Ausgabe 
13.6.1916 Erstes Blatt
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tag der ^uottavui mcl)t vorudergeyett lauan, ohne He eut

Geschenk 51 t erfreuen.

** Die AusL a hlu ng der Fa mr 1 renunterstutzun -- (iou an bk Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen für 16. bis Ende Csitni 1916 fiitbrt statt: An diejenigen, deren Namen beginnen mit AH Dorurerstag, bcn 15. Juni, J~R Freitag, den 16. Juni, SZ Samstag, den 17. Iran. Tie Untergen dürfen nur an den vorgenannten Tagen äbgehvlt werden. Näheres siehe Vekarmlmachimg.

** Spargel-Perkauf. Unter Voraussetzung, daß regel- nlästige Lieferung erfolgt, werden Spargeln abgegeben gegen Bor- »amict der Auc>weiskarte in tveister Farbe am 15. Juni, gelben Farbe' am 17. Juni, weißer Farbe am 20. Juni. Ferner gegen Vorzeigung der Ausweiskarte in gelber Farbe am 22. Juni, blauer Farbe am 24 Jmri Näheres ist aus einer amtlichen Bekannt- maämng im Anzeigenteile dieses Wattes KU ersehen.

" P 0 st s 6 ) e ck v e r k e li v. Im Reichspostgebiet ist die Zahl der Postscheckkunden Ende Mai 1916 auf 12|0 230 gestiegen. Ruaaita im Monat Mai 1977 .) Aus den Post checkrechmmgen wurden im Mai gebncht 2422 Millionen Mark Gutschriften und 2437 Millionen Mark Lastschrülen. Bargeldlos wurden 2723 Mtl- ltonen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Postschecttnnden betrug int Mai durchschnittlich 309 Millionen Mark. Int lieber,veisungsverkehr mit dem Auslande wurdet 6,1 'Millionen Mark umgefeht.

** Der Lriegsausschust für Verb rauchsinte essen in Griesten .(Vertretung von 30 wirtschaftlich tätig OrgamstrtionLN) hat an den Präsidenten des Reichs-Ernährungs achtes, Oberipräsidenten von Batvcki-Bledau, folgende Ern gäbe gerichtet, die wir au dieser Stelle veröffentlichen wollen, wer! die Unterlagen der Eingabe aus unserem lGrnähtungsbezirke eirt- iwmmen sind, irnd die Anregungen, die sie gib-t, auch dann all­gemeines Interesse beanspruchen, warn sie nicht zur Ausführung stomnren sollten.

Ew «Exzellenz wollen nitterzeichnetem Ausschuß« gestatten, über eine gerechte Verteilung der slärhruugsmittel folgendes vorzutragen:

Daß die vorhandenen Lebensrnittel zur Volksernährung ge­izigen, wenn eine gerechte Verteilung stattfindet, davon sind wrr überzeugt. Ter Erbitterung weiterer Bevölkerungsschichten ent- geq-enznwirken, dürfte ebenso wichtig sein, wie die eigentliche Kriegs- sührnng. Die Mnssenansammbrngerr vor den Lebensmittelgetchästen dürfen nickt noch größeren Umfang nehmen. Welchen Eindruck weiten diese A n s a m m 1 u ng e n auf die vi^ffach vorübergefüh-rte^t Gesangemm machen? Der Fleischgenuß kann imzwmfelhasl etn- geschrÄkt werdet:, wenn es pti Turchhalten erforderlich ist. Eine Zwangsregelnng derart, daß obtigatorischl allerorts so viele nu­merierte Nah rungsmitte Harten verausgabt 'werden, üme tatsächlich Mengen zur Verfügung stehen, ist unb^ingt forderlich. Gbensv sind die Verkaufszeiten und -Stellen nach N ummern z«u regeln.

Haus-fch lach turn gen müssen unter strengere Kvntrotwn ^ (gestellt und den. Haushaüungen dürfen dabei nicht mehr Flepch, Fleischworen Fett znstehm. wie sie im allgemeinen sonst der BevöKerung Futeil werden. Als ungerecht empfindet ma n^, v ast die ländllck^ Bsiölkerrrng aus der Gerste beliebig viel Brotmehl hat. dagegen die sonstigen Verbraucher einschl. unserer Soldatest sich mit der ihr zugeteillen Ration begnügen müssen. ....

Bwtter und Eier müssen der Bevölkerung gleichmäßig zugeteitt werden, während jetzt nur derjenige Butter und Eier erhält, dem es an Zeit und Ausdauer nicht mangelt, m stunden­langem Gedränge sich ein Viertelpfündchen Butter oder ein paar Eier in öfterer Wiederkehr von der Verkaufsstelle zu erobern. Auf dem Lande stnd noch große Mengen Landbutter rnrd Eier, die nach Belieben abgegeben oder vom Händler ausgekauft und nach den StÄchen zu wahren Fantasiepreisen verbracht werden. Anderseits ziehen Städter, selbst unter Außerachtlassung aller Vervrdnnngeu scharenweise aufs Land, um in vevabscheunngswürdrger Weise unter gegenseitigen Ueberbietungen Butter und Eier einz-ukaufen. Es ge- i'ditrfrt di^ auch da ganz öKentlich und fast unbehindert, wo Höchst­preise bestehen. Uni dem vorKnbeugen, sind wohl auch so manckie partikularistische Ausfuhrverbote entstanden. Schließlich überbot ein Kreis oder eine Stadt die andere mit Anreiz-Höch-stpr et sen zur Lebensmittelheranlockung oder Abhaltung von Nachbarmärkren.

Das sind uiiwürdige Zustände, die ohne Zögern abgestellt werden müssen. Wenn auch jeder Zwang sin allgemeinen zuerst lSstig erscheint, so wirkt er schließlich doch äußerst wohltuend für jeden einigermaßen sozial deiikenden Menschen. Im Interesse der Durchhaltung sind einheilliche Zwcmgsmaßiiahmen unerläßlich.

Das Ein Hamstern von Nahrungsmitteln müßte verboten werden. Nicht allein, daß solche eingehamsterten Mengen der ge­rechten Verteilung entzogen werden, sie verderben auch vielfach durch Mangelnde Einrichtungen und Erfahrungen. Es erregt große Erbitterung, daß diefemgeti, die Geld genug, und destoweniger Ge­wissensskrupel haben, sich reichlich versorgen könrten, andere da­gegen verzweifelten Aiisblick nach Lebensmitteln halten. Letztere treten stets in die Reihen der Unzufriedenen, Machen sich mehr oder weniger laut bemerkbar und regen andere ebenso an. Damit wird dem unbedingt nötigen Durchhalten entgegengewirkt. Wohl un- beabsichtigt haben seitlsier Milckärverwaltungen Aufkäufe mit Ueber- schreitung der Höchstpreise gemacht, was vermißen werden sollte. Der Zwischenhandel, hauptsächlich derjenige, wo Lebens- Mittel nur von Hand zn Hand gehen, um jedesmal einen Verdienst herausMschlageu, der die Lebensimittel schließlich ungewölmlich der teuert, wußte verboten wmden.

Es wären daher folgende MahnahlMen dringend er­forderlich: . ^ t

1. Alle bestehenden Höchstpreise für die Lebensmittel mtd

anfznheben und dafür möglichst übereinstimmende Sätze anfzusteilen, die wesentlich niedriger sind, als die jetzt in partikular,sttscher Werse entstandenen Anreizpreise in den StKüen. Der Zwischenhandel ist zu verbieten. Auch die Militärverwaltungen haben sich an die Höchstpreise zu halten. ^ . -

2. Soweit es noch nicht geschehen, srnd Einkaufsorganr- sationen zwangsweise zu hüben. Für Butter und Eier z. B. sollten die schon früher den Handel ausübenden Händler demrt organisiert werden, daß sie allein berechtigt siiid, Butter und Eier aufzukausen und nach Weisung der Zentrale gegen^ angeme ssen« Vergütung abzuliefern. Privatpersonen sollte das Kaufen direkt vom Erzeuger verboten sein.

3. Erzeuger und Verbraucher sollen nur berechtigt fern, pro Hcrushaltungsmitglied (oder Gast in Gast- und Speiseh äusern usw.) eine festzusetzende s 3Jbmgc von Lebensmitteln im Vorrat zu haben

4. Die Gerste sollte auch beschlagnahmt bezw. nur im Verhältnis der zustehenden Brottation belassen tverden. Zu Futter­zwecken, würde die Gerste nur als Kleie wieder zuzu teilen sein, well sie sonst doch nur zur Stteckung des Brotgetreides Verwen dimg findet.

5. Für die hauptsächlichsten Lebensmittel sollten nume­rierte Bezugskarten nur im Verlstlltnis der zur Ver sügung stehenden Mengen ausgegeben werden. Die Abgabe der Lebensmittel hätte in nach Nunnnern bestimmten Zeiten und

^ Verkaufsstellen zu erfolgen.

Wir sind überzeugt, daß die Durchführung der vorstehend empfohlenen Maßnahmen möglich ist, wenn sie von maßgebender Stelle angeordnet wird, und hoffen gerne, daß Ew. Exzelttnz das Erforderliche baldmöglichst einleiten werde.

In aller Hochachtung

Valentin Müller, Vorsitzender.

Kreis Büdingen.

sc. Büdingen. 12. Jirni. Der Kreistag genehmigte den Kreislässenvoranschlag für 1916 mit 408 789,17 Mark in Ein­nahmen und, Ausgaben und setzte die Kreissteuer wie in den Vor fahren auf 190 000 Mark fest. Der Kreis l>at bis jetzt an milienunterstützungen in 3452 Fällen Bewilligungen eintreten lassen, 480 Fälle abgelehnt An Reichsunterstützungeu wurden 1.221 060 Mark und an Preiszuschüssen 210 280 Mark gewährt In 142 ^Fällen wurden 12 294 Mark Wochenhilfen verausgabt Zur Bestreitung dieser Aufwendungen nahm der Kreis insgesamt 1502 000 Mark aus

A Kohden, 12. Juni. Gefreiter Otto Uhl von hier, Fahrer im Feld-Artillerie-Regiment Nr. 61, 2. Batterie, erhielt die Hes'

Tgvkerk?itsmedcl!l.",

A U n ter*(betynu 11 en, 12. Jumi. DiVMstchlfehvLen sich in unserer Gemarkung! so vermehrt, daß sie zu. einer wahren Plage werden und den Geflügelzüchtern sehr großen Schaden verursachen. In der letzten Woche sind etwa sechzig Hühner ans unserem Dorfe von Füchsen geholt worden. Am Hellen lichten Tage holte ein Fuchs eine Henne mit sämt­lichen Kücken. Auch den Elstern fällt manches Küchlein zur Beute; sie treten in diesem Jahre in hiesiger Gegend ebenfalls sehr zahlreich auf. Der Schaden ist in der gegen­wärtigen Zeit doppelt empfindlich. Hoffentlich Helsen die Jagdpächter bald dieser Plage ab; ein Jäger erlegte am Samstag bereits drei Füchse.

Kreis Alsfeld.

---Alsfeld, 12. Juni. Der H aus ha l tun gs p 1 a n des Kreises Alsfeld für 1916 wurde vom Kreistag aus 334 906 Mark (i. V. 331958 Mark) festgelegt. Die Unterhaltung des Kreis­straßen erfordert 155 000 Mark. Für Unterstützungen an ehe­malige Kriegstelliiehmer sind 27 152 Mark, für die Fürsorge an Geisteskranke, Taubstumme und dergleichen 30 000 Mark, für Landarme 5000 Mark und für gemeinnützige Zwecke und Anstalten 2900 Mark vorgesehen. Der Ostpreußenbeihilfe stellte man 2000 Mark zur Verfügimg. Als Selb sNvir t scha ft er verausgabte der .Kreis 274 733 Mark, gegen 282 623 Mark Einnahmen. Insgesamt er­zielte er aus dem Verkauf von Ueberschußg-etveide einen Rein­gewinn von 16 417 Mark. Der Kreis konnte aus der letzten Ernte verkaufen 29 004 Zentner Hafer, 82 458 Zentner Weizen und Roggen und 30 490 Zentner Kartoffeln. Die Metallablieferung ergab einen Umsatz von 360 000 Mark. Für Lebens mittelbesch a ffüna verausgabte er 120 000 Mark, für Famllienunterstützlmgen 850 000 Mark.

Kreis Laulerbach.

-ü- Freiensteinau, 13. JiUii. Den Tod fürs Baterlülid starb der Musketier G^org Fehl. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

-ü- Gunzenau, 13. Juni. Bisher wurden unter den hie­sigen Kriegern der Wehrmann Karl Stroit und der Kanonier Heinrich Orth mit der Hessischen Tapfcrkeitsmedaille ausgezeichi'.et. Gefreiter Heinrich S ch m a 1 b a rf) erhielt Ende Mai, nachdem er kilrz vorher befördert worden war, das Eiserne Kreitz 2. Klasse.

-ä- Ober-Moos, 13. Jtmt. Lcmdstnrminann Anton Döring wurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaiste aus­gezeichnet.

rr Schlitz, 13. Juni. In der vergangetten Woche suchten Diebe zur tiäciülichen Stunde das nabe gelegene Dorf Nieder- Stoll heim. Eilt zuerst in der Gastwirlschasi von Lips beabsich­tigter Einbruch wurde durch die Hausbewohner vereitelt. Bei bem Wagnermeister Govpel hatten aber dam: die Einbrecher -- es waren deren mindestens zwei mehr Gluck, denn hier siel ihnen außer einem kleinen Geldbetrag noch der gesamte Inhalt der N ä u ch e r k a m m e r in die Hände. Die Spur der Spitzbubett weist nach auswärts.

Kreis Schotten.

Lanbach , 13. Juni. Dem schriftlichen M a t u r i t ä t s- xamen haben sich in dieser Woche an biesigent Gynmasitlm drei Oberprimaner unterzogen, die Ende Februar die Einberttfung zum Heeresdienst erhalten hatten, um dann zur Erlangtmg ^der Reise- vrüftmg wieder entlassen zu werden. Hermatm Schneid, Sohn des Taitziitetsters Schltcid von hier, Musketier im Jttf.- Rgt. 116, hat das Eiserne Kreuz verliehen bekommctt. Das Fest der Goldenen Hochzeit feierten hier die Eheleute Schreiiter- meister Arnold A tz b a ch und Fron, geb. Frmtzisktts.

Kreis Friedberg.

Q. Bad-Nauheim, 13. Juni. Trotz des ungünstigen Wei­ters! brachten die P i i n g st s eiertage unserem Bads einen außerordentlich starken Verkehr. Um die große Zahl der Gäste aus nehmen zu können, mußten zu den Konzerten der Kurkapelle, nebeii dem großen Saal des Kurhauses, sämtliche Räume des Kurhauses den Besuchern geöffnet werden. Für die Verpflegung ber_ vielen Tausend Ausflügler hatten die Behörden durch Bereitstellung von Lebensmitteln, die vor bem Fest zum Verkauf kamen, gesorgt e. Bad-Nauheim, 13. Juni. Lola Artot de Pa dilla, die Solistin des dritten Philharnionischen Konzerts am

l 8 iährlge Adolf Geiger aus Schonberg ni Württemberg^ Jar feiner Wohnung fand man eine Monge Prügel Werkzeuge : Ochien- ziemer, Schlagringe, Stöcke u. s. w.

---Frankfurt a. Ai.. 12. Juni. Heule nachmittag schlug auf b c in M ai 11 ein mit zwei Personen besetztes Boot um. Während einer der Insassen von de»n am Ufer stehenden Publikum mit größter Mühe gerettet wurde, ertrank der 17jährige Jakob Weingarten aus der Neuen Krame 18. Die Leiche wttrde nach kttrzer Zeit geborgett und dem .Hauptfriedhof zugesührt.

Gedenket der Gebnrtrtagsjpende für'; Kote Are«;"!

Vermischtes.

' Wie die Franzosen im eigenen Lande h a u st e n , davon legen noch heute die Ruinen der Stadt Les Baux in der Provence beredtes Zeugnis ab. In der Nähe von Arles an den Abhängen der Chaine des Alpines gelegen, war Les Baur im Mittelalter die-Hauptstadt einer der mächtigsten Graf­schaften der Provence und zählte damals 4000 Einwohner. In den Httgeitottenkriegen unter Richelieu und Ludwig XIV. wurde die Stadt in den Jahren 1633 und 1663 von sraitzösischen Truppen belagert und in vattdalifcher Weise fast vollstättdig zerstört. Ter Rersende, der «uf der Wanderung durch die sonnige Provence nach Les Baux kommt, findet dort ein kleines, artnseliges Landstädtchen von katlm 400 Einwohnern, die in halbzellastenen Gebäuden Hausen, die allenthalben ttoch Spttren der eittstigen Größe und Vergangen­heit atisweisen. Ueberall neben diesen heute noch bewohnten Häusenr erhebeit sich die düsteren, verfallenen Ruinen der alten Befestigungsanlagen mit ihren Turnten, Bastionen und Schanzen, die sich in malerischem Panorama durch die kleine, enggebaute Stadt bis aus die Berghöhen ziehen,-wo man heute noch die puren des alten Ilöinerlagers erkennen kantt, das hier der Konsul Marius int Jahre 102 v. Ehr. gegen die Zimbern und Teutonen errichtete. Vielleicht bleiben näch dem Kriege auch Städte wie Ypern, Arras, Reims und Verdun teilweise in ihrett Ruinen er­halten, um noch, wenn längst über ihre »ont Pulverdampf ge­schwärzten Trümmerstätten Moos und Efeu gewachsen sein werden, die spätesten Getterationetr immer wieder an die Schrecken des Weltkriegs zu erinnern, der einst diese Gegenden verheerte.

Donnerstag, den 15. Juni, -abends 8 l /.i Uhr, im Konzerthcms, ent lammt einer berühmten Künstlerfamilie: ihre Eltern, Xefirec Artot, Koloratursängerin. und 'Pablo de Padilla, der bekannte Baritonift, waren regelmäßige Gälte an den ersten Opernbühnen der Welt. Am meisten heimisch aber fühlte sich das berühmte Künstlerpaar in Berlin. Auch Lola Artot, der Gast am nächsten Donnerstag, ist ein Liebling der Berliner; sie hat in Berlin die Schule besucht, spricht und schreibt deutsch wie eine Deutsche, s i e em pfändet deutsch, trotz ihrer spanisch französischetc Ab­stammung, und beteiligt sich an allen vaterländischen Wohltätig­keits-Veranstaltungen in Berlin lvährcnd des Krieges in tut eigennütziger Weise. Sie ist seit einer Reihe von Jahren am Königl Opernhaus als jngendlich-drnmattsche Sängerin tättg und sowohl als Mozartsängerin wie auch als Liedersängerin ganz ansgezeich net. Lola singt am Donnerstag die bekannte Rvsen-Aric aus Figaros Hochzeit, ferner zwei Liederreilfen am Klavier von Franz Schubert, Robert Schumann. Hugo Wolsf und Richard Strauß. Jedenfalls bietet das Auf­treten einer so vorzüglicheti Ojesangskünstlerrn ein Ereignis in un serem so reichen, musikalischen Kimstlebeti.

Stmckenburg nnd Rheinhessen.

ch. Bingen, 12. Juni. Der P fing st verkehr hätte gestern in unserer Gegend einigermnßeii unter ungünstigem Wetter zu leiden, im übrigen aber war er befriedigend. Die Hotels waren besetzt und die Ausslugspunkte der Uni gebnng, wie das Nattonaldenknral aus dem Niederwald Rochusberg, Rochnskapelle, Scharlachkopf, der Binger Wald mit seinen verschiedenen Forsthänsern wiesen eiitert starken Besuch auf. Auch die Rheindampfer iixrmt besetzt nnd so enttnickelte sich lMtte lvie gestern am Mittelrhein, an der Nahe nsw. ein lebhafter Pfingstverkehr.

Kreis Wetzlar.

# Wetzlar, 12. Jtmi. Lln der Kreuzung der Lähnbnlm und der Sttecke LollarWetzlar hat sich gestern ein bedauerlicher Unfall ereignet. In einem Mckitärzug war ein 19jähr. mgger Feldgrauer auf die Decke des Wagens gestiegen, ktrrz bevor der Zug die Kreu zung passiette. Er schlug orit dem Kopf gegen die Eisenkonsttuktton der Ueberbrückung, die den Bahnkörper überspannt, imtrde vom Wagetl herabgeschleudert und war sofort tot.

ra. Lützellitiden. 12. Juni. Um den Schwierigkeiten der Petroleumktiappheit zn begegnen, haben die Gemeinden Kinzen bach, Dtünchholzhausen und Lützellinden beschlossen, im Anschl'. an die U e b e r l a n d z e n t r a l e der Buderusschen Eisenwerk elektrische Ortsttetze ztt batten. Diese tverdett ttach dep Projektett des sachverständigen Jngettiettrs Dr. Kraetzer ans Bingen mit verzittkten Eisenseilen attsgeführt.

Hessen-Nassau.

[] 931 arbürg, 12. Jtmi. Bon Montag, den 19. ds. Mts werden in der Stadt Marburg F l e i s ch k a r t c u eingeführt. Die Metzger müsien sogenannte Kundenlisten vorlcgen. Nachde, kürzlich alle Gemeinden ttoch Kartoffeln geliefert habett. ntacht das Laitdratsamt bekannt, daß jedes Verfüttern von Kartoffeln der alten Ernte fortan verbotet: ist. Es tttuß unverzüglich festgestellt werden, ivelche Kartosseltr noch abzttgebeit sind. Ztt belassen sind nur die zttr menschlichen Ernäbrtmg ttoch erforderlicheit Vorräte.

= Frankfurt a. M., 12. Juni. Die städtisch Sch we inemä sterei l>at mit der Einstellul^g voit 377 Jtmg schweinen ln den 3Uederhöfeit einen verlieißtmgsvollen Anfang genommen. Die Aufzucht gestaltet sich verhälttn^näßig recht billig da die sechs städtischen ..Sckit^iuemastwagen" ununterbrochen au der ganzen Stadt Küchenabsätte in reich>em Aiaße herveifahren In den nächsten Tagen treffen zahlreiche neue Schtveine ein.

Die Polizei verlwftete in einem Mstadttaffee emert 18iährtge Burschen, der sich durch allerlei Reden verdäch'ttg gemacht hatte Er entpupvte sich als die Person, die vor 14 Tageir den 48jährigen Schisser Simon Wippe l am Schillerplatz niedergeschlagen bat so daß dieser nock> in derselbeii Nacht verstarb. Der Täter ist der

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 14. Juni 1916 i Veränderlich, Regcnfälle, kühl.

Letzte Nachrichtey.

Salandras Sturz.

Berlin, 13. Juni. DieVosfische Zeitung" sagt: Der Polittk, die den Namen Saümdra mtb Sonnino trägt, ver­danke Italien den Einmarsch Oesterreich-Ungarns in Albanien, es verdankt ihr die blittigen Opfer fünfmaliger, vergellliä)«: Arr- stürme italienischer Heeresmassen an der Jsoiizoftont,, sie ilt ver­antwortlich für den drohenden Verlust TripolitanienS, für die Ver­nichtung blühenden, italienischen Wohlstartdes, für die Ausbrei­tung österreichisch-ungarischer Truppen in Oberitalien nnd nicht zuletzt für den Verlust der volitisck-en Ehre Italiens. Die ^ge­schmeidige Politik des .Hauses Savohen" pries in öffentlicher Rede nach dem Eintritt Italiens in den Krieg Herr Paul Des­chanel, der Vorsitzende der französischen Kammer. Die Prokura dieses geschmeidigen 5)anses hatten bis vorgestern die HeiTren tLa- landva und Sonnino inne. Bei ihrren kanii sich wie das Volk, so auch der König dafür bedanktM, daß er an einem Punkt angelangt ist, wo bereits das Gespenst des Bmrkerotts sich drohend vor ihm erhebt. Salandra und Sonnino setzten in der Lotterie, um für Italien das große Los zu gewinnen. Pfingsten 1916 lehrte sie, daß es alte Niete ivar. Das Glücksspüll des Bierverbaiides hat sie genarrt itnd wird auch jedes andere Ministerium narren, dos ihm

B e r 1 i n >e r Morgen post" schreibt: Der jetzt, wie der MailänderCorriere della Sera" sich sehr richtig ansdrückt, schimpflich- davongejagte Ministerpräsident Antonio Salandra, ist 64 Jahre alt. Vor 30 Jahren ttat der junge Rechtsgelehtte der römischen Uirwersität in das ösfeiitliche Leben. Lange Jahre hin­durch war er enter der entschiedenste^ Bertteter der ins Klerikale schillernden komervariveii Richtung. Seine Feinde gaben chm des­halb den Spitznaineir: der Propst.

DasBerliner Tageblatt" uttellt: Das .Kabinett Sa- landra-Soirnttro, das Italien in den Krieg hinerngestoßen hat, ist gestürzt. Nach einer parlamentarischen Szene, deren tragische Bederrtung man rrich-t überschätzen darf, entpfiehlt sich Salandra. heilsrod durch die Hintertüre. Gemeinsam nrll den Kriegsgegnern dc r äußersten Lin IM habeti die wildesten Kriegspatrioten gegen das Kabinett gesprochen und gestimntt. ^ie gaben dem Kabinett die Schuld an dem Unglück in Südtirol und dem Mangel der Ver- terdigmrg und haben trotz dieser Mängel bisher auch noch die Kriegserklärimg an Teutschland und die Enveiterung des Kriegs- schaichlatzes verlawit. Das Zßabinett Salandra-Svnnirw erlebte seine erste Eiittänschung, als Rumänien, auf dessen Mitgehen man während der russischen Karpathenoffensive vielleicht hätte zählen könneti, auf fernem Tteittralcn Warteposten blieb. Wir alle sind wohl überzeugt, daß die Haltung Runtäniens auch jetzt noch einzig und allein von den Ereignissen abhängt. Aber die bis­herigen italienischen Berechmmgen waren verfehlt. Abermals hoffen die Russen mm ihren Erfolgen in der Bukowina und Rumänien mit sortreißwi zu können itnd ein russisckies Kavallerie-Regiment ist in Nimtänien eingcrückt. Aber die rumänische Regierung hat sich einstweilen nicht forrreißen lassen und hat gegen den 9ceuttalitäts- bruch protestiett. In all diesen Erwägungen ist die Beseittgung des Kabinetts Salandra nicht als ein Ereigitis -n bettachteii, das uns dem!'Frieden näher bringt, sie ist in diesent Kriege nur ein Zivischen- fall, der geeigiret feilt mag, gerecht empfindende Gemitter mit Ge­nugtuung zu erfflllen.

Lloyd George beinahe auch ertrunken.

Manchester. 13. Juni. DemManchester Guardian" wird von einem .Korvespvndenten mitgeteüt: es werde erz-ählt und von unterrichteter Seite - bestätigt, daß Lloyd George mit K'itchener aus dem KreuzerHampshire" nach. Rußland gefallen wäre, wenn er nicht durch seine Vermittelungstättgkell in der iri­schen Frage baxmi verhindert gernesen wäre. Es heißt, daß der Be­schluß zur Reise nach Rußland schoii vor einiger Zeit gefaßt würbe und daß Lloyd George als Rttmitionsminister hätte teilnehmen sollen. Da er aber wegen seiner Mitarbeit an der Home Rulg Frage verhindert ivar, Iwben andere Vertreter des Rtmiittons- ministermms Mchener ans seiner Reffe nack> Rußland begleitet. Schließung englischer Häfen.

Haag, 13. Juni. Englische Matter meldcat, daß die N eben- flüsse der Themse, MedJvay und Swals (Gallem) für den Verkehr neutraler Schiffe und Personen ge­schlossen worden sffrd. Bereits in der vergangenen Woche wurden Stadt und Hafen von Varmouth nnd Dundes für den nicht eng* Eschen Schiffahrtsverkehr geschlossen.

Polnisches Obst.

Berlin. 13. .Juni. Für die dem Oberbefchlshaber-Oft nnterstelltetl Gebiete Rußlands steht eine reiche Obshwute zu er­warten. Es sind in dem Berwalttmgsgebtete alle MatznaInnen gv > troffeii worden, diese Obsternte voll und uanz zu verwetten Ein Teil des Obstes wird wahrscheinlich im >K rn»a 1 t m^gebtet e l« lbst verwertet werden, ivähreird ein großer

eil Obst aller

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die Heimatsgebiete geffihrt und dort verwertet «all Es

wird hierdtträ! em wertvoller üusclum für unsere Joltt-criialwungl geliefert. Das-Obst soll in WaggonladungQt cut die Haupftüätze Deutschlands geführt tverden.