Vom riif?!frf;cit Heer.
Berlin, 21. Juni. D-er russische General st ab soll, wie von verschiedenen Seiten gemeldet tvird, sämtlichen General- "iEamuraubos j>cr Feldarmee wiederholt zur Kenntnis bringen, da/ die Familien derjenigen Soldaten, die sich srei- Willis gefangen nehmen lassen, der gesetzlich ihnen Ankommenden dauernden Unterstützung verlustig gehen.
Der Druck ans Griechenland.
B c r I i n, 21. Juni. Verschiedenen Blättern zufolge soll der V i e r v e r b a n d neue d r a ko n i s ch e Forderungen an Griechenland stellen und die Auflösung des . Parlaments, Neuwahlen und die endgültige Beseitigung der Minister Gunaris und Skuludis verlangen, außerdem noch die Besetzung aller griechischen Häfen zur Ermöglichung einer Kontrolle, sowie das Recht der Ausübung der Polizeigewalt und die Besetzung der Bahnen zu strategischen Zwecken.
Aus Czernottntz.
Wien. 20. Juni. (WTB.) Anläßlich der Räumung von Ezernowitz erhält die „Neue Freie Presst" aus Czernowitzcr Universitätskreisen folgende Mitteilungen:
Als sich seinerzeit das Bedürfnis nach Wiedererössnung der Universität Czernowitz geltend machte, begaben sich der Rektor und Porektor der Universität ztrm Armeeoberkonunan- danten, um bei ihm wegen Wiederabhaltung der Vorlesungen vorstellig zu werden. Der Armeekommandant erklärte sich bereit, gegen die Eröffnung kerne Emwände zu erheben, falls die Professoren nicht einer eventuellen Räumung Schwierigkeiten entgegensetzen würden, wenn sich eine solche einmal als notwendig erweisen sollte. Dre Professoren erklärten sich bereit, ohne il>re Angehörigen nach Czernowitz zu dm men. Der Land.es Präsident der Bukowina gab hierauf die Einwilligung zur Eröffnung des ttommersemesters. Man ersieht aus dieser Vorsichtsmaßregel, die schon vor fo vielen Wochen ergriffen morden ist, ganz deutlich, nne sehr sich unsere Armetttttung die Möglichkeit einer eventuell notwendigen Räumung von Czernorvitz immer vor Augen hielt und wie wenig mau auch damals daran dachte, daß eine solsche ans die ganze Kttegsbrge Einfluß haben kömite.
Pvbelkrawotte Ln Padua.
B-erlin, 20. Jtzari. (Priv.-Del.) Das „Berl. tcfleM." meldet aus Lugano: In Pa.du«, sind wüste Pöchelkra- walle gegen Dainen der besten Gesellschaft vorgekommen, die beschuldigt werden, im Aufträge der O esterreich er vergiftetes Konfekt rrnter die Kinder verteilt zu haben.. Mehrere Damen wurden schruer mißhandelt und konnten nur mit äußerster Mühe der Lynchjustiz entFogeri werden.
Britische Truppen in Archangelsk.
London, 30. Juni. (WTB.) Das Reutersche BureuLt erfährt, daß eine selbständige und vollständia ausgerüstete britische Dvuppenabteillrirg in Archangelsk angekorw- men ist. „Daily Graphik" bemerkt dazu: Dies sei ein neuer Beweis für das enge Zusammengehen der Alliierten, und, Deutschland werde auf diese Weise erinnert, daß Großbritannien trotz der Prahlerei Deutschlands rnit seinem See- si'ieg nach wie vor die Meere beherrsche.
Der wirtschaftliche Druck der Entente auf die Schweiz.
Bern, 20. Juni (WTB.) Dü „Nene Züricher Zeitung" .beklagt sich über dü Nichtinne Haltung eines Lieferungsversprechens der Entente. Die Verhältnisse, unter welchen die schweizerische Textilindustrie zu leiden habe, seien geradezu unerträglich geworden. Baumwolle, Baumwollzwirn und Gmme kämen entweder so spärlich oder mit so großen Vevzogerungen nach der Schweiz, daß trotzBewillignng ,'Äer S. S. S. Monate vergehen, bis die Waren eintreffen, so j&fifc eine Menge von Arbeitern nur teilweise beschäftigt rverdett !. können und seit Monaten vüle Maschinen füll stehen. Der Bundes- flrat wird aufge fordert Schritte zu unternehmen, rmr die Berbands- | staaten davon zu erinnern, dcch trotz der Erfüllung aller vwg- sichen Formalitäten die Zensur große Stockungen erleidet. Es i fei die höchste Zeit daß in der schweizerischen Versorgung aus ^lden Verbandsländern eine rasche Besserung eintrete. Dü Schweiz, dü im Interesse der Menschlichkeit alles tue, um den. Verüb r mit Gefangenen und Verwundeten aller Nationen Mi ermöglichen,
. erwarte als ein Zeichen der Anerkennung «dum höflichen Watten nun auch einmal Daten in der Farm eines Entgegenkommens der zustmllngen Regierung.
Enthaltsamkeit von Alkohol in Norwegen.
K r i st i a rt i a, 19. Juni. (WTB.) Der Slaatsrat hat eure Gesetzesvorlage eirrgebracht betreffend dü pflichtgemäße Enthaltsamkeit während des Dienstes für gewisse, näherbe zeichnete Personen. Das Gesetz verpflichtet Mililärpersonen, Offiziere und Mannschaften während des Dienstes und sechs Stunden vorher zur Enü- haltsamkeit von alkoholischen Getränken. Weiter umfaßt die Gesetzesvorlage Passagiere befördernde Eisenbahnbeamte, Straßenbahn- und .Kraftwagen führen Dem König wird dü Ausdehnung des Gesetzes auf die Offiziere und Mannschaften der Passagierschiffe anheim gestellt. Das Gesetz bestimmt, was als Dienst aufzufafsen ist, und setzt Geldstrafen und Gefängnisstrafen für Uebertretungen fest.
Die Auseinandersetzung zwischen Amerika
und Oefterreich-Nngarn.
W a sh i n g t o n , 30. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die zweite Rote an Oesterreich-Ungarn wegen des Angriffs ernes österreichischen Unterseebootes ans- den Tankdnmpfer „Petrolite" fordert dem Vernehmen nach Entschuldigung und Schadenersatz. Oesterreich hat auf dü frühere Mitteilung darüber geantwortet, daß der Kommandant des Unterseebootes den „Petrolite" für ein markiertes feindliches Schiff hült und daß der Kapitän des Tankdampfers freiwillig Vorräte Pur das Unterseeboot geliefert habe. Das Staatsdepartement erhielt aber einen Bericht des Kapitäns des.„Petrolite", nach welchem das Schiff durch Granatenfeuer zum Halten gebracht und zur teilweisen Abgabe seiner Vorräte gezwungen wurde.
England und Amerika.
.Hamburg, 20. Juni. (WTB.,. Dem „Hamburger Fremden- lrlatr" wnd aus New Borker Schisfahttskreffen berichtet, daß in letzter Zeit dü Einkäufe der englischen Regierung tu Amerika fast von allen für dü Industrie und die Muni- ttoiwhesttttlimg Egen Rohstoffen erneu auffallend großen Umfang arnühm-en. In Zusammenhang bannt behauptet man. daß von englischer S-iü alles verflicht wird. dü in Amerika irgendwie versügbavon schiffsEume zu schartern, damit eine schleunige BerörderMkg aller Rohit-offt von Amerika nach England sichergestellt wenden feist. Dicht nur in Schfffahttskreism, so adern auch in v&itftwiüen Meisen Amerikas werden diese Bestrebungen 8er englischen Regierung dahin aas gelegt, daß sich. England für den Rost der .Kttegsdauec um jeden Preis wirtschaftlich u nabhämgig von Amerika machm möchte, damit sich die Regiemmg für dan Fall eine* enevgischecn Auftretens «et-etmaten Staaten nicht im geringsten gebunden zu fühlen vvauchi. Man scheint in England mit der Möglichkeit „u rechnen dü Ummenke Präsiden tenwa h l - ' Amerika zu un- basten ber englischen Interessen aussalüu ft , und England oauu Nicht mehr auf die bisherige umfangreiche wirtschaftlichst
Unterstützung Ä.necitas rechnen dc.rs. Wie lu s jteiu Joii- ern nutet, ist matt im Weißen Hause in Wajhtngton gegetr diese eigenartigen, charakteristischen, englischen Bestrebungen Englands keitt-eswcgs gleichgültig. Denn erstens werde damit kein großes Vertrat um aus den Sieg der Wilsonschen Partei bekundet, und zweitens wäre es der Wilsonsären Regierung selbst für der: Fall eines für sie. güngi- gen Ergebnisses nicht erwünscht, sich des wirksam et t wirtschaftlichen DruäeS beraubt zu sehen, der die einzige Waffe gegen die englische Willkür sei. Besanntlbch verkündet jetzt auch Wilson mit wahrnehmbarer Entschlossenheit den Willen seiner Regierung, die Freiheit des amerikatiischen .Handels und der amerikanischut^ stn- dustrie gegen jeden kriegführenden Staat ohne Ausnahme in Schutz zu nehmen. Diesem Versprechen kann er aber narr dann Nachkommen, tvenn t: r in der Lage ist, auch feinen; in dieser Beziehung an England zu stellenden Anforderungen dett nötigen Nachdruck zu gebet:. Man ist sich in New Bork völlig bewußt, daß die Aussichten Amerikas, seine Rechte geachlet zu sehen, sich im gleichen Verhältnis vermindern würde, wie England irr der Lage in, sich von den Bereinigten Staaten wittschaftlich unabhängig zu machen.
Die japanische Politik.
Berlin, 21 .Juni. Der „Lokalcrnz." berichtet aus Tokio: Die Leiter der drei großen politischen Parteien von Japan hätten die H a u p t l inien der ja p an ischen Politik festgelegt, nämlich Annäherung an China, Ausbreitung der japanischst Interessen daselbst und Verstärkung von Heer und Flotte.
Der Seefrkg.
Die Sperrung englischer Häsen.
Berlin, 20. Juni. (WTB.) Wir werden von zuständiger Stelle darauf aufmerksam gern acht, da.ß vom feindlichen Auslande immer wieder die Nachruht verbreitet wird, daß nach der Seeschlacht vor dem Skagerrak dhe deutschen Kriegshäfen, insbesondere Wilhelmshaven, gegen jeden Verkehr gesperrt worden seien. Diese Behauptttng ist völlig aus der Luft gegriffen urrd soll rreben anderen Versuchen, imr daz-u dienen, der deutschen Flotte Verluste arrzudichten!, welche sie nicht erlitten hat. Dagegen haben die Engländer Darmouth seit dem 1. Juni für die neutrale Schiffahrt gesperrt. Sie räumten die inneren Liegeplätze des Hafens von Newc a stle am 1. Juni von allen L^andelsschiffeir und sperrten den Hafen von Hüll völlig, auch für englische Schiffe, da dort mit allen Mtteln an der Reparatur von englischen Kriegsschiffen gearbeitet wird.
*
M a il and, 20. Juni. (WTB.) Der „Coiriere della Sera" meldet: Der vor San Reuto von einem feindlichen Unterseeboot versenkte englische Dampfer „Gaffa" hatte 6000 Tonnen Steinkohlen an Bord; die 32köpfige Besatzung wurde gerettet.
An demselben 16. Juni versenckte ein Tauchboot den itMeni- schen Segler „Do l nietta", der von Porto Mauricio nach Jschi-a untettoegs war. 'Dessen Kapitän erzählt, er habe wenige S«tmeilen von San Nemo einen italienischen Schoonec und eine ftalienische Brigg versenken sehen, deren Besatzungen gerettet wurden.
Am selben ?.'bend griff dasselbe Tauchboot den nach Genua be- stinrmten englischen Mchlendampser „Elyd Moore" an, der schoß und das Unterseeboot vertrieb.
Nachrichten ans Sestrie in der Levante besagen, daß am Morgen des 17. Juni die italienische Brigg ,,A ttSMcf" 30 Seemeilen vom Korsischen Kap versenkt wurde. Dü Besatzung wurde von dem Segler „Nuova Carolina" gerettet.
C h r i stian ia, 20. Jmü. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Ritzanschen BurEs. Das deutsche Auswärtige Amt teilte der norwegischen Gesandtschaft z>u Berlin mit, daß dü deutschen Behörde^ eine ecngehnüe Untersuchung über den Untergang des norwegischen Dampfers „P. Ham re" an gestellt haben. Das Ergebnis des norwegischen Seeverhörs würde rnit bm dünUichen Herichttn der Unterseo- bootskomnürndanten, dü Mr ftachichm Seit in dar -betreffenden Gewässern Dünst hatten, vergLichen. Kein Bericht ergab einen Anhaltspunkt dafür, daß der Dunrpfer versentt worden ist.
l ift S:iU i
Gber!e«tnartt Zmmetmann f.
Leipzig, 20. Juni. (WTB.) Wie die ,^8eipz Neuest. Nachr." von zuständiger Seite erfahren, stürmte Oberleut- ncrrtt Jmmelmann vor einigen Tagen mit seinevr Flugzeug ab uud erlag seinen ^rletztm^en.
Berlin, 21. Ittiff. An hervorragender Stelle geben alle Blatter dem Bedauern über den schmertzkichen Verlust Ausdruck, den unsere Flügerwehr durch den Tod des Oberleutnants JmMel- mamr erfahren hat. Wir alle, sagt dü ,Mossische Zeitung", das gantze deutsche Volk ttauvrn inn t lm. Er >war nns'^in Typ, er war HmÄerttanfezüen im Volke cirve Quelle der Zuversicht. Dü Feinde fürchteten chn. Sü nannten rhu den Adler von Lille, und selbst dü Engländer schrieben chm Bewundermvgsartrtel. — Das „Berliner Tageblatt" mauert daran, daß sein alü«rster Ein- deckerftng ein Erfolg war. Ter Engländer kreiste über dem deutschen Flugplatz. Der kleine Apparat Jmmelmanns schraubte sich rasch lfinaus, und der Engländer ffel ihm zur Beute. Ueber dü Gefahren der Kämpfe sprach Jmmelmann nicht. Das Machte er mit sick selbst aus. Er handelte als Flieger kühn und rasch, und er sinnch genau so wenig, als besonnene Menschen Ml «den pflegen. Seme Mienen erhellten sich, wenn er der Ehrungen, die ihm der Kaiser zuteil werden ließ, gedacht.' — In der ^Deutschen Tageszeittmg" heißt es: Mit seinem Kameraden Boelke, mit dem «er solange in der Zahl der Luftsüge in gleichmäßigem schritt und Sä,ritt miteifette, ist er längst z-unt Vvlksheld geworden. Erst im Verlause des .Krieges war der Tech-nckbr, in dem sein Zivil- bernf das Interesse für die Fliegerei geweckt hatte, zum aktiven! Osfftierskorps übergetr-eteu. Im Herzen des deutschen Volkes wird der jugendliche Sieger in den Lüften, den kein Feind zu bezwingen vermochte, mrd den mm doch so schmerzlich früh das Fliegerlos traf, fottlcben in^ der ersten Heldenreihc, in der Otto Weddigen und Graf Spee ihre von U nst e rb lichkeit nmkrärtzün Ehrrm-Plätze haben.
Der Wahlkampf in Amenka.
Nteiv Jork, 20. Juni. (WDB.) Funkspruch von dem Vertreter des WTB. Eine nette ErsckMnung in dem gegenwärtigen Wahlkampf ist dcvs bisher anscheinend geschlossene d eutschameri konische Votum z>u- gnnsten Hughes. Die dentschanterikanische Presse, sowie verschiedene deutschamerikanische.Körperschaften unterstützen die Kandidatur .Hughes. Es fehlt auch nicht a.n Versuchen in gewissen Kreisen, die deutschamerikonische Unterstützung .Hughes' in einem deutschfeindlichen Sintr auszubeuten. Einige Blätter behandeln das deutsche Votutn verächtlich und versuchen es als bedeutungslos hinzustellen. Es fehlt auch nicht an krassen Austvüchsen, tvie der Bemerkung in einem Leitartikel der „World", daß jede Stimme gegen Wilson eine Stimme für den Kaiser bedeuten würde. Die gemäßigten Blätter lveisen diers zurück. „Evening Post" entgegnet, dann sei desgleichen jeve Stinnne für Wilson eine Stimme fiir König Georg von England. Auf eine Anfrage bezüglich seiner Ltaltung gegenüber der Unterstützung seiner Kandidatur durch die Deutschen erklärte 5) u g he s , er trete für einen unverfälschten Amerikanismus ein, und jeder, ivelcher ihn unterstütze, unterstütze in jeder Beziehung nur die amerikanische Politik urw nichts anderes.
Aus dem Räche.
Berlin, 21. Juni. .Heute begeht der König von Württemberg sein vOjähriges Militärjubi- läunr. Die Blätter erinnern darmi, von welchem Wert für die Schlagfertigkeit der württenwergischen Armee und die Leistungsfährgkeit ihrer Höh:r7',i Truppenführer die vom König 1893 mit Preußen abgeschlossenen Vereinbarungen waren, durch die der Uebergang geeigneter württembergi- fct/er Offiziere in höhere preußische Kommando stellen gesichert ivnrde.
Stabt und £cmb.
\ Gießen, 21. Jtjni 1916.
Fier^chversorgung und 5raninchenzr:cht.
Neben der Geflügelzucht, dü seit Jahren in enger Zusammenarbeit der Geflügelzucht- mrd Hausftauenvereitte mit den Land- ivlttschaftstaurntern gefördett und aus einer wahllosen Luxnszucht zu einer nürklichen Nutzgeflügelzucht von hohem volkswirtschaftlichen Wette mtimcMt ist, ist plötzlich die früher so oft belächelt^ Kaninchenzucht zu großem Ansehen gelangt. Das, was einst mehr Spiel und Vergnügen der Kitrder war, ist heute ernste volksnütt- schaftlichc Arbeit. Dü lcurdnürtsä>aftlichen Fachblätter tveisen intimer tvieder auf dü Nottvendigkert der Ausdehnung der Kaninchenzucht hin, da sü, auf züchterischen Gttnrdsätzen aufgebatrt mrd hinsichtlich des Absatzes gut organiftett, einen nicht unerheblichen Teil der Fleischversorgung unseres Volkes^ leisten kann. Das Interesse für die Kaninchenzucht ist plötzlich so groß und dü Nachfrage so stark, daß heute Zuchttiere kaum noch geliefett werden können und vüle Interessenten aus spätere Zeit verwiesen werden müssen. Die Hauptjtütze rn der wittselxiftlich-cu Kaninchenzucht liegt bei der Arbeiterbevölkerung, auch der großstädttschen, sofern sie in Vororten beheimatet ist und über etwas Land verfügt, ferner bei der weniger bemittttten Bevölkerung der mittleren Meinftädte, den ländlichen Gewerbetteibend-en, bekanntlich seit Jahren mrch insibe- sondere bei den iEifenbahnarbeitern und den auf deM Lande an- läffigen Eisenbahnbeamten. Die übttge lmrdliche Bevölkerung hat sich Mit ihr verhältnismäßig wenig abgegeben. Es ist aber gelungen, dttrch Jüteresfferung der Lehrer gerade dü Kinder auf dem Lande 'ur die Kaninchenzucht zu geroinnen. Häufig haben fre Lehrer selbst Zuchtstalionen eingettchlet .und bald die größeren Schulländer zu Mttarbettern in der Kanincbenmcht erzogen. Durch Zuweisung von PraMen neben dein Schlackstpreife der abzulüsernden Tiere ist die lebhafteste >Fürsorge der Kinder für die Zucht erweckt. Wenn auch der Hauptwett der Kaninchenzucht dattn liegt, den eigenen Bedarf des Haushälters' zu decken und den Anspruch an dü sonstige Fleisch- Mhtting hevabzufetzen, so wird dennoch bei einer weiteren! Ausdehnung der Zucht auch die Beschickung des städtischen Marktes Tritt Kaninchenfleisch in nennenÄvertem Umfange erittreten. Auch tn.er haben häuftg die Lehrer vorbildlich gewirkt, indem sie für em ooer tnehrere Dörfer solche Sammelstellen für schlachtreif« Trerc etnrichten und den Versand an eine größere Sammelstelle ™ ^bMen, die später den gegenfertigen Ausgleich oder
nne Be) chtcknng des grofchädttschen Rlarktes durchführen.
Sehr erfteuiich ist, daß neben der Fl-eischerzeugtmg die Ber- werttmg der Felle von vornherein ebenfalls organisürt ist Es Bunde Deutscher Katrinchenzüchter die Fellnutzrmgs- geiel. «chast rn Verrrn (6. 23, Dircksenstr. 25' gegründet loördett, drc es ftch ^ur Aufgabe genwrlft hat, eine möglichst vrttswette Beo-« wettuirgder Felle und durch dü Zettträllstettrng dieses Kaninchen- WUmarktts auch ern möglichst gleichmäßiges Fellmäterial zu er- I^Iten. Wahrend früher für das Kaninchenfell vülleicht 10 bis Ä metev- wirrde, zahlt die Gesellschaft, natürlich je noch Att des Felles und Größe verschiedene Pveye von 50 Psg. bis Mark. Dü Gesellschaft hat, um rm Interesse der Züchber mogltchst gute Gewinne zu erzielen, eiu Merkblatt hevcMsgegchen, das dre .Haltung der Türe, die Schlachtung und das ÄMckge,i. das Kämmen .der Felle, sowie das Trocknen behandelt.
^ Hoffentlich bleibt dieser ettreulick« Aitffchw.mg der .Aininchen- zncht bestehen, so daß eine stete Schickung des Flttschniarküs mit Kanmck>enfleisch sich vvllzüht. Dü Erfolge, dü Frankreich und Belgier: ans diesem Gebiete mit einer MnrVtvecsvrgSrnq von 80 beKv. 20 Millionen Kaninchen mHftm cMch wer jchsrellch stens erreichen.
Amtliche P e r so n a l n ach r i ch t e n. Der Groß- b erzog hat am 14. Juni den vom Grasen Franz zu Solms- Rodelhetm aus dü erledigte evangelische Psarrstell« zu Ossenheim, Dekanat Friedberg, präsentierten Pfarrer Heinrich Beyer zu Glittersbach für dtese Stelle bestätigt und den Pfarrer sftiedrich H e l l w i g zu Kirch-Göns auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. September 1916 in den Ruhestand verseht.
** Das von der Stadt angelauf te Büchsen- frisch soll von Donnerstag, dem 22. d. Mts., tat jetorffi* bon 8—12 llhr vormittags und 2—6 Uhr nachmittags im städtischen Schlachthof (neue Schweineschlachthalle) b^irks- weift an die Einwohner abgegeben werden. Es handelt sich um vorzügliches Rinderkraftfleisch ohne jede Knochen. Das Fleisch wird im Ausschitttt abgegebetl, um jedermann-seinen Anteil zu sichern. Der Preis stellt sich auf 3.20 Mk. für das Psimb, wobei die Stadt kaum ihre Unkosten deckt. Näheres stehle Bekanntmachung.
** Verwundeten-Fürsorge. Um den verwundeten Kriegsteilnehmern Gelegenheit zur Unterhalttmg zu bitten, ftnden Donnerstag, abends von 1 bis 9 Uhr im Solbatenbeim musikalische Uebungsabende für Gesang- und Instrumentalmusik unter Leitung von Musiklehver Gernhardt statt, zu denen stimm begabte und musikalische Feldgraue wrlldnnmen sind
** Angehörige verbündeter und neutraler Staaten haben sich beim Wechsel ihres Ausienthaltsottes svwo^ bei ihrer Abreise wü btt ihrer Au kt m ft bei der Pvlizttb. Horde z,i melden. Düse An- und Abmeldung muß auf deti Pässen vermerkt sein. Personen, dü gegen düse Borschttft verstoßen, machen sich nach den Bestimmungen des Gesetzes über den ^ülaaerungs^ zu stand vom 4. Juni 1851 strafbar, außerdem setzen sich Zuwider-»/ handelnde bei' Inhaftnahme bis zur endgükttgen Aufklärnng des Sachverhaltes aus.
** Lebens mittelverordn nngs bücher. Für den Bettmaucher bedeutet es oft eine große Erficheveruny, daß er über ine Beftimmrmgen, dü im .Lebensnrittttverkehr getten, nicht oder vur ungenügend unterrichtet ist. Oft lüfett ihn diese Unkenntnis der Willkür des Verkäufers aus. In ttuägleu Stadt ; hat man daher dü Einrichtung getroffen, kl-ttrve Hefte den Verbrau.chern abzugeben, in denen alles verzeichnet ist, was der Verbraucher bttm Waren- ttrrkaus wffseu mich, stt es tiber Preise, stt as über erlaubte Bo- zugsmengen, sei es über andere BestrmmnuHen. Dü Stadt Mann- httm gibt ein solches Verordtnmgsheft, verfaßt von Dr. Hofmann, Vorstand der stcidtischen PrüffrugssteKe, jestt schon in dritter Ausgabe l>eraus. ^.Das Heft enthcW die Höchst und Richtpreise in Mannheim und ttueti Bericht über dü Tätigkeit der Prttsprü- fuiigsstelle Manul-eim. ?luch dü Stadt Frankfurt a. M. gibt ein Üebensnlittelvevordtrutlgsbuch hercais, aus dem der einzelne Verbraucher sich unterttchten kann über alles, nms er beim Einkauf wissen muß. Bitte andere deutsche Städte sind in ähnlicher Weise vorgegangeu. ^Das Verfahren ist sehr zu begrüßen, wttl es dem Verbraucher em Mittel an die Hand gibt, dü Ehrenbaftiqkttt und Rschtmäßigkttt des Verkehrs in Lebensmitteln üstzuftellen: es wirkt gleichzeitig vorbeug.md, rüdem der ttnzelne Händler nicht nvehr mit i>er Gutgläubigkert des PirbWnms btt unrochtmäßigon Mächenschlaften rechnen kann.
** ^ 1 c Anmeldung neuer Fern spirecha n schln sse welche gel-egeutlul) des planntaßigen Ausbaues der Fernftnechan- lagen tm kommenden Hochsommer uuö Herbst hergestttlt werden sollen, nriffseu - abgesehen von den Orten, in denen keine Unter-. brechung der Ferusprechbauarbeitett eintrritt, spätestens bis zum
1. August dtm zustäudigeu Postattstalten vorgelegt werden _
Ver spä te ta u g e m e l d e t e Anschlüsse, die infolgedessen außerhalb des Bauplans nur rnit A<ehr<rustvendungen <z. B. durch he-


