lis 6000 Stück beträgt, uixö hiervon ferne Rllchäc«r echoücn,
3h solche FMen brauche auch keine AiNneKrung a§g-yeben zu Verdau. SlöKiäinBeiciac, Kantinen, Kasrn os,
Smb ähnliche Berernigungen gelten auch dann aks Händler, Wenn sie Kigacettensteuerpflichtige ErMngnifse nur an ihre Mitglieder oder nur m ihren eigenen Räumen abgeben. Annrelduugsvordrucke können denmächst von deur Grotzh. Hauptsteueramt Gießen be- Vogen werden. '
** Verzeichnisse im F^elde stehender Soldaten verboten. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit ist vom stellvertretenden kvmmcuü)ievenden General des 11. Armeekorps v. Hauawitz ein Befehl erlassen worden, wonach verboten ist: Verzeichnisse von Adressen im Felde stehender Soldaten, zu denen der Sammler keine persönlichen Beziehungen hat, anzulegen oder sortznsühren, ganz oder teilweise zu veröffentlichen sowie ganz in solchen Auszügen n-eiter zu geben, die nadn Gesichkspunkterc der veeresgliederu.ng geordnet sind: die Veröffentlichung von
!Mressenvrrzeichnissen solcher Angehörigen des Feldheeres, M betten der Sammler persönliche Beziehungen hat, und die Aufforderung zum Sammeln von Mressen von Angehörigen des Feldheeres züm Zweck der Ausstellung von Liften. Unter das Verbot fallen nicht die in den Vereins- oder- ähnlichen Zeitschriften veröffentlichten Zusammenstellungen von Feldadressen der Mitglieder Vsw., sofern daraus weder der Kriegsschauplatz noch die Zugehörig feit des Truppenteils, der Kommando- oder Feü>verwaltnngsbe- Hörde zu den Verbänden von der Brigade aufwärts zu ersehen sind.
** I m Verkehr mit der Bukowina ist bis auf weiteres der Paketverkehr ganz, der übrige Postverkehr für die Gegend nördlich der Linie Jswor—Szypot—Camerale—Setetin—Hadikfalva— Scherboutz eingestellt.
** Bunter AbeudimLrchtspielhans Am Donnerstag, den 29. Juni, verunstaltet das Lichtspielhaus, Balmhofsttaße 34, ttneber einen Bunten Abend. Schauspieler und Rezitator W. Ri e ck, Frl. Lolla Raven und Metha Werner srnd zu einem gemeinschaftlichen Gastspiel gewonnen. Der Frlmsvielvlan weist hierzu u a. die allerneucsten Kriegsberichte iind ein Kunüfrlmwerk in drei Akten: „Meine Liebe war mein Leben, meine Liebe ift mein Tod" aus. In der Hauptrolle Lona Bartelana vom Hof theater in Sofia. Der musikalische Teil der Vorstellung wird durch ein gutes Ensemble (6 Herrertt ausgefülll Näheres siehe Inserat ** Ter 1. Gießeuer Kaninchen-Ma r kt (Kaninchen börse) findet Sonntag, den 2. Juli im „Tannhäuser" Frankfurter Straße 81, von 10—l Uhr statt. Näheres siehe Anzeige.
Landkreis Gießen.
-s- Bersrod , 28. Juni. Feldwebel Ludwig Nürnberger bei einer Feld-Fliegerabteilung erhielt zum Eisernen Kreuz 2. .Kl. auch die Hessische Tapferkeitsdenkmünze. Diese Auszeichnung wurde «nch der Familie des gefallenen Schreinermeisters Phil. Kn t scher IN. übersandt. ^ ^ ^ w
-tr- Gro ften -Linden. 28.Juni. Ludwig Mehl wurde durch einen Obers ärenkelschuß verwundet. Vor Jahresfrist rückte er als Landstirrmlrekrut ein und zog im Spätherbst an die Ost zfront — In Amerika ift Bauunternehmer Philipp Viehmann LM Alter von 50 Jahren gestorben. Ms junger Bursche wanderte er aus, bei seinem ersten Heimatbesuch verheiratete er sich und war vor einigen Jahren mit seiner Familie mehrere Monate hier
M 28. Juni. Vermißt werden Wehrmann
Hermmrn Frank III., vor seiner Einberufung Stadtdrener in Grimberg, und Ersatzreseroist Karl Henkel. - Altbürgermewer Zimmer, der vor kurzer Zeit an Rippeiifellentzündnng eriranrt war, ist infolge einer Lungenlähinuug verschieden. Ter Verstorbene war seit November 1893 Bürgermeister irnserer Stadt und wurde 1902 auf 9 Jahre wiedergewählt. 1911 trat er aus Alters- und lGesundheitsrückstchten bei der Wiederwahl zurück. Er erreichte cu\ Aller von 81 Jahren.
Kreis Büdingen.
N Büdingen. 27. Juni. Die Hessische Ta vferk er ts- medaille erhielt der Fahrer D i t s ch l e r vom Res.-Jnß-Art Regt. 20
c. Nidda, 26. Juni Schneller Tod. Beim Arbeiten auf einem Dickwnrzacker wurde anr Montag Frau Margarethe Petermann aus Nidda von einem Schlaganfall betroffen, Sie starb aus dem Wagen, der sie nach Hause bringen sollte.
Kreis Alsfeld.
< Kirtorf, 28. Juni. Dem Fahrer Ludwig Scheid II. von hier wurde die Hessische Tapferkeitsmedaille verliehen.
e. Mücke, 28. Juni. Dem Offizierstellvertreter Schumann bei einenr Infanterie-Regiment wurde die Hessische Tapserkeits- medaille verliehen. Mit dem Eisernen Kreuz ist er bereits früher ausgezeichnet worden.
Kreis Friedberg.
Bl Fricdberg, 28. Juni. Ten Heldentod fürs Vater laud starb der Musketier im Res.-Jnf.-Regt. Nr. 221 Robert Steinhardt. — Der älteste Handwerksmeister unserer Stadt, Herr Sch reiner meister August Franke, starb nach kurzer Krank hat im 79. Lebensjahve.
Q. Bad-Nauheim, 28. Juni. In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurde folgendes verhandelt Die städtischen Bekanntmachungen sollen in Zukunft nicht nur in den Tageszeitungen veröffentlicht werden, sondern sollen auch je weils am Stadthaus auf 24 Stunden ausgehäugt werden. — Mit Wirkung vom Eintreffen des ersten Fischtransportes soll eine städti sche Fisch verkau fsstelle eingerichtet werden. — Die Aus gaben für den Waldwirtschaftsplan in Höhe von 3605 Mk werden bewilligt. — Zur Beschaffung von 150 Meter Spritzenschlauchen bewilligt die Versammlung 300 Mk. — Da infolge Einführung der Höchstpreise für Obst seit drei Tagen in Bad-Nauheirn kein Obst zum Verkauf gekommen ist. beschließt die Versammlung, au das Großh. Ministerium das Ersuchen zu richten, für Bad-Nauheim höhere Preise für Obst zuKulassen. ^ _
a Bad-Nauheim. 28. Juni Das 5. Srnfonre konzert der Kurkapelle findet im Konzerthai«! am Donnerstag, den 29. Juni, statt. — Die Bortragsordnung des 5. Sinfonieabends zeichnet sich aus durch die Mitwirkung des vorzüglichen Konzert särvgers Adrian v. d. S t a p (Bariton) aus Frankfurt a. M. und durch die Erstaufführung eines hochinteressanten und zeit gemäßen Orchesterwerkes: Variationen über das Lied „Prinz Eugen der edle Ritter" von Karl Hasse Hasse — ein Schüler Max Negers — hat sich mit dem alten Trompeterlied ein äußerst dankbares Thema ausgesucht und gewinnt HM in seinen Variationen große und schöne Wirkungen ab. Adrian v. d. S t a p fingt die große Arie des Helling aus der Oper Hans Helling von Heinrich Marschuer, sowie Lieder von Brahms und Hugo Wolf. — Der Sänger gilt als einer der bedeutendsten Ber treter dos alten berühmten Gesangstlles, des sogenannten bel canto.
>— Das Orchester spielt außer den Variationen noch Schub erts „Unvollendete" Sinfonie (zwei Sätze) und als Einleitung des Abends Goldmarks farbenprächtige Ouvertüre ,JM Frühling" Professor Hans Winderstein drrvgiert.
•* Nieder-Rosbach, 28. Juni. Lehrer Philipp Mohr wurde zum Leutnant d. R. befördert.
Starkenburg und Nheinhessen.
6. D a r IN st a d t, 28. Juni. Am 1. Juli ds. Js. werden es 25 Jahre, daß Oberrevisor und Vorsteher des Rechnungs Revisions-Bureaus A. Sauber in den Dienst des Verbandes der hessischen landw. Genossenschaften getreten ist.
Kreis Wetzlar.
** Wetzlar, 28. Juni. Mit dem Eisernen Jlreu s 2. Klasse ausgezeichnet wurde der Krankenträger der Res. Friedrich Pfeffer aus Werdorf.
ra. Naunheim, 27. Juni. Kriegssre,willrger^ Friedrich Kern ist am 28. März in Feindesland^infolge sclMerer Kopf Verletzung gestorben.
d. Aus dom Kreise Wetzlar, 28. Juni. Der Landrat veröffentlicht eine Bekanntmachung, rrach>. der für die durch dre beinahe vollstärrdig unterbimdene Hanf- und Bcrunrwolleneinfuhr und die erheblich verminderte Flachseinfuhr als Ersatz Bren nesseln zur .Herstellung von Geweben gesammelt werden sollen und zwar sofort, da die beste Zeit des ersten Bren nefselickorrttes in die Zeit vom 20. Junr bis 10. Jülr fällt. Die,
Adermung der Brenne!sei. will joweir bte EkgrrckürE ber Grundstücke diese vornehmen wollen, möglichst durch die ^-chulrmoer ausoesührt werden Zäun Sachverständige:', ift der Wmterfchiu- dioÄVor Dr. Ka>ch ur Wetzler bestellt. der die Amnclduugen zur Abnahme der gesammelten Brennesselmeugeu endgegeirnn..mr. Hessen-Nassau.
Ein neues Gutenberg-Denkmal.
= Eltville a Rh., 27. Juni. Dem .Leitungsverlag" zufolge soll hier ein Gutenbergdenkmal errichtet werden. Am 4o0- Todestage — 24. Februar 1918 — gedenkt man den Grundjtein zu dem Denkmal zu legeu. „In Ellvüle hat Gutenberg, als 1462 seine AÜaigrzer Druckerei rn Flantmen ausgegangen war, mit seinem Verwandten Bechtermünze und seinem Schüler Spieß zwischen den v<ü)Ten 1467 und 1469 eine neue Druckerei in der noch vorhandenen ,'FrühMesserei" angelegt." An dem Hause ist seit 1885 eiue Gedenktafel angebracht. Die Werke, die aus dieser Druckerei hervorgingen, sind nur noch in einigen höchst seltenen Exemplaren vorhanden: so das „Vocabularium ex guo" oder latinockeutonicum von 1467. Das Vocubulär ist das erste lateinisch-deutsche Wörterbuch, ein Merkchen von 166 kleinen Quortblättern. das vier Auflagen erlebte. Mit der Ende 1476 vollendeten letzten Auslage des Vornbulars grug dre Druckerei der Bechtermünze ern. Ob Gutenberg wirklich selbst in Eltville gewirkt hat, wird von neueren Forschern bestritten. Sicher soll sein, daß er 1468 in Mainz und nicht in Eltville fern Leben beschloß. Vielleicht gelin-gt's der Forschung zum 450. Gedenktag seines Todes das Rätsel endgültig zu lösen.
--Frankfurta.M.,28.Juni. Der Kriegs hilfsverein für den Kreis Lötzen, Frankfurt a.M. und Obertaunuskreis, stellte seinem Patenkreis Lätzen für die Erbauung eines Altersheims und einer Tuberkulosenftatiotl 110 000 Mk. zur Verfügung. Ferner übernahm er die Instandsetzung des Altersheims und Feierabendhauses in der kleinen Stadt Rhein (Kr. Lötzen): er überwies dem Kreise vier Feuerspritzen. Bisher wurden dem Hilfsverein zur Lösung seiner Aufgaben 384 325 Mk. dtlrch Sammlirngen und Mitgliederbeiträge zur Verfügung gestellt. Wie m der heute ab gehaltenen 5)auptversamtnlung des Beverns mit- gebellt wurde, will der Verein in Zukunft der Neubesiedlung des Kreises durch Kriegstellnehmer und der Wiederaufnahme der Hausweberei, dem Haupterwerbszweig der Lötzener Kreisbewohüer, seine besondere Aufmerksamkeit zuwenden. , ^ ^ ^
fz. Frankfurt a. M, 28. Jmri. Ter Umstand, daß Hessen für Obst Höchstpreise festgesetzt hat und gleichzeitig die Ausfuhr nur imter ganz beftrnimten Bedingwigen gestaltet, hat die Verhältnisse auf 'unserem Obstmarkt verschlechtert. Für Beerenobst werden Preise gefvrderi. die bei der ergiebigen Ernte reder Berechtigung emvehren. Die StcLt hat sich daher mü der hessischen Regierung ins Benehmen gesetzt, um die Ausfuhr der auch sonst für das Stadtgebiet bestimmten Obstmengen zu erwirken. Wie wir hören, sind diese Bemühungen von Erfolg gewesen. Hessen hat in die Ausfuhr zu Händen der Stadt ein gewilligt, doch muß die letztere dafür basten, daß hier beim Verkauf keine höhere n Preise gefordert iverdcir, als sie in H e f f e n bestehe n. llebrigens' sind gleiche Verhandlungen bereits mit Baden, wo gleickifalls Höchstpreise mit 'Ausfuhrbeschränkungen in Kraft sind, geführt worden und mit dem Erfolg, daß beveits ein Waggon Obst für die 'Stadt gesickfert werden konnte.
X. Hanau, 26. Juni. Der Kreistag deS Landkreises Hanau hat die Ausnahme einer weiteren Kriegsanleihe von 1 M i l l. M k. bei der Landeskreditkasse in Kassel gegen 5 Prozent Zinsen beschlossen.
ra. Ca mberg, 28. Juni. Dem Leutnant Tigges, Adjutant des 4. Bataillons Landw.-Jus.-Regt. 15, ist das Fürstlich Lipprsche Berdienstkrauz am Bande verliehen worden.
ra. Hachenburg, 27. Juni. Kürzlich starb hier ein Kind an einer pockenverdächstgen .Krankheit. Einige Tage später erkrankten noch mehrere Personen unter ähnlichen Erscheinimgen. Wie amtlich festgestellt wurde, lxrndelt es sich^ wirllich um Pockenerkrankungen. Todesfälle lsind inztvischen zwei vorgekommen.
ra. N ie de r b r e.chen. 28. Juire. Ten 9Nusketieren Heinrich Weger und Hestrrich Zwe nger wurde das Eiserne Kreuz der liehen. Bis jetzt haben 30 Söhne unserer Gemeinde diese Auszeichnung.
g. Esch weg e a. d. Werra, 28. Juni. Für den Kreis Efch- wege ist von dem Landrat der Zentncrpreis für Frühkartoffeln auf 10 Mk. festgesetzt worden.
X Gelnhausen, 26. Jimi. Der Kreistag des Kreises Gelnlxneseu gemlnnigte den Kreishaushaltsvoranschlag für das Rechnungsjahr 1916, her in Eiimahme und Ausgabe mit 256 523 Mark abschließt,- sowie -den Vorairschlag der Einnahmen rnrd Ausgaben des Kreises durch die Klenrbahnen mit 58 200 Mk. Zur Zahlung der staatlichen Familienunterftützuirgen wurde ein werte ves Darlehen in Höhe bis zu einer Million, zur Bestreitung der au her ordenllichen, über die. staatlichen Sätze hinausgehenden Fa- mrlienunlerstützungen ein Darlehen bis zur Höhe von 100000 Mk. ausgenommen. Als Abgeordnete des Kreises Gelnhausen für den Kommunallandtag des Regierrmgsbczirks Cassel wurden wiedergewählt: Land rat Dr. jur. O-ras von Wartensleben, Fürst Frmrz Joseph von Jäenburg-Brrstein, Bürgermeister Senzel in Bieber. Fermn beschloß der Kreistag, dem Vertrag mit dem Preußischen Staat wegen. Lieferung von Elektrizität aus den Mainkrastwerken berzutveten.
g. Gelnhaufe n, 28. Juni. Beim Baden in der Kinzig ertrank der zehnjährige Schüler B a l l e n st e i n aus dem benachbarten Städtchen Langenselbold.
g. Hersfeld, '27. Junr Eine Frage von weitgehend der Bedeutung für städtische Gemeindewesen be schästigt augenblicklich die hiesige Stadtverwaltung. Di-e Ueber schüsse der städtischen Sparkasse fließen seit einer Reihe von Jahren in die städtische Stadtkasse und werden hier nach freiem Ermessen zur Bestreitung städtischer Ausgaben verwendet. Aus Anordnung des Regiernngspräsidenten in Cassel soll dies in Zukunst nicht mehr geschehen, die lleberschüsse sollen vielmehr fortan unr für von der Regierung zu bestimmende Zlvecke Berwenhiulg finden. Für die städtischen Finanzen würde die Erfüllung dieser Ariordnung einen unersrenlichen Zustand schaffen und die Notwendigkeit der Einführung neuer Stenern herbeiführen. Bon der Stadtverwaltung ist deshalb der .Klageweg beschritten worden. Der Bezirksausschuß zu Cassel hat jedoch aus die Klage ein abweisendes Urteil ergehen lassen. Hiergegen hat die Stadtvertoaltung Berufung bei dem Oberverwaltungsgericht eingelegt.
uw) M) habe immer wieder betont, daß man sich dmxruf bei chränkeni solle, den Frrei>'u als hauptsächliches Ziel anzuse^::. bin kaum auf Widerstand gestoßen, ausgenommen bei den Bona- tartisten. . . . Ich habe die Minister wieder und nneder ausgesucht mtd verschiedene haben mir erklärt, daß sie eher ^ ihr Amt niederlegen, als die Verantwortung für den Ktieg übernehmen würderi." . ^
Drei Tage später war ganz Frankreich in Aufruchr uver den Einser Zwischenfall. Vergeblich stemmte ftch Thi-ers gegen die allgemeine Stimmung in der Kammer, dre nach Krieg schrie und Thiers wegen ferner friedbuchen Haltung durch beleidigende Zwischenrufe kränkte. Am 19. Jnlr 1870 legte Thiers in einem Brief an Herrn de Remnsat seine Ansichten über den Fall iroch einmal klar dar. Da heißt es zum Schluß „Preußen, das sich ins Unrecht gefetzt hatte, tndpm es die Kandidatur des H>ohenzollerni befürwortete, hat fein Unrecht wieder gut gemacht, irwem es diese Kandidatur zurückzog. Nun ist das Unrecht auf unserer Seite, und wir sind dein ausgesetzt, ganz Deutschland gegen uns zu haben; dazu ein vollständig neutrales Oesterreich und ein verzweifelt neutrales England."'
Unter deii neu veröffentlichten Papieren von Thiers fand sich auch ein Plan zur Verteidigung von Paris, über den die Revue de Paris" berichtet. Seit dein Monat August 1870 war ein Ausschuß gebildet worden, um die notwendigen Maßnahmen zur Verteidigung von Paris zu treffen. Zu diesem Ausschüsse gehörte auch Thiers, der am 2. September seine Gedanken über die Verteidraung von Paris in einem Plane zu .Hause anfzeichnete. Die Revolution vom 4. September verhinderte ihn aber, diesen Plan denr Ausschuß zu übergeben, so hat inan ihn unter fernen Papieren gefunden. Nach Thiers sollte die Verteidigung von Paris in der Verteidigung der Festungswälle, der Forts und des umliegenden Landes bestehen, dmnit die ?2trü>t weder ausgehungert, noch von denr übrigen Frankreich getrennt werden könnte. Für die Verterdigimg der Stadtwälle zählte er auf die Nationalgarde, die wohl ausgerüstet und bewaffnet tverden sollte und deren Zahl er von 25000 auf 80 000 erhöhen lvollte. Für die Verteidigung der Forts forderte er eine Besatzung von wenigstens 40000 Mann. Die Forts, jedes mit 60 bis 80 Gesckchtzen, sollten in verschiedene Gruppen zu gemeinsamer Verteidigung erngeteilt werden. Als aktive Armee hielt er 60000 Mann fill not- roendig. Diese 60000 Mann sollte man nicht in Divisionen verstreuen, sondern sie zusammenhalten in Stellungen vor der: Festungswerken. Sie sollten hauptsächlich bei Massenangriffen angesetzt Werder,, falls der Feind irgend eineu Punkt erstürmen wollte. 40000 Mann sollten im Osten, vorr RomairrviNe bis Vineennes, und 20 000 Mann im Westen zwischen Vanves und Boulogne ausgestellt rverden._
Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 29. Juni 1916:
Veränderlich, zeitweise Regensälle, kühl.
Unveröffentlichte Urkunden von Thiers zum Uriege ,870/7,.
Der Historiker Thiers, der erste Präsident der dritten Republik, hat über seine Stellung zum .Kriege 1870/71 aller lei interessante Papiere hiuterlafsen, die nach testamentari scher Bestimmung erst jetzt veröffentlicht werden dürfen Von diesen Papieren bringt die „Revue des Deux Mondes' einen Brief Thiers' an Dnvergier de Hauranne, der Thiers Stellung zu der Hohenzollern-Kandidatur und sein heißes Benürhen, aus diesem Zwischenfall keinen Krieg erwachsen zu lassen, deutlich erkennen, läßt. In diesem, vom 17. Juli 1870 datierten Briefe schreibt Thiers:
„Ich habe die Münster gesehen nacki> der verhängnisvollen! Sitzung, die Dienstag (12. Juli) stattgefunden hat. Ich habe ihnen gesagt, daß sie einen großen Fehler begangen hätten, als sie sich für nicht zufrieden erklärten, und daß mrn der Krieg lvahr. scheinlich geworden lväre. Sie haben mir bei allen Göttern ge- schworen, 'daß sie vorsichtig und nachgiebig sein würden. Wenigstens 100 Abgeordnete haben mir erklärt, daß sie, wenn ich das Zeichen zum Frieden geben würde, mir Folge leisten würden. Eine ganze Reihe von ihnen sind zu mir gekommen und haben gejagt „Gebrauchen Sie Ihre Macht, wir sind zweihunderi, die Src nmerstützen werden: man Umt die Staatsgewalt iud>t in solchen Händen lassen." Sre können sich denken, was rch geamworter habe;
Letzte Nachrichten.
Der deutsch-bulgarische Vormarsch in Akazedonien.
Wien, 28. Juni. „Esti Ujsag" berichtet aus Sofia! Nach einer Meldung der „Balkanska Posta" aus Athen haben die deutschen und bulgarischen Truppen auf chrem Vormarsch die von den verbündeten Truppen geräumten Stellungen bei K i l k i s besetzt.
Amerika und Mexiko.
i. Köln. 28. Juni. Einer Washingtoner Funkspruchmeldnng der „Köln. Ztg." zufolge steht Wilson vor der Entscheidimg in Erwartung der Antwort Carranzas, aber es ist wen i g Hoffnung vorhanden, daß Carranza z u r ü. ck w ei ch t. Fast alle Kongreßmitglieder erklären, daß man keinen Ausweg sehe, den Krieg zu vermeiden. Beide Härter ziehen kriegerische Maßregeln in Betracht Eine Verständigung steht ganz außer Frage. Tagebuchnvtizen, die bei amerikanischen Ofstzreren gefunden wurden, erweisen, daß die Amerikaner die Angreifer waren, so daß Carranzas Stellung jetzt besser begründet ist. Nach anderweitigen Meldungen sind die Telegramme aus El Paso wieder alsche Nachrichten über scheinbare Verwirrung in Mexiko. Die amerikafeindliche Stellung hat im Laufe der letzten Tage um sich gegriffen ,md wird durch die uMlaufeichen Gerüchte von wegen der nrexikamschen Wäffen angefeuert. Es heißt, daß sich Engländer unter den kürzlich in Sonorza ermvrderen Personen befanden. Die New Porker Geschäftswell verfolgt den Lauf der Ereigniffe mit Spannung.
Ein englisches Urteil über die amerikanisch-mexikanische .Kriegsgefahr.
Rotterdam, 28. Juni. Der „Nieuwe Rotterdamsche Cou» rant" meldet aus London: Wenn es wirklich zu einem Kriege mit Mexiko kommt, so wird Präsident Wilson sofort die Ausstellung von 250000 Freiwilligen fordern. Der Felldzug würde in zloei Telle zerfallen. Man würde zunächst eine besonders auf die Verteidigung der Grenze berechnete Defensive einrichten, für die Miliztruppen imd militärgenbte Freiwillige verwendet werden würden. Sodann werde man vorausfichtlichl im Herbst, wenn die Vorbereitungen dazu beendet sind, eine große Razz-ia durch Mexiko veranstallen, von der mm, erwarte, daß sie sich mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks abwickeln wird. Man glaubt nicht, daß ein Krieg zwischen den Bereinigten Staaten und.Mexiko auf die Kriegsliefern.ngen der amerikanische Industrie an die Verbündeten irgendwelchen Einfluß haben würde, da die militärischen Erfordernisse der Union im Vergleich mit denen in Europa kmim in Betrackst kommt.
Ein amerikanisches Munitionsausfuhrverbot in Sicht?
Haag, 28. Juni. Aus London wird gemeldet, daß, sofern in den nächsten Tagen keine Berrninderung der Kriegs Wahrscheinlichkeit eintreten sollte, die mmrikauische Regierung ein Ausfuhrverbot von Kriegsmaterial zunächst für die Dauer von 6 Wochen erlassen ,verde.
Russische Balkanpläne.
Wien, 28. Juni. „Esti Ujsag" bringt eine über Bukarest eingelaufene Meldung des „Rußkoje Slowo", der schreibt: Unstr Bortell verlangt, daß wir mit größeren Kräften ans dem Balkan Mftreten. Es ist natürlich, daß wir zu diesem Zweck duoch rumänisches Gebiet ziehen müssen, aber nicht bloß durch die Dobrudscha, smrdern auch durch die Moldau. Dagegen kann Rumänien keine Einweudungen erheben, denn wir haben keine feindlichen Absichten.
Dic Russen in Czernowitz.
B u d a p e st, 28. Juni. „?lz Est" erfährt über die Rnssen- herrschast in der Bickmvina: Der erste direkte Zug aus Odessa tvaf in Czernowitz Sonntag nacht ein und führte ausschließlich Militär mit sich. Der russische Kvmmaudant forderte die Kauslente aus, binnen 18 Sttrnden ihre Geschäfte zu öffnen, da soust die russischen Behörden die Oefßumg anordnent chürden. Da die Kausleute zum größten Teil geflüchtet sind, so komiten nur wenige dem russischen Befehl Nachkommen Die russischen Behörden bieten alles auf, um die fluchtartige Abreiss der Zivilbevölkerung hintmrzuhalten. besonders an der rumänischen Grenze wird strenge Wacht gehalten. Die russischcm Behörden versichern, jedennmrn könne unbel>elligt weiter leben, ohne für die Sicherheit des Lebens oder Vermögens fürchten zu müssen.
Musterung der englischen Achtzehnjährigen.
.Haag, 28. Juiä. „L a b u r L e a d e r" üoerschveibt eine Meldung. daß die staatlichen Registraturbeainten in England den Befehl erhielten, die jungen Jahrgänge 1897, 1898 und 1899 zu registrieren, mit der lleberschrift: „Wird etwa eine dauernde
Dienstpflicht geplant?" Andere Blätter sprechen die Vermutung aus, daß die englische Regierung bereits für den gegenwärtigen Krieg wissen will, wie zahlreich üceic Jahrgänge der 18 bis 20jährrgcn sind,


