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MTB.) Grobes Hauptquartier. 17. Mai. Amtlich.) ^Estlicher Kriegsschauplatz.
Südwestlich Lens fanden im Anschlutz an Minen- prengunqen lebhafte Handgranatcnkärnpfc statt.
Aus beiden Maasufern steigerte sich zeitweise die lfgenseitige Feucrtätigkeit zu grober Heftigkeit Ein Angriff »er Franzosen ge gm den Siidhang der Höhe 304 brach rn mserem Sperrfeuer zusammen.
Die F l i e g e r t ä t i g k e i t mar auf beiden Seiten rege. Oberleutnant Jmmelmann schob westlich von Donar das 17) feindliche Klmzeug herunter. Ein englisches Flugzeug unterlag im Lustkampf bei Fournes, die Insassen, zwei englische Offiziere, wurden unverwundct gefangen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Balkan-Kriegsschauplatz.
Eine im Wardargcbiet gegen unsere Stellung vorgehende schwache Abteilung wurde abgewiesen.
Oberste Heeresleitung.
Die österreichisch-ungarische Offensive in Südtirol geht erfolgreich vorwärts. Auf der Linie vom Etschtal bis zum Suganertal sind die Italiener aus den Vorstellungen geworfen, und in zwei Tagen erreichten die Truppen unseres Bundesgenossen die Säuberung eines Raumes, den zu besetzen der Feind Monate gebraucht und blutige Opfer gebracht hatte. Noch ist die Reichsgrenze nicht erreicht, aber die bisherigen Kämpfe haben den Siegern bereits eine sich steigernde Zahl von Gefangenen und Beutestücken eingebracht. Von 65 Offizieren und über 2500 Mann, die am Dienstag gemeldet wurden, ist die Einbuße der Italiener auf 141 Offiziere und 6200 Mann vergrößert lvorden, von 11 Maschinengewehren die Beute auf 17, von siebm Geschützen auf 13.
Daß im Gebirgskrieg, so schreibt die „Köln. Ztg.", dem geschlagenen Feind soviel Leute abgenommen werden konnten, darf man. ahne baß EmZelhecken der Operationen bekannt sind, ans die sorgfältige Anlage uitb Ausführung! Kurückführen, bei der vor allem r-as richtige Infam nrenwirkmr der verscknedenen Kolonnen eine entscheidende Ralle spielte. Das österoeickstsch-ungarische Heer hat in diesem Sonder^weig der KriegsÄhrung durch lange Friedens- 'chulnng schon eine große Gewcmdtheit erlangt, die es in den letzten zwei Fahren vor dem Feind noch vermehren konnte. Der Chef des Stabes der Feldarmee Generaloberst Conrad von H ö tz e n d o r i gehört darin M den bewährtesten Lehrmeistern, und seine Hebungen in Tirol haben bahnbrechend und grundlegend gewirkt. Der Armenterrarücken aus der Südseite des Suganertals ist in werterer Ausdehnung besetzt worden, ans der Hochebene von Bielgerenth, wo die deutschen Dörfer liegen, deren Bevölkerung sich in hartem Ringen ihre Nationalität bewahrt hat, wurde eine Stellung erstürmt. Ebenso gelang es im Abschnitt des engen Tcrragiwtals, durch das eine Fahrstraße nach Rovereit geht, in die Dorsscbaften von Piazza und Valduga einzwdringen, während südöstlich von Rovereit der Feind ans Moscheri geworfen lonrde, so daß der unterste Teil des Vallarsatals von den Italienern gesäubert ist. Oestlich der Strecke nach Ala wurde nachts die Zngna Torta gerwmmen, die zwischen Etsch und Vallarsatal zu 1257 Meter anssteigt.
So große Einzelerfolge, in zwei Tagen erkämpft, sind bisher an der italienischen Front überhaupt noch nicht zu verzeichnen gewesen, weder auf der einen, noch der anderen Seite. Ohne über die Tragweite des Sieges unserer Bundesgenossen ein Urteil abzugeben (dies zu tun, vermessen sich auch militärische Beurteiler rticht) bür feit wir uns doch von ganzem Herzen über die kraftvolle Initiative unserer Waffenbrüder freuen, die noch heute die Front südlich der Pripetsümpfe bis zur rumänischen Grenze gegen die Russen halten und es daneben fertig bringen, den Italienern das Gesetz ihres Handelns vorzuschreiben.
Der Berner „Bund" macht in seiner Mittwoch-Nummer zu den.Vorgängen an der italienischen Front folgende Bemerkungen :
Der zunehmende Kanonendonner schallt auch von Dixm'uiden >luo aus den Ärgonnen, ist aber am deutlichsten auf dem italie- n if che lt S ch aupl a tze erklungen, wo die Grttppierung der Jta- taliener an der Trent in er Front immer stärker wird. Ist doch am rechten Flügel der Is onzo fron t schon italienische Kavallerie eingeschyben worben. Im Trentino sind allerdings italienische Gegenmasnahmen dringcach nötig, denn mm hat nach der Znrück- werfimg der Italienei: im Snganatal der österreichische Stafsel- a lgrifs a»i d'in Plateau von Fulgaria eingesetzt und die Italiener unter Verlusten in breiter, bis zur Etsch (Rovereto) reichender Front zurückgelvorstn Tic Oesterreicher gewannen durch die kräftige Aktioh Raum zum Aufmarsch und stelzen mm, ans der Deisensive hervorgetreten, drohend von Borgo bis Rovereto. Ob cs sich nur um Gegenstöße aus der Verteidigung oder um die erwartete Angriffsbewegmrg großen Stils handelt, wird bald klar werden.
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Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 17.Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 17. Mai 1916.
Russischer und s ü d ö st l i ch c r Kriegsschauplatz.
Unverändert.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Die Artillerie kämpfe dauern an der ganzen Front kort. Auf der Hochfläche von D o b e r d o wurde unsere neue Stellung westlich San Martino durch Minensprengun-
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gen erweitert. Hierauf folgten von feiydlicher Seite Trom- melfeuer i'.nd ein Angriff, den unser Infanterie-Regiment 34 im Handgranatenkampf abschlug.
Im Görzcr Brückenkovf, im K r n - Gebiet, bei Flitsch und in mehreren Abschnitten der Kärnlner- front war das Geschützfcuer zeitweise äußerst lebhaft. In den Dolomiten wurden ftindliche Nachtangriffe gegen den Hexen-FelS (Sasso d'Jstria) und den Sattel des Sicf-BergeS atzgeiviesen.
In S üd t i r o l breiteten sich unsere Truppen auf dem Armenterre - Rücken auS, nahmen auf der Hochfläche von Vielgereuth die feindliche Stellung Soglio — d'Ajpio —Coston—Costa —d'Agra —Maronia, drangen in den Tcrragnolo-Abfchnitt, in Piazza und Valdnga ein, vertrieben die Italiener aus Moscheri und erstürmten nachts die Zngna Torka (südlich von Rovreit). In «diesen Kämpfen ist die Zahl der feindlichen Gefangenen auf 141Offizierc, 6200Mann,dre Beute auf 1 7 Masch i n engem ehre und 13 Geschütze gestiegen.
Im Abschnitt des L o pp io -Sees unterhielt der Feind heute nacht ein kräftiges Feuer gegen feine eigenen Linien.
Starke Geschwader unserer Land- und Seeflugzeuge belegten vorgesteim nacht Bahnhöfe und sonstige Anlagen von Venedig, Mestre, CormonS, Cividale, Mine. Per-la Eaonia und Treviso ausgiebig mit Bomben. Allenthalben, insbesondere aber in Mine, wo etwa 30 feindliche Geschütze ein vergebliches Abivehrfeuer unterhielten, wurde große Wirkung beobachtet.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalftabs v. Hö fer, Feldmarfchalleutnant.
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Der italienische Bericht.
Rom, 17. Mai. (WTB.) Amtlicher Heeresüerichl: Nach einem heftigen ArMeriefeu^r am 14. Mai trieb der F-einb am 15. Mai cm der T r en tino-Grenze Infanteriemassen gegen den Llbschnitt unserer Front zwischen dem Etschtale unb dent oberere Asticvtale vor. Nach anfänglichem Mderstanb, während dessen dein Feinde sehr große Verluste beigebracht wurden, zogen sich unsere Truppen ans den am weitesten vorgeschobenen Stellungen auf die Haupt Verteidigungslinien zurück. Längs der ganzen übrigen Front bis zum Meere zeigte sich die Tätigkeit des Feindes in heftigem Artilleriefeuer und Infanterienngriffeu. die den Charakter twn Diversionen trugen. Derart waren die Gefechtsliandlungen im Su- ganatal, zwischen dem Monte Coplo unb Sanata Anna, im oberen Seebachtal, ans den Höhen iwrdwestlich von Görz unb ans den NordhängLN des Monte San Michele. Ueberall wurde der Gegner sofort abgewiesen. Erbitterter >oaren die Kämpfe im Gebiete des Monfalcvne, wo der Gegner nach wechselndem Erfolge erfolg reich angegriffen wurde und 254 Gefangene, darirnter einige Offiziere und zwei Atascbinangewelwe in unseren Händen ließ. Plan meldet Angriffe feindlicher Flugzeuge auf die L^o- capita-Ebe ne am unteren Jsonzv in der Nacht zum 15. Mai, aus Venedig und Mestre am 15. Mai abends, und aus Udine und Treviso in der Frühe des 16. Mai. Es wurden nn gairzen nur wenig Unglüeksfälle und sehr leichte Sachschäden verrffsacht. Ein Geschwader unserer Cachnniflngzeuge bewarf heute bei Tagesanbruch den Bahnhof von Ovcia Draga und feindliche Lager bei Kostanievica, Lokovic und Segeki auf dem Karst; es wurden 50 Bomben mit sehr mirffamcu Erfolgen auf diese Ziele geworfen. Von zahlreichen Batterien beschossen nud vielen feind lichen Fliegern angegriffen, kehrten unsere Flugzeuge dennoch unbeschädigt zurück, nachdem sie zwei feindliche Flugzeuge herab geschossen hatten, die in der Umgegend von Görz m die feindlichen Linien stürmten.
Oestcrreichisch-ungarischc Flieger über Venedig.
Venadig, 17. Mai. (WTB.) Meldung der Ageneia Stefani'? Am Montag abend kurz vor 0 Uhr meldete,: Wachtposten die An - näl-erung seiMdli.ch-er Flugzeuge'., Es wirrde sofort-Alarm gegeben. Ter feindlich-e Angriff richtete sich gegen Venedig und Mestre. Das lebhafte anl>altendc-Feuer unserer Ballonabwehr batterien erlaubte deir Angreifern nicht, aus,die angegrifienen Städte niederzu gehen, und verTnitwerte so die Wirkung der Bomben. <xn Venedig wurde nur ein Privatliaus beschädigt und kein Vertust an- Menschenleben verursacht. Ju Mestre wurden zwei Personen getötet und einige leicht verletzt, sowie sehr leichter Schaden an- gerichtet. Um 10 Uhr abends kelirten die feinNichen Flugzeuge, andcurcrnd von dem Feuer unserer Abwehr batterien verfolgt, nach ihren Ausgangsstationen zurück.
Mai land, 17. Mai (WTB. Nichtamtlich.) Ter „Corriere della Sera" meldet z-u dem österweichffckwn Lnftangris, mp Udin e: Eine Bombe platzte in unmittelbarer Nähe der Stadt unter Neugierigen, die von einen! großen Platze aus den Lust kämpfen zusahen. Es gab acht Tote. Itatienifche Flugzeuge nahmen die Verfolgung der osterreickstsch-en Flieger auf.
Tie Annahme des englischen Gesetzes über die Dienstpflicht.
London, 16. Mai. (WTB.) Das Unterhaus hat die dritte Lesung des Wehrp fl i cht ge setz e s mit 250 gegen 35 Stimmen angenommen.
Amsterdam, 17. Mai. (WTB.) Ein lstesiges Blatt meldet aus London: Von den 35 Abgeordneten, die gegen die D i c n st Pflichtbill stimmten, gehörten 26 der Liberalen und 9 der Ar beiterpartei an. Das Gesetz wird in einem Monat in Wirksamkc, treten.
Errgland und der Lnftlrieg.
London, 17. Mai. (WTB.) Eine Zuschrift an die „Times", deren Einsender Navalis zeichnet, sagt:
Man muß abwarten, ob Balfours Drohung an die Deutschen einen Erfolg haben wird. Aber jedenfalls ergeben sich aus ihrer Veröffentlichung gewisse Folgerungen. Nachdem Balfour am 25. April den angegriffenen Städten aus ihren Klage - sch-rei hin eine örtliche Verteidigung versproel^en hatte, lxit auch Scarborough darum. Balfour sah sich genötigt, seine Zusicherung ans die gmize Ostküste auMtdehnen. Rkan kmm sagen, daß die See- Hase,! von Eumberland, die unter den Oieschossen der deutschen Unterseeboote gelitten hüben, eine ähnliche Garmrtie fordern werden. Es liegt kein Grund vor, weshalb sich die Badeorte in Lancashire, Devonshire, Süsser usw. nicht um einen ähnlichen Schutz bemühen sollten. Verschiedene Binnenstädte haben Schutz gelten Luftangriffe verlangt, weil London einen bekonimen l>at. Und rvo soll es enden, warn jeder andere Ort, der von der See oder aus der Luft bedroht wird-, eine lokale Verteidigung haben soll? Die Zuschrift fährt fort: Es ist unzweckmäßig, Reden oder Briefe zu veröffartlickkeu, die Drolstmgen an dai Feind aithallen. Die Umstände könnten dem Feind deniroch einen neuen Angriff ermäglick)-en. Dann sverde er die Lacher ans seiner Seite haben.
Eine amtliche schwedische Erklärung über die Alandsfrage.
Stockholm, 17. Mai. (WTB. Nichtamtliche Bei der Besprechung einer Negierrmgsvvrlagc über die Vermehrung der Arbeitskräfte im Ministerium des Aenßern in der Zweiten Kammer des Iieick-stcvges erklärte der Minister des Aenßern, Wal lenberg: ES ist iviederholt und in nnzuwideuftgen Worten von maßgebender Stelle auS geführt worden, das- ^Sck reden in dem gegenwärtigen Weltkrieg rntter Wahrung seine - 2 ll t - limmnngs- vechtes nach allen Seiten hm eine strenge und unparteiische Neu« tralität aufrecht erhalten will und sehr lebhaft wünscht, in den Krieg nicht vernickelt zu .verden. Fch bin in der Lage, die Er- Uunlngen, die in dreier Hinsicht von seiten der' Regierung abae- geben worden sind, völlig aufrecht zu erhalten. Die Bestrebungen der ^Regierrmg, ihrer Pflicht entsprvchard die Rechte und das Interesse Schstiebens wchveftrtrüchtiigt zu benZal/ven, dürfen nicht


