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Erschein! LL-Vch mit MaSn«ha»e des S»nntQgs.
D,e ,Firtze«rr KLMiklendlMer- werden dem .Anzeiger^ viervial wöchentlich bergelrgt. das »IMsMttt f3t dLL Kreis ®iehen' zweimal wöchentlich. Die ,^LvK4«ittschaft«iches Sett- fr«ße«" erscheinen n<srratt»h imtüaaL
166. Jahrgang
General-Anzeiger für Sberhchen
Montag. 29. Mai lM
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jehen Unwerfitäts - Buch- und Sleindruckerei R. Lange, Gießen.
Schristleitung,Geschäftsstelle ».Druckerei: Schul- straße?. Geschäftsstelle u.Vertag.^Eöl, Schriftleitung: ^^112. Adresse für Dralftnachrichtem Anzeiger Gießen.
Das deutsche Kapital nach dem Kriege.
Der Krieg hat bewirkt, daß wir in vielem umgelernt haben. Früher für unumstößlich gehaltene Theorien sind üvcr Bord geworfen, manche wirtschastspolitischen An- schMM^rn aufgegeben worden. Was hatte man vor Kriegsausbruch nicht alles von der Kapitalsanlage in England erwartet! Kurze Zeit nach Kriegsausbruch hat England das i)ahilnn.zsverftot erlassen und damit jeden Zahlungsverkehr ullt Deutschland unrnöglich gemacht. Alle Kapitalisten, die englffche Wertpapiere besaßen, erhielten keine Zinsen, und du berMmte Valuta-Reserve", welche diesen Wertpapier- besitz bilden sollte, versagte. Aber auch, wer die ausländischen Paprerc au, dem Umwege über die Londoner Börse gekauft und bei einer englischen Bank deponiert hatte, leidet unter dem LaUungsverbot, denn er kann weder Zinsen erhalten, noch Wer ferne Papiere verfügen. Eine Kapitalsanlage in englischen Papreven oder in Shares englischer Kolonralunter- nchmungcüi kann angesichts der üblen Erfahrungen unmöglich mehr rn Betracht kommen. Was von den englischen Papieren gilt, gilt natürlich nicht für alle ausländischen Werte Von einigen hat Deutschland Nutzen gehabt, namentlich angesichts der deutschen Valuta-Verhältnisse. Es seien nur die Schweizer Werte, holländischen Werte, rumänischen Papiere genannt. Nur war der in Deutschland vorhandene Besitz an solchen Werten nicht allzu groß. Leider verfügten aber die deutschen Kapitalisten vor Kriegsausbruch über exotische Werte irr Millionenbeträgen, die ihren Besitzern während des .Krieges sehr wenig Freude bereitet haben. Hierzu gehören vor allem die zahlreichen nordamerikanischen Eisenbahn- Aktren, südafrikanische Goldminenwerte — Werte, für die es während des Krieges an Absatzmöglichkeiten fehlte und die das deutsche Nationalvermögen schon seit Jahren Millionen gekostet haben. Diese Verluste bilden ein recht trauriges Kapitel m der Geschichte der deutschen Kapitalsanlage im Llusland.
Nach Kriegsbeendigung wird-man das Kapital in erster Reihe naturgemäß im Jnlande, und zwar in nicht geringem Umfange benötigen. Die Kapitalsansprüche der Industrie, die letzt beinahe zwei Jahre lang zurückgehalten waren, werden wieder hervortreten. Darüber hinaus wird man nach Kriegs- beelidigung auch an der wirtschaftlichen Erschließung der uns befreundeten Länder Mitarbeiten, bei der Hebung der Landwirtschaft in Ungarn, der Erschließung Bulgariens, der Hebung der Produktion in Kleinasien. Aber hiermit sind die Anlagemöglichkeiten für das deutsche Kapital nicht erschöpft. Wir denken an die de ut sche n Ko lo n i en. Schon vor dem Kmege haben die deutschen Schutzgebiete den Beweis erbracht, daß sie reichliche und günstige Gelegenheit für Kapitalsanlage bieten. Es gibt eure Reihe von deutschen Kolonialunterneh- mururen, die recht stattliche Dividenden ausschütten, z B die Deutsche Handeln- imd. Plantagen-Gesellschaft der Südsee- inseln, die 12 Pro-. Dividende verteilte, die Deutsche Kame- rim-Gesellschast, die 10 Proz. zahlte, die Westasrikanische Pfkanzungs-Gesellschast Victoria mit 20Proz., die Plantage Hermshelm L Co. mit 13 Proz., die Ostasrika-Kampanie mit 15 Proz., die Sisal-Agaven-Gesetlschaft mit 25 Proz, die WesLeutfche Handels- und Plantagengesellschaft mit 18 Proz., dre Deutsche Agaven-Gesellschaft mit 20 Proz. usw. Das sind nur ernige wenige unserer Pflanzungsgesellschaften, die höhere Dwldenden als 10 Proz. zahlen. Eine Anlagemöglich- vnt war also immer schon vorhanden, nur ist von dieser Möglichkeit ein verhältnismäßig geringer Gebrauch gemacht worden.
Die gesamte Kapitalinvestition Deutschlands in den Kolonien betrug bisher rund eine Milliarde Mark. Auf das Privatkapital entfällt hiervon etwa die Hälfte. Wenn man bedenkt, daß die gesamte deutsche Kapitalsanlage im Ausland
DarmMter Üunstaussteüung.
Darmstadt, 28. Mai.
. I» Gegenwart des Staats Ministers Dr. v. Ewald ist gestern in der Kunsthalle am Rheintor eine von der Berliner Künstler-Gilde veranställete Kunstausstellung- eröffnet worden, die allgemeines Interesse erwecken dürfte. Tie Ausstellung enthält etwa 250 Gemälde und AgUarelle, sowie eine kleine Llnzahl vorzüglicher plastischer Werke von Mitgliedern der allgemeinen Deutschen KuNstgenossenschaft. Das Streben der .Künstlergilbe, die nach den Begrüßungsworten des Vertreters, Prof. O. E. Engel- Berlin schon im Jahre 1858 gegründet wurde imt> den deutschen (Mvcmfjen schon zu einer Zeit durchsetzte, als man noch kaum an die Gründung des Deutschen Kaiserreichs dachte, geht besonders dahin, die Kirnst der Allgemeinheit, dent Volke zuzuführen. In dem Vorwort Orw! Ausstelluimskatalog heißt es u. a.: „Ruskins Rat, die Menschen von der Straße in die Museen zu schleppen, läßt sich kaum befolgen. Wer wenn man die Menschen nicht zur Kunst bringen kann, so Miß Man die Kunst zu den Menschen bringen. Wie man den Heiden das Evangelium bringt! Tenn es ist ein Evangelium. In dieser Zeit der Technik und der exakten Wissenschaften geht eine starke Sehnsucht turch die Menschheit, eine unbestimmte und oft / unerkannte Sehnsucht, die das Ackerland der Kunst bestellt. -r>enn wo Sehnsucht ist,/echte, nicht zu bezwingende, da winkt auch Erfüllung. Erfolg verpflichtet, Freude, Erhebung, die das Kunstwerk anderen bereitet, erhebt und beflügelt wieder den Künstler. Wrr bringen Euch gute, starke, lebende Kunst unserer Tage. Laut fte Euer Leben durchdringen und erfüllen! Laßt auch die Zagend fte sehen, daß Schlafendes wach werde. Es ist das Beste im Menschenleben — — „Die Kunst, o Mensch, hast Du allein!"
Unter den Ausstellungswerken sind vertreten berühmte Namen aus den verschiedensten Dcuffchen Kunstzen tren, und es ist durchweg Deutsche Kunst, gairz unabhängig vom Ausland, die hier geboten wird. Wir finhen unter den Ausstellern den Düsseldorfer Meister, Eugen Kampf, O. Ackermann Und Heinrich Hermanns, die Münchner Hans Best, Walter Gefften, Meyer-Wäldeck', Matthäus Schiestl, aus Dresden Eugen Bracht, Georg Jahn, Max Pietsch- nvaun, aus Berlin, O. E. Engel, Friedrich Kallmorgen, Wilh. Manche, Rich. Eschke, Karl Langhammer, Walter Schott, und wertere Künstler auS Leipzig, Karlsruhe, Königsberg, Wien u. a. O. Tie neue Kunstausstellung hebt sich jedenfalls iveit über den Rahmen der üblichen Wanderausstellungen heraus und verdient die volle Beachtung aller Fbeunde wirllich! echter deutscher Kunst. h.
ftch auf 40 Milliarden Mark beläuft, so muß man doch sagen, daß das Interesse des deutschen Kapitals für die Kolonien bisher zu gering war. Man kannte eben früher nicht in genügendem Maße die Vorteile, die eine Kapitalsanlage in ^suts^en Kolonien bietet, und das Risiko andererseits, dem OE Kapitalsanlage in fremden Ländern ausgesetzt ist. Hier ist der Krieg ein Lehrmeister für unsere Kapitalisten ge- ^ heimische Kapital muß nach dem Kriege mehr
als bishex für unsere Kolonien interessiert werden. Es wird sicherlich genügend Kapitalisten geben, die trotz des großen Bedarfs des deutschen Geldmarktes Geld für überseeische Anleihen übrig haben. Die großen Heeresaufträgc, die der deutschen Industrie zugeflossen sind, haben bewirkt, daß an vielen Stellen eine bisher nicht gekannte Kapitalskonzentra- twn eingetreten ist, und daß eine Reihe von Unternehmungen fetzt über Geldmittel verfügen wie nie zuvor. Ein Teil dieser Unternehmer sucht direkt noch Anlagemöglichkeiten. Als typisches Beispiel sei angeführt eine kürzlich vorgenommene Kapitalstransaktion in der deutsch-kolonialen Schiffahrt. Der westdeutsche Montanindustrielle Stinnes hat zusammen mit den beiden größten Schiffahrtsgesellschaften die Aktien-Majo- forität bei der Woermann-Linie und der Deutschen Ostafrika- Linie erworben, wobei es sich' um ein Objekt von rund 20 Millionen Mark handelt. Man sieht an diesem Beispiel, daß schon jetzt deutsches Kapital frei ist und für die Anlage in Kolonialwerten in Betracht kommen kann. Wir dürfen nicht nur hoffen, bei Friedensschluß den alten Kolonialbesitz zurückzuerhallen, sondern darüber hinaus noch eine Erweiterung unseres überseeischen Betätigungsfeldes erwarten. Erhalten wir einen vergrößerten Kolonialbesitz, dann kann dieser nur wirksam für uns erschlossen werden, wenn genügend Kapital zur Hebung der Produktion von Rohstoffeii, die wir dringend gebrauchen, zur Verfügung steht. Deutsches Geld, das für solche Zwecke angelegt 'ist, bringt, vom privatwirtschaftlichen Gesichtspunkt aus betrachtet, dem Unternehnier höheren Gewinn, als bei anderen Kapitalsanlagen möglich istft vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus kommt es zunächst unserer Zahlungsbilanz zugute, denn Kapitalsanlage in den Kolonien ist eine „gestundete Warenausfuhr". Ihr folgt schon in wenigen Jahren eine erhöhte Ausfuhr aus den Kolonien, von der das Mutterland Nutzen hat. Gerade diese Förderung der Produktion in den Kolonien ist aber sehr wichtig, da sie die Rohstoffversorgung unserer Industrie lichert und zugleich durch Erweiterung der Kolonialwirtschaft die weltpolitische Stellung Deutschlands stärkt.
Frankreich und England haben schon lange vor dem Kriege die Wichtigkert der Kapitalsanlage in den Kolonien erkannt. Deutschland bleibt aus diesem Gebiete noch viel zu tun übrig. Wir haben nicht nötig, in Zukunft die englische Weltmacht dadurch zu fördern, daß wir in seinen Kolonien Eisenbahnen bauen, Bergwerke erschließ^ und landwirtschaftliche Unternehmungen finanzieren. Mutsches Geld soll in Zukunft dem deutschen Kolonialbesitz zugute kommen.
b) Richtung nach Kassel:
1225D, 11£—f—, 1«©, 2^-ft, 539®, 812©, 839®, 1016® 1210® 129Ü1 248 + f 3193, 547®, 817®, 1010.
c) Richtung nach Köln:
5«.,., 647®, 841©, 1015..., 1218®, 323(®), 61®, 10».-.
d) Richtung nach Koblenz:
452G, 630®, 1220®, 604®, 81©.
e) Richtung nach Fulda:
537®, 812^., 12irft«.), 223(•-♦), 687®. f) Richtung nach Gelnhausen:
550®, 818—, 1234(©), 510©, 8£(—). g) Richtung Gießen— Lollar — Gründer q:
528®, 215(®).
h) Richtung Gießen — Rodheim (Bieber):
535(*), 830* nur Sonn- und Feiertags,
(630) nur Briese und Pakete für Heuchelhetm. i) L a n d 0 0 st e n :
1. G i e ß e n — W ie s eck — A l t e n°B us e ck:
6ld®, -830(0), 3 20 (©), 622(0) sSonn- und Feiertags Botenpostj.
2 . Gießen — Steinberg — Grün i n'g e n :
846(0) [Sonn- und Feiertags Beförderung mit Schaffnerbahnpost Zug 550 nach Gelnhausen.)
3. Gießen — Klein-Linden:
630® Kariolpost, 250 0 Botenpost.
VomPostamt 2 (Schulslraße) gehen werktags Ver - sandte nach dem Postamt 1 und dem Bahnhof:
915, 1115, 1230, 345, 555, 655, 735, 845, an Sonn- und Feiertagen
915, 145.
Die Stadtbrieskasten werden geleert: Werktags zwischen 5D und 635 33., 815 und 920 V., 1013 und 1115 V., 1130P. und 1230 N., 245 und 350 N., 5 und 6 N.. 645 und 755 N., 915 und 1025 N.
Sonntags zwischen 530 u. 650 B., 1015 und 1130 V., ?oo und
8soR.
Letzte Post:
1. Briefbestellung findet statt um ! Zug 180 von Kassel, in Gießer
705 V. | 610 V
2. Briesbestellung findet statt um ! Zug 71 von Frankfurt, in Gieße,
1030 V. i 1009 V.
3. Briesbestellung findet statt um Schnellzug von Kassel und Frank
630 N. ! surt in Gießen 544 N.
Nrrs Stadt und Land.
Gießen, 29. Mai 1916. PoftbefördcrungsgelegerrherLcn nach dem Sommer- Fahrplan 1916.
Es bedeutet: © Postsendungen jeder Art, * Postsendungen jeder Art in geschlossener Wageuabteilung. □ gewöhnliche und einge- schriebene Briesseudungeu, (•] gewöhnliche und eingeschriebene Br,es- sendungeu, sowie Wertbrieic und Wertbeutelstücke, gewöhnliche und eingeschriebene Briessendnngen in geschloffenen Beuteln durch Vermittelung des Eisenbahnpersonals, -ft nur gewöhnliche Pakete, () nur Werktags.
a) Richtung n a ch Frankfurt a. M.:
258®, 6120, 649... 8100, 1600®, 1046 + , 12050 110-ft, 220® 509® 553Q, 733 i>, 820 G, 9320.
ÜniversitKtS-NachNrchterr.
[] Marburg, 29. Mai. Ter älteste der Marburger Prr- fessoren. Geh. MÄ>iziualrat Tr. med. Emil Mannkopff, bcirehi am 5. Juni seinen 80. Geburtstag. Ter Gelehrte, ein noch rüstige: Greis, iäm im ^Zahve 1867 als Nachfolger K. Fr. v. Heusinger nach Marburg, er leitete hier u. <r. die Errichtung der neuen medizinischen Universitätsklinik, die im Jahre 1886 eröffnet wurde Zweimal übernahm er die höchste Würde der Univerfftät, das Rektoramt, und vertrat cruch bis in die letzten Jahre hinein, nachdem er 1905 sein langjähriges Amt als Direktor der medizinischen Klinik niedergelegt, zeitweise die Geschäfte eines Kurators der Universität. Trotz seines hohen Alters ist er noch immer im Dienste der Wissenschaft tätig, n. a. ist er Vorsitzender der ärztlichen und der zahnärztlichen Prüfungskommission. Die Gesellschaft zur Beförderung der gesamten Natuirvissenschaften ernannte ipy; ivor mehreren Jahren '.um Ehrenmitg !red.
Meteorologische beodachäurgen der Station" Gießen.
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Höchste Temperatur am 27. bis 28. Mai 1916: -ft 14,5*0. Niedrigste „ . 27. , 28. 1916: + 11,5* C,
Niederschlag 3,6 mm.
deutschen Gewässern in Fahrt gewesen, wenn auch zunächst nur ganz vereinzelt, da erst zu Ende der zwanziger Jahre das Verttanen zu dem neuen Schiffsthp zu steigen anfing. Das erste Dampfschiff war die ,.Weser", deren Maschine man jedoch nock y vom Ausland bezog, was ja überhaupt lange Zeit bei deutschen Tamvfern noch üblicki. war. Die ..Weser" wurde 1816 von einem Schiffbauer Johann Lange in Vegesack hergestellt. Im Herbst 1816 lief ein zweites Dampfschiff, die „Prinzessin Charlotte von Preußen", bei einer kleinen Werft in der Berliner Gegend von Stapel. Tie
— 100 Ja hre deutscher Da mpfsch i ffa hr t. In diesem Jahre kann dre deutsche Tampfschiffahrt auf ein hundert- jährrges Bestehen zurückblrcken. Zwar liegen die ersten Versuche mit Dampfschiffen rrioch etwas lärrger zurirck, aber erst seit 1816 jhch, wie der „Prometheus" erzählt, dauernd Dampfschiffe in
~ ^ ' I * V w I *. w. w* 1 |l Lik 'WUVikikUC XZS -VJV-4 LL/ Ul/I L -L'll
„Prinzessin Charlotte von Preußen" war bereits ein erfolgreiches Fahrzeug, das eine ganze Reihe von Paffagierfahrten in der Berliner Gegend ausgeführt hat. Mit ihr wurden auch noch 1816 die ersten Versuche zum Schleppen von anderen Fahrzeugen vorgenommen, die befriedigend aussielen. In England waren damals bereits mehrere Tampffchifse in Fahrt und^ auch der Rhein wurde im Jahre 1816 zum ersten Räale durch ein englisches Dampfschiff befahren, während aus der Elbe zur gleichen Zeit ein anderes englisches Danrpffchiff „Ladp of the Lake", einen regelmäßigen Verkehr zwischen Hamburg und Cuxhaven aufnahm. Man glaubte damals in Deutsckiand, wo im altgemeiuen die Stimmung für die neuen Schiffe nickck besonders günstig rvar, daß mit ihrer Ber- breiwng die Kahnschiffer schnell brotlos werden würden, ja, man gab sogar der Meinung Ansdruck, daß durch die Dampfschiffe die Kohlenvorräte der Erde in wenigen Jahrzehnten verzehrt sein könnten. 5)eute, nach 100 Jahren, steht die Kahnschiffahrt noch immer als ein äußerst wichtiges Glied im Verkelwsgewerbe da. und die Sorge um ein Aufzehreu der Kohlenvorräte ist zunächst um einige Jahrhunderte zurückgestellt.
— S ä ch s i s ch e P e r l e n s i^s ch e r e i i u d e r Kr i eg s z e i t. Bekanntlich wird in einigen Flüssen und Bächen Sachsens, deren Wasser kalkarm ist, seit uralten Zeiten Perlfischerei betrieben, die zwar keine gewaltigen Erträge abwirst, aber immerhin doch noch lohnend ist, da jährlich einige hundert Perlen im Werte von ungefähr 10 000 Mark gewonnen werden. In dem verflossenen Kriegsjahr 1915 war die 'Ausbeute besonders ergiebig, da infolge des günstigen Wasserstandes in der Weihen Elster und den Flüssen und Bächen des Vogtlandes, die als Perlengewässer hauptsächlich in Betracht kommen, bis in den November hinein gefischt lverden konnte. In Sachsen ist die Perlsischerei zwei in Oelsniü wohnhaften Fischern übertragen worden, und diese erbeuteten im vergangenen Jahre 120 Perlen, unter denen 70 gute Helle, 22 halb- helle und 12 Sandperlen, die mnrderwertig sind, waren, anßei'dem wurden aber noch 16 ziemlich große und reine Perlen gesunden die mit der Schale der Muschel fest verwachsen toaren. Es lxindelt sich bei diesen Perlen um Mldungen der Flußperlenmuschel (Märga- riteua nrargaritifera), die in derselben Weise wie die Seeperlmuschel in den Rand des Mantels' eingedrungene Fremdkörper, Sandkörnchen oder kleine Schmarotzer mit der Perlcnsubstanz überzieht ^ie Flußmuschel-kommt außer in Sachsen noch in einigen Estwässern Böhmens und Bapevns vor, die alle rm Besitz»des Staates sich, befinden und unter seinem Schutz stchen. Wenn auch die Flußperlen mit denen aus der echten PerLwuischel gswomrer«« WömodiLn u^ht
wetteifern können, so sind doch schon kostbare Perlen gefunden wor. den, darunter Stncke int Gewicht von vier .Karat und herrlick>en S"- ^ Grünen Gewölbe zu Dresden werden ganze Schnür! koffbarei Perlen aufbewahrt, die in früheren Zeiten rn dem Wassei der Weißen Elster gefunden worden find und die einan herrlichen wertvollen Schmuck darftellen.
Snm o e -c * L! T L sP; §^nte vormittag wurde an'
geschaffene Robert-Koch D o n J ma ( fererlich enthüllt. Das Kaiserpaar ließ sich durck X r n s G 11 ^srtreten. Ferner waren der Direktor der MiNisterriunc des Innern Dr. Kirchner, zahl- I^ofosioren und Studenten anwesend. Ministerial- Ä^klvr Dr. Kirchner hielt die Festrede. Geheimrat Professor sann-over feierte den Forscher Robmt Koch in längeren Ausftihrungen. Oberbürgermciffar Wermuth übernahm
^Ellluna ^ der Reichshauptstadt. An die
ftellung ^ ^ ^ CmC ^^^tigung der Robert-Koch-Ms-
*
Sprachecke des Allgedreinen Deutschen Sprachvereins.
— Sch i s f s a r t e n. Linienschiff, das Schlachtschiff erster
Namen daher, weil cs stark genuü ifCöZnilZ ?'S nT ! I U kennen. Fregatte heißt eigentlich gezimmert^ Bau. ^-a^ Wort .ommt von dem lateinischen kubriaLre d h rim nisck^'r^^ entstmrd die lateinische Form fabricata, die rtalie nt|d,i ja fregata zuwmmengezogen wurde Korvttte hnrmt nm»
rbi at " n ÄÄÄ i! t C 6 ' JiSi Ä S S
c°ms i. h. Korb abgeleitet ist. Der Name zeigt, daß da?> ^astschnir der Römer eme korbartige Gestalt hatte. Tic Ecksifft-kaukilnst ist v m dieier einfachen Form zu der bewNnderiingsnwMqen kolU
wutte^?n Sv^nis^^ Schisfsgattung fortgeschritten. Oorbiw Ai utz. spanischen zu corbeta, im Französischen zu corvette 200 Jahren ein Kriegsschiff Der Name noch K'^usvr ersetzt Mid hat sich nur
AH Korvettenkapitän erhalten. .Kreuzer komm!
leicht erkemren läßt, von kreuzen. Dieses Wort bo
r>pi bmr m^ r ^f n S nTl ^ 1 a ra ^' c Quöchst bei ungünstigem Winde, s H ^uern kann, in der Weise hin- und her-
'Al™ 1 ' ihn kreuzt und von der eigentlichen Mchtung dock'
heißt kreuzen auch längere Zeit ans einer und derselben Swlle an der Küste, in dem Meere, vor eincni Hafen ^ zu zeigen. Von diesem Zweck
haben dw schifte, se mehr sie aus die Dimpffrast eingcrichte.i wurden, sich/ immer weiter entfernt, aber dock) den Namen '.Kreuzer behalteii ^.er Panzer 1>at seinen Namen von der Rüstung, die den Unterleib (lateinisch pantax deckte. Tie Italiener nannten die die Spanier pancera. Pinasse, der Name für bedeutet ein aus dem Hotz der Fichte, lateinisch pinns, gcbautes Boot. Wort i)t tm romanischen Sprachsevier ent ba * spanische pinassa und das frar^ÜMche pinass^ ^^n. DMElnV


