‘Traft des Willens sich zu stolzer Behauptung seiner Frei- heit, seiner eigensten Zwecke und Ziele empor. Zeiten der Teuerung, der Not, des Hungers hat es immer wieder gegeben. Ratlos standen sie vor dem Schrecklichen. Wir haben dnrchqehalten durch ein schweres Jahr, ei* Volk von siebzig Millionen ernährt in teuerer Zeit. Wir sind gewis;, wir werden es ernähren auch noch durch kommende Monate. Von diesen Mächten der Natur lassen wir uns nicht erdrücken. Wir wollen leben. So werden wir die Mittel zum Leben uns dennoch schaffen. Daß dieser stolze Wille uns in allen kleinen Bedrängnissen nie verlasse! Nicht alles soll uns ab- hängen von Sonne und Regen. Frei leben wir den hohen Zielen, die in unserem Vaterland uns heut erfüllen. Dann erst recht dankbar grüßen wir die Mächte der Natur, wenn cm wunderbares Eleschick auch sie zu unserer Hilfe sendet, grüßen die liebe alte Sonne, wenn sie unsern tapfern Mut in hellen Augen entzündet. ^ Eck.
Obftterrr- und Altmaterial-Sammlung.
Die Knappheit an Rohstoffen erfordert es, daß alle für kriegs- und volkswirtschaftliche Zwecke wieder verwertbaren Abfälle nach einheitlichein Plan gesammelt werden, um sie sachgemäßer Verarbeitung und Verwendung zuzuführen. Deshalb haben der Alice -Frauen-Ver- e i n und der G i e ßenerHausfraue n- B-ere i n Sanv melstellen eingerichtet, der ersteve für Altmaterial, der letztere für Obstkerne. Es mag hier auf den Anzeigenteil des Blattes verwiesen sein. G?§ darf nichts umkommen, nichts verbrannt, nichts achtlos weggeworsen werden. Man sammele alles, was in dem Aufruf der beiden Vereine verzeichnet ist.
Besonders aber wird die Schuljugend zur Mit arbeit anfgerusen. Sie hat sich schon mit Kriegsansbrnch- ihre Pflicht erkennend, in den Dienst des Vaterlandes gestellt und willig überall da eingegriffen, wo sie mithetfen konnte. Auch jetzt kann sie für Heer und Volk wirksam tätig sein. Keiner darf fehlen.
Für jedes Pfund Ob st kerne ist eine Vergütung von 1 Pfennig vorgesehen. Wer 10 Pfund abgeliefert hat, hat Anspruch entweder auf 10 Pfennige, oder aus einen Gutschein im gleichen Wert, der jederzeit Mit 10 Pfg. eingelöst wird. Wer aber seine Gutscheine sammelt und in der '3eit vom 10. bis 20. Dezember 1016 zur Einlösung vorlegt, der erhöbt für 9 Stück 1 Mark. Die Kernsammlung muß jetzt, zur Zeit der Kirschenernte, beginnen. Die Kerne müssen gereinigt und getrocknet werden. Zahlreiche Kirschen- kerne sindet man bereits aus den Straßen. Auch sie müssen ein gesammelt werden.
Abfall und Altmaterial sind in der Liebesgnbenabtei lnng des Alice-Frauenvereins, alte Klinik, äbzugeben. Wer regelmäßig sanrmelt, erhält ein Gedenkblatt. Besonderer Eifer wird am Schluß durch einen Preis belohnt
*
** Zur Fleckschv ersorgung. Bon heute ab werden die Flerschmarken in neuer, vereinfachter Form aus gegeben von derxLiftanrmenstellung in Heften wurde abgesehen HervorzichÄen ist, daß die Fleischmarken nur noch auf 300 Gramm die Woche lauten; es ist also von jetzt ab wieder das Gewicht an Fleische und Fletsch waren zu verabfolgen, das dem Nennwert der Marken erttsprichtt
> i S. M»^s WMrf tarrMKotoitüvCchir fr*rfr fi'r'r* Sotr ‘Üß^X'
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Besonders fei jedoch dcmÄrf hinaewieseir, daß für den
brauch von Wild und Geflügel der alte Satz -
600 Gramm für Kopf und Woche seine Gültigkeit behalten hat; bei Wildfleisch ist daher die d o p p e l t e Menge an Fleisch für den Nennwert der Marken äbzugeben. Die Fleisch marken werden für 4 Wochen aus-gegeben. Die Gültigkeit der einzelnen Marken ist jedoch ans eine Woche (bisher zwei Wochen) beschränkt. Metzger nnd Gastwirte haben genau darauf zu achten, daß sie rare solche Marken erhalten, die zurzert Gültigkeit besitzen; die einzelnen Wochen sind durch Ausdruck großer lateinischer Muhstnben noefy besonders gekennzeichnet. Für die. laufende Woche wurden der Stadt überwiesene 13 RrrGerx,42 Wlber, 32 Schweine.
**; H ö eb st preise für Obst. Da die O bst p r ei s e in Hessen in deX letzten Tagen eine unberechtigte Höhe er-
reicht haben, was u. a. auch von der LandwirtsHaftsumme r öffentlich anerkannt worden ist, hat sich dre hessische Regierung gezwungen gesehen, Obsthö ch st - reise und eine Ausfuhrbeschränkung zu erlassen. Danach werden Erzeuger- und Berbrauck-er-Höchstpreise festgesetzt, die sofort in Kraft treten. Näheres ist aus einer amtlichen Bekanntmachung im Anzeigenteile zu ersehen.
**DerRaupenplagehatdas naßkalte Wetter der letzten Wachen nn rasches Ende bereitet. Die Schädlinge sind zum wätaus größten Teil zu Grunde gegangen, ehe sie an der Obsternte größeren Schaden cur richten. wnnten. , _ ..
** Gemü feans saaten nur Johanni (24. Jum), wie Grünkohl, Bntterkohl, OberkoMrabi, Karotten und' ftühe Wirstng- sorten geben bis znm .Herbst, nnnn der Nachsommer einigermaßen günstig ist, noch einen vollen Ertrag. Auch Buschbohnen können noch gesetzt werden. Bei der .Knappheit an Lebensmitteln, sollte federnder über ein Stückchen Land verfügt, sobald wie möglich icren und pflanzen. „. _ _ _. . .
** An fder Gießener Freilichtbühne findet mvrgw nachmittag 5% tthr ein Unterhaltungsnachmittag statt, der ernste und heitere Vorträge, sowie Lieder zur Laute brrngt. Der Eintritt ist unentgeltlich. Freiwillige Spenden — zu Gunsten des Roten Kreuzes — können in die am Eingang MhEN- den Büchsen eingeworfen werden. Sollte infolge ungünsttger rung die Veranstaltung Ausfallen müssen, so wird dies bis 4 ttyr durch Anschlag an der Bürgermeisterei bekannt gegeben werden.
Landkreis Gießen. .
a r b e n t e i ch, 24. Juni. Der Unteroffizier Heinrich W e h r u m von hier, bei einer Munitioiiskolonne, wurde mit der Hessischen Tapferkeits medaille ausgezeichnet.
e. O b e r - H ö r g e r n , 24. Juni. Unteroffizier Horn erhielt bei den letzten Kämpfen die Hessische Tapferkeilsmedaille.
Kreis Alsfrw.
Fe. Alsfeld, 23. Juni. Wegen lleberschrertung der Höchstpreise für Fleisch wurde der hiesige Metzgermeister Peter Rausch zu einer Geldstrafe von 200 Mark verurteilt.
4P Angenrod, 24. Juni. Milsketter Bernhard von hier im Jnf.-Regt. Nr. 20 wurde mit dem Eisernen Kreuz Klaffe ausgezeichnet.
Kreis Schotten.
-- Schotten, 23. Juni. Zur Deckung des großen Kartossel mangels, der augenblicklich in den GroMädten herrscht, müssen die Kreisbewohner binnen zwei Tagen zunächst 3000 Zentner Kartoffeln liefern. Falls die aiigesorderte Menge nrcht geliefert wrrd, erfolgt Enteignung und Herabsetzung der Kartosselratton aus 1 PW- sür Kopf und Tag. — Im Schlachtbezirk Schotten wurde der Preis von frischen: Rindfleisch einschließlich 20°/» Knvchenberlage auf 1,40 Mk. für das Pfund festgesetzt.
Kreis Friedberg.
Bl. Bad . Naubei m , 24. Juni. Der Schlitze Jean H e ß von hier erhielt das Eiserne Kreuz, während sein Bruder Friedrich Hetz mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde.
August Reich, in edierScmitätskolonne iinAlpenkorps, erhielt das Eiserne Kreuz. ^
Starkenburg und Rhemhessen.
X Mainz, 24. Juni. Tie ersten Heidelbeeren wurden aus dem Wochenmarkt am Dienstag in größeren Mengen zum Verkauf gebracht. Der Preis stellte sich der ^Hoppen aus 30 Pfemttg. Man hofft jedoch bei der m Aussicht stehenden sehr reichen Ernte aus ein baldiges Sinken der Preise. Aus dem Odenwald wie aus dem Spessard und Taunus wrrd übereinstimmend berichtet, daß die Heidelbeerstöcke einen sehr reichen Bhemg aufm eisen Dabei sind die Beeren infolge der reichen Bodenfench- tigküt von seltener Große und Frische. Um die reiche Ernte möglichst vollständig einzubringen, wird - .
die Schule schon in den nächsten Tagen auf ernige Wochen geschlossen.
Kreis Wetzlar.
H Wetzlar, 24. Juni. Mit dem Eisernen 1. Klasse wurde ausgezeichnet Leutnant (Reg.-Bausührer)
Ruth, Rhein. Fus.-Regt. Nr. 39. Das Eiserne
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Mark als Dividende an die beteiligten ^«sellsthoMr Raifieisen-Vereine — gezahlt und die Reservefonds gestartt. Reservefonds betragen bis jetzt 10000 Mark. Vormrsfrchttmtwttt, sich b* Gesellschaft nach Beendigung des .Krieges Art und Weise an der beabsrchttgten Ansredttmg wm .Kri^Sd schädigten beteiligen. - Die Heuernte rm Werratäk M m vollen Gange und wird voii prachtvollem SEnen^emtEr be günstigt. Der Ertrag ist außerordentlich groß; auch me smceniie
^ ^Fc. Wiesbaden, 24. Juni. Die StadwMÄ«tt«t-Ber- sammlung genehmigte ohire Aussprache ben ^deuttrchen Etat Einnahme und Ausgabe mit 21 521940,84 Mk. und den aufect* ordentlichen mtt 3 575150,92 Mk. Die Summe des ersteren soll gedeckt werden durch 145 °/o der Einkommensteuer, 1S0 °/o^Gewerve- und Betriebssteuer, 198,95 °/o voii Grund- nnd Gebaudesteu« imü 139 o/o Realsteuer, während die Ausgaben des letzteren durch eine Anleihe von 2 140 570 Mk. und durch laufende MrttÄ aufgebracht w erden sollen._ _ ——,
verinisehtes.
• Berlin, 23. Juni. Ter „Berliner Lokalanzeiger' meldet aus Spandau: Ein Eisenbahnzusammenstoß ereig
nete sich gestern nachmittag auf der Station Spandau- I o h a n n i s st i f t, wo infolge falscher Weichenstellung ein Personenzug der osthavelländischen Kreisbahn auf einen leeren Perffonen- girq und die Rampe auffuhr. Der Lokomotivführer und der Heizer erlitten so schwere Verletzungen, daß ihre Überführung m das Krankenhaus erfolgen mußte. Zwölf Fahrgäste erlitten leichtere Verletzimgen.
Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 25. Juni 1913 Wechselnd bewölkt, meist trocken, mäßig warm. __
Letzte Nachrichten.
Der drohende mexikanische Krieg.
i. Köln, 24. Jmni. Die „Köln. Ztg." meldet aus Wasymg- ton: Das Kriegsdepartement hofft, daß der Bruch noch vermieden werden körmtt, zumal, tuerrn die enropärfchen Regierungen raren Truck aiisübten. Die Geschäftsträger der AllrierLen, deren Interessen schon jetzt durch die mexikanischen Wirren stark m Mit- , leidenschafl gezogen sind, benrühen sich sehr um die Erhaltung des / Friedens, da sie fürchten, daß die Mexikaner ihnendiirch Anzündung der Oelgnellen viel schaden können. Das Mttgtted des Kongresses, Manu, sagt: Wenn die Feststellungen m der Note Lansiugs den Tatsackien entsprechen, so bedeuten sie emc law^ sprechliche Schmach für Amerika. Die Mobilmachung schüttet Mtt Ans Schritt und Tritt trifft man Soldaten in Uniform. Bon allen Seiten werden Kriegsttauungen gemeldet r
Genf, 24. Juni. Einer Meldung des „New York Herald" zufolge hat Eirrranza die allgemeine Mobilvsation in Mexiko angeordnet.
Die Angriffe der Russen.
tt Köln, 24. Juni. Tie „Köln. Ztg." meldet aus dem Kriegspressegnartter: Die russischen Angriffe gegen unsere F-ront haben zwar noch immer nicht aufgehört, aber sw brewen jetzt schon seit einer 'äteihe von Tagen überall mtt eurer gew is,eu Regelmäßigkeit zusammen, die iinmerhin schon euren Vewiffen Schluß auf die Grenze ihrer Stoßkraft zulassen. Begrer,ttch -ist, daß das Augenmerk der Russen dabei ,wts aufs neue auf ben Raum von Radzrwilo w gerichtet ist. Ae nene Front der
-. -- - Verbündeten hat hier gestern sehr heftige Angriffe von
in vielen Gebirgsorden Massen die in rascher Folge herangeführt wurden^ ausgehauen. ^ | ^ ^ f ^ t ^ dort, soweit er an unser« Stellungen herartt^tt
- mit der ersten Nieder- und Öberösterreichischen und Salzburgischen Brigade zu ttm, die sich schon vor Tnkla in den Ka^athenkanttife» ausgezeichnet hat, und die genau vor eurem ^ahre rm Srnr«! ans Leinbcrg sich hervorgetan \yat.
Kreilz Heinrich Kreuz
2. Klasse erhielt Krankenträger Gefreiter Veitzel, Jnfant.-Regt. Nr. 136, aus W.-Niedergirmes.
Hessen-Nassau.
Z. Z i eg enh ain, 24. Jum. Das Eiserne Kreuz wurde Unteroffizier Hans Haas, Jni-Regt. Nr. 63, verliehen.
= Kassel, 21. Juni. Zur Deckung der durch den Krieg verursachten erheblichen Mehrausgaben beschloß die Stadtverord- uetenversammliliig die Aufnahme einer Kriegsanleihe von 20 Millionen Mark. . ^ r
g. Eschwege a. d. Werra, 23. Junr. Der Jahresabschluß der ..K nrb'e ssis chen S iedel u n gs gesell, chaf V_
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