Ausgabe 
26.5.1916 Erstes Blatt
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ffoi.be'föttotte Handelsbeziehungen in atfcn JRtocmi an Me' Scrroaftimo im Lande hatte Münz- und ^Posttvesen under sich. Slns kulturellem Gebiete wurden «amarttge Ideal« ur d« Lttrttnh- fcit -umq.'sedt. Das Schulwesen gedreh so erfreulich, daß es kaum mehr Analphabeten im Lande gab und bet der allgememen.hoch­stehenden Bildung konnte es nrcht ausblnben, daß dre alte Kultur der Ureinqesessene» neu entdeckt und neben der einflußreich ge­wordenen'schwedischen Kultur Wetter entwickelt WE. zwei

kulturellen Strömungen sind bestehen geblieben. Etwa 2, Mi Manen der sinnlündrschen Bevöllerung gehören der ftnni,chkMgr tuchen Bol- kerfamilie an nur etwa 400 OM sind Nachkommen der rm 12. ^ahr- lnmdert als Eroberer in Finnland eingedrungenen , Schweden, '^ie schwedische Kultur war damals derjenigen der erngeseyenen Bevölkerung so überlegen, daß schwedische Sprache und schwedisches -Recht selbst dann nod} in Finnland herrschend bllebm, als Fmn- land sich von Schweden trennte imb unter Rußlands Herrschaft trat Sehr eingehend ging der Redner auf das Erwachen der finnischen Literatur und des ftnnischen Nationalbewußtseins ein, Las damals überragende Persönlichkeiten an die Spitze der natio­nalen Bewegimg gestellt habe. Rußland, dein diese Bewegung bedrohlich erschien, verbot im Jahre 1850 alle Veröffentlichungen in finnischer Sprache, soweit sie nicht religiö,er oder pvaktrscher Natur tvareii; 1863 wurde dieses Verbot jedoch wieder aufgehoben immerhin wurde die Russiftzierung noch weiterhin angestrebt, und das hatte den Erfolg, daß der scharfe Gegensatz, der lich« Zwilchen Schweden und Finnländern entwickelt 7)atte, allmählich' verschwand. In der bildenden Kunst und besonders in der Musi? hat Finnland stack unter deutschem Einfluß gestanden Me Tpmlomder waren aeaen Ende des 19. Jahrhunderts ein freiheitsliebendes Kultur- Holk geworden, ein Vorposten der Zivilisation gegen oas benach­barte Asien, als Rußland 1899 begmm, die frnuttche Selbsttmdigeett systematisch zu vernichten. Seit der 3§,t. kämpft ftnnyche Volt einen aus reitenden Kamps passiven Widerstandes .gegen die M- pansionsgelüste des russischen Imperialismus, dem em selbftandtges Finnland als Brücke zu den eisfreien Hafen an der atlantischen Nordwestküste Norwegens nicht sicher gemrg ist. Me Privilegien Finnlands sollten eins nach dem andern gebrochen werden ^.a gelang es noch einmtal während der russischen Revomtron 190c> den Finnländern, infolge eines Generalstreiks den Z^mznzwtngen, ein Manifest zu unterzeichnen, in dem die Rechte auf»

neue bestätigt wurden. Nicht viel spater, schon im Jahre 1908, stellte «s sich heraus, daß dieses Manifest nur em wertloier m der Not untc^eichneter Fetzen Papier war und die m Rußland wieder gurr Macht gelangte Rcaktimt begann von neuem. Rechts- und Werfassungsbrüche gegen Finnland zu begehen, obgleich das ganze ^rnnttcke Volk wie ein Mann sich der Nichtachtung smner Ver-

finnische Volk wie

Weltkrieg ^mich den Firmen neue Hoffnungen^ \ ür^ die^Znkunft

faffung entgegensetzte. Der Kampf ^schien aussichtslos, bie der

wachsen ließ, die eng mit dem r >n ihnen herbugesehntcn Lnege Deutschlairds verftiüpst sind. Rercksticher Beifall dankte ..emRedn^ für den fesselnden Vortrag, der von zahlreichen Lichtbildern de9 seenreichen Landes begleitet war.

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Forderungen für das neue Wirtschaftsjahr.

Die Zeit der nahenden Ernte und des Ueberttitts in ein neues Verbrauchsjahr erzeugt verständlicherweise, um so nachdrücklicher.

ie schlimmere Erfahrungen hinter uns liegen, den Wunsch nach besserer Regelung und Versorgung, besserer Verfügung über unftre Vorräte. Wie die maßgebenden Behördeir Mit der Abwmmg des Wirtschaftsplanes für das kommende V-erbrauchSiahr unttr Ver- Wertung all der Erfahr,rngeii der beiden Vorjahre beichastigt und, besckmftigt sich auch Presse und Oeffentltchkett mtt dmcn Frageu. Vorab möchten wir cinS feststellen: em,g ist man sich überall dar n, daß auch daS dritte Krtcgsjahr, oder, bei den glanzenden Ernte- «Echten, gerade das! dritte KriegSiahr uns Nicht, zum Hunger- Erieden zwingen kann. Ob damit freilich, wie von eener Seite be­hauptet wird, unsere Ernährungssorgen als Wiktor der auß-ren Tolttik auSscheiden und lediglich eine mnerpolitt^che Angelegen­heit werden, scheint uns sehr zweifelhaft: wenn nur auch 'm,;en daß Not uns nicht zum bedingungslosen Frieden zwingt, so zieht doch das Ausland aus der Hitze, mit der gelegentlich solche Debatten kvesührt werden, und aus den tatsächlichen Sckstvtertg ketten breio-

Memllierung und Verteilung, für deren Abschätzung chm das^Aug^i- maß fehlt, immer wieder neue Hofsnung aui un,ere demnächsttge Be­zwingung. Em Blick in englische und franzottsche Zeitungen (z. B. zE£o&" vom 12. Mai!) beweist das zur Genüge Unsere Ernah- zmngssorgen reckrnen sich ioälMnd des ganzen Krieges untere Geg­ner als wichtigsten Aktivposten, rvenn auch nur als Mittel, erlah- pLNde Hoffnungen neu zu beleben. .

Unter den mancherlei Besferungsvorschlägen betonen die einen tottSfc das Preis- und Organisationsproblem. die anderen melw das MerwendungSProblem Unsere Höchstpreispolitik dem Brotgetreide «egerruLer sei verfehlt, weil sie für andere Getreidearten höhere DrÄfe bQnesseii habe. Unsere KartofselpreiSvolttck habe dre Stabi- ixm vermissen lassen, die Organisationen hätten oft den katschen Weg eingeschlagen, oft versagt. Wir wollen nicht bestreiten, daß wir hier teilweise unliebsame Erfahrungen haben machen müssen, «# soll aber auch nicht verkannt werden, daß diese Erfahrungen manchem Betracht nicht umsonst gewesen sind. Bon anderer Sekte NNiÄ unsere BerwendungSpolittk kritisch beurteilt. Es ser W gewesen, große Viehbestände durch den Wtttter achrecht zu schalten, die, obschon starke Zehrer an den für m«ischlrchen Ver- vrauch geeigneten Grzeugnrffen, durchgehnngert wurden, ohne daß Ke uns den Winter über Fleisch. Milch. Butter und Fett hatten bieten können. Der Viehbestand müsst unseren ^tttermittelvor- räten angepaßt, also verringert werden bis auf den Punkt, wo die vorhandenen Futtermittel die Tiere gut in Mast und Nutzung Hielten. So sachlich begründet diese Ansicht zunächst erscheint, so sprechen doch sekw gewiästige Bedenken gegen sie. Unsere Futter- mittelmenae schwankt mit dem Jahresverlanf, eure Periode großer tMlle wechselt mit einer Zeit scharfer Knappheit, ohne daß nne Möglichkeit bestände, diese Spannung, die in Frieden szmten. cmrch auMndisches Kraftfutter ausgeglichen wurde, auszuglerchen. Soll dieser uiiter Kriegsbedingungen unvermeidlichen Schwankung der Futtervorräte während deck Jahresverlaufs auch eine Regickierung der Mehbestände parallel gehen? Bückteicht ist das bei S chwe in e u, die bei entsprechender Fütterung in neun brs zehn Mmatm günstigenfalls schlachtreif »verden können, m ög l i ch , b e i Rindviehist es positiv unmöglich. Reduziertinmn mit knapper werdender Futtermenge entsprechend die RmdmeHbestonde, dann hat man für eine Reihe von Monaten zwar Futter, aber well das Vieh fehlt, keine entsprechende FutterauÄrutzung. Mechanisch den Viehstapel nach der Fitttermittel menge zn regnkreren und darauf läuft praktisch der Vorschlag hinaus wäre eine ideale Lösung, aber eben eineideale", der praktisch das natürlich be­dingte und also unvermeidbare Auf und Ab unserer Futtermenge entgegensteht. Solange wir aus tierische Produkte nicht verzichten können, solange müssen wir unser Viehkapttal aus der unbedingt nötigen Höhe zu hallen suchen solange litten wir gleichzeitig die .Konkurrenz des Viehs um bestimmte Nahrungsvorräte in ge­wissem Umfang in deii Kails nehmen. Es gibt da keine reibungslose Lösung Besser große Rindviehbcstände durchhunaern und in reichen Futterzeiten auf alte Leistungshöhe bringen, als kleine Tierbestände gut durchhalten und das ganze Jahr in Viehprodukten uner­träglich knapp gestelL sein. Im übrigen sei darauf hingewiesen, daß bei Schweinen, diesen schärfsten Nahrungs,,konkurrenten^ der Menschen, die Regulierung in Form der Anpassung an die Futter - wengen in einem Grade stattgefunden hat, der uns für die letztge Fteischnot eine zwanglose Erklärung bietet.

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** Feier des Sonntags Rogat-e in der Kriegszeit in den evangelischen Kirchen Deutschlands. Wie bereits int vorigen Jahr, so ist auch jetzt wieder vom deutschen evangelischen .Kirchenausschuß angeregt toorden, in den deutschen evangelischen Landeskirchen am Sonntag kstogate also am nächsten Sonntag, den 28. Mai in den Gottesdiensten eine Fürbitte für die diesjäh­rige Ernte abhaltenu lassen. Demgemäß hat auch die hessische oberste Kirchenbehörde angeordnet, daß an dem genaimten Sonntag in Predigt und Gebet der großen Be­

deutung gedacht Voitb, die es in diesen Kriegszeiten für Unser Vaterlaiid hat, daß auch! die diesjährige ^.aat von Gott rn Gnaden behütet nnd eine ausgielnge Ernte uns beschert wird. ,

** Erhebun g der K ar t o f f e l v o r ra te am 2 7. M a i. Bei der Bedeutung, die diese Erhebung für dre Maßnahmen zur Versorgung der Bevölkerung hat, ist beson­derer Wert daranf zu legen, daß zutreffende Ergebnisse er­zielt werden. Das Großh. Ministerium des Innern hat des­halb die Kreisämter angewiesen, mit Hilfe der Polizei, gegebenenfalls unter Zuziehung ^ von Sachverstandigen, Stichproben vornehmen zu lassen, uni festzustellen, ob die bei der Kartoffelerhebung gernachten Angaben richtig sind. Gegen Anzeigepslichtige, die vorsätzlich oder sahr- lässig fauche Angaben gemacht haben, soll nnnachsichtlich vorgegangen weroen. Wir verweisen auch ans die Bekannt­machung des Oberbürgermeisters in unserem heutigen Blatte.

** Verkehr mit Verbr auchs zuck er. Um vielen Anfragen zln begegnen, wird daranf hingewiesen, daß be­sondere Zuckermengen zum Einmachen und Ein kochen von Früchten von der Reichsznckerstelle in Berlin nt Aussicht gestellt sind. Die Zuteilung von Zucker für die Stadt Gießen erfolgt durch die Einkaufsgesellschaft für das Großherzogtum Hessen in Mainz. Die erste Sendung Zucker wird voraussichtlich in den nächsten Tagen eintressen, nnd es steht zu erwarten, daß auch bald von dieser Gesell­schaft aus Zucker zürn Einmachen und Einkochen von Früch­ten zur Verteilung kommt. Die näheren Bestimmungen über die Ausgabe von Eiiimachzucker werden noch ver­öffentlicht. Auch wird voraussichtlich die Reichsregierung Saccharin für Einmachzwecke in genügender Menge zur Versügung stellen. Wir verweisen auch ans eine Bekannt­machung des Kommnnalverbandes im Anzeigenteile dieses Blattes.

** T i e Auszahlung der Fa milienunter stütz un- gen an die Familien der zum Heeresdienst Einberufenen Nudel statt: a) Reichsunterstützung i An diejenigen, deren Ramm be­ginnen mit AH Mittwoch, den 31.. Mai 1916, JR Freitag, Um 2. Juni 1916, SZ Samstag, den 3. Jum 1916. b) Weitere Unterstützung (Mietszuschuß): An diejenigen, deren Namen begin­nen mit AH Montag, den 5. Juni 1916, JR Dienstag, den 6. Juni 1916, 8Z Mittwoch, den 7. Juni 1916. c) An Ver­mieter, die Mietbeträge abholen: Donnerstag, den 8. Juni 1916. Tie Auszahlungen finden von 81 Uhr vormittags im Stadt­haus, Zimmer Nr. 7, statt.

** Das Meteor. Wie das Marburger Physikalische Institut mittcilt, sind ihm auf seine Aufforderung hin über 100 Mitteilungen von Beobachtern des großen Meteors vom 3. April zugegangen. Nach Feststellungen sei das Me­teor etwa 80 Kilometer über Corbach als Leuchtkörper zuerst gesehen worden und bei Treysa etwa über eine Meile ^hoch über der Erde erloschen, nachdem es steil nach Süd-Süd- osten geflogen. Vermutlich sei der erloschene Körper noch ein bis zwei Kilometer weiter geflogen und dann erst ziemlich tief in die Erde eingedrungeu.

"In den M n r k t l a n b e n kommt herite und morgen Prima Kopfsalat ztun Verkauf.

** Dörren im Haushalt. Die Erfolge der Werbearbeit für das Dörren von Gemüse und Obst, auch von Küchenabsällen, begegnen vielfach Schwierigkeiten darin, daß die Haussranen, ins­besondere die städtischen, nicht wissen, wie man dörrt. Un­sere ländlichen Haushaltungen wissen darin von jeher besser Be­scheid; -das Dörren ist für sie, die nicht zu jeder Zeit einen Laden in der Nähe haben, wo sie alles kaufen lönnen, eine altgebräuch- lickje Weise der Vorratsbeschassung. Beim Dörren kommt es darauf an, die im tzsemüse oder im Obst enthaltene Feuchltigkeit^ heraus­zuziehen Und durch ttockene Luft zu ersetzen. Natürlich geschieht das drtrch Wärme. Die gegebenen Wärmeerzeuger sind die Sonne und der Küchenherd. Apfel- und Birnenschnitzel. Pflaumen, auch Pilze werden aus Schnüren ousgereiht und in die Sonne oder auf die Herdplatte oder in dm Backojen gelegt: die Temperatur soll nickt zu heiß sein; als Unterlage empfiehlt sich dickes Papier oder Horden, aus dünnen .Holzlatten oder gutverzinkten Drähten in Holzrahmen

X G r o ß e n - L i n d e n , 26. Mai. Gestern vormittag wurde der weithin bekannte Wirt Peppler des GasthatpesZur Lmde am hiesigen Bahnhof als Leiche bei der UmverNtalsmuhle aus dent stleebach geborgen. Schon seit einiger Zeit hat seme Um­gebung Gemütsveränderungen an ihm, der leidend war, bemerkt, so daß der allgemein beliebte Mann wohl etnem Augenblick geistiger Umnachtung erlegen ist.

)( M a i n z l a r, 25. Mai. Dragoner Wilh. S ch w a r z von hier, der vor einiger Zeit die Hessische Tapserkeitsinedaille erhielt, wurde nun auch mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

Kreis Schotten.

r Glashütten, 26. Mai. Seit Februar ds. galt bet Mu^tttier Karl Weber von hier rm Inf.-Regt. 116 als oermißt. Vor einigen Tagen erhielt der Vater die Nachrnst, datz stm Sohn bereits im Februar gefallen ist: Weber ist das fechlte ^^0?oPler in nnserer Gemeinde. Tie Namen der Gefallenen sind: .Nuskttrer Rudolf Eck, Wehrmann Reinhard Schmidt, Wehrmann Kar Reinemer, Unteroffizier Otto Schmidt, Musketier Kar!

dem oberen Vogelsberg, 25. Mar. Gerade­zu sichtbar ist das Gras in den paar Tagen gewachsen, an denen die Sonne mit voller Wärme zur Erde niederschien. Allerorts hat man denn auch mit dem ersten Grasschnitt begonnen, um ihn als Grünfutter zn benutzen. Somit hat nnn^ die Ernahrungsttage bei jedem Landwirt eine fürsorgliche ^ Lösung gefunden, denn Vieh, welches nicht zur Werde getrieben wird, kann nun durch Grun- futter (Gras) ernährt werden. Die mckgeren Bergwteien haben ebenfalls ganz gut angesetzt, und wenn der Regen ^kommt,

bleibt eine gute Ernte in allem zu erwarten, powert sind die Aus­sichten gut. Tie Saaten aut dein Felde und in den Garten haben auch ganz gut begonnen, das Land mit eirtem erfreulichen und viel­sagenden Grün zu kleiden. Tie Frühkartoffeln kommen ebenfalls langsam an die Erdoberfläche hervor.

Kreis Friedberg.

= Aus der Wetterau, 26. Mai. Infolge des überaus günstigen Wetters gehen die l a n d w i r t s cha s t l i ch e n Arbei­ten gut vorwärts. Die Kartoffeln sind gesetzt und,bereits zeigt es sich, daß sie gut aufgegangen sind. Frühkartoffeln werden schon gehänselt. Allerdings könnte ein guter stiegen niMs schaden, obwohl noch viel Winterfeuckitigkeit vorhanden ist. Denn dann könnte mit dem Setzen der Dickwurzpflanz-en begonnen werden. Tie Pflanzen haben sich gut entwickelt und sind von Erdstößen verschont geblieben. Auch der zweite Klee würde besser loachsen, wenn der Himmel seine Schleusen öltnete. Tie Frucht zeigt erneu präckttigen Stand und bereckrttgt zu deu schämten Hoffnungen. Das Korn hat einen großen Halm getrieben und steht bevettd ut Sßivit Viele Arbeit macht das Vertilgen des Unkrautes. Besonders- Disteln treten massenhaft auf. Auch der Hederich findet sich viel und sängt bereits an zu blühen. Was den Behang der Obst­bau me an belangt, so kann gesagt loerden, daß die Obsternte die des Jahres 1915 nicht erreicht. Es dürste eine gute Mttelernte geben Die Zwetsck-en haben teilweise schlecht angesetzt, eme Folge davon, daß es in oie BlütM regnete. Besseren Behmig zeigen die Birnbäume, besonders dre Wirtschaftsbirnen. Tire Achelbamm» werden eine Mittelernte geben, ausgenommen ^-chamase, Gold­parmäne iurd Gravensteiner die sehr voll hängen. Der WrMer- ravs geht der Reife entgegen. Die in Aussicht steh-ende auß^ortzarr- licke Erute wird das Ihre tun, daß nächstes Jalw noch mehr diele so sehr in Vergeß geratetie Oelpflanze angebaut wird. Dies wird immer mehr der Fall sein, als die Aeckier noch Ernte liefern, da sie gewölMlick) noch' mit Dickwurz oder Kohkraven bebaut werden. Vereinzelt trifft man auch Sommerraps. Starkeuburg und Rheinhessen.

ö. Mainz, 25. Mcn. In der gestrigen Sitzilng der Stadt­verordneten iviirde der Haushaltvoranschlag für das Nechntlngsjahr 1916 beraten. Der Stetterausschlag wurde um ] 5 Prozent, von 144 auf 159, erhöht. Sämtliche Anträge des Finanzausschusses wurden ohne Debatte angetiommen und das ge- amte Budget genehmigt.

Kreis Wetzlar.

ra. Münchholzhausen, 26. Mai. Grenadier Friedrich L i ch wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

ra. B o n b a d e n, 25. Mai. Schütze Heinr. N h l, Gren.-Rgt Nr. 7, erhielt das Eiserne Kreuz.

d Aus dem Kreise Wetzlar, 26. Mai. Tie Forst­behörde hat imtzt Rücksicht auf den Manges an Streumaterial, der sich jetzt, wo die Streuvorräte zu Ende gehen, allgemein bemerkbar macktt die Gemeindewaldungen zur Gewinnung von Streu- ~ " " 1 ' Y 1 an

Diese Horden kann sich jeder leicht Herstellen. Feuchtigkeit ist beim laub freigegeben. Es sind sogenannte ^Landtage eingerrchtet, Dörrett möglichst sernzuhalten. Man lege die zu trocknenden Er-»denen das Laub nach Anweisung der Förster an die viehl^lttn- zeugnisse nicht aufeinander, sondern in dünnen Schichten nebenein-l g^n Haushaltungen abgegeben wird. Für das abgegebene Kumtt' ander. Licht, Feuchtigkeit, Staub und Insekten sind von der meter wird meistens eine Gebühr von 25 Pig. erhoben, auch und

~ r " "" .. . . -. Gemeinden vorhanden, in denen die Abgabe unentgeltlich gestattet

ist. - - Dem Kreise ist die Lieferung erheblicher Kartoffel-, mengen aufgegeben worden. Es sollen, nne man hört, 15 000 Zentner geliefert werden, die der .Kommtinalverband Mühlheim (Ruhr^ und die Stadt München-Gladback)' erhalten sollen. Die Genteindevorsteher haben in den _ ein^-eltren dvieinden bereits mit dem Aufkauf begonnen, auch sollen schon Sendungen an die Empfangsstellen abgegangen sein.

Hessen-Nassau.

sl Kirchhain, 25. Mai. Im hiesigen Kreise sind jetzt H ö ch st p r e i s e für Eier festgesetzt worden, und zwar 15 Pfq. für den Hühnerhalter nnd 17 Pfg. für den Händler. Im Kreise Marburg sind die Preise nach Aufhebung der Höchstpreise sofort wieder auf 20-22 Pfg. gestiegen.

A Frankfurt a. M., 26. Mai. Eme beachtenswerte Neu- einrichtung des Zoologischen Gartens ist die Ausgabe von Block- besten zu k 3 Mk., enthaltend 12 Karten von dreimonatiger Gültig, keit, die an den Werktag-Abenden ab 8 Uhr zu>n Eintt'tt be- rechtigen. Die Konzerte werden während des Sommers von ver- stärkten hiesigen Zivilorchesteru oder von Militärkapellen aus- geführt. Abendlouzerte ftirden außer Sonntags am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag statt. Am kommenden Sonntag ist der Eintritt während des ganzen Tages auf 50 Pfg., Kinder 25 Pfg. (Agirarium 20 Pfg.) festgesetzt.

= Frankfurt a. M., 26. Mai. Die am Montag morgen im Hausflur Fahrgaffe 136 tot ausgefundenc Frau des Packers Simmediugcr ist keinem Verbrechen zum Opfer gefallen, wie man zuerst annahm, sondern durch eiucn Sturz von der Treppe ums Leben gekommen. Der Ehetnamr wurde aus der Haft entlasten. Kapellmeister Otto Sekberg wurde an Stelle des Kapell- nrcisters Pollak, der sich zurzeit in Amerika beftndet nnd kein freies Geleit rmch lster erhält, vom 1. August an zunächst ftir ein Jahr für die hiesige Oper verpflichtet. Er war bisher an den Stadt­theatern in Essen, Hamburg und Graz als Kapellmeister tätig.

= Bad H omburg v.d.H., 26. Mai. Die Stadtver- ordnetenver sam mlnng beschloß die Errichtung einer Milck- küche zur Abgabe einwandfreier Milch an kleine Kinder. An Nack­krediten für Einguartierungskosten, Lcbensmittelbe'chtfftlng usw. be­willigte man 6 20 33 7 Mark. Diesen Ausgaben stehen jedoch Rückeinnahmen und Ersparnisse in Höhe von 391 350 Mark gegen­über. Die l^eanttagtc Einführung einer 'Fleischkarte wurde entern Ausschuß zur Beratung überwiesen.

6 Wiesbaden, 25. Mai. Im Sitzungs^aalc der Stadtver- ordnctettversammlung fand, Wiesbadener Blättern zufolge, eine von etwa 70 Personen besuchte Versammlung unter dem Vorsitz van Stadtrat Meier statt, in der abermals die Frage zur Erörtermtg stand, in welcher Weise sich die Stadt Wiesbaden als größte Kur- nnd Fremdenstadt Teutschlatcks den tl?r gebührenden Einfluß bei der Schaffung einer nationalen 9Nvde sichern kann. Die Mvdeschau lstclt man für Wiesbaden für nrindestenS ebenso wichtig wie die Remran und die Maifestspielc. Wenn Wiesbaden keine Modeschau veranstaltet, so wird die Frünsturter Ntodeschau das bessere Publi­kum dorthin ziehen, das würde natürlich für die Wieslmdener Ge- srhäftsivelt von großem Nachteil sein. Gewcrbeschuldirektor Ben- tirrger hob die nationaleit und wirtschaftlichen (Rsichtspunkte her­vor und betonte, daß gerade die (Rgemvart der Ausführung des Gedankens, eine nationale Mode zu schaffen, aufrerordentlick günstig sei. Dem Sieger folge gewöhnlich auch die Mode, meinte er. Er tvies ferrrer darauf hin, daß bis jetzt zwar Paris die Mode de-

Trockenwarc fernzuhalten. Wo entsprechende Herdvorrichtungen nicht vorhanden sind oder größere Mengen gedörrt werden sollen, etwa in Dörfern oder lleineren Städten oder bei Genossenschaften, können auch Backöfen oder Brauereidarren benutzt werden. So kann ftder Haushalt mit bescheidenen Mitteln sich seine Gemüse- iirrb Obstdauerwaren selbst her stellen. Das Verfahren ist einfach und spart viel Kosten, Zeit und Arbeit. Einige Werke haben sich auch mit der industriellen .Herstellung von Herddarren befaßt, die sich teilweise ausgezetchnet bewährt haben und für billiges Geld be­schafft lverden können. Bei Dörrgemüse hat man den Vorteil, daß dem Gemüse Farbe, Geschmack und Nämwerl voll erlialten bleiben.

** Anbau Don Winterraps und Rübsen. Infolge der Knappheit an Fetten und .Oelen hat der Anlmu von Oel- frt'jchten in diesem Jahre durch Aussaat txm Sommerrubsen, Lein­dotter. Sonnenblumen und Molw, welche vom Lriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette zur Versügung gestellt wurden, eine we.sentlichc Ausdehnung genommen. Dieses ' wird aus die Befriedigung des Bedarfes von Fetten und Oelen im nächsten Winter einen günstigett Einffnß haben. Da wir aber nicht wissen, wie lange der Krieg dauern tottd, und auch nach Beendigung des Krieges die Ergänzung des 'Vorrates an pst an z- lichen Fetten ans den Tropen nicht sehr schnell erfolgen tvird und somit für Oelfrüchte noch aus Jahre hinaus hohe Preise zu er­wartet sind, ist zu empfehlen, daß sich die Landwirtschaft in er­weitertem Maße auch wieder dem Anbau .von Winterro.ps und Rübsen zuwendet. Im Nordosten Deutschlands ist allerdings die Voraussetzung des Oelfruchtbaues nteistens die Brache, über deren Ausdehnung in diesem Sommer die Entscheidung wohl bereits ge- fallett ist. Unter günsttgeren llimattsck)ett Verhältnissen wird aber auch 1er Anbau nach Wintergerste, deren Aulmu in diesem Jahre erheblich zugenommen hat, und Roggen, sowie nach früh umge- brocktenen Klee- und Luzernebeschlägen, möglich sein. Eine An- leittlng wurde bereits in Nr. 35 der Flugblätter der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft gegeben. Aut eine neue, bessere Grund­lage ist der Anbau von Winterraps und Rübsen auch dadurch ge­stellt worden, daß es jetzt mehrere Züchttmgen von Raps und Rübsen gibt, welche die alten unveredelten Landsorlen immer tragen und sonstige Attbaueigenschaften erheblich übertrefsen. Diese Origfftalzüchtungen werden in der Landwirtschaft bis zur Saatzeit ftir Winterraps und Rübsen in ausreichendem Maße vou den Originalzüchtern geliefert werden können. Tlnfragen sind zu richten an den Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette, Berlin, linter den Linden 68 a, und die Saatzuchtstellc der Deutschen Landwirtsck>afts-Gesellschast, Berlm SW. 11, Des­sauerstraße 14.

Landkreis Gießen.

ne. Bellersheim, 26. Mai. Gestern morgen gegett 3 Uhr erscholl hier plötzlick Feuerlärm. Es brannte in der Holz- schneideret von Karl Weil. Die Maschinenhalle stand in Flammen und mußte nieder gerissen werden. Nachdem an einen Hvdrantcn eine Schlauchleitung angelegt war, wurde man bald Herr des Feuers. Die Wasserleitung bewährte sich bierbet vorzüglich, aber allgemein wurde der Wunsch laut, es möchte eine Einrichtting geschaffen werden, düe es ermöglicht, die elektrischen Straßen­lampen für derartige Zwecke emsckalten zu kömren. Die Lampen, die automatisch ein- und ausgeschaltet werden, können außer der eingestellien Brennzeit nicht benutzt werden Eine entsprechen.de Aenderung wäre daher wünschenstvert. lieber die Ursache des Feuers ist nickchs bekannt. Weil ist nicht versichert.