Ern wenig mcihr nach Suder: liegen die. russischen Vorstelllingen, die Mn 28. April geuonvnien wurden. >Ajnch 'hier liegen die russischen Loten in so dichten Garben, das« nmn fast glauben muß, die Russen tzLtten ihrerseits <rn einen Angriff gedackst und deshalb schon langsam stärkere Massen in den Bruchrand geworfen, vielleicht hat aber auch das deutsche Trommelfeuer, das eine Zeitlang auf den' letzten Gräben lag und nach von: zog, die Grabenbesatzungen nach vorn znsancmengetricben, nach vorn, wo :wch verhältnismäßig Ruhe herrschte, bis plötzlich auch hier das „orkanartige Wirken" der Artillerie begann und nach hinten lveiter das Sperrfeuer lag.
Bon den Shurawli, jenseits des Naroez-Sees, streuen die russischen Batterien hinüber. Die Höhe 200,9 und die Birkenhöhe — deutlich beben sich die Reste von ein paar Bäumen wie schwarze, «zierliche Silhouetten gegen den leuchtend blauen Himmel ab — liegen unter stärkerem Feuer.
Auf dem Rückwege scheinen die jungen Saaten noch grüner, noch größer die Freude an den weidenden Pferden, die endlich ihre Ijärtefte Zeit Überstauden haben. Sie könne:: sich wenigstens restlos am Frühling gütlich tun.
Rock» einmal habe ich dann mes ganze Gebiet der Seenenge Kmischen Narocz- und Wiscniew-See von der steilen Höhe bei dem kleinen Städtchen Swir, am Swir-See, gesehen. Ter langgestreckte Swir-See spiegelte den lichten Himmel, in dm: klein Tust verblauten die Wälder, hinüber zum Wiseniew- und hinüber zum Navocz-See. Unten zu Füßen lag das Seeirnest mit seinen niedrigen Häusern, in denen „Polen, Juden, Weißrussen und Spione" leben. Am Horizont, schwarze Punkte, standen die beiden deutschen Fesselballons, wie eine Mücke im fernen Blau der russische.
Wald und Feld, Land und Seen glänzten herauf. Ties ganze Gebiet, das erfüllt ist von Kampf und unauslöschlichem Heldentuin, bebte intter der Hand des Frühlings loie es unter der Fairst des Krieges zittert. Rolf Brand, Kriegsberichterstatter.
Ordentliche Sitzung des Provinzialtags der Provinz Gberhessen.
Gießen, 6. Mai 1916.
Anwesend: Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Using er als Vorsitzender, 21 Mitglieder, sämtliche Provinzialausschuß- mttglieder, sowie die Kreisräte der Kreise Alsfeld, Friedberg, Lauterbach und Schotten. . . .. _ om
Nach Begrüßung der Anwesenden wurden d:e Herren Altbürgermeister Alles- Nieder-Florstadt und Hermann Bausch I.- Ni^er-Wöllstadl zu Urkundspersonen bestellt und es wurde als ProwkoNfichw: der Kreisamtsgehilfe Schäfer durch Handschlag
^Nach^erfolgter Feststellung, daß die Mitglieder zur heutigen Tagirng recktzeMg emgeladen worden seien Und nach Feststellung der Beschlußfähigkeit, gab der Vorsitzende zunächst davon Kenntnis, daß das Mitglied des Provinzialausschusses, Oekonomierat Schade in Alsfeld, nach 31jähriger ununterbrochener Dilenstzeit im Provinzialausschuß, sein Amt niedergelegt habe. Mit dem Ausdruck des Bedauerns über biefen Entschluß verband der Vorsitzende Worte des Dankes für die überaus wertvolle Tätigkeit, die btü Ausscheidende während dreier Jahrzehnte im Interesse der Provinz entfaltet habe. Weiter widmete der Vorsitzende dem in der Zwischenzeit verstorbenen Bürgermeister K r o m m von Schotten, der den: Provinzialausschluß «und 'dem Pvovinzialtag über 14 Jahre Ununterbrochen angehört hatte, im Namen der Versammlung Worte ehrenden Angedenkens und ersuchte die Anwesenden, sich in Erinnerung an den Verstorbenen von den Plätzen zu erheben, was geschah. Schließlich gab der Vorsitzende davon Kenntnis, daß das Ersatzmitglied des Provinzialansschusses, Landgerichtsdirektor Schm eckenbecher- im! Hinblick auf seinen Gesundheitszustand das Amt eines Ersatzmitgliedes des Provinzialansschusses niedergelegt l>abe, was angesichts seiner steten Arbeitsfreudigkeit im Inwresse der .Aufgaben des Pwvinziabrusschusses lebhaft zu be-. dauern sei. _ .
Im Anschluß HSemn wurde in die Tagesordnung em getreten, und zwar kam zur Verhandlung:
Punkt 1? Ersatzwahl ausgeschiedener und gestorbener Mitglieder des Provinzialausschusses.
Es wurden auf Antrag aus der Mitte der Versammttmg durch Zuruf einstimmig gewWt: für das ausgeschriebene Provinzialausschußmitglied Schade-Alsfeld Herr Heinrich Brauer-Ober- Ofleiden, und zwar bis Ende 1916, für das ausgeschiedene Prv- vmzialausschußmttglled Kromm-Schotten das seitherige Ersatzmit- fliiriJ Herr Forstmeister Dr. Weber-Kvnvadsdorf, bis Ende 1916, für den zum ordentlichen Mitglied gewählten vorgenannten .Herrn Dr. Weber Herr Landgerichtsvat Ne neu ha gen-Gießen, als Ersatzmitglied gleichfalls bis Ende 1916, sowie für das ausgeschie- dene Ersatzmitglied Herrn Landgerichtsdirektor Schmeckenbecher- Weßen Herr Professor Skalweit-Gießen, bis Ende 1919.
Punkt 2: Wahl eines Mitgliedes und eines Stellvertreters des Vorstandes der Genossenschafts- kassefür Kommunalforstwarte.
Es wurden auf Vorschlag aus der Mitte der. Versammlung durch Zuruf einstimmig gewählt: für das seitherige Mttglied Altbürgermeister Alles in Meder-Florstadt Herr Bürgermeister Z^en dt -Hungen als Mitglied lnro <m Stelle des zum Mitglied gewählten seitherigen Stellvertreters Fendt Herr Bürgermeister Reu hl-Gamüach. als Stellvertreter.
Punkt 3, 5, 6 und 9: Rechnungder Provinzialkasse und Verwaltungsberichl für 1914; Baurechnung des Provinzialwasserwerks, Betricbsrechnung des gleichen Merks für 1914 und Betriebsrcchnung der elektrischen Ueberlandzentrale für 1914.
Rach Mitteilung des Vorsitzenden sind die Rechnungen von den Provinzialausschußmitgliedern Stahl-Friedberg und Wassers ch leben - Gießen vorgeprüft. Einige kleine > Anstände in der erstgenmrnten Rechnung seien, nachdem dem Provinzialausschuß die erforderlichen Erläuterungen gegeben worden wären, als behoben zu betrachten. Die Rechmmgen wurden, nachdem den Herren Rechnungsprüfern der Dank für die Prüftmg ausgesprochen worden war, in Umlauf gesetzt und vor Schluß der Sitzung debattelos genehmigt-
Punkt 4: Voranschlag der Provinzialkasse für 1916. In Verbindung mit Rubrik IV, Titel 1 da - s elbst , bei Unterhaltung der Kreis st raßen ^Antrag des P ro vi n z ial aus schuf ses bet r. Gesuch der Gemeinde Grebenau (Kr. Alsfeld) um Ueber- nähme der Zufuhrstraße zum Bahr: Hof Grebenau
in die Unterhaltung des Kreises und der Provinz.
Ter Antrag des Provinzialausschusses bezüglich der Gemeinde Grebenau, ivvnach der Provinzialtag der Uebernahme der frag- lichen Straße in die Unterhaltung des Kreises und der Provinz Und zwar mit Wirkung vom 1. April 1916 an zustimmen möge, wurde debattelos einstimmig angenommen.
..Zu Rubrik Vh „Jahresbeitrag für die Historische Kommission für das Großherzogtum Hessen mit 500.— Mk." wurde für den Fall der Nichtverwendung dieses Betrages zu dem budgetmäßig bestimmten Zweck der Provinzialausschuß ermächtigt, ihn für vorübergehende, infolge des Kriegszustandes etwa austretende Bedürfnisse zu verwenden. „
Zu Rubrik VIII b, wonach, für die Kreise als Hälfte der für Arbeitsnachweise aufgewendeten Kosten der Betrag von 1000 Mark ausgeworsen ist, erklärte der Vorsitzende, es könne der Fall eintreten, daß die Arbettsnachiveisstellen in der Provinz bei Ende des Krieges weitgehender wie seither in Anspruch genommen würden. Zu diesem Ztoeck könnten vorübergehend größere Mittel zu einen: ent sprechen der: Ausbau der Stellen erforderlich werden. Er bitte deshalb im Namen des Provinzial- «ausschusses, daß, wenn es etiva notwendig werden sollte, int Jahre 1916 den Arbeitsnachweisen einmal nrehr wie sonst üblich beizuspringen, der Provinzialausschuß ermächtigt sei, unbeschadet der budgetmäßigen Regelung der Frage in: Voranschlag für 1917, imter Hermrzichung der Mittel des Reservefonds helfend einzugreifen.
Diesem Nachsuchen wurde vom Provinjiattag einstimmig entsprochen.
Hieraus wurde der Voranschlag der Provinzialkasse für 1916 im ganzen in Einnahme und Ausgabe mit 718 380.95 M k. genehmigt.
Punkt 7: Voranschlag des Provinzialwasser- werks für 1916. In Verbindung damit: Antrag des Provinzialausschusses, betreffend Bewilligung einer Spende für O st Preußen.
Der Voranschlag, der in Einnahme und Ausgabe mit 982 000 Mark abschließt, wurde debattelos genehmigt.
Zum Alttrag des Provinzialausschusses wegen Ostpreußens, der wie folgt lautet:
Der Provinzialausschuß wolle für den Fall, daß eine das Großherzogtum Hessen umfassende Organisation zur Förderung desWi.ederaufbauesOstpreußens ins Leben gerufen werden sollte, einen Betrag von höchstens ,20 000 Mark derart zur Verfügung stellen, daß dem Provinzialausschuß innerhalb der vorerwähnten Höchstgrenze die Bemessung einer zu dem gedachten Zweck zu gewährenden Spende überlassen bleibt, erklärte der Vorsitzende:
Der Provinzialausschuß habe geglaubt, daß sich der Provinzialtag sicher von den gleichen Erwägungen werde leiten lassen wie andere Kommunalverbände und kommunale Körperschaften in Deutschland und daß er, im Hiirblick darauf, daß jetzt auch in giessen eine Organisation begründet werden solle, die die Patenschaft für einer: ostpreußischen Ort übernähme, gleichfalls gern bereit sei, aus Adttteln der Provinz ein Scherflein zum Wiederaufbau Ostpreußens, das.dein russischen Ansturm zeitweise zum Opfer gefallen sei und alle Schrecken des Krieges habe über sich ergehen lassen müssen, beizutragen. Er hoffe, daß er mit der Vorlage auch den Wünschen der Versammlung Rechnung trage, und bitte die Zustimmung zu dem Anträge zu erteilen.
Eine Anfrage des Großh. Kreisrats Freiherrn S ck e n ck zu^Sch weinsberg - Friedberg, ob es sich 'nicht ern:öglichen lasse, daß die Provinz, was die Ostprcnßenspende anlangc, gleichzeitig auch ngmens der vberhessischen Kreise als Geberin erscheinen könne, da es doch wohl den einzelnen Kreisen schwierig fallen werde, ohne Einfluß auf das Budget und die Kreisumlagen nochmals besoi:dere Beiträge einzustellen, ivurde nach einer Aussprache, an der sich dev Vorsitzende und das Provinzialtagsmitglied Dr. Weber beteiligten, verneinend beantwortet, worauf der Antrag debattelos einstin: mig genehmigt wurde.
Punkt 8: Antrag des Provinzialausschusses, betreffend: Verwendung der Ueberschüsse des Wasserwerks Inheiden.
Das Provinzialtagsmitglied Dr. Weber- Konradsdorf hatte beim Provinzialausschuß die Anregung zu dem vorbenannten Antrag gegeben, wozu der Provinzialausschuß die nachstehenden Grundsätze aufgestellt hatte:
Grundsätze
über die Verwendung der Ueberschüsse des Wasserwerks Inheiden:
1. Die' Ueberschüsse des Wasserwerks Jnhnden werden während der Dauer des im Jahve 1909 mit der Stadt Frankfurt a. M. über Wasserlieseruug abgeschlossenen Vertrags in einem Kapitalstock augesammelt, der den Namen „Wasserwerks- und Tilgungsfonds der Provinz Oberhessen" trägt.
2. Als Ueberschiuß des Wasserwerks gilt der jährliche Reinertrag, abzüglich eines Zuschusses an die elektrische Ueberlandanlage der Provinz Oberhessen. Dieser Zuschuß soll nicht mehr als Einhnnderttansenj) Mark im Jahr betragen. Die Finanz- gebarnng der Ueberlandanlage sollte doch so gestaltet rvevden, daß das Gleichgewicht zwischen Einnahme und Ausgabe der Ueberlandanlage spätestens 10 Jahre vor Ablaut des mit der Stadt Frankfurt a. M. abgeschlossenen Vertrags über Was- serliefevung lhergestellt ist.
3. Der Jahresreinertrag des Wasserwerks wird nach dem Rech- Mungsabschluß festgestellt, und zwar aus der Raueinnahme, vermindert um die Ausgaben für Verzinsung des Anlagekapitals, für Unterhaltung und Schutz sämtlicher Anlagen, für die jährlichen Betriebskosten und für Steuer:: und Abgaben. Die erforderlichen Rücklagen sind dem Wasserwevks- und Tilgungsfonds Kn überweisen, der zugleich als Erneue- rungssonds dient.
4 . Kapitalbeträge, die die Provinz für eigene Zwecke dem Wasserwerks- und Tilgungsfonds entnimmt, sind als^ Darlehen zu behandeln und von ihr zum landesüblichen Satz zu verzinsen und wieder zurückzu zahlen. Insoweit hiernach die verfügbaren Mittel des Wasserwerks- uno Tilgungsfonds nicht für eigene Zwecke der Provinz Verwendung finden, sollen sie, neben der Anlage in eigenen Schuldverschreibungen der Provinz, an Kreise, Gemeinden und sonstige öffentliche Körperschaften der Provinz zinstragend ausgeliehen werde::. Die Darlehensbedingungen werden, der jeweiligen Lage des Geldmarktes entsprechend, vom Provinzial- 'ausschuß festgesetzt.
5. Die Verwendung der Jahreszinsen des Wasserwerks- :md Tilgungsfonds unterliegt der alljährlichen Beschlußsassung des Provinzial tags, der über diese Mittel zu Zwecken der wirtschaftlichen, gesundheitlichen 'und kulturellen Förderung der Provinz und ihrer Bewohner planmäßig verfügen wird.
Das Provinzialtagsmitglied Geh. Justizrat I ö ckel-Friedberg hat hierzu folgenden Gegenantrag gestellt:
Der Prvvmzialtag beschließt in seiner heutigen Sitzung:
Aus den Ueberschüssen des Wasserwerks Inheiden wird nach Abzug des jährlichen Zuschusses an die elektrische Ueberlandanlage, insoweit und insolange solcher nötig ist, ein Reservefonds gebildet, der von der Provinzial-Ausschuß zinstragend cmzulegen ist. Die Zinsen sind zu gemeinnützigen Zwecken im Interesse der Provinz oder von Teilen der Provinz zu verwenden.
Nach längerer Aussprache, an der sich die Provinzictttagsmit glieder Weber, Brauer, Bücking, der Anttagsteller I ö ck e l und der Vorsitzende beteiligten, ivurde einstimmig beschlossen, de:: vom Provinzialausschuß aufgestellten Grundsätzen zuzustimmen. Ter Antrag Jöckel wurde für die Frage der eventuellen spätere:: Ausgestaltung jener Grrmdsätze dem Pro- vinzialausschuß als Material zur geeigneten Berücksichtigung empfohlen.
Punkt 10: Voranschlag der Elektrischen Ueberlandanlage für 1916.
Der Voranschlag, der in Einnahme und Ausgabe den Betrag von 700 000 Mark vorsieht, wird vom Pvovinzialtag ohne Aussprache einstimmig genehmigt.
Punkt 11: Antrag des Prvvinzialausschusses, betreffend: Aenderuug des Vertrags mit dem Staat wegen Lieferung elektrischer Energie.
Ter zwischen den: Staat und dem Provinzialausschuß Eirde vorigen Jahres abgeschlossene Nachtragsvertrag, der eine Verbilligung der staatlichen Strompreise fttt die an die Provinz zu liefernde elektrische Energie vvrsieht wurde ohne Aussprache einstimmig genehmigt.
Der Vorsitzende führte hierauf aus: Nach einstimmiger Annahme dieses Nachtrags Vertrags, sowie nach alledem, was diesem Nachtragsvertrag in nunmehr unrmterbvochener 6 jähriger Tätigkeit auf dem Gebiete der Elektrizitätsversorgung der Provinz Oberhessen vorangegangen sei, dürfe wohl gesagt werden, daß man aus diesem Gebiet nunmehr zu einem Abschluß gekommen wäre. Das Ministerium des Innern, das, wie über den Gang der Elektrizitätsversorgung, so mich hierüber unterrichtet worden sei, habe daraufhin gestern dem Großh. P ro v: n z ia l d: r e k- tor ein Schreiben übersandt, dessenInhalt den:ProvmzialtagsMitgliedern zur Kenntnis zu bringen, ihm, dem Vorsitzenden, ein besonderes Vergnügen bereite. Das Schreiben laute:
Wir haben mit Interesse von den Darlegungen Ihres Berichts Kenntnis genommen mrd könne:: nur unsere anerkennende Befriedigung über das aus dem Gebiete der Elektrizitätsoer-, sorgung der Provinz Oberhessen Geleistete aussprecken, die wir besonders auch der Provinzialvertretuug übermittelt scheu möchten. von Hombergk.
Der Dank, der ::: d:eseM Schreiben dem Provinzialtag, sowie insbesondere dem Provinzialausschuß ausgesprochen sei für das so Überaus verständnisvolle Eingehen auf alles dach was auf dem
vorerwähnten Gebiet zur kulturelle:: Hebung der Provinz und ihrer Bewohner für notwendig erachtet und demgemäß in die Tatsache umigesetzt worden sei, wäre sicherlich allen ein erneuter Ansporn dafür, tvie seither, so auch in Zukunft weiter zu arbeiten mft dem Endzweck, der Provinz Oberhessen den ihr gebiihrenden Platz unter den 3 hessischen Provinzen dauernd zu sichern. Damit wäre die heutige Tagesordnung erschöpft und er frage an, ob noch jemand der Anwesenden das Wort wünsche.
Hierauf ersuchte das Provinzialtagsmitglied Geh. Justrzrat Rabe n a u-Büd:ngen um Erteilung des Wortes. Er führte folgendes aus: „Die letzten Worte des Herrn Gehümerats Dr. Usinger gebu: mir Veranlassung, Sie noch für wenige Minuten um' gütiges Gehör zu bitten. Ich glaube, daß von den Gegenständen der heutigen reichen Tagesordnung uns besonders zwei Dinge interessierten und große Freude gemacht haben, und zwar deshalb, weil sie gerade in der gegenwärtigen ernsten und schwere:: Zeit als großzügige friedliche Kulturwerke erscheinen. Ich meine hier das Wasserwerk und die Ueberlandzentrale. Ueber beide Punkte ist heute eingehend verhandelt worden und ich glaube die Worte darüber im emzelnen sparen zu sollen. Allein bezüglich! der Ueberland-' zentrale darf ich vielleicht daran erinnern, daß nach den Verhandlungen über verschiedene Projekte am 1. April 1912 der Bau in Angriff genommen wurde, daß schon im Februar 1913 verschiedene Gemeinden mit elektrischem Licht versehen werden konnten, daß sich bald schon die Notwendigkeit der Vergrößerung des Versorgungsgebietes herausstellte, die, nachdem der Provinzialtag die hierzu erforderlichen Geldmittel bewilligt hatte, soweit dies möglich war, zur Ausführung kam. 143 Gemeinden mit 123 000 Ein- wohiwrn, 14 Gehöfte und 47 Bahnhöfe genießen die Wohllat des elektrischen Lichts. Tie Anschlüsse betragen 18850 mit 120000 Lampen, die Länge der Fernleitung umtaßt 406 Kilometer, und 466 Motore mit einer Gesanttleistung von 1600 Kilowattstunden sind angeschlossen.. Sie wissen auch, daß die Versorgung dm Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten mit elektrischer Energie gesickiert ist und daß die Ausführung der nötigen Arbeiten nach Beendigung des Krieges alsbald erfolgen wird. Welche Fülle von geistiger Arbeit in diese zwei Werke gesteckt worden ist, das weiß der Proviu.- zialtag ganz genau, denn er hat selbst mitgewirkt und ka:m stolz auf seine Tätigkeit sein, die auch' von seiten oes Ministeriums anerkannt worden ist, wie wir ja eben gehört haben. Allein, die Korporation, die diese gmrzen Arbeiten im einzelnen noch besser beurteilen und ihre Schwierigkeiten noch besser ermessen kann, das :st der Provinzialausschuß. Als das Wasserwerk in Inheiden eingeweiht wutde — nebenbei darf ich vielleicht einfchalten, daß Frankfurt am 10. Oktober 1911 den ersten Tropsen Wasser von Inheiden bekommen hat —, ist von berufener Sette der beiden Männer gedacht worden, die sich darum ein ganz besonderes unvergeßliches Verdienst erworben haben, zwei Männer, deren wir auch heute wieder in dankenswerter Weise gedenken wollen, des Herrn Geh. Rat Tr. Breidert und des Herrn Forstnreister Tr. Weber. Der Dank ist wohl umso höher anzuschlagen, als die beiden Herren das Wasserwerk mit dem Gedanken der Elektrizitätsversorgung der Provinz in einen innigen Zusammenhang gebracht haben und Herr Forstmeister Tr. Weber, der gewissermaßen der Vater der beiden Werke ist, seine Kräfte auch heute noch den beiden Werken erfolgreich zur Verfügung stellt. Jetzt vor 6 Jahren standen wir vor dem Beginn des Baues des^ Wasserwerks und vor der Frage der Elektrizitätsversorgung der Provinz. Seit dieser Zeit steht nun Herr Geheimerat Tr. Usinger an der Spitze unserer Verwaltung, und die vergangenen 6 Jahre s:nd> was Arbeit anbetrifft, die schwierigsten und verantwortlichsten für unsere Werte gewesen. Man denke nur an die schivierigen Verl)!and- lungen mit der Regierrmg bezüglich der Lieferung des Stromes, bezüglich des Preises des Stromes und die VerhandknNge:: mit der Rheinischen Schuckert-Gesellschast-Mannheim. Und so sind es tausend andere Tnrge 'gewesen, die eine eingehende sorgfälttgej Prüfung notwendig gemacht haben. Nur der Provinzialausschuß, der diese 6 Jahre miterlebt hat, kennt diese verantwortliche.Tätigkeit seines verehrten Dorsitzendkm ganz genau. Er hat gelernt, sie ebenso hoch zu schätzen, wie den unermüdlichen Fleiß, die gründ^- liche Beherrschung des gesamten großen Stoffes bis ins kleinste und seine gründliche Besprechung, immer mit ebrein. einzigen! Mittelpunkt — den Interessen der Provinz. Der gesamte Provinz ialansschnß einschließlich der Ersatzmttglieder hat das nnnb- weisbare Gefühl, seinem verehrten Herrn Vorsitzenden ftir seine ersprießliche, aufopfernde Tättgkeit seine Anerkenrmng und feinen! herzlichen Dank auszusprechen, und' ich bin beauftragt, dies heute hier an dieser Stelle zu tun. Ich habe diesen Auftrag umso lieber übernommen, wett ich die feste UebcrzeuguNg habe, daß ich auch im Namen des Provinzialtags erllären darf, daß dieser sich der Anerke:rmmg der aufopfernden Tätigkeit unseres Herrn Vorsitzenden und dem Tanke dafür ebenfalls von ganzem .Herzen anschließt.
Auf diese von lebhaftem Beifall begletteten Worte dankte der Vorsitzende dem Herrn Vorredner und allen denen, in deren Namen er gesprochen habe, herzlichst. Er könne wohl sagen, daß die sechs Jahre nüt zu den schwersten gehörten, die er während seiner Amtszeit dnrchgemacht habe. Ueberreiche Entschädigung für alle die M'ühe, Last, Arbeit und Sorgen, die mün mit den beiden Werken gehabt habe, gäbe aber das Bewußtsein, daß die Arbeit schöne Früchte getragen habe und daß man einen greifbaren Erfolg derselben sähe, einen Erfolg, der der Provinz und ihren Bewohnen: hoffentlich dauernd zugute kärn-e. Es wäre ftir ihn nicht Möglich/ die Dankesworte des Herrn Vorredners, die ihm' unvergeßlich bleiben würden, für sich allein in Anspruch zu nehmen. Die Arbeit wäre nur mit einem Provinzialausschuß zu Mächen gewesen und der mit seinem Vorsitzenden durch dick ::nd dünn gegangen sei, der in guter und auch in schwerer Zeit hinter seinem Vorsitzenden gestanden habe. Und es wäre auch nicht möglich gewesen, die Werke so produktiv zu leiten, wie geschehen, wenn nicht die große Zahl trerrer und aufopfernder Mitarbeiter zur Verfügung gestanden hätte. Wenn das Personal der Ueberlandanlage und ihr Leiter seine Kräfte während der Kriegszeit nicht auf das Alleräußerste angespannt hätten, dann wäre man jedenfalls nicht so durchgekomwen wie bis jetzt. Er bitte deshalb, daß der ihm ausgesprochene Dank auch allen denjenigen gelte, die in einer große::, aber durch bei: Krieg doppelt schweren Zeit, seine opferfteudigen Mitarbetter gewesen seien.
Nacbde::: hierauf niemand Mehr das Wort wünschte, schloß der Vorsitzende die Sitzung.
MrchUche Aachrlchten.
Israelitische Religionrgemeinde.
Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstag, den 13. Mai 1916:
Vorabend: 8.3Ü Uhr. — Morgens: 8.30 Uhr. — Predigt. — Abends: 9.20 und 9.55 Uhr.
Märkte.
— Frankfurt a. M., 10. Mai. Der heute abgehaltrne Pferde markt war von etwa 300 Pferden aller Art beschickt. Bei den hohen Preisen war das Kaufgeschäft zunächst mäßig; erst als die Preise zurückgingen, hob sich der Handel. Die vorhandeiuv Schlachtpferde erzielten bei raschem Absatz sehr hohe Preise.
Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen.
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Höchste Teinperatur am 9. bis 10. Mai 1916: ft- 14,8*0. Niedrigste „ „ 9. , 10. , 1913: + 8,6'0.
Niederschlag 0,6 mm.


