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Erstes. Blatt
(6b. Jahrgang
samsLag, ll. Juni (9(6
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Heile Kämpfe in Wolhynien, vergebliche Angriffe der Aanzosen am „Toten Mann".
(WTB.) Großes Hauptquartier, 16. Juni. (Amtlich.)
We st licherKriegsschau plah.
Links der Maas griffen die Franzosen mit starken Kräften den Süd hang des „Toten Mannes" an. Nachdem es ihnen gelungen war, vorübergehend Gelände zu gewinnen, wurden sie durch einen kurzen Gegenstoß wieder zurückgemorfen. Wir nahmen dabei acht Offiziere, zweihundertachtunddreitzig Mann gefangen und erbeuteten mehrere Maschinengewehre. Eine Wiederholung des feindlichen Angriffes am späten Abend und Unternehmungen gegen die beiderseits anschlietzenden deutschen Linien waren völlig ergebnislos. Der Gegner erlitt schwere blutige Verluste.
Rechts der Maas blieb die Gefechtstätigkeit, abgesehen von kleineren, fiir uns günstigen Jnfanteriekämpfen an der Thiaumontschlucht, im wesentlichen auf starke Feuertütigkeit der Artillerien beschrankt.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Gegen die Front der Armee des Generals Grafen Bothmer nördlich von Przewloka setzten die Russen auch gestern ihre Anstrengungen fort. Bei der Abwehr des Feindes blieben über vierhundert Mann gefangen in der Hand des Verteidigers.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Die Lage ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
* i *
Die russische Offensive ist zweifellos ins Stocken gekommen, und wenn der neueste ösberreichisch-urrgarffche Heeresbericht bemerkt, in Wolhynien entwickelten sich an der ganzen Front neue Kämpfe, so ist damit sicher, daß die Zuversicht unserer Verbündeten gewachsen ist, durch Gegenangriffe den Feind wieder zurückAu treiben. Im Augenblick mögen die russischen Angreifer noch Hoffnungen hegen, durch äußerste Anstrengungen weiter Raum zu gewinnen, ckber jeder Tag wird die Lage zugunsten der Zentralmächte ändern, die ihre Gegemnaßregeln wirksam werden lassen. So glaub-'t auch ein schweizerischer Offizier, Oberst Egli, die Lage auffassen zu Müssen; in den Basler Nachrichten kommt er zu folgendem Schluß:
De r vorsichtige Beurteiler der Lage wird sich darauf beschranken müssen zu sagen, daß es den Russen allerdings gelungen ist, -wischen dem Pruth und dem Dnjestr, an der unteren Strypa Und in der Gegend von Luck djL österreichisch-ungarischen Stellungen zurückzndrängen, stellenweise Metteicht auch zu durchbrechen. Aber das Zentrum von westlich Tarnopol bis über die Grenze Galiziens hinaus, sowie der nördlich an die Rokitnosümpfe angelehnte Flügel haben bis jetzt mit Erfolg Widerstand geleistet. Ein russischer Durchbruch großen Stils mit seinen verderblichen Folgen für die ganze Aufstellung ist heute noch nicht zn erkennen, wohl aber eine Verlangsamung wes russischen Angriffs, "die aber vermutlich nur kurze Zeit dauern wird. Auf jeden Fall sind die Operationen weder bei der einen noch bei der anderen Partei abgeschlossen, so daß also in nächster Zeit noch größere Kämpfe zu erwarten sind. Ob sie aber eine rasche Entscheidung bringen, kann noch nicht erkannt werden. Mir scheint es zweifelhaft zu sein wegen der von den Russen gewählten Hauptangriffsftont und der zunehmenden Widerstandskraft der Truppen der Zentral Mächte.
Welche Hoffnungen durch das Mißlingen der russischen Offensive scheitern würden, das verrät uns das französische Matt „Bonnet Rouge", das besonders die Wirkungen auf dem Balkan ins Auge faßt und also schreibt:
„Tie russische Oss-ensive in Wolhynien und Galizien ist sowohl eine strategische wie diplomatische Operation. Indem Unsere Verbündeten zur Offensive übergingen, bezweckten sie vor allem, die Italiener von dem österreichischen Druck zu befreien und den deutschen Einfluß, der in den Balkanländern immer größer wird, zu durchkreuzen. Niemand in Frankreich! zweifelt daran, daß die Truppen Ecckwrnas große Tapferkeit gezeigt haben, daß sie aber aucb an verschiedenen Punkten zurückgehm mußten. Zweiftlsohnc! hat Salandra die Lage genau erkannt, wenn er in der Kämmer eiklärte, daß, wenn auch die Lage augenblicklich sehr schwer sei, sie immerhin noch nicht als gefährlich angcschaut werden könne. Trotzdem forderten die Klugheit und die Solidarität, daß die Freunde Italiens rasch zu Hilfe ellten. Italien hat durch seinen Eintritt in den Krieg wrrtschaftllch schwer gelitten. Es wäre mtrtj von ihm zu viel verlangt, wenn es auch militärisch! allein mit dem Feind fertig werden sollte. Nun sind weder wir, noch die Engländer in der Lage, Italien zu Hilfe zu kommen, da wir selbst schwere Arbeit gegen die deutschen Anstürme, deren Heftigkeit uich Kraft selbst unsere größten Optimisten bekehrt haben, zu verrichten haben.
Mehr als in Athen würde eine den Zentralmäcbten zugefugft Reihe von Niederlagen in Bukarest bewirken und sür uns glückliche Folgen haben. Man darf sich nicht verhehlen, daß Rumänien am ■meiften von unseren Feinden beackert wird. Die Deutschen haben von den Rumänen bedeutende Erleichterungen für ihre Lebensmittelversorgrrng erborgt, indem sie ein wirtschasllichcs Bündnis schlossen, aus dem die Deutschen und Bulgaren bedeutenden Nutzni ziehen. Man darf nun nicht vergessen, daß von einem wirtschaftlichen liebereinkonrmen zu einem politischen Bündnis ein rascher Schritt ist. Dre Diplomaten der Wilhßlmstraße arbeiten nun sieberhast an der Lösung dieser Frage, die Rumänien völlig aus die Seite unserer Gegner stellen würde. Es ist klar, daß die Entente nicht amtätig bleibt, um die deutsch-österreichischen Pläne in Bukarest zu durchkreuzen. Wenn man den Verblendeten beweisen könnte, daß ihre militärische Macht fähig ist, diejenige unserer Gegner zu beherrschen, so würde die Feststellung dieser Vorherrschaft unseren Diplomaten die wirksamsten Ueberzengiungs-,
mfttel in die Hand geben, imt die deutschen Pläne auf dem Balkan zu vernichten."
Eis lag daher an den Armeen des Zaren, die Italiener durch einen Angriff am! Styr und an der Strypa zu entlasten, so daß die Oesterreicher gezwungen sind, ihre Truppen, die in die Lombardische 'Ebene stoßen wollten, dorthin zu werfen. Aber die Stöße, die Brussilow an der österreichischen Front führt, gestatten nicht nur den Jtalieueren, Atom zu schöpfen, sondern sie wecken ein Echo auf dent Balkan und vornehmlich in Rumänien. Wir würden Nun vqn einer ungeheuren Naivität sein, wenn wir noch weiter -nicht glauben wollten, daß die griechische Regierung im Einverständnis! mit den Zentralmäcbten und Bulgarien handelt. Sicherlich wird c£ unseren Feinden nicht seine Soldaten leihen, aber es wird ihnen auf seinem Gebiete keinerlei Schwierigkeiten Mächen, und alle die Kundgebungen von Benis-elvs werden nicht ein Vota an diesem Zustand ändern. Einer unserer Fehler war in der Tat, anzunehmen, daß der Einfluß dieses früheren griechischen Ministers Griechenland für uns günstig gestalten könnte. Nur eine Sache konnte einen Umschwung in der Haltung der Athener Regierung bringen: nämlich eine Reihe von wichtigen Erfolgen der Verbündeten. Wenn wft nun noch nicht in der Lage sind, eine siegreiche Offensive an der Front von Saloniki zu beginnen, M kann der russische Angriff diesen Zweck erfüllen.
Von der letzten Maftprobe Rußlands wird allerdings sehr viel abhängen. Gelingt der Durchstoß Brusfilows nicht, wird er im Gegenteil durch die vereinigten deutsch-österreichisch-ungarischen Heere wieder zurückgedrängt, so werden sich zunächst in Rußland selbst wichtige Konsequenzen ergeben. Denn das russische Volk wird an der Grenze seiner Geduld angelangt sein und die neue Enttäuschung, die durch die übertriebensten Siegesfanfaren eingeleitet worden war, würde schwer ertragen werden. Eine Demoralisierung des russischen Heeres, die es von größeren Kriegsplänen im wesentlichen ausschalten würde, wäre unvermeidlich. Und damit würde der letzte Schleier vor der Erk e n nt nis dtzr Balkanstaaten fallen! Wohin die gegenwärtigen Nei- g u mg e n Griechenlands und Rumäniens gehen, hat das genannte französische Blatt wohl rrcyttg erkannt. Wollen wir in ein besonders interesscrntes Kapitel enttäuschter Hoffnungen der Entente hineinblicken, so wenden wir das Blatt der Geschichte um ein Jahr zurück und lesen die großen Ankündigungen, die sich unsere Feinde heute vor einem Jahre geleistet haben. Welche Hoffnungen wurden da auf Italien und die Dardanellen-Unternchmung gesetzt! Dem „Militärwochenblatt" entnehmen wir folgende hübsche Znsanrmenstetlung:
Zn einer Parlamentsrede erklärte Asquith nach „Daily Telegraph" (16.6.) in bezug auf das Dardanellen-« unternehmen: Ich will nur einen einzigen Punkt nttttessen, der nach meiner nicht leichtsinnig gebildeten Meinung als eure Unternehmung von höchster Wichtigkeit anzusehen ist, soweit ich mir überhaupt ein Urteil bilden kann, daß es sich nämlich (bei den Dardanellen) um ein Uicternehiwen handelt, das wir zu einem! erfolgreichen Ende durchführen werden.
„F-iga r o" (17. 6.) meldet: Heute ist das Et schmal sowohl als die Straße nach Trieft, geöffnet, und in militärischen Kressen ist man Merzeugt, daß die Eveignssse sich mm überstürzen werden.
,^Jaurnät" (17. 6.) berichtet: Nach „Rußkij Invalid" ist die Niederlage der Deutschen auf denk linker: Dnjestr- U f-e r tatsächlich ein völliger strategischer Zusammenbruch.
„Temps" (17. 6.) schreibt laut „Corriere della Sera": Der Luftangriff auf Karlsruhe nach zehn Monaten Krieg ist die erste große Mahnung für die deutschen Stabte. Deutschland hüte sich vor den folgenden!
„Petit Parisien" (17. 6.) behauptet: Warschau wird eine deutsche Beheizung nicht erleben.
„Temps" (17.6.) erllärt: Gallipoli, die erste Eroberung der Türken 100 Jahre vor der Einnahme Konstaattiuopels, liegt unter dent 'Feuer unserer Gefthütze. Byzanz wird den siegreichen Ginzng der Verbündeten sehen, deren Fahnen über den alten ehrwürdigen Mauern weben werben. Daher die verzweifelte Anstrengung, um dies unerbittliche Verhängnis, das die Mittelmächte ebenso grausam wie bie Türkei selbst treffen wird, hinaus- zuschiebeu.
Heute sind die Trümpfe der Entente bedeutend bescheidener geworden, und wenn Brussilow seine Karte noch so laut auf den Tisch niederschlägt, so gibt es vielleicht ein augen- blickliches Zusammenschrecken der Gemüter, aber noch keinen Endsieg!
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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 16. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 16. Juni 1916.
Russischer Kriegsschauplatz.
Südlich des Dnjestr schlugen unsere Truppen feindliche Kavallerie zurück. Sonst in diesem Raume nur Geplänkel.
Westlich von Wisniowczchk dauern die Anstürme russischer Kolonnen gegen unsere S-tettmrgen fort. In der Hand der Verteidiger blieben zwei russische Offiziere und 406 Mann.
Bei Tarnopol keine besonderen Ereignisse.
In Wolhynien entwickeln sich an ganzer Front neueKämpfe.
Am Stochod-Styr-Abschnitt wurden abermals nretzrere Ucbergangsversuche abgeschlagen, wobei der Feind immer schwere Verluste erlitt.
Italienischer Kriegsschauplatz^
Die Kümpfe im Südteil der Hochfläche von Doberdo endeten mit der Abweisung der ßeindtichen Mgrrffe. Ebenso
scheiterten erneuerte Vorstöße der Italiener gegen einzelne unserer Dolomiten-Stellungen. Auf der Hochfläche von Asiago sind lebhafte Artilleriekämpfe im Gange. Im Ortler-Gebiete nahmen unsere Truppen die Tukett- und hintere Madatsch-Spitze in Besitz.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Nichts von Belang.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Feldmarschalleutnant.
*
Ereignisse zur See.
Ein Geschwader von Seeflugzeugen hat in der Nacht vom 15. auf den 16. Juni die Bahnanlagen von Portogruaro und Latisana und die Bahnstrecke Porto- gruaro—Latisana, ein zweites Geschwader Bahnhof und militärische Anlagen von Motta di Livenza, ein drittes die feindlichen Stellungen von Monfalcone, San Canzian, Pieris und Bestrigna erfolgreich mit Bomben belegt und mehrere Volltreffer in Bahnhöfen und Stellungen erzielt. Starke Brände wurden beobachtet. Alle Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung unbeschädigt eingerückt.
Flottenkommando.
. T m m m
Der französische Bericht.
Paris, 16. Juni. (WTB. Mchdamllich.) AEcher BerLhk vom Donnerstag nachmittag. Auf beiden Moasnftru kemcrkei Jü- fanteri Tätigkeit. Im L-Lufe der Nacht waren die beiderseitigen! Llrtillcrien m der Gegcmd vom Ehatborcomck, forme m den Abschrnt- ten nördlich von Sonville tätig. In den Vogesen wurde eine starke feindliche Abteiftmg, die mit Hilft lebhaften Geschützfeners unsere Linien zn erreichen suchte, durch unser Mchchmengewehrftuer zurück geschlagen. Ern anderer Handstreich der Deutschen gegen mrftre Stellungen nordwestlich Bonhomme scheiterte vollkommen.
Amtlicher Bericht vom Donnerstag abem). Am linken Moas- uftr eroberten unsere Trnppeir nach artilleristischer Vorbereitung in stürmischem Angriff einen dentschen Schützengraben an den Südabhängen vom Toten Mann. 130 Gefangene, darunter 3 Offiziere, Weben in nnsever Hand. In Gegend von Chattancourt und an der Höhe 304 starke Artillerietätigkeit. Am rechten Maasuftr beschoß, ber Feind heftig die Abschnitte von Thiaumont und Souvrlle. Zeitweiliges Artillerieftuer an der übrigen Front.
Belgischer Bericht: Außer der gewöhnlichen Artillerietätig- keck ist von der belgischen Front nichts zn berichten.
Zusammenstoß zweier französischer Militärflugzeuge
Bern, 16.Juni. (WTB.) Nach aus Frankreich vorliegenden Meldungen erfolgte bei Lnxcurl ein Z u s a m m e n- st o ß zweier Misstärffugzeuge in der Luft. Beide Flugzeuge wurden gänzlich zertrümmert. Die vier Flieger sind tot.
Der russische Bericht.
Petersburg, 15. Juni. Westfront: Aüf der Düna- fr o n t und südwesllich des Naro-tsch-Sees eröffnete die feindliche Artillerie an vielen Orten ein heftiges Feuer auf üuftve Grabens auf das Deboncksterungs versuche der Deutschen folgten. Me diese Versuche wurden ab gewiesen. In der Gegend von Barauowftschi kam es zu einem örtlichen Kämpft, in dessen Verlauf uns zunächst gegnerische Gräben in die Hände sielen. Unter dem Drucke der Deutschen zogen wir uns wieder auf unsere Ansgangsprunkte zurück. Dft Offensive de rT ruppe n Br us silows dauette gestern ftrt. An verschiedenen Frontabschnitten haben wir neuerdengs Gefangene geinacht nnd Beute eingebracht. Ter Feürd setzte an einzelnen Stellen ftmen Gegenangriff Port oder befestigte sich auf fernen neuen Stellungen. Nach ergänzten Mitteilungen lassen sich fttzt ftlgende ZaUen arrfstellen: Es wurden gefangengcnommen: 1 General, 3 RegftnentsMumcurdauten, 2467 Offiziere, 5 ©ani* tätsoffrziere, ungefähr 150 000 Soldaten, erbeutet wurden 145 Geschütze, 266 Maschinengewehre, 131 Bombentverftr, 32 Minen-- Werfer.
Baltisches Meer: IN der Nacht vom 13. auf 14. Jmri griffen unsere Torpedoboote feindliche Dampfer unter militärischer Begleitung an. Im Verlauft des Kampfes versenkten wir voU den deutschen Begleitschiffen zwei kleine Torpedoboote Und einen Hilfskreuzer, dessen Besatzung gefangengenotmiven wurde. Mir erlitten weder Verluste, noch Havarien. Im Verlauft des Kampfts flohen die deutschen Dampfer nach den schwedischen Gewässern^ weshalb wir sie nicht verfolgten. i
(Notiz: Hierzu erfahren wir von zuständiger Seite, daß in dem obiger: Bericht die üblichen russischen Uebertreibungen enthalten sind. Ke in deutsches TrTrPedoboot oder dem TorPlHoboots- typ ähnliches Fahrzeug oder sonst ein Kriegsschiff "bis auf das gemeldete Hilfsschiff „Herma u n", sowie kein Hcurdeksschiff ist verloren gegangen. Die in dern Bericht gemeldeten Ueberlebenden! von dem Hilfsschfff „Hermann" wurden von eigenen Fahrzeugen ausgenommen.)
Die Pariser- Dsirtschaßtsrorffereuz.
Bern, 15. Jüni. Die „Agenee Havas" verbreitet im neutralen Anslande Blatterftrmmen :nr Pariser Konferenz, unter denen auch „Te mps" angefübtt wird. Wie wenig die zitterten Aeußermrgsn des offiziöftn Vlatets dessen wirlliche Ansichten wiedergeben, beweist -eine Nachprüfung des sragttchen Leitartikels. Hierin komrnt klar z?rm Ansdruck, daß das Bbttt gegenüber den gegebenen mrtttäri scheu und polittschen Realitäten voi^ theorettschen Erörterm«gen ans der 5tz«rfevenK gar nichts erwartet. Es sagt: Wft meinen mit Lbovd George, daß es sich zunächst darum handelt, den Krieg zu gewttmen. Wollte man für die Zeit nach dem Friedenssckstnß eine Zvllmüon schaffen, um der deuttch-österreichücheil Zollunion emsr Damm so


