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20.5.1916 Erstes Blatt
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Der Sketz««er A«zel-«

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Erstes Blatt

Ibb. Jahrgang

Zamstag, 20. Mai M6

Bc; ngSHr 7

monatl. OO 'Jjt., Viertel­jahr!. 'M. 2.65; durch Abhole- u. Z>veigstelle>i monatl. 80 Pf.: durch die Post Mk.3.45 viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., ausiv. 2O Pf. Haupt- schristleiter: Aug. Goeg. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goeh; für Stadt unö Land, Vernuschtes und Ge- richtssaal: Fr. R.Zenz;

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General-Anzeiger für Gderheffen

Erfolge an der Strafe Haucoutt-Esnes. Nene Fortschritte in 5ßdtirol.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 19. Mai. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem westlichen Maasufer wurden die fran­zösischen Gräben beiderseits der Straße .Haucourt Ssnes bis in die Höhe derSüdspitze des Cam a rdw a l- ves gerummen und neun Offiziere, einhundert- ^wanzisMannzu Gefangene »gemacht. Einer- acuter feindlicher Angriff gegen die Höhe 30 4 h ra ch u n te r sehr erheblichen P e r l u st e n f ü r d e n Keind zusammen. Auf dem östlichen Maasufer steigerte sich zeitweise die gegenseitige Artillcrietätigkeit zu großer stärke.

Die F l i e g e r t ä t i g k e i t war auf beiden Seiten groß. Oberleutnant Boelcke schoß das 16. feindliche Flugzeug südlich von Ripont ab. Bahnhof Luneville, sowie Bahnhof, Luftschiffhalle und Kasernen bei Epinal wurden mit Bomben belegt.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Balkan-Kriegsschauplatz.

Ein Flugzeuggeschwader griff die feindlichen Lager bei K u k u s, C a u s i c a, Mihalowa und Salo­niki an.

Oberste Heeresleitung.

Im nordwestlich von Verdun gelegenen Abschnitt haben untrere Truppen auf der Straße HaucourtEsnes einen nicht zu unterschätzenden Erfolg erstritten. Es wird damit den Franzosen mehr und mehr unmöglich gemacht, den Kampf um die Höhe 304 noch mit irgend einer Aussicht ans Erfolg aufzunehmen. Wieder ist die Belagerungskette um die große Maasfestung um ein Glied enger gezogen. Geradezu unheim­lich müssen die Verluste des Gegners bei seinen fruchtlosen Llnstürmien gegen die deutschen Stellungen auf Höhe 304 ge­wesen sein, denn die .Kriegsberichterstatter ergänzen die amt­lichen Meldungen mit Schilderungen, die sehr lebhaft dar­tun, wie der frühere Befehl Joffres auch heute noch in Gel­tung ist: den Platz um Verdun zu behaupten oder unter- : zugehen.

Auch von der Überlegenheit unserer Bundesgenossen gegenüber den Italienern in SWtirol erhalten wir heute neue, frohe Botschaft. Südlich von Bielgereuth ist die Grenze überschritten worden, und zwei italienische Befestigungs­werke sind dien tapferen Truppen des Erzherzogs K!arl Franz Joseph in die Hündie gefallen. Die Ziffer der Gefangenen ist uns über 10 000 Mann und 196 Ofsiziere gestiegen, die Beute hat sich nnf 51 Maschinengewehre und 61 Geschütze erhöht. Das ist eine glänzende Waffentat, die der Welt dartut, wie traurig dernationale" Feldzug der Italiener sür sie enden wird.

Ueber den strategischen Zweck des österreichischi-ungari- schen Angriffes macht der BernerBund" folgende Aiiden- tungen:

Daß die Oesterreicher Grund hatten, in Südtirol einen starken^ Gegenstoß auszuführen, geht aus der «Lage der Dinge hervor. Waren doch die Italiener unermüdlich daran, die Trientiner Zentralstel­lung durch konzentrisch vorstrebendc Beivegungeu durch das Sw ganatal, über die Hochfläche von Vielgereuth (Folgaria), durch das Ehch- und Ledrotal und endlich auch vom Adamellogebiet her zu umfassen. Weiter als bis,in die Linie LevievFolgariaRovereto E^Zzecea und zu den Paffen, die ins Judiearien- und ins Genova­tal fuhren, burfte der Verteidiger den Angreifer keinenfalls kommen laßen, ohne in der Bewegungsfreiheit stark behindert zu werden.

Ruf der anderen Seite war klar, daß die Oesterreicher mit Cm ? 1 * ® c ? CTT ft°fe gegen diese konvergierenden Angriffe aus 'Trient zugleich eine Offensivaktion verbinden konnten, wenn sie s:t ft U ^nügende Truppenmassen zur Verfügung hatten. Ist doch ore strategische Lage der Italiener heute noch ebenso ungünsttg wie zu Beginn des Krieges. Sie stehen immer noch, in einer scharf gewmtelten Stellung am J son zo und in den Südtiroler Tal engen und vermochten, wie vorauszusehen war, ihre Offensive weder 2 ZGuzo., noch irach Kärnten zu tragen. Ihre Jsonzofvont ist diirch die Südtiroler Sporn stelluirg der Oesterrcicher ständig ^..Flanke uiid Rücken bedroht geblieben, obwohl Gadorna be- müht nmr, die Ausfall stelluirg in Südtirol an sich zu bringen imd bis zu den Sperrforts vor gedrungen toar. Hier hatte er nch in starren Ausfallstellungen verankert, die durch Kunst- bauteu nach hrnten aiigeschilosfen lvurdeu irnd, weit vor beit italie­nischen Sperrsorts gelegen, zugleich)! den Charakter von Defcnsrv- Post tränen hatterr, dre einen Einbruch der Oesterrcicher in den Raum ^chio-Asiag>o und ins Etschital in der Richtung Verona und ms Cisnvontal iir der Richtung Cismon-Valstagna verhmdern jvlltcn Ern österreichischer Offensivstoß ans den Süd- liroler Valern fuhrt daher auch heute noch! bei gutent Gelingen ^ *2? Opecatimisslan ken des italienischen Hauptheeres, und« schau . 's oh un g^der ^-lankeir durch scharfen Druck ist geeignet, die atigkert der ^talreirer anrl Jsonzo und Taglianrento zu lähmen und rhlren Besorgnisse für chre RüLzugslimerr emW flößen.

Der östcrrerchisch-nngarische Tagesbericht.

Wien. 19. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 19. Mai 1916.

Russischer und südöstlicher Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die an der lüsten ländischen und Kärntner Front eingetrettne Feuerpause hielt im allgemeinen auch gestern an. Heute früh wurden zwei feindliche Angriffe auf die von unseren Truppen unlängst gewonnenen Stellungen östlich Monfaleone abgeschlagen.

Eines unserer S e c f l u g z e u g - G e s ch w a d e r belegte die Bahnhafsanlage von San Giorgio di Nagara und die feindliche Seeflugstation nächst G r a d o erfolgreich mit Bomben.

An der S ü d t i r o l e r Front gewann unser Angriff unaufhaltsam Raum. Auf dem Armcnterra-Rückeu wurden sechs italienische Angriffe abgcwicsen. Unsere zwischen dem Astach- und Laintale vorgerückten Kräfte unter Führung Seiner K. K. Hoheit, des'Feldmarschalleutnants Erzherz, g Karl Franz Josef t r i e b c n d e n F e i n d a n d e r g a n z e n Front weiter zurück und bemächtigten sich heute früh der italienischen Panzerwerke E a m p o m o l o n und T o - raro. Zwischen Lain- und Brandtal (auf Ballorso) erreich­ten unsere Truppen den Nordrand des Co l Santo. Im Ctschtale muhten die Italiener die Orte M a r c o und M o r i räumen. Die Zahl der seit Beginn unseres Angriffs ge­machten Gefangenen hat sich aus über 16 666 und 196 Offiziere, die Beute auf 51 Maschinen- gewehre und 61 Geschütze erhöht.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Hofer, Fcldmarschalleutnant.

Der italienische Bericht.

Rom, 19. Mai. Bericht vom 18. Mai, 6 Uhr abends: In der Zone von Adamello machten unsere Truppen eine reiche Beute an Waffen, Munition und Kriegsmaterial, das vom Feinde am Topetepaß und am Fargo ridapaß im Stich gelassen worden war. Am 17. erweiterten unsere Lllpini die Eroberung des Kam­mes nördlich von Fargorida bis zur Zone von Ätattarott an der Sarcaquelle. Int Ledrotale unternahm der Feind nach einem heftigen Artillcriefeuer, das während der ganzen Nacht vom 16. bis 17. andauerte, in der Morgenfrühe ein Anguss auf unsere Stellungen auf den Abhängen des Pariberges. Er wurde mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Im Lagarinatale er­neuerte er gestern mit zahlreichen und starken Batterien das Bom­bardement gegen unsere Stellungen an der Zugna-Torta. Er unternahm dann fünf weitere heftige Angriffe. Qrr wurde jedes­mal mit blutigen Verlusten zurückgeschlagen. In der Zone zwischen dem T e r a g n o l o t a l e und dem Hoch-Astico dauerte das intensive Feuer der feindlichen Artillerie gegen die Stellungen unserer Hauptwiderstandslinie ohne Unterbrechung fort. Wir haben die darauf folgeiiden Angriffe im San Pcllegrinotale und an der Marmoladazonc, am Fedaiapaß (Hoch-Avisio) und im Hoch-Corde- vole zurückgeschlagen. Am Jsonzo Tätigkeit der beiderseitigen Artillerien. Im Abschnitt von Monfaleone haben unsere Truppen durch einen glänzenden Gegenangriff einen Grabenteil wieder er­obert, der in der Aktion voni 15. M'ai in der Hand des Feindes verblieb. Cadorna.

Nene Rekruten für Frankreich.

Paris, 19. Mai. (WTB. Nichtmntlich.) Die Znrück- gestellben der Jahresklassen von 1913 bis 1917, sowie die ehemaligen Befreiten der Iahresklasseii 1915 bis 1917, die von der jetzigen Unlersuchungskonnnission für tauglich er­klärt worden sind, werden unter denselben Souderbestim- luungen für die Ernährung, Unterbringung und Ausbil­dung, wie die Jahresklasse 1917, Mitte Juli eingezogen.

Der türkische Bericht.

Konstantinop'-ek, 18. Mai. (WTB.) An der Iraffrvnt und im Abschnitt von Hankin keine Berändening.

Im Kaukasus störten wir im Abschnitt von Bitlis durch Artilleriefeuer mit Schanzarbeiten beschäftigte feindliche Truppen. Am 15. Mai griff der Feind in Stärke eines Regiments zu später Stunde unsere östlich der Ortschaft Aghnot westlich Hens auf- gestellte Abteilung an. Ter Kampf dauerte bis Mitternacht: der Angriff des Feindes scheiterte. Am 16. Mai erhielt der Feind ein Bataillon Verstärkung tmd erneuerte den Angriff. Der Kampf dauerte bis mittag: schließlich wurde der Gegner gezwungen,

sich zurückzuziehen. Er erlitt schwere Verluste und hinter­ließ eine Anzahl Gefangene, Waffen und Munition. Angriffe des Feindes am 16. Mai an vier Punkten gegen unsere Stellung auf dein. Berge Z i a r e t T e p c, vierzig Kilometer östlich der 'Ort­schaft Baiburt, sowie gegen die Stelluiigen bei Ack Dagh, zehn K'ilorueter südlich der genannten Berge, wurden sämtlich mit unge­heuren Verlusten des Feindes abgeschlagen. Am linken Flügel im Küstenabschnitt beschäftigte sich der Feind mit Befesti- gimgsarbeiten. Am 16. Mai nachmittags feuerte ein feindliches Wachltschiff in der Umgebung von Tschesine an der Küste von Smyrna einige Geschosse wirkungslos ab und zog sich dann zurück. Aus einem feindlichen an der Küste der Insel Keusten gestrandeten Monitor rief das Feuer unserer Artillerie emeit Brand hervor. Es ist nur raixfy das Wrack vorhanden.

An derr übrigen Fronten keine Beräirdiwung.

Ans Aegypten.

London, 19. Mai. (WTB.) Amtliche Meldung. In Aegypten führte eine berittene Abteilung von Austtalicru und Neuseeländern eine erfolgreiche Operation gegen deii Feind bei Bayoud und Magcibra durch. Der Feind leistete feincit

Widerstand und floh. Es wurden 36 Kamele und eine ansehnliche Menge türkischer Munition erbeutet und das Lager zerstört.

Neue Wasserstraßen in Oesterreich-Ungarn.

Wien, 19. Mai. (WTB.) Eine Abordnung unter Führung des Bürgermeisters Tr. Weiskirchner mrd des Präsideiiten des Zentralvcreins für Fluß- und Kanalschiffahrt, Tr. Ruß, hat dem Handelsminister eine ansfirhrliche Denkschrift überreicht, in der die Forderung vertreten und begründet wird, daß die Re­gierung den Bau des D o n a il O d e r -- u n d W e i ch s e l k a n a l s mit einem Stichkanal nach Brünn im Anschluß au das deutsche Wässerstraßennetz mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln fördern möge. Im Laufe der Besprechung wies Dr. Reuß auf die militärische Bedeutung des Donau-Oder-Kanals und besonders auf die Forderung nach einem billigen Verfrachtungswege für die Versorgung mit Lebensmitteln tmb für die Rohstvffbeschaffung hin. Bon besonderer Bedeutung sei die Frage auch mit Rücksicht auf die zukünftige Gestaltung des Wirtschattsverhältnisses Oesterreichs zum deutschen Reich. Der beabsichtilfle Bau des deutschen Rl)ein-Donau- Kanals würde, wenn gleichzeitig nicht auch der Bau des Donau- Oder-Kanals in Angriff genommen werde, eine große verkehrs- wirtschastliche Benachteiligung der österreichischen Sudetenländer zur Folge haben.

Der Handels in i n i st e r erwiderte, daß die Kanalange- lcgcnheit bereits wiederholt seitens der Regierung eingehend be­raten ivordeii sei, auch während der Kriegszeit: doch sei eine ab­schließende Stellungnahme der Regierung zurzett nicht nrögttch.

Der Minister betonte, daß ini Kriege jede wahrhaft produktive Aktion auf die volle Beachtung der Negierung zählen dürfe: er wies aber darauf hin, daß nach dem Kriege der Staatshaushalt mit der größten Sparsamkeit geführt werden müsse.

Kaiser Wilhelm und die Ungarn.

Budapest, 19. Mai. (WTB.) In der b w ttige n Sitziurg der Ungarischen Gesellschaft erfolgte mtt großer Feier-! lichkeit die Aufnahme Kaiser Wilhelms in die Reihe der gründenden Mitglieder. Vizepräsident Mttrist-erialdivek- tor Doktor Desidvr C s a n k y, der in Abwesenbett des Prchldenten, Geheimrat Ludwin ThalleFP, den Vorsitz flihrte, verlas zuerst ein Schreiben des Botschafters v. Tschirschky mit der Mttwi- liing, daß Kaiser Wilhelm der Gesellschaft als grürrdendes Mttglied beigetreten sei. Csanky hielt hierauf eine Rede, in der er den Dank und die hohe Genugtuung der Gesellschaft über die Auszeichnung misdrückte, die sowohl ihr als auch der ungarischen Gesellschaft und dem öffentlick^en Leben Ungarns durch den Beitritt Kaiser Wilhelms, der der würdige Sohn der großen Zeit genannt zu werden verdiene, widerfahren sei. Hierauf steUte der Vorsitzende den Anttag, die Historische Gesellschaft möge Seiner Majestät anläßlich des Beitrittes in die Gesellschaft ihre begeisterte Hul- digiing ausdrücken und möge ihm zugleich ihren ergebensten Dank aussprechen für die durch den Beitritt zur Ungarischen Historischen Gesellschaft erwiesene Auszeichnung. Dr^r Antrag wurde hieraus einsttmmig unter Eljenriifen auf Kaiser Wilhelm angenonimeii.

Abberufung des französischen Gesandten in Bukarest.

Bukarest, 19. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Der fran­zösische Gesandte Blondel wird Blättermeldungen zw folge ans eigenes Ansuchen abberufen.

Aus der französischen Kammer.

Paris, 19. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Auf Ersuchen des Ministerpräsidenten B r i a n d hat die K a m nt c r die Besprechung der Zensurinterpellation vertagt. Bei dieser Gelegenhnt erkannte Briand die Arbeit der Kammer, deren Zusammenwirken mit der Regierung sich im GEste des Krieges vollziehen müsse, an und ft'igte hinzu: Wjiri stehen in einer entscheidenden Stunde, in der )vir alles erhoffen dürfen, (lebhafter Beifall) in der ich aber auch sagen darf, daß ein tiefes, wahres und beinahe brüderliches Vertrauen zwischen der Regierung und der Kammer nötig ist, um den Triumph des Landes zu sichern. Von der Gemein­samkeit unserer Arbeit hängt es ab, daß morgen där Sieg unsere Fahnen bestrahlt.

Paris, 19. Mai. (WTB. Nick nntlich.) In der Kammer hat,Finanzminister Ribot einen Gcietzentnmrf betreffend die vor­läufigen Kredite für das dritte Quartal 1916 eingebracht: sie be­laufen sich für das allgemeine Budget auf 7 891352 744 Frcs., für das ?tachttagsbudget auf 619 742 771 Frcs. In der Begrün­dung wird die Lagte des Schatzes der Bank von Frankreich erörtert und auf die Mittel hingewiesen, den Bargeldumlau.f zu beschränken, sowie auf die Maßnahmen, einer Erhöyung des Wechselkurses vor- zubeugwi. Um den wachsenden Lasten nach Ataßgabe des öffent­lichen Vermögens und der privaten Einkommen zu begegnen, schlägt der Minister die Erhebung von direkten Steuern und in­direkten Abgaben auf geistige Getränke, wie Wein, Bier, Apfelwein und Zucker und Tabak vor, wodurch denr Staats­schatz 900 000 000 Frcs. Mehreinnahmen gesi­chert würden. Das Privilegium der Branntweinbrenner soll be­seitigt werden. Schließlich spricht der Minister über die Erhebung der Einkommensteuer. Die ersten Erfahrungen, die man mit ihr unter günstigeti Bedingungen gemacht habe, seiey immerhin ennutt- gend gewesen.

Die Finanzlage Englands.

London, 16. Mai. (WTB.) Bei der zweiten Etatslesnng behandelte der S ch atzkanzler die allgemeine Fi n a n z l a ge. und sagte: Die gegenwärtige Ltige unserer Finanzen Iwt nach einer beispiellosen Störung des Verkehrs die Kttaft der Ration gezeigt. Wir steigerten die Ernnahmen von 200 auf 500 Millionen P furch. Kein anderes Larrd J)at gleiches verflicht und konnte gleich^ vor suchen. Der Minister stellte das Vorgehen Englands, das 300 Millionen Pfund ncme Steuern erhebe, dem Borgelzen Deutschlands gegenüber, das 25 Millionen Pfund erbebe. Er sagte, wenn wir unsere Hilfsquellen überanstrengt hätten, würde eine Abnahme der Steuereingänge vorhanden sein. Aber das sei nicht der Fall, da die gegenwärtigen Einnahnren den Vormischlag ipeit übcrträftu.