Rr. m
Zweites Blatt
chö. Jahrgang
Erscheint täglich mit AnSmchme des Sonntags.
Die „Siehener Famittenblätter" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Xreisdlstt skr den Brek Sichen- zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Zeitfragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejsen
England und die bosnische Urisis.
Berlin, 26. Mai. (WTB.) Unter der Ueberschrift i e b o s n i s ch e Krisis" schreibt die „Norddeutsche Allgenreine Zeitung":
Sir Edward Grey hat die Erklärungen des Reichskanzlers über die Haltung der englischen Politik in der bosnischen Krisis zuin Anlaß genommen, um zu behaupten, daß das deutsche Volk mit Lügen gefüttert werde. Wir veröffentlichen nachstehend zwei Berichte des Kaiserlichen Botschafters in Petersburg, die es dem englischen Volke ermöglichen werden, sich ein Urteil über den Sachverhalt zu bilden.
Kaiserlich Deutsche Botschaft St. Petersburg in Rußland,
1. April 1909. _
Schon mehrere Tage vor Bekanutwcrden der russischen Zustimmung zur Anerkennung der Annexion konnten mein österreichisch-ungarischer Kollege und ich deutliche Anzeichen eines Unbehagens bei der englischen Botschaft wahrnehmen, wo man Wind davon bekommen hatte, daß eine deutsche Aktion im Gange war, aber nichts näheres über dieselbe wußte. In der Tat 'muß ick Herrn Jswolsky das Zeugnis ausstellen, daß er dem imr auf meine Bitten gegebenen Versprechen, von meiner Demarche ,nach keiner Richtung hin etwas verlautbaren zu lassen, treu geblieben ist. Arthur Nicolson hat denn auch nach Bekanntwerden des russischen Errtschlnsses aus seiner Verstimmung, daß Jswolskv ohne Fühlung mit den Ententebotschastern gehandelt habe, kein Hehl gemacht. Es steht dies mit der sonstigen Haltung meines eng- Äschen 'Kollegen in Einklang, der währenddesganze nJS e r lauf es der Krisis in den Petersburger Salons eine Sprache geführt hat, die deutlich sein Bestreben verriet, den zwischen Rußland und Oesterrdich-Uugarn entstandenen Konflikt zu Vers chärfen. Die dtrt, wie sich der Botschafter über die serbischen Ansprüche äußerte, wurde mir von einem russischen Bestaunten, einem befreundeten Diplomaten, direkt als hetzerisch bezeichnet. Bor einigen Tagen, kurz nachdem die russische Rc- lgicrrrng unseren Vermittelungsvorschlag angenommen hatte und rbte Nachricht über die friedliche Beilegung des Konfliktes bekannt .geworden war, Patte ich ein größeres Diner aus der Botschaft, an dem unter anderen auch Arthur Nicolson teilnahm. Nach denn Essen unterhielt sich eine Gruppe der Gesellschaft über die politische Lage. Eine der anwesenden Damen äußerte ihre Freude darüber, daß die Kriegsgefahr abgewendet worden fei. Mein englischer Kollege, welcher sich während dieses Gesprächs der Gruppe genähert hatte, warf darauf die Beinlerknng ein, es sei alles sehr schön, die internationale Ehre sea aber doch mehr wert als der Friede. Einer der Anwesenden, ein Mitglied aus der Umgebung des Zaren, bemerkte daraus, das sähe ja beinahe so aus, als .ab Arthur Nicolson die friedliche Lösung des Konfliktes bedauere. Am selben Abend habe auch icfji dem englischen Botschafter meine lebhafte Genugtuung darüber geäußert, daß es gelungen sei, eine für Rußland annehmbare Formel An finden, durch die leine friedliche Beilegung der russischi-österreichischen Differenz ermöglicht werde. Sir Arthur Nicolson antwortete darum kühl, es sei noch keineswegs sicher, daß seine Regierung sich mit dieser Lösung einverstanden erklären werbe. Bereits am' nächsten darauj^geuden Tage war in Petersburg eine Version verbreitet, die Lösung der Krisis sei durch eine plumpe Drohung Deutschlands, welches Rußland ein Ultimatum gestellt habe, erfolgt. Rußland, das wenige Jahre nach dem javanischen Feldztrge und der Revolution nicht in der Lage sei, einen neuen Krieg zu führen, sei -nichts anderes übrig geblieben, als auf die deutsche Drohung uachOrgeben. Es behänd bei mir schon von vornherein kein Zweifel darüber, daß diese Version von der englischen Botschaft aus lanziert worden war. So steigerte sich diese Annahme bei mir zur Gewißheit angesichts der Sprache derjenigen russischen Zeitungen, deren Beziehungen zur englischen Botschaft allgemein bekannt sind. Hierzu kommen Aeußerungen, die von Mitgliedern der englischen Botschaft im Jachtklub gefallen sind, so z. B.: „Deutschland habe mit dem Kürassierstiefel aufgestampft und mit der Mobilmachung mehrerer Korps an seiner Ostgrenze gedroht" u. a. In diesen Tagen habe ich auch meinen französischen Kollegen besticht, den alten loyalen vornehm gesinnten Admiral Touchard, und dabei das Gespräch auf die Lösung des kosmischen Krise gebracht. Ich bemerkte, was mich besonders bei Dieser Lösung freue, sei, daß sie auf dem' Wege einer freundschaftlichen Aussprache mit dem Petersburger Kabinett herbei .geführt worden sei. Der Admiral sah mich bei diesen Worten höchst crstamtt und halb Ungläubig an und erwiderte, man er zähle sich aber doch von einem sehr heftigen Auftritt, der an einem gewissen Abend z-wischen dem deutschen Botschafter und dem Minister Jswolskv stattgefanden habe. Ich habe sofort erkannt, daß diese Information auf meinen englischen Kollegen znrückznführen sei, und erzählte darauf dem Admiral lachend, daß ich die Geschichte von dem heftigen Zusammenstoß mit Jswolskv schon in den verschiedensten Versionen gehört hätte, und ich könne ihn .versichern und Jswolskv toerde. ihm das bestätigen können, daß an der ganzen Geschichte nicht ein wahres Wort sei, daß vielmehr meine letzten Verhandlungen mit dem Minister fortwährend in dem freundschaftlichsten Ton geführt worden seien. Es 'ist deutlich zu erkennen, daß Sir Arthur Nicolson, verstimmt über die durch unsere Aktion erfolgte Lösung der bosnischen Krise nunmehr auf das Eifrigste bemüht ist, die Legende von der deittschen Drohung zu vcrbrerten und dadurch die russischen Beziehungen zu vergüten. Er hofft ans diese Weise zu' erreichen, daß die überstandene bosnische Krisis bei Rußland wenigstens einen tiefen Groll gegen Deutschland hinterlasse, (gez.) F. Pourtales. Seiner Durchlaucht, dem Herrn Reichskanzler Fürsten von B ü l o w.
Kaiserlich Deutsche Botschaft St. Petersburg in Rußland, den 5. Avril 1909.
Wie ich von unterrichteter Seite ganz vertraulich erfahre, hat Arthur Nicolson Herrn Jswolskv ernste Vorwürfe darüber gemacht, daß er unseren Vermittelnngsvorschla zu «einer friedlichen Lösung der Annexionssrage cmgenom men habe, ohne sich auch vorher mit der französischen und der verbündeten englischen Regierung ins Einvernehmen zu setzen. Ter Botschafter hat den Minister gebeten, seine Antwort an mich aufzu schieben, bis die englische Regierung Gelegenheit gehabt habe, dazu Stellung zu nehmen. Jswolskv hat das abgelehnt. Auch Sir Edward G rev hat, wie mir mein Gewährsmann erzählt, seine V er st i m m u u g ärber die Nachgiebigkeit der russischen Politik dem ruf fischen Geschäftsträger gegenüber zum Ausdruck gebracht und das Vorgehen Jswolskvs als übereilt bezeichnet. Der englische Minister des Aeußern ist sogar so weit gegangen, in eine Erörterung der Frage einzutreten, welche Haltung Engla nd eingenommen haben würde, falls es zu einein Kriege zwischen Rußland und Oesterreich-Ungarn sowie Deutschland gekommen wäre Aus «eine dahingehende Frage Pokleivskis hat Sir Edward Grey geantwortet, die Entscheidung über Krieg und Frieden hänge in England nicht von der Regierung, sondern ausschließlich von der öDeutlichen Meinung ab. Er habe aber das Gefühl gehabt, daß die öffentliche Meinung in England genügend vorbereitet gewesen sei, um der Regierung ent Eingreifen Englands an der Seite Ruß-
Arrs Stadt und Land.
Gießen, 27. Mai 1916 ___ . .
. r r Sovt «r-itfr-Mf anderen eine Weißbinderstange entwendet, daß einer den andern
** Kindersurforge. Wtr machen aus den Ausrus I ^^delt und daß E. den Gegner mrt emem Verbrechen bedroht
des Ausschusses für Kindersürsorge aufmerksam, der sich im I I?ätte Beide Anklagen wurden auch vor dem Schö,sengericl)t an
nzeiqenteil findet. Sinn und Absicht deS neuen Werbeunter-! Tage nacheinander verhandelt. Der ..Landwirt E. tmitbe
nehme ns ist schon bekannt. Wie wir hören, wird es in der wegen Diebstahls zu 3 Tagen Gefängnis, wegen Mt r.handmng zu Bürgerschaft auch vielfach und freundlich besprochen. Es 15 Mark und wegen Bedrohung zu Ä Mark-Gelchtrasc, hlüv!ver,e kann ia auch kein Lwellel an der Notwendigkeit dieser für- für ft 5 Mark 1 Tag Gefängnis ^verurteilt. Ter Wetschtuder-
'» 1 Ä f °uch Lir bk= «
lungen gern empfehlen und den Sammlerinnen guten Erfolg ^ verurteilt und hat das Urteil rechtskräftig werden lassen.
auf chren Gängen wünschen. * o 1 c I Ser Landwirt' E. verfolgte Berufung gegen die schöfscngerichtliche
** An die Geburtstagskinder des Jahres 19,1 b. 1 . - ■-
- - - - .. . . Bevnrteilrmg. Ter WeiMnder L. wurde vor der Strafkammer als
Seitdem der Hiesige Zivetgoerern vom Roten Kreuz tae t^nrrs Belastungszeuge gehört und schilderte Mit glänzender Berodtiam- tagsspende eingeführt hat, und das wertvolle Kunstblatt desucaters ^ fragliche Weißbinderstange, die zwar aus dem Hof
Bo e hle immer häufiger auch ut die Häuser GietzenS wmntt, yar gestanden habe, sein Eigentum gewesen sei. Im Streit um
sich das Interesse für diese vaterlanotsche Spende auch m der ^ Eigeittumsrecht an dem Objekt, welches eilten Wert Wtt Gießener Bürgerschaft in erfreulicher Weise gemehrt. AVer es 2 Mark h^tte taut es zu Handgreiflichkeiten von beiden Seiten^ sind immer noch sehr viele, die sich! nicht emzerchnem namettttiffil | ultb schließlich soll E. gedroht haben.: Ich hole die Art und spalte auch solche Mitbürger und Mitbürgerinnen, die bered# vor tttu- ^r den Schädel aitsein-cutder. E. lMt dann auch die Axt geholt sührung der Geburtstagsspende ihr Wiegenfest ferern dunten, unb ^mit geschlagen und, wenu er deli Schlag nicht pariert hätte, und die von der Gelegenheit noch keinen Gebrauch gemacht yaven, erklärt der Zeuge, wäre sein Körper halbiert worden. Tie Ent- ich noch nachträglich in den Besitz dieses künstlerpchen tastungszeugen legten aber dar, das; die fragliche Stange das
blattes zu setzen. Dies ist umso bedauerlicher, als das golderre Eigentum des E. gelvesen sei, daß es sich um eine Stange gcs>rridelt
in das die Spender eigenhändig ihre Nametr ^mnzeichnen, oeni i ^ nicht gesä-ält war, während L. behauptete, die Stange
Museum überwiesen und ein Erinncrungsblatt für den Opserpnn i feine Rinde mehr gehabt. Tie Strafkammer hob das er-
aller Kreise unserer Stadt in dieser» großen Zeit werden \ou. ! gingene Urteil insoweit aus, als es den Angeklagteli E. wegen Auch mit Rücksicht daraus, daß die für das Rote Kreuz ztt Imenoen i stahl frcisprach, auch zu der UebcrzeugUng kam, das; im vor- Ausgaben, wie die Erweiterung der Kriegsfürsorge, dae ttnttr- ssduden Fall von einer Bedrohung mit der Begehung eines Ber- stützung von Kriegsbeschädigten und dergleichen ständig wachsen, me nicht die Rede sein könne, daß es dagegen wegen der
allgemeinen Einnahmen aber leider zurückgegangen srud, so erfannten Strafe von 5 Mark wegen körperlicher Mißhandlung das Rote Kreuz im wesentlichen auf che Geburtstagsisiende ange -1 Bewenden behalten müsse, wiesen ist, wäre eine weitere Berücksichtigung dieser Mogltchtett, i Eines Vergehe ns.im A nt t
lands in den Krieg ztr ermöglichen.
S-ez.!
Pourtales
Seiner Durchlaucht, dem Herrn Reichsisnzler Fürsten von
Bülow.
Zamstag, 27 . Mai hüd
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Bnch- und Steindrtlckerei.
R. Lange, Gießen.
SchristleUung, Geschäftsstelle u.Druckerei^Schul» straße?. Geschäitsstelle u.Verlaq:^^ö1,^)christ« leitung: ^2D112. Lldresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
.in«n«i ——— in» am
desselben Objetts zwei DiebstahlsanÄageu gegen den Lmrdwirt Jakob E. von Büdingen imd gegen bat Wetgbinder L. daselbst erhoben, die sich gegenseitig beschuldigt hatten, daß eurer d-ents
burtstagssvende erinnert. ^ I 2,70 Mk., zuletzt 3,00 Mk. Lohn erhalten, er habe nur Päckchen
** Fleischkarte. Zur Frage der Fleischkarte schrerbtOber- ^Emen, {n bmen er Lebensmittel vermutet habe, ihm' sei be- bürgermcister Koch, Kassel, int „Tag" Nr. 118: Ob für dte Ber -1 gewesen, daß man ihn für eine solche Tat als ^Beamter härter teilung des Fleisches an die Bevölkerung die Flcischkarte der rtcyttge ^eftrafert würde, als wenn ein nicht beamteter Mensch so etwas! tun
"" r ‘ • c *. ..^—1|| 'st ntcht Hetsch. ^-de. Der Angeklagte will die Tat begc
abeir wtlß tun I an Nahrungsmitteln gewesen sei. >
_^., ... ... . . ftlersch gemem, I x. sich Lebensmittel aus Vorrat augeeig^.l i/uuc, uu iu.. ujhuu.
dem das so spärliche Fett iwch hinzuzusetzen ist. Schwetnestersch Soldaten im Felde bestimmt waren, denn bei einer Haussuchung ist über am knappsten, und eins Befriedigung der^Bevölkerung wird I ntart 18 Würste, Eier, Butter, Zigarren usw. vorgel'.tnd-en^ 'chwerlich erzielt, wenu das Schweinefleisch rasch ausverkauft tst I Staatsanwalt war der Ansicht, daß hier von einer Notlage tmb sie auf ihre Fleischkarte nur Kalb- oder Rindflersch er patt, ^eine Rede sein köirne. Man habe es mit einem diebischen Nah-
Gibt man also Fleischkarten aus, so wird man auf die Gefahr hrn,! rungA^rittel-Hamster zu tun, der als Beantter gemein gehandelt
die einzelne Portion, noch kleiner ztt gestalten, zwischen Abschnttten > xm ^ ^ ne g monatliche Gefängnisstrafe verdiene. Die Straf- sür fettarme und fettreiche Fleisckutrten unterscheiden müssen oder J f antme r erkannte nach Antrag. Der Angcklag'e, so ft'ihrte der Vordem Karteninhaber die Wahl zwischen eiitem kleineren Stück , sf^nde aus, habe selber einett Sohu im Felde, er wisse ganz genau, reichen oder einem größeren Stück fettarmen Fleisches zu tan eit} mie schwer er sich gegen unsere Soldaten mit seinenr Dun vergangen
haben. Nach meiner Ansicht wird man aus die Dauer nicht darum! phpe. Die Tat bekunde eine gemeine Gesinnung, und nur dem 11m-
herumkom'Men, über ganz Deutschland gleichmäßig von jedem ge- I sm.nd, daß der Angeklagte noch irnbescholten sei, habe er es>n dankenschlachteten Stück Vieh Speck und Fett wenigsteus tsilwetsc für die bürgerlichen Ehrenrechte nicht aberkannt würden.
Bedürfnisse namentlich der ärmeren Bevölkeritng zu beschlagnahmen ........ .-—
tntb den Städten und Kreisen zur Abgabe auf Speck- und Fett- ~ z t * . ta-, ,, w
karten zu überlassen. Nur so wird urau der Großstadtbevölkerung StÖßlf- Knt*JQU$w.J€CutrS
gerecht, die heute urtter den Schwicrigttcktrn der Lebensmittel- Sonntag, den 28. Mai: „Pensioit Schüller." L'tantag, den Versorgung weitaus am schwersten leidet. Bis dahin aber werden Zg. Mai: „Herrschaftlicher Diener gesucht." Mittwoch, den 31. Mai: sich die Städte, soweit sie haben Vorsorgen können, bannt begnügen „Wie einst im Mai." Freitag, den 2. Juni: Gastspiel von Mit- müssen, aus ihren eigenen Beständen Speck mtd Fett zu verteilen, gliedern des Netten Theaters Frankfurt a. M. : „Sturmidyll." Lust- Aber anck daS nimmt nnmal ein Ende. , , spiel in drei Akten von F. Grünbaum und W. Stärk. Samstag,
** Bo lks ernährung und Gesun dhe i ts st and. \ ^ en 3 . Juni (Königl. Kurtheater Bad Emb): „Zwei Wappen." Im Reichstag wurde von einer Sette der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß Krankheiten und Seuchen infolge der herrschenden Knappheit unausbleiblich seien. Der Präsident des Reichsge- I ZnivfnkLN
sundhntsamts, Tr. Bumm, seiner Stellung noch kompetenter Be- Wtt Utltlkuyittl ^tUHMUU^t Oiwaiuawtti
urteiler des allgemeinen Gesundheitszustandes unserer Bevölkerung, ^ . . öo m, ■ w 7 1} '„
konnte diese Befürchtungen als uuzutreftend abweisen: cr erklärte, Son'.ttag, den .. 8 . Mai, abems 7 Uvr. „ -alome. -Derart ,
daß poch niemals'während eines Krieges der Gesundheitszustand rum msteit - ^anze voit Btahms. ^iomag,^ den M! ,
bet irgend einem Volke so günstig gewesen sei, wie bei uns. Es ! geschlossen, ^.tenstap, den 30. Etat, abends < Uhr. .Der Noien- sei in den letzten Jahnen vor dem Kriege gelungen, die Kir. . ersterb- kavalter. Mittwoch, den 31 Mal, abends < Uta. Katserm. lickkeit recht erheblich zu vermindern. Während diese im Jahre -onnerstag, den I. Jum, abends 7 Uhr. ^Oleron. 6 "itag, der 1901 noch 20,7 Prozent bettagen habe, l)abc sie sich 1913 nur noch 2. Junt, ^abends 7^ Uhr. Martha. Samstag, den 3. Ium, auf 15,1 Prozent belaufen. Die Statistik der beiden Kriegsjahre stsieitds </, Uhr. „Salome. Hierauf.^ ^.anze von Brahma liege noch nicht vor, im letzten Halbjahre soll allerdings eine Steige- Sonntag, den 4. Juni, abends < ,, „ZB' - rung 'der Zahl eingetteten'sein. Alle Maßregeln zu ergreifen, die Herd. Vorher: Ouvertüre „Im Frühling die SterblichkettUier Frauen und Säuglinge herabsetzen, sei ein | Montag, den 5. Ium,
Gebot des Staatswohls, einer gesunden Sozialpolitik und> der Menschlichkeit. Erhöhte Durchführung des Säuglingsschutzes werde jetzt schon ein geleitet.
„Das Heimchen am von Earl Goldtnark.
Schauspielhaus.
Sonntag, den 28. Mai, abeitds 7 1 /? Uhr: Trittes Gastspiel der Frau Lucie Höflich: „Fuhrmann Heitschel." Montag, den 29. Mai, abends 7*/, Uhr: Viertes und letztes Gastspiel der Frau Lucie
Höflich: „Minna von Barnhelltt." Dienstag, deu 30. Mai, abends 7'/, Uhr: „Was ihr wollt." Mittivoch, den 31. Mai, abends 7'/, Uhr: Zweiter Oesterreichischer Atttorenobend: „Der Tor und
der Tod." Hierattf: „Der Ptippenspieler/' Danit: „Ein Kuß aus der Redoute." Ferner: „Schöne Seelen." Zum Schluß: „Troubadour." Donnerstag, den 1. Juni, abends 7 Uhr: „Romeo und Julia." Freitag, den 2. Jtini, abends 1 1 J 2 Uhr: „Alt-Heidel- berg." Samstag, den 3. Juni, abends 7)^ Uhr: „Fuhrmann Henschel." Sonntag, den 4. Juni, abends 7h, Uhr: „Zu ebener Erde und erster Stock." Montag, den 5. Juni, abends 7V, Uhr: „Des Meeres und der Liebe Wellert."_
Märkte.
Gießen, 27. Mai. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter das Pfund 1,90—0,00 Mk.: Hühner»
Gietzener Strafkammer.
th. Gießen, 26. Mai.
Tie Sttafkammer verhandelte am Dienstag dieser Woche von vormittags 8 Uhr bis abeitds gegen 12 Uhr mit Unterbrechung von wenigen Stunden der Mittags- und Abendpcruse. ©3 handelte sich um einen großen Fall, wie er in den Annalen der Gießemr Sttaf- rechtspflege eigentlich! selten vorkommt.
Angeklagt waren 2 Männer und 7 Frauen wecM Verbrechen gegen § 218 respektive wegen Bei Hilfeleistung. Die Verhandlung selber, bei der als Verteidiger Justizrat Katz, Rechtsanwalt P e 1 ers, Rechtsanwalt Kochs und Rechtsanwalt Dr. Leop. Katz, sowie Rechtsanwalt Dr. Sinz hei mer-Frankftrtt a. M. tättg waren, wurde unter
geführt. ÄÄ Ssftntlich v«. I «i« da, SWck 20 Pfennig (bö-Mpr.): Käf- 1° M-n,«g, Käse-
kündet wurde, lautete dalftn, daß die Angeklagten schuldig zu ^ ^. d'enmg das (£tud -welsche ^ E00 Q/00 Jlf.
sprechen seien und zwar die Witwe Elisabeth Pf. von Gießen we- ^^nflcstch ^s Pfund 2,00 0,00 .Kk.. Kuhfletsch ^.,00^0,00 ^tk. dm, geit drei Fällen des Eendeten Verbrechens zu 1 Jahr 6 Monate R^crsch das ^tmib 2,00-0,00 m Schwetnefletsch
Gefängnis, die Ehefrau Mar« H. von (tzießen wegen eines Falles das Pfund 1S^-0,00 Mk. Kalbfle .ch das Pfund 2,-0-0,00 Mk., des vollendeten Verbrechens zu 8 Monate GefänLns, die unver- Hantmelfletsch Pfttnd 1,80-0 00 Mk ; Kartosteta der^Zentaer ehelichte Marie H. von Frankfurt a. M. wegen eines versuchten ^0 -Nk. Zwiebeln das Lnmd 50 60 Psg. Milch das Liter
Verbrechens zu 2 Monate Gefängnis, die Ehefrau Katharine H. IAO dlg.: Mvse 100 Stuck 00—-00 Pfg.: opmat 20 00 Big- das
von Gießen ivegen eines vollendeten Verbrechens zu 2 Monate Mund, Kochfalat 6-10 Pfg., Karotten 10-15 Pfg das Päckchen Gefängnis, die Ehefrau Margaretha H. wegen Beihllfe zu dem ^?uch 5 b\Z 10 Pstnmg das ^tuck, Rhabarber da» biund Verbrechert zu 1 O.läouat Gefängnis, der Reisende Herrn. N. von ^ Pfg., Sellerte 10-30 Mennig Spargel 50-70 Mg. das Giefüen wegett Beihilfe zu dem Verbrechen zu 3 Monade Gefängnis, Mund, ^ouusch Kohl 10 15 Pfg. das Päckchen. Marttzert
die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurden, > 7 bis Uhr.-;--
Wilhelm K. von Gießen und die geschiedene Ehefrau Marie B. von Gießen wegen Beihelfe zu dem Verbrechen mit je 1 Monat Gefängnis und die ehemalige .Hebcomne Julie D. von Gießen, die wegen der gleichen Tat vorbestraft ist, wegen zweier FLle des vol- fenfoetot Verbrechens und einer Beihklfe zu 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus. Den sämtlick?en Angeklagten. mit Annahme der Julie D. waren vom Gericht nrilderndc Umstände bewilligt. Die mit Zuchthaus bestrafte ehemalige Hebamme D. wird sich noch wegen der gleichen gegen Bezahlung begangenen Verbrechen vor dem Gchwnr- gerichit M verantworten haben. Der StaatsanwaÜ hatte gegen sämtliche Angeklagte wett höhere Strafen beantragt.
Ein merkwürdiger Fall
wurde vor der Strafkanrmer als Berufungstttstartz gestern fest- gestellt. Die Amtsanwaltschaft Büdingen hatte wegen ein und
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Vertilgt xuVerfassig
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Flasche 325,2.00,3£0 and 6.00 M.


