwei Brndergesellsttraften III Amerika aus diesem telegraphischen Fre und scha stsgru s; sandte. In diesem Kabtttelegramtn befand sich auch der Bibelsau -Run möge auch der Gott^ms!?nn,eder^^Dir zu allen Zeiten aus allen Deinen Wegen ^:: schenken." Wahrend das eine Kabeltelegramm unbeanstan­det durchging, wrrrde das andere von einein besonders pflichLkifriqen Zensor ausgehalten und erst wieder freigegeben, als der mit der fattiant befaitnten Gemirtsart der Entente rricht in Einklang stehend« Satz über den göttlichen Frieden daraus gestrichen worden soar.