sondere Entsendung emes Bcultrupp^ ufw ) bergrftellt werden tvnneu. toetben in dem kommenden Bauabschnitt nur dann ausgefüchrt, wenn die Antragsteller als Entschädigung sür die Mehrkosten einen Baukostenzuschuß von 15 Mark entrichten oder, falls die Mehrkosten den Betrag von 30 Mark Übersteigen, den wirklich aufge- wendetcn Kostenbetrag erstatten.
** Warnung. Das Berliner Polizeipräsidium teilt mit: Bon der Zentralstelle für Vaterländische Schriften, Inhaber Heinrich Mast hier, Linksttaßc 13, werden Postkarten nach! den: >bekan:tten Gemälde „Der letzte Mann" vertrieben. Durch die den Sendungen beiliegenden Prospekte wird der Eindruck erweckt, als ob der Erlös aus dem Vertriebe zu Kriegswohlfahrtszwecken verwendet wird. Es wird hiermit darauf mrftnerksam gemacht. daß die Zentralstelle für Vaterländisches Schrifttum ein Ausgesprochenes Erwerbsunternehmen ist, das zu irgend einer Betätigung in der Kriegswohlfahrtspflege nicht zu- qelassen werden würde. Die in den Prospekten genannte Gesellschaft zur Verbreitung guter Kunst befindet sich ebenfalls Link- i strafte 13. Ihr Schriftführer ist derselbe obengenannte Heinrich May.
** Pferdeversteigerung. Freitag, den 23. Juni, von vormittags IO 1 /? Uhr ab kommen auf dem Hofe des Jagdschlosses Kranichstein 40 aus Belgien überwiesene kriegsunbrauchbare A n k au f s p fe r de zur Versteigerung. An der Versteigerung j können nur hessische Landwirte teilnebmen. Die Versteigerung erfolgt gegen Barzahlung. Die näheren Berkaufsbedingungeu tver- Sfccn vor Beginn der Versteigerung bekannt gegeben.
** Unübertragbarkeit v 0 n Lebensmittelkarten. Der Grundgedanke der Rationierung von Lebensmitteln des Massenverbrauchs war der, jedem einzelnen den Anteil zukommen zu lassen, den er für seinen Lebensmittelunterhalt und nach Maßgabe der vorhandenen Vorräte bedarf. In dem durch !die Lebensmittelkarte verkörperten B^ugsrecht ist die Gewähr für die gleichmäßige Zuteilung dieser Lebensmittelmengen gegeben. Wenn diese Karten auch unübertragbar sind, so liegt in dieser Uniibertragbarkeit noch keine Gewähr dafür, daß durch irgendwelche Machenschaften der Grundgedanke der Verteilung der Bezugsrechte durchkreuzt wird, denn es ist nicht in jedem Falle möglich, den Gebrauch der Lebensmittelkarte ans seine Einwand- ifretfceil zu beaufsichtigen. Es ist eine Frage der Gewiffenlosigkeit des Besitzers von Lebensmittelkarten, ob er die Karte einwand- !srei verwendet, d. h. zum direkten Bezug der ibm zugewiesensni Mengen für sich selbst, oder ob er das nicht tut. Zwei Formen^ bedenklichen Verkehrs mit Lebensmitteln scheinen sich stellen- «weise herausznentwickeln. Die eine Form, die übrigens durch jGerichtsverhandlungen häuftger an die Oessentlichreit gekommen» )ist, ist der .Handel mit Lebensmittelkarten, ob auf rechtmäßigem nobcr unrechtmäßigem Wege envvrbeir. Wo solche unerlaubte ^Uckbertragungen von Lebensmittelkarten stattftnden — sie ist !übrigens eine verhüllte Form des^ Preiswuchers, bezw. des unerlaubten Preisübergebots — da sollten die Behörden gegen sie Vorgehen. Tie andere Form der unerlaubten llebertragung von jKartze« ist die des Eintausches oder der unentgeltlichen Abgabe oder ^ Abnahme. letztere manchmal unter Ausnutzung schlechter wirtschaftlicher Lage des ersten Besitzers, der sie nicht zu verwenden vermag. .Das Verfahren ist insbesondere dann sehr verwerflich, menn es untergebenen Personen gegenüber angewendet wird. Es mnß cm die Wahrhaftigkeit aller appeliert werden, solche Ueber- ttragungen von Vorzugsrechten nicht zu verlangen, aber auch nicht zu gewähret:. Es ist im höchsten Maße imsozial, wenn einzelne Bemittelte aus diese Weise zu Lastet: der Minderbemittelten au -der Pflicht der Einschränkung, die uns allen auserlegt ist, vorbei zu kommen suchen.
* Da8 Lichtspielhaus, Bahnhosstraße 34, bietet augenblicklich ein sehr lohnendes Programm, das in der Hauptsache der heiteren Unterhaltung, der Ausspannung der Nerven durch ein befreiendes Lachen dient. Das gilt vornehmlich für den neuesten Hennp Porten-Film „Der Schirm mit dem Schwan", ein mit köstlichem Humor aufgebautes Verwechslungslustsviel in 3 Akten. Daneben gibt es eine Komödie r ßuni crf§ Männerrechtlerin*, ein Maturbild „Vom Berg ins Tal" und ein dreiaktiges Gesellschaftsdrama „Der Krwa brachte Frieden". Die Zusammenstellung füllt Zeinen anregenden Abend aus, dessen Besuch man sich nicht entgehen 4Men sollte.
** Der nächste Städtische Seefisch mar kt beginnt Donnerstag, den 22. Juni, vormittags 8 Uhr, in den Marktlauben.
Landkreis Gießen.
n. All e n do rf a. d. Lda., 21. Juni. Kürzlich wurden wieder zwei Kriegsteilnehmer von hier mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet, nämlich Ingenieur Stall mann utrd Johannes Merkel. Merkel war im vorigen Jahre verwundet, kämpfte -seither wieder und kam dieser Tage mit seiner Auszeichnung in Urlaub. — Heinrich Hillgärtner von hier ist im vorigen Jahre an eurer schweren Verwundung in den Karpathen gestorben, was erst )etzt von einem Kameraden seinen Angehörigelt mitgeteitt wurde.
A Birklar, 21. Juni. Musketier Richard Koch im Inf.- Regt. 254 wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse aus- g^eichnel.
e. Wieseck, 21. Juni. Das Fest der S i l b er n en H 0 ch z e it feiert heute Karl Ehrist und dessen Ehefrau, Anna, geborene streiling.
Kreis Alsfeld.
"Liederbach, 21. Juni. Der Gefreite Heinrich Pfeffer von der Pfefferhöhe bei Liederbach wurde mit dem Eisernen K r e,r z ausgezeichnet.
e. W a l l e r s d 0 r f, 21. Juni. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt der Reservist Johannes Greb, Sohn des Polizeidieners Wilhelm Greb.
A Windhausen, 21. Juni. Gefreiter Konrad Stumpf bei der 1. Batterie Reserve-Fuß-Artillerie°Regin:ents Nr. 3 wurde zum Unteroffizier befördert und mit der Hessischen Tapferkeit s m e d a i l l e ausgezeichnet.
Kreis Friedberg.
e. B a d - R a u h e i m , 21. Juni. Das vierte Sinfoniekonzert der Kur kapelle findet am Donnerstag, dem 22. Juni im Konzerthaus' statt unter Leitung'des König!. Professors H a n s W i n d e r st e i n. Das Hauptwerk des Abends ist Robert Schumanns herrliche 6-äur-Sinsonie, von welcher der Künstler selber gesagt hat, sie sei „in feuriger ^Stunde geboren". Aus Mendelssohns berühmter Sommer nachtstraum - Müls it kommen die Ouvertüre, Nachtstück und das lustige Scherzo zur Aufführung. Ten Schluß der orchestralen Vorträge bildet Li szts gewaltige Tondichtung „Präludien", bekanntlich ein Glanz stück unseres Orchesters. Inmitten des gewählten Programms spielt Hans Kehl, der tüchtige Solocellist des Orchesters, die effektvollen Sin- .sonischen Variationen von L. Boellmann mit Orchesterbeglei- kung vor. Das Konzert verspricht wiederum einem hohen Genuß.
** Griedel, 21. Juni. Dem Musketier G^org Sack von hier, im Jnf.-Regt. Nr. 116, wurde daS Eiserne Kreuz verliehen.
Starkenburg und Nheinhesscn.
--- Offenbach a. M., 19. Juni. Zu dem bereits erörterten Plan der Gründung eines Museums für L e d e r v e r a r b c i - >tung gibt Professor Hugo Eber Hardt die Gesichtspunkte bekannt. nach denen das Museum eingerichtet werden soll. Das !Museum soll folgende Abteilungen enthalten: Geschichte der Offen- facher Fernlederverarbeittmg, dargestellt durch alte Proben, Bilder huud Zeichnungen: die Lederindustrie im Wandel der Mode: die Lederindustrie im Weltkrieg: Lederverweirdung bei außereuropäischen Völkern: der Schuh in Geschichte und Mode; Bucheinbände aus »Leder: das Leder in der Industrie, int Haushalt und in der /Orthopädie; Technik der Lederbelxmdlung in lückenloser Darstellung : der Werdegang des Leders: Werkzeuge zur Lederbearbeitung, der Taschenbügel in Geschichte und Mode und endlich eine -Bücherei Für das Museum ist bereits ein wertvoller Grundstock vorhanden. Schließlich wünschte Prof. Eberhardt für Offenbach eine alljährlich stattfirrderrde mehrtägige Leder- und Portefeuille-Messe, in deren Mittelpunkt das Museum stehen soll.
F. C. Aus Nheinhesscn, 20. Juni. Die Gesamteinnahme, .die die Gemeinde Budenheim aus der K i r s ch e 1 : e r n t e heuer Vereinnahmte, beträgt nahezu 100 000 Mark. Einzelne Landwirte
erzielten über 1000 Mk. Seck Jahren sind solche Erträge aus den Kirschen nicht vereinnahmt worden.
Kreis Wetzlar.
ra Wetzlar, 20. Juni. Unserem Kreisarzt, Medizinalrat Dr. Braun, wurde die Rote Kreuz-Medaille 3. Klasse verliehen.
ra. Bl asb ach, 20. Juni. Musketier Heinrich Keiner (Jnf.-Rgt. Nr. 131) erhielt das Eiserne Kreuz.
ra. S t 0 ck h a u s e n, 20. Juni. Gardeschütze Adolf Neu tGarde-Jnf.-Rgt. Nr. 6) starb den Ehrentod.
d. Aus der Bürger m e i ste rei R echt en b ach, 21. Juni. Um den Schwierigkeiten, die bei dem bisherigen Fleifchverkauf hervortraten, zu begegnen, find auch für die hiesige Bürgermeisterei Fleischkarten eingeführt. Die Abgabe von Fleisch oder Fleischwaren darf nur noch gegen Fleischkarten erfolgen. Vom Fleischbezuge ausgeschlossen sind solche Personen, in deren Haushalt außer Schweinen auch noch Rinder, Schafe oder Kälber geschlachtet worden sind. Für die vergangene Woche waren der Bürgermeisterei vom Kreiskommunalverband überwiesen: 1 Stück Großvieh, 3 Schweine und 5 Kälber. Der Verkaufspreis richtet sich nach der für dm Kreis einheitlich von dem Kreisaussch'uß in Wetzlar erlassenen Höchstpreisbekannt- maich-ung; hiernach kosten: das Pfund Schweinefleisch- mit eingewachsenen, nicht beigelegten Knochen 1,65 Mk., Kotteletts 1,80 Mk., Lenden oder Schnitzel 2,00 Mk., frisches rohes Schweinefett 2,00 Mk., ausgelassenes »Schweinefett 2,20 Mk., Blut- und Leberwurst 1,60 Mk., Rindfleisch mit 20 Prozent Kirochenbeilage 1,80 Mk. Lendenstück ohne Knochen 2,20 Mk. nnd Kalbfleisch mit 25 Prozent Knochenbeilage 1,00 Mk.
Hessen-Nassau.
]f Marburg, 20. Juni. In der gestern abend abgehaltenen Sitzung der Stadtverordneten wurde der schon mehrfach verhandelte Anttag des Magistrats, den Lauf der Lahn im! Weichbild der Stadt vom Nordbahnhof znm Südbahnhof zu regeln, in namentlicher Abstimmuno mit 13 gegen 6 Stimmen mit der Maßgabe genehmigt, den Plan erst nach dem Kriege offen zu legen nnd die Arbeiten auszuschreiben. Die Kosten, die auf rund 300 000 Mk. veranschlagt werden, sotten auch dann im Wege der Anleihe aufgebracht werden. — Ferner wurde beschlossen, im! Schülerpark unterhalb des am Ortenberg zn errichtenden Jnva- lidenheims für Jäger und Schützen als Kriegswahrzeichen eine zur Nagelung eingerichtete, mit einem Kreuz versehene Säule aufzustellen und dort gleichzeitig eine Sonnenuhr anzubringen. — Ein Antrag, den städtischen Arbeitern und Hilfsbeamten weitere Teuerungszulagen zu gewähren, fand ebenfalls' Annahme. — Die studentis che B.i sma r ck f e i e r . die noch im letzten Jahr in Form eines kleinen Gedenkaktes am Bismarckturnt gelegentlich der Sonnenwende begangen wurde, fällt diesmal ganz aus.
— Oberstedten, 21. Juni. Tie gerichtsärztliche Untersuchung des in der hiesigen Gemarkung tot aufgesundmcm Schülers Ernst Hacke! ergab, daß dieser durch die Kugel eines Füufmitti- metergewehrs erschossen worden ist. Man neigt der Ansicht zu, daß der Junge von einem Wilderer, der am Rehe pirschte, sür ein Stück Wild gehalten und erschossen wurde. Der Täter hat dann das Kind in ein Kornfeld geschleppt. Seine Spur ist jedoch- durch das anhaltende Regenwetter, das seit den: Verschwinden des Jungen herrschte, völlig verwischt worden. Der Täter ist noch, nicht entdeckt, doch glaubt man ihm auf 'der Spur zu sein.
g. Esch Wege a. d. Werra, 21. Juni. In dem benachbarten Dorfe Mengelrode geriet gestern: beim Grasmähen ein 13 jährches Schulmädchen zwischen die Messer einer Mähmaschine. Das Kind erlitt schwere Verletzungen, die nach kurzer Zeit den Tod berbei- führten. — Zu einer eingehenden Besichtigung des hiesigen Amts- gerichtsgebäudes, in dem bauliche Veränderungen vorgenomnren werde:: sotten, ttaf gestern der Pr. Justizminister Tr. Beseler hier ein. — Durch Großfener wurde in Lispenhausen bei Bebra die Ziegelei von Wassermann vollständig eingeäschert.
Englische Aussprüche über die deutsche Flotte.
Der Sieg, den unsere Seemacht am 31. Mai über die er:glische Flotte errang, muß nns um so glänzender erscheinen, je mehr wir uns den Hochmut und die Verachtung per gegen war tigen, mit dem sich England seit 50 Jahren über das Entstehen und Wachstum unserer Flotte geäußert hat. Hier eine Zusammenstellung dieser Aussprüche:
„Die Deuffchen mögen den Boden pflügen, in den Wolken segeln oder Lustschlösser baue::, aber nie seit Beginn aller Zeiten hatten sie das Genre, das Weltmeer zu durckaueren oder auch nur schmale Küstengewässer zu befahren " (Lord Palnverston 1848.) — „Jedes Kriegsschiff unter deutscher Flagge, das in der Nordsee erscheint, werde ich als Piratenschisf beha:rdeln und zusammen schießen lasten." (Lord Palmerswn.) „Die Deuttchen sotten sich den Luxus einer Kriegsflotte sparen." (Lord Palmersdon in der „Morning Post."' „Die deuftcheu »Sch-isfe sind nichts anderes als Willys Spielzeug." (König Edrmrd VII. „Eine große Flotte ist für uns eine Notwendigkeit und für Teutschlaiw ein Lnxrrs. Unser Reichtum geht verlöre::, wemr unsere Ueberle.g«rbeit zur »See gefährdet ist. Wir sind fest entschlossen, unsere Vorherrschaft auf dem Nösere aufrecht zu erhalttni." (Lord Churchill.) „Das (Schwergewicht und Zentrum der Seemacht hat sich in Europa in den letzten Jahren verschöbe::. Wir müssen unser Auge nicht :rur auf das Mittelmeer, sondern mit »Sorge, wem: auch nicht ntU Angst, auf die Nordsee richten. Sollte es zum Kriege kommen, so muß die englische Flotte in geeigneter Werse verteilt werden und kann den ersten Schlag führen, betwr die andere Parder Zeit findet, in der Zeitung zu lesen, daß der Krieg erklärt ist." (Admiral Lee.) „Es ist nnerträg-- lich, daß England allein durch das Vorhandensein einer deutschen Flotte dazu gezwungen wird, Vorsichtsmaßregeln zu tresten, deren es sonst nicht bedürfen lvürde. Wir haben früher schon einmal einer Flotte das Lebenslicht ausgedlasen, von der wir Grund hatten, Schaden zu befürchte::, und wir halten die deutsche Flotte für die einzige und wirkliche Bedrohung des Friedens in Europa." („Armee- und Flottenzeitung." ..Wenn dre deutsche Flotte 1904 von uns zerstört lvorden wäre, so hätten >vir für 60 Jahre in Europa Frieden gehabt." („Daily Choonicle."^ „Das Wachstum ter deutsche:: Flotte ttägt nur dazu bei, den Schlag, den sie oon England erhält, noch schwerer zu machen. D-ie deutschen (Schifte werden bald auf dem Grund des Mseves liegen oder als Prisen in die englischen Häfen hinweggesührt weihen. Hamburg und Br euren, der Kieler Kanal und die Ostsee werden unter den Kanonen von England liegen :md warten müssen, bis die Ent- schädigwrg festgesetzt wird. Dann körrnen wir zu Rußland und Frankreich sagen: Sucht euch Kompensationen! Nehmt euch innerhalb Deutschlands, was ihr wollt! Ihr könnt es haben! Oermaumm 6886 ctetendam! Nieder mit Deutschland!" (§afarday Review 1897.) _
vermischtes.
* Ein neuer Vorschlag zur Volksvermehrung in Frankreich. Angesichts der Massen französischer Reserven, die sich Woche für Woche bei Verdun verbluten, ist es sehr begreiflich, daß man in Frankreich eifriger als je auf Mittel sinnt, die geeignet wären, zur Volksvermehrung beizntragen. Wie verzweifelt man aber bereits nach einem solchen Wundermittel sucht, zeigt der jüngste in: „Ganlois- veröffentlichte Vorschlag, der an barbarischer Strei:ge alles bisher hierüber Geäußerte übertrifft. Die Mindestzahl voi: Kindern, beißt es hieri::, die jede Familie haben müßte, ist die Zahl 4, und das in Erwägung zn ziehende Gesetz sollte be- stiminen, daß nach dem Tode der Eltern die Erbschaft den Kindern nur dann in voller Höhe ansgezahlt wird, wenn es sich um :nin- destens 4 Kinder handelt. Sind nur 3 Kinder da, so sollte ein Vrertel des Erbes dein Staate zniatlen, bei 2 Kindern die Hälfte nnd bei einem Kind drei Viertel. Der „Ganlois" bemerkt hierzu, daß selbst der furchtbarste Krieg eine solche Strenge nicht recht- fertigen könnte, da sich ans dem Vorschlag logischerweise ergäbe, daß nn Falle des Todes eines kinderlosen Mannes das ganze Vermögen den: Staate anheiinfällt, wodurch die Neffen, die ans den Reichtuin ihres Erbonkels hoffen, zur Auswanderung aus Frankreich nnd Naturalisierung in einem weniger grausamen Lande getrieben werden könnten.
* Der verwandelte Schinken. Ein ländlicher Besitzer in der Ölähe von W 0 l m i r st e d t hatte, wie der ^Franks. Ztg." aus Halle geschrieben wird, für seine Berlmer Verwandten ein
Schwein geschlachtet nnd sandte nun die sorgfältig geräucherten schweren Schinken dorthin ab, nachdem er sie in die Kiste mit Rücksicht auf das Ausfuhrverbot seines Kreises als Kohlrüben angegeben hatte. Groß aber war das Erstaunen der Berliner Familie, als sie in den vom Vetter gesandten Kisten tatsächlich nur Kohlrüben fand. Briefe gingen sofort hin nnd her, aber es hat sich noch nicht aufhelleu lassen, wo und wie die Schinken ihre seltsame Verwandlung erfahren haben.
Gevichtrsaal.
Leipzig, 20. Juni. Das Reichsgericht hat heute die Revision der beiden Berliner F r a u e n m ö r d e r : n n e n , der Friseurin Johanna Ullmann u::d der Arbeiterin Anna Sonnenberg, die von: Schwnrgerccht Berlin wegen Mordes zum Tode und zu 2 Jahren Zuchthaus, bezw. einem Jahr Gefängnis und den üblichen Nebenstrafen verurteilt worden waren, verworfen Es ha>:delt sich um die Erinordung der Martha Franzke am 16. Mär in dem Friseurgeschäft Ullmann.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Tonnerstag, den 22. Jun: 1916 : Ziemlich heiler und trocken, tagsüber etwas wärmer.
Letzte Nachrichten.
Bevorstehende Abrüstung Hollands.
Zürich, 21. Juni. Der „Neuen Zürcher Zettung" wird aus dem Haag gemeldet: Der hiesigen „Avond Post" zufolge wird der holländische Kriegsminister am 1. August die Jahresklasse 190 7 der Artillerie und Kavallerie auf unbestimmte Zeit beurlauben. >Falls die Meldung sich bestätigt, märe sie das erste Anzeichen der Abrüstung Hollands.
Französische Stimmungen.
:. Köln, 21. Juni. Wie die „Köln. Zig." berichtet, hatte ein Vertreter des Schweizerisckien Presse-Telegraphen eine Unterredung mit einem vor kurzem in der Schweiz angekommenen Politiker aus Frankreich, der (fiel egen heit hatte, in persönliche Rücksprache mit einer Reihe englischer und französischer Minister, Ver- waltungsbeamte:: :md der höheren Generalität zu tteten. Nach den Aeußerungen dieser Persönlichkeiten, die der Presse-Telegraph verbreitet, fallen die bisherigen V e r l u st e Frankreichs über 2 M i l l i s n c n Menschen, einschließlich der Gefangenen betrage::. Um Deutschland zu einen: völlrgen Verzicht auf Eroberungsbesttebunge:: zu zwürgen, ^erachteten die ftan- zösischen Staatsmänner noch V/ 2 Jahre Krieg für notwendig und unvermeidlich. Die französische Finanzwelt sei dagegen der Meinung, daß der Krieg bis Ende des laufenden Jahres beendet sein müsse. Vor dem Kriegsende erwarte die Regierung keine Revolution, aber nach dem Kriege halte sie es für möglich, daß die Unzufriedenheit des Volkes in der einen oder andern Form zum Ausdruck kommen werde.
Kricgsrat im russischeu Hauptquartier.
Wien, 21. Juni. Aus Bukarest meldet die „Wiener Allgemeine Zeitung": Wie verlautet, hat der russische Zar für den 30. ds. Mts. einen K r i e g s r a t in das russische Haupt- guartier einberufen, an dem neben Kuropatkin Graf Radkv Dirni- triew und Brussilow sowie auch die britischen und griechischen Ge- neralstabsofsiziere teilnehmen sollen. Unter andere::: soll auf dem Kriegsrat entschieden werden, ob die russischen Reserven zahlreich genug sind, ütm eine länger dauernde Kriegführung im Sinne Brussilows aus halten zu kmrnen.
Engländer in Moskau.
Rotterdam, 21. Juni. In Moskau wurde ein Panzerautomobil mit einer englischen Marineabteilung, das^ sich auf dem Wege -nach dem russisck^en Hanptauartier befindet, begeistert begrüßt. Die Soldaten wurden -mit Blumen bestreut. Abends fuhren die Engländer nach der Front weiter.
Dir türkische Presse über den russischen Angriff.
Konstantinopel, 21.Juni. Die türLsche Prefte steltt vn allgemeinen fest, daß die seit AÄnaten vorbeveitete russische Offensive, auf die die Vicrverbandsmächte alle Hoffnung gründeten, keineswegs jene Wirkung hatte, die die Entente von ihr erwartet hatte. Die Blätter geben der Ueberzeicgung Airsdruck, daß die russische Osfeirsive wegen ihrer lokale:: Erfolge nicht imstande, sein werde, die österreichisch-ungarische und dercksche Front z-u erschüttern. „Tanin" schreibt: Die Riesenziftern der russischen Generalstabsberichte können nur mit Lächeln ausgenommen werden. Tie Ergebnisse der vergangenen 14 'Tage haben die Ueberzaugnng verstärkt, daß die Russen nichts werden erreichen können. Wir können heute mit größtem Vertrauen in die Zukunft blicken, weil der Sturm, der von Osten her drohte, bereits überwunden ist.
Die Erdrosselung Griechenlands.
i. Köln, 21. Jmri. Laut der „Köln. Ztg." meldet der „Seeolo": Der Vrerverband werde seine Forderungen an Griechenland erst dann stellen, wenn die Mockadc ihren Dienst geleistet habe. Ter Vierverband erwartet angeblich die völlige De- mobilisation der griechischen Armee, Mtransport sämtllcher grie^ chischen Truppen aus Makedonien. Abdankung des Kabinetts und Auflösung der Kammer. Für die Durchführung dieser Maßnahmen sollen Bürgschaften verlangt werden. Ernstweilen zeige sich Skuludis zum Nachgebcm nicht bereit, es sei notwendig, daß der Vierverband die griechischen Ereignisse scharf verfolge. Die sogenannte Teil- demobilisierung bestehe nur in der Beurlcucbunq der zehn ältesten Jahrgänge, die nur aus ganz wenigen Leuten beständen.
Äegefecht an der Westküste des Schwarzen Meeres.
Ha ag, 21. Juni. Bei Suttna au der Westküste des Schwarzen Meeres fand ein kleines Seegefecht statt. Vier Schiffe der türkische:: Flotte überftelen ein russisches .Kriegsschiff, das einige Leichter in der Richtung nach Odessa begleitete. Ein lebhafter Ar- tilleriekampf folgte. Aber die Streitenden sind offenbar erfolglos auseinanderge gangen.
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