SfcwrivtowrftfTtfnt: 2üi der Düna unl> lucitn: südlich blS zur Pvtzeßje Infanterie- mid Artill«iesv«r. Unsere Artillerie beschoß geste,m heftig die seürSlickien Stellungen in Gegend von Dünaburg. In mehreren Abschnitten mtternomniene Angriffsver- ff«he des Feindes brachen sämtlich in unserem Feuer zusammen.
Kaukasus: Im Küstenabschnitt griffen die Türken wieder^ holt an, sie iiwrbett durch unser Feuer ab gewiesen. Am 14. Juni griffen die" Türken aus Richtung Bagdad an, besetzten die Stadt Saarpol (41 Kilometer östtrck) Kasr-Schirin), sie lvurden jedoch durch unsere Truppen wieder herausgeworsen und gezwungen, in ihre Mrsgangsstekttnrgen zurückzugehen.
Petersburg, 17. Juni. Bericht vom 17. Juni. Westfront: Um den 3Ä>rmarsch unserer Armee aus Lemberg auszuhallen, fuhrt der Feind, der durch Truppenteile von anderen Fronten verstärkt ist, cur manchen Orten w ü t e n de G e g e n -- ^ angriffe gegen die Truppen des Generals Brussilow aus. Westlich des Fleckens Kolk, am Styr ergriff Jur Feind gestern abend unter einem heftigen Feuer unserer Artillerie bei dein Dorfe Godomicze die Offensive. Der Angriff wurde abgeimesen. Hierbei machten unsere Truppen, die dem Feind auf den Fersen folgten, einen Vorstoß in seine Stellung am ddordufer des Styrs, wobei hie 15 Offiziere und mehr als 800 Mann zu Gefangene,t machten. .Nordwestlich von Rvzycze, nordwestlich von Lnck am Stochow, bemächtigten sich unsere von Oberst Kislyj befehligten Sibirier im Laufe eines heißen Kainpfes mit den Deutschen durch einen glänzenden Angriff des Torfes Swidniki und machten vier Offfziere und 450 deutsche Soldaten zu Gefangenen. Die berittenen Husaren von Weiß-Nußland, die durch das Feuer der Artillerie unterstützt wurden, unternahmen einen glänzenden Angriff durch drei ausgedehnte Linien des Feindes nnd säbelten mehr als zwei österreichische Kompagnien nieder. Gestern mittag besetzte unsere Kavallerie Radziwillow, nachdem sie den Feind daraus Vertrieben lullte. Sie fuhr fort, ihn auf Brodi zurück-zällreiben. Der Feind wurde von Stary und Nvwy Pvtezajew, sowie aus dem Kloster Rotezajew Krenjenjez verdrängt. Nach den. Aussagen ernes Armeekorps kommandanten, der Augenzeuge der gestrigen Kämpfe cm der Strypa war, wurde das ganze Lager des Feindes, das Deutsche und Oesterreicher umfaßte, durch das Trommelfeuer unserer Batterien in größte Uudrdnung versetzt. Die Feinde fielen zu Hun- betten. Abteilungen unserer Batterien, die im schnellen Galopp l.^rbei eilten, besetzten offene Stellungen, von wo sie divette Schüsse aus die Fliehenden abgeben konnten. Der Elan unserer Truppen war unwiderstehlich. In der Gegend von Hajwavonko-Kurdwanowka an der Strypa spielt sich ein heißer Kampf ab. Ter Feind untere ' nimmt wütende Angriffe ^nff der Straße Sniathm-Kolomea, wurde iedvch über den Tscherwalla-Fluß geworfen. IN der Gegend vvn Dünaburg setzte unsere Artillerie mit sichtlichem Erfolg das Bombardement der feindlichen Stellungen fort.
Kaukasusfront: Wir wiesen füir f tü r ki s ch e Offen- '' i v v e r su cke im Abschnitt Vvn TrapezUnt ab. IN der Gegend von Plcllana erzielten unsere Abteilungen Fortschritte. In der Richtung Mossrck gerieten nufere Aufklärer, 27 an der Zahl, auf eine feindliche Mteilung, die ungefähr 300 Männ stark war, lmd begann einen Kampf, der ohne Unterbrechung zwei Stnnden dauerte. Diese Handvoll Tapferer vertrieb durch ihr genaues Feuer den. Feind aus dem Abschnitt, den er besetzt hiett, und zwang ihn z u flie hen.
Reiche Obsternte im Osten.
Berlin, 17. Jüni. (WTB.) Für die dem Oberbefehlshaber Ost unterstellten Gebiete Rußlands steht eine reiche Obsternte zu erwarten. Es wurden in den Berwaltungsge- bieten alle Maßnahmen getroffen, UM d-ie Obsternte voll .und ganz zU verwerten. Ein Dell des Obstes Wird wahrscheinlich im Verwaltungsgebiet selbst verweiset, während ein großer Teil des Obstes aller Sorten ins Heimatgebiet abgesührt und dort verwertet werden sott. Es wird dadurch ein wertvoller Zuschuß für imsere Volksernährrmg geliefert. Das Obst soll in Waggons geladen und an die .Hauptmarktplätze Deutschlands geführt werden.
Der türkische Bericht.
Konstantinopel, 17.Juni. (WTB.) Amtlicher Bericht:
An derJrakfront versuchte ein feindliches Kavallerie- Regemierrt auf des rechte Digrösnser voLzurücken. Es ivnrde durch einen Gegenangriff einer unserer Wteilungen zuM Rückzug gezwungen und verlor einige Soldaten und Pferde, llnsere Abtei- lungen verjagten russische Kavallerie, die bei den Ortschaften Serpul und Zehab 25 KlloMeter östlich von Kasr-Schirin ouftrat. Als die Russen sich aus diesen Gebieten zurückzogen, zer- s. örteu und verbrannten sie das Gewölbe und andere Teile des Grabmales des Imam Hussein, das sich drei Stunden südöstlich Kasr-Schirin befindet, und zersetzten den Koran und die belligen Bücher in diesem Grabmal. Die bei Nrnch geschlagenen russischen Truppen wurden kräftig verfolgt und in die Gegend nördlich von den Ortschaften S a h i z und K e r d e ch verjagt. Bei diesen Kämpfen verlor der Feind 500 Mann an Toten und ließ drei Maschinengewehre in unserer Hand.
An der Kaukasusfront in einzelnen MschnAten örtliche Jnfanteriefeuergefechte. Am linken Flügel Stellungskämpfe der Vorposten. Unsere Artillerie verjagte zwei feindliche Flieger und einige Torpedoboote, die sich Sefch-ül-Bahr nähern wollten. Zwei Flieger, die aus der Richtung von Myäilene gekommen waren, ivarffn wirkungslos einige BvMben auf die Insel K e u st e n und auf ihr westlich^ Ufer. Sonst Nichts zu Melden.
Die Blockade Griechenland-.
Bern, 18. Juni. (WTB.) Einer Meldung des „Corriere della Sera" zufolge wird die wirtschaftliche Blok- kade der griechischen Küsten immer strenger. Für Griechenland bestimmte Getreidetadnngrn werden zurückgehalten. Der griechische in Rhodos beschlagnahmte Dampfer ,„Wnig Konstantin" ist trotz der Vorstellungen cruf der französischen Gesandtschaft nicht freigegeben worden.
Da- Kabinett Boselli.
Rom, 17. Juni. (WTB.) „Giornale d^Jtalia" gibt die endgültige Ministerliste, die Boselli am Sams- tasg abend dem .König vorlegte, wieder. Diese Lifte lautet: Vorsitz Boselli, politischer Kommissar für Kriegsdienste B i ss ol a t i, Inneres Orlando, Aenßeres S o n n in o, Schatz Careano, Unterricht Russini, Krieg Morrone, Flotte Corsi, Effenbahn-en und Handelsschiffahrt Arlotte, Justiz Sacchi, Finanzen Meda, öffentliche Arbeiten Bononi, Post Fera, Kolonien Colosima, Landwirtschaft Raineri, Industrie und Handel de Navas, Minister ohne Portefeuille Coman- dini. Boselli behielt sich vor, dem Köniae die Ernennung eines weiteren Ministers ohne Porteseiülle vorznschlagcni. Die neuen Minister versammelten sich am Srnmtag nach- :nittag bei Boselli und werden cmt Wontmi dem König den Cid leisten. b
Die Pariser WirtschaftSkonferenz.
Paris, 18. Jämi. (WTB.) Die wirtschaftliche Konferenz der Alliierten beendete gestern ihre Arbeiten. Es wurde einstimmig eine Reihe von Entschlie- ffuugerl Diese Entschließungen werden am 21. d .M.
in den Ländern der Alliierten vollinhaltlich veröffentlicht werden Die Mitglieder der Konferenz tourden nach Beendigung ihrer Arbeiten vom Präsidenten Poincare empfangen.
Eine englisch-französische Anleihe.
K r i st i a n i a , 17. Jpni. (WTB. „Morgenbladet" mel bei Wie verlautet, finden Perhandlungen zwischen cng- lli l.en und französischen Banken einerseits und skandinavischen Banken andererseits wegen Auf- nai)mc einer englisch-französischen Anleihe statt Es soll sich für die norwegischen Banken um 70 Millionen Kronen han-. deln. Ter Zweck dürste sein, Zahlungsmittel in Kwonen
für englffche und französische Schuroen zu ve,cl>i,jeu. Eene endgültige Entscheidung ist noch nicht getroffen.
Lebcorrm ttelmangeL in Holland.
A m ste r d a m , 18. Juni. (WTB.) Gestern kam es hier infolge des L e b e n s m i t t e l m a n g e l s und der großen Teuerung zu U n r n h e n in verschiedenen Vierteln der Stadt und zu Zusammenstößen mit der Polizei, die von der Waffe Gebrauch machen mußte. Am Montag wird ein großer Teil der Gemüsehändler als Protest gegen die un? genügende Zufuhr und die hohen Großhandelspreise den Verkauf von Gemüse und' Kartoffeln einstellen.
Der Seekrieg.
London, 17. Juni. (WTB.) Der Zerstörer „Eden" hatte in der letzten Nacht im Kanal einen Zusammenstoß und ist gesunken. 31 Mann wurden gerettet. Der Kapitän und zwei andere Offiziere werden vermißt
Ami gleichen Tage tvurde ans der Höhe der Insel Blica (?) ein großer italienischer Segler versenkt. Die Besatzung ist gerettet. - ' ,
London, 18. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Lloyds meldet, daß der englische Dampfer „Gasen" (3922 Bruttovegistertonnen) versenkt wurde.
Kopenhagen, 17.. Juni. (WTB.) Die „Berlingske Didende" meldet ans Malmö: Fünf große Dampfer der schwedischen Johnson-Linie, die mit Kaffee von Südamerika unterwegs waren, sind in der letzten Zeit von den Cngländern beschlagnähmt worden. Heute ist die telegraphische Mitteilung eingelausen, daß auch der Dampfer „Kronprinzessin Margarete" mit 50 000 Sack Kaffee in Ktrkwall eingebracht worden ist. Die Engländer behaupten, daß die Kaffeeladnngen zur Ausfuhr nach Deutschland nach dem Kriege bestimmt seien. In Schweden herrscht Kaffeemangel.
Generaloberst v. Moltke f
Berlin, 18.Juni. (WTB.) Die Deutsch-Asiatisch e G e s e l l sch a f t veranstaltete mittags im Kuppelsaal des Reichstages firr den GeneralselLmarschall v.-d. Goltz- Pascha eine Gedächtnisfeier. Der Feier wohnten unter an- bereit Staatssekretär Helfserich, Staatssekretär v. Jagow, Eisenbahnminister von Breilenbach, Kultusminister v. Trott zu Solz, der Oberbefehlshaber in den Marken, Generaloberst von Kessel und Reichstagspräsident. Dr. Kampf sowie viele Abgeordnete usw. bei. Die Feier wurde eingeleitet durch einen Trauermarsch von der Musikkapelle des Reserve-Jn- fanterie-Regiment .Nr. 93. Alsdann sang der Königliche Domchor.
Der Vizepräsident der Deutsch-Asiatischen Gesellschaft, Admiral z. D. von Truppel, cröffnete die Feier durch eine Begrüßungsansprache. Sodann hielten Wirklicher Ge- hermrat Dr. Fischer und Dr. V o s b e r g - Re k o w Gedächtnisreden. Nach einem abermaligen Chorgesang sprach seinem eigenen Wunsch gemäß der ftellv. Chef des Generalstabs Generaloberst von Moltke, ein Jugendfreund des Gcne- ralfeldmarschalls Freiherrn von der Goltz. Er feierte namens der Armee die Verdienste pes VerblicheMn. Als darauf der türkffche Botschafter Hakki Pascha in seiner Ansprache besonders vie Verdienste v. b Goltz' um die Ausgestaltung der freundschaftlichen Beziehurrgen zwischen Deutschland >und der Türkei hervorhob, fiel plötzlich Generaloberst von Moltke in eine Ohnmacht. Mehrere anwesende Aerzte bemühten sich um ihn. Admiral z. D. von Truppel erllärte sogleich die Feier für geschlossen, wonach die Anwesenden möglichst schnell den Saal verließen. Inzwischen war Generaloberst von Moltke verschieden. Die Leiche wurde alsbald nach dem Gebäude des Generalstabs überführt, wo sie aufgebahrt wird.
Als Sohn eines jüngeren Bruders des großen Feldmarschalls, des Landrats Adolf v. Moltke, 1848 in Gers- dorf in Mecklenburg geboren, trat der Verstorbene 1869 in das Füsilier-Regiment Nr. 86, wurde zu den Liegnitzer Könrgsgrenadreren versetzt und nrachte mit ihnen den Feldzug von 1870—71 mit , in dem er sich das Eiserne Kreuz erwarb. Nach dem Frieden stand er einige Jahre im ersten Garde-Regiment zu Fuß, kam in den Generalstab und wurde als Hauptmann zum zweiten Adjutanten seines Orrkels ernannt, den er nun bis zu dessen Lebensende begleitete. Heluruth v. Moltke wurde dann Flügeladjutant des Kaisers, kommandierte als Oberst das Alexander- Regiment, als General die erste Garde-Jllfanteriebrigade und die erste Garde-Infanteriedivision, und wurde 1904 zur Dreirstleiftung beim Chef des Generalstabs der Armee kommandiert. Bald darauf erhielt er die Ernennung mm Generalgicarttermeister und galt allgemein als Nachfolger des (Grasen Schlieffien, deffen Stellung er Anfana 1906 erhielt. In stiller Arbeit hat Generaloberst v. Moltke erfolw- verch daran gearbeitet, die Mhrer der Armee und ihre d'e- rnfenen Ratgeber für die gewaltigen Aufgaben eines Weltkrieges zu schulen und die Vo-rbereittrngen zu treffen, die das sichere Arbeiten der großen Maschine rm ?lugenblick der Mobilmack-ung verbürgten.
Be rli n, 18. Juni. (WTB.) Im Laufe des Nachmittags fuhr als enter der Ersten der Reichskanzler im Generalftab vor und sprach der Witwe des Generalobersten von Moltke am Sarge des Entschlafenen sein tiefstes Beileid ans.
Berlin, 19. Juni. Bei Beftmechimg des plötzlichen Todes des (Generalobersten Dum,» sind die Blätter einig, daß die Zeit noch nicht gekommen ist, ein abschließeicdes Urteil über den Ailleit des jäh Dahmaeschicdenen all den kriegerffchen Gveiqniffen der letzten Jahre zu fällen. Wohl aber stehe die Beveutung Moltkes als eines der erfolgreichsten Orgmllsato-ven unserer Friederis- rüstung fest. Seine Dättgkell hat sich über jene im Jnnenr, wie im Aeußeren rampffchweren Jahre erstreckt, denen der Funke znm Wettbrand entglonim. Ein Jahr vor dem K>riege durfte Moltke in per großen Wchrvvrlage das Rüstungsroerk des deutschen Voltes gekrönt sehen, dem auch seine Räitarbeit den schweren Weg ge^ cfmet hatte. Ein schönes Gefühl imrerer Befriedigung möge es ihm gewesen sein, als in den Tagen der Mobilmachung nach'j den Plänen, die auch seinen Namen trugen, der Aufmarsch der deutschen Heere mit der wunderbaren Regelmäßigkeit einer großen Maschine sich vollzog.
Eine Rede des Rönigs von Bayern.
Kelheim, 18. Juni. (WTB. 9iichtanrtlich) Nach der Erledigung der Tagesordnung in der Hauptversammlung des Bayrischen Kanalvereins ftihr Se. Maj. König Ludwig nach dem .Kelheinwr Hasen, wo durch den württemberqi- fd)en Gesandten vvn Moser die Taufe des 50. Schiffes des Bayrischen Lloyd auf den Namen .König Wilhelm II von Württemberg" vollzogen wurde. König Ludwig richtete aus diesem Anlot' ein yer^nches Telegramin an den König von Württemberg
An i>cu Taufakt schloß sich ein einsaäies Mahl in der Brauerei Ehrnlhaller, an dem auch der König t-cilnahm. Im Verlaufe de^-
iewcn .brachte Hofrat Ringe!rucnm-Würzburg einen Trink'vruch auf ben .ttt'nig auo. ttnmittelbar darauf erhob sich der König uitW wandte sich an die Teilnehmer der Tagung mit einer Ansprache^ cn oer er einen Rückblick aus die Jahrhundertfeier vor drei Jahren wars, an der der deutsche Kaiser und die deutschen Bundesfürsten: leckgenommen hatten. Der König sagte Weller:
Es war ein selten schön verlaufeire^ Fest. Daß ein Jahg daraus der Krceg ausbrechen würde, hat niemand geahnt. Aber das sollte und konnte auch damals jedermann wissen, daß, wenn das Deutsche Reuh wmals in einen Krieg verwickelt werden sollte, das ganze -reuffchland aufstehen und kämpfen würde ^Lebhafter Beifall.) Es fft ein großer Unterschied zwischen der Zell der Jahre 1813/14 und dem hundert Jahre danach ausgebrochenen Krieg. Damals nand, das kann nrcht geleugnet werden, der große Kaiser Napoleon der ganzen Welt gegenüber und die ganze Welt hat Monate ge- braucht, um chn nrederzuwerfen. Jetzt steht das deutsche Reich mit reuieil Verbündeten, der österreichisch-ungarischen Monarchie, der -lurlec und Bulgarien nahezu der ganzen Welt gegenüber, und es n "lntz daß man in sechs Monaten damit nicht fertig werden kann, ueverall haben nur gut und siegreich, gekämpft und ich freue mich, jopeit zu tonnen, daß, wo die Bayern dabei waren, sie ihren alten Ruhm bewahrt und befestigt, daß sie bei Freund und Feind einen guten Namen errungen haben, den guten Namen, den sie scholl ell vielen Jahrhunderten führen. Wenn der Krieg auch lang und schwer fft, >o pt das eben bei der Größe und Zahl unserer (^gner n W anders möglich. Da unsere Feinde uns mit Waffengewalt maji bezwmgen können, wollen sie uns jetzt durch Hunger und Not dazu zwingen, emen schimpflichen Frieden zu schließen. Es ist Auf- gm>e der Zurückgebliebenen, diese schwere Zeit der Prüfung über lieh ergehen zu laßen. Sic erdulden ja doch immerhin viel weniger ore vor dein Fellide stehen, besonders jene, die jetzt in, Frankreich vor Verdun kämpfen, die schwersten Kämpfe, die in diesem Krieg zu bestehen sind. Wir müssen und wir werden durch- halten. Das hat ja und es kann wohl nicht anders sein, seine große Schwierigkeiten, die Interessen der einzelnen! Staaten und der einzelnen Bevölkerungskreise aus zu gleichen. Aber «s wird und es muß gehen/ Es gehört •i 1 ! ? or Geduld.und Ausdauer. Cs gehört dazu, daß Nian Nicht den Mut sinken läßt, ebensowenig wie imsere vor dem Ferndi steherwen kämpfenden Kameraden. (Anhaltendes, lebhaftes Bravo?)
(Nne Lehre hat uns dieser große und schwere Krieg jedenfalls! ^.racht, und das ist che, daß wir dafür sorgen müssen, daß wir in -ourunst o hne Hilfe von aufwärts uns iml Deutschen Reiche allein «fahren können. DaA fft nur möglich, wenndreLand- kyaft gefördert wird, und die Landwirtschaft kann nur dadurch gefordert werden, wenn sie auch in ruhigen Ztttell euren !Erttag brmgt und ihren Mann ernährt. Wie Sie wissen, betreibe ich selcht seit langer Zell die Landwirtschaft, und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, ivenn sie prosperieren soll, so muß sie intenpo betneben werden. Mt der Landwirtschaft allein ist es natürlich Nicht getan. Auch I n du st r i e und Handel müssen gedeihen. Wüs unsere Judusttie in diesem Kriege geleistet hat, hat memand jemals ftir möglich gehalten. Abgeschnitten von der ganzen «V."' n #»“ olle Bcdürfniffe der Industrie decken,
^o^/^^oel hat allerdings eine sehr schtvere Zeit, denn er ist airgewresen auf das Reich nnd die Verbündeten Staaten. Wir kön- nen nur wunichen, daß die alten und neuen Beziehungen zu unseren Verbündeten sich imürer inniger nnd fruchtbringender gestalten Je flÄ,,« 1 ” rn nch geeinigtes Mrtsckiaftsgebilde, desto votteilhafter fft es ftir den Handel und die Industrie. Aber ein Bllideglied brauchen wn für alle diese wirtschaftlichen Beziehungen, und nicht das geringste unter dle,en Bindegliedern ist das, was unser Verein an- strebt. Er strebt an, daß^ die alte Wasserstraße neu belebt, daß sie ^rbtmden wrrd. Durch ganz Deutschland zieht sich ein Gebirge, nJrwVv Norden scheuet und nur durch wenige
Fluße dirrchbrocheii wird, vont Rhein und von der Elbe. Es be- S ^uc dringende Notwendigkeir, diesen iiördlichen und südlicheir Teil üllt^ander rn nähere Verbindung zu bringen.
^ ?rng besprach hierauf in sachkundraer und eingehender einselnnT .Kanalprmekte, besonders die zwei für Bapern des Mains mit der Weser m£ be$ der Donau. ZrrrüMrend zum allen Lndwig^Donau- Mcnn-Mnat, fuhr ^eme Mmeslät fort:
. . ^^diese Wasserstraße veraltet ist, fft nur nattirkich Ist es m,? ^urde. Seitdem ist nichts oder
nur wemg dafür geschehe, Was wir- alle brauchen und woKen, Mter Großschrffahttsw^. Wie er hergesteltt wird, das steht nocbnickit fest Mer das steht fest, daß in Kelheim die Donau für bat Grvßschllsahttsweg hergerichtet wird, ebenso nne der Main m, Bamberg. Wenn sich die Herren der letzten Dezenren enitnerit, so tonnen [te gewaltige Forffchritte erkennen, und ich grattisiera H^rreii, und mcch mir selbst von garyem Herzen« Ob ich dre Vollendung des .Kanals noch erleben werde, weiß ich mcht. Aber das h-offe ich noch zu erleben, daß der Main bis Bamberg von großen Schiffen befahren w \ x *\ ^or ein paar Jahren war unsere Tagung in Ulm. Damals hat oente Majestät der König von Württemberg als erster Snverän der Sitzung des Kanalvererns beigeivochll. Darüber herrschte große llvcude^ nicht minder aber auch darüber, daß mm nreh r WLtttem- verg sich unseren Bestrebungen ausckfloß. Diese Bestteb,mgen haben ffch werter ausgedehnt, und werm r>rS Schiff, das wir hellle ans deii Namen des Königs Wilhelm II. von Württemberg getanft haben, die Donau hiiiauffährt, so deutet auch das auf 'eine gute Zukunft. ^ Seren nnr froh über das, was lvir erreicht habeii und fahren w»r fort m unseren Besttebungeri. durck» Hebung des Verkehrs und besonders der Wasserwege die VolVrvirtschuft zu fördern Mnne Herren, ich danke. Ihnen, daß Sie nun schon rast 25 Jahve mrt mrr ansgehalteir haben. Ich hoffe, noch oft mit Ihnen zu- sammensein zu köimen. Dem Kanalverein aber rufe ich ein herzliches Hoch! zu.
Der RÄ>e des Königs folgte lebhafter Beifall.
Hauptversammlung des Deutschen Llottenvereius.
Berlin, 18. Juni. (WTB.) Dex Deutsche Flotten v e r e r n hielt heute vormittag im SitzüNgssaale des Hervachmff« dre 15 Ordentliche Hauptversammlung unter dem Vorsitz de Großadmirals v. Köster ab. In der Eröffnungsrede gedacht Großadmiral v. .Köster zunächst jenes Gvoßadmirals, der sich u, die Entwicklung der Marine mit einem so gtänzendeii Erfolc unablässig benrülst. hat mid sagte, daß Tirpitz ' Geist in de Marine iveiterleben lverde. lieber die Seeschlacht am Ska ge r r a k sagte der Redner: Hier wurden der ersten Seemacht dc Welt dank der Besatzungen und der Führer, der glänzenden Tapfe, feit der Besatzungen und der Vorzüglichkeit des Schiffs material io empsindttche Verluste beigefügt, daß sie trotz seiner zahler mäßigen Uebermacht eine einpfffidttche Schwächung^ des Feindk bedeuten. Hier hat sich gezeigt, was hervorragende taktische Durck bildamg, einheilliches Handelu der Führer, harinrnvisches ZusamMer arbeiten dm- Einzelverbände der Lllllenschiffe, Kreuzer uiid %o' pedoboote, sonne eine tadellose Ausnutzung der attilleristische und Torpedowaffe auch gegen elllen erstklassigen Feind zu leiste vermochten. Im Anschlliß hieran gedachte Admiral v. Köster au der stapseren österreichisch-iungarischen Marine grge eine fast erdrückeiide Uebermacht, die Erfolge zu erzielen ve nrocht habe. Inn ivelleren Verlairf der Rede, wie^ Großadmiv v. Köster darauf hin, daß Deutschland einer ülierseeischen Kolo n i a l- und Wirtschaftspolitik nicht eittbehven könne wen es seiner Industrie die notwendige Selbständigkeit >nähren' woll Bei Bespreckmng des U -Bo o t - K r i e g es erinnerte der fstedn, daran, welche völkerrechtswidrigeil Maßnahnlen Englmid gege die lUBoots-Gefaln getroffen hat, und meinte: Ms die Verband« machte den von der' Regierung! der Wer. Staaten aemachtenVorschla^ alle HandelSdanipfer: zu erltwaffnen, zurückwiesen. raubten sie ta sächlich uuseveu lllBoots-.Wnrmandanten die Möglichkeit die ritte lichm Gesinnung sympathische Schonlma der Mmnffchasten dei' ^ torpedierenden Schiffe zur Durchfülmmg zw brffigen, da in d Feststellung der Bewaffnung ein Oiefahrenmonumt ftir das U-Bv liegt. Gerechterwerse muß deshalb Euglaud mrrd seinen Bmide- genosseu dre Schuld für das, ivas jetzt geschehen mußte, für d Gefährdung von Menschenlelum zugeschrreben werden Wenn ch Einschränkung im Gebrauch des Li ftes als nolwend erachtet, wird, fo liegen dafür sicherlich schiverwiegende polllisch


