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9.5.1916 Zweites Blatt
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ZrseiLer Vlott

Erscheint tLMH mit A«S«.chme des Sonntag«.

Dießiietzener ZämilirLdlMer" werden dem

^Anzeiger^ viermal wöchentlich beißelegt. das rLreisdlstt für den Krtis Sichen" zweimal wöchentlich. Dier<mdWtttfchaft!ichea seit-

erscheinen mosrattich zr»eirnLl.

renersl-Anzeiger

Dienstag, 9. Hat »W

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchLir Unioersitäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Schriftleitung,Geschäftsstelle «.Druckerei: Schul- sttaße 7. GeschäftsstettLu.Verlag'.^GKöl,Schrift* Leitung: Adresse für Drahtnachrichteru

Anzeiger Gießen.

Der Kampf um den viktona-Nyanza.

Kn dem Awzxrffs, den brrrische-ldnertruppen geyen-< toärtig im Dienste Englands gegen imfere vstcrsrikan:sch,e Kolonie untewnahlrnen, erblicken wir die Fortsetzung Derselben britischen kolonialen E^robernngspolitit, welche Frankreich von Faschoda fortschenchte, dem Kongostaat Leopolds von Belgien den Ladobezi-rk gekosvet und das italienische Eri- tfyzca zu einer horftlnregslosen Zukunft ohne Errtwicklnngs- nrStzpcttkcit verurteilt hat. Das Ziel dieser Politik aber, dem jetzt auch die ehemaligen Rivalen Englands im Sudan die­nen, ist: der britische Nil vom Viktoria Nycrnza bis zum Delta. Mit der, man kann sagen gewaltsamen Ausdehnung des Baumwollbaus ist Aegypten in seiner ganzen wirtschaft­liches l^ristemz mehr denn je von den lebenspendenden Fluten des Nils abhängig geworden. Trotz des Riesenwerkes, des Stmrdarmues von Assuan und der auf das sorgfältigste ge- xtegelpax Wasserverteilung reicht schon jetzt in einigermaßen trockenen Fahren die vechÄgbcrve Wassermenae nicht aus, um die unter BcMrnwvWrtltur genommenen Fwchen gelchrig «a bewässern. Weite Felder liegen dann verdorrt, und die ägyptische Finarrzverwaltmrg übermäßig belastet mit Staatsfchtrlden zugunsten englischer Bamnwollinteressenten - sieht ihren Zinsendienst infolge Zahürrrgsunfähigkeit der stener- und abgabepflichtigen Fellachen bedroht. Selbst in wasserreichen Fahren duldet es britische Kulturpolitik nicht, künflirh bewässerte Flächen mit Brotfrucht ober Reis zu bestellen, da z. B. der Reisanbau. Kitchener hat Pies in seinem Jahresbericht für 1942 mit brutaler Offenheit aus­gesprochen die doppelte Wafsermenge wie der Baumwoll­anbau erfordert, während doch jede Welle Wassers, die den 3äl fcenmterritmt, von Rechts wegen jenen Pflanzungen zngeMhrt werden nrrrß, die englische Banrnwollspindeln in Arbett und Verdienst setzen.

So kommt es, das Aegypten, einst eine Kornkammer der römischen Welt, hinsichtlich seiner Ernährung zu einem sehr erheblichen Teil auf Zerfuhren vorn Auslände angewiesen ist. Das ProbtQn der Wafserversorgmrg t-es unteren Nillandes wird noch dadurch erschwert, daß nMrnchc auch der englisch- ägyptische Sudan endgültig als BatrrnwollMkanftslano von seinen britischen Beglückern, bestimmt ist. In den ersten Fähren snach der Eroberung des eirtvMertrnr Landes war den sruMbaren Ebenen Mischen dem Weißen nrrd Blaueir Nil vornehmlich die Aufgabe eines Anbau- und Ausfuhrgebietes von Brotfrucht zugedacht. Damals warnte derStedar nnd^ chenerall-Mruvernenr^' des Sudan im Futereffe des Landes Und fenecx Bewohner sogar vor jeder Mereüten Emführnng- enter intensiven BcnrnrviwMErrr, der ex feine günstige Aus­sicht M erölffnen vermoc^e. Fn^wischeu ist aber,-e gesagt,, unter den Auspizien der ^Mrvenrrgnny britischLr Banmwoll- fpmner" auch dre ZuLcnst des Sudan ans den Banmwoll- anbau eingestÄll worden und damit ist; zur Sorge um die Wafforversorgnng AeMttenA «Ach die um vfe des SuL»a»K

Schon Vor 14 Fahren ysktN Lvrd -als damaliger

Vertreter englischer HerrjchLst ÄrpKDarch, m feä*ect ^rhres- bericht das Projekt anfgenonm^n, dem Bahr-el-Gedcl (d. i. der ans dem Viktoria Nhanza entspringende südliche Quell- flnß) zwischen dem Ort Bor irrfb km Einfluß des Svbat ein neues Flußbett zn geben, m die riesigen Wcrssermengen, welche jetzt in dem großen S^rnptzg^biet des Bahr-ebOebel stagprieres, tabcrbwprts den Kulturen des Sudans Und Aegyp­tens Mzufithrerr Wenn der Bahr^ebGebel sich erst in seiner ganzer: Fülle in den gmtgm Weihen Nll d.h. rurch seiner Vereinigung mit dem Sobat ergießen wird, rechnete Lord Cromer, sei der Zertpunkt gekommen, um an den Äus- sbüssen des Vitwrr-a NyanKa szv& AlbertseeS feesi Seespiegxl reschlieoende StMtwerfe auszkufichsveL.

Fn der Zwistt-anzeit sind diese Projekte unter Lustviartt» erheblicher Mittel eingehend studiert worden. Zahlreiche For- schLngsreisen haben in den letzten Jahren das Geheimnis des RLs, die Gesetze, welche sein Steigen und Fallen regulieren.

Me Gperettendtva an der Westfront,

Plauderei von Fritz Arens.

Der Krieg hat nicht nur nach der militärischen Seile hin vieles, was bislang als unantastbar galt, ikrrrgewertet, er hat auch sonst Manches gebracht, '/aas man von hier mit dem Kriege sich schlecht vereinigt denken konnte. So hat die deutsche Hseresverwalttarg, namentlich an den, Stellen der Front, an denen es zum Stellungs­kriege kam, vielerlei Einrichtungen getroffen, die dem leibliche:^ dann aber auch dem! geistigen Wohl des Soldaten dienen. Auch hierin steht Deutschland unbedingt an der Spitze aller kriegfüh­renden Mächte: unsere Svldatenheimje, Svldatenkruos, Konzerte, Vvrtrags- und UnterrichtsLurse zeugen davon. 2fri einigen Zentren riet man sogar grvM Schaubühnen ins Leben, aus denen dem Feld-, grauen ernste und heitere Kunst, Schauspiele und Opern geboten werde::. Das Deutsche Theater in Lickle ist bekcomtlich eirre dieser Musterbuhnen, und mancher Soldat ist von hier ans, mtt neuer: Anregungen aufgefrischt, nüeder irr seine Stellung ge­gangen. Die Theaterleitung harchelt in der Ausnxrhl des Pro­gramms dabei nach dem weisen Sprrrch: Wer vieles bringt, wird manchern etwas bringen! Deshalb fehlt aus dem Spielplan auch die leichtgeschürzte Operette nicht; rote man des fernerer: daraus bedacht ist, Kmrstler von Nus zu oirtem Gastspiel zu gewinnen. So kam, als kürzlich in: Likler Deutschen Theater dieFledernraus" gegeben wurde, auch Mizzi Wirt'h, eine der gefeiertsten deut- schen Operettendivas, in die !bauvtstadt Nordfranrreichs, um in der ewig-jungen Strarrßschen Operette dieAivele" zu singen und zu spielen. Kein Wunder, hast das Haus jeden Abend dicht besetzt war, denr: roekcher Operettenfreund in Derrtschland kennt nicht Mizzi Wirth! Jene blonde, fesche Wienerin, die vor etwa 7 Jahren nacy Berlm kam, dort sich als Tollarp^inzessin, im Grafen Lrrxem- burg, in dem StückeDer Mann mtt der: 3 Frauen" und anderen Den 3Ärf eines Stars unter kn: deutschen Smrbretten erwarb, als Franzi imWalzertraum" :md alsToLarvLinzeffin" durch fast ganz Deutschland zog und überall dnnch ihr sprudelndes Tenr- perament die Zuhörer Hinrist. Ihre Gastspiele in Petersbnrg- 9Noskau, Kiew, Odessa, Baku, Tiftts, rvv sie ebensolche Triumphe feierte, roie später in Buenos Attes, Montevidoo, Rio de Janeiro, Santiago :md anderer: Städten Südamerikas, sicherte:: ihr überdies einen unternatiionalerr Ruf. Auch der tbiuosreircnd kennt Mizzi Wirth, denn sie har in zahlreichen Films sowohl ilwen künstterisckwn Hurnor, ihr Temperament fixiert, wie sie sich auch als Darstellerin ernsterer Sachlen bewährt.

Urrd nmr war MizZi Wirth in Litte. Nun hat sie ein. Gast­spiel 'in .... Frankreich hinter sich, imb das während des Krieges! Ich habe vor Freude einen Lustsprung gemacht," erzählte sie mir, als wir bei einer Tasse Kaffee einluwer im Cafe Rot-al zu Lille gegenübersasten. Und nun begann die vor Temperament

erforscht. Sie haben ergeben, daß die Nilstnt von Juli bis Oktober vornehmlich durch die vom Sobat, dem Mauen Nil und dem Atbara herab geführten Wassermengen bestimmt wird, während die Wassermen;^e:: auS dem Viktoria Nymiza- und Albertsee bislang mehr die konftcn:te Wasserzufuhr dar- stellen, aber nach Durchführung der anged-euteten Projekte für die regelmäßige und reichliche >Bewäjserung der Nil­länder noch von au^rordeullicher Wichtigfett werden kmrnmr.

Die Folgerungen, welche sich hi-erans vom Standpunkte der britischen Politik aus ergeben, sehen wir in dem heißen Bemühen AlbionS, den Viktoria-Nyanza durch Waffengewalt ganz zum e7:gl:schei: Binnensee zu machen. Deutsche Kraft in Ostafrika und auf den europäischen Schlachtfeldern aber wird darüber entscheide^ ob die Zuku-nft der NMinder allein brittschern Egoismus asSgdlieflrt fein soll.

Mackensen in LeKesvar.

Fn der indgarischerrZeitschriftDas junge EUro p a" (Deutsche Llrrsgabe. Berlin W. 30, Neue Winterfeldstr. 46) finden wir schörce Crinnermrgen des Kgl. Rats Josef Gern l, Bürgermeisters der Freistadt Demesvar, an den Aufenthalt des Feldmarschalls von Mackensen in dieser Stadt. Die Weltgeschichte wird, so beginnt der Verfasser seinen Aufsatz, die Erzählung der Balkanstvafexpedition danttt begiunen, daß General von Mcnkensen nach Temesvar kam:

Der Siegeszug des' Feldmarfchälls Mackensen in Russisch-' Polen war nöckj in vollem' Gange, als am 9. September die erster: d-eutschen Truppe:: der :mber den Oberbefehl des Marschalls ge­stellten Balkanarmeen in Temesvär einlangten.

Von damals mt befanD sich das §>anptguartter des Feldmar- schMs in dieser Stadt. Es ziählte ständig 350400 Ossiziere und an 1000 Mann, die in rrvcht weniger als in 42 Konrwmiden, Aemtern, Anstalten, Depots usw. verteilt waren. Ta wmde der Feldzug mit echt deutscher Gründlichkeit bis in die minutiösesten Einzelheiten vorbereitet; riesige Lastautos beförderten Tag und Nacht die trefflichste:: Arbeitsurittel und die neuesten, zum Teil bis dahin noch mwekannt gewesenen technischen Behelfe. Es wuroe ctt: tadelloser Nachrichtendrelrst-vrgancherL; man errichtete Fm:ken- svruchstatiorren, Lustfchifshall-en; man baute Sttasten und legte Schienen; man yerkegte und rekvnsttuürte Lokoinottvei: für de:: Verkehr auf den schwächer gebetteter: serbischen Bahnlinien; man schlug Brücken, liest Sümpfe Wochen legen. Nur iver die kLinstl-erische Volkkommenheü dreser Ansrüstm^ gesehen hat, wird es ver­stehen, daß es für deutsche Truppen keine Unntögkichkett, keine vis major gibt.

Wenn deutsches Militär ein Lokal, eine Anlage oder irgend eine Kriegslieistung in Anspruch :rahm, geschah dies immer unter strenger Beobachtung der UNgarisckLN Gesetze. Es ist unwal-r, der ritterliche oder feu« Untergebenen hätten !me oa-

imrls behauptet Wifebe in. Ben^svär mit §üntaNfetzLng unserer Gesetze oder Behörden geschaltet. Gegen die Teuerung Nährten sie sichän der Weise, daß sie ihren Bedarf an Hornvieh, Mrstenvieh Kartoffeln, Reis, Wern. Bier aus der Heimat deckten.

Äe BsrbererdMF vom 9. September bis 8. Oktober

!VL5 in tiefet Stille, M 2 G ^nSowcrS. Und als der Bugrifs em- feUL, gefchch es tn «m-k^mrtetLr Wersch xu ds&m ^ZettMuLe, wo dfe Anfmerkfamfett der Wttt durch die großen Mmpse der West> und No-Mfvont vollauf in Anspruch gwronrmen war, die Türken auf der Halbinsel Gallipoli und an der Dardanellensttaste entscheidende Erfolge erzielten.

Umsere Diplomat« war dvMals mtt Bulgarien ins Reine Kckvmnven; ein Oberftfeuttkcmt des blllgarischen GewNLastsbes war sckMr am 2. Oktober ms Demestckrer Hanptlmartter, wn an der Ausarbeitung des Planes zur gemieinstmcen Offensive mttMvirk.m.

Am 6. Ofeober würde das in Sofia überreichte russische ttltt- matirni in ablehtz^endem Sinne bvLntvwrtet und an demselben Tage begann der ttebergang unserer Truppen über die Donau, die Save und die Drina. General ÜMmjCi besichtigte den Uebergang an der ganzen Fcout nrü» als er am 8. O'Lober rwch Temesvär Mück- ünn, sagte er dem Bürgermeister im ruhigsten Tone: , Herne wird Belgrad falben; es kcmn sich jedoch bis morgen httrausKieheu." Und am 9. mtittags konnte er mir den Fall Belgrads inttteilen.

Den Urbergcmg über dve Donau brseichnete er als eine welt- gchchchchtliche Heldentat, die aber nicht von ihm, svnäKrn drm fernen tapferen SoDctteu vollbracht ward«.

übersprudelnde Operettendiva xu erzählen von ihren Erlebrrisseu auf der Reise nach Frankreich. Mix sie sich die Papiere beschaffen mußte, wie sie in Herbesthal die Grenze passiert, die gestrenge Pa^ensrrr; wie da ein Feldgrauer plötzlich ruft:Das ist ja die Mizzi Wirth," wie aber selbstverständlich auch sie alle Foruüllttäten über sich ergehen lassen mußte rmd dies als eine Kriegswotwendig- kett gern hümahm.

Dcu:n auf belgischem Bvder: die ersten Gndrücke des Krieges, die Zerschossenen Gebäudx, die Hlldeugräber; int Brüssel die deutschen Schilder neben denen in französischer Sprache; in Lille, gleich am Bahnhof, die TrüMmerstätten der großen Gebäude.Ein unheim­liches Gefühl beschlich mich, und ich verlor für einen Lbcgenblick die Begeisterung für mein Gastspiel. Aber mein Mut wurde wieder belebt, als ich das Deutsche Theater in Lille betrat und dort die wunderbare Arbeitsleistung unserer Feldgrau«:, die strape, mustergülttge Organisationskunst imsever milttärischen Behörde:: sah. Wie merkwürdig waren dann die Eindrücke bei her ersten Vorstellung; ganz anders als sonst bot das Haus sich dar: alles in feldgrau ! Sonst ist Man gewohnt, in den ersten Reihen des Parketts, in den erste:: Rängen befrackte Herren, Damen in iteu«: Toiletten, alle mtt lebeirslusttgen Gesichter::, zu sehen . .. hier sah ich ernste Männerköpfe, Gesichter, denn: nur schwer ein Lächeln abzuringen war. Ein überwälttgender Anblick. Es war eine harte Arbett für mich, bis endlich die erste Lachsalve durch das Hmts jubelte. Und wie ein Mufatnren ging es durch unsere Reihe::, als endlich das Eis gebrochen war. So ging es brei Akte hindurch, und wir Künstler waren hochbefriedigt, das Los unserer Helden, die s-r^usagen aus dem Schützengraben ins Theater gekommen waren, für ein paar Stunden erleichtert zu haben. So Kxrr der Erfolg für uns wvhl nicht so rauschend, :vie sonst, aber für das Minstlerperstmal viel befriedigender, weil er so schwer errangen war."

Wir erhoben uns. Md Wirth mnUtt' wieder ins Theater. Mer nein," sagte sie imd drückt mich wuä>er ans meinen Stuhl, eins nvuß ich Ihnen noch erzählen, nämlich, wie ich unsere Land sturmer in Lille sah. Eines födittags führte nrich mein Weg über die Grande Place. Plötzlich tönte mtt klingendes Spifl ent­gegen. M:l:tärm::sik! Tie Mache zog <u:f. Die LaMstürmoc kamen! Ach, war das eine Freude! Alles klappte.wiegeschmiert^ verzeihen Sie, und von Manchem Franzosen hörte ich be­wundernde Worte scher diese milttärffche Exakt hett der Deutschen. Mein Herz lachte mir im Leibe, und ich dachte bei mir vergnügt: Euch müßten Elrre Frauen zu Hause sehen !"

Weil die sich freuen :vürden, wie schnsidig ihre Männer nock) exerzieren können!"Ach nein," meinte sie schelmisch,wett sie sich fleuen würden, wie hübsch ihre Haustyrannen hier parierest müssen!"

Verblüfft über diese eigenartige, echt framnchaste Auffafßurg

Er wollte sich cu: die vielfachen Ovationei: nicht gewöhnen, wollte 3 :icht^verstehen, das; :::an ihm etwas Außerorocntlick?es zu schrieb, wo er doch so wie immer seines Zeitlebens ganz einfach ferne Pflicht getan hatte. Man könne höck)stens noch so, viel lagen, daß ihm Gott geholfen uno er Glücke gehabt lwbe.

Wir Südungarn aber, oie durch- Mehrere Einbrüche der Serben heimgesucht und- von per Entente den. slawischen Gelüsten aus- geliefert werd-en sollte::, fkxtltm dem Marschall Mackensen de:: herrlichsten Lorbextkcanz, so wie unsere Borsabren dem Prinzen Enge:: von .SavioiMr, berat er hat uns die Sich-erheit von Haß und Gut bewahrt, uns vor frenrdern Joche verschont nr:d unserer wirtschaftlichen Zukunft auf >dem Balkan weite Perspektiven er- öffn-et.

In Temesvär bewm:derte mW: ihn nicht mrr als großen Feld­herrn, sondein: auch- als eine hochgebildete, vor: proftrndem^ Wissen erfüllte, dabei offenherzige, Mvorkrmrm-estde, liebenswürdige Persön­lichkeit: mit seiner von Gesundheit stvotzenden stramnren Halttmg, die Mit den: graumelierten Haare kontrastierte, seinen starken Auge:tt>ranen, semen markanten Zügen imponierte er beim ersten Anblick. Und- wer je das Glück hatte, in feine tiefen, blauen Allgen, in diese:: von Klugheit, Herzmsgitte und Menschenliebe strahlenden Spiegel, zu sch-auen, nncrde bis in die Selle erwärmt:.

Alles interessierte ihn. Er wollte über Temesvär :rnd)- :mgarn möglichst viel wissen-mw studierte die Monographie unserer Stadt, machte täglich Spaziergänge in unfern: Vorstädten und Ausflüge in Miseren: Forst.

_ Dies schuf .ihm eure solche genaue Kenntnis unserer Stadt, - daß er, chls Erzherzog Friedrich- im Ha::ptguartier in Temesvär' eintraf, dem Erzlhevzog als bester Führer zur Sette stcurd trr$i ihn auf alle Sehenswürdigkette:: aufmerksam^ inwchte.^

Jeden Sonntag erschien.Mückensen in voller Gala in der evan­gelischen Kirche, sa::g laut mit der Versammlung und horchte voller Andacht per Predigt.

Die Knrder beobackrtate er mit so gütigen Micken :rnd lächelnd, daß jedes Kind gm:z zutraulich« wurde und denMackensen b^.csi" bei jedem Begegnen mtt Salutiere:: oder einem Eljennufc begrüßte.

dtm 25. Oktober faßte die Eaireralversaurmlang den BcWus, de:: hohen Verdiensten dieses hochragenden Feldherrn und edlen Mannes in ewiger T-rnkbarkeit zu gede::ken und diesem Dante bei Abschluß des Weltkrieges in würdiger Weise sichtbaren 2lns- druck Ar verleihen.

Königsberg i. Pr., 8. Mai. (WTB.) DerHartung- scheu Zeitung" zufolge ist die Mutter des Generalselonrcn- schalls v. Mackensen, Frau. Qekononnerat Marie Mas­sen, am Sonntag ans ihrer Besitzrrng Geglenfelde bei Ham­merstein (Westprenßen), nahezu. 90jchhlrig> gestorben.

Rms Hessen.

In dem Entwurf eines Aefehes Wer die Belastung von Grundstücken mit vererblichen und veräußerlichen Abduurechtm,

Hen die Großherzogliche Regierung der Zlsterten Karnn^r vorgelegt l 7 at, heißt es in Artikel 1;

Ein Grundstück kann mit Genehmigung der Oberen Bergbe- hSrde :« der Weife belastet we^en, daß demfenigcn, zu dessen Gunsten Sne Befeftung erfolgt, daS vererbliche und vcrchcherliche Recht zur Gaoimrung en«S de:: bergrec^lsthen Vorschriften nicht uttterfiegciibfn Minerals znstM (Abbcmrecht). Gegen einen ttfe GerrehM:gm:g versagenden Beschluß der Oberen Bergbehörde steht de:: Beteiligten die Beschwerde nach Maßgabe der Artikel 180, 181, 182 des Berggesetzes für das Großherzvgtum Hessen vom 28. Januar 1876 in der Fasftrng der Bekamckmachnng vom 30. September 1899 zu. Für dfe Kosten des GenehinignnFsver- fahvens haftet, auch Venn die Genehmigung versagt wird, der­jenige, zu dessen Gunsten das Abbaurecht bestellt rrerden soll oder sollte. Tie Kosten einer erfolglos gebliebene:: Beschwerde fallen demjenigen zur Last, der sie eingelegt hat.

Arttikel 7 bestimmt: Das Mbauoecht e r l i s ch t mit allen an ihn: bestehenden Rechten, wenn die Obere Bergbehörde auf Antrag des Grnndstücksesgentünrers rechtskräftig fest- gestellt hat, daß das Mineral völlig abgebemt ist oder>-daß das Mineral nicht mehr abbanlvürdig ist. In dem letztere:: Falle darf die Feststellllng ::nr dann erfolgen, wenn das Abbcrurecht seit länger als 10 Fahren nicht mehr ansgeübt worden ist

mußte ich ebenfalls lachen. Und das ist bei einer Unterredimg mit einer Operetterüttva iutmer das Beste. Auch an der Westfront!

(Zensiert Berlin.)

Mär cvni swissenschaftlicher Krieg". Ms Sammelpunkt der verschiedenarttgsten Konferenzen mit Feierlich- keite:: unter den Alltterten genießen die Pariser seit Monaten das Glück, in ihrer Mitte eineberühmte" Persönlichkeit nach dcr anderen zu beherbergen. Und da man die so sehr eme Aufpulverung benötigende Stimmung nicht durch Siegesberichte voln der Front zu kräfügen vermag,' begirügt man sich damtt, die alliierten Per- sönlichiketten in Paris auszufrageu und ihre Mehr oder minder einförmigen Aussprüche als Nttchmesfanfaren zu lleiden und zu verkünden. Ta auch der zum römischen Senator ernannte Ersinder Marooni an der jüngsten wirtschaftlichen Berattmg in PariZ teil­nahm, unterließ man es natürlich nicht, auch ih:: wieder einmal in der geschilderten Weise zu Worte kowrnen zu lassen. Diesmal übernahm dasJournal" die lünsttwlle Arbeit des Ausstagens, und als Ergebnis wird den ausborchenden Parisern die nicht mehr ganz neue Weisheit verkündet, daß ::ach Marco::: dieser Krieg ein Kampf mit den Mitteln der Wissenschaft sei. Aus die Frage des Journal"-Mitarbeiters, ob das lateinische Erfi:ü)ungsgenie sich im Verlaufe dieses Krieges ebenso wimderbar und mächtig er­wiesen habe, wie seine berühntte .Geschickte er erwarten ließe, wußte Marron: mit schöner Bescheidenheit zu erwidern:Aber gewiß, das ist ja felbstversmrwlich. Sie könne:: sich gar nicht vor­stellen, welche Wunder der Erftndn?:gsgäbe rvir in den Dienst der Sache gestellt haben, für die wir kämpfen. Wtt taten dies sowohl durch die Verbesserung und praktische Anwend::ng der bereits be- kamtten Prmzipien wie auch dmch völlig iwue Entdeck::ugen. Vvrr Tag zu Tag wurde die Rolle, die die Wissenschaft bei :ms in dieseut Kriege spielt, bedeutender und großartiger. 9Nit allem Mut und ' aller Kühnheit schritten wtt weit voran. Wir lassen unsere Er­finder dnvchmrs stei lvalten, und ich gestatte mir, zu erwähnen, daß die mir nahestehende drahtlose Telegraphie ganz Hervor- ra-gendes geleistet hat. Tiefer Krieg ist durchaus ein Kampf der Arstenschaft. Alle Quelle:: des Wiflens iserfei: für den Krieg benützt. Der Sieg wird txemjenige:: zufalten, der den airdere:^ an Erftndungsgeist ittrertrifft." Abgesehen davon, daß Marco::: j kettreswegs der Ruhm gebührt, mit dieser bereits abgebrmuhtenl/ Formel etwas Neues gesprochen zn haben, kann man mit Lerchtig-». keit, feststellen, daß seine Behauptungen eher geeignet sind, die Hoffnungen der Mliierten herabzusctzen als sie zu erhöhen. Tenn wenn nran im Lager der Mi irrten ta tsäckttich so Unerhörtes an Er­findungskraft geleistet ::::d trotzdem.' in jeden: Frmrtabschnitt an^ dauernd verlöre:: hat, ist kann: eurznsehen, :velches Mtttel ilmenz eigentlich den so heißerschnlen Sieg trotz allem! zu erringen ber* möchte . . ^