**Milchs cha f c Infolge der AOtchcnopphell i\t ine Aufzucht van Ziegen ..nd deren Haltung enrpfaVen '°ü> »-fördert mo^en. «iegmmilck „at da,irr auch \dm dKC meioitlufi nrofierc »ctbrei tung gesunden als früher, Äder auch Schafmilch kann dm ßieikm Zwecken dienen, denn ic i|t ebenso bekonmllrch wie wohl- K rt und , «hrbaft,,,, Dabei bietet dir Haltung M,ittermildifdiakn selbst gegenüber der Ziegenzucht, erhöhteBor- wit Schafwolle liegt in sehr er*eUu$em krieaswirtschastlichem Interesse Für die Fleischgenimnung kommt haü&iyJ ebenfalls sehr in Frage. Tuber i)t das ^ckxu in der Nabrunascmfnahme sehr genügsanr. Es bedarf keines besonderen Graftssondern ern.ährt sich dnrch Werdegang und Grun- futter allein Die bisherige Pflege der SchafzE, die unter, der Krieaswittschaft erheblich zugenonrmen hat, sollte sich auch au) die (^rveumiua ,md Verwertung der Milch erstrecken, der bisher noch nicht genügend Interesse zugewendet, -worden ist. Dre Milchge- minnrrna von Schafen kann gerade m der fetzigen Zeit, da das ggncbSt.rm der jungeri Lämmer nickst mehr von der Stillung ab- die Knappheit am Milchmarkt wesentlich bessern. Sie sollte habe?'in größerem Maststabe von der Landwirtschaft mid sonstigen a-i^bnltern gevftegt werden, da eine gewimibringeirde Verwertung
Mlch gegeben ist und hierdurch die Rentabilität der Schaf- haltmrg nicht unwesentlich gesteigert werden durfte.
} ** Unbestellbar zurückkommende Pakete an
Angehörige des mobilen Feldheeres uiid an deutsche Kriegsgefangene im Auslande können häufig an die Absender nicht zurückgegcben werden, weil die ursprünglichen Aufschriftsangaben auf der Außpirfeite der Sendungen infolge Beschädigung oder Erneuerung der Umhüllung nicht mehr vorhanden oder unlesbar qewvrden sind und somit seder Anhalt zur Ecmittelung der Abseiüxn: fehlt. ES wird deshalb empfohlen, bei derartigen Senduilgen neben den vorgeschriebenen Vermerken in der Paket-, cmffcknift den Namen, Wohnort und die Wohnung des Absenders noch auf einem besonder en, in das Paket einzulegenden Zettel deutlich und vollständig anzng^en. Zu sonstigen schriftlichen Mitteilungen darf der Zettel nicht beirutzt werden.
** Förderung der Zucht von Champignons. Die allnväÄich herannalfende Zeit der Pilzsnche, die dank der immer mehr verbreiteten Bolksbelehrungen und der in Aussicht genvm- rnenen Pilzv>anderungen unter sachverständiger Füllung hoffentlrch daM beitragen wird, die Knappheit eiweistreicher Nahrungs- und Futtermittel ettvas zu mildern, hat dem Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten Veranlassung gegeben, ement auf die sowohl in geschlossenen Räumeii wie an schattigen Platzen leicht Q"^übrbare Zucht von Champignons und anderen estbaren Pilzen bili^uweisen Beim ElMMpigiwkwau in geschlossenen Räumcm kommt e 2 vor allem auf die Art dieser Räume, auf die Herstellung der "teete nrid Behandlung des Düngers sowie auf die Be,chafsenheit her Brut und Reinzucht au. Uesber alles dieses spricht sich eine) ^.aö^ttlichung des Preußischen Landwrr ts ckmfts -Munster rn m s aus, die außerdem ioertvolle Fingerzeige gibt über dre Ernte und Verwertung, Schädlinge und Krankheiten, Betrieb und Ertrag. Das Flugblatt, das, sowett der Vorrat reicht, kostenlos von der Brairdenburgischeu Landwirtschaftskammer zu beziehen ist, erwähnt weiter die ChaMpignonzncht im Freien und nemtt Bez!ugsstellen für Chontpignonsaat, von denen besonders das Mykologische Zn- stttut der Königlichen Forstakademie Hannoversch-Münden genannt sei, von dem auch Brut für andere Edelpilze zu beziehen i\t.
Landkreis Gießen.
** Eberstadt, 19. Mai. Das Deke na ts-G u sta v Adolf-Fest findet am nächsten Sonntag, nachmittags' 3 / 4 4 Nln hin statt. Festredner ist Pfarrer Schrimpf von Hirzenhain
a. G Ö b e l n r o d , 19. Mai. Auch in unserer kleinen Gemeinde wurden zwei Söhne mit Auszeichnungen bedacht. So erhielt vor einiger Zeit der Gefreite Heinrich N i e b e r g a l l im Ref.-Jnf..Regt.' 87 die Hess. Tapfe rkeits medaille und m diesen Tagen Hermann Velten im Jnf.-Regt. 116 das Eiserne Kreuz. Hermann Velten i st i n d e n letzten Kämpfen schwer- verwundet worden.
ü. Lollar, 18. Mai. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde Unteroffizier der Landwehr E h r i st, der Besitzer der Holz- wühle, im 14- Pommerischen Jnf.-Regt., früher tm Landst.°Bat. Gießen. Ferner erhielt diese Auszeichnung Musketier Ludwig Fuchs, der seit Beginn des Krieges beim Jnf.-Regt. Nr. 99 im Felde steht,
Kreis Schotten.
§ Herchenhain, 18. Mai. Vor wenigen Tagen hat, wie wir berichtet haben, der Gefreite Kalbfleisch beim Dragoner- Regiment Nr. 24 das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten; nun ist auch sein älterer Bruder, der Kriegsfreiwillige Unteroffizier Kalbfleisch im Ref.-Jnf.-Regt. 223, mit dieser Auszeichnung geschmückt worden. Beide sind nun im Besitz der Hessischen Tapfer- keitsmedaiNe und de? Eisernen Kreuzes 2. Klasse. Sie stehen noch von Anfang des Krieges im Felde. Der Aeltere ist seit einigen Tagen am rechten Oberarm verwundet und befindet sich im Feldlazarett. Aus unserer Gemeinde sind nun acht Mann ausgezeichnet worden; drei von ihnen doppelt.
e. S t e i n b e r g b. Gedern, 19. Mai. Der Gefreite Eschen- rüder von hier erhielt am 3. März 1915 die Hessische Tapferkeit s m e d a i l l e und am 22. April 1916 das Eiserne Kreuz 2. Klaffe.
Kreis Friedbera.
93t. Friedberg, 19. Mai. Von einem Landwirt der Umgegend wurde ein Drachen nebst mehreren hundert Vöeter Draht, sowie ein Registrierapparat anfgefnnden. Der Llpparat war während des Aüsfindens noch im Gang. Anscheinend gehört der Fund einem meteorologischen Institut, das ihn vielleicht ungern vermißt. Ter Registrierapparat trägt die Firmenaufschrift I. und A. Boch, Straßbnrg, sowie die Fabriknummer 737.. Vielleicht gelingt es hierdurch, die gefundenen Gegenstände ihren Eigentünvern zuiück^uerstatten.
Bl. Frisdberg, 19. Mai. Der Infanterist Jsrdor Ehrlich im ostpreußischen Infanterie-Regiment Nr. 61 erhielt dre Hessische Tapferkeitsmedaille.
o-o Vilbel, 19. Mai. Die Rechnung der S p a r - u n d Leihkasse Vilbel schließt für das Geschäftsjahr 1915 bei einem Gesamtumsatz von 1 442 030 Mk. mit einem Verlust von 4489,42 Alk. ab. Die Zahl der Mitglieder ist aus 60 heruntergegangen.
Starkenburg und Rheinhessen.
ch. Aus Rheinhessen, 19. Mai. Die Reben sind Mt vorangekommen und haben unter dem Frost und der ‘saÜfjle der letzten Tage und Nächte, abgesehen von einigen tieferen Stellen, nicht gelitten. Der entstandene Frostschaden ist ganz geringfügig. Das Weiugeschäst erweist sich noch immer als äußerst lebhaft. Fortgesetzt kommt es zu Verkäufen. Vor allem werden 1915er genommen. Bezahlt wurden für das Stück 1915er in Stadecken 970—980 Mk., Spieslfeim 960, Mottenheim 1000, Oppenheim 1200, Nierstein 1400, Bechtheim 1050, Alsheim 1100, Groß-Wmtern- Heim 980—1000, Heßloch 950 Mk.
Bl. Rümpen he im a. Main, 19. Mai. Dem Sohn, des Land-gräflichen Gutspächters Ed. Viehmcmn, dem Bizefeldwebel Ed. V i e h m a n n-, wurd e das Eiserne Kreuz verliehen.
Hessen-Nassau.
Die bulgarischen Abgeordneten in Frankfurt.
--- Frankfurt a. M.. 19. Mai. Unter Führung des Regierungspräsidenten Dr. von Meister und des Stadtrats Dr. Saran besichtigten die bulgarischen Gäste gestern früh die IKühlanlugen der Wild- und Geflügelhandlung E. und I. Mayer. Die Herren bewunderten vor allem! die in den Räumen aufgestapelten riesigen Fleischvorräte — rund 5 Millionen Pfund —, die füL verschiedene deutsche Städte bestimmt sind. Hieran schloß sich ein mehrstündiger Besuch der chemischen Fabrik „Elektron" in Griesl>eim a. M. Um 1 Uhr wurden im „Römer" in Gegenwart der Spitzen der staatlichen und städtischcu Behörden die bulgarischen Abgeordneten, durch Oberbürgermeister Vvigt fesllich empfangen Auch etwa 15 bulgarische zur Zeit im nahcu Homburg wellende Vfsiziece hatten der Einladung Folge gelerstet. .An die Begrüßung
schloß sich im Hafter,aal eru Jrnbiß. Bei dreser Gelegenheit hielt der Oberbürgermeister eine Rede, in der er vor allem auf die blslorr,chen Beziehungen iFrankchrts zu Bulgarien hinwies und dann die bulgarische Armee feierte. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Bulgarien schloß er seine Ansprache. Vizepräsident Dr.M o m t - schiloff dankte in französischer Sprackye für den herzlichen Empfang !©r feierte bann das Hamburger B i s ma r ck de n km a 1 als das Symbol deutscher Kraft und den Genius Goethe, m dem Bulgarien den Berkörperer deutschen Geisteswesens verehct. Beide — Bismarck und Goethe — seien das Symbol jenes 5tolosies, an dem alle Feinde zerschellen und verbluten müssen, und jenes Kolosses, der arbeitet, weil er die Arbeit liebt. Mt dem Wunsche, daß für Deutschland und Bulgarien ein Zellalter der Brüderlichkeit und Gemeinsamkeit von nun an aufblühe, schloß er mit einem Hoch auf den deutschen Kaiser und Deutschland. — (später besuchten die Gäste das Goethehaus!, die Universität, den Palmengarten und die städtischen Krankenhäuser. Abends ivohnten sie einer Festvorstellung im Opernhause bei. Ihre Abreise nach München erfolgt Freitag vormittag. Eine lEinladung nach Darmstadt mußten die Herren wegen Zeitmangel ablehnen.
sj Marburg, 19. Mai. Ein seit Kriegsausbruch vermißter junger Mann namens Bertram von hier, der sich damals in Südrnßland befand und aus seiner Tätigkeit als Ingenieur in Ge- sangelischnst abgesührt wurde, hat jetzt zum ersten Riale seinen Angehörigen ein Lebenszeichen geben können. — Eine am Sonntag von der hiesigen Ortsgruppe des Flotteubundes deutscher Frauen ueranftdtete Sammlung für die Marinelazarette ergab die stattliche Summe von 1510,50 Mark.
nl. Weil bürg, 19. Mai. Auf der hiesigen Station ereignete sich ein schwerer Unfall. Beim Rangieren geriet der Eisenbahn- arbeiter Haibach aus Ahausen zlvlschen die Puffer zweier Wagen und erlitt so schrvere Verletzungen, daß er bald daraus starb.
-- Frankfurt <r. M., 18. Mai. In der Haymann- schen Mord suche wurde als fünfter Mithelfer der 22jähnge Dreher Wilhelm Schmelz aus dem Stadtteil Bocken heim verhaftet. Er hat während der verschiedenen Einbruchsv ersuche in die Haymannsche Wohnung und am Mordtage selbst „Schmiere" gestanden. — Einer der ersten Schulmänner Frankfurts, Prof. Dr. Ludwig Ehrichs, Direktor der Elisabethenschule, ist heute nacht im Alter von 50 Jahren gestorben. — Nach kurzem Krankenlager verstarb heute früh der Architekt Ludwig Neher. Er war der Erbauer zahlreicher bekannter Bauterr, z. B. der Tarmstädter Bank, der ChristuskirckM, des neuen Rathauses und der' Universität. Als Vorstand des Städolschen Museumsvereins war er ein eifriger Förderer künstlerischer Bestrebung en.
= Wiesbaden, 19. Mai. Die „Feldgraue Messe , die zum besteii des Roten Kreuzes hier abgehalteii wurde, erbrachte nach den bisherigen Feststellungen den hohen Betrag von 135 000 R!k.
Univer?itäts-N<rchvvcl)ten.
^Marburg, 19. Mai. An Stelle des als Chefarzt nach Koblenz berufenen Oberarztes Professor Dr. Ho h m eier wurde der erste Assistenzarzt, Privatdozent I)r. meä. Richard H a q e - mann, der seit 1912 dein Lehrkörper der Universität als Privatdozent angehört, zum Oberarzt der Chirilrgischeli Klinik der Universität Rtarbiwg ernannt.
Ehre! Den Orden hoffe ich mir wohl noch zu holen!" — ..Bravo ! Das laß ich mir gefallen! So inag er beides nehmen!" sagte der König. ^ , , . , „
* Humor in d e r K r i e g s t e ch n i k. Daß aus dem soiist so ernsten Gebiet der Kriegstechliik ailch der H»unor sein bescheidenes Plätzchen finden kann, beiveisen einige Erfindungen, die in dem Londoner Juslitlit für Wissenschaften Sir John Thomas bekannt machte. In einer Uebersicht, die er über die 1600 neuesten, dem eitglischeii MunitjonSiniuisteriuin eiugereichtel*. Patent annieldungen gab, erwähnte er und) einem Bericht in Pearson'S Veekly zwei belustigeiide Eiiizclheiten, die von der reichen Phantasie der britischen Erfinder Zeugnis oblegen. Ein Elektrotechinker empfahl aiis das ivärmste sein ^elektrisch heizbares Unterbeinkleid für S ch ü tz e n g r ä b e u". Diese wollene Hose, die nach feiner srlttgabc ailch für Lllllschisfer besonders geeignet ist, wird voii außerordentlich seinen Drähten durchzogen, die m einer kleinen Batterie vereinigt sind. Die Batterie wird ivie eine Patronentasche am Gurt befestigt- Rllt einer mehr Menschen- freundlichen als brauchbaren Erfindung erschien ein magerer, blasser Phantast mit langem wehenden Haar vor dem gestrengen Forum. Er wollte sein „,n e n s ch e n f r e u n d l i ch e s Bajo- u e t t" allgemein eingesührt haben. Es ist dies eine stumpf« Stahlklinge ohne Spitze, die sonst die Form eines geivöhulicher Bajonetts hat. Wenn diese menschensreimdliche Waffe die Brüh des Feindes trifft, teilt sie sich durch den Druck einer Feder in zwei Teile, die den Feind wie eine Zange iimklammern.
Monatl. Uebersicht der Todesfälle in der Stadt Gietzen
Monat April 191«.
Einwohnerzahl: angenommen zn 33100 (inkl. 1600 Mann Mtlitäc Sterbtichkeitszisfer 24,27 °/<n*
Rach Abzug von 39 Ortsfremden: 10,15°/
Zu!.
ES starben an
4 (11 1 0) 2 ( 1 ) 1
2 ( 2 ) 10 ( 6 ) 8(3)
1
wachfene
4(1)
Ort*
Kinder
tm l.LebenS- vom 2. bU
tahr
l*. Sab»
1 ( 1 ) -
2 ( 1 )
6(3)
2 ( 1 )
7(6)
1
6(5) 4 (3) 2 (1) 3(2)
KD
3(2)
1
(Ein französischer Augenzeuge über den Aufstand in Dublin.
Ein Franziose, der gemeinsam mit Herrn Birrel auf einem Dorped-oZerstörer die Reise nach Dublin machte und so Zeuge der tragischen Begebenheiten in der irischen Hauprstadt wurde, gibt von seinen Eindrücken aus den Anfrührtagen in einem Aufsätze des „Temps" eine Schilderung. „Ms wir am 27. Aprll in früher Morgenstunde im Hasen von Dublin einftthren," so erzählt der Brios, „ging gerade am wolkenl-osen Himmel eine stvahlmde^Sonne auf und beleuchtete eine anscheinend verlassene Stadt. Soweit das Aug>e reichte, herrschte Einsamkeit. Aber eine steim'nre >Ein- samkeit, die etwas Ergreifendes und Widernatürliches an sich hatte, etwa wie ein Theater, a^rf dem man die Schauspieler nicht sicht, während das Drmna doch gespielt wird. Hier standen die Gewehre sich Rede und Gegenrede. Die Schüsse ertönten zuweilen so in unserer Nähe, daß wir auf Befehl des Kapitäns uns in die enge Kajüte zurückziehen mußtpn, während der Zerstörer drehte, so daß jetzt das Kanonenrohr sich in finsterer Drohung dem Ufer zuwandte. Noch ein leichter Stoß und wir waren am Ufer, gegenüber dem Zollgebciu.de, einem schöneir .Marmorbau, der noch, ganz frische Wunden trug, nur 200 Meter von der O'Connel-Brücke entfernt, an der sich dre Front der Mifrührer und der Truppen entlang zog. Etwa 50 Met^er davon erhob sich im klaren Morgenlichit die berühmte „Liberty Hall'5 die jetzt wie zu Larkins Zeiten, wieder der Mittelpunkt der Empörung geworden war. Bald mll dumpfem, bald mit scharfem Ton schlugen die Geschosse um uns ein. Sckmelles Landen war also geboten, und dann ging Birrel an dem einsamen Ufer entlang, ohire jegliche Begleitung, den wcichien Hut tief ins Gesicht gedrückt, seine gelbe Aktenmappe unter dem Arm, gerade als sei er der erste beste Gieschastsmann. Wir anderen suchten den Weg an den Mauern, mir in die totbringende Stadt zu gelangen. Selw bald begegneten wir den ersten englischen Soldaten., die sich in dieser ftühen Stunde an einem Feuer wärmten. Die Ausrührer waren bereits in die Verteidigung zurückgedrüngt und kämpften mit dem wütenden Mute der Verzweiflung auf verlorenem Posten. Von einem Hotel aus konnte ich dann ganz genau das Bombardement Dublins beobachten. Das Kanonensckiff „§)elga", das gerade vor unserem Fenster Anker geworfen l-atte, eröffnete das Feuer auf die etwa 300 Meter eirtfernte große Brrnrnttocinbrennerei,, von deren Dache die grüne Fahne der Rebellen wehte. Gleich! bei den ersten Entladungen stiegen wir in das obere Stockwerk unseres Hotels, welches einem englischen Regimentsstab als Beobachtungsposten diente und dessen Fensterscheiben unaufhörlich! beschossen wurden. Dort bot sich Uns ein wahrhaft phantasttsches Schauspiel. Aus nächster Nähe spie dü „Helga" ihr Feuer gegen das große Gebäude. Bei der erstaunlichen Munittonsverschwendung — über hundert Geschosse wurden gegen dieses^ eine Haus! gesandt — sank das sechsstöckige Gebäude rasch zu einem Trümmerhaufen zusammen und die grüne Fahne fiel heruitter. Traurig war der Anblick der vielen städttschen Krankenwagen, die die Opfer des Aufftandes, darunter Greise, junge Mädchen, Mütter und Kinder, sortführtcn. Die Kutscher dieser Wagen trugen eine Art rote Muse — ähnlich der der Garibaldiner —, und dieses Rot erschien mir plötzlich als das Symbol all.dieses vergossenen irischen Mutes."
1 —
1 (1) -
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1
46 (29)
1 ( 1 )
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3(2)
3
Altersschwäche Maiern
Diphtherie und Krupp
Typhus
Wundkrankheiten Tuberkulose Lungenentzündung Jnsiuenza Krankheiten der Atnrungsorgane Krankheiten der Kreislauf- organe Gchirnschlag anderen Krankheiten des Nervensystems Magen-Darmkatarrh anderen Krankheiten der Ver- bauungSorgane Krankheiten der Harnorgane Krebs Selbstmord Verunglückung anderen Todesursachen
unbekannte T odesursache n_
Summa: 67 (39)
Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betresferrden Krankhett aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Veröffentlichung des v;roßb. Kreisgesundheitsamts Gießen.
- Med.-Rat Tr. W a l g e r.
2 ( 1 )
2 ( 2 )
1 ( 1 )
2 ( 1 ) - ^( 2 ) 14187
vermischtes.
* Halle (Saale), 18. Mai. (Priv.-Tel.) Gestern abend wurde der Trödler Hermann Haedicke, genannt Roeder, in seiner Wohnung, die ihm gleichzeitig auch als Geschästslokal diente, durch Beilhiebe ermordet ausgesunden. Die Volizei hat aus die Ergreifung des Täters eine Belohnung autzgesetzt.
* H a in b n r g, 18. Mai Heute morgen wurde der praktische Arzt Dr. Grunr brecht in seiner Wohnung von einem Patienten aus Rache durch zwei Schüsse getötet. Seiner Verhaftung erwehrte sich der Täter durch mehrere Schüsse; er verwundete einen Polizeibeamten nicht unerheblich an der Schulter. Die herbei- germene Feuerwehr konnte den Täter überwältigen.
* Geld oder Orden. Friedrich der Große pflegte für de sondere Leistungen im Kriege nicht nur Orden, sondern rnanchmal an Stelle solcher Auszeichnungen auch Geld zu spenden. In einem Gefecht hatte sich nun ein junger, schneidiger Offizier besonders ausgezeichnet; der Köiiig halte davon vernommen, ließ den Ossi zier kommen und legte ihm eine Rolle von 50 Friedrichsd'or aus den Tisch, daneben aber einen Orden und sagte zu dem Offizier: ^Hier! Wähl' er! Eins von beiden kann er nehmen!" Der Ossi zier trat au den Tisch, steckte unbedenklich das Geld zu sich und machte eine militärische Dankeserweisung. Friedrich der Große, der eine andere Wahl erwartet hatte, blickte den Offizier ernst an und sagte: „Bei einem tüchtigen Offizier hätte ich mehr Ehre im Leibe erwartet 1* - „Sire," sagte der Offizier, *td) habe Schulden die will ich so schnell tuic möglich bezahlen, das verlangt die
Amtlicher Wetterbericht.
Oesfentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sanistag, den 20. Mai 1916 Heiter und trocken, warm.
kehle Nachrichten.
Der Deutschenhasser Nicolson.
Budapest, 19. Mai. Der „Pester Lloyd" bemerkt yu dem Rücktritt der Unterstaatssekretärs Nicolson: Damit scheidet ein böser Geist aus dem britischen Answärttgen Amt, der für die gehässige aggressive Richt'mg der englischen Politik eine starke treibende Kraft bildete. Er ist einer der treuesten und verbiffensten Verwalter der Tradition Eduards gewesen. Zur Zeit, als er Botschafter in Petersburg war, trat er in einen verhängnisvollen intimen Verkehr mit der Redaktion der „Nowoje Wremja" und schürte dort das Feuer, das zum Weltbrand aufflammte. Sein eigener Sohn, Offizier der britischen Armee, sagte vor Beginn des Krieges zu einem Bekannten, der nach dem Befinden des Vaters sich erkundigte, sein Vater würde vor Deutschenl-aß noch irrsinnik» werden.
Das überlastete England.
Bern, 19. Mai. „Hvmme enchcrma' empfing einen Brief einer aus dem (Sobiete des Seehandels hervorrugOtden englischen Persünlichkeft, die sich gegen die Angriffe des Blattes gegen England wehrt. Der Englmrder schreibt, er ll-abe die englische Regierung von vornherein daraus aufmerksam gemacht, daß die Frachten- und Kohlen frage große Verstimmung in Frankreich Hervorrufen werde und soivvhl während des Krieges wie nachher auf die guten BeziehMigcn der beiden Länder schädlich wirken könnte. Jetzt aber müsse er sagen, daß die beständigen Rellamattonen der sranrösisckien Regierimg bei England einen sehr bedenklichen Einfluß ausüben können. Schon jetzt sage man in sehr einftusneichen Kreisen Englands: Warum haben die ftanzöfischen ffieeder oder hat die französische Regierung nicht am Anfang des Krieges neutrale Schiffe gekauft oder Lechartert, ehe man radikale Maßnahmen brauchte, um die Lage zu verbessern, anstatt sich immer an unser Land zu inenden? Wir müssen Italien^ Rußland, Belgien und Serbien versorgen, und der 2lugenblick wird bald kommen, wo wir das nicht mehr können werdeir, wenn die Verbündeten nicht selbst ein wenig sich bemühen. — Diese Betrachtung, schreibt der Engländer, ist nicht ohne Berechttgung. Mes will man von England. Sckfifte, Kohlen, Explofivstvffe, Stahl, Waggons. Lokomotiven, Fleisch, Brot, Geld. Alles soll England liefern. Im selben Augenblicke fordert man auch noch Armeen, die in einem geuau-en Verhältttts zu Englands Bevölkerungszahl stehen, und die Aufrechterhaltung seiner ungeheuren Kriegsflotte. Ist das nicht ein wenig zuviel verlangt? Uud dabei denkt mau in Frankreich durchaus nicht liebenswürdig über uns: „Der Krieg ist ein gutes Geschäft für England. Was Wunder, wenn die Englöudt'r wünschen, daß er lange dauert!" — Langsam macht sich dieser Zustand der Dinge in >England fühlbar. Mir scheint, er bat eine Bedeutung, die man nicht übertreiben kann. Wir find fern vom Ende des Krieges und Man davf diesen Oteift des gegenseitigen Adißvergnügens nicht noch wachsen lassen. Wias l>at aber der französische Staat getan, um die Lage zu verbessenr? Man hat sehr viel erörtert, aber man hat nichts getan. Am Schluffe seines Briefes gibt der Engländer den Franzosen ben Rat. Schleppschiffe zu bauen, wie sie im Kohlen- verkehr zwischen Deutschland und Schweden vielfach in Amvendnng sind. Dieses sei ein billiges Mittel, uni die Frachtsätze etwas zu vermindern.
Anschlaa siegen Admiral Monplaisir.
Wien, 19. Mai. Das Athener Blatt „Enrbros" meldet, daß ein Attentat gegen den Reorgairisator der Serben in Korsu, den ft<mzöfischen Admiral M o n Pta i si r, ivcrübt worden sei. Der Admiral, sagt das Blatt, wurde schiver verwundet. Als er die Besinnung wiedererlangte, forderte er, man nräge ihn sofort an Bord seines Flaggschiffes bringen und ngch Frantrgich zurückführen. Sein Wunsch ift erfüllt worden.


