' Sie sieben heiligen Schläfer. Daß es sieben Wochen hintereinander jeden Tag etwas Regen gibt, wenn es ani Siebenschläfertag, dem 27. Juni, regnet, ist ein alter Volksglauben t>l der gesamten ländlichen Bevölkerung Deutschlands. Rach welcher alten Sage aber der Name Siebenschläfer entstanden ist, das ist recht vielen nicht bekannt. Als einst im Jahre 261 sieben christ liche Sklaven des Kaisers Decius mit Namen Maximianus, Malchus. Martinianus, Dionysius, Johannes, Serapion und Constantinus, in einer Höhle bei Ephesus vor einer Lhristenverfolgung Zuflucht suchen mußten, verfielen sie in einen liefen Schlaf, während dem die Christenseinde die Höhle zumauerten. Dieser Schlaf dauerte annähernd 200 Jahre; erst als im Jahre 446 die Höhle wieder geöffnet wurde, wachten sie auf und zeugten von den Verfolgungen, denen sie so lange Zeit vorher ausgesetzt waren. Aber sie lebten nach dieser Wiederauferstehung nur noch kurze Zeit und wurden dann als Heilige begraben. Einen Tag im Kalender aber nannte man nach ihnen den Siebenschläfer. ^ f ■
** Bezirks sparst«sse Gießen. Am 23. d. M. fand sin Anwescnhttt des Vertreters der Aüfsichtsbehörde, RegierungS- 'ratS Dem werde, Hie diesjährige ordentliche M-ttgUedervers a mm - lnng der hiesigen Bezirksfpvrkasft statt. Aus dem von dem Vorsitzenden, Direktor Zacheis, erstatteten Geschäftsbericht geht herkor daß bei einem Jahresumsatz von über 24 Millionen Mark im Rechnungsjahr 1915 sich ein Einnahmeüherichnß von 426 977,81 Mark ergibt, während der Reingewinn 106 527,16 Mk. lgegen ♦92 504,58 Mk. in 1914) beträgt. Infolge der starken Inanspruchnahme der Kasse durch die KriegSanleihezeichnungen ist der Einlagebeftand um 1093 582,74 M. zurnckgegangen: er beträgt Ende 1915 = 21258167,82 M7. (gegen 22 351750,56 Mart in 1914), angelegt ans 25 164 Sparbücher, davon in 1915: 2684 neue Bücher. Ans ein Buch entfallen durchschnittlich! L37 Ml. Dagegen weisen ohne Berückftchttgung der Abhebungen Kn den Kriegsanleihen die Einlagen gegen das Vorjahr eins Steigerung um 2659839,46 Mt. auf. Die a ns ge l i e h e n e n Kapitalien bettagen nach Ä^ngi der Rückeinpfänge Ende 1915:
•23 334 411,43 Mt. (gegen 22 930 689,75 Mk. in 1914), somit wehr: 403 721,68 Mk. Mi den vier Kriegsanleihen Kat sbch die Sparkasse mit insgesamt 9 326 000 Mk. = 41,8 % Lhres Einlagebesiandes vom 1. Januar 1915 beteiligt. Dem An- ttage des Vorstandes und Aufsichtsrates entsprechend, bewilligte die Versammlung zur Verteilung aus dem Reingewinn zu gc- weimrutzigen und wohltätigen Zwecken: 39 225 Mk., darunter u. a >6000 Mt. dem Zweigverefti Gießen vom Roten Kreuz. 1000 Mk dem Kreistonntee vom Roben Krem und. Kriegstzilfe. Ferner 'für Belohnungen an Dienstboten 1100 Mt., ftir Badekuren armer fkrvvhulöfer Kinder 1250 Mk., für Belohnungen an Sparer 350 Mart, insgesamt 41 925 Mt., während 53 263,58 Mt. wie gesetz- Lick vorgeschrieben, und weitere 11338,58 Mt. der Rücklage zn- iqMhrt wurden. An Stelle des am 2. August 1915 verstorbenen, «ls Bettreter der'Stadt Gießen der Versammlung augehörenden Stadtvevordneten Map Fried ber ger, dessen Tätigkeit der ßZvrsitzende in ehrendes Morten gedachte, ist durch, die Stadt verordneteuVersammlung Stadtverordneter ^ Geh. Forsttat Pros Nr. Wimurenauer gewählt worden. Die durch die Bersamm flang vorcMvommene Wrchl des Bvrstandes ergab am Anttag von Oberbürgermeister Keller einstimmige Wiederwahl der aus-- -schatt»enden Mitglieder, Doslieferanten Wilhelm Rudolph m Gießen und Altbürgermeister Schaum in M-ern-Linden durch liZnruf. Ebenso wurden auf Antrag des Stadtvevordneten Loeber Säe diesmal aus dem Aufsichtsrate der Sparkasse msschewen- «den Herren: Oberbürgermeister Keller, Beigeordneter Kom-
'Merzienrat Emme lins, Stadtverordneter Dir. Ebel, Ltacck- IverorÄntter Gch. Kommerzienrat Heichelheim, Stadtverord- neter Gewerbevat L. Petri II., sämtlich in Gießen und Bittger nreister Waller in Daubringen einsttmurig durch Zuruf wiedergSväUt. Seck Anfang Juni d. I. ist, die Sparkasse dem ^keichsdantgiro angefchlossen, ebenso seit eurer Reibe von Jahren dem Postscheckverkehr. Mit Worten des Tankes für die Bewilligungen der Anträge und einigen kurzen AuSsüh- rungen, in denen er die Notwendigkeit der Förderung des bargeldlosen Dertchrs durch Einführung des Scheck- und Giroverkehrs auch für die Sparkasse betonte, schloß der Vorsitzende die Versammlung. t _
** Militärische Ausbildung der Jugend. Am Mittwoch abend begannen nach den Pftngstferien wieder dre tllebmrgen in den Turnhallen. Am Samstag abend fanden Uednngen säm Entfernungsschätzen und Haudgrcrnatenwerfen statt. — Durch lLÄaß des Kriegsministeriums find ftir das Krregchahr 1916 „Weltkämpfe im Wehrtnrnen" ausgeschrieben worden, die von den stell v ertr e te nd en Generalkommandos in ihren Bezir ten in der Zeit vom 1.—15. September veranstaltet werden. An diesen Wettkämpfen können alle Junymannen teilnehmen, bk vor dem 15. 5. 16 in einer Jugendabteittmq eingetteten srnd, r>as 16. Lebensiahr überschritten haben und deren allgemeine körperliche Durchbildung als genügend erachtet wird.- An den vor- 'bereitenden Uebungen zu den wetteren Ausscheidungskämpfen nehmen alle Jungmwrnen teil. Die Uebungen gliedern sich in Drei - tamps (Hinderittslaufen über eine Strecke von 110 Meter, Weit sprang ohne Sprungbrett, Vorübung zum Werfen mit Handgranaten). Ein z e lwetttäm pfe lSchnellaus über 100 Meter, Anlauf aus dem Liegen, Hochsprung ohne Sprungbrett, Stab Hochsprung olme Sprungbrett, Stabfechten, Turnen am Reck und Barren), G rup p e nwe tttamp f en (Eilbotenlauf über 600 Meter, Barlouf, Schlagdalffpiel, Fußballspiel) und Entfer-
Die Schule hat sich seit Ostern wieder wesentlich vergrößert: sie zählt heute 64 Schüler, davon rvohnen 31 im Schülerhettn der Anstalt. Daß diese aus allen Teilen dev Reiches (Hamburg, Dresden, Rheinland, Westfalen, Elsaß-Lothringen, Bayern usw.), einer sogar aus Konstantinopel, hierher kommen, kann unserer Stadt: nur Nutzen bringen. Ein werteres Aufblühen der Anstalt, deren Unterricht und Disziplin von Laien und Fach- \ leuten gleich anerkannt wttd, ist deshalb auch im Interesse Gießens irur zn wünschen. ^
** Zur W crruu n g. Ein hiesiger Butterhändler fMste vor einiger Zeit an enrenr Wocheirnnrrkttage von einer aus- .Wartigeri .^ttidlerin in seinem Ladengeschäft ein großes Quantum Landbutter, die vorher zun: Markt gebracht worden war; er wurde dieserhalb auf Grund einer Verordnung des Stellvertt. Kommandierenden Generals zur Anzeige gebracht mid von der GroW. Strafkammer mit 100 Mk. event. 20 Tagen Gefängnis bestraft; auch die Verkäuferin wurde nrit einem Strafzettel bedacht.
** Der Bezirksausschuß für vermißte und kriegsgefang ene Deutsche gibt in unserem An- Keigerttei'le bekannt, daß nach Entscheidung des Reichspostamts alle Postsendungen, die an diese Stelle gerichtet.werden, portopflichtig sind. Der Bezirksausschuß bittet deshalb, alle Briefschaften und Pakete an ihn nach frem Posttarif zu frankieren.
**Einmach-Zucker. An Inhaber von Brotmarken- iMusweiskarten wird Einmachzucker in bestimmten Mengen gegen besondere Einmachzucker-Karten abgegeben. Die Menge ist bis auf weiteres auf 2 Pfund für die Persnui festgesetzt.
' Vorhandene Zuckervorräte werden angerechnet. Die Abgabe erfolgt nur an solche Personen, die sich über den Besitz von einzumachenden Früchten ausweisen können; es ftndet nur eine einmalige Abgabe statt. Wer Einmachzucker zu erhalten wünscht, hat während der täglichen Sprechstunden bei seinem Brotmarken-Bez-rrk einen Vordruck zur Ausstellung einer ^Einmachzucker-Karte abzuholen, auszufüllen und dorthin zurückzuliefern. Falls die zur VerfügmF, stehenden Zucker- ümengen dies gestatten, findet eine zweite Verteilung von Einmachzucker nach dem 1. August 1916 statt. Mit Rücksicht auf die geringe Menge des für Einmachzwecke zur Verfügung stehenden Zuckers wird eine nwglichft weitgehende Verwendung von Süßstoff (Saccharin) empfohlen. Näheres siehe Bekanntmachung.
** Die Joöcf) ftp reife für Verbrauchszucker
find nach amtlicher Bekanntmachung im Anzeigenteile wie
folgt festgesetzt: Im Verkauf an den Verbraucher für das Pfund: gemahlenen Zucker (Konsumzucker)
0,32 Mk., Würfelzucker und Kristallzucker 0,36 Mk., Hutzucker, ausgewogen ohne Papier OJ35Mk., das halbe Pfund 0,18 Mk., Kandiszucker (braun) 0,50 Mk. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Höchstpreise werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10000 Mk. oder mit einer dieser Strafen bestraft.
** Im heutigen Kreisblatt sind folgende Bekanntmachungen voll allgemeinem Juteresse veröffentlicht: lieber den Verkehr mit Obst (Höchstprerse), Sammlung von Obstkernen und Obststeinen zur Oel- uud Ersatz futternrittelgewinnurrg, Kartoffelversorgung der Kcrrtof felerzeuger. r ^ , .
** Spargel-Verkauf. Die für vergangenen Sonnabend bestimmt gewesene Spargelsendung ist eingettoften nnd kommt heute zwischen 2 und 6 Uhr im Hause Neustadt 61, gegen Vorzeigung der blauen Answeiskatten, zum Verkauf. Heer mit wird der städtische Spargelverkanf geschlojsen. ^ ,
** Lichtspielhaus, Bahnhvfstraße 34. Tre Direktion hat für Donnerstag als außerordenttiche Veranstättung,emen „Bunten Abend" vorgesehen, zu dem es gelang, den Sch^^c?^ ^ und Rezttator W. Rieck, Letter der Orrgmol Budapesttr (Herbst Wintergarten, Frankfutt-, Frl. Lvlla Raven, Cabaret-Diva. Eoln sowie die urkomische Typendarstelkerin Metba Werner zu einem gemeinschaftlichen Gastspiel zu gewinnen. Hierzu hat das Unternehmen einen erstklassigen Filmspielplan ausgestellt, ll. a. ^re allerneusten Kriegsberichte uüd em gewähltes Kunstfilmwerk in 3 Akten. Um den Abend besEders glanzvoll zu gestalten, sei noch erwähnt, daß^der munkalftche Jgl der Vor- stellimg durch ein gutes Ensemble (6 Herren) ausgeftillt wird. Bn dieser außevordentlichen Veranstaltung darf aus emen grtten Bei nch gerechnet werden, zumal die Eintrittspreise nur um 10 Psennrge und Loge 30 Pfennige erhöht sind. Dec Vorverkauf der Karten ftndet bereits ab Mittwoch, den 28. und Donnerswg, den 29. ^nni von 11—1 Uhr vormittags an der Kasse rm Lichtspielhaus, Bahn- hofftt. 34, statt. Näheres siehe Inserat. Glerchzerttg sei nochmals daraus hingewiesen, daß mit heute em großer Mlssührrmg gelangt. Das große Abenteuer des ^etektivs ^zac. Deebs in seinem schwierigsten Fall.
Landkreis Gießen.
tt Treis a. L., 27. Juni. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt Musketier Phil. Hcttche im Inf.-Regt. 116, die Hesiilche TapserkettsmedaiUe .Hornist Liü>wig Becken im Rest-^M.-Regt. Nr 87, beide von hier. Vermißt wird seit dem 8. d. MtS. Musketter H Weber voii hier, der im Landw.-Jnf.-Regt. Nr.' b i diente — Infolge der Hitze in der vorigen Woche gehen die Heidelbeeren ihrer Reift entgegen. Die Kinder bringen taglrck) ichon viele Töpft voll der schönsten Früchte heim. Diese Ernte scheint ergiebig zu werden.
Kreis Büdmgen.
F. C. Büdingen, 27. Juni. Das AufkaufenvonObst und Gemüse ist hier im Kreise von jetzt ab unter denselben Erlaubnis- und Ausweiszlvang gestellt wie Butter, Käse, Milch und Eier. . c ,. ^ ...
D. Nidda, 26. Juni. Seit zwei Tagen sind h^r Fleisch- karten eingefühtt worden: aus den Ko Vf koyun-en 300 Gr. Fleisch. Reckt unangenehm überrascht waren aber vrele Bezugsberechttgte, als sie in einem hiesigen Geschäft, deni sie zngewiesen waren, trotz Karten kein Fleisch erhielten. Eine Untersnchimg durch dre Ottv- polizeibehörde ergab, daß etwa 70 Pfund Fleisch, das tags zuvor der Metzgerei geliefert worden war, fehlten. Ein Ausweis über be^-echtigle Abgabe konnte nicht erbracht werden. Dem Vernehmen nach wurde das Geschäft behördlich geschlossen.
Kreis Alsfeld.
V. G r o ß - F e I d a . 25. Juni. (Abschiedspredigt.) Nach lljähriqer ersolgreicher Wirksamkeit verläßt Pfarrer Reusch das Kirchspiel Groß-Felda-,Windhausen, um die Pfarrstelle in Sprend- liiigen, Kreis Ofsenbach, anziitreten. Im heutigen Gottesdienste verabschiedete er sich von seiner Gemeinde in zu Herzen gehenden Worten. Den wirkungsvollen und volkstümlichen Prediger, der sich auch außerordentlich großer Beliebtheit erfreute, sieht man ungern von hier scheiden.
Kreis Lauterbach.
Hilfen sind ailsdrücklich nicht für sachliche, sondern nur sur pettdn» liche Aufwendungen in der Jugendpflege, z. B. Gehalt, Vergütung oder Aufwandsentschädigung eines Jugendpflegers bestimmt.
^Wetzlar, 27. Juni. Mit dem E i s e r n e n K r ct u * 2. Klasse ausgezeichnet ivurde Gefreiter Albert Ebner, 2. Lands!.- Jns.-Bat., Darmstadt.
e. Wißmar, 26. Juni. Eine große Freude wurde dieser Tage dem Gastwirt nnd Metzger Bierau von hier zutett, der ern alter Seesoldat ist und der den größten Teil seiner Trenitzett aus der früheren Kaiserjacht „Hohenzollern" abgedient hat. Er hcrtle dabei -das Glück, unter einem Vorgesetzten zu stehen, der heute, als berühmter Seeheld bekannt ist. Viz-e-Admiral bipper, emer der beiden siegreichen Admirale in der Skagerrakichlacht, war nämlich damals aus der „Hohenzollern" Kapitänlentnant und Navigationsoffizier. In Erinnerung an die geniemsam verlebte Dienstzeit saiidte Herr Bierau fernem chemattgen Vorgesetzten einen herzli-cheii Glücttvnnsch zn seinem Siege, Gratti- lant muß bei Vize-Admiral Hipper in grttem Andenk«i sfthen denn bald daraus erhielt er eine mtt dem Bttdnrs des Admrrals geschmückte Katte mit folgenden Zeilen: ,Actt Misrichtrgem Danr für Ihre freundlichen Glückwünsche gE See bestens im getreuen Gedenken an gemeinsame Dienstjahre Ihr getreuer Hrpper ., .
ra. Aus dem Kreise Wetzlar, 27. Juni. Die diessahrige Heuernte erleidet durch die fortgesetzten Regensalle eine unlieb- same Verzögerung. Die Erträge sowohl in Wiesenheu als auch in Kleeheu sind bedeutend größer als im Vorjahre. Um die,®rnte gut einzubringen, ist setzt längere Zeit trockenes Wetter erwünscht. Sämtliche Getreidearten stehen ausgezeichnet. Besonders Gerste und Hafer, die im vergangenen Jahre nur eine mäßige Ernte brachten, berechtigen in diesem Sommer zu den schönsten Hoffnungeii. Für da§ Wachstum der Hackfrüchte waren die Niederschläge äußerst günstig. Auf den Kartoffelfeldern sieht man hier und da große Lücken, an denen die Sehkartofseln nicht aufgegangen sind.
Hessen-Nassau.
' & Kirchhain. 27. Juni. In verschiedenen hiesigen Schweine- beständen tritt die Rotlaufs euch e aus. ^Einigen Besitzern sind schon halb gemästete Tiere eingegangen. ' ,
= Groß-Auheim, 27. Juni. Bei emer Mamfahtt schlug am Sonntag ein Boot um. Zwei der Jnsasien wurden ge- rettet. Der dritte Fahrtteilnehmer erlitt einen Herzschlag und gmg unter. Die Leiche ivurde später geborgen.
g. Eschwegea. d. Werra, 25. Juni. Von einem schweren Unwetter wurde gestern ein Teil des angrenzenden Thüringen- heimgesucht. Heftige Gewitter mit Sturm, Hagelschlag und wolkenbruchartigem Regeu richteten auf den Fluren großen Schaden an. In verschiedene»» Dörfern wurden die Häuser unter Wasser gesetzt und die Dächer abgerissen. _
„Gedenket der Gebmtrtagrspende fsir’s Bok Kreuf!
Universitäts-Nachrichten.
w. Mainz, 27. Juni. Der Oberarzt am hiesigen städtischen Krankenhaus Dr. Hans C u r s ch m a n n hat einen Ruf als Pro- fesior an die Universität Rostock angenommen. _
M. Lauterbach, 27. Juni Gestern vormittag stürzte
eine hiesige Fran aus dem Fenster des dritten Stockwerks auf die Sttaße. Mit schweran Verletzungen mußte sre in die .Klinik nach Gießen verbracht werden. Man mirntit an, daß die Frau, die schon einen Sohn und Schwiegersohn im Kriege verloren hat, während ein zweiter Sohn ebenfalls schwer erkrankt entlassen werden mußte, iit einem Anfall geistiger Umnachtung gehandelt haben dürfte und der, Sturz aus dem Fenster mit Absicht ans führte, da sie durch den Kummer \n letzter Zeit schwer gelitten hat.
Kreis Schotten.
Hl La u b ach, 27.Juni. An hiesigem Gymnasiu»n haben sich gestern drei Schüler der mi'mdlichen Maturitätsprüfung »nit Erfolg unterzogen. Sie rreten sofort in den Heeresdienst ein. — An der Volksschule haben gestern die H e u f e r t c n begonnen. Die Heuernte ist jetzt in vollem Gange und verspricht überaus reiche Erträge. Bel der warmen Witterung konnten schon große Mengen eingesahren werden.
Kreis Friedberg.
6. F r i e d b e r g , 27. Juni. Dem Unteroffizier H. Hahn im bayerischen Jnsanterie-Regiment Nr. 17, der kürzlich das bayerische Militär-Verdienstkreuz erhielt, »vurde jetzt auch das Eiserne Kreuz verliehen.
e. F r i e d b e r q , 27. Juni. Zu den Pz. 4158 Nidda ab 1.58, Fttedberg (Hess.) an 3.10 und 4258 Hungen ab 3.04, Friedberg an 3.59 wird in der Zeit vom 1. Juli bis 31.-August 1916 folgender Auschlußzug nach Bad-Nauheim gefahren: Friedberg ab 4.09, Bad-Nauheim an 4.16. ^
Bl. Reichelsheim i. d. W., 27. Juni. Der Sohn des hiesigen Bahnhofsvorstehers Karl B ö n s e l, bei einer Gebirgs- Maschinengeivehr - Abteilung, erhielt die Hessische Tapserkeits Medaille.
tMO. Vilbel, 26. Jmri Das Großherzvgliche Ministerium hat Pie Erhöhung der Gem-eiudehuwdesteuer augeregt. In Anbetracht der ZettverMtnrsft beschloß der Gemeinderat, von erner Erhöhung abznsehen. — Aus eine erneute Eingabe des Jagdpäcksters F i x zu Feche n heim tvird einstimmig beschlossen, den Gemeinde ratsbeschlußj vom 30. Mai 1916, inhaltlich- dessen die Ausübung der Schläftreiberechttqung aus bestimmte Feldbezrrke beschrankt wird, aus die Dauer der Restzagdpachtzeit, 31. Januar 1923, aus- zudehneu. — Die Herstellungskosten der Dienstwohnung des Ober lehrers Geck, sollen »nit zwei Dritteln, jedoch nur btt zum Höchst betrage von 100 Mark auf >die Gemerudekasse übernommen iverden Im Rechnungsjahr 1915 zahlte die Gemeinde 610 8 4,5 3 M a r k Zuschüsse zu den KriegSsamilienunterMtzungen. — Die Abnahme von 15000 Niark an den Kriegsdarlehen bei der Landesoer,iche- rungsanstritt D a r m st a d t wird einsttimnig gutgeheißeir, eben,o du weitere Abnahme von '15000 Mark, so daß das zu dieseni Zweck bis jetzt aufgenommene Kriegsdarlehen 130 00 0 Mark beträgt. — Dem Reservisten Philipp Kreiling im Reftrvo-Jnfanterie- Regiment 258 »vurde die Hessische Tcipserkeitsmedaille verliehen.
Starkcnburg und Rheinhessen.
& Bensheim, 27. Juni Die Stadtverordneten beschlossen, im Interesse der Förderung der S ch ,v e i n e z u ch t die Kosten für die Anschaffung von Jimgtieren vorlagsweise ans die Stadtkasse zu übernehmen. Soweit der Ankaufspreis von den Bestellern nicht sofort bezahlt werden kann, wird er gestundet. In diesem Falle ist ein Bürge zu stellen und der Betrag mit 4 Prozent zu verzinsen.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 27. Juni. Ter Evangelische Oberkirchen-. r.a t hat dem Konsistorium der Rheinprovinz auch in diesem Jahre wieder 10 000 Mk. zur Ge,vährung einmaliger Beihilfen an Kirchenge, nemden für persönliche Ausivendungen und Einrichtungen in der kirchlichen Jugendpflege zur Verfügung gestellt. Die Bei-
Handel.
Bayerische Geschützwerke.
München, 26. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Heute vor» »nittag fand im hiesigen Regina-Palasthotel die Gründung der unter Führung der Firma Krupp ins Leben gerufenen, in der Presse schon mehrfach besprochenen Geschützfabrit unter dem Namen Bäuerische G e s ch ü tz »v e r k e Friedrich Krupp, Kommändrt- gesellschaft mit dem Sitz in München, statt. Wie der Name besagt, wurde als äußere Form des Unternehmens die Kommanditgesell- chaft gewählt. Die Firma Krupp in Effen ist persönlich haftender Gesellschafter, die übrigen Gesellschafter find Kommanditisten. An dem Gesellschattskapitah das auf 25 Millionen Mark festgesetzt wurde, ist die Firma Krupp mit 50 Prozent beteiligt. Von den Der- wandten des Hauses Krupp sind beteiligt Herr Arthur Krupv- Berndorf in Niederösterreich, der Besitzer der bekannten Metall- warenfabrik. ferner der Schwager des Herrn Krupp von Bohlen und Halbach, Freiherr von Wilmowski, Landrat m Merseburg. Die übrigen Anteile sind in den Händen bayerischer Bank- i»nd Jndustriekreise._
Markte.
Gießen, 27. Juni. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Psd. 1,90-0,00. Hühnereier das Stück 20-00 Pfq-, Käse das Stück 10-00 Psg., Käse»natte 1 Stuck 3_0 Pfq., Kartoffeln der Zentrier 6,00 bis 0,00 Mark, A-ilch das Liter 30 Pig., Spinat 20-00 Pfg. das Psd., Gelberüben Ib Psg. das Päckchen, Rosenkohl 00—00 Pfg. das Psd., rote Rüben 0-0 Psg., Zwiebeln das Psnnd 00-00 Psg., Nüffe 100 Stuck 00 -00 Psg., Blumenkohl 00-00 Pfennig, Sellerie 10-30 Pfennig das Stuck, Kopfsalat 6—10 Pfg., Spargel 50—75 Pfg. das Pfund, Römisch Kohl 8 12 Psg. das Päckchen, Lauch 5—10 Pfennig das -vtuck, Erbsen 40-50 Pfg. das Pfund, Erdbeeren 50 Psg. das Pfund. — Marktzeit von 7 biS 1 Nhr. _ _
Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben.
Juni
1916
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Niedrigste * Niederschlag 3,4 mm.
25. . 26.
1916: + 14,4*0.
Wettercmssichten in Dessen am Mittwoch, den 28. Juni 1913 Wechselnd bewölkt, zeitweise Niederschläge, keine Temperatur änderung. _
Müller'sche Badeanstalt.
W a s s e r w ä r m e der L a h ti am 27. I u n'r 16° R.
Letzte Nachrichten.
Aus Areriko.
Genf, 27. Jwii. Einer „New-Povk Herald"-Mrkdtmg zufolge hat Bil le ein AimiestiecrngelVt C a r ran za s angenommen im b ferne gesamten Streitkräste mit denen LarranzaS vereinigt. Wie ferner dem „Temips" ans Washington gemeldet wird, hat die amerikanische Kvlvittc der Stadt Mexiko die Hauptstadt verlassen — Ter- brasilianisclie Minister des Armßeren i»t nach Washington gereist, um mit der Regierung der Bereinigten Staaten die Lage in Mexiko zu besprechen.
Der bekehrte John Burns.
London. 27. Juni. „Datty Cbroniele" erfährt pon einem Bekannten von John B u r n S. daß dieser seine Ansthanungen über den Krieg geändett hat nnd minmehr bereit ist, witDe« einen Sitz in der Regiermig zu übernehmen. Burns l-at im Unter-, Hause gegen die Dienstpflicht gesttmmt.
Mreise Nikitas von Bordeaur. . .
Bern. 27. Juni. Dein „Temps" zufolge »vrrd der König von Montenegro Bor-dcaux nächstens zwecks eurer Kur m Brap;
^^Lliiszeichnungen der Admirale Schcer und Hippel.
Wilhelmshaveni 27 Juni. Die ^>tadt RüMnngen hat >den Mmrral Schee r und den Vizeadmiral Hrppel zu .Ehren-, bürgern ernannt.


